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Die Adoption
Bei einer Tagung der Fachschaft „Höhere Schu-
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Heute beginnt unser neuer JRonwn Or. Brüggers Patientin von Walter Klöpffer
sich einem jungen Mädchen gegenüber, das eine rote Handtasche an seinen Trenchcoat preßte und hörbar Luft holte. Fünf Treppen waren nicht jedermanns Sache. _ v ,
„Guten Tag", grüßte die junge Dame und sah zu. traulich zu ihm auf.
„Guten Tag, Anna, du hier?"
,,^a, ich mal nachsehen, wie es dir geht", sagte Anna Hudal leichchin, obwohl ihr jämmerlich zumute war. >
„Na, schön. Komm herein, wenn du schon mal da bist" forderte er sie auf, und es klang nicht gerade herzlich. Er führte seinen Besuch durch den kurzen Korridor und stieß die Ateliertür auf.
Als Anna Hudal auf der Schwelle sichtbar wurde, stieß die Edhofer «inen kleinen Schrei aus und griff nach einem Kleidungsstück. „Entschuldigung! Sic können dort drinnen warten, Fräulein Edhofer. Nehmen Sie Ihr Zeug mit!" Fender öffnete die Tür zu einem kleinen Kabinett, das ihm als Schlafraum diente. Die Edhofer huschte hinein. Er schloß die Tür hinter ihr und war nun mit Anna allein, die unsicher und unbehaglich dastand.
„Nun Anna?"
„Du fragst noch? Wenn Mohammed nicht zum Berge kommt —" .
„Ach so." Er zündete sich eine Zigarette an und hielt ihr die Schachtel hin. „Auch eine?"
„Nein, danke. Ich habe es nicht mehr ausgehal- ten, Kaspar. Man hört und sieht nichts von dir. Drei Wochen sind es jetzt her, daß wir uns das -letzte Mal getroffen haben", sagte sie zaudernd und zog ihren Handschuh aus. Würde er ihr nicht endlich einen Stuhl anbieten? In ihren Augen schimmerte es verdächtig.
Fender unterbrach seine Beschäftigung, kunstvolle Ringe zu blasen, und verteidigte sich. „Ich war weg, liebes Kind. „Das weißt du doch. Arbeiten. Die Ausstellung drängt. Ihr stellt euch immer vor, so ein Maler hat gar nichts zu tun."
„Und ist dir etwas gegluckt?"
, Ich fyoffc", erwiderte er leichthin.
könne.
Kunst und Wissenschaft.
Ehrungen für Bruno Brehm.
In Wien überreichte Reichsleiter von Schi rach dem Dichter Bruno Brehm zum 50. Geburtstage bas goldene Ehrenzeichen der Hitler-Jugend und würdigte die große erzieherische Mission des Dichters und seine Derdienste um die deutsche Jugend. Weiter verlieh der Reichsstatthalter an Bruno Brehm Äs ersten die neu gestiftete Prinz-Eugen-Medaille der Stadt Wien.
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Lpd. Durch Urteil des 2. Senats des Volksgerichtshofs wurden der Pfarrer a. D. und Schriftsteller Dr. Alfred Kaufmann und der Kunstmaler Heinrich Will aus Gießen wegen landesverräterischer Feindbegünstigung in Tateinheit mit Verbrechen ;egev die Verordnung über außerordentlicke Rund- unkmaßnahmen mit dem Tode und leoensläng- lickern Ehrverlust bestraft. Zwei weitere Angeklagte erhielten wegen der Teilnahme an dem Rundfunkverbrechen 6 bzw. 3 Jahre Zuchthaus, drei Mittäter aus dem gleichen Rechtsgrund unter Annahme eines leichteren Falles Gefängnis st ra« f e n voN/je 3 Jahren.
Kaufmann hörte seit Kriegsbeginn fortgesetzt die Hetznachrichten feindlicher Rundfunksender ab und zog schließlich unter besonders intensiver Mitwirkung Willsbis Februar 1942 die übrigen Mitangeklagten, die wie die Hauptangeklagten reaktionären Kreisen entstammen, in regelmäßigen Zusam-
Zwei RuMunkverbrecher zum Tode
Eine deutliche Sprache gegenüber reaktionären Kreisen.
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Mlichen Zug der Mädchenoberschule einzurichten mit dem doppelten Ziel der Erziehung zur Frau imb Mutter und der Erziehung für den künftigen Beruf. Hierbei sollten Schule und Universität mehr Rücksicht auf das Wesen der Frau nehmen. Lateinisch sollte als Pflichtfach an der Oberschule eingeführt, die Unterrichtsstunden für Chemie müßten f vermehrt werden, der Geschichtsunterricht könnte eine | Vertiefung nach dem Kulturkundlichen hin erfahren.
für die Einrichtung einer einzigen Form der Mäd- Lenoberschule auf' hauswirtschaftlicher Grundlage (statt der bisherigen Gabelung in einen Hauswirtschaft! ichen und einen sprachlichen Zweig) will der RS.-Lehrerbund sich einsetzen. Ferner wurde das Problem der Fremdsprachen an den höheren Schulen nach dem Kriege behandelt und die Beibehaltung der derzeitigen Regelung — Eng- ksch als erste, Lateinisch als zweite Fremdsprache — auch für die Zeit nach dem Kriege gewünscht. Den Tchülern müsse Gelegenheit gegeben werden, auch eine dritte Fremdsprache — Italienisch, Spanisch, Rumänisch, Französisch <— nach freier Wahl zu erlernen. Japanisch als Pflichtfach und auch die slawischen Sprachen könnten dagegen kaum eingeführt werden, da sie zu viel Schwierigkeiten böten. Es wurde auch auf die Unterrichtsschwierigkeiten hinge- wiesen, die der höheren Schule im Kriege erwachsen wären und dabei betont, daß ihr nur noch siebeneinhalb Jahre zur Verfügung stünden. Deshalb muffe alles Unwesentliche aus dem Lehrplan verschwinden, damit das Höchstmögliche geleistet werden
Aus -er Stadl Gießen.
Gesundheitsgefahren im Sommer.
Nicht nur der Winter bringt mancherlei gesundheitliche Gefahren mit sich, die den Unachtsamen bedrohen. Auch der Sommer hat die seinen, und sie wirken sich vielleicht noch stärker aus, als gerade die warme Jahreszeit zu größerer Sorglosigkeit verleitet.
Da sind zunächst die Gefahren des Wassers. Wenn auch die Jugendlichen heute wohl alle des Schwimmens kundig sind, so gibt es doch noch viele andere, die gar nicht oder wenigstens nicht sicher schwimmen. Diese sollten sich nie verlocken lassen, in Gewässern zu baden, die sie nicht sehr genau kennen oder die eine starke Strömung hohen. Gerade die Gefahren der Strömung werden häufig unterschätzt. Da aber der menschliche Körper nur um ein Geringes schwerer ist als Wasser, fängt er an zu schwimmen, wenn er mehr als zur Hälfte vom Wasser umspült wird, und nur allzu leicht wird ein nicht sicherer oder gar ein Nicht-^Schwim- mer von der Strömung erfaßt und mitgerissen. Aber auch der sichere Schwimmer ist nicht ungefährdet, wenn er bestimmte Vorsichtsmaßregeln nicht beachtet. Da ist vor allem die erste: nicht in erhitztem Zustand ins Wasser gehen, sondern erst Füße, Achselhöhlen und Nacken anfeuchten. Der Körper kann zwar verhältnismäßig hohe oder tiefe Temperaturen vertragen, aber er ist empfindlich gegen plötzliche starke Temperaturveränderungen und die damit verbundene Schockwirkung. Wie mancher Herzschlag im Wasser mag auf diesen Schock zurückgehen.
Gefährdet sind auch die Pilzläger, die ohne sich vorher genaue Kenntnisse über eßbare und giftige Pilze verschafft zu haben, sich ihre Mahlzeit aus dem Walde mit nach Hause bringen. Irgend ein allgemein gültiges Erkennungszeichen oder Prüfungsmittel zur Unterscheidung der eßbaren von giftigen Pilzen gibt es nicht. Weder die Braunfärbung bes Silberlöffels, mit dem das Pilzgericht umgerührt wird, noch die Verfärbung einer mitgekochten Zwiebel, aber auch nicht das Vorhandensein von Milchsaft ober die klebrige Beschaffenheit des Pilzhutes zeigen die Giftigkeit an. Nur die genaue Kenntnis der Unterscheidungsmerkmale zwischen eßbaren und giftigen Pilzen kann vor Schaden bewahren.
Eine ebenfalls nicht genügend beachtete gesundheitliche Gefahr des Sommers ist die Flüssigkeitsaufnahme nach dem Genuß von Obst. Unmittelbar nach dem Essen von Früchten jeder Art hüte man sich, Wasser, Milch oder andere Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Es besteht sonst die Gefahr, daß die noch unverdauten Früchte im Magen aufquellen. Heftige Schmerzen sind die Folge, die in schweren Fällen sogar zum Tode führen können.
Eine andere Gefahr droht im Hitzschlag und im Sonnenstich. Zwischen beiden, die oft verwechselt werden, bestehen grundlegende Unterschiede. Hitzschlag wird durch außerordentliche Hitze hervorgerufen und ist ein Erschöpfungszustand, während Sonnenstich auf der unmittelbaren Strahlenwirkung der Sonne beruht. Daher kann er auch im Hochge- birge trotz verhältnismäßiger Lu st kühle auf treten. Die Erscheinungen beim Betroffenen sind fast die gleichen. Herzschwäche, Rötung der Haut, Atemnot. Den Erkrankten bringt man dadurch Hilfe, daß man sie an einen schattigen Platz schafft, die Kleidung lockert, den Kopf hochlagert und Gesicht, Brust, Hände und Arme mit kühlem Wasser besprengt. In ganz schlimmen Fällen, wenn der Atem aussetzt, muß die künstliche Atmung einsetzen. Bei längeren Märschen in der Sonne soll man den Kopf unbedingt durch eine leichte, die Sonnenbestrahlung ableitende Kopfbedeckung schützen.
Von der Ludwigs-Universität Giehen.
Die Pressestelle der Ludwigs-Universität teilt uns mit:
Der Ordinarius der theoretischen Physik an unserer Universität Dk. Karl B e ch e r t hat einen ehrenvollen Ruf an die Universität Königsberg erhalten und abgelehnt. Wir geben unserer Freude Ausdruck, daß dieser ausgezeichnete Gelehrte unserer alten Universität die Treue hält und ihr weiter seine wertvolle Arbeit widmet.
Der Dozent der klassischen Philologie Dr. habil. H. O. Schröder wurde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.
Gießener wochenmarktpreife.
* Gießen, 28. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Kartoffeln, neue, Vi kg 10^ Rpf., 5 kg 1 NM., Wirsing, % kg 12 bis 14 Rpf., Weißkraut 9 bis 11, Rotkraut 25, gelbe Rüben, das Bund 15, rote Rüben 15, Römischkohl, V» kg 13, Bohnen, grün, 30, Erbsen 20, Tomaten 46, Himbeeren 46, Kir chen 40, Johannisbeeren 20 bis 24, Salatgurken 28, Blumenkohl, das Stück 40 bis 50, Salat 5 bis 10 Rpf.
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
„Nicht so steif, Menschenstind! Gelöster, ungezwungener. Und das rechte Bein eine Spur hoher, , Damit der Strumpf besser ums Knie spannt — 1°, letzt ist es gut. Herrgott, war das eine schwere Geburt'" In dieser Weise nörgelte Kaspar Fender an seinem Modell herum. Seufzend stand er an der Staffelei. Das Bild, dem das Kennwort „Vor dem • Spiegel" zugedacht war und das noch an den Anfängen stak, gefiel ihm immer weniger, je langer er es betrachtete Die Edhofer war viel zu plump für so otel Tüll und Rückenlinie. Zu der gehörten geringelte Bauernstrümpfe und ein scharlachroter Unter» wck. Ihm schwebte eine Schlanke, Biegsame vor, aber woher nehmen? „ .. „ _, .
Die Elvira Edhofer zog eine gekrankte ^schnu e und versuchte gelockerter auszusehen, „oft es jd richt?" fragte sie weinerlich - sie war nach nicht lange beim Bau. v .... .
„Ausgezeichnet ist es", höhnte Fender und lammte mit den Fingern das lange schwarze Haar.
Das Licht im Atelier war falt und machte die dinge ernüchternd deutlich. Der Kanonenofen krachte Sin Apfel bruzzelte auf feiner Platte. Fender kratzte verzweifelt mit dem Spachtel herum. In vier Wochen begann die Ausstellung und er hatte noch kein einziges Bild fertig! Mit einem Ruck wandte er sich von der Staffelei ab und wischte die Finger ai seinem fleckigen Malerkittel ab. Er war gut zc wachsen und jung, knapp vierundzwanzig, trug gewählte Kleidung und besaß ein kühnes Gesicht, btm nur wenige Frauen widerstanden. Er hatte eine ungenierte Art, sie mit seinen -dunklen Augen aozu- leuchten und brachte manche sogar zum Erraten. Plötzlich läutete die Flurklingel.
Fender legte Pinsel und Palette weg, fluchte em -ftchen, war aber im Grunde genommen froh uv er :jc Unterbrechung. Dai,in ging er öffnen. Er sah
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der aufzuheben. Die Aufhebuna ist auch wieder an strenge Bedingungen geknüpft, denn die leichtfertige Annahme an Kindesstatt muß möglichst verhindert werden. Liegen aber triftige Gründe für die Aufhebung vor, dann ist die Lösung des Verhältnisses möglich. Die Aufhebung der Adoption kann durch Vertrag zwischen dem Wahlkind und dem Annehmenden erfolgen. Sie unterliegt den gleichen Bedingungen wie der Annahmevertrag. Die Aufhebung ist aber auch durch gerichtliche Entscheidung möglich und setzt bann voraus: einen wichtigen Grund in der Person des Annehmenden oder des Wahlkindes. Die Aufrechterhaltung der Adoption darf sittlich dicht mehr gerechtfertigt erscheinen. (Beispiele: Das Wahlkind zeigt schlechte Erbanlagen» so daß eine elterliche Erziehung fraglich erscheint; oder: der sittliche Lebenswandel des Annehmenden gefährdet die Seele des Kindes). Zur Aufhebung ist ein Antrag erforderlich, der von den Beteiligten selbst oder von der Verwaltungsbehörde gestellt werden kann. Zuständig für die Aufhebung ist das gleiche Amtsgericht, das den Annahmevertrag bestätigt hat.
Die Adoption verschafft dem Wahlkind die Rechts- siellung eines ehelichen Kindes des Annehmenden. Es erhält also den Familiennamen und tritt unter die elterliche Gewalt des Annehmenden. Gleichzeitig entstehen gegenseitige Unterhaltsansprüche. Einige Besonderheiten sind noch zu merken: Das Wahlkind hat das Recht, dem Familiennamen des Annehmenden seinen eigenen Namen hinzuzusetzen. Um zu verhindern, daß die Adoption aus gewinnsüchtiger Absicht erfolgt, erwirbt der Annehmende kein Erbrecht gegen das Wahlkind, dagegen kann das Wahlkind den Annehmenden beerben. Da die Adoption eine rein persönliche Angelegenheit zwischen den Beteiligten ist, erstrecken sich oie Wirkungen des Vertrages auch nur auf die Vertragschließenden selbst. So werden die Verwandten des An- nehmenden von der Adoption nicht berührt. Der Ehegatte des Annehmenden wird nicht mit dem Kinde, der Ehegatte des Kindes nicht mit dem An- nehmenden verschwägert. Dagegen erstrecken sich die Wirkungen der Annahme auf die Abkömmlinge des Kindes, soweit sie nach der Annahme an Kindesstatt geboren werden. Auf bereits schon lebende Abkömmlinge erstreckt sich die Adoption nur dann, wenn es im Annahmevertrag ausdrücklich bestimmt wurde.
Mit der Annahme an Kindesstatt verlieren die leiblichen Eltern die Gewalt über das Kind, die un- eheliche Mutter das Recht und die Pflicht, für das Kind zu sorgen. Die vielleicht hart erscheinende Be- ftimmung hat aber ihr Gutes: Ist der Annahmeoer- trag bestätigt worden, dann soll das Verhältnis zwischen den Annehmenden und dem Wahlkind nicht mehr gestört werden können. Diese Bestimmung ist vor allem zum Schutze des Wahlkindes erlassen worden.
Wahre Kindesliebe kann durch scheinbar schwierige Bestimmungen nicht abgehalten werden, ein Kind, das seinen Vater vielleicht im Kriege verloren hat, zu adoptieren. Beide Teile sollen geschützt und das neue Verhältnis gehütet werden. Dr. Tw.
menkünften zum Abhören der Feindsender und zu den anschließenden staatsfeindlichen Diskussionen zu. Er und Will haben aus gegnerischer Einstellung zum nationalsozialistischen Staat auf die leicht beeinflußbaren Mitangeklagten einen außerordentlich unheilvollen Einfluß im Sinne der zersetzenden Feindpropaganda ausgeübt und damit im Entscheidungskampf des deutschen Volkes die Geschäfte des Gegners betrieben. Die beiden Haupttäter mußte wegen der besonderen Schwere und Gefährlichkeit des Kriegsverbrechens die härteste Strafe des Gesetzes treffen. Das Urteil möge aber auch, wie in der Hauptverhandlung heroorgehoben wurde, War- nung und Abschreckung für alle diejenigen fein, die noch in Verkennung Der Tragweite eines solchen Verhaltens bewußt oder unbewußt in gleicher Weise die Bestrebungen der verlogenen Feindpropaganda fördern und damit zum Landesverräter werden.
Sie hielt Umschau. An den Wänden die alten Sachen, die kreolische Tänzerin, Leda mit dem Schwan, die Venus von Urbino und noch ein paar Gemälde, die sie nicht übermäßig mochte. Sie stellte ihr Handtäschchen hin und griff nach dem Skizzen- buch. Leer. Nicht. Er log. Er hatte nichts geschasst, sondern hatte wieder einmal gebummelt, mit seinen Freunden, vielleicht mit diesem Carlo Punz, ober mit Frauen, die es nicht so genau nahmen. — Wie ekelhaft das alles war. Am liebsten hätte sie losgeheult, aber den Hudals sahen die Tränen nicht so locker.
„Warum belügst du mich, Kaspar?" fragte sie sanft.
„Ich habe die Bilder nicht hier. Und überhaupt, was spionierst du da herum? Ich verbitte mir das. Bin ich dir Rechenschaft schuldig? Kommt da her und macht eine Szene!" rief er aufgebracht. Heute kam sie ihm gerade recht. Heute war mit ihm nicht gut Kirschen essen. Er hatte eine verrückte Nacht Hiner sich, den Schädel voll Alkohol, er hatte Ausstellungssorgen und Aerger über diesen Schinken da, der nichts werden wollte. Warum lief sie ihm nach? Er haßte nichts mehr, als wenn Frauen, die bereits ad acta gelegt waren, ihm die Bude einrannten. „Und außerdem stehst du, daß ich zu tun habe. Ick) schätze das gar nicht, so überfallen zu werden." *
„UeberfaUen —", lachte sie zornig. „UeberfaUen nennt er das, wenn man nach drei geschlagenen Wochen mal nachsieht, weil der gnädige Herr sich totstellt. Du hast es nötig, beleidigt zu tun. Das ist bequem." Plötzlich fiel ihr ein, daß sie so nicht reden durfte. Es stand alles auf dem Spiel. Darum kämpfte sie alles Aufrührerische in sich nieder und lenkte ein. „Sei doch gut, Kaspar. Ich mache dir ja keine Vorschriften. Ich habe halt Sehnsucht gehabt, verstehst du das nicht? Ich war so allein, ich habe doch niemand als dich. Wollen wir uns wieder vertragen
Sie griff nach seiner Hand.
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Schäferstündchen!" erwiderte er grob. „Ich habe Sorgen. Sieh dir bloß das Bild an, diesen Mist! Es gelingt nicht. Na, sie schicken einem ja auch Modelle danach. Hast du die da drinnen betrachtet? Kann man so was malen? Ich brauche etwas Graziöses, mit schmalen Fesseln, anmutig, natürlich und doch pikant — du, eine Idee — laß dich mal ansehen!"
Er trat ein paar Schritte zurück und musterte sie. Dann nickte er beifällig.
„Nicht übel. Schon eher das, was mir vorschwebt. Die Fiaur ist gut, die Beine sind vorblldlich, und das Gesicht, nun, das machen wir anders. Da muß so ein leicht raffinierter Zug hinein, mein Schäf- chen. Laß mich das nur deichseln. Mit dir wird das Bild großartig, wirst sehen. Herrgott, daß mir das nicht früher eingefallen ist!" Er rannte nach Spachtel, Terpentin und Lappen, dann zu der Staffelei und wischte die Elvira Edhofer weg, die ihn nicht mehr interessierte. Daß sie im Nebenraum wartete, hatte er längst vergessen. Er war voll Betriebsamkeit und Eifer und befand sich in einem Zustand hochgestimmter Erwartung und Erlöstheit. Dann kam er zu Anna Hudal zurück.
„So, null wollen wir mal sehen, was mit dir los ist", begann er vergnügt. „Ich denke mir das so: du steyst vor dem Spiegel, Halbakt, den Kopf leicht zurückgeworfen, die rechte Handfläche im Nacken, von den Hüften ab kommen Spitzen und Tüll — ich hole dir die Sachen gleich — und jetzt zieh dich aus, wir wollen probieren."
Anna schüttelte den Kopf. Sie blickte an ihm vor-, bei, irgendwohin ins Leere.
Fender hob die Augenbrauen. „Weshalb denn nicht? Zimperlich? Sieh mal, das ist nur halb so schlimm. Du tust es ja für mich. Ich brauche doch ein Glanzstück für die Ausstellung. Vielleicht begründet das Bild meinen Ruhm. Du darfst mich nicht im Stich lassen. Horst du? Gib deinem Herzen einen Stoß und sei nett zu mir, dann bin ich auch nett. Ja?"
„Neinl" -sagte sie traurig (Forschung folgt.)
Einem Ehepaar, das in guten Verhältnissen lebt, sind Kinder versagt geblieoen. Beide Gatten sind kinderlieb und, da sie keine wirtschaftlichen Sorgen haben, wollen sie ein fremdes Kind als ihr eigenes annehmen und großziehen. In ihrem Bekannten- kreis ist niemand, der für eine Adoption (Annahme an Kindesstätt) in Frage käme. Das Ehepaar geht deshalb zum Jugendamt oder zur NSV.
Was ist hierbei zu beachten und welche Wirkungen hat die Annahme an Kindesstatt? Um einen viel verbreiteten Irrtum aus dem Wege zu räumen, sei auf folgendes hingewiesen: In der Regel wird wohl die Adoption so vollzogen, daß jemand von einem Ehepaar als gemeinschaftliches Kind angenommen wird. Das ist aber nicht Voraussetzung, denn auch ein einzelner Ehegatte (der dann allerdings das Einverständnis des anderen Ehegatten haben muß) und sogar unverheiratete Personen können jemanden ädovtieren. Es ist auch nicht Voraussetzung, daß der Angenommene noch im KinAes- alter sieht (was zumeist der Fall jein wird), der Angenommene kann selbst schon verheiratet sein.
Voraussetzungen der Annahme an Kindesstatt sind dagegen: Der Annehmende darf keine ehelichen Abkömmlinge haben. Das Vorhandensein von unehelichen Kindern und von bereits angenommenen steht nicht entgegen. Der Annehmende muß das 50. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 18 Jahre älter sein als das Kind. Von dieser Bestimmung kann das zuständige Amtsgericht 'Befreiung erteilen. In einigen Fällen ist auch noch die Einwilligung anderer Personen erforderlich. Es ist notwendig die Einwilligung des Ehegatten, wenn der Annehmende oder das Wahlkind verheiratet ist, und die Einwilligung der Elterii (bei unehelichen Kindern die Einwilligung, der Mutter), wenn das Wahlkind noch nicht 21 Jahre alt ist.
Die Annahme selbst erfolgt in einem besonderen Annahmeverfahren. Hierzu gehört insbesondere der Annahmevertrag, der unter gleichzeitiger Anwesenheit. beider Teile zwischen dem Annehmenden und dem Wahlkind vor einem Gericht ober Notar abgeschlossen wird. Ist das Wahlkind noch nicht 14 Jahre, dann wird der Vertrag durch den gesetzlichen Vertreter abgeschlossen, der wiederum der Genehmigung des Vormundschaftsgerichts bedarf. Der so abgeschlossene Annahmevertrag muß von dem Amtsgericht bestätigt werben, in dessen Bezirk der Annehmende wohnt. Bevor das Gericht die Bestätigung ausspricht, ist im Hessen die Landesregierung zu benachrichtigen, die dadurch Gelegenheit hat, sich mit dem Annehmenden in Verbindung zu setzen und etwaige Bedenken beim Amtsgericht vorzubringen. Erst mit der Rechtskraft des Bestätigungsbeschlusses ist die Adoption vollzogen. Das etwas schwerfällig anmutenbe Verfahren gibt aber die Gewähr, daß alles getan wurde, um das Wahlkind vor 'künftigen Gefahren zu schützen. Die Landesregierung wirb insbesondere prüfen, ob tatsächlich ein Elternverhältnis begründet werden soll. Sie wird die Versagung der Bestätigung veranlassen, wenn begründete Zweifel an der Lauterkeit des Zweckes bestehen (z. B. Kauf eines adligen Namens im Wege der Adoption). Weiterhin ist zu prüfen der Standpunkt der Familie des Annehmenden und ob im öffentlichen Interesse wichtige Gründe gegen die Herstellung eines Familienbandes bestehen (z. B. in eine gesunde Familie kommen minderwertige Personen ober in eine reinrassige Familie werden Fremdrassige angenommen). So betrachtet, kann das erschwerte Annahme- verfahren nur begrüßt werben.
Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, das durch die Adoption begründete Rechtsverhältnis wie«
Erziehung der Mädchen behandelt und dabei die auswirtschaftliche Form der Oberschule erörtert. Von «erschiedenen Seiten wurde nachteilig empfunden, aß die Abiturienten der hauswirtschaftlichen Form frgänzungsprüfungen auf der Universität abzulegen Men. Die. Reicksabteilungsleiterin für weibliche krzichung, Professor Dr. Rebe r-Gruber, er- Härte deshalb, daß es vorteilhafter fei, einen ein«
istolzing-Eerny als einen Mann der Feder, her licht wegzudenken ist aus der Geschichte der Par- tei, als einen Mann der deutschen Presse, auf den lese als Vorbild stolz sein kann. „Wer fein Volk ebt, zeigt es durch das Opfer, das er für fein Volk i bringen bereit ist." Von diesem Führerwort ging ^Öberlein aus, um den dornenvollen Lebensweg des Hannes äu schildern, der in feinem tiefsten Herzen ie Sehnsucht nach dem großen Reich aller Deut- chen trug und diesem Gedanken durch fein ganzes teben mit feiner ganzen Kraft diente. Zoberlein eichnete Stolzi-ng-Cerny als einen Charakter, der, bwvhl damals nichts zu verdienen war an Ansehen inib Ehre, nach jeder Gelegenheit griff, um für das ationale Großdeutschland und für den nationalen Sozialismus mit dem ganzen Mut einer wahrhaft mrnalistifchen Persönlichkeit sich einzusetzen. Im Inschluß an die Gedenkansprache legte Gauleiter Jaul Giesler den Kranz des Führers an. der Bahre ieber.
,Sturierfe(eflramm Sronf-deimaf*.
Mit dem .Kuriertelegramm Front—Heimat" ist ■ne neue schnelle Verbindungsmöglichkeit von der ront zur Heimat geschaffen worden, die dem Front« ilbaten jeden Dienstgrades in dringenden Fällen ffensteht. Das „Kuriertelegramm" soll in erster inie den in der Front eingesetzten Soldaten die Möglichkeit geben, in dringenden persönlichen Ange- genheiten ihxen Angehörigen in der Heimat eine Nachricht schneller zukommen zu lassen, als es mit er Feldpost möglich wäre, z. B. im Falle einer Ver- lunoung, einer überraschenden Beurlaubung ober oi Stellungnahme zu einer wichtigen Familien- ngelegenheit. Das „Kuriertelegramm" darf außer er Anschrift acht Worte umfassen, also z. B. „Leicht ermunbet, Lazarett Drei, bereits gute Besserung, ritz." Die Anzahl der Telegramme, die täglich ir die einzelnen Armeen zugelassen sind, ist so och bemessen, daß alle dringenden Benachrichti- ungen durchgeführt werden können. Da^ „Sturier- legramm" lauft auf Wehrmachtleitungen in jedem all bis nach Berlin und wird von dort aus als normale Feldpost weitergegeben, so daß die Gesamt- dufzeit etwa drei bis vier Tage betragen dürfte.
Oie höhere Mädchenschule.
'm? Bei einer Tagung der Fachschaft „Höhere Schul'" o- len" des NS.-Lehrevbundes wurde nach einem Be-
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