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(Nachdruck verboten.)

51. Fortsetzung.

ZulaffungSkarten für den Osterverkehr.

Zur Vermeidung einer Ueberfüllung der Schnell, und Eilzüge in der Zeit oom 1.4. bis 7.4. werden in Frankfurt (Main) Hbf., Offenbach Hbf., Hanau Hbf., Frudberg und Gießen für die meisten dieser Zuge Zulassungstarten ausgegeben. Alle in Frank­furt Hbf. ab 1.4. nach 12.00 Uhr abführenden rationierten Züge können nur mit Zulassungskarlen benutzt werden; die Zulassungstartenpflicht endet bei den an den Laynhofen am 7.4. bis 24 Uhr ab» gehenden Zügen. Die Fahrausweise und Zula,sungs» rarten können bereits vier Tage vor dem Reise» antritt gelöst werden. In der Zeit vorn 1.4. bi- 7.4. sind die meisten der zulassungstartenpflichtigen Züge für den Nahverkehr bis 150 km gesperrt. Ueoer» gangsreifende, Inhaber von Zeitkarten (auch Netz» und Bezirtskarten), Bettkarten, Wehrmachtsfahr­scheinen und Wehrmachtsfahrkarten find von der Lösung von Zulassungskarten befreit; auch die Be» schränkungen des Nahverkehrs finden auf sie keine Anwendung.

Sießen-Mein-Linden.

ist wirklich ideal, es gibt dem Kuchen, auch wenrw er mit dunklem Mehtj gebacken ist, ein appe­titliches Aussehen und» feinsten Vapillegeschmadd SSackfeut i$t das onbedlngl zuverlässig»-*

Der feurige Ofen

Roman von Hans von Hülfen

Gießener Konzeriring.

Erstes Zubiläumskonzert zur 150-Iahrfeier des KonzerivereinS

wider.

Bruckners gigantisches Formenausmatz, obwohl durchaus auch der traditionellen Forderung nach­kommend, ist aus der elementarsten Keimzelle her- ausaewachsen; ja, seine Themen entstehen gewisser-1 maßen vor den Ohren des Hörers und finden da­bei aus ihren eigenen Bedingungen heraus ihre klangliche Einkleidung. Daraus ergibt sich die Basis, von welcher aus die Klangwerdung einer Bruckner- Symphonie einzig möglich ist. Professor Temes» väry hat im Laufe der Fahre gerade die Vierte besonders bevorzugt, und von Mal zu Mal hat seine Darstellung an elementarer, ursprünglicher Kraft ge­wonnen und das Innerste des Werkes immer ver­trauter und restlos deutlich werden lassen. So ließ er auch diesmal die Ecksätze in ihrer koloßhaften Monumentalität in klarster Gliederung und innerster Gezogeuheit erstehen, jenen Momenten des Webdens und Entwickelns in den lieb ergangen zwingende, bannende Kraft gebend. Ausgetönt mit der Organik waren die dynamischen Werte als Untergrund sich breit ausschwingende Stimmungen. Tiefstes Emp­finden durchzog das wehmutsvolle Andante mit seiner seinen Durchbildung der instrumentalen The­matik. Unmittelbare Frische in vollstem Lebensge­fühl atmete das Scherzo mit seinen leuchtenden, ja saftigen Klängen; im Trio breitete sich anmutige Anschaulichkeit aus. Ganz besondere Aufmerksamkeit wandte Professor Teüiesvary den gerade bei Bruck­ner so bedeuts-amen Koda-Entwicklungen zu, und so fand das Finale geradezu machtvollen Nachhall.

Die Helfenden im Orchester setzten an jedem Pult bestens ein; volle satte Streicherklänge, ausgeglichene Blaskörper in Fülle und Weichheit; fein nachgebende Holzbläser und vor allem die mit reichlichen, aber auch schwierigen Aufgaben bedachten klangschönen Hörner.

Stärkster Beifall war der Dank aller Hörenden. Dr. Hermann Hering.

In seinem ersten Iubiläumskonzert hatte es der Konzertverein mit Recht unternommen, den Ort seiner Tätigkeit im Lichte des Wirkens der jetzigen Generation zu zeigen und so eineS i n s o n i e t t a" von Gustav Adolf Schlemm (geb. 1902 in Gießen) der Vortragsfolge eingegliedert und als ausübende Künstlerin ebenfalls in Gießen verwurzelt, Waltraud Schüttler (Violine) gewonnen.

Gustav Adolf Schlemm folgt mit seiner Sin- fonietta den Bestrebungen der jüngeren Zeit, indem er an Stelle der zu immer größeren Ausmaßen entwickelten Symphonie sich der Sinfonietta zuwen­det, d. h. nach den gleichen Gestaltungsprinzipien den Rahmen der Ausweitung des Werkes beschränkt. Schlemm hat ein stark ausgeprägtes Formempfin- den, das den angeschlagenen Gedanken in engster Kürze bindet und bemüht ist, das innere Gleich­gewicht der einzelnen Teile innezuhalten. Er verliert sich dabei aber nicht in reiner Erfüllung des For­malen, sondern ist, wie zumal aus dem langsamen Satz hervorgeht, um den Ausdruck mit ernstem, starkem Wollen bemüht. Seine Melodik erscheint zunächst nicht so eingängig, weil sie originell er­wuchs ohne erkennbare Anlehnung an Vorbilder. Seine Klänge lieben die innere Spannung durch Dissonanzen und eine ausgeprägt durchgeführte Linearität, so daß sich in der klanglichen Struktur ein vielfältiges Bild aus dem organischen Verlauf der Einzelentwicklungen der Stimmführung ergibt. Zu seiner Sinofonietta zieht er ein großes Orchester heran; er verfällt aber dabei nicht einem sogenann­ten Prunkst», sondern seine Art der Instrumentie­rung ist einzig auf die Ausdruckskraft feiner Themen

der Leichtigkeit und Handhabung der einzelnen Stricharten und Vortragsmanieren. So konnte sie iir den musikalischen Willen der jüngsten Gießener Generation zeugen und mit Mozarts A-dur» Konzert den entscheidenden Schritt in.die Oeffent- lichkeit tun. Besonderes Augenmerk lenkten die Ka­denzen auf sich, zumal im ersten Satz, durch die Sauberkeit in der Phrasierung und die Plastik der klanglichen Durchgestalung; hier ließ sich am deut­lichsten ihr geigerisches Können erkennen. Waltraut Schüttler wurde darum mit Recht überaus freundlich in ihrer Vaterstadt gefeiert.

Starkes, bannendes Erleben strahlte die Wied er­gäbe von Bruckners vierter Symphonie (Es-dur) durch Professor Temesvary aus. Wenn dieses zweifellos volkstümlichste Werk unter den Brucknerschen Symphonien die zusätzliche Bezeichnung Romantische" trägt, so ist Bruckner doch nicht als Romantiker etwa in der Art Webers oder Schu- manns anzusprechen. Was sich in dieser Symphonie widerspiegelt, ist die Hingabe an die Natur, die in der Verbundenheit von Mensch und Natur kind­haftes Beglücken erwachsen läßt. Ist z. B. das Ge­sangsthema des ersten Satzes der Symphonie durch den Ruf der Waldmeise angeregt worden, so läßt Bruckner hier gleichzeitig in der Bratsche eine Me­lodie ausblühen, die nach seiner, eigenen Aussage das eigene Glücksgefühl ausdrückt, solchen trau­lichen Naturstimmen im Walde lauschen zu können". Ein ähnliches Durchdringen-von Naturvorgana und Empfindung spiegelt auch die Jagdszene (Scherzo)

schmettert der Buchfink sein herausforderndes Lied­chen.

lieber jede Frühlingsstimme freuen wir uns. Im Herzen fitzt das Frühlingsgefühl und will nun nicht mehr weichen. Selige Unruhe erfüllt des Menschen Herz. Wir stehen vor den Blumenläden und stau­nen. Wir schauen nach dem Himmel und horchen auf den Gesang der Vögel. Wir erleben die ersten Frühlingsstimmen mit offenen Augen und hoffen­dem Herzen.h.

Eierkarte des 32 /34. VersorgungS- '. abschnittes aufheben.

NSG. Da auf die Eierkarte des 34. Versorgungs­abschnittes Eier noch nicht abgegeben werden konn­ten, bei der nächsten Kartenausgabe jedoch wieder eine neue Eierkarte zur Ausgabe gelangt, könnte der Irrtum auftreten, daß die alte Eierkarte wert­los geworden sei. Dies ist nicht der Fall. Vielmehr werden auf die Eierkarte des 32. bis 34. Versor­gungsabschnittes noch Eier ausgegeben. Diese Karte darf also nicht vernichtet werden, sondern ist auf alle Fälle aufzuheben. _______________________

eingestellt.

Der Kopfsatz der Sinfonietta (Allegro moderato) erwächst aus motorischem Impuls, in herber Klang- lichkeit kontrastierend in der rhythmischen Abwand­lung; der Seitengedanke erhält in seiner Wiederkehr eine besondere klangliche Abprägung (gestopftes Hom). Dem Grave ist ein innerlich schwerer, lastender Ausdrucksstil zu eigen, der an den har­monischen Entwicklungen letzter Jahrzehnte nicht unberührt vorübergeht. In seiner weiteren Ent- altung stellt dieser zunächst den Streichern vor- behaltene Satz später die Holzbläser mit dem Streich­körper in wechselseitiger Durchdringung gegenüber bei besonderem Anteil der Solovioline. In Breite klingt das Ganze aus. Das Scherzo folgt der überkommenen Form. Sein Thema wixd von kühnen Intervallschritten bestimmt; geschickt ist auch hier die Gegenüberstellung von Streichern und Holzbläsern. Das Finale voll innerer Straffheit verbindet Ent­wicklungsepisoden gegensätzlicher Thematik; es mün­det in ein Fugato der Streicher, das fortklingt in dem herben Choral der Posaunen und sich zur ekstatischen Coda ausweitet. Die Einstudierung dieses in feiner inneren Haltung schwierigen Werkes hatte Professor Stefan Temesvary mit stärkstem Aus­druckswillen durchgeführt; so wurde dem anwesenden Komponisten ehrende Anerkennung zuteil.

Waltraud Schüttler ist den Gießenern durch ihre Mitwirkung bei verschiedensten Gelegenheiten in früheren Jahren in Erinnerung. Was damals als Entwicklungsansatz und glückliche Veranlagung be­wertet werden konnte, hat sich nach ausgedehntem Studium organisch herangebildet, und der Werde­gang von Waltraud Schüttler hat jetzt einen ent­scheidenden Abschnitt erreicht. Ihre Griffbrett-Technik ist sorgfältig durchgebildet und zeugt von eifriger Arbeit. Dem entspricht auch ihre Bogenführung in

Wohl ihrer Pfleglinge bemüht. Schöne Gemein­schaftsräume, gute Schlafzimmer, sonnige Balkons und windgeschützte Liegeterrajsen, prächtige Garten­wege usw. werden von den Müttern täglich aufs neue als besondere Annehmlichkeiten empfunden, dazu kommt die vielfältige Möglichkeit, sich an den Schönheiten des herrlichen Taunus erfreuen zu kön­nen. Unter diesen günstigen Umstünden verbringen die Frauen auch hier bei Spaziergängen, kamerad­schaftlicher Unterhaltung usw. ihre Ruhetage. Alle sind begeistert von diesem Ausspann und erfüllt von Dankbarkeit für dieses wahrhaft sozialistische Werk der NSV. Diesen Eindruck gewannen wir bet unseren Unterhaltungen mit den Müttern, in deren Kreis sich aus unserer engeren Heimat zur Zeit Frau Hillenbrand aus Gießen-Wteseck,

ZumÄhlb^ehagen der Mütter tragt auch die Tat­sache erheblich bei, daß sie sich in ihrer Freizeit keine Sorgen um ihre Kinder daheim zu machen brauchen, Denn für diese wird in Abwesenheit der Mutter auch von der NSV. gesorgt. Kleine Kinder werden in dieser Zeit in die NSV.-Kinderheime aufgenommen, wo sie von sachkundigen und erfahre­nen Kinderschwestern und Kindergürtnerinnen sorg­sam betreut werden. *

Im Gau Hessen-Nassau hat die NSV. bis jetzt sieben Müttererholungsheime erworben und einge­richtet; darunter befinden sich ein Heim für werdende Mütter und ein Heim für Mütter mit Kleinkindern. In den Jahren 1934 bis 1941 einschließlich sind zur Erholung in diesen Heimen rund 20 000 Mütter, in das Mutterheim mit Kleinkindern von 1936 bis 1941 einschließlich rund 2300 Kleinkinder verschickt wor­den. Auf das Jahr 1941 allein entfallen davon 3300 Mütter und 884 Kleinkinder. Daneben wurden von 1937 bis 1940 einschließlich (die Zahlen von 1941 liegen uns noch nicht vor) noch 45 848 werdende Mütter, Wöchnerinnen und ledige Mütter in die Be­treuungsmaßnahmen der NSV. einbezogen. Außer­dem unterhält die NSV. in unserem Gau noch sieben Kindererholungsheime für Knaben und Mäd­chen. Diese Zahlen allein offenbaren schon eine ge­waltige Leistung der NSV. unseres Gaues zum Besten unserer Volksgemeinschaft und der Zukunft unseres Reiches. Dieses Werk verdient denn auch die höchste Anerkennung und die vollste Unterstützung aller Volksgenossen.

Heute und morgen amTag der Wehrmacht" haben wir alle erneut Gelegenheit, unserem Dank und unserer Anerkennung für das Werk der NSV. Ausdruck zu geben. Möge diese Bekundung unserer Mithilfe bei dem vorbildlichen Werk der NSV. alle Volksgenossen zur höchsten Leistung ver­anlassen, als erneuten Beweis unterer Entschlossen­heit, alle Kräfte anzufpannen im Dienste unseres Volkes und zugleich als sichtbaren Ausdruck des Dankes an unsere Mütter als den Trägerinnen der Zukunft des ewigen deutschen Volkesl B.

Ja, Marion", fing er sofort an,es ist nun so weit ...Ich möchte dir vor allem sagen, daß ich inzwischen bei Abbeg gewesen bin. Er leugnet gar nichts. Ich habe ihm für morgen meine Forderung angekündigt."

Marion preßte für einen Augenblick beide Häntx gegen die Schläfen. Sie ging quer durchs Zimmer und ließ sich in einen der Klubsessel unter Annettens Bild fallen.

Schrecklich, Jan! Daß ihr Männer immer so schnell handeln müßt!"

Mein liebes Kind, so handelt man, wenn Oie Ehre kommandiert."

Ich kann dich leider nicht hindern. Aber ich denke doch, du wirst die Dinge anders ansehen, wenn ich dir alles gesagt habe."

Sprich nur!" erwiderte er, unter dem Kron­leuchter stehend, dessen Schein hell auf feinem hellen Haar lag.Du weiht nicht, wie ich darauf warte. Freilich, im Grunde, was willst du mir noch sagen, nachdem Abbeg selber alles preisgegeben W t

Was was hat er preisgegeben?

Muß ich es wirklich wiederholen? Derlei ist in diesem Hause noch nie gesprochen worden. Daß er und du eh, daß du seine Geliebte Er biß die Zähne zusammen und wandte sich gegen die Tiefe des Zimmers.

Marion schwieg ein paar Herzschlage lang. Dann» sagte sie ruhig:

S)öre zu, Jan. Fürchte nicht, daß ich Winkel» züge mache. Ich werde ganz offen fein. Ich weih, daß ich verspielt habe aber nicht um solcher Dinge willen, die nicht sind, und die auch Abbeg dir nichtpreisgegeben" haben kann, er wäre denn ein großer Lügner. Ich fürchte, meine Schuld gegen dich ist viel schlimmer. Aber ich will nicht verurteilt werden um einer Schuld willen, die i* nicht be­gangen habe..."

(Fortsetzung folgt.)

Vrakel rappelte sich auf dem Ruhebett des Frem­denzimmers hoch.

Was war?! ... Es klopfte noch einmal. Das Zimmer lag in tiefer Dämmerung.Herein!"

Auf der Schwelle stand Marion.

Um Gotteswillen, Papa, was . ist denn mit Mr?J Ich warte und ^warte es ist ja gleich sieben Uhr!"

Gleich sieben? Donnerwetter, da haben wir's aber gründlich verpennt!"

Er faß schon auf der Kante des Diwans und zog sich die Schuhe an. Marion mußte denken, daß er jo _ genau so damals, in ihrem Münchener Wohn­zimmer, drei Uhr nachts auf der Couch vor ihr gesessen hatte ...Nun wär's gar nicht nötig ge­wesen .. .!" schoß es ihr durch den Kopf ...

Du mußt ja mächtig erschöpft gewesen sein, Papa! Wir werden gleich essen. Mach' dich nur fertig und komm herunter. In fünfviertel Stunden mußt du fahren."

Eine Viertelstunde später schellte er an der Direk- torvilla.

Natürlich Abbeg kam selbst, ihm zu offnen! Selbstverständlich hatte er den Diener weggeschickt. Es war ja alles so entsetzlich klar.

Abbeg blickte ihn kühl an, als im Herrenzimmer die Lampe aufflammte. Fehr glaubte, noch den Rauch einer Zigarette im Raum zu spüren.

Herr Abbeg", sagte er, ohne den angebotenen Sessel zu nehmen:Ich habe vorhin, als ich hier vorbeifuhr, meine Frau Ihr Haus verlassen sehen. Sie sind mir eine Erklärung schuldig."

Ich, Baron?" fragte Abbeg ganz ruhig zuruck: Ich glaube, Ihre Frau schuldet Ihnen eine Er­klärung."

Sie werden mir nicht ausweichen wollen, Herr Abbeg. Das wäre jedenfalls in meinen Augen eine unbeschreibliche Feigheit."

,Lch nehme das offenbar mit Vorbedacht gewählte Wort zur Kenntnis, Baron." Abbeg hatte jetzt ein kleines Lächeln im Gesicht, aber die rötlich glühen­den Schmisse auf feinem Schädel verrieten, daß auch er erregt war»Sie werden mich jedenfalls durch ein Wort, das die Dinge in unerlaubter Weife ver­einfacht, nicht provozieren."

Keine Redensarten, wenn ich bitten darf Ich fürchte, die Dinge liegen so einfach, daß ein ein» ziqer Dort genügt, sie zu charakterisieren. In «eichen Beziehungen stehen Sie zu meiner Frau? Jn Beziehungen, dis Ihnen erlauben, sie hinter ASinem Rücken allein in Ihrer Wohnung zu emp- fanaen?"

Ach bedauere, daß die Baronin Fehr nicht vor der Heirat ihren Mann über die Beziehungen auf»

Am Sonntagnachmittag hielt der Männer-^ gefangnere in .Harmonie" in seinem Der» einslokal, der WirtschaftZur Burg", seine dies­jährige Jahreshauptversammlung ab. Der stellv. Vereinsführer Heinrich Diehl begrüßte die Er­schienenen, u. a. den auf Urlaub weilenden Ver­einsführer Fritz Jung VHI. Er gedachte der Ver­storbenen und Gefallenen des verflossenen Jahres. Seinem Jahresbericht ist entnommen, daß der Ver­ein beim Kreissängertag und beim Peter-Cornelius« Singen in Mainz vertreten ist, bei letzterer Veran­staltung sogar mit sechs Mitgliedern. Zwei Sänger» kameraden erhielten für 40jührige aktive Sänger« tätigfeit die Ehrennadel. Den im Feld' stehenden Mitgliedern wurden zu Weihnachten Liebespakete zugesandt. Die Mitgliederzahl hielt sich auf der alten Höhe, lieber die finanziellen Angelegenheiten berichtete Kassenwart Ludwig Langsdorf.Seiner mustergültigen Arbeit wurde durch den Versamm­lungsleiter Dank und Anerkennung gezollt. Der Vorstand bleibt wie seither bestehen. Der auf Ur­laub weilende Vereinsführer Fritz Jung gedachte der stolzen Leistungen der an der Front weilenden Waffenbrüder und wandte sich dann mit der Auf­forderung zur größten Pflichterfüllung an die in der Heimat weilenden Sängerkameraden. Die Ver­sammlung klang mit dem Gruß an den Führer und unsere stolze Wehrmacht aus.

Der Geflügelzüchteroerein Klein-Linden hielt am Samstagabend in feinem Vereinslokal feine Jahres­hauptversammlung ab. Dereinsführer Aug. Lenz gab den Jahresbericht. Den Kassebericht erstattete Kassen­wart Otto Lippert. Ein kleiner Ueberschuß der Einnahmen konnte für das kommende Jahr über­schrieben werden. Die Rechnung fand die Genehmi- K'er Versammlung. Den Mitgliedern, die unter affen stehen, wurde als Liebesgabe der Ge­flügelzüchterkalender übersandt. Der Vereinsführer forderte die Mitglieder auf, sich eifrig an der pflicht­gemäßen Eierablieferung zu beteiligen. Auf An­regung des stellvertretenden Dereinsführers sollen Samen von Sonnenblumen bestellt werden, um ! selbsteigenes Futter zu erzeugen.

Gießener Wodjenmarftpreife.

* Gießen, 28. März. Auf dem heutigen Wochen- ! markt kosteten: Markenbutter, Va kg 1,80 RM., > Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, gelbe ' Rüben 12, Spinat 65, Unterkohlrabi 8 bis 10, Zwie- i beln 11, Lauch, das Stück 10, Endivien, % kg 42 Rpf.

* * Ostermärchen im Stadttheater. Aus dem Dramaturgischen Büro wird geschrieben: Heute ' ist die Erstaufführung des OstermürchensDer kleine

geklärt hat, in denen ich zu ihr seit langen Jahren stehe. Und über verschiedenes anderes."

Fehr war es, als packte ihn der Schwindel. Er nahm alle Kraft zusammen.

Alles andere, was Sie anzudeuten belieben, kommt in zweiter Linie. Das Entscheidende haben Sie, wie ich feststelle, ausgesprochen. Sie werden von mir hören.

Durchaus bereit, Baron. Mir war immer klar, daß dieser Augenblick kommen würde. Aber ich war nicht feige genug, um seinetwillen auf Rechte zu verzichten, in die Sie eingebrochen sind. Schicken Sie mir also Ihren Bevollmächtigten. Ich meines- teils werde von jetzt an jede freie Minute benutzen, um mein Handgelenk, das Sie ja schon einmal kennenlernten, zu trainieren. Die vielen Krähen, die unterm Fenster meines Schlafzimmers lärmen, werden sich glücklich schätzen, Sie als Ziel zu er­setzen."

Fehr verbeugte sich kurz, mit der Miene, die sei­nen unverhohlenen Ekel ausdrückte.

Aus der Stadt Gießen.

Frühlingsstinnnen.

Arn frühen Morgen weckt uns jetzt Vogelgezwit­scher. Im Garten sind die Schneeglöckchen erwacht und zittern leise, wenn der laue Frühlingswind sie bewegt. Auch die Krokus blühen, und an sonnigen Abhängen kommen die ersten Gänseblümchen.

In der Luft trillert die Lerche. Wohl lärmten und schwatzten die Stare schon lange in den Bäu­men rings um die Stadt, aber die Lerchen sind erst vor kurzem zurückgekommen von ihrer Reise, und es lohnt sich, stehen zu bleiben und zu horchen. Du siehst sie nicht, hörst sie nur, nicht eine, son- dem viele. Die Lust ist voller Lerchensang.

Da kommt eine herunter aus dem Blau. Wie ein kleiner grauer Stein läßt sie sich fast senkrecht in den Kleeacker fallen. Du siehst sie herumhuschen und Futter suchen. Nicht lange, dann kommt noch eine, und doch hört das Jubilieren in der Luft nicht auf.

Nun steigt wieder eine auf. Erst fliegt sie schräg nach der ©eite jetzt wendet sie sich und steuert im Zickzack gegen den Wind, dann aber fängt ihr Lied an, ein Jubeln und Singen, daß es einem warm in der Brust wird. Steil fliegt sie in die Höhe, und bald ist sie deinen Augen entschwunden.

Don der hohen Kiefer am Waldrande kommt eine andere Stimme des Frühlings. Die Amsel flötet. Du siehst den schwarzen Sänger hoch oben sitzen. Wie er sich aufplustert, wie schmelzend er lockt! Du denkst nicht daran, daß dir die Amsel im Garten die besten Beeren stiehlt. Nein, du freust dich über den Sänger und nickst chm freundlich zu.

Und die kleinen zarten Stimmen der Meisen tönen dir entgegen. Sie Hüpfen auf den Büschen, von Ast zu Ast, von Zweig zu Zweig. Dazwischen

Zusahkleiderkarie für Jugendliche zur dritten Iieichskleiderkarte.

Wie kürzlich bereits bekanntgegeben wurde, wird auch in diesem Jahr wieder eine Zufatzkleiderkarte für Jugendliche ausgegeben mit 30 Vezugsabschnitten für Knaben und 20 Bezugsabschnitten für Mädchen. Die Karte enthält weiter zwei Bezugsnachweise für je ein paar Strümpfe oder Socken. Alle Bezugs- äb'fchmtte und Bezugsnachweise der Zufatzkleider- karte sind sofort fällig. Die Zusatzkleiderkarte wird auf Antrag an alle Jugendlichen ausgegeben, die zwischen dem 2. September 1923 und dem 1. Sep­tember 1928 geboren sind und bereits eine dritte Reichskleiderkarte erhalten haben. Antragsberech­tigt find die Jugendlichen ober deren gesetzliche Ver­treter. Die Anträge können vom 30. März ab bei den zuständigen Wirtschaftsämtern (Kartenstellen) gestellt werden. Bei der Antragftellung haben die Jugendlichen ihre dritte Reichskleiderkarte sowie einen Ausweis, aus dem das Geburtsdatum her- vorgcht (z. B. Kennkarte, HJ.-Ausweis, Geburts­urkunde) vorzulegen. Die Antragsfrist endet am 30. April 1942.

Hab' ich den Kerl doch nicht am Schlafittchen gekriegt! ... murmelte Brakei, indem er sich ächzend die Schuhriemen zuband.

Auf der Galerie, die im trüben Licht des nur zur Hälfte brennenden Kronleuchters lag, traf Marion Fehr, der aus dem Schlafzimmer trat. Sie wich feinem Blick nicht aus.

Ich bitte dich nur um eines, Ian: laß Papa nichts merkens Du wirst sehen, wie er mit allem zu­sammenhängt. Wir sprechen uns nachher."

Selbstverständlich. Gute Haltung bis zuletzt." Zuletzt1 dachte sie mit einem Schauer aller Nerven und ging an ihm vorüber.

Das Abendessen verlief in bester Form. Heber der Tafel wehten die Kerzen. Marion gab sich heiter ihr war, als märe sie ip ihr früheres Leben zurück­geschlupft und spielte Line Rolle in einem Stück und Christian Fehr gewann es sogar über sich, mit dem Schwiegervaterauf baldiges frohes Wieder­sehen" anzustoßen, obwohl er kein Wort davon glaubte, sondern hinter der höflichen Redensart nichts sah als die Trümmer seines Glücks. Brakei be­dauerte noch einmal, daß er den Besuch bei Abbeg versäumt habe: eine ganz unerklärliche Müdigkeit sei plötzlich über ihn gekommen, noch niemals habe er so etwas erlebt, jetzt habe er mindestens für drei Nächte Vorrat geschlafen ... Fehr sah Marion mit flüchtigem Blick an, als der Name Abbeg fiel, aber sie schaute ruhig an ihm vorbei. Es erstaunte und erbitterte ihn, daß sie so ruhig war.

Ein Viertel nach acht meldete Fabian den Wagen.

Im Lichte der Kugellampen nahmen Fehr und Marion Abschied von ihrem Gast.

Na, die Kleine kann zufrieden fein ... hat eine feine Partie gemacht und einen seelenguten Mann gekriegt!" dachte Brakei, während das Auto ums Rondell fuhr. m

Christian Fehr ließ Marion den Vortritt, als sie 1 ins Haus zurückgingen. Dann öffnete er die Tür ; zu feinem Zimmer und schaltete alle Lichter em, damit es hell um ihp wäre in dieser Stunde,