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Sicheim Anzeiger

Schnelle Verbände weit nach Süden vorgestoßen

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jungen, die wesentlich dem Kanalbau, seiner Erhal­tung und Ueberwachung dienen; dazu die von Js- milia nordwärts nach Port Said und südwärts ebenfalls durch unabsehbare Wüstensande den Kanal in größerer oder geringerer Entfernung begleitende

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhaupkquartier, 27. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südlich Rostow wurde die stark befestigte und zäh verteidigte Stadt Bataisk nach zweitägigem Kampf von deutschen Truppen im Sturm genom­men. Kampf-, Zerstörer- und Schlachtgeschwader bahnten hierbei der Infanterie den Weg. Weiter ostwärts stießen Schnelle Verbände weit nach Sü­den vor.

Im großen Donbogen warfen deutsche und rumänische Infanteriedivisionen in engem Zusam­menwirken mit Panzer- und Luftwaffenverbänden den Feind und erreichten in breiter Front den Fluß. Nordwestlich Kalatsch stehen Panzerver­bände und Schnelle Truppen in schwerem Kampf mit sowjetischen Panzer- und Jnfanteriekräften, die verzweifelt das Höhengelände westlich des Flusses zu halten versuchen. Schwere Luftangriffe richteten sich gegen den Nächschubverkehr des Feindes auf der Wolga und gegen Eisenbahnziele nordwestlich Stalingrad.

Angriffe auf den Brückenkopf Woronesch wurden erneut blutig abgewiesen. In der Schlacht nordwestlich der Stadt wurden die Sowjets nach Vernichtung eingeschlossenex Kampfgruppen über ihre Ausgangsstellungen nach Norden zurückge­worfen. In diesen schweren Abwehrkämpfen sind feit dem 10. Juli allem im Abschnitt eines Armee­korps 751 feindliche Panzer vernichtet worden.

Der 1615 geborene Oberleutnant Bauer ist der Sohn eines ostpreußischen Gutsbesitzers. Als Fah­nenjunker trat er 1936 in die Luftwaffe ein und wurde zunächst als Kampfflieger ausgebildet. Er ging später jedoch zur Jagdfliegerei über. Am 4.11.1940 wurde er Staffelkapitän in einem Jagd­geschwader und bekam nach seinem 34. Luftsieg am 1.8 41 das Ritterkreuz. Ständig an der Ostfront eingesetzt brachte er innerhalb von acht Tagen elf Flugzeuge zum Absturz und errang innerhalb von knapp zwei Monaten 38 Luftsiege. Am 25. Juli ver­nichtete er seinen 100. Gegner.

Im mittleren Frontabschnitt wurden bei einem örtlichen Angriffsunternehmen mehrere feind­liche Bataillone eingeschlossen.

Deutsche Jagdfliegerverbände schossen gestern bei drei eigenen Verlusten 120 sowjetische Flugzeuge ab. Außerdem brachten italienische Jäger drei feind­liche Flugzeuge zum Absturz.

In Aegypten wurde im S üdteil der Ll- Alamein-Stellung ein feindlicher Vorstoß abgewiesen. Die Zahl der in der Abwehrschlacht feit dem 22.7. vernichteten britischen Panzerkampf­wagen hat sich auf 146 und die Zahl der Gefange­nen auf 1400 erhöht.

Auf Flugplätzen der Insel Malta wurden durch Bombentreffer mehrere britische Flugzeuge am Boden zerstört.

Im Kampfe gegen Großbritannien bom­bardierten Kampfflugzeuge am gestrigen Tage kriegswichtige Anlagen an der S ü dküst e Eng­lands und in den Midlands.

Im Kanalgebiet und an der Deutschen Bucht verlor der Feind in Luflkämpfen sechs Flugzeuge.

Nach wirkungslosen Störangriffen am Tage auf westdeutschem Gebiet wurde in der Nacht zum 27.7. die Stadt Hamburg und Umgebung von der britischen Luftwaffe mit Spreng- und Brandbom­ben belegt. Die Zivilbevölkerung hatte stärkere Ver­luste. Fast ausschließlich in Wohnvierteln wurden zahlreiche Gebäude zerstört und beschädigt. Nacht­jäger, Flakartillerie und Vorpostenboote schossen 37 der angreifenden Bomber ab.

Die Bolschewisten hatten nicht nur die Stadt Rostow, sondern auch das Höhengelände südlich des Don und seiner Niederungen in den Raum von Bataisk stark befestigt. In erbitterten wechselvollen Kämpfen wurden die Ver­teidigungsstellungen durch deutsche Infanterie und Panzer durchbrochen und der mit allen Mitteln be­festigte Eisenbahnknotenpunkt Bataisk im Sturm genommen. Dabei haben sich der Kommandierende General eines Armeekorps, General der Gebirgs­truppen Konrad, und der Kommandeur einer Infanteriedivision, Generalleutnant S ch necken- b u r g e r, besonders ausgezeichnet. Sie haben an der Spitze der angreifenden Truppen die Stadt er­stürmt. Die Luftwaffe unterstützte das Vordringen des Heeres durch rollende Angriffe gegen feindliche Batterien und Kolonnen. Zahlreiche Geschütze und über 100 Fahrzeuge wurden durch Bombentreffer vernichtet. Auch mehrere Städte im Mün­dungsgebiet des Don, durch die sich die Bolschewisten nach Süden und Südwesten zurück­zogen, wurden von Kampf- und Sturzkampfflug-. zeugen mehrfach angegriffen. Durch Tiefangriffe deutscher Zerstörerflugzeuge hatten die ungeordnet zurückflutenden feindlichen Kräftegruppen hohe Ver­luste an Menschen und Material.

Am unteren Don wurden bereitstehende Brückenköpfe erweitert und neue gebildet Im Raum ostwärts Nowotscherkassk säu­berten die deutschen Truppen den neu gewonnenen Raum von versprengten bolschewistischen Einhei­ten. Jm^ weiteren Vorstoß durchbrachen Infanterie und Panzer zur Verteidigung des Don angelegte breite Bunker st ellungen südostwärts Nowo- tscherkask-Kriwjanskaja und drangen in den zäh ver­teidigten OrtBesorgenjewskaja ein. Die Ein­nahme dieser Orte im Mündungsgebiet des Don bedeutet einen empfindlichen Verlust für die Bol­schewisten, da der ganze Raum ostwärts Rostow in den letzten Jahren hoch industrialisiert ist und in diesem Gebiet neben vielseitiger Rüstungsindustrie zahlreiche chemische und landwirtschaftliche Indu­strien liegen. Besonders Nowotscherkassk ist Standort einer bedeutenden Rüstungsindustrie. Die

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kommando von der Zwecklosigkeit dieser Jnfan- terieangriffe überzeugt hatte, setzte es inzwischen aus England und dem Nahen Osten eingetrofsene Panzer ein. Aber auch diese wurden abgewiesen und Der Feind zum Rückzug gezwungen. Der vor wenigen Tagen unternommene Panzerangriff auf die italienischen Stellungen wurde von General Auchinleck persönlich geleitet, aber der Versuch kostete die Engländer 13. Panzer,

Das Eichenlaub für Oberleutnant Bauer.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Der Führer verlieh dem Oberleutnant Bauer, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und übermittelte ihm folgen­des Schreiben:In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes' im Kampfe für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 107. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Rit­terkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hiller."

so ist doch der Geist Zaglul Paschas, des Vorkämpfers der Freiheit seines Vater- Heute lebendiger denn je.

El Alamem.

Rom, 27. Juli. (DNB.) Bei den Kämpfen an der El-Alamein-Front kommt, wie ein Sonder­berichterstatter des italienischen Nachrichtendienstes Stefan! meldet, wegen der besonderen Beschaffen­heit des Geländes beso uders Infanterie zum Einsatz. Trotz der unvermeidlichen Verluste, die die Infanterie im Verlaufe von fast zwei Mo­naten siegreicher Kämpfe bei El Gazala, Tobruk und Marsa Matruk erlitten hat, wies sie, nachdem ie sich in ihren Stellungen verschanzt hatte, sämt­liche von den ganz frischen britischen, australischen und neuseeländischen Jnsanterieverbänden unternomme­nen Angrifft ab. Nachdem sich das englische Ober-

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Zwischen Asien und Afrika

Von Dr. Hans Offe.

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schützten die angreifenden Kampfflugzeuge und schos- ' sen über dem südlichen Abschnitt der Ostfront 112 bolschewistische Flugzeuge ab.

Zahlreiche Schiffe auf der Wolga versenkt.

Berlin, 27. Juli. (DNB.) Durch Anariffe deut­scher Kampfflugzeuge wurde auf der Wolga ein Transportschiff von 1200 BRT. versenkt. Zwei Tan­ker gerieten nach mehreren Bombenvolltresfern auf Bug und Heck in Brand und versanken ebenfalls. Das gleiche Schicksal erlttten fünf Lastkähne, die Truppen und Material an Bord hatten. Der Schlep­per^ der die Lastkähne stromaufwärts zog, wurde gleichfalls versenkt, zwei weitere Tanker und ein Schlepper trieben, von Bomben schweren Kalibers getroffen, brennend und steuerlos auf das Mün­dungsgebiet der Wolga zu. Auf einem Handelsschiff mittlerer Größe detonierten mehrere Bomben, so daß der Frachter stark beschädigt liegen blieb. Zahl­reiche weitere Lastkähne, die den Fährverkehr auf dem breiten Strom aufrechterhalten sollten, wurden schwer beschädigt. Andere Kampfflugzeuge griffen in mehreren Wellen eine mit bolschewistischen Trup­pen dicht belegte Stadt im Kuban-Gebiet an. In den Bahnhofsanlagen entstanden heftige Ex­plosionen. Zahlreiche Brände dehnten sich Über das ganze StOtgebieL au&

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Arrzeigen-Vreise für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7 Stof, für Familienan­zeigen und private Gelegenheitsanzeigen 14 Stof. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenbeitsanzeigen Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25% metnc

Dienstag, 28.3uH (9^2

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer biS 8Vi Uhr desVormittags

Oie Wolga.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Die militärischen Ereignisse sowohl in dem weit nach Osten ausgreifenden Bogen des Don, der sich tark dem Unterlauf der Wolga nähept, als auch im oberen Wolgagebiet bei dem wichtigen Schiffahrts- platz Rschew, lenken die Aufmerksamkeit auf den großen osteuropäischen Strom, der durch seine Länge, seine TPasserfülle und die Größe seines Ein­zugsgebietes schon an asiatische Verhältnisse erin­nert.

Wie die Deutschen vom Vater Rhein sprechen, so prechen die Russen vom Mütterchen Wolga. Das Volk glaubt, die Wolga entspringe unter einem chwarzen Johannisbeerstrauch, um den für den ruf- ischeu Bauern,eine geheimnisvolle Kraft weht. Die Quelle liegt nur 228 Meter über dem Meer auf der Waldai-Höhe, und die geringe Höhendifferenz Äs zur 3700 Kilometer entfernten Mündung läßt chon darauf schließen, daß der Schiffahrt keine na­türliches Hindernisse entgegenstehen. Allerdings ist die obere Wolga nur etwa 200 Tage im Jahr, die untere 4050 Tage länger, eisfrei. Die lang dau­ernde winterliche Eisdecke ist der Hauptnachteil für den Verkehr auf allen russischen Flüssen, und sie be­einträchtigt auch die Benutzung des umfassenden Kanalsystems, das die Wolga sowohl mit der Ostsee, als auch mit dem Weißen Meer verbindet.

Flößbar ist die Wolga fast von der Quelle an, die Dampfschiffahrt beginnt bei Rschew. Mehr als dis Hälfte des ganzen Binnenwasserverkehrs in der Sow­jetunion entfällt auf das Stromsystem der Wolga, auf dem mehrere tausend Dampfer und eine noch weit größere Zahl von Anhängebarken, verkehren. In ftüherer Zeit wurden die mächtigen plumpen Barken von der Stömung abwärts getra­gen, und aufwärts von einer besonderen Gilde von Schiffsziehern, den Burlaken, mit melancholischem Gesang gezogen. Das Wolgalied ist ja in ganz Europa populär geworden; im übrigen galt der1 Burlak in Rußland sprichwörtlich als grober, unge» chliffener Kerl.

Die Wolga hat 132 Nebenflüsse, von denen die beiden größten die von rechts einmündende O k a und die von links kommende Kama sind. Die Oka ist länger als der Rhein und wird von der Kama an Lauflänge noch um mehrere hundert Kilometer übertroffen. Der von Natur gegebene Hauptver­kehrsplatz im Wolgagebiet liegt am Zusammenfluß von Wolga und Oka, weil beide Flüsse aus relativ dicht bewohnten Gebieten kommen, während die Kama viel ödes Land durchfließt. An der Okamün- düng entstand schon früh die berühmte Messestadt Ntschnij Nowgorod, heute zu Ehren des Dichters des proletarischen Rußlands Maxim Gorki (übrigens ein Pseudonym, Gorki heißt: der Bittere) in Gorki umbenannt. Nischnij Nowgorod hctt wie Moskau einen ummauerten, altertümlichen Kreml, und in der Erzengel-Kathedrale eine der ältesten Kirchen Rußlands aus dem 13. Jahrhundert. Dis vom 15. August bis zum 15. September dauernde Messe wurde von Iwan dem Schrecklichen eingerich­tet; im früheren Rußland war sie der Höhepunkt des Geschäftslebens und derb-materieller Vergnü­gungen der russischen Kaufmannschaft, jetzt hat sie ihre Bedeutung verloren, da aller Handel verstaat­licht ist.

Um Moskau an den großen Wolgaverkehr anzu­schließen, wurde auf Befehl Stalins unter maßlosen Menschenopfern ein Kanal in nordwestlicher Rich­tung gebaut, auf dem die größten Wolgadampfer fahren können. Ein anderes, feit Jahren betriebenes, aber noch unvollendetes Kanalprojekt sollte den un­teren Don mit dem nur 60 Kilometer entfernten Wolgaknie bei Stalingrad (früher Zarizyn) ver­binden.

Etwas oberhalb der Kama-Mündung liegt Ka­san, früher Hauptstadt eines tatarischen Chanats, von Iwan dem Schrecklichen erobert. Weiter strom­ab, bei Sysran, kurz vor Samara, heute Kuiby­schew, wohin Stalin mit der Räteregierung und den fremden Diplomaten floh, als Moskau von den deutschen Truppen bedroht wurde überschreitet die Eisenbahnlinien nach Sibirien auf einer zwei Kilometer langen Gitterbrücke die Wolga.

Von unvergleichlicher Wichtigkeit für die Sowjet­union ist der Mündungshafen A st r a ch a n inmitten des über 6000 Quadratkilometer großen Deltas der . Wolga. Astrachan empfängt die Hauptmenge der von Baku und Grosnyj, den beiden Haupterdölge­bieten des Kaukasus, kommenden und für den inne­ren Verbrauch der Sowjetunion bestimmten Trans­porte von Deien und Treibstoffen. Sie werden auf einer Spezialflotte von Tankschiffen stromauf nach allen von der Wolga her erreichbaren Verbrauchs­gebieten verfrachtet. Für die Motorisierung der Ar-

Siitipaläftina erreicht.

Grundverschieden ist der Gesamteindruck des ur- Äen Kulturlandes von der mittelmeeri- slhenKuste her, etwa von Alexandria oder auch Dein halbwegs zwischen diesem und Kairo gelegenen Tmta. Die Gegend am Suezkana^ ist nicht mehr bös fruchtstrotzende, dichtbevölkerte Unterägypten, bös übrigens der Europäer nach seiner Ausdehnung zu unterschätzen pflegt, in Wirklichkeit über« trifft das Nildelta ein Land wie Baden um ein Beträchtliches an Gebietrumfang! Nein, jenseits vom Mmfalesee, dem westlichenHinterland" von Port Seid, gewahrt das unbefangene Auge des Reifen­den einen sehr tiefgreifenden Unterschied der Land-

fitjtspunften im Streit liegen.

Nähert man sich, vom Roten Meer kommend, btm Golf von Suez, so wird man um einen zeitlebens vorhaltenden landschaftlichen Eindruck be­reichert: linker Hand die gewaltige Landmarke des Ächebel Garib, rechts aber die in geradezu über­irdischem Glanz schimmernden Felsen des Sinai- gtürges, umsäumt von einem mit Korallenriffen eingefaßten Strand. Das Bild, wie es hier unser Kge immer von neuem entzückt, stellt sich in der mchternen Sprache der Wissenschaft dar als die Felge der Aehnlichkeit des geologischen Aufbaus beiderseits der Meerenge, verstärkt durch ein übereinstimmend sehr trockenes Al i m a sowie eine weitreichende Uebereinftimmung ier Pflanzen- und Tierwelt. Nimmt man bie jahrhundertealten, Aegypten mit Arabien ver- Liudenden Kultureinflüsse hinzu gedacht sei nur an Mekka als Wallfahrtsort, dann be= greift sich leicht, daß die politische Grenze im Nord­oken Aegyptens nicht etwa durch die Gewässer um Suez verläuft, vielmehr am innersten Winkel des Gifts von Akaba beginnend und in nordwestlicher Richtung verlaufend das Mittelmeer bei Rafa in

P2. Jahrgang Nr. (75 Erichemi täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

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Stadt wird an drei Seiten von dem Aksaj,- einem Nebenfluß des Don, und demTosokow umflosfen. Die alte Donkosaken-Hauptstadt zählt heute mehr als 100 000 Einwohner. Das wichtigste Unter­nehmen der Rüstungsindustrie in Nowotscherkassk war die GeschützfabrikBudjenny", ein Werk mit einer Belegschaft von etwa 12 000 Arbeitern für die Herstellung von Geschützen, Geschossen und Pan- zerlokornotioen. In dem chemischen Werk ,Iraßnyjk- Detonator" wurden Spreng- und Kampfstoffe, sowie Schwefel- und Blausäure hergestellt. Kleinere Fa­briken der metallverarbeitenden und der Maschinen­bauindustrie, Munittoriswerke, Pulverfabriken zei­gen, daß in dem jetzt von den deutschen Truppen er­oberten Gebiet viele kleiner Städte hochindusttiali- siert sind und die Eroberung jeder einzelnen von ihnen die Bolschewisten in ihrer Widerstandskraft schwächen muß.

Im großen Donbogen kam es am 26.7. zu heftigen Kämpfen. Deutsche und rumänische In­fanterie-Divisionen brachen im Zusammenwirken mit Panzerverbänden den feindlichen Widerstand. Die Bolschewisten wurden in breiter Front über den Don zurückgeworfen. In einem ande­ren Kampfabschnitt wurde nach harten Kämpfen gegen sich verstärkenden Widerstand des Feindes der Uebergang über den Tschir erzwungen und dabei 27 feindliche Panzer abgeschossen. Ver­einzelte erbitterte Gegenangriffe der Bolschewisten wurden abgewiesen und der Feind in weiteren Vor­stößen geworfen. Starke Sturzkampf- und Schlacht­fliegerverbände unterstützten die Kämpfe des Heeres im Donbogen. Die Ziele der deutschen Bomben waren vor allem die Truppentransporte der Bol­schewisten auf Straßen und Bahnen im Raum westlich Stalingrad. Durch die ständigen Luftangriffe wurden die Versuche des Fein­des, Verstärkungen an die Front zu bringen, erheblich gestört. In wichtigen Verschiebebahnhöfen entstanden nach Bombentreffern heftige Explosionen und Brände. Die Bahnkörper mehrerer Nachschub­strecken wurden erneut an vielen Stellen zerstört. Durch Bomben und Beschuß mit Bordwaffen wür­den mehrere Transportzuge m Brand gesetzt. Jäger

vröhlsche Universttatrdruckerei B. Lange General-Anzeiger für Gberhefsen $*rf«iefien,9$*el1tro6eM

I tiaft, die reine, zumeist recht unschöne Zweckmäßig­keit der ohne volkhafte Eigenart angelegten Sied-

Äsen bahn. ,,

Angesichts des Gesagten könnte man wohl den yfcbanten fassen, als habe der Mensch mangels natürlicher Grenzen zwischen Asien und Afrika das Neerwasser auf 160 Kilometer zwischen Suez und hort Said einströmen lassen, dergestalt nachholend, dos die Natur an dieser weltgeschichtlich von jeher Isa bedeutsamen Stelle unseres Planeten an klarer

Scheidung zu roenig- getan. Ob aber Gemeinsamkeit, ob Unterschiedlichkeit der landschaftlich-kulturellen Eindrücke, unbekümmert darum, wie mir unsdie Grenze der Erdteile gezogen denken: das Land Wischen dem Westen des Nildeltas und Sudpalaftma tmirbe seit altgeschichtlicher Zeit durch die jeweiligen Machthaber als ein Ganzes und Unteil­bares angesehen. Bereits am Ende des politisch wie kulturell gleich glänzenden altägyptischen Reiches, im 18. vorchristlichen Jahrhundert, roirt> das Mland immer entschiedener ein Bestandteil der rarderasiatischen Staatenwelt, mit lebhaften Be­ziehungen zu allen übrigen Gliedern dieser Gemein- < Haft wie Syrien, Kleinasien und zumal Baby- I Ionien." Aehnlich verband das Aegypten der Ptole- IlSöer, das politische Erbe Elexanders des Gro^n,

Las Niltal mit dem Euphrat und Tigris Das Ro- l milche Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Trajan zeigt Aegypten in ^minlstrativer Einheit mit Arabia petraea (Sinai) und Palästina, bum viel anders das Oströmische Reich, m dem

Khalisat unter den Abassiden das Nilland gleich­falls an Borderasien anschließt. Nicht zu vergessen hs Reich der Mameluken, das von der Mitte des 13. bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts Aegvpten init Syrien vereinte. Und nachdem die Sinai-Halb- jinfcl in der Verfallszeit des Osmanenstaates vom Nlande getrennt war, gehört sie fett 1906 nneöer zu Aegypten. Kein Wunder also, wenn im Altertum und während des von ihm abhängigen Mittelalters, K zum Teil selbst noch in der Neuzeit die An­stauung fortbestehen bleibt, nach der Aegypten nitfamt Libyen in Asien ausgenommen wird. So ht Johann Helfserich in feinemBericht von Der Steife" von Alexandria:Wenn man der gemeinen Seiet nachrechnen will, daß der Nilus Astam und Sfricam scheiden soll, so liegt diese Stadt mehr m

Ipfrica denn in Asm."

! Sille solche geschichtlichen und naturwissenschaft- Ichen Erwägungen könnten freilich zu dem Schluß

Umführen, Aegypten im allgemeinen für einen poli- tisri-geographischenBegriff an sich zu erJaren rnsuchen wir doch vergeblich, das Afrika der in einen geistigen Zusammenhang mit Dem Jius lande zu bringen. Und fo liegt es nahe, letzte Auf- shlusse über Die ungeheure Anziehungskraft jenes o'iatisch-afrikanischen Bindegliedes abzuletten aus einer Betrachtung von erhöhtem Stundpunkt, die mir als Die geopolitische Anschauung zu be- Mnen pflegen.

Der Tat, Aegypten ist geradezu der Beweis tijür, daß es Möglichkeiten verschiedenster Art gibt, sienden Staaten vermeintlicheInteressen aufzu- prigen, um sie Den eigenen Zielen trotz allem Dienst- tir zu machen. Seinem Der Brite, in klarer Er­kenntnis der Schlüsselstellung des Landes auf Dem Senvege von Europa nach Ostindien, im Jahre ^1882 bfann. Die ägyptische Wirtschaft nach seinen Zwecken und ohne Rücksicht auf die volkseigenen am $il zu formen, erwachte das ägyptische National- imußtfein; und je mehr das Nilland auf Kosten kfi jeglichen anderen Anbaus zu einer riesenhaften HiimmoH plan tage wurde, in der Mulm-

Politik zutage. Diehohe" Politik brachte bisher keinerlei durchgreifende Wandlung zustande: solange britische Streitkräfte Die Macht am Suezkanal hiel­ten und Der Wasserhaushalt Des Nils von Den Eng- länDern im Sudan selbstherrlich geregelt wurde, kam der 1922 vielfach mit übertriebenen Erwartun­gen begrüßtenUnabhängigkeit" Aegyptens nur sehr isdingter Wert zu. Mag augenblicklich noch Aegyp­ten im allgemeinen und der Suezkanal im beson­deren Den Charakter einer britischen Operations­basis großen Stils für Ostafrika unD Dorderasien

Was uns von der Schulbank her die ftlbstver-1 nen Fellachen dem Hungertode verfielen, desto offtn- sßndlichste Sache von Der Welt bedeutet, Die Ein- sichtlicher trat Die schamlose englische Ausbeutungs- telung Der Festlandmasse in fünf Erdteile, ist in Hahrheit eine höchst problematische Angelegenheit. Ais gilt um so mehr, als Dabei fast durchgängig mturwissenschaftliche mit geschichtlich-kulturellen Ge-