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Dr. Hermann Hering.
telobie behandelt er als cantus firmus, und das Dr. Hermann Hering.
Oberhessische ViehverslchenmgsanW Gießen.
otu etÄTUn nut A) 0Q9 3Q W M940- 225 Fälle mit
Konzert des Bauerschen Gesangvereins und des Gesangvereins Liederkranz.
unter Leitung von Chormeister Schüttler Chöre von Heinrichs, Schumann, Meßner, Radecke und mehr, welche den Beifall der Verwundeten fanden! —
Im Laufe der vergangenen Woche fanden m allen Lazaretten Betreuungen mit von der Kreisamts- leitung der NSV. gestifteten Liebesgaben statt. Zigaretten, Briefpapier und Gebäck wurden durch die Betreuerinnen der RS.-Frauenschaft und dem Lazarettbeaustragten der NSKOV. verteilt. Eine große Zahl Verwundeter war von den Ortsgruppen der NSDAP, mit ihren Gliederungen in Gro- ßen-Buseck und Treis zu Gast geladen. Viele Familien hatten einen Verwundeten zu Besuch. Am Nachmittag waren gemeinschaftliche Feiern mit froher Unterhaltung.
254 Fällen auf 42 092,39 RM. (1940: 225 Fälle mit 45 963,80 RM.). 3m Durchschnitt wurden die Pferde mit 610 RM., die Rinder mit 332 RM. entschädigt. Der Wertpapierbesitz wurde Ende 1941 mit 37 801,25 RM. gegenüber 32 865 RM. im Vor- fahre ausgewiesen. An Zinsen aus Kapitalanlagen wurden 4556,24 RM. gegenüber 4355,70 RM. im Vorjahre vereinnahmt. Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechseln und Schecks, sowie aus Garantieverträgen bestehen nicht, auch nicht Beteiligungen an anderen Unternehmungen. Die Haftsumme aus den Geschäftsanteilen der Volksbank Gießen beträgt
Aus der Stadi Gießen.
Oberhessisch.
Wenn die Frankfurter stolz sagen:
„Es will mer net in mein' Kop enei, wie kann nor en Mensch net von Frankfort st
so sagt der Oberhesse, von seinem Wert durchdrungen: „Was en Kerl is, des is en Owerheß'!" Zu- gegeben! An die Mundart freilich wird man sich erst gewöhnen müssen.
Manchesmal habe ich gefragt, was dies oder jenes eigentlich bedeutet. Am hübschesten fand ich immer die Formen krag und tief. Zuerst allerdings dachte ich, der Betreffende wolle einen Witz machen, bis ich dann dahinterkam, daß diese beiden Worte vollkommen ernst gebraucht werden. Ja, warum auch nicht? Warum soll kriegte und kaufte richtiger sein? Man sagt ja auch nicht bekommte und lief und nicht lauste. Na also! Kenner erzählten mir bann, daß es ganz alte, übriggebliebene mittelhochdeutsche For-
Als sie sich trennen, ist es fast selbstverständlich, dasi sie ein Wiedersehen verabreden. Es ist Concha, die zuerst aufbricht, und sie lehnt seine Begleitung so entschieden ab, daß Detlev sie nicht weiter drangt. Eine ganze Weile sitzt er noch in der stillen Ecke zwischen den dunklen Holzwanden, laßt langsam dm Rest aus der Flasche in das Glas rieieln Harrt gedankenvoll in das rubinrote Gefunkel, dreht das Glas hin und her, um das Licht darin spielen zu lassen, und führt es langsam zum Mund.
Es gibt so viele Frauen aüs der Welt, und soviel verschiedene, man daN nicht daran zugrunde gehen, wenn die eine einen verläßt, aber glücklich, tzanz von Herzen glücklich, wird man wahrscheinlich doch me werden. Auch diese Concha ist nicht glücklich. Anscheinend hat sie ihr ganzes Herz an einen Lumpen gehängt. Sie spricht nicht viel von ihm und sie erwähnt seinen Namen nicht, aber sein Biw steht o deutlich vor Detlev, daß er ihn malen konnte. Einer von dieser Sorte, die ihm so gründlich zuwider ist, und hinter der ein anständiger Kerl immer zurückstehen muß. ~
So was nimmt sich nun das Recht, eine tfrau unglücklich zu machen. Eine Frau, die so kmterleicht alücklich zu machen märe. Warum ist Katta nicht so leicht glücklich zu machen? Warum muß man mit einer so schmerzlichen und glühenden Inbrunst an einem Wesen hängen, das die Welt erobern will. Ach Katta, schöne stolze ehrgeizige Katta, die doch so bezaubernd sanft und lieb sein kann, jo an- hrruHslos heiter, so betörend zärtlich,
Detlev Nehl sitzt mit Concha in einer kleinen Weinstube, und sie erzählen einander sehr viel, m einer sonderbar unpersönlichen Art. Sie beginnen ihre Sätze nicht mit: „ich hab" oder „ich bin . Sie sagen- ,wenn man", wenn man einen Menschen liebt, und man fühlt, daß man ihn hindert sein Zier zu erreichen, dann muß man ihn gehen laßen, ober: wenn man einen Menschen liebt, der m sich selbst keinen Halt hat, dann darf man ihn nicht verlassen. Und nach zwei Stunden wissen sie sehr viel voneinander, mehr als ein anderer Mensch von ihnen
meister Schlage.
Ein neuer Farbfilm: „Immensee.
Veit Harlan hat in Rom mit den ersten Ausnahmen zu seinem neuen Ufa-Farbfllm „Immensee („Ein deutsches Volkslied"-frei nach Theodor Storm begonnen. Die weibliche Hauptrolle pielt Änstma Söderbaum. In den Ruinen der Constantin-Basilika auf dem Forum Romanum, dem Marktplatz des antiken Rom, wurde ein Konzert vor einer großen Zuschauermenge ausgenommen.
Goldenes Doftorjubilaum.
Am l.Juli feiert der emeritierte Ordmmius sur Physik an der Universität Freiburg, Geheimer Regierungsrat Prafe,s°r Dr G u stuo M re . e>n SOjahriges Doktorjubilaum. Professor Mie wurde 1868 in Rostock geboren. Er studierte m $eibelberg und Karlsruhe und promovierte 1892 m Heidelberg. 1897 habilitierte er sich m Karlsruhe sür Physik, ging 1902 nach ©reifsmalb, 1917 nad)i 5) alle.Seit 1924 lehrte er in Freiburg. Seme Arbeiten betreten Inders cheoretßche Physik. Er ist Mttg ed der Leopoldina in halle und der Göttinger. G-Mchast der Wissenschaften. Die T. H. Karlsruhe ernannte ihn zum Ehrendoktor. r——
Lazaretten Konzerte mit reichhaltigem Programm. Reicher Beifall dankte den Ausführenden. — In einem Lazarett gestaltete das BDM.-Werk „Glaube und Schönheit" eine-Veranstaltung, um den Verwundeten aus seiner Arbeit etwas zu zeigen. Nach Begrüßungsworten der Mädelführenn Inge Hack fanden Orchester- und Liedervorträge der Mädels, Gymnastik, Tanz und Reifenspiele reichen Beifall. Sehr gefiel auch das gut gespielte Laienspiel „Die zertanzten Schuhe". Den Dank für die gute Leistung des BDM. in der Heimat sagte unter viel Beifall Major Grabenhorst. — Am Sonntag hatte sich der Gesangverein „Harmonie" Großen-Linden in einem Lazarett zu einem Konzert zur Verfügung gestellt. Die gut zusammengestellte Vortragsfolge brachte
die Hausfrau nach Feststellung des Arbeitsamtes nicht in der Lage ist, den Haushalt allein zu versorgen wegen Schwangerschaft, wegen ihres vorgerückten Lebensalters oder wegen Krankheit, weil dem Haushalt Personen angehören, die besondere Pflege und Wartung bedürfen, weil sie durch eine kriegswichtige Erwerbstätigkeit ober berufliche Ausbildung stark gebunden ist, wozu auch die Hausftauen- tätigkeit im Arzchaushalt gehört, ober weil die Stellung des Haushaltsvorstandes im öffentlichen Leden ihm besondere den Haushalt belastende Pflichten auferlegt. Voraussetzung ist, daß die im Haushalt erforderliche Hilfe nicht von Familienangehörigen geleistet werden kann.
Aus aller Wett.
Wegen fommuniffidjer Betätigung zum Tode verurteilt.
ASG. 2n mehrtägiger Sitzung verhandelte der Volksgerichtshof in Frankfurt <l ZIL gegen eine Anzahl von Angeklagten wegen kommunistischer Betätigung, die ihnen bis in die jüngste Zeit des Krieges nachgewiesen werden konnte. Sieben Angeklagte wurden zum Tode o er urteil t Das Urteil beweist, daß jeder, der sich in diesem fchicksalentfcheidenden Kampfe des deutfchen Volkes als handlanger der Feinde mißbrauchen läßt, unnachsichtig ausgemerzt wird.
Der Dahlemer Frauenmörder hingerichtet.
Der am 30. August 1909 in Berlin geborene Walker Lüdtke, den das Sondergericht in Berlin als
Rheinland ablösten.
Kunst und Wissenschaft.
Edith Keller Deutschlands Schachmeisterin.
Das Turnier der Damen um die Schachmeisterschaft von Deutschland, das der Großdeutsche Schach- bund neben der Kriegsmeisterschaft der Männer im Kurhaus des Bades Oeynhausen veranstaltet, wurde bereits beendet. Die Schlußrunde brachte spannende Entscheidungen. Frau In kam p, die manche aussichtsreiche Stellung nicht voll ausgenutzt hatte, Mug die Wienerin Salem durch einen schönen Opfer angriff und warf sie auf den vierten Platz zurück. Frau Schlemmer erreichte gegen die Spitzenreiterin Frl. Keller unentschieden, und Frau S ti b a n e r bezwang im Endspiel Frl. Hof, die bei der vorigen Landesmeisterschaft der Damen in Stuttgart mit der Siegerin Frau Rinder Punktgleichheit erzielt hatte. In der vierten Partie der letzten Runde schlug Frau Dr. Jürgens Frl. Krause. Nachfolgerin von Frau Rinder (München), die ihren Titel wegen Krankheit nicht verteidigen konnte, wurde also mit 5V2 Punkten Frl. Edith Keller (Dresden), die Schwester des Meisters Rudolf Kel- ler vor Frau Schlemmer (München) und Frau Sti- baner (Frankfurt a.M.) mit Je 4'/- Punkten. D» 20jährige Siegerin erlernte das Schachspiel Sie erzielte ihren größten Fortschritt bei der Jugend-Schachwoche des Großdeutschen Schachbundes m Fürstenwalde unter dem verstorbenen Schach-
Die NSG. „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch:
Eine fröhliche Unterhaltung wurde den Verwundeten in allen Lazaretten durch die Programmfolge „Bunte Kleinigkeiten" geboten. Das Tanzduo Jrm Eris zeigte verschiedene Tänze, Sisi Klein erfreute mit ihrer Kunst auf Akkordeon und Xylophon. Frl. Dresen (Sopran) und Willy Eichel (Tenor) fangen Ljeder und Arien aus Operetten. Der Humorist Emil Schäfer brachte viel Heiterkeit. In einem Lazarett erfreute die Liedersängerin Wagner-Zeppenfeld in Ergänzung des Programms mit frohen modernen Liedern. Die Begleitung am Klavier hatte der Pianist Rebau übernommen. Starker Beifall bankte den Künstlern. — Unter dem Motto „Wenn der Frühling zieht ins Land" hatte Heimatdichter Georg Heß mit seiner Volkstumsgruppe in einem Lazarett einen frohen Abend gestaltet. Durch Lieder, Tanze und Zwischenrede wurden die Jahreszeiten im Leben auf dem Lande dem Zuhörer nahegebracht. Heimatdichter Georg Heß sprach aus seinem Schatze von Mundartgedichten. Lebhafter Beifall. — In einem Lazarett fangen Gertrud Heckmann (Sopran) und Hans Wilhelm Dürr (Baß) Rosenlieber von Ph zu Eulenburg und Lieder von Löns, Himmel, Grothe. Karl Riehm hatte die Begleitung am Klavier übernommen. — Heber „die Ausbreitungspoli- tif der USA." sprach in einem Lazarett Hniversi- tätsprofessor F i s ch e r. Die Ausführungen des Redners wurden von den Verwundeten mit Jneresse ausgenommen. — Unter dem Motto „Froher Klang bei Spiel und Sang" veranstalteten Emmi Carle (Alt) Georg Ripperberger (Tenor) und tfrL Pa- nizza (Klavier) ein Konzert. Lieder und Duette au* Operetten bildeten ein fröhliches Programm, das die Verwundeten mit Beifall aufnahmen. — Musik- Abteilungen der Wehrmacht gaben in den einzelnen
sehr schön ist und daß sie wunderbar tanzt. Irmela sieht nur manchmal einen Schimmer von ihr, zwischen vielen großen dunklen Köpfen hindurch. Ihr Blick sucht Albrecht, und sie ist glücklich, ihn zu finden. Er ist von ihnen abgedrängt, aber er hat einen weit besseren Platz erhascht. Er steht ziemlich weit vorn und überragt außerdem die Menge. Er starrt auf die Bühne, mit einem ruhigen, ausdruckslosen und etwas gelangweilten Gesicht. Er sieht aus, als wäre er mit feinen Gedanken bei ganz anderen Dingen: bei dem Gespräch, das er vorhin mit Senator Brügge geführt hat, bei wichtigen Geschäften. — Albrecht Sierinck denkt in diesem Augenblick durchaus nicht an Geschäfte. Er sieht Katta Seränas Tanz zu, mit allen Gedanken und mit allen Sinnen, allerdings mit recht gemischten Gefühlen. Er versteht nicht viel vom Tanzen, und er maßt sich kein Urteil aft. Aber er versteht schon mehr von Frauenschönheit. Und zweifellos ist diese Frau schön. Ein vollendeter Körper in durchgebildeter Ge- schmeidigkeit, eine bezaubernde Anmut in jeder Bewegung, ein hinreißendes Temperament im Schwung der Glieder. Also wahrscheinlich kann sie doch tanzen, denn ihr schlanker Körper ist imstande, sehr viele Regungen des Gefühls auszudrücken. Stolz und Wildheit, hingebende Zärtlichkeit und überschäumende Lebenslust, grausamen Spott und tiefe Trauer. Alles liegt in dem ausdrucksvollen Körper und dem noch ausdrucksvolleren Gesicht.
Eine schöne Frau, denkt Albrecht Sierinck, aber eine gefährliche Frau. Gott steh' dem bei, der in ihre Hände gerät. Ein Typ, von dem ich mich glück- licherweise mein Leben lang ferngehalten habe, mit vollem Bewußtsein. Eine Frau, die einen Mann in den Abgrund treiben kann. — Als die Menge zurückströmt, gelingt es ihm, Irmela wieder zu er- reichen, und er nimmt ihren Arm mit einer Aufwallung verstärkter Zärtlichkeit. „Du siehst blaß aus, Häschen! Wird dir bas Vergnügen zu viel! - Komm, wir wollen uns nach Möglichkeit ein ruhigeres Plätzchen suchen."
(Fortsetzung folgt.)
Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat, ist hln- aerichtet worden. Lüdtke hat zwei Frauen in ihrer Wohnung m Dahlem ermordet und beraubt.
Borgeschichksfunde in ZNoselfranken.
Im mofelfränkischen Raum wurden reiche vorgeschichtliche Funde gemacht. Es handelt sich vor allem um 14 eiserne 'Spitzbarren von etwa vier bis sieben Pfund Gewicht, die in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitwende weithin, gehandelt wurden. Während dieser- Fund bei Bruscheib gemacht wurde, fand man bei Koblenz einen schön verzierten Becher, der aus der jüngeren Steinzeit, etwa 2000 Jahre v. d. Z., stammt. Endlich wurde in Rübenach bei Koblenz ein Friedhof ausgegraben aus der Zeit, da die Franken die Herrschaft der Römer
Ballons.
Hat sie die wunderbaren Kostüme schon gesehen? Sie sieht mehr ausgewogen als angezogene Frauen, von den vielen heißen halbnackten Menschenleibern steigt ein beklemmender Brodem auf, mischt sich mit dem Duft von Parfüm und Puder und welkenden Blumen, mit dem Geruch von Staub, Schminke, Wein und Leimfarbe.
Vor dem Podium in dem blauen Saal, wo Gerd sie hinschleppt, herrscht ein beängstigendes Gedränge. Sie werden fo eingekeilt in die Menschenmenge, daß sie keinen Schritt vor oder zurück können. Der Raum ist noch dämmeriger als die anderen, alle Scheinwerfer sind grell auf das Podium gerichtet, und bg tgnzt eine Frau. Kann sein, daß diese Fray.
men feien.
Heberhaupt, wie arm ist unser Hochdeutsch, das nur von zwei Ochsen, zwei Kühen und zwei Kälbern redet, während bas Oberhessische zwee, zwie und zwo auseinanderhält! Ebenso kennt bas Schrift- beutsch auch nur eine Form von Fenster, nämlich: bas Fenster, bie Fenster. Ohne Fürwort hingeschrieben, weiß man gar nicht, ist es nun bloß eins ober sind es mehrere. Das Oberhefsische aber sagt in der Mehrzahl Fensterer; ist das nicht hübsch? Ebenso schön finde ich die Verstärkung von Jahr zu Jährende, wobei bie Länge biefer Zeit durch ganz starke Betonung der Endsilbe so recht zu Gemitte geführt wirb. Die Hamburger sagen bas ähnlich: §rau Pumeier fragt Frau Pingel: „Sinb Sie auch in Theater abonniert?" „Ich?" „Seit Jahrenden — kuck schon gaanich mehr hin!" „Macht naut , sagt der Oberhesse, was diesem Volksstamm schon im Weltkrieg den Beinamey „Die Nauter" einge- tragen hat.
Als ich erst kurze Zeit in Gießen war, bekam ich einmal auf eine Frage bie Antwort: „paaren dreißig". Ich wollte nicht noch einmal fragen, paaren dreißig, überlegte ich, paaren dreißig? Ich stolperte noch öfters darüber: paaren zwanzig kostete ein Kleid, paaren sechzig Pfirsiche wurden geerntet, bis mir klar wurde, daß dies paaren einige bedeutet.
Wie schön sind alle unsere Mundarten mit ihren Eigentümlichkeiten! Freuen wir uns daran. Helmut tut es auch. Er hat von seinen Kameraden ein „pfunzes" Oberhessisch gelernt. Als ihm eines Tages
Hause nahegelegt wird, doch hochdeutsch zu reden, sagt er entrüstet: „Warum hat denn der hebe Gott die oberhessische Sprache geschaffen, wenn man sie bann nicht sprechen soll?" E- L. St.
Für unsere Verwundeten.
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
19. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Verzeihung!" murmelte er, da er gegen eine
her um: „Concha!" lagt er freudig überrascht. „Das ift L" Ä* t-" C3t)re5 buntkn Augen W A“ ^Dat wieher ,d°. Z°rtt re.zoM Lächeln. „Viel besser als es mir bamak gmg. tt« haben mir Glück gebracht Detlev! !
aft an Sie gedacht, weil ich Ihnen gern .irnnre gesagt hätte. Ich gebe jetzt Stunden .ergabtJ.e hastig, mit einem saft kindlichen Elser. Djel
ganz schön damit, und überhaupt, es s besser g worden, und das verdanke 'ch «»"«■, „Ich bin mir zwar nicht bewugt ^ Etwas ver legen und mit einem leichten Schmunzeln 3ua Detlev Nehl die Achseln. Ich hab
viel dazu getan, aber es ist >a immerhin angenehm ^„EiThaben sehr viel dazu getan!" versi^sie mit plötzlichem Ernst. „Sie wissen ja nicht, , , zweifelt ichwar. Ich wäre zu allemi fabtg S ' $ Zu allem! Unb nach dem Abend mit Ihnen ) derholen: nur, ich bin nicht fl^ter ßau dnem „Das habe ich gleich geiehen. Si Dielleicht nacydenklichen verständnisvollen ^lick. » mir kann ich Ihnen etwas zuruckgeben, - gegeben haben. Ein bißchen Freud. , - möchte
leben. Sie sind so gut zu mir gewesen. m J auch gut sein zu Ihnen."
„Katta tanzt!" sagt Gerd mit strahlenden Augen -unb glühenden Wangen. Durch das Gewühl von Menschen drängt er sich zu Irmela durch und packt sie am Arm. „Kommt, ihr müßt mit! Hinten im blauen Saal tanzt Katta Serena! Das mußt du dir unbedingt ansehen! Du kennst sie überhaupt gar nicht, glaub' ich? Das ist ein unentschuldbarer Mangel an Bildung." — Irmela läßt sich mit fortziehen. Sie sieht sich nur mit einem Lächeln um, ob Albrecht ihnen auch folgt. Sie fühlt sich nicht sehr wohl in dem Getriebe. Das bunte Dämmerlicht, das vielfarbige Geglitzer macht sie schwindlig die heiße raucherfüllte Luft benimmt ihr den Atem. Fünf Kapellen sind da, unb sie möchte gern vier von ben fünf zum Schweigen bringen, unb am liebsten bie fünfte auch noch. Währenb der Rhythmus ber einen ihr noch in den Ohren gellt, überfällt sie schon das Gedröhn ber andern. Es ist keine Musik mehr, es ist ein wüstes Durcheinander von lärmenden Geräuschen, vermischt mit dem brodelnden Gewirr von tausend Stimmen, von schleifenden Schritten, von quäkenden Papierttornpeten, von zerknallenden
600 RM.
In dem Jahresbericht wird betont, daß der günstige Abschluß, wie in jedem Jahre, auch diesmal wieder von der Art der Organisation stark beeinflußt worden ist, denn dadurch, daß der Versiche- rungsbezirk abgegrenzt unb übersichtlich gestaltet ist, bestehen nicht die Gefahren, die größeren unb durch ihre Größe unübersichtlicheren Organisationen drohen. Von Vorteil sowohl für die Organisation als auch für die Mitglieder ist die Möglichkeit, in direktem Benehmen zwischen Mitgliedern und Versicherungsleitung bie Schadensfälle rasch und gerecht zu regulieren, da ber Boden groß gehug ist, um bei Schäden einen gerechten Ausgleich herbeizuführen und dadurch die Stabilität im Wirtschafts ab lauf der versicherten Betriebe und ber Versicherungsanstalt zu gewährleisten. Auf dieser Grundlage konnte bisher schon immer zum Besten aller Beteiligten gearbeitet werden, unb auf ihr wird auch eine weitere
Auch in heutiger Zeit ber Tradition folgend, hatten ber Bauerfche Gesangverein und der Gesangverein „Liederkranz" ihre Mit- glieber und bie Freunde des Männergesanges zu einem Konzert in ter Aula der Universität emge- laten. Das Bekenntnis zum Wirken bestätigte ben Geist, ber in unfern Männerchören lebt Trotz der vielen Hemmnisse, die den Gesangsübungen entgegenstehen, hat doch eine ansehnliche Männerschar .sich für das deutsche Lied bekannt unb so eine musikalische Feierstunbe ermöglicht, die in jedem, der ihr beiwohnen konnte, noch lange nachklingen wird. Wie sehr man damit dem Verlangen aufnahme- freudiger Hörer entgegengekommen war, bewies ber starke Besuch.
Eine große Zahl der aktiven Sänger ist zur Zeit höherem Rufe gefolgt, und bennoch war es erfreulich zu beobachten, mit welcher Hingabe ein jeder zu seinem Teil am Werden mitwirkte. Dann aber gewann das Ganze dadurch an weiterer Ausdrucksmöglichkeit und Vielseitigkeit, daß die jüngste Generation mit hinzugezogen und so die Bildung eines gemischten Chores ermöglicht wurde. Der K n a - benchor der Lang emarckschule trug so zum Gelingen mit bet
Es war wie ein Symbol, daß in dem Eross- nungschor („Auf der Andacht Flügel" aus der Oper „Cost fan tutte" von Mozart) die Knabenstimmen begannen unb die Männerstimmen sich bann mit ihnen zu gemeinsamem Klange vereinigten. Beethovens ,Die Himmel rühmen" ließ den Klangkörper sich zu machtvollem Ausmaß und sttahlender Kraft erheben. Hier Zeigte sich, welcher dynamischen Schat- tierungen der gemischte Chor fähig ist; an der Stelle „wer trägt der Himmel unzählbare Sterne" zeichnete sich ter Sopran leuchtend ab; in großer Steigerung erhob sich der Schluß.
Ganz besonderer Eindruck ging von den Schlutz- chören ber Vortragsfolge aus. Das alte Volkslied „„Der Gutzgauch auf dem Zaune saß" ist durch ben Meister des Vokalzeitalters L. Lemblin zu einem anmutigen Stimmungsbild überliefert worden; die Melodie behandelt er als cantus firmus, unb das
ganze Klanggebäude läßt er von dem Kuckucksruf ber Sopranstimmen.durchziehen. Auch diesmal entfaltete oieser Satz seine vollen Reize, zumal in dem llusschwingen des Schlusses mit seinem entschwindenden „Kuckuck". Dieser Ehorsatz wurde in der Ein- richtung durch Carl Thiel gebracht, einem ber gründlichsten und umfassendsten Kenner mittelalterlicher Vokalmusik, der nicht nur mit seinem Madri- gald)or’an der Berliner Hochschule in den verflossenen Jahrzehnten Vorbildliches geleistet hat, sondern der Pflege der ^-cappella-Vokalmusik Anregunaen gegeben hat, die sich bis in unsere heutige Zeit fruchtbringend auswirken. In ber meisterlich klaren und doch eiUfachen Bearbeitung des Volksliedes „Säger unb Nixe" bestätigte sich die Durchschlagskraft Thielscher Satzkunst. Die Frische,,mit der sie der Chor oortrug, war zündend und rief das Verlangen nach ber Wiederholung wach.
Der Männerchor an sich erwies in dem „Wschied" von A. Kirchl Weichheit des Klanges und gefühlsgetragene Nachgiebigkeit. Das „Siavonifche Ständchen" von JünAt ist ganz aus dem Klang der Gitarre geboren; in feiner Pointierung und schöner Bindung brachte es ber Chor zum Vortrag. Silchers „Steh ich in finstrer Mitternacht" fand sein Gegenstück in dem „Abendlied einer Flak-Batterie im Westen", Wort und Weise von P. Schmitts. Die Bearbeitung von H. B l a ß^ließ die Mittelstimmen wirkungsvoll heraustreten.
Durch diese Chorgaben hat sich H. Blaß den Dank ■aller Hörer errungen. Mit zwei Arien von Mozart („Dies Biürnis" aus der „Zauberflöte" unb „Der Odem ber Liede" aus „Cosi fan tutte") und Liedern von Schubert und Brahms schaltete sich Heinrich D i e t r i ch mit frischer Stimme ein und gab so dem musikalischen Erleben Ruhepunkt und mannigfache Abwechselung. Am Flügel waltete hier mit Anpassung H. Blaß. Die Begleitung der Eingangschöre hatte Studienrat Dr. Arnold übernommen.
Der zahlreiche Hörerkreis erlebte das Ganze sichtbar innerlich mit. Dafür zeugte der freudige Beifall.
Unter Leitung des stellv. Aufsichtsratsvorsitzers Bauer Ludwig Hofmann V. (Lollar) hielt die Obethesifche Diehversicherungsanftalt auf Gegenseitigkeit am Samstagnachmittag im „Burghof" in Gießen ihre Hauptversammlung ab. Den Jahresbericht für das 97. Geschäftsjahr 1941 erstattete Direktor Dr. v a n B e n t h e i m. Dem Bericht entnehmen
wir u. a. folgendes:
Der Geschäftsgang der Oberhessischen Viehoer- sicherungsanstalt ist auch im Geschäftsjahr 1941 sehr günstig gewesen, so daß den Mitgliedern eine Gesamtsumme von 31 830,19 RM. an unverbrauchter Prämie zurückgezahlt werden kann. Das Versicherungskapital erreichte eine Höhe von 4 339 290 RM. aus dem Mitgliedergeschäft und 5102 729 RM. aus dem Nichtmitgliedergeschäft. Sowohl die Tierlebensversicherung, als auch das Nichtmitgliedergeschäft erfuhren eine Steigerung ber Prämieneinnahme. Das GeMftsgebiet hat sich über den früheren Freistaat Hessen und 26 angrenzende Kreise erstreckt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind 132 Viehbesitzer neu eingetreten, 33 erklärten ihren Austritt, 6 wurden ausgeschlossen. Die Prämieneinnahme in der Mitgliederversicherung belief sich im Jahre 1941 auf 186 598,40 RM. (gegen 170 528,10 RM. im Jahre 1940), in der Nichtmitgliederversicherung auf 70166,39 RM. (59 942,68 RM.). Die Nettoschäden beliefen sich in der Mitgliederversicherung im Jahre 1941 bei 227 Fällen auf 106 041,02 RM. bzw. m 15 Fällen auf 1870 RM. (1940: 254 Fälle mit 113 733,38 RM. bzw. 27 Fälle mit 3805 RM); in der Nichtmitgliederversicherung im Jahre 1941 bei
Unwillkürlich sieht er auf die Hhr. Die Vorstellung ist zu Ende, jetzt ist das Fest sicher in vollem Gange, und Katta tanzt.


