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mee, der Landwirtschaft und der Industrie im grö­ßeren Teil der Sowjetunion ist deshalb die Wolga eine Lebensader schlechthin, deren Unterbin­dung eine Katastrophe für alles, was mit der Sow­jetwirtschaft zusammenhängt, bedeuten würde.

Der einzige Mangel, der dem Mütterchen Wolga anhaftet, ist die Mündung in ein rings geschlossenes Binnenmeer. Daher auch der Plan des Wolga- Don-Kanals. Unermeßlich ist der F i s ch r e i ch t u m der Wolga, besonders in ihrem Unterlauf. Das Delta ist einer der reichsten Fischgründe der Erde, wo über hunderttausend Fischer und Fischereiarbeiter dauernd beschäftigt sind. Die jährliche Fischereipro­duktion beträgt dort eine halbe Million Tonnen. Der A st r a ch a n - K a v i a r stammt von der Be­luga genannten Stör-Art. Ein ausgewachsener Fisch liefert 1220 Kilogramm Kaviar.

Bis Nischni-Nowgorod fließt die Wolga durch kernrussisches Land. Weiter unterhalb mischen sich mit den RussenFremdvölker": Mordwinen (nahe Verwandte der Finnen), Kasansche, Tataren, Kal­mücken, Baschkiren. Bei Saratow liegt aus frucht­barem Schwarzerdeboden dieWolgadeutsche Sow­jetrepublik", die Zwangsorganisation der nach der Hungersnot von 1920/21 und nach den Terrormaß­nahmen der Bolschewisten noch übriggebliebenen deutschen Kolonisten, deren Vorfahren von Katha­rina II. ins Land gerufen wurden. Dor dem Welt- krieg zählten sie nahe an 600 000 Seelen, jetzt viel­leicht nur noch die Hälfte.

Das Landschaftsbild an der Wolga hat einen ma­jestätischen Zug durch die gewaltige Breite des Stro­mes. Auf einer Strecke von 1000 Kilometer am Mit­tel« und Unterlauf ist das rechte Ufer hoch, bis zu 200, ja 300 Meter über dem Stromspiegel, das linke, das sogenannte Wiesenufer, ist stach. Die grandiose Eintönigkeit des Ostens ist auch ein Eharakterzug der Wolga.

Oie Transsaharabahn.

Vichy, 27. Juli. (Europapreß.)Die Trans- sahara-Bahn ist der goldene Schlüssel, der die Tür der Wirklichkeit vpn morgen erschließt", heißt es in einer amtlichen französischen Broschüre, in der auch Mitteilungen über den Stand des Baues der Trans- sahara-Bahn gemocht werden. Der Bau der Teil­strecke ColornvBecharBeni Abes über Igli soll um 200 km weiter fortgeschritten sein. Gleichzeitig habe man die Verbindung mit Bou Arfa und Ce- nadza hergestellt. Im Niger-Gebiet sei die Verbin­dung KanakoSegou hergestellt. Damit seien die Phosphatschätze von Jn-Tassit erreicht worden. Der Bau vollziehe sich in drei Etappen: die algerische, die Niger- und die westafrikanische Etappe. Die erste Etappe soll sofort fertiggestellt werden. Die zweite Etappe soll in zehn Jahren den Transport von 300 000 Tonnen Baumwolle und Reis aus dem Be­wässerungsgebiet des Niger zwischen Timbuktu und Segou gestatten. Bei der dritten Etappe handelt es sich um die Herstellung eines Verkehrsnetzes, das drei- oder viermal in teilweise parallelen Strecken die Wüstengegenden des schwarzen Kontinents durch­queren wird.

Eine zweite amtliche Mitteilung behandelt den Ausbau des Verkehrsnetzes CasablancaDa- f a r über Tiznit und Atar. Vor dem Kriege hat dieses Netz militärische Bedeutung gehabt; heute dient es dazu, die Produktion des Senegal, vor allem Arachisöl, nach Frankreich zu bringen. Um­gekehrt werden pharmazeutische Artikel und Post auf diesem Wege von Frankreich nach den afrika­nischen. Kolonien befördert. Die erste Strecke von 500 km ist eine ausgezeichnete Autostrecke; das Teilstück zwischen Tiznit* und Nouakchott dagegen nur eine einfache Piste. Seit August 1940 sind ma­rokkanische Straßenarbeiter und Techniker mit der Asphaltierung beschäftigt. Die Straße soll bis Din- dorf bereits fertig sein. Schon jetzt werden auf dieser Straße in beiden Richtungen täglich 50 bis 60 Tonnen befördert. Interessant ist die Art, wie man sich über den Oel- und Benzinmangel Hinweg- Hilst. Die Lastkraftwagen werden mit Arachis- oder Palmöl gefettet. Der Treibstoff wird aus Bananen und Hirse hergestellt. Die schwere Fracht bleibt auch in Zukunft dem Schiff überlassen.

Der Berliner türkische Botschaster verlieb Berlin.

Der von der türkischen Regierung abberufene tür­kische Botschafter in Berlin, R. Huesrev Gerede, verließ die Reichshauptstadt. Zu seiner Verabschie­dung hatten sich im Auftrage des Führers Staats- mintfter Dr. Meißner sowie in Vertretung des Reichsministers des Auswärtigen Staatssekretär

Russen geschlagen hat. In dem Frecheitskampf der Türken gegen den Vertrag von Teures war Huesrev Gerede Adjutant Kemal Atatürks. Gerede trat bann in diplomatische Dienste, war Gesandter in Sofia, 'chaster in Teheran und in Tokio, ehe er nach

von Weizsäcker eingefunden. Gerede war in den entscheidenden Tagen des September 1939 nach Berlin gekommen. Er hatte den Weltkrieg als Ge­neralstabsoffizier der türkischen Armee mitgemacht.- Er war Generalstabschef der türkischen Kaukasus- Botschaster Armee gewesen, die sich hervorragend gegen die Berlin kam.

Wachsende Beunruhigung in England.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Oie Wahrheit über Woronesch

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht der Be­richt des Oberkommandos der Wehrmacht zu melden weiß, daß die Bolschewisten wieder starke Angriffe gegen den Brückenkopf W o ro n e s ch gerichtet und sich dabei blutige Abfuhren geholt haben. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, hatte man zwischen hinein von Moskau aus gemeldet, daß es den bolschewistischen Truppen gelungen sei, die Stadt Woronesch wieder zurückzuerobern, so daß sie jetzt bereits wieder in bolschewistischem Besitz sei. Deut- scherseits wurde daraufhin der eindeutige Beweis angetreten, daß diese Moskauer Behauptung auf­gelegter Schwindel fei, und daß die Stadt Woro­nesch nach wie vor von den- deutschen Truppen ge­halten werde. Daraufhin wurde es bei den Sowjets mit der Behauptung, man besäße Woronesch, wie­der still. Aber Tag für Tag müssen nunmehr die bolschewistischen Soldaten und Danzer gegen die deutschen Stellungen bei Woronesch anrennen, ohne den geringsten Erfolg zu erreichen. Die deutschen Soldaten, die diese Bastton verteidigen, wissen, welche verantwortungsvolle Aufgabe ihnen anver- traut worden ist und wieviel es darauf ankommt, daß sie feststehen. Sie sind sich klar darüber, daß ohne ihr Aushalten die großen Erfolge im großen Donbogen und bei Rostow überhaupt nicht möglich waren.

Im sowjetischen Hauptquartier kann man den brittschen Militarkorrespondenten nicht mehr länger blauen Dunst vormachen. DieDimes" schreibt, in sowjetischen Militärtreisen mache man kein Ge- heirnnis daraus, daß die Lage alarmierend ge- worden sei wie nie zuvor. Die letzten Berichte von der Front zeigten deutlich, daß der Ausgang des Krieges für die Sowjetunion besiegelt sei, wenn nicht Hilfe komme. Durch den Verlust von R o st o w und ohne die Freiheit der Seeroute sei Sowjetruß­land jetzt von seiner wichtigen Kornkammer abge­schnitten. Ohne Stalingrad wäre Zentralruß­

land von der Hauptwasserverbindung nach den Oel produzierenden Gebieten und nach dem mittleren Osten abgetrennt. DieTimes" muß zugeben, daß auch bei Woronesch und Brjansk sich immer deutlicher zeige, daß die Deutschen den Sow­jets überlegen seien. Darch ihre Offensive hät­ten die Deutschen bereits 23 v. H. des kultivierten Bodens Rußlands und 22 v. H. der Weizenanbau­fläche erobert. Wenn deutsche Truppen Stalin­grad erreicht hätten, werde etwa die Hälfte des gesamten unter Kultur stehenden Bodens der Sow­jetunion in deutscher Hand sein. Auch ,Jaily Wör­ter" weist darauf hin, daß die nächsten zehn Tage das von Timöschenko gewagte gewaltige Glücksspiel um den Besitz des Schwarzerde-Gebietes entscheiden würden.Daily^preß" wirft die Frage auf, ob die Rote Armee überhaupt in der Lage sei, einen weiteren deutschen Vormarsch aufzuhalten. Es sei erstaunlich, daß Deutschland in. der Lage sei, riesige Reserven im Osten und in Nordafrita in den Kampf zu werfen, währenddes den Alliierten bisher nicht möglich gewesen sei, die Kriegsindustrie auf die Be­dürfnisse der Schlachtfelder abzustimmen.

Kommunistische Kreise entfalten unter Ausnutzung der ihnen von den Polizeibehörden im Interesse der Beziehungen zu Moskau eingeräumten größeren Handlungsfreiheit rege Tätigkeit, um die Aufhebung des Verbotes der kornmunisttschen Tageszeitung Daily Wörter" durchzusetzen. In allen Wahlkreisen werden Abordnungen zusammengestellt, die in Stärke von etwa tausend Personen in London Zu­sammentreffen und der Regierung demonstrativ eine Bittschrift mit der Forderung nach Aufhebung des Verbotes Überreichen sollen. Auch Ppping, der Wahl- kreis Churchills, wird durch eine Delegation ver­treten sein. Eine kommunistische Massenversammlung auf dem Londoner Trafalgar-Square forderte die sofortige Errichtung einerzweiten Front". Der Vorsitzende der Dergarbeitergewerkschaft Lawthon leitete die Versammlung.

Die Neuordnung Ostasiens.

Oer japanische Ministerpräsident an Indien und Australien.

Tokio, 27.Juli. (Europapreß.) Der japanische Ministerpräsident T o j o sprach vor der japanischen Thronhilfebewegung in Osaka. Er wies darauf hin, daß in China die tschungking-chinesischen Streit­kräfte in den Provinzen Kiangsi und Tschekiang ver­nichtend geschlagen worden seien und mit der Besetzung der Tschekiang-Kiangsi-Eisenbahn die Hauptzufuhr kriegswichtiger Materialien nach Tschungking abgeschnitten worden sei. Große Gebiete in Nord- und Mittelchina seren b e f r i e d e t worden; in Südchina habe die japanische Armee dem Feinde schwere Schläge zugefügt. Im Kampf gegen Anglo-Amerika habe die japanische Wehr-» macht auch weiterhin die Initiative behalten. Tojo erinnerte an die japanischen Angriffe auf Midway und Dutch Harbour sowie Sydney und Madagas­kar. Währenddessen schreite der Ausbau der neuen Ordnung in den unter japanische Kontrolle gelang­ten Gebieten ständig fort. Die Völker der südlichen Gebiete arbeiteten mit großer Freude an den ihnen im Rahmen des Aufbaues von Großostasien gestell­ten Aufgaben. Japan werde nicht zögern, auch mit Indien zusammenzuarbeiten und es auf seinem Wege zur Freiheit zu unterstützen. Japan könne jedoch den anglo-amerikanischen Ein­fluß in Indien nicht länger dulden, denn Indien sei stets die Grundlage für das Be­stehen des britischen Reiches gewesen. Weiterhin er­klärte Tojo, er brauche nicht zu wiederholen, daß, falls Australien die Zeichen der Zeit picht ver­stehen wolle und nutzlosen Widerstand zu leisten versuche, Japan Australien ohne Erbarmen ver­nichten werde. Japan sei seines Sieges sicher. Es sei Pflicht des japanischen Volkes, die Truppen in ihrem Kampf zu unterstützen. Der Ministerpräsident

stellte ein Fünf p unkte pro gramm für die innerjapa­nische Haltung auf; Stärkung der nationalen Ein­heit; Schnelle Durchführung der notwendigen Maß­nahmen; Aufrechterhaltung des Lebensstandards; Produktionsausdehnung und Erneuerung der Er­ziehung.

Der japanische General Nobuyuki Abe, der Prä­sident des Politischen Ausschusses, beleuchtet in einer Rede in Nakanoshima die Heuchelei, mit der sich England und die USA. als Schützer der Demokratie aufspielten. In Öftesten drückten sie die meisten Na- ttonen aus einen kolonialen Status herab und küm­merten sich um das Wohlergehen der von ihnen unterdrückten und ausgebeuteten Rassen überhaupt nicht. Japan dagegen gönnt jedem Lande seinen Platz an der Sonne und mischt sich nicht in inter­nationale Porbleme ein, es will im Gegenteil dazu beitragen, Konfliktstoffe aus der Welt zu schaffen ganz im Gegensatz zu England und den USA., die nur an ihre eigenen Interessen denken ohne Rücksicht darauf, daß sie dadurch den Frieden stören.

Oer japanische Lustangriff aus Townsville.

Berlin, 27.Juli. (DNB.) Die japanische Ma­rineluftwaffe führte am 25. Juli starke Luftangriffe gegen die australischen Stützpunkte Port Dar­rn i n und Townsville, durch. In Port Darwin wurde ein 4500 BRT. großer Truppentransporter so schwer getroffen, daß er kenterte. In Baracken­vierteln wurden weitere Zerstörungen angerichtet. * In Townsville, einer bedeutenden Hafenstadt in Nordqueensland, wurden gleichfalls schwere Schäden

Sterne und Sternbilder.

Von Bruno H. Bürgel.

Wer von uns heute Lebenden vermag sich noch eine Vorstellung zu machen von den Empfindungen, mit denen vor Jahrhunderttausenden der Urmensch die ihn umgebende Natur betrachtete? Er war der tägliche Entdecker, er kannte die Empfindung der Selbstverständlichkeit nicht, mit der der blasiert ge­wordene Europäer von heute die größten Wunder und Rätsel der Natur betrachtet, oyne doch in den allermeisten Fällen eine Ahnung davon zu haben, wie denn das beschaffen ist, was er sieht, und wie cs zustande kommt. Es ist sehr interessant, daß der Gelehrte, der Fachmann, die Dinge viel weniger selbstverständlich findet als jemand, der in\ Grunde gor nichts davon kennt. Ohne Zweifel wird der Ur» zeitmenfch vielen Erscheinungen der Natur, mit Furcht und Schrecken gegenübergestanden haben, etwa schweren Gewittern, verheerenden.Stürmen, Vulkanausbrüchen, Waldbränden, Ueberschwemmun- gen, und auch in der lebendigen Welt der Tiere wird manches ihn das Grauen gelehrt haben.

Aber selbst Dinge, die wir heute kaum beachten, die jedes Kind als Alltäglichkeit ansieht, waren ihm rätselhaft und bedeutungsvoll; denken wir nur, an das Feuer, das er erst später meistern, hüten, an- fachen lernt, denken wir an die weißen Zaubersterne des Schnees, an Hagel und dergleichen. Und dann der Himmel! Wie rätselhaft war oas wechselnde Bild des Mondes, was für eine Unbegreiflichkeit der Regenbogen, wie sonderbar waren die Lichter droben, die die Nacht entzündet, der aufsteigende Tag wieder verlöscht! Auch der Mensch jener Tage mag schon darüber nqchgegrübelt hoben, zum min­desten jene wenigen geistig Regsameren, die Führer waren, Zauberpriester. Ein klein wenig von diesen Uroorstellungen erfahren wir noch, wenn wir das betrachten, was noch jetzt da und dort lebende pri- mitivc Dolksstämme über die Sterne aussagen, denn das geht ja gewöhnlich auf uralte Ueberlieferungen ihrer Vorfahren zurück. So finden wir bei einigen Stämmen in Afrika die Meinung, ein Vogel fei an einem langen Spinnenfaden zum Himmel emporge- Hettert und habe mit seinem Schnabel Löcher in dos (Gewölbe gepickt, und da sah man nun dalstnter

dasHimmelsfeuer" (Blitz, Wolkenglühen!). Hier sind also die Sterne Löcher, die das Himmelsfeuer sichtbar machen. Merkwürdig oft aber sehen Urvöl- fer in den Sternen Augen, Augen der verstorbenen Mutter, die auf die zurückgelassenen Kinder nieder­blicken, Augen großer Krieger, Führer, auch böser Dämonen. Immer aber sehen sie in den Sternen, deren ungeheure Entfernung sie ja nicht kennen, Gebilde, die so oder so von der Erde stammen.

Später tritt der Gedanke auf, die Helden, die gro­ßen Führer, überhaupt bedeutende Menschen seien da in den Himmel versetzt, die Sternfiguren werden zuSternbildern", der Himmel wird ein un­geheures, ewiges Bilderbuch; noch heute geistern die Dolkssagen in vielen Gegenden der Welt um diese Sterngestalten. Ganz prächtig ist diese Sagen­welt bei den alten Griechen, auch bei den Germanen der Frühzeit. Da sehen wir (unsere heutigen Stern­karten zeigen das noch häufig in Bild und Namen) den gewaltigen Jäger Orion, der mit erhobener Keule auf den wilden Stier losgeht, und nicht fern davon das Siebengestirn, die Plejaden-Mädchen, die sieben Töchter des Atlas, die vor dem wilden Jäger fliehen, weil er ihnen nachstellt. Zeus, der Götter- vatcr, so sagten die Griechen, habe sie in den Hirn- mel versetzt, um sie dem wilden und unbedenklichen Orion zu entziehen. Hoch am Nordhimmel sehen wir Perseus, den Sohn des Zeus; in einer Hand hält er das Schwert, in der anderen das eben abgeschlagene .Haupt der schrecklichen Medusa, deren Blick die Men­schen zu Stein erstarren ließ, und nicht weit davon ist das Sternbild Andromedas, jener lieblichen Jung­frau, die an einen Felsen geschmiedet war und von diesem selben Perseus befreit wird. Ganze Romane illustriert der Himmel so. Bei den alten Germanen tötet Thor den bösartigen Riesen Thiazi und schien- dert feine Augen an den Himmel; da funkeln sie noch immer (die beiden Sterne, die wir Kastor und Pollux nennen). Das bekannteste Sternbild des Nordhimmels, das wir heuteGroßer Bär" nen­nen, ist unseren Vorfahren derWagen Wotans", des obersten der Götter; vielfach sehen alte Volks- jagen im Siebengestirn sieben Geißlein, Küchlein, Kinder, selbst bei einigen noch wild lebenden Stäm- men Australiens werden diese Sterne als Kinder gedeutet, und weit in der Welt findet sich die Vor- stellung, der böse Mond (als Wolf oder ähnlich um. gedichtet) fresse sie auf. Zuweilen nämlich bedeckt der

ja im Lauf eines Monats um den Himmel herum- wandernde Mond die Sterngruppe des Siebenge­stirns, und wir sehen gerade hier, wie das Volk in fernen Tagen all solche Erscheinungen auf seine Weise deutete, zu Sagen verarbeitete.

Und endlich fängt der Mensch, der seine Kindheit überwunden hat, an, über Bau und Sinn der Welt zu grübeln, sich Gedanken zu machen über die wahre Natur der Sterne. Erste Vorstellungen dieser Art, die auf uns gekommen sind, mögen sechs bis sieben Jahrtausende alt fein, und selbstverständlich hatte man damals noch nicht die Möglichkeit, die Richtig­keit dieser Gedanken nachzuprüfen. Aber daß die Sterne sehr ferne, feurige, glichende Körper sind, das ist doch den Weisen alter Zeiten schon klar, wenn auch vielfach noch der Glaube eine Rolle spielt, sic seien Lichter, befestigt am Kristallgewölbe des Himmels. Im dritten Jahrhundert vor unserer Zeit­rechnung sind sich griechische Denker darüber einig, daß die Fixsterne unermeßlich weit abstehen von der Erde, daß sie sehr, sehr groß sein müssen, sonst könnten wir sie aus dieser Ferne gar nicht mehr sehen, und daß sig wohl riesige Glühkörper fein mö­gen. Allein, wie lange dauert es, bis wir wirklich Entfernung und Zustand der Fixsterne einwandfrei messen, mit geistvollen physikalischen Methoden un­tersuchen können! Erst vor hundert Jahres im Jahre 1838, gelingt es dem deutschen Astronomen und Mathematiker Bef sei zu Königsberg, die (Entfernung eines Fixsternes zu messen; er wählt sich als Objekt einen kleinen Stern im Sternbilde des Schwanes, von dem man aus gewissen Gründen annehmen konnte, daß er uns viel näher stehen müsse als andere Sterne Besse! bekommt heraus, daß dieser Stern 587 000 mal weiter von uns ent­fernt ist als die Erde von der Sonne, also rund 88 000 000 000 000 Kilometer. Spater erkennt man, daß es ein paar nochnähere^ Fixsterne gibt, vor allem einen am südlichen Himmel, Alpha Centauri genannt, der nur ungefähr halb soweit entfernt von uns ab steht als jener Befselsche Stern im Schwan.

Wie ungeheuer groß müssen dieseAugen des Himmels" fein, wenn sie uns aus solchen Weiten noch leuchten! Es müffen glühende Bälle fein an» nähernd fo groß wie die Sonne, in die sich Aünf- oiertelnnllionen Erdkugeln hineinfüllen ließen. Erft die Erfindung dex wundervollen Unterfuchungsme- thoden der Spe ktralanaly je (Wollaston,

in den Hafenanlagen und Lagerhallen angerichtet. Die Funkstation wurde zerstört sowie die Bahn, anlagen schwer beschädigt. In Papualand (Neu-Guinea) gelang es den Japanern, ihre Land, basis bei Buna zu verbreitern. Ein Küstenstreifen von mehr als 80 Kilometer Breite befindet sich be« reite in ihrem Besitz. Die einheimische Bevölkerung, größtenteils Papuas, begrüßte die japanischen Trup- ! pen als Freunde. In 'Australien ist man über den japanischen Luftangriff auf Townsville sehr beun­ruhigt. Durch die Landung in Papualand ist es den Japanern möglich, die Küstenstädte in Queensland leicht zu erreichen. In Brisbane, der Hauptstcüt von Queensland, fin^ die Abwehrmaßnahmen Der« schärft worden. Auch in New Castle und S y d. n e y wird die Verdunkelung jetzt scharf durchge. führt. Man erwägt, den Eisenbahnverkehr zwischen Sydney und Townsville einzustellen.

Zur Vernichtung des englisch-amerika­nischen Geleitzuges im Nordmeer.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der in den Berichten des OKW. vom 5. bis 10. Juli gemeldete Erfolg der deutschen Unterseeboote und Luftwaffe gegen den englisch-amerikanischen Geleitzug im Nordmeer er­fährt nun durch Gefangenenaussagen seine Bestä­tigung. Der Geleitzug bestand aus 37 Transportern mit einer Gesamttonnage von 231 000 BRT., die in neun Kolonnen zu je vier Schiffen fuhren. Bei 21 dieser mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln bela­denen Dampfer mit zusammen 136 081 BRT. han­delt es sich auf Grund der Aussagen geretteter Ka. pitäne und Besatzungsmitglieder um folgende: FrachtdampferRiver Aston" (brt.) 5479 BRT.; Earkston" (brt.) 7000 BRT.;Empire Byron" (brt.) 9000 BRT.;Christopher Newport" (USA.) 6000 BRT;Hononu" (USA.) 6977 BRT.;Da- niet Morgan" (USA.) 8770 BRT., sämtlich versenkt am 4.7.;Pan Kraft" (USA) 5644 BRT.;Sil- oer Sword" (USA.) 4937 BRT.; TankerAzerbaid- Jan" (Rufs.) 6114 BRT.; FrachtdampferExport»" (USA.) 4969 BRT, sämttich versenkt am 5. 7.; Hartlebury" (brt.) 5082 BRT;Olepana" (USA.) 6069 BRT.;Alcoa Ranger" (USA.) 5116 BRT; Winston Salem" (USA.) 6223 BRT.; Tanker ,» dersdals" (brt.) 8402 PRT; Frachtdampfer ,Zon Witherspom" (USA.) 10 900 BRT.;Carlton" (USA.) 5127 BRT., sämtlich versenkt am 6.7.; Hoosier" (USA.) 4988 BRT., versenkt am 9.7.; El Capitän" (USA.) 5216 BRT.;Empire Tide" (brt.) 6800 BRT, beide versenkt am 10.7.;Paulos Potter" (holl.) 7168 BRT., versenkt am 11.7. Da noch wertere Ueberlebende, vor allem durch Unter, seeboote, in deutsche Stützpunkte eingebracht werden, dürften weitere Einzelheiten in den nächsten Tagen bekannt werden. Die britische Admiralität und das amerikanische Marine-Ministerium haben bisher die ganze Geleitzugkatastrophe totgeschwiegen.

Aus dem Reich.

7!eue Mitglieder des Volksgerichtshofes

Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz zu ehrenamtlichen Mitgliedern des Volks­gerichtshofes für die Kriegsdauer bestellt; Generalleutnant der Polizei von Kamptz, Mini­sterialrat Dr. Li-nden, Polizeipräsident von Dolega-Kozierowski, Admiral z.V. Wer- ner Tillessen, Generalmajor z.V. Gempp, SA.-Brigadeführer von Schmidt, SA.-Ober- führer L o e ni cker, SA.-Brigadeführer Berens, ^-Brigadesührer Juers, ^-Brigccklefüh- rer Heider, ^-Oberführer von Gottberg, NSKK.-Brigade'fuhrer Hoffmann, Generalar­beitsführer D o r t sch y , Generalarbeitsführer von Wenckstein, Generalarbeitsführer von Man­go l d t und Oberarbeitsführer Goedel.

Oie parieiiranerfeier für Josef Gtolzing-Eerny.

In einer vom Führer ungeordneten Parteitrauer­feier wurde dem um die Bewegung hochverdienten Kulturschristleiter Josef Stolzing-Cerny die letzte Ehre zuteil. Mit den Reichsleitern Schwarz und F i e h l e r, dem Gauleiter G i e s l e r, dem Vertreter des Reichspressechefs, Stabsleiter Sün- d ermann, und dem Vertreter des Reichsleiters Amann, Hauptdienstleiter K o r t h, nahm pine große Anzahl sichtender Persönlichkeiten der Partei, des Staates, der Wehrmacht und Presse an dem Trauer-- ! aft in der Ehrenhalle des Münchener Ostfriedhofes teil. SA.-Brigadeführer Zöberlein würdigte

Fraunhofer, Kirchhoff und Bunsen, 1802 bis 1859) erlaubt die Feststellung, daß diese Fixsterne wirk­lich ferne Sonnen sind, denn nun können wir sa­gen, welche Stoffe dort glühen und leuchten, erken- . nen, daß es im Grunde die gleichen sind, die auf der Sonne glühen und die auch den Erdball zusam-1| mensetzen in seinen Urbestandteilen. Heute ist das I eine komplizierte Spezialwissenschast geworden, zu der (wie etwa auf der Sternwarte zu Potsdam) ein mächtiges Instrumentarium gehört. Diele Rätsel sin- gelöst, viele sind noch zu lösen, und auch hier reifte der Mensch vom Irrtum zur Wahrheit.

Die Bienenkorbsiedlung.

Wohl die eigenartigsten menschlichen Wohnstätten, die es auf J)er Welt gibt, sind die Bienenkorbsieb' Jungen in Syrien, die Dr. Rolf H e ck e r in der von Martin H ü r I i m a n n herausgegebenen Monats­schriftAtlantis" in Wort und Bild schildert. Die schönste Siedlung dieser Art, der Ort Tel Biseeh, liegt zwischen Homs und Hama. Eine große Zahl der wie Bienenkörbe gestalteten Häuser liegt da gleichmäßig hoch nebeneinander, durch niedrige Mauern voneinander geschieden. Die Häuser haben für die Bewohner viele Vorzüge. Sie haben dicke Lehmwände, die das Innere im Sommer kühlen und im Winter die Kälte zurückhalten. Dabei ist es gar nicht so einfach, ein solches primitiv erscheinen­des Haus zu erbauen; es gibt nur wenige Bau­meister, die diese Art heute noch bauen können, und ie sind in der Gegend auf Hunderte von Kilometern ;esucht. Dabei machen sich heute schon moderne Be- trebungen innerhalb der Bienenkorbsiedlungen be­merkbar. Wenn der Bewohner eines solchen Hauses durch den Absatz seiner Kamelherden gut verdient ! hat, richtet er sich einen kleinen Dachgarten ein, imd später geht er zu einemhalb modernen" Hause über; das verschafft ihm zwar ein gewisses Ansehen im Dorfe, setzt ihn und seine Familie aber viel mehr den Unbilden der Witterung aus als es früher in seinem Bienenkorb der Fall war. Merkwürdig wirkt es auf den Reisenden, wenn er in dieser Umgebung mit ihrem vorweltlichen Baustil plötzlich eine feine deutsche Nähmaschine oorfindet, die allerdings nicht elektrisch betrieben oder mit Füßen getreten, fon« dem mit der Hand betrieben wird. QIC