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Gauaussiellung für bildende Künste 1942.
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Musik von Frontsoldaten im Rundfunk.
Ein neuer Paula-Wessely-Film.
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Gustav Hcicky begann im Schönbrunner Atelier der Wien-Film mit den Aufnahmen Les neuen «^n°Fü..zs „Späte Li^be". Die Hauptrolle spielt. Paula Wessely, ihr Partner ist Attila Hör-
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Kühle Aprilsonne lag auf dem grauen Gehsteig. Geschäftig trieben die Menschen vorüber. Eine weiß-, blaue Straßenbahn kreischte in die Kurve, Kraftwagen hupten ungeduldig, und alles Geschehen übertönte der Lärm der großen Stadt. Anna schlug den Mantelkragen z hoch und machte tapfere kleine Schritte. München war ihr verleidet. Und mit welchen Hoffnungen war sie hier eingezogen!
Wie sie so hinschritt, mit sparsamen Mitteln flott angezogen, zierlich und ein wenig überarbeitet, sah sie kaum anders aus als die vielen fungen Mädchen, die ihr Dasein zwischen Arbeitsstätte, Gasthausmahlzeit und möbliertes Zimmer verbringen. Und dennoch hatte sie soeben die erste große Enttäuschung ihres Lebens hinter sich und war immer noch wie chloroformiert von dem, was ihr zugestoßen war. Es sah schlimm in ihr aus. Kaspar Fender, dieser gewissenlose Leichtfuß, hatte erst ihre so lange streng gehüteten Grundsätze überrannt, und nbn alle ihre Hoffnungen zerschlagen. Der Vater, der pensioniert, kränklich und ein wenig verbittert in Tittmoning saß, durfte das alles nicht wissen. Denn er war sittenstreng und von großer Rechtlichkeit. Auch Detter Franz durfte es nicht wissen, sonst bekäme sein Glauben an die Frauen einen argen Stoß.
Anna näherte sich der Innenstadt.
Wenn sie eine Freundin hätte! Nein, auch einer Freundin konnte man das nicht gut anvertrauen. Nicht einmal einer Mutter. Das mußte jebe' schon mit sich selbst abmachen. Früher, in einer empfindsameren Zeit, waren Frauen wegen so etwas ins Wasser gegangen. Heute tat das keine mehr. Die Welt war anders geworden. Viele kamen ohne.Beschwerden darüber hinweg. Aber die Hudals waren altmodisch in dieser Beziehung und schwerblütig. Auch sie war eine Hudal. Sie seufzte. Sie war nahezu fremd in dieser Stadt und hatte wenig Bekannte. Vor zwei Monaten war sie als Hilfslehrerin hierher versetzt worden, nachdem sie ihr Examen mit Auszeichnung bestanden hatte. München erschien ihr damals wie ein schöner Traum und als der Inbegriff aller Herrlichkeit.
Sie blieb vor einem Möbelgeschäft in der Brien- nerstraße stehen und richtete vor der Scheibe Haar und Hut, weil sich das so gehörte und mit dem Schmerz in der Brust nichts zu tun hatte. — Bin
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-eines amtlichen Lichtbildausweises fein muß.
Dolkstag des deutschen Sports in Gießen.
Der NSRL. Kreis 23 Wetterau-Nord führt
ich denn wirklich so prüde? — fragte sie sich gedankenvoll, während sie ein wenig Rot'auf die blassen Lippen legte. Wenn man nicht überall mitmacht, wenn man auf sich hält und wenn den Männern das unbequem ist, dann schelten sie einen prüde. Nein, leicht hatte sie ihm die Eroberung ihrer Per« son wenigstens nicht gemacht. Das war ihr jetzt eine winzige Genugtuung. Aber es blieb immer noch genügend Bitternis und Verzweiflung. Da drüben im „Luitpold^ hatte sie ihn kennengelernt. Bekannte hatten sie mitgenommen, um ihr einen echten Münchener Kehraus zu zeigen. Zum ersten- mal erlebte sie ein großes, rauschendes Faschings- vergnügen. Fender kam durch einen Zufall in die Gesellschaft und machte ihr den Hof, obwobl noch ein paar andere sehr gut aussehende Mädchen am Tisch saßen. So etwas tat wohl nach den langen Jahren des Lehrerinnenseminars. So etwas schmei- chelte. Ein junger, fescher Mensch, ein vorzüglicher Tänzer, ein gewandter Plauderer war nur für sie da und ließ alle anderen abblitzen, so sehr sie sich auch Mühe gaben ihm zu gefallen. Sein Wesen war völlig auf sie abgestimmt, jungenhaft offen, herzlich und doch ehrerbietig, so daß die letzte Grenze nie verwischt wurde. Für den nächsten Tag bettelte er ihr ein Stelldichein ab. Sie gewährte es gern. Auch in ihrem Herzen regte sich etwas, das mehr als Sympathie war. Und dann ging es so weiter. Kleine Ausflüge mit feinem Wagen, ein Konzert, Museen, Galerien, ein verträumter Abend in einem Wirtsgarten an der Isar. Dann ein paar Wochen voll ganz großer Seligkeit. Beteuerungen, Schwüre, Küsse. Sie versagte sich lange, sie wehrte sich, denn sie war eine Hudal, die das alles nicht leicht nahm. Aber eines Abends geschah es dann doch. Wie es zuerst schien, wurde ihre Beziehung nur noch schöner, noch inniger, aber schon sehr bald wurden seine Küsse flüchtiger, er kam ihr mit Ausreden, mit kleinen L'"'gen, — seine Leidenschaft war erkaltet. In ihrer Klugheit hatte Anna das bald durchschaut und litt unsäglich. Sie versuchte, Fender zurück,zugeaün- nen. Es mißlang. Er wurde ungezogen und ließ sich gehen. Er kränkte sie mit dem und jenem. Schließlich blieb er ganz aus und schützte eine Reise oor. H-ntte. vorhin, hatte sie einen letzten Versuch unternommen,
(Fortsetzung folgt.)
Kunst und Wissenschaft.
hochschulnachrichten.
Im Alter von 74 Jahren starb der em. Ordina-
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g Fleisch oder Fleischwaren, g Butter oder Margarine oder 40 g
Speiseöl (keine Schweineschlachtfette), g Brot oder 150 g Mehl, g Nährmittel, g Zucker, g Kaffee-Ersatz und Ei.
In einer weiteren Sendung mit Werken von Aomponisten, die den Soldatenrock tragen, erklang Schollums „Partita" für Cembalo Werk 23. 3n der linearen Formgebung an Pachelbel orientiert, stellt sie eine eingängige Arbeit zeitgemäßen Musizierens dar, klar und gekonnt im Satz. Aber (l mehr von der ursprünglichen Begabung des jungen > Tonsetzers verraten seine Lieder, die Kurt Schramek ausdrucksvoll vortrug. Hier bindet ihn I nicht einschränkende Sackstichkeit; frei strömt die i Melodie und warm eine echte Gefühlsinnigkeit, die fe sich besonders vom Kinderlied her anregen küßt und I sich auch auf einen geschmackvollen Klaviersatz ver- |ii teht. Die Rundfunkansage sollte auch die Textdichter I nennen! Alfred Uhl erfreute durch ein „Kleines IIäo n 3 er i" für Klavier, Klarinette und Viola. Ein ^Ikammerkünstlerisch fein durchgeführtes Werk voll ;ell ist ei' ■ rti^DoIIer Einfälle. Greta Daeglau.
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16 Jahr»
Reichseinheitliche Hochzeitskarten
Neuerung für die festlichen Sonderrationen.
Oberfläche. Don der Besatzung konnten alle geborgen werden bis auf einen Mann, der sich im entscheidenden Augenblick in selbstloser Kameradschaft geopfert hat, um die Besatzung zu retten. Dem soldatischen Geiste, der aus diesem Opfer spricht, will der Film, ein Denkmal setzen. Die Spannung, die von den Vorgängen zwischen oben und unten, zwischen Leben und Tod auf den Beschauer übergeht, ist auf die natürlichste Weise in der einfachen Fabel begründet und wird für den laienhaften Beschauer allenfalls durch die Schwierigkeit beeinträchtig, den technisch komplizierten Formen der Rettungsaktion in allen Einzelheiten mit dem nötigen Verständnis zu folgen. Die anonyme Darstellung ist ebenso überzeugend wie die sehr geschickt eingesetzte Photogra- phie und die klar artikulierte Synchronisierung. — Im Beiprogramm lauft außer der Wochenschau ein sehr instruktiver deutscher Kulturfilm vom Einsatz der Nachrichtentruppe im Ernstfälle. Hans Thyriot.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtoieh-Berteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 38 dis 48 Rpf., Bullen 37 bis 41, Kühe 18 bis 46, Färsen 28 bis 51, Kälber 35 bis 57, Schafe 28 Dtpf. je XA kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (90 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 89,5 kg) 1,15, e bis f (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt.
Schulung der Turnlehrkräste.
In den letzten Wochen führte der Kreissportlehrer für die Turnlehrkräfte der Schulen bezirksweise Arbeitsgemeinschaften durch, in denen die Technik und Messung der leiclstachletischen Hebungen Wurf, Lauf und Sprung besprochen und mit den Schülern praktisch geübt wurde. Diese Lehrgängen hatten den Zweck, für die Notengebung eine möglichst gleiche Grundlage bei der Ermittlung her Leistung zu erreichen. Weiterhin wurden die für die Volksschulen vorgeschriebenen Spiele, wie Völkerball, Jägerball, Grenzball, Korbball, Fußschlagball, Fuß- oder Hand- ball, auf Wunsch gezeigt und die Regeln erläutert.
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** Wagenraum ausnutzen! Durch geschicktes Verladen der Güter, besonders von sperri- gen und empfindlichen Waren, läßt sich viel Wagen- raum sparen. Ein gutes Hilfsmittel sind die Einbauten aus Abfallholz, mit denen man die Güter festlegt. Das ist zugleich Schutz gegen Güterschäden. Bei leichten Gütern, die auf offenen Wagen verladen werden, kann man das Fassungsvermögen durch Aufbordem der Wagenwände erhöhen. Achtet darauf, denn Räder müssen rollen für den Sieg!
Juden, Polen und Zigeuner sind von der Bewilligung der Sonderzuteilungen ausgeschlossen. Die Zuteilung hat durch Aushändigung von Lebensrnittel- und Reise- und Gaststättenmarken oder Aushändigung von Berechtigungsscheinen zu erfolgen. Die Ernährungsämter werden aber ermächtigt, statt dessen die neue Hochzeitskarte auszugeben. Diese Hochzeitskarte für zusätzliche Lebensmittel besteht
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Aus der Stadt Gießen.
Ein bißchen Ueberlegung ...
Der Mann knallt die Faust auf den Tisch und ruft empört: „Ober, wo bleibt denn mein Essen?" Seitwärts ist der Kellner eifrig mit Abräumen beschäftigt. Er kommt nun mit beladenen Händen, wobei er einen kleinen Umweg machen muß. „Ein kleines Weilchen noch, mein Herr." Der Mann schneidet ein bärbeißiges Gesicht und zieht demonstrativ seine Uhr. Als bald darauf serviert wird, glätten sich seine Züge. Er speist mit großem Appetit und gerät erst dann wieder etwas aus der Fassung, als der Kellner auf Anruf nicht wie ein geölter Blitz zum Kassieren erscheint. „Ich habe wahrhaftig keine Zeit, hier unnötig zu warten", brummt der Mann, bis er von-seiner Ungeduld erlöst wird.
Eine alltägliche Szene aus irgendeinem Gasthaus. Man kann sie immer wieder beobachten und muß sich über den unnützen Aufwand an Neroenkraft wundern, der dadurch verursacht wird. Mitunter gehen Kellner oder Kellnerin auch aus ihrer Reserve heraus. Im ganzen ist es dann ein peinlicher Austausch von Meinungen, der zu nichts führt. Am Anfang aber steht gewöhnlich der nervöse Gast. Daß es auch in normalen Zeiten ohne Warten nicht abgeht, versteht jeder Einsichttge, daß aber gegenwärtig gewisse Notwendigkeiten dieses Warten erst recht nicht verkürzen können, liegt auf der Hand. Als mir kürzlich mit einem in seinem Dienst ergrauten Kellner über die Atmosphäre des Publikumsverkehrs im Gasthaus sprachen, meinte er, daß sein ohnehin schwieriger Beruf jetzt besondere Nerven erfordere. „Dabei ist es meist gar nicht so sehr der Mangel an gutem Willen, als vielmehr die mangelnde Ue- berlegung, die unfereinem das Leben schwer macht", sagte er. „Betritt der Gast ein Lokal, bann vergißt er sehr häufig, daß die Zeitumstände Einschränkungen und Mehrarbeiten mit sich bringen."
Man kann dem Kellner auch als Gast die Tätig- keit erleichtern, wenn man nur ein wenig nachdenkt. Unnützes Warten bei der Entgegennahme der Marken und der Bestellung nimmt dem Kellner oft die Zeit. Da das Essen von der Küche in der Reihenfolge der Bestellung verabfolgt wird, ist es klar, daß auch in dieser Reihenfolge nur bedient werden tarnt. Ungeduldiges Rufen macht nur mißmutig und stört den Kellner bei der Arbeit. Wie gesagt, ein bißchen Heberlegung schafft hier, schon fühlbare Erleichterung. Die Wirkungen mangelnder Heberlegung verspüren wir aber nicht nur im Gasthaus. Auf der Straße, im Geschäftsleben und bei der eigenen Arbeit, überall könnten häufig Schwierigkeiten vermieden und Härten ausgeglichen werden, wenn mehr Ueberlegung am Werke wäre. H.W. Sch.
Sie Dornamen.
Im Anschluß an unseren Aufsatz über die Namengebung für die rm Jahre 1941 in Gießen geborenen Kinder (Gießener Anzeiger Pr. 173 vom vorigen Samstag/Sonntag, 25./26. Juli) sei auf einen Runderlaß des Reichsinnenministers vom 18. August 1938 über die Führung von Vornamen hingewiesen, in dem der Gedanke der landschaftlichen und sippenmäßigen Verbundenheit der Vornamen besonders betont wird. In dem Erlaß wird heroorgeho- ben, daß Kinder deutscher Staatsangehöriger grundsätzlich nur deutsche Vornamen erhalten sollten. Es diene der Förderung des Sippengedankens, wenn bei der Wahl der Vornamen auf in der Sippe früher verwendete Vornamen zurückgegriffen werbe. Dabei würden besonders auch solche Vornamen in Frage kommen, die einem bestimmten deutschen Landesteil, aus dem die Sippe stammt, eigentümlich seien. Dieser Hinweis des Reichsinnenministers verdient in der Tat, mehr als bisher bei der Namengebung beachtet zu werden, obwohl es den Namengebern gestattet ist, die Vornamen frei zu wählen und gestalten zu können. Es sind aber solche Vornamen unzulässig, die anstößig, unanständig ober sinnwidrig sind, ferner dürfen Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, als solche nicht gewählt werden, auch Familiennamen kommen als Vornamen nicht in Frage. Als anstößig gelten insbesondere , solche Vornamen, die gegen die öffentliche Ordnung, gegen das religiöse Gefühl oder die guten Sitten verstoßen oder sonst geeignet sind, in der Oeffent- lichkeit Aergernis zu erregen. Die Namengebung steht dem Erziehungsberechtigten zu, also dem ehelichen Vater, bei einem unehelichen Kinde der Mutter, bei einem Kinde, dessen Vater vor der Geburt des Kindleins bereits verstorben ist, während die Mutter bei der Geburt stirbt, dem Vormund des Kindes: selbstverständlich wird im letzteren Falle auf ben Wunsch einer Mutter ober eines Vaters weitgehend Rücksicht genommen.
Der Reichsernährungsminister hat die Verteilung von Zusatz-Lebensmitteln für Hochzeiten ergänzt und vereinfacht. Es wird eine reichseinheitlich gültige Zusatz-Lebensmittelkarte für Hochzeiten eingeführt, die Bezugsabschnitte für alle in Betracht kommenden Sonderzuteilungen in der festgesetzten Menge enchält. Unter Zusammenfassung der bisherigen Vorschriften und ergänzend bestimmt der Minister folgendes:
Für Familienftiern aus Anlatz von Hochzeiten — und zwar Trauungen, silberne, goldene, diamantene und eiserne Hochzeiten — werben je Person bis zu einer Höchstzahl von insgesamt 12 Personen folgende' Sonderzuteilungen bewilligt: x •
Dr. Brüggers Patientin
I Roman von Walter Klöpffer
1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Es ging ihr wider die Natur, sich so hinzustellen und dann vor tausend zudringlichen Blicken zu hängen. Diesen Preis zahlte sie nicht, und wenn olles in die Brüche ging. • ..
„Geh, hab' dich doch nicht so und sei vernünftig! Das ist denn dabei? Wenn man wirklich einmal von tud) Weibern etwas will, bann versagt ihr. —
„Ich will nicht. Ich tu es nicht", sagte sie schroff, llnb umklammerte ihre kleine rote Ledertafche, als fiäbe es bei der Schutz und Begreifen. '
„Na schön, bann tu's nicht", rief er ärgerlich, „ich hätte es mir ja gleich denken können. Das ist Lieber echt Fräulein Lehrerin. Das rundet meinen Eindruck von dir ab. Meine Bekannten passen dir nicht, auf meine Freundinnen bist du eifersüchtig, len zweites Wort^ lautet: ,bas schickt sich nicht!‘ — Du weißt ja gar nicht, wie fad und langweilig du bis:, die richtige Spießerin! Ein Landpomeranze chen, das die Nase in die Großstadt gesteckt hat. Wo habe ich nur meine Augen gehabt, als ich auf dich hereingefallen bin! Geh! Auf was wartest du denn noch?" Seine anfängliche Begeisterung war wie (trohfeuer verpufft, und der Unmut entriß ihm, höhnische, ungerechte Worte. Seine Züge hatten jetzt etwas Bösartiges.
Anna, Hudal warf ben gesenkten Kopf hoch und jaate mit mühsam gebändigter Stimme: „Warum i-h noch hier bin? Ich möchte dich fragen, wie das mit uns nun werden soll. Dein Benehmen in her letzten Zeit war deutlich genug. War beschämend im) beleidigend für mich. Du hast mich links hegen los en und getan, als wäre ich nicht auf der Wett. Sein Lebenszeichen, keine Nachricht. Das kannst du mit deinen leichten Mädchen ma^en, aber nicht mit mir. So einfach lasse ich mich nicht abspeisen «ach allem, was zwischen uns gewesen ist."
Fender kaute an seiner Unterlippe. Er Hatzte solche Szenen. Sollte er ihr die brutale Wahrheit ^$en? Daß er sie satt hatte, daß er nicht mehr mochte, baß er dieses ganze Getue nicht verstand.
Anna war ein hübsches Mädchen, zugegeben, aber schließlich war sie für ihn nicht mehr als eine Episode, die nicht lebenslänglich zu dauern brauchte. Andere Mütter hatten auch schöne Töchter. Ach, diese Frauen! Manche waren wie die Kletten. Er ließ seine malträtierte Unterlippe los und sagte unwirsch:
„Nun mach aber einen Punkt. Dieses tragische Gewimmer ist ja nicht zum Anhören. Was zwischen uns war ...! Soll schon mal im Leben vorgekommen sein! Glaubst du denn im Ernst, daß ich mich dir mit Haut und Haaren verschrieben habe, nur weil wir ein bißchen was zusammen gehabt haben? Sei doch nicht kindisch, Anna!"
„Und deine Beteuerungen?" „Im Fasching schwört man vieles." „Wie gemein du bist!"
„Und du — du bist eine Gans! Deine Verstiegenheiten habe ich satt. Bis dahin stehen sie mir!" Er machte die entsprechende Geste. „Du bist humorlos, ohne Schwuntz, prüde wie eine Lady und in man= chen Dingen von einer Naivität, die geradezu polizeiwidrig ist. Du mußt mal einen Festbesoldeten heiraten. Ich bin deiner überdrüssig, baß du es weißt. Unsere Verbindung war ein Irrtum. Und nun Schluß." Um das zu bekräftigen, rückte er wütend an der Staffelei herum und holte die Erdhofer aus ihrem Verließ.
Anna Hudal begriff, baß jedes Wort verschwendet war und nur eine Erniedrigung.bedeutete. Sie riß sich zusammen und verließ stumm das Atelier.
Sie schlug die Flurtür zu und stieg, die rote Tasche an sich gepreßt, langsam wie durch Nebel die vielen Treppen hinab. Ihre hochgestöckelten Schuhe klapperten auf dem Holz. An einem der Stiegenfenster stand ein blauer Milchtopf zwischen zwei abgeblühten Klivien. Aus einer offenen Tür wehte kühle Luft. Anna fror und zog die schmalen Schultern hoch. — Er hat mir den Laufpaß gegeben, — dachte sie betäubt. — Also so sind die Männer! Erst betäuben sie ein Mädchen mit schönen, zuckersüßen Worten, und bann, wenn bas Spielzeug seinen Reiz verloren hat, werfen sie es weg. — Anna preßte ihre Hand in die Gegend, wo das Herz war. Jetzt flössen auch die Tränen, die sie droben zurück- gehalten hatte. Hinter dem Haustor tupfte sie ihr Gesicht ab, bann trat sic auf die Straße.
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Vorübergehende Aufhebung des Kennkartenzwanges.
Die Vorschrift, nach der männliche deutsche Staatsangehörige innerhalb der letzten drei Monate vor Vollendung des 18. Lebensjahres eine Kennkarte zu beantragen haben, ist für die Dauer des Krieges außer Kraft gesetzt worden. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hmgewiesen, daß jeder über 15 Jahre alte deutsche Staatsangehörige im Besitz
prschrieb er Mittelchen, die zwar nichts schaden, per auch nichts nützen konnten. In zwei Fällen |itte er jedoch großes Unheil angerichtet. Es han- fclte sich um kreb sleide nde Frauen, an tenen er jahrelang herumpfuschte. Die eine Frau liegt in hoffnungslosem Zustand im Krankenhaus, rührend die andere, Mutter von 10 Kindern, starb, i sie zu spät die Sinnlosigkeit der Heilbehandlung ird) Wiedmann eingesehen und sich in ärztliche De> inblung begeben hatte. Wiedmann wurde zu zwei ahren Gefängnis verurteilt.
Die Hessische Spielgemeinschaft des Landestheaters brachte im Darmstädter Kleinen Haus das Merkchen ,£) i e W asser-kur" von dem Darmstädter Lokal- Lichter Heinrich Haumbach zur Uraufführung, las Stück in Darmstädter Mundart hat allerhand humoriges aufzuweisen, allerdings darf man dabei
kommenden Sonntag ben „Volkstag des deutschen Spotts" in Gießen durch. Am Sonntagvormittag um 9 Hhr werden die Radfahrer zum „Großep Straßenpreis von Gießen" starten, am Nachmittag werden im Schwimmbad in Klein-Linden volkstümliche Schwimmwettbewerbe ftattfinben. Auf den Tennisplätzen werden am Samstag und am Sonntag Dennis-Wettkämpfe- zur Durchführung kommen.
Lichtspielhaus: „(Siner für alle."
Das neue Programm zeigt einen italienischen Film der römischen Produktion Scalera (Bavaria- Verleih) in deutscher Sprache. Der Film ist,unter der Mitwirkung des italienischen Marineministeriums und von Einheiten, Offizieren und Mannschaften der italienischen Kriegsmarine gedreht worden. Sämtliche Mitwirkenden — Drehbuchoerfasser, Spielleiter, Kameraleute und Darsteller — bleiben ungenannt. Die Handlung, die in vielen Zügen an den früher in Deutschland hergestellten Hbootfilm „Morgenrot" erinnert, darf, obwohl sie sich im Frieden, kurz vor Ausbruch dieses Krieges, ereignet des allgemeinen Interesses auch bei uns gewiß fein,, zumal die schwerwiegende Bedeutung der Tauchbootwaffe im gegenwärtigen Kampfe durch die Berichte der Presse, des Rundfunks und der Wochenschau jedermann säst täglich aufs neue mit den eindrucksvollsten Zahlen zum Bewußtsein gebracht wird. Das Unterseeboot A103 wird während einer Hebungsfahrt im Verbände von einem großen Schiff gerammt und sackt auf. ben Meeresgrund ab, ipo sich bald herausstellt, daß sich ein Wiederauftauchen mit Bordmitteln nicht bewerkstelligen läßt. Da es aber möglich ist, vom Boot aus mit der Außenwelt in Verbindung zu kommen, werben vom Marinekommando alle erdenklichen Hilfsmittel eingesetzt: Flugboote und Torpedoboote, U-Boot-Jäger und Hebeschiffe erreichen alsbald die Hnfallstelle. Im ge- sunkenen Boot, wo allmählich der Sauerstoff knapp wird, arbeiten sie mit Telephonboje, Rettungsfloß und Tauchretter an der Abwendung der Katastrophe. Nach langen qualvollen Stunden erscheint endlich das schon verlorengeglaubte Boot wieder an der
aus einem Stammabschnitt und Einzelabschnitten. Es sind Karten für zwei und für drei Personen vorgesehen; aus diesen beiden Starten werden die beantragten Mengen bis zur Höchstzahl von zwölf Personen zusammengestellt. Um Doppelzuteilungen iu vermeiden, wird die Ausgabe der Hochzeits- Lebensmittel auf der Aufgebotsbescheinigung oder, bei Kriegstrauungen, einer entsprechenden Bescheinigung vom Ernährungsamt vermerkt. Zuständig für die Hochzeits-Sonderration ist das Ernährungsamt des Ortes, an dem die standesamtliche Trauung stattfindet. Das gilt auch, wenn die Feier an einem anderen Ort erfolgen soll. Bei silbernen, goldenen, biarriantenen und eisernen Hochzeiten wirb die Zuweisung der Hochzeitsfeierration auf der Eheschlie- ßungs- ober Trau urkunde bescheinigt. In diesen Fällen ist das Ernährunasamt des Ortes zuständig, an dem die Jubilare ihren ständigen Aufenthalt haben. Den Ernährungsämtern ist es untersagt, Sonderzuteilungen ans Anlaß anderer Familienfeiern, wie z. B. tiinbtaufen, Primizen, Firmungen, Beerdigungen usw. zu gewähren. Die Verteiler Haden die Abschnitte der Zusatz-Lebensmittelkarten für Hochzeiten, gegebenenfalls nach näherer Weisung der Ernährungsämter, zusammen mit den übrigen Bedarfsnachweisen der gleichen Warenart bei den Ernährungsämtern abzurechnen.
Die Abschnitte der „Hochzeitskarten" verlieren ihre Gültigkeit zum Warenbezug zwei Wochen nach dem Ausgabetag. Die Entgegennahme abgetrennter Abschnitte ist de-n Verteilern verboten.
näiirtl Wien-Films
•ffl iS Aelt. Paula Wessely, ihr Partner i|t ’Ziitua 5)or- uTfa? Das Drehbuch schrieb Gerhard Menzel.
chtsinn w' Friedrich Alfred Schmid Noerr 65 Jahre alt.
>as llnM v In Percha bei Starnberg vollendet am 30.7. der Achter Friedrich Alfred Schmid Noerr sein 65.Le- bensjahr. In seinen Büchern schwingt die Lebendig- feit des süddeutschen Menschen aus seiner Verwürze- hmg mit der Heimat. Schmid Noerr wurde 1877 in Hurlach geboren, studierte Germanistik, Jura, Philosophie und Nationalökonomie. 1905 habilitierte er H in Heidelberg für Philosophie und Aesthettk. 1910 würbe er zum ao. Professor ernannt. Er lebt jetzt als freier Schriftsteller in Percha.
.....NSG. Bei einem engeren Wettbewerb um ein Kälber iti künstlerisches Plakat für die Gauausstellung erahn ülnte wng der Gebrauchsgraphiker Max B i 11 r o f, 'n Fleische Frankfurt a. M., den 1. Preis.
, nicht an den naiv-genialen Ernst Niebergall denken, Ym. ®>! dessen Hrsprünglichkeit von keinem seiner Nachahmer sowie di: 1 Arncht worden ist. — Die nächtlichen Begebenheiten wn einen gräflichen Bürgermeister, der nachts in Den Mühlbach fällt und von der Müllerin im Bett getrocknet und erwärmt wird, wurden frisch und sheiternd gespielt. Unter Eduard Goed els herzhafter Regie fand das Stück dankbaren Beifall.
Ludwig Beil.
us für Fürsorgewesen und Sozialpädagogik an der niversität Frankfurt, Professor Dr. Christtan ifper Klumker. Der Gelehrte ist als Verfasser jner langen Reihe von Arbeiten aus dem Gebiet ir Erziehungskunde, der Armenfürsorge und des irsorgewesens bekannt geworden.
Am 2. August vollendet der em. Ordinarius der teuropäischen Geschichte an de» Universität Leip - g, Professor Dr. Friedrich Braun, sein 80. ebensjahr. Die Leipziger Universität ernannte n zum Ehrendoktor. Die Veröffentlichungen rauns betreffen u. a. altisländische nagen, alt- o, Wurfe ' shwedische Runenschriften, germanische Ethnographie der L unb Altertümer.
ne ftaiÄi: Am 30. Juli vollendet der em. Ordinarius für l auch x>. klassische Altertumswissenschaft an der Universität Oer Stri Höttingen Professor Dr. Max Pohlenz sein nmentali- K.Lebensjahr. Zahlreiche Gebiete der Altertums- alle Äom' Menschaft hat Professor Pohlenz durchforscht. Don uli wiebr &n griechischen Philosophen hat besonders Plato nierstrei^, neuerliche Deutung durch Pohlenz erfahren.
Line Darmstädter Lokalposse.


