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getrieben hatten und die auch jetzt in Frankreich noch nicht aus der Atmosphäre des öffentlichen und vor allem des militärischen Lebens verschwunden sind. Datz französische Generale und Admirale deutschen Stellen gegen­über ihre Ehrenworte gebrochen haben und zwar zahllose Male ist an sich bedauerlich. Datz Sie, Herr Marschall, aber zu­geben müssen, datz selbst Ihnen gegen­über solche Generale, Admirale und Offiziere den Treueid verletzten, zwingt mich zu der Erkenntnis, datz Abmachungen mit diesen Elementen' völlig zwecklos sind. .

Ich übermittle Ihnen nun anlieynb die Beweise, datz seit dem Einmarsch am 11.11.42 erneut feierliche Versicherungen ab­gegeben worden sind, und zwar in Gestalt von ehrenwörtlichen Erklärungen, die man durch die nun aufgedeckten Befehle noch am gleichen Tage wieder gebrochen hat. Es steht fest, datz der Admiral durch seine Versicherung, die fran­zösische Marine würde in Toulon gegen jeden feindlichen Angriff kämpfen, Deutschland und Italien abermals getäuscht hat. Denn wäh­rend er am |1. Jlooember diese Erklärung ab­gegeben hatte, ging bereits am 12. November ein Befehl hinaus, gegen eine' eventuelle Lan­dung englischer und amerikanischer Streitkräste unter feinen Umständen zu schießen. Zahlreiche andere Uebertretungen der Waffenstillstands­verpflichtungen sind unterdes aufgedeckt worden. Ich darf Ihnen, Herr Marschall, nun daraufhin folgendes zur Kenntnis bringen:

1. Ich bin mir bemüht, daß Sie persönlich, Herr Marschall, an diesen Dingen keinen Anteil haben und daher am schwersten darunter leiden werden.

2. Ich habe die Interessen eines Volkes zu oer* treten, dem der Krieg aufgezwungen wurde, und das verpflichtet ist, um seiner Selbsterhaltung willen gegen jene zu kämpfen, die diesen Krieg veranlaßten, und die ihn heute weiterführen, und zwar weiterführen mit dem Ziel einer Vernich« t u n g ganz Europas im Dienst einer europä­ischen, teils außereuropäischen jüdisch-angelsächsischen Cl'que.

3. Ich bin gezwungen, diesen Krieg endlich w e i« terzu führen im Namen jener Millionen Men­schen nicht nur meines eigenen Volkes, die sich aus dem Druck einer kapitalistischen rücksichtslosen Aus­plünderung befreit haben und nicht gewollt sind, für alle Zeiten das Opfer nicht nur einer internationalen Ausplünderung, sondern der endgültigen Vernich­tung ihres Volkstums zu werden.

4. Das deutsche Volk, in dessen Namen ich Ihnen, Herr Marschall, diese Erklärung abgebe, hat keinen Hatz gegen bas französische. Aber ich bin als sein Führer und Vertreter entschlossen, unter feinen Umständen durch die Duldung von Manivula- lionen jener Elemente, die diesen entsetzlichen Krieg verursachten, Deutschland und darüber hinaus ganz Europa einem Chaos auszuliefern. Ich werde daher gegen jene Einrichtungen und vor allem jene Versonen Stellung nehmen, die zwischen dem französtschen und dem deutschen Dolf auch In der 5ufunft jede Zusammenarbeit verbindern wol­len, die schon einst mit der schweren Blutschuld des Ausbruchs des Krieges beladen, jetzt anscheinend zmn zweiten Male ibre Stunde für gekommen er­achten, im Süden Europa» ein Linfatlslor für Einbrüche auherkonfinentaler Mächte zu schaffen.

5. Ich habe deshalb nunmehr nach der Kenntnis der neuen Ehrenwortbrüche französischer Offiziere, Generale und Admirale durch die nunmehr bewie­sene Absicht, den englisch-jüdischen Krieasverbre- chern auch Frankreich, ähnlich wie Nordafrika, zu öffnen, den Befehl gegeben, Toulon so­fort zu besehen, die Schiffe am Aus­fahren zu verhindern oder sie zu ver­nichten und leben widerstand, wenn notwendig, mit äußerster Gewalt zu brechen. Ls ist dies kein Kampf gegen ehrttebende französische Offiziere oder Soldaten, sondern aegen jene Kriegsverbrecher, denen auch jetzt noch nicht genug Blut geflossen ist, sondern die unentwegt nach neuen Möglichkeiten der Fortdauer und der Erweiterung diefer Katastrophe ausspähen. Ich habe deshalb den Befehl gegeben, alle jene Einheiten der französischen Wehrmacht zu demobilisieren, die, ent­gegen den Befehlen der einen en französischen Re­gierung verhetzt und zum aktiven widerstand gegen Deutschland aufgeputscht werden.

[ 6. Auch diese Maßnahmen, zu denen mich nur bas treulose Verhalten Ihrer Admirale und Gene» vale gezwungen hat, richten sich wie schon er­wähnt nicht gegen Frankreich oder den französischen Soldaten als solchen. Es ist meine aufrichtige Hoffnung und ich* weih mich darin einig mit der Auffassuna meines Verbündeten, daß es möglich fein muß, dem französischen Staat wieder eine Wehrmacht zu geben, deren Offiziere wenigstens dem eigenen Staatsoberhaupte gegen­über gehorsam sind und damit die Gewähr bieten für den Abschluß irgendwelcher zwischenstaatlichen Abmachungen und Verträge. So schmerzlich das im Augenolick für Sie, Herr Marschall, fein mag, fo beruhigend und entlastend wird aber doch die Er­kenntnis wirken, daß ein Staat ohne eine diszipli­nierte und gehorsame Wehrmacht auf die Dauer undenkbar ist. Und daß deshalb der Neuaufbau einer Ihnen, Herr Marschall, selbst im blinden Ge­horsam ergebenen Marine, Armee und Luftwaffe nicht nur kein Unglück, sondern im Gegenteil Gluck für Frankreich sein wird.

Ich möchte endlich aber diesen Brief nicht schlie­ßen, ohne Ihnen erneut zu versichern, daß dieser mir aufgezwungene Schritt nicyt im geringsten meinen Willen zur Zusammenarbeit mit Frankreich schmälert, sondern wahrschein­lich erst die Voraussetzung für die praktische

Verwirklichung schafft. Es ist weiter mein unbeirr­barer Entschluß, Frankreich bei der Rückgewin. n u n g der ihm trotz aller gegenteiligen Behaup­tungen von den Angelsachsen geraubten kolonialen Gebiete zu helfen, und zwar mit allen Mitteln, die dem Reiche zur Verfügung stehen. Es war weder die deutsche noch die italienische Absicht, das fran­zösische Kolonialreich au zerstören oder zu vernichten. _(£s liegt nun in den Händen der französischen Staatsgewalt selbst, die unumgänglich notwendig gewordenen deutschen Maßnahmen so aufzunehmen, daß dadurch kein weiteres Blutvergießen entsteht, sondern daß sich endlich die Voraussetzungen für eine wirklich erfolgreiche, allen Tellen nützliche Zu­sammenarbeit ergeben. Feldmarschall von Rund- sted t ist, insoweit es sich um die deutsche Aktion bandelt, befugt, alle notwendigen Anordnungen und Abmachungen zu tref'en und wird Ihnen selbst, Herr Marschall, jederzeit zur Verfügung stehen.

Ich schließe diesen Brief mit der Hoffnung, daß damit nun eine Zusammenarbeit eingeleiiet wird, von der wir von feiten Frankreichs nichts anderes erwarten als Einsicht in das Wesen des gemein­samen Schicksals Europas und Loyalität.

Nehmen Sie, Herr Marschall, die Empfindung meiner persönlichen Verehrung entgegen.

Ihr Adolf Hitler.

Churchill als Schrittmacher des Bolschewismus.

Der ehemalige Bolschewistenfresfer Churchill hat durch feinen Vertrag mit Moskau kaltblütig das ganze europäische Festland dem Bolschewismus und dessen irtfernalifdjem Haß gegen Kultur, Wohlfahrt und Geistigkett preisgegeben in der mehr als egpifti« schen Hoffnung, daß dadurch England vor seinem verdienten Schicksal vielleicht gerettet werden könne. Unserem Afrikakorps fiel vor kurzem eine Instruk­tion für das englische Offizierskorps in Nordafrika in die Hände. Darin wird ausgefuhrt: ,/Bide Offi­ziere und Mannschaften, die in instinktiver Verab­scheuung des Kommunismus erzogen worden sind, empfinden zweifellos Verwunderung und Mißfallen darüber, daß das Britische Reich zum Verbündeien des bolschewistischen Rußland geworden ist. Denjeni- aen, die in dieser Hinsicht Unbehagen empfinden,, soll gesagt werden: Es liegen keine triftigen Gründe zu der Annahme vor, datz ein gemeinsamer anglo- bolschewistischer Sieg über Deutschland zum Aus­bruch des Kommunismus sichren wird. Es befiehl vielmehr die Wahrscheinlichkeit, daß sich das russische Volk nach Durchführung eines erfolgreichen Krieges von biejen hassenswerten Grundsätzen, in deren Bann es in der Verzweiflung nach einer militäri­schen Niederlage geriet, ab sondern wird. Aber selb st wenn di« Deutschen als Folge eines sow­jetischen Sieges Kommunisten werden sollten, wären sie als eine Gruppe bolschewistischer Repu­bliken eine geringere Gefahr für Frieden urtb Freiheit als sie es unter der Regierung Fried- i richs des Großen, Bismarcks, Wilhelms II. und Adolf Hillers waren. 1919, als die Befürchtung ausgesprochen wurde, daß Deutschland bolschewistisch werden könnte, falls ihm zu strenge Bedingungen auferlegt würden, schrieb HeMorning Post" ; laßt es bolschewistisch werden.

Der englische Egoismus gibt auch diesmal also kaltschnäuzig Europa dem Bolschewismus preis, um sich selbst zu retten. Dafür sind weitere Angaben dieses Dokumentes bezeichnend. In Punkt 2 der In-' ftruftion wird versucht, den englischen Offizieren klarzumachen, daß der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg eine wichtige Entlastung für Eng­land dargestellt habe.Jede Bombe, die auf ein sowjetisches Dorf fällt, ist eine weniger auf London, Malta oder Tobruk. Jeder Tank, der an der Ostfront eingesetzt ist, ist einer weniger , in der westlichen Wüste oder für einen deutschen Angriff." In dem letzten Punkt der Instruktion wirb in typisch Churchillschem Zynismus festgestellt: Wenn keiner dieser Gesichtspunkte den besorgten Antikommunisten einen Trost bringt, so mögen sie sich mit dem englischen Sprichwort trösten: ^Ieder Prügel ist recht, um damit einen schmutzigen Hund zu^ schlagen/" Wahrlich ein Machwerk, das sich den früheren britischen Verbrechen würdig anreiht. Eins Jnstruktton Churchills für Europa, wie sie über­zeugender nicht dargebracht werden konnte. Sie wirb die Schläge der Ächsentruppen um so erbitterter machen, um diesen schmutzigen Feind Europas zu schlagen.

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beitem, die durch besonderen kriegswirtschaftlichen Einsatz erholungsbedürftig wurden. Gelegenhell zur vollen Wiederherstellung ihrer Schaffenskraft ge­boten worden ist. Die B e triebsfportgemein« schäften sind auf über 23 000 angewachsen, gegen­über 14 000 im Jahre 1938.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dankte den Künstlerinnen und Künstlern, die den deutschen Menschen in den Betrieben und den Soldaten an allen Fronten Freude und Erholung brachten. Hin- ter den Zahlen des Leistungsberi^tes stehe eins Menae Denken, Rechnen, Organisieren und künst­lerischer Arbeit. Wir haben den Arbeiter aus der gesellschafllichen Degradierung auch dadurch her- ausgehoben, daß wir ihm überKdF." die Kultur- Güter der Ration vermittelten. An die Kritiker von KdF." gewandt, erklärte Dr.Ley: BÄenken Sie, . daß das Werk geschaffen wurde, um dem Menschen Erholung zu bereiten, ihm über die Erholung Kul­turgüter zu erschließen und ihn schließlich zum Ver­ständnis der höheren kulturellen Werte zu erziehen. Heute gebe es nichts anderes, als die Kraft der Ra­tion zu erhalten und zu steigern, den Menschen zu begeistern und ihm die seelischen, moralischen und körperlichen Kräfte zum Durchhalten zu geben. Das werdeKdF." auf ihren Gebieten tun.

Das zeigte das Reichsballett der RSG.Kraft durch Freude" eine romantische Ballade nach Nie- lobten von Franz Liszt, von Derra de Moroda choreographisch gestaltet. Der zweite Akt vonTann- Hauser in der Inszenierung von Heinz Tietjen und unter der musikalischen Leitung von Iohs. Schüler beschloß die Feierstunde.

In erbitterten Abwehrkämpsen alle Angriffe zurückgeschlagen.

Berlin, 27. Rov. (DNB.) Südwestlich Kalinin und im Raum um Toropez stan­den unsere Truppen am 26.11. weiterhin in er­bitterten Kämpfen gegen die mit starken Infanterie- und Panzerkräften angreifenden Bolsche- roiften. Rach dem beim OKW. vorliegenden Mel­dungen wurden die Angriffe an allen Front­abschnitten zurückgeschlagen, obwohl die Bolschewisten chre Panzermassen rücksichtslos ein­setzten. Oertliche Einbrüche konnten in Gegenangriffen ab geriegelt oder her ei- n i g t werden. Dabei stieß eine unserer Panzer­divisionen gegen die Flanke einer Einbruchstelle vor und schnitt die eingebrochenen Kräfte ab. Die K feindliche Kampfgruppe zerbrach unter der

t des Gegenstoßes. Allein an dieser Stelle verloren die Bolschewisten 34 Panzerkampfwagen.

Äry gleichen Frontabschnitt hatten vor einiger Zeit unsere Grenadiere gegen zehnfache Uebermacht zu kämpfen, als mehrere sowjetische Schützendivisionen und Panzerbrigaden die Hügel- stellungen der deutschen Divisionen angriffen. Den Bolschewisten gelang vorübergehend der Einbruch. Aber Artillerie legte sofort dichtes Sperrfeuer auf die Einbruchstelle. Gleichzeitig nahmen weitere Batterien den Feuerkampf gegen die vorrollenben Panzer auf, während die Reserven mit Unter­stützung einiger Geschütze, die über Kimme und Korn in die dichten "feindlichen Angriffswellen hinein- feuerten, den bolschewistischen Vorstoß zum Stehen brachten. Der Sperrieael hielt auch stand, als er vom Feind mit dem Feuer von 40 Batterien, und 20 Salvengeschützen belegt wurde. Mehrere Stunden lang versuchte der Feind ver- geblich, die Mderstandsllnie zu durchbrechen. Statt- dessen gewann derslankierendeingesetzte Gegenstoß ftänfrtg an Boden, bis die Haupt-

kampfstellung in ihrer ganzen Tiefe wiederher- g e st e l l t und die eingesickerten Bolschewisten auf- gerieben waren. Bei diesem Kampf wurden zehn Panzer zerschossen. Insgesamt mußten die Bolsche­wisten ihre vergeblichen Durchbruchsversuche am 26.11. außer mit besonders schweren Menschenver- lüsten noch mit 192 vernichteten Panzerkamp swagen bezahlen.

Im Wolga Dongebiet brachen am 26.11. an dem entschlossenen Widerstand der deutschen und rumänischen Truppen alle Infanterie- und Panzer­angriffe des Feindes zusammen. Es hat den An­schein, als ob die Bolschewisten die Uebersicht über die sich in zahlreiche Einzelkämpfe auflösenden An­griffsoperationen verloren haben. Der Feind hatte daher bei erfolgreichen deutschen Gegenstößen emp­findliche Verluste. Als unsere Panzer in den frühen Morgenstunden vorstießen, gelang es ihnen, motori­sierte Kolonnen mit verladener Infanterie, die von 40 Panzern begleitet waren, zum Kampf zu stellen und 23 Panzerkampfwagen und zahlreiche Kraft­fahrzeuge zu vernichten.

Gefechte rnitvorfühlen^en feindlichen Kräften im tunesischen Raum.

Berltn, 27.Rov. (DRB.) Im tunesischen Raum kam es am 26.11. i m G e b i e t d e r M e d j e r d a - berge zu Gefechten zwischen deutsch-italienischen Sicherungen und den vorfühlenden feindlichen Kräf­ten. Die sich vorsichtig nach Osten und Norden vor- schiebenden britisch-amerikanischen Einheiten hatten durch wirksame Angriffe der deutsch-italienischen Luftwaffe erhebliche Ausfälle. Artilleriestellungen und Flakbatterien des Feindes wurden ebenfalls bombardiert.

Neun JahreKraft durch Freude".

Berlin, 27. Rov. (DRB.) Aus Anlaß des 9. Jahrestages, der NSG.Straft durch Freude" sand in der Staatoper am Königsplatz für die Sol­daten und Rüstungsarbeiter ein Festakt statt, zu dem sich auch Vertreter aus Partei, Staat und Wehr- macht eingefunden hatten. Dabei erstattete Ober- dicnstleiter Dr. L a f f e r e n tz den Leistungsbericht, bei dem er ausführte, daß mitten im härtesten Schicksalskampf die NSG.Kraft durch Freude" im vergangenen Jahr im Osten 40 Hauptbezlrks- und Bezirksstellen neu eingerichtet und damit an öer Ostfront das Netz der Organisation von Lapp­land bis zum Rande des Kaukasus gespannt hat. Unsere Programme sind wohl ausgewogen zwischen schwerer und leichter Muse. Auch im heiteren Teil verlangen wir erste Qualität und sind Feinde jeder Minderwertigkeit und Schlüpfrigkeit der Pro- grammgestalttmg. Sogenannte Künstler, die nur derartige Dinge zu bieten wissen, gehören nicht an die Front, sondern die allerbesten deutschen Künstler gehören an die schwerste Front! Meldet euch also aus eigener Initiative für diesen Einsatz!

Nach dem Dr. Lafferentz die Bayreuther Kriegs­

festspiele als Höhepunkt der KdF.-Betteuungsarbeit gewürdigt hatte, wies er auf die vielgestaltigen Auf­gaben der NSG.Kraft durch Freude" auf zivilem Sektor hin. Im Berichtsjahr wurden rund 142 000 kulturelle Veranstaltungen aller Art durchgeführt. Unsere Laienspiele, Tanz- und Musikgemeinschaften treten immer mehr an die Stelle der Berufskünst- ler, die vor unseren Soldaten spielen müssen. Unser Dolksbildungswerk haben über 15 Mil- Honen besucht, gegenüber 8 Millionen im letzten Friedensjahr. Vorträge aller Art, Arbeitsabende vermitteln die kulturelle Weiterbildung. Daneben wurden Volksbildungsabende, Taaungen und Feier­stunden durchgeführt und die Dolkshildungsarbeit auf dem Lande gepflegt. Das AmtSchönheit £e r r beit" hat seine Forderungen hinsichtlich der Gestaltung der Arbeitsplätze, der Schaffung von Betriebsküchen, Speisesälen, Wasch- und Umtteide- räumen in Betrieben mit den Forderungen, die die Rohswfflage stellt, in Einklang gebracht. Unser Amt Reisen und Urlaub" hat den Neuaufbau des Neichserholunaswerkes übernommen und die Vor- aussetzungen dafür geschaffen, daß denjenigen Ar-

Dec große Irrtum,

Roman von Meta vrlr.

12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Auf dem schmalen Korridor, der zu den Garde­roben der Künstler führt, ist ein lebhaftes Kommen und Gehen. Als Ludwig Rautenberg sich zu dem Raum der Jasi begibt, tritt eben die Garderobiere aus der Tür, öffnet diese sogleich wieder und läßt den Herrn eintreten/

Die Tänzerin liegt ausruhend und bereits abge­schminkt auf der Couch, ganz eingehüllt in einen weißen flauschigen Mantel. Sie hebt bas zarte, dunkle Gesicht dem Manne entgegen. Die sammet- dunklen Augen glänzen und sehen'Rautenberg zärt­lich an.

Er neigt sich über Gabrielas Hand, die klein und schmal ist wie die fianb eines Kindes.Wundervoll war dein Tanz wieder, Gabriela!"

3a? Aber du kamst heute sehr spät"

Ihre Stimme hat einen milden, verschleierten Klang.

Verzech", sagt Rautenberg.

Die Tänzerin hebt abwehrend die Hand. Ihr Freund soll sich nicht entschuldigen. Jetzt ist er hier, und alles ist gut. Sie erhebt sich und läßt den weißen Mantel fallen. Darunter trägt sie ein Abend- kl«id aus Spitzen Spitzen in einem zarten Lila.

M, du bist schon fertig zauberhaft siehst du wieder aus"

Findest du?"

Sie nickt ihm zu und geht zu dem Tisch, auf dem die Blumen stehen, die Rautenberg an jedem Tage schickt. Heute sind es Veilchen, große, wunderschöne Blüten, von denen Gabriela jetzt einige an ihrem ^eid bettfDD»

cbem dieser Abende zum ae- ,f9 fit dann ihre Gläser

wie oft Io-

zu

Noch einmal geht sein Blick über das stille Haus. Dann wendet er seinen Wagen. Im Nebengarten springt ein Hund wütend bellend gegen den Garten- zaun -#

Ludwig Rautenbera fährt den Weg zurück. Sein Gesicht ist jetzt ohne Maske, denn die Leichtlebigkeit und Fröhlichkeit, die er an den mitunter recht turbu­lenten Abenden zeigt, ist ebenso eine Verhüllung seines wirklichen Gemütszustandes wie die Ablehnung und kichle Gleichgültigkeit, die er Johannes gegen­über wahrt. Allerdings mag es sein, daß Johannes sich nicht täuschen läßt

Ein Gedanke kommt. Merkwürdig, wie oft Hannes es für nötig halt, Käte und das Kind besuchen

2In einem läge Mitte Dezember führt Helen« ^r Stotrnn Bergenroth llbzuholen. Nicht zu einem Wochenendbefuch wie in der vergangenen Zeit. Bergenroth hat seine alten Verpflichtungen lösen iTcnrne? sich nun ganz der Arbeit auf dem

Uhlenhof verschreiben. Helene weiß, daß er darauf brennt, mit biefer Arbeit zu beginnen. Die Um­stellungen die sie planen, greifen tief in das bis- herige Gefüge des Wirtschaftsbetriebes.

Helene sieht mit klaren Augen um sich, yhrv panbe liegen fest am Steuer. Sie ist froh und zu« frieden. Man sieht das ihrem Gesicht an, dem diö herbe Luft frische Farben gegeben hat.

(Fortsetzung folgt)

Er ist zornig über dieses Gefühl, das ihn be» orangf. Weshalb ... woher taucht das alles immer wieder auf?

hat versucht, zu vergessen. Mit Leichtsintt ' und Abkehr von allem Vergangenen. Aber immer regt sich sehr schnell Müdigkeit und Ueberdruß. Auch heute wieder bei dem Zusammensein mit der Jasi.

Sp geht es ihm immer.

2)ie Tänzerin ist eine bezaubernde Frau, aber Hm erwächst immer mehr eine hemmende Gleich- I gultlgteit. Und plötzlich weiß er ... er denkt das Sanz hell und scharf ... Helene hält ihn.

Er weiß das jetzt, empfindet es mit einem tiefen Ernst 1

Trotzdem ... nichts wird sich ändern.

Helene will unversöhnlich bleiben.

, denkt an ihre letzte Begegnung, als er vor Helenes Abreise noch einmal bei ihr war. Zornig stand sie vor ihm ... zitternd in Abwehr und Trotz.

Schlimmer vielleicht noch ... erfüllt von Hatz. \ ie abc!zenn biefer Haß noch immer in ihr m? --"och nicht einer völligen Abkehr, nicht einer Gleichguttigkeit gewichen ist...

Wo man haßt, da liebt man noch immer ...

Seme Hand faßt das Steuer fester. Der Wagen biegt in die stille Wohnstrahe Rautenbergs ein.

Der Gedanke kommt und vergeht.

Die Erinnerung an Helene ist stärker.

Rautenberg lacht auf. Wie eigentlich, grübelt er, hätte Helene sich verhalten, wenn aus der kurzen Liebe mit Käte Allert nicht das Kind erwachsen wäre?

Sie fjaben doch beide, Helene und Ludwig, oft freimütig über das Leben und die Liede gesprochen. Helene hat erkannt, hat gewußt, daß Rautenberg ein leichtlebiger Mensch ist. Ja, vielleicht liebte sie ihn gerade darum. Die Frauen kamen chm immer gern entgegen viele Frauen. Und wie gern ließ sich Helene von seiner Fröhlichkeit mitreißen von feinem heißen Werben um ihre Liede.

Sie standen kurz vor ihrer Hochzeit. Man kannte sich, unu dieses Doneinanderwissen, Erwartung und zärtliche Spannung lockte Herz und Sinne.

In Rautenberg steigt ein jähes Begehren auf, daß Helene jetzt neben chm sitzen mochte. Er denkt an die rasche, elastische Bewegung, mit der sie fo oft zu ihm in den Wagen stieg. Und brachte er sie beim ... vom Theater oder einer Festlichkeit, die fje gemeinsam besucht hatten ... legte sie wohl im Wagen ihre Arme fest um seinen Hals. Ihre Augen heiß und dunkel, und sie erwiderte leiden- jchaftlich feine Kusse.

heben und ihre Augen ineinandertauchen, empfindet die junge Frau etwas Fremdes in des Freundes Blick fo weit fort so unbeteiligt ist dieser Blick.

Der kleine rote Mund, schon halb geöffnet zu einem zärtlichen Wort, vreßt sich zusammen.

Rautenberg verabschiedet sich auch an diesem Abend früher als fönst. Als er von arbeitsreichen Tagen spricht, ruhen die langen Wimpern der Tän­zerin mit Schweren Schatten auf den Wangen. Es aibt manche Männer, die in ihrem Leben eine Rolle spielten. Niemals aber glaubt sie, ein solches Glück erlebt zu haben, wie jetzt mit Rautenberg. Ist es die große, die einzige Liebe?

Vielleicht

Aber eine solche Liede geht wohl immer unter Schmerzen zu Ende.

Als Rautenberg sich zum Abschied über ihre Hand neigt Unlust im Herzen und das Verlangen, allein- zu fein sieht er nicht die Müdigkeit und Sehnsucht im Blick der Frau

Er fährt nicht gleich in feine Wohnung, die sich in einer der stillen Nebenstraßen am Kaiserdamm befindet. Er fährt einen großen Bogen durch das westliche Berlin Wilmersdori Schmargen­dorf

Stille Straßen. In Dahlem taucht die U-Bahn neben der Straße aus ihrem unterirdischen Lauf wieder empor eine leuchtende Schlange.

Rautenberg fahrt diesen Weg wie unter einem ßmang, diesen Weg, der chn früher so oft au Helene brachte. Er fahrt ganz langsam In einem der Land- Häuser auf der anderen Seite der Straße stehen hell erleuchtete Fenster weit offen. Lachende (Stim­men klingen heraus Tanzmusik

ftauienberg biegt in eine Straße ein. Da liegt das Deseliussche Haus. Die Rolladen sind herunter- gelassen es ist ein verlassenes, totes Haus. Rau- tenberq weiß nicht, wo Helene sich jetzt befindet. Auch Bemhardine, die bis vor kurzem noch hier draußen in Dahlem war, gab vor, es nicht zu wissen. Das Fräulein ist verreist. Das war die einzige Auskunft, die er erhielt.

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