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düng empfindet. In diesem Zeitpunkt aber weich ein, bedeutet Schwachheit. Schwachheit aber ge- ährdet den Sieg. Der Führer kannte die Schwere einer Verantwortung, er kannte aber auch die Härte dieses Winterkrieges. Für ihn mußte sich entscheiden, ob sein Vertrauen, das er dem deut­schen Soldaten immer entgegengebracht, voll gerecht- fertigt war. Der deutsche Soldat hat den härtesten aller Winter überwunden. Er hat des Führers Ver­trauen gerechtfertigt. Solche Soldaten können nur siegen.

Träger -es Ritterkreuzes.

Berlin, 27. April. (DNB.) Der Führer ver­lieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luft­waffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann P o e t t e r, der als Gruppenkomman­deur in einem Kampfgeschwader auf Moon und Oesel im Tiefflug einzelne MG.-Nester bekämpfte und dadurch das Ueberseßen der ersten Wellen einer Infanteriedivision ermöglichte. Dann griff er über den eigenen vorderen Linien fliegend, vor einem Waldstück Widerstandsnester der Sowjets an, trieb die Bolschewisten in die Flucht und unterstützte eine in der Nacht vorgeschobene und von den Sowjets eingeschlossene Aufklärerabteilung so, daß sie wei­ter vorwärtskommen konnte.

Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an Generalmajor Schlemmer, Kommandeur einer Infanterie-Division, und Oberleutnant P r o s k e, Kompaniechef in einem Infanterie-Regiment. Ge­neral Schlemmer zeichnete sich nordostwärts Orel bei der Abwehr vorübergehend eingedrungener Kräfte aus. In harten und zähen Kämpfen wurde dem Gegner ein Dorf nach dem anderen wieder entrissen. Oberleutnant Proste nahm am Ober­lauf des Dnjepr nach einem kühn durchqeführten Spähtruppunternehmen eine wichtige Brücke unver­sehrt in Besitz und verteidigte sie gegen alle zahlen­mäßig überlegenen Gegenangriffe.

Ritterkreuzträger Hptm. Steinhardt ist in den schweren Kämpfen südlich des Ilmensees als Bataillonskommandeur in einem J.R. gefallen. Zu­sammen mit Leutnant Stolz hatte er schon im Po- lens^ldzug für seine hervorragende Waffentat bei Erstürmung des Forts II bei Warschau das Ritter­kreuz erhalten. Leutnant Stolz ist ebenfalls im Kampf gegen den Bolschewismus gefallen. Haupt­mann Steinhardt hatte die Führung eines Infan­terie-Bataillons. Als. im Kessel von Smolensk starke Kräfte eingeschlossen waren, war es seiner Verteidi­gung des Bahnhofes Iarcewo zu verdanken, daß es dem Gegner nicht gelang, den Einschließungsring zu'durchbrechen. Im Wolchow-Abschnitt verteidigte er eine Eisenbahnlinie nach Petersburg gegen äu­ßerst erbitterte Gegenangriffe. Südlich des Ilmen­sees behauptete er 50 Tage lang eine stützpunktartig ausgebaute Ortschaft gegen alle Angriffe des Geg­ners, die mit ftärffter Ärttllerie- und Panzerunter­stützung nor getragen wurden. Ende März 1942 zeich­nete er sich erneut beim Angriff auf einen stark be­setzten Waldabschnitt aus.

Kleine politische Nachrichten.

Das Staatsdepartement der USA. gab bekannt, daß die in Indien lebenden 3500 USA.- Staats- on gehörigen angewiesen wordep sind, In­dien zu verlassen.

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Die japanische Mavineluftwaffe griff mit starken, unter Jagdschutz fliegenden Verbänden, den nord­australischen Stutzpunkt Port Darwin an. In den Hafenanlagen und militärischem Einrichtungen sowie auf dem Militärflugplatz wurden schwere Schäden .angerichtet. Vier am Boden stehende australische Flugzeuge wurden zerstört. In Luft- kämpfen über der Stadt wurden sieben weitere ab­geschossen.. Ein im Hafen liegendes Transportschiff wurde durch Bombenvolltreffer versenkt.

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Auf ein englisches Bombenflugzeug, das um 3 Uhr am Montagmorgen von Südwesten über Schoonen einflog, wurden Warnungsschüsse von der schwe­dischen Neutralitätswache abgegeben. Infolge Mo­torschadens mußte das Flugzeug später nordwestlich von Ustad notlanden und wurde dabei vollständig zerstört. Die Besatzung blieb unverletzt und wurde in Gewahrsam genommen.

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Im Festsaal der Neuen Technischen Hochschule in Lissabon wurde die Ausstellung deutscher Technik eröffnet, die vom Werberat der deutschen Wirtschaft zusammen mit dem Verband deutscher Ingenieure und unter dem 'Patronat des portugiesischen In­stituts für hohe Kultur und der Lissaboner Tech­nisches Hochschule veranstaltet wird. Die Eröffnung wurde vom deutschen Gesandten, Baron von Hoy- ningen-Hüne, vorgenommen.

Aus der Stad« Gießen.

Zwischen Wassern und Wiesen.

Im Strahlenblick der Frühlingssonne tummeln sich spielerisch die Wasser des Flusses. Er hat es nicht, eilig in seinem Bett, und die kleinen Wellen scheinen sich zwischen Gestein und Schilf einkuscheln zu wollen, als wären sie der langen Wanderschaft müde und zu rasten entschlossen.

Wehende Weidenbüsche mit jungem Laub zwischen ausgeblühten Kätzchen stehen winkend am Wasser­rand, wie von den Wiesen hinter ihnen beauftragt, ruhebedürftige Gäste anzulocken. Schon sind die Grasbüschel an den sonnigen Hängen und in wind­stillen Mulden zu üppigen Kissen und Polstern zu­sammengewachsen und mit kleinen Gänseblumen und Taubnesseln weiß und lila besprenkelt, daß die Füße auf schmalem Pfade nur ungern weiterschrei­ten. Pfauenaugen und Zitronenfaltern scheint das Rasten bereits eine liebe Gewohnheit zu sein. Sie sitzen mit spielenden Flügeln, den zarten Leib in der Sonne badend, ober schaukeln, aufgescheucht, nur kleine Strecken weiter, um sich erneut niederzulassen. Eine Lerche jubelt ihre Frühlingsfreude mit hellem Gezwitscher aus und steigt in jungem Ungestüm flatternd der Sonne entgegen. Das blendende Blau des Aethers entrückt sie rasch den folgenden Blicken.

Ein Angler, der auf schnellem Rad mich überholt, fteuert stilleren Wasserarmen zu. "Hier sind die Ufer breit ausgetrocknet und das über Manneshöhe auf- ragende Schilf knistert braun und dürr im Wind. Einige Frösche hasten mit flachen Sprüngen den Wassern zu und lassen sich schwerfällig hineinplump­sen. Eine braune Schlange, die mein Fuß fortschleu­dert, gibt sich bei näherem Bettachten als Wurzel einer Wasserrose zu erkennen. Sie ist daumendick, schön gezeichnet, biegsam und leicht wie Kork. Kaum zu glauben, daß an ihr einmal große Blätterherzen und weiße oder gelbe Blüten, wie sie im Juni den Wasserspiegel bevölkern, sicher verankert lagen. Ver­einzelt lugt zwischen störrischen Schilfstoppeln schon junges Grün. Es wird sich rasch ausbreiten, nach­dem seinem Wachstum eine so mächtige Bresche ge­schlagen ist. In einer kleinen Bucht, wo schwarze Wasser ihre Tiefe behaupten und die Wurzeln einer alten Weide fast bloß gelegt haben, halten sich ein paar Büschel saftiger Sumpfdotterblumen am Rande festgeklammert und schwenken aus sattem Blätter­grün ihre großen gelben Blüten über die Flut, als wollten sie mit ihnen hinableuchten und den letzten säumigen Schläfer wecken. Aber die Wasserpflanzen sind sicher schon unterwegs auf ihrem Aufstieg aus den Tiefen. Langsam wachsen ihre schlauchartigen Stengel der Oberfläche zu und entfalten vielfach erst auf ober über dem Wasserspiegel ihre Blätter wie aufgerollte Fahnen.

In einem Tümpel, der sich leicht überblicken läßt, wimmelt es von schwänzelnden Kaulquappen, die aus den verlaschten Uferrändern aufgebrochen sind. Und ein Wassermolch, den der wundervoll gezackte, hell bebänderte Rücken kämm und die feuergelbe Bauchseite als unternehmungslustigen Freiersmann kennzeichnen, durchrudert in gewandten Schleifen die Flut, um feine wohl noch schüchtern versteckte Schöne zu locken.

Der Oiebesmai ist nahe. Spaliere von Weißdom­hecken säumen streckenweise die Ufer eines Wasser­arms. <5ie tragen über ihrem frischen Laub kleid das zarte Spitzengeriesel ihrer weißen Blüten wie ein Zug wallender Bräute ihre wehenden Schleier. P. B. Kür Tapferkeit vor öem Keinöe.

Der Unteroffizier Walter Bachmann aus Gie­ßen, Am Kugelberg 18, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde bei den Kämpfen im Osten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Zur Auslösung der Industrie- und Handelskammern.

Besondere Bestimmungen

des Reichswirtschaftsministeriums sind abzuwarlen.

NSG. Es besteht Veranlassung, darauf hirkzuwei- sen, daß die gemäß der Verordnung über die Ver­einfachung und Vereinheitlichung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 20. Aprll 1942 auf­zulösenden Industrie- und Handelskammern solange fortbestehen, bis über die Zuteilung ihrer Bezirke besondere Bestimmungen getroffen sind und die Rechtsnachfolge geregelt ist. Nach § 2 der Zweiten Durchführungsverordnung ist diese.Regelung beson­deren Bestimmungen des Reichswirtschaftsministe­riums vorbehalten. Die Industrie- und Handels­kammern Bingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms, die wie gestern schon von uns gemeldet in unserem Gaugebiet zur Auflösung kommen, bestehen also so lange mit ihren sämtlichen Rechten und Pflichten fort, bis die entsprechenden Veränderungsbestimmungen vorlie­gen und veröffentlicht werden.

Warnung aus Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Willis schüttelte den Kopf. Er begriff es nicht, wie einer Frau, wie es Elisabeth Perling war, gegenüber auch nur der geringste Zweifel bestehen konnte. Wenn sie wirklich die Ursache der Tat war, bann war sie trotzdem unschuldig, denn daß sich zwei Männer ihretwegen gegenseitig ums Leben brach­ten, das konnte er, Willis, verstehen. Aber das war doch schließlich kein Grund, sie zu verdächtigen und sie für mitschuldig zu halten.

Weißt du, Welt", sagte er endlich,manchmal komme ich mir vor wie eine Kindergärtnerin. Es ist schwer, euch vernünftig zu machen. Manchmal habe ich Angst, daß ihr euch gegenseitig verprügelt, dann wieder, daß ihr euch wegen derselben Frau auf- hängt. So geht das nicht weiter. Und was ist mit Irene? Petersen sagte, sie sei heute nervös und zer­fahren gewesen. Hast du etwas bemerkt?"

Welt lächelte bitter.

Nervös und zerfahren ist sehr höflich ausge­drückt", meinte er,sie war überhaupt nicht zu ge­brauchen. Sie gab sich Mühe, aber sie zitterte und bebte dabei und hat während des Tangos mehrfach ganz falsche Schritte getan"

Wie?" rief Willis erstaunt,und das haft du gemerkt?"

Nun ja, weil ich jeden Takt mitzähle, das hast du mir doch selber geraten. Einmal ist sie überhaupt ganz aus dem Takt gekommen und warf mir einen wütenden Blick zu, als ob ich etwas dafür könne. Wenn das so weitergeht, können wir getrost ab- bauen, Willis."

Ich kann mir nicht denken, was mit Irene plötz­lich los ist", seufzte Willis. ,

Manchmal denke ich, sie weiß auch mehr über den Mord, als sie zugibt", sagte Welt leise,warum

wurde sie so wütend, als Elisabeth sagte, sie wolle zur Polizei gehen? Und warum sagte sie, wenn Lanos den Barthold nicht ermordet hätte, hätte sie nicht zu uns kommen können? Es ist doch auffällig, daß sie gerade an dem Abend zu uns kam, als der Mord geschah. Manchmal möchte ich mit Knüppeln dreinschlagen", schimpfte erkeiner will die Wahr­heit fagen und wir müssen darunter leiden, obwohl wir ganz unschuldig sind."

Willis entschloß sich, einmal mit Elisabeth zu sprechen.

Er ließ sich im Büro des Eispalastes ihre Adresse geben.

Sie wohnte im Imperial-Hotel, in dem gleichen Hotel, wo auch die drei Willis wohnten.

Das ist sehr auffällig", sagte der kleine Petersen, als er die Adresse erfuhr.

Komisch", meinte Welt,wieso haben wir sie dann nie getroffen? Offenbar verbirgt sie sich vor uns."

Nur Willis sagte nichts dazu. Aber er dachte: Das ist ein gutes Zeichen."

5.

Der Schreck und die Bestürzung, die Elisabeth Perling über die Ermordung ihres alten Freundes Barthold und über den Verdacht gegen ihren Lehrer Lanos empfand, waren durchaus echt. Sie war ängstlich geworden und fühlte sich vereinsamt, ob­wohl sie von beiden seit fast zwei Jahren nichts mehr gehört hatte. Aber sie hatte stets das Bewußt­sein gehabt, daß sie für sie da waren und ihr helfen würden, wenn sie sie jemals brauchen würde. Außer diesen beiden hatte sie keine Freunde.

Als sie Willis und seine beiden Partner in der Variete-Kantine wiedersah> hatte sie nicht im ent­ferntesten daran gedacht, die alte Bekanntschaft wei­ter zu pflegen, nachdem ihr seinerzeit Willis deutlich genug zu verstehen gegeben hatte, daß ihre An­wesenheit die Einheit und Eintracht der Truppe ge­fährde. Aber dann erfuhr sie die Tat, erlebte die Verdächtigungen der Norodna und fühlte erst, als sie wieder allein war, die ganze Schwere des 23er-

Vortragsabend der AS.-Dozenten-Akademie.

Von der Hochschulgruppe Gießen des NS.-Dozen- tenbunbes wird uns berichtet:

Bei der ersten Veranstaltung der NS.-Dozenten- Akademie im laufenden Sommersemester sprach der Präsident Pg. Prof. Dr. H. W. Kranz, Rektor der Ludwigs-Universität, im Hörsaal des Physiolo­gischen Instituts vor den Mitgliedern des NS.-Do- zentenbundes und zahlreichen Gästen überNeue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet des Asozialen­problems".

Der Vortragende berichtete über die Ergebnisse seiner Forschungen an 500 asozialen Sippen mit ungefähr 8000 Sippenmitgliedern. Vorwiegend han­delt es sich um eine Frage der Gesamtperjönlichkeit, die sehr weit in das charakterologische Gebiet hinein- reicht. Die Zusammenhänge zwischen Psychopatho­logie und Gemeinschaftsunfähigkeit wurden kurz an­gedeutet. Erbstatistisch ließ sich die Erblichkeit ge­meinschaftsunfähigen Verhaltens auch wissenschaftlich unter Beweis stellen. Die Ueberfruchtbarkeit der Gemeinschaftsunfähigen betrug in dem untersuchten Material 20 v. H. Ferner konnten Erbprognose- ziffern errechnet werden, die denjenigen aus der Rüdin scheu Schule für Geisteskrankheiten an die Seite gestellt werden können. Die sog. Asozialen­frage ist vorwiegend ein sozialbiologisches und nicht allein einmedizinisches" Problem. So sehr die Er­gebnisse und die praktische Zielrichtung übereinstim­

men, sind die wissenschaftlichen Bemühungen sowohl nach der sozial-biologischen Seite als auch nach der psychopathologischen Seite hin in ihrem unterschied­lichen methodischen Vorgehen berechtigt.

In dem letzten Teil seiner Ausführungen wies der Vortragende auf die große bevölkerungspolitische Bedeutung des Problems bezüglich des zukünftigen Leistungszustandes unseres Volkes hin und machte Vorschläge für eine zukünftige praktische Regelung.

Die Zuhörer dankten dem Vortragenden durch reichen Beifall für seine hochinteressanten Ausfüh­rungen, die klar und überzeugend die Wichtigkeit des Asozialenproblems bargelegt haben.

Von der Ludwigs-Universität Gießen.

Mit Wirkung vom 1. April 1942 wurde der Ordi­narius für mittelalterliche Geschichte an der Lud­wigs-Universität Gießen, Prof. Dr. phil. Tellen» bad), in gleicher Diensteigenschaft an die Uni­versität Münster berufen. Prof. Dr. Teilend ach kam im Wintersemester 1937/38 von Heidelberg, wo er als Dozent gewirkt hatte, nach Gießen, um hier zu­nächst auftragsweise den Lehrstuhl für mittelalter­liche Geschichte zu versehen. Am 1. Januar 1938 er­folgte hier feine Ernennung zum ordentlichen Pro­fessor.

Dodenbenuhungserhebung 1942.

NSG. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Im Mai findet wieder eine Bodenbenutzungs­erhebung statt, mit der eine Erhebung über den Be­stand an ertragfähigen Obstbäumen verbunden ist. Zu gleicher Zeit wird die Erhebung über die Ar­beitskräfte in der Landwirtschaft durchgeführt. Die Vorerhebung zur Feststellung der neuen Betriebs­und Wirtschaftsflächen wird in diesem Jahre wegen der gegenwärtigen Schwierigkeiten mit der Haupt- erhebung zusammengelegt.

Der Reichsminister für Ernährung und Landwirt­schaft hat in seinem Erlaß vom 10. März 1942 be­tont, daß die Ergebnisse für Bodenbenutzungs­erhebung eine unentbehrliche Grundlage für die Maßnahmen zur Sicherung der Dolksernährung bil­den, und daß trotz der bestehenden Schwierigkeiten die Gewinnung genauer Zahlenangaben über die landwirtschaftliche Bodenbenutzungserhebung unbe­dingte Notwendigkeit ist. Die Bürgermeister sind deshalb zu ganz besonders sorgfältiger Arbeit ver­pflichtet. Die Betriebsinhaber müssen sich über die Bedeutung der Erehbung im klaren sein, sowie auch darüber, daß sie sich strafbar machen, wenn sie durch bewußt falsche Flächenangaben das Ablisferungs- ergebnis beeinträchtigen, das mehr denn je von kriegsentscheidender Bedeutung ist. Deshalb finden in diesem Jahre auch in größerem Umfange Nach­kontrollen der Bodenbenutzungserhebung statt. Es wird erwartet, daß die Betriebsinhaber oder ihre Beauftragten von sich aus das nötige Verantwor­tungsbewußtsein besitzen, um durch genaue und wahrheitsgemäße Angaben ein einwandfreies Er­gebnis der Bodenbenutzungserhebung sicherzustellen. Frohe Stunden fürunsere Verwundeten

Am Geburtstage des Führers fanden in allen hiesigen Lazaretten gemeinschaftliche frohe Kasfee- stunden statt. Die Betreuerinnen der NS.-Frauen- schast hatten mit den Schwestern die Tische schön gedeckt und bewirteten unsere Verwundeten. Die guten Kuchen waren durch Vermittlung der Kreis­frauenschaftsleiterin W r e d e von den Ortsfrauen- schäften in Bellersheim, Obbornhofen, Beltershain, Stangenrod und Reinhardshain gespendet. Zigaret­ten, Süßigkeiten und Postkarten hatte die Kreis- amtsleitung der NSV. gestiftet. Jungmädelgruppen vom Bann 116 brachten mit Gesang, Musik und Lesung Frohsinn in die Räume. Kreisleiter Back­haus besuchte in Begleitung von NSV.-Kveisamts- leiter Hortig, Kreisfrauenschaftsleiterin Wrede nebst Mitarbeiterin Kümmel, BDM.-Untergau- fühverin Hack und Lazarettbetteuer der NSKOV. G r a v e l i u s zwei Lazarette und nahm an den Feiern teil. In einem Lazarett brachten nach dem Programm der BDM.-Jungmädelgruppe unter Füh­rung von Frl. Kühne einige Kameraden von einem hiesigen Wehrmachtteil eine unterhaltsame Festfolge. Der Zauberkünstler Bellini setzte alle in Erstaunen. Neben dem Akrobatikakt von Bini & Sidi zeigten auch zwei Bandoniumspieler ihre Kunst. Diel Heiterkeit brachten der Schnellmaler Quick sowie Koko, welcher mit Humor für die Verbindung sorgte.

Im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat Truppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda führte die NS.-

GemeinschaftKraft durch Freude" in hiesigen La­zaretten verschiedene Veranstaltungen durch. In einem fröhlichen Programm unter dem MottoEine Stunde SonnenschÄn" erfreute die Konzertsängerin Mimi Klingler mit einigen Liedern. Als Ak- kordionvirtuose und Zauberkünstler unterhielt Erich Schmidt die Verwundeten bestens. Die Vortrags- künstlerin Paula Schmidt brachte frohe Stim­mung. In einem Lazarett hielt Universitäts- Professor Dr. Küster einen interessanten Vortrag mit Lichtbildern überGartenkunst in drei Jahr­hunderten". Zwei Lazarette hatten eine Vortrags­folgeMeisterwerke für Klavier und Gesang". Die Sängerin Marianne Kolbe erfreute durch Lieder von Grieg, Schumann, Brahms und Hugo Wolf. Professor G r u n d e i s (Leipzig) spielte Konzert­stücke von Schubert, Chopin unft) Liszt und hatte die Begleitung am Klavier übernommen. Am Sonn­tag gab der GesangvereinMännerchor 1838" in Butzbach in einem hiesigen Lazarett sein erstes Konzert. Unter der Stabführung von Chormeister Dr. Schmidt wurden Chöre und Volkslieder in sehr guter Form zum Vortrag gebracht. Eine grö­ßere Spende Bier wurde von den Sängern gestiftet. In einem Lazarett erfreute der Gesangverein in Lich die Verwundeten durch Volks- und Solda­tenlieder. Chormeister U h r h a n dirigierte den Chor und brachte die Lieder gut zu Gehör. Mit musi­kalischer Unterhaltung. stellte sich die Spielschar Gambach in zwei Lazaretten für die gute Sacke zur Verfügung. Otto Wenzel als Klaviervirtuose und Begleiter, Rudi Boller mit Handglocken und der kleine Gerhard Liller als Flötist und Tylophon» künstler fanden für ihre Leistungen starken Beifall. Gertrud Beck sagte an, und Lehrer Lahm führte die Programmfolge bestens durch.

Bei allen Veranstaltungen zeigte der starke Bei­fall, daß es den Verwundeten gut gefallen hatte. Der beste Lohn für die sich zur Verfügung stellen­den Veranstalter.

Zum Tage der Ruderer am Sonntag hatte der RuderclubH a f f i a" die Mitglieder des Deutschen Rudersports, welche sich in hiesigen Lazaretten be­finden, zur Veranstaltung eingeladen. Verwundete, die nicht teilnehmen konnten, wurden im Lazarett erfreut.'

Gießen-Klein-Linden.

Am Samstagabend sprach in der hiesigen Turn­halle in einem Dorfgemeinschaftsabend der NSG. Kraft durch Freude" Oberstudiendirektor P h i lipps von Friedberg über das ThemaHumor im hessischen Volkstum". Der örtliche Beauftragte der Volksbildungsarbeit dankte dem Redner und dem

Gesundheit ist kein Zufall"

Tausende haben während des Krieges diesen Film gesehen und die Broschüre gleichen Namens gelesen. Sie hat ihnen gezeigt, wie wertvoll und wichtig die Zähne und ihre richtige Pflege für Gesundheit und Aufbau des ganzen Körpers sind. Die gesteigerte Nachfrage nach Zahnpflegemitteln, wio Chlorodont, ist eine folge dieser Aufklärungsarbeit. Chloro- dont wird noch immer in großen Mengen hergestellt und nur an Fachgeschäfte abgegeben. Direkte Bestellungen kön­nen nicht berücksichtigt werden. Wir bitten um Ihr Ver­ständnis, wenn Sie Chlorodont nicht immer in Ihrem Stamm« geschält erhalten können. Gehen Sie jetzt mit Chlorodont besonders sparsam um I

luftes, der sie betroffen hatte. In ihrem natürlichen weiblichen Anlehnungsbedürfnis hatte sie sich ent­schlossen, ins Imperial-Hotel zu ziehen, wo, wie sie wußte, die Willis wohnten, die damit von der alten Artisten-Gepflogenheit, in einer kleinen Pen­sion zu wohnen, abgewichen waren.

Sie hoffte, so eher mit ihnen zusammen zu treffen und mit ihnen sprechen zu können, sie erhoffte sich von Willis Schutz und Rat und es verschaffte ihr große Beruhigung, ihn in ihrer Nähe zu wissen.

Willis, der Kapitän der Truppe, war schon vor einigen Jahren dazu übergegangen, in Hotels zu wohnen und die Artistenpensionen zu meiden. Es hatten sich da einige Vorfälle ereignet, die ihn zu diesem Entschluß getrieben hatten. Vor allem war es der kleine Petersen, der keine Gelegenheit un­benutzt lieh, mit jungen und hübschen Kolleginnen zu flirten, und der dadurch Streit und Unruhe schaffte, welche sich in einer so kleinen Pension stets sehr ungünstig auswirkten und stets sämtliche an­deres Gäste mit ergriff. Es war dann stets die Auf­gabe Willis' gewesen, schlichtend einzugreifen und den kleinen Petersen aus unangenehmen Lagen zu befreien. In einem Hotel war das alles nicht so ge­fährlich. Der einzelne verschwand mehr unter der Menge der anderen Gäste, und man kümmerte sich weniger um das, was einzelne Gäste trieben, als dies in einer Pension der Fall war, wo sämtliche Gäste mehr oder weniger eine große Familie bildeten.

Zwar belastete die größere Ausgabe des Hotel- wohnens die gemeinsame Kasse etwas mehr, dafür aber blieb die Einheit der Truppe gewahrt und auch die Nerven hatten ihren Gewinn davon.

Petersen hatte anfangs beschlossen, mit Elisabeth nur ganz förmlich zu verkehren. Ihre Rolle, die sie in der Sache Lanos spielte, war zum mindesten noch ziemlich ungeklärt und er scheute jedes Aufsehen und jede Verwicklung in polizeiliche Dinge wie die Pest. Wenn er Elisabeth sah, begrüßte er sie zwar freundlich, ging aber dann bald nach wenigen be­langlosen Worten seines Weges.

Ganz anders Welt. Seine schmerzliche Stimmung wurde immer größer, je öfter er Elisabeth sah. Dann drückte er ihr die Hand und sah ihr mit wehmütigem Ausdruck ins Gesicht, setzte sich mit ihr in die Halle und schwieg oft viertelstundenlang, wobei er seufzte und hin und wieder einen Blick auf sie warf, der sie hätte bis ins Mark rühren müssen, wenn Elisabeth nicht über fein sonderbares Benehmen hätte lächeln müssen. Sie tat so, als merke sie seine Melancholie nicht, unterhielt sich und plauderte mit ihm und fragte ihn, ohne daß er es merkte, über Willis aus, wobei sie sich anscheinend besonders für etwaige Freundinnen interessierte. Doch konnte Wett ihr da­mit nicht dienen, so gern er das auch gemacht hätte. Denn er war fest davon überzeugt, daß er für Elisa­beth alles tun würde, und wenn sie von ihm ver­langen würde, sich vom Funkturm herunterzustürzen, so würde er das mit einem erleichterten Seufzer ohne weiteres tun.

Dabei war Wett zu ihr sehr höflich und rücksichts- voll. Wenn sie in die Bar traten, rückte er ihr den Sessel hin, .er bestellte für sie das, was sie gern haben wollte: er versuchte, ihr alle Wünsche von den Augen abzulesen. Und niemals spielte er auf den Fall Lanos an. Und das war es, was Elisa­beth besonders angenehm empfand und weshalb sie gern mit dem großen, starken Wett zusammen war. Denn wenn sie allein in ihrem Zimmer war, bann bestürmten sie die Gedanken an die Mordtat, und immer wieder kam die große Frage, deren Beant­wortung sie fürchtete, weil sie die Antwort darauf ahnte: warum?

Petersen hatte sich das öftere Zusammensein sei­nes Partners Welt mit Elisabeth eine zeitlang mit angesehen. Dann sagte er eines Tages zu Willis:

Was macht eigentlich Welt dauernd bei Elisa­beth?"

Willis fragte verwundert zurück:

Was soll er denn machen? Er unterhält sich mit ihr. Elisabeth ist anscheinend gern mit ihm zusam­men Welt deutete neulich so etwas an"

«Fortsetzung folgt.)