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eine Hampden! Wir pirschen uns in Schußposition heran. Jetzt reißt Oberfeldwebel Gildner das Fsug- zeug hoch. Der Tommy kommt ins Visier ein Druck, alle Waffen speien eine glühende Garbe. Wir drücken weg, und da brüllt's schon aus allen Mündern: Er brennt! In fünfhundert Meter Ent­fernung fällt der Engländer als glühender Ball uni) verzischt in den Fluten der Nordsee.

Peshawar als Hauptstadt einen dem britischen Par­lament verantwortlichen Gouverneur, einen von ihm ernannten ausführenden Rat, in dem auch In­der sitzen, und ein nach sehr vorsichtig abgestuftem Wahlrecht gewähltes und nur sehr beschränkt be- wegungsfähiges Provinzialparlament. Fünf andere Provinzen, die noch nicht der Selbstverwaltung selbst in den sehr eng gezogenen Grenzen für wür­dig befunden werden, unterstehen einem britischen

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Bucht mit besonderem Erfolg fort. Bomben schwe­ren Kalibers trafen einenkreuzer und fünf große Handelsschiffe, von denen vier in Brand gerieten. Weitere Bombentreffer wurden in Oeltanklagern. Docks, Kasernen und Alakstellungen erzielt.

Im Mittelmeer verfolgte ein deutsches Un- terseeboot den britischen Geleitzug, aus dem wie im gestrigen Wehrmachtbericht gemeldet bereits ein Zerstörer und ein Dampfer herausgeschossen wurden und versenkte durch Torpedotreffer einen Tanker von 4000 BRT.

3m Kampf gegen die britische Insel belegte die Luftwaffe in der letzten Nacht militärische An­lagen des wichtigen Schiffsbauplahes Sunder­land und einen Hafen an der Humber-Mün- d u n g erfolgreich mit Bomben. Ostwärts von Is­land griff e|n Unterseeboot ein feindliches Han­delsschiff von 1500 BRT. an, das von einem Be­wacher und zwei Unterseebootsjägern gesichert war, und versenkte alle vier Fahrzeuge.

Bei Angriffen schwächerer Kräfte der britischen Luftwaffe in der letzten Nacht auf Westdeutschland erlitt der Feind hohe Verluste.

Nachtjäger und Flakartillerie schossen 16 d e r a n - greifenden Bomber ab, vier weitere britische Flugzeuge wurden bei Tage an der französischen Westküste zum Absturz gebracht.

Oberfeldwebel Gildner errang seinen 26. bis 28. und Oberleutnant zu Lippe-Weißenfeld seinen 18. bis 21. Nachljagdsieg. Ein Nachljagdver- ' band unter der Führung von Generalleutnant jftamm6u6cr erzielte in der letzten Nacht seinen | 500. Abschuß.

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Stärkere Sowjetkräfie nordostwärts Taganrog aus ihre Ausgangsstellungen zurülkgeworsen.

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Der Wehrmachtbericht.

DNB. AusdemFührerhauptquartier, 27. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch schlugen deutsche und rumänische Truppen in mehreren wellen vorgetra­gene Angriffe des Feindes ab und vernichteten dabei zwölf Panzer.

Nordostwärts Taganrog wurden starke Kräfte der Sowjets im Gegenangriff unter schweren Verlusten auf ihre Ausgangsstellung zurückgewor­fen. An mehreren Stellen des mittleren und nördlichen Frontabschnittes hatte der Feind bei der Wiederholung seiner erfolglosen An­griffe ebenfalls hohe Verluste. Eigene örtliche An­griffe führten zu weiteren Erfolgen.

Die L u f t w a f f e zerschlug Panzeransammlungen des Feindes auf der Halbinsel Kertsch und zer­störte allein im mittleren Frontabschnitt 19 Trans­portzüge der Sowjets.

Die rheinisch-westfälische 25 3. Infan­teriedivision hat in wochenlangen härtesten Abwehrkämpfen 120 zum Teil von Panzern unter­stützte Angriffe des Feindes zurückgeschlagen und die Masse mehrerer sowjelischer Divisionen vernichtet.

In Nordafrika wurde bei Luftangriffen auf den Hafen von Tobruk ein Handelsschiff mitt­lerer Größe beschädigt. Die Wüstenbahn in Nord­ägypten wurde in der vergangenen Nacht durch Bombenvolltreffer an mehreren Stellen unter­brochen und hierbei ein britischer Trans­portzug vernichtet.

Auf Malta setzten deutsche kampffliegerkräfte die Angriffe auf feindliche Schiffe im Hafen von

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M Merkreuziräger Gildner aus Aachtjagd

Von Kriegsberichter Heinz Boback.

Oberfeldwebel Gildner, der seinen 26. bis 28. Nachtsieg errang, und Generalleutnant Kamm- Hub e r, dessen Verband in der letzten Nacht seinen 500. Abschuß erzielte.

(PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Wellendorf. jSch.j)

schnallt. Befehl zum Starten die Motoren sprin­gen an, und schon zieht Oberfeldwebel Gildner hoch. Die Erde fällt schwarz von unseren Augen ab. Der Mond macht wunderliche Kapriolen. Wir gehen auf befohlenen Kurs und suchen höhe. Eine gute StuiDe kreuzen wir herum über Festland und Meer, kein Tommy will sich finden lassen. Wir tauschen durch die Eigenverständigung unser Mißfallen aus. Da, da! Steil über uns ein Schatten. Der Tommy! Wir setzen uns hinter ihn. Deutlich auszumachen:

jedes andere islamische Land und die indischen Mohammedaner die Verbindung mit der islamischen Kultur aufrechterhielten, ja in ihrem Zusammen­leben mit einer überwältigenden Hindu-Mehrheit Rückhalt an der all-islamischen Gemeinschaft suchten.

Es ist daher nur natürlich, daß in der sorgsam ausgeklügelten Regierungspraxis der Engländer dies Verhältnis zwischen Hindus und Mohammedanern ein wichtiger Ansatzpunkt ist, um durch künstliches Schüren der Gegensätze eine Einigung des indischen Volkes zu verhindern und die eigene Herrschaft auf­rechtzuerhalten. So werden nach Versicherung indi­scher Nationalistenführer Hindus und Mohamme­daner durch erlogene Schauergeschichten von Agen­ten bes Secret Service aufgehetzt und zu blutigen Zusammenstößen getrieben, oei denen dann die Engländer als Friedensstifter auftreten. Wenn den Mohammedanern won England gern politische Vor­rechte eingeräumt werden, so vertieft das naturge­mäß den bestehenden Gegensatz zu den Hindus, wo­mit die Engländer dann ihren Zweck erreicht haben. Auch dem oben schon erwähnten Kastenwesen, das von englischen Politikern gerne als schwerstes Hin­dernis für eine nationale Einigung Indiens hinge- ftellt wird, schreiben indische Nntionalistenfühn-r ebenso wenig hemmende Wirkung zu wie der Stel­lung der Parias. Der Inder sei seiner Natur nach viel zu duldsam, als daß diese in der religiösen und ge­schichtlichen Entwicklung des Landes begründeten Eigenarten wesentliche Trennungsmomente abgäben, wie es die Engländer in ihrer Propaganda immer wieder behaupteten. Einsichtige Hindus arbeiten feit langem an dem Abbau solcher Gegensätze, es ist ja auch bei uns bekannt geworden, wie sehr sich gerade Gandhi für eine soziale Hebung der Parias ein­gesetzt hat, denen die Briten wie einst den Mo­hammedanern ein eigenes Wahlrecht für eine ge­sonderte Volksvertretung geben wollten, um auch diesen Gegensatz zu verewigen.

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terstehen die meisten dem Vizekönig direkt, andere den Provinzialgouverneuren. Fast 40 v. h. der Bodenfläche Indiens mit freilich nur 81 von 352 Millionen Einwohnern entfallen auf diese Fürsten« taaten, 562 an der Zahl, von denen die größten wie Hyderabad oder Kaschmir so groß wie Groß­britannien sind, die kleinsten jedoch nur wenige Hek­tar umfassen. Kaum zwei haben die gleiche staats­rechtliche Lage, sie ergibt sich aus den Schutzver» trägen und sonstigen Abmachungen, die sie zu ganz verschiedenen Zeiten und unter ganz verschiedenen Umständen mit der Ostindischen Kompanie oder ihrer Nachfolgerin, der britischen Krone, geschlos­sen haben. Die Regierungsform ist meist die un­verfälschter mittelalterlicher Despotie, was nicht hin­dert, daß einige der bedeutendsten ausgezeichnet regiert werden und in kultureller Hinsicht fortschritt­licher sind als manche Provinzen Britisch-Jndiens. Ueberall sorgenBerater" als Kontrollorgane der Zentralregierung für Wahrung der britischen In­teressen. Die britische Herrschaft hat sich in den Fürsten ein zuverlässiges Gegengewicht zu der in­dischen Freiheitsbewegung erzogen, denn von ihrem Sieg haben sie zumindest starke Beschneidung ihrer Rechte zu erwarten, während die Briten ihnen die Sicherheit ihres phantastischen Besitzes garantieren.

Wir sehen also, Indien bietet ein weites Feld für die englische Praxis des Gegeneinanderausspie­lens der religiösen und sozialen Gegensätze wie der machtpolitischen Jnteresien. Nach Kriegsausbruch forderte der Nationalkongreß, die größte Organi­sation der nationalistischen Hindu, die Unabhängig- leit Indiens sofort nach Kriegsschluß und Ausarbei­tung einer Verfassung in einer indischen National­versammlung ohne britische Einmischung. Im Ja­nuar 1940 versprach darauf der Vizekönig Lord Linlithgow den Dominionstatus als Ziel der ver­fassungsmäßigen Entwicklung und es zeigte sich, daß die Hindu Mahasabha, eine gemäßigte Hindu­organisation, und die Muslim-Liga sich damit be- gnügen wollten, der Nationalkongreß jedoch deck Vorschlag strikt ablehnte. Die Muslim'Liga, die frei­lich nur sehr bedingt den Ansvruch erheben kann> die 90 Millionen indischer Mohammedaner zu ver­treten, da viele erkannt haben, daß der Gegensatz zwischen Hindu und Muslim nur im Zeichen eines einigen indischen Nation überwunden werden tann* deren Verwirklichung die Kongreßpartei anftrebt^ hat einen Plan auf Teilung Indiens in einen Hindu-StaatHindustan" und einen im Nordwesten aus Panjab, Afghanistan, Kaschmir und Sind zu schaffenden mohammedanischen StaatPakistan* aufgestellt, der von dem mohammedanischen Dichter und Politiker Sir Muhammad Jgbal ausg^arbeitet und nun von dem Führer der Muslim-Liga Mo­hammed Ali Jinnah vorgelegt wird, aber wis Cripps wohl zur Beruhigung der Hindus mitgeteilt hat, nicht zu den Vorschlägen der britischen Regie­rung gehören soll. Cripps wird zweifellos alle Re­gister ziehen, um die Unmöglichkeit nachzuweisen, Nationalkongreß, Muslim-Liga und Fürsten unter einen Hut zu bringen, um dann die englischen Vor­schläge alr. das einzige Mittel für eine Befriedigung aller Interessen zu preisen und mit weiteren Ver­tröstungen auf die Zukunft die politischen Führer des indischen Volkes zu überreden, sich und ihr Land der Verteidigung des Empire zur Verfügung zu stellen. Ob ihm dies gelingen wird, ist ange­sichts der grundlegenden Wandlungen der weltpoli­tischen Lage seit Kriegsbeginn doch sehr zweifel­haft. Wenn damals auch noch nationalistische Inder wie Nehm und Gandhi den Briten ihre Unter­stützung zusagten, so muß heute, wo Japan an das Tor Indiens klopft, auch diesen klar sein, daß In­diens Schicksalsstunde kühne Entschlüsse fordert* soll sie nicht unwiederbringlich entschwinden.

Dr. Fr. W. Lange. *

Die Vielfalt des indischen Problems konnte hier nur angedeutet werden. Wer sich näher informieren will, sei nachdrücklich verwiesen auf das ausgezeich­nete Werk von Dr. Ludwig Alsdorf:Indiens das auch die Entwicklung feit Kriegsausbruch be rücksichtigt. Von älteren Werken feien genannt:Ge­schichte Indiens" von Prof. Dr. Emil Schmidt, Indien kämpft" von Walter Boßhardt,Mein Leben" von Mahatma Gandhi und als englische Darstellung:Geschichte Indiens" von Sir Georg- Dunbav»

Gerechtigkeit.

Der Krieg wird für jeden deutschen Volksgenossen von Tag zu Tag fühlbarer. Je einschneidender die Einschränkungen aber sind, die alle deutschen Volks- genossen auf sich nehmen müssen, um so strenger muß darauf geachtet werden, daß das Gebot der Gerechtigkeit nicht verletzt wird und die Verteilung der Lasten nach einem Schlüssel erfolgt, der keinen besser stellt und von allen das gleiche verlangt. Insbesondere ist das auf dem Gebiete der Lebens­mittelversorgung der Fall, die ja durch die in die­sen Tagen verkündete Anpassung der Rationen an die Vorräte neue erhebliche Entsagungen notwendig macht; hier ist besonders scharf darauf zu achten, daß die Linie der Gerechtigkeit peinlich genau ein­gehalten wird.

In der Erkenntnis der ungeheuren Bedeutung, die gerade in dieser Zeit der Gerechtigkeit als oberstem Gesetz der Staatsführung zukommt, hat daher in diesen Tagen der Ministerrat für die Reichsverteidigung diejenigen, die Rohswffe oder Erzeugnisse, die zum lebenswichtigen Betrieb der Bevölkerung gehören, vernichten, beiseite schaffen oder zurückhalten und dadurch böswillig die Deckung des Bedarfes gefährden, mit Zuchthaus oder Ge­fängnis und in besonders schweren Fällen mit dem Tode bedroht. Mit Gefängnis wird außerdem be­straft, wer in Ausübung feines Berufes oder Ge­werbes für die Bevorzugung eines anderen bei der Lieferung von Waren oder Darbietung von Lei­stungen einen Vorteil fordert oder sich oder einem anderen versprechen oder gewähren läßt, oder die Lieferung von Waren und sonstige Vorteile an» bietet, verspricht oder gewährt, um sich oder einem anderen Waren oder Leistungen bevorzugt zu ver­schaffen. Die Staatsanwaltschaften sind dabei an­gewiesen, mit aller Schärfe Verstöße gegen diese Verordnung zu verfolgen und mit der Milde, die bisher hier und da noch geübt wurde, endgültig Schluß zu machen.

Die deutsche Staatsgewalt ist also fest entschloßen, das deutsche Volk vor der Ausnutzung durch Schie­ber und Wucherer zu schützen. Es wird damit ein Ende haben, daß der Schleich- und Tauschhandel gewissen- und verantwortungsloser Elemente aus dem Kriege ein Geschäft macht. Die Entschlossenheit, mit der die Reichsregierung die unbedingte Gerechs tigkeit besonders jetzt, da die Lasten für den ein­zelnen noch schwerer werden, verbürgt, nmß für alle eine Warnung sein, besonders auch für jene, die sich kein Gewissen daraus machten, auf dunklen Schleichwegen mit horrenden Ueberpreisen sich law» send rationierte Lebensmittel uyd Genußmittel zu verschaffen oder abzugeben.

Im Kriege gehören alle Waren und Lebensmittel

Buntscheckigkeit der staatlichen Verwaltung und vor allem die Sonderstellung der indischen Fürsten­tümer. Man muß wissen, daß die Engländer ja nicht ursprünglich als Eroberer nach Indien kamen, die sich das ganze Land unterwarfen, sondern als Kaufleute einer-Handelsgesellschaft, der Ostindischen Kompanie, die das Land erwarb. Noch 150 Jahre nach Gründung der Kompanie war der englische Territorialbesitz in Indien kaum der Rede wert. Erst in dem Maße, wie die politische Auslösung, der Indien zu Anfang des 18. Jahrhunderts nach dem Sturz der Großmogulen verfiel, die europäischen Kaufleute zwang, selbst für die Sicherheit ihrer Niederlassungen zu sorgen, wurden sie zu einer politischen Macht, die auch in den Streitigkeiten der einheimischen Fürsten eine Rolle zu spielen be­gannen. Daraus leitete sich bann die britische Er­oberung Indiens her, das heute keineswegs das gleichmäßige Bild einheitlicher britischer Verwaltung darstellt, wie man gemeinhin annimmt, sondern in seiner Buntscheckigkeit den Charakter der eng­lischen Durchdringung heute noch widerspiegelt. So muß man unterscheiden zwischen dem eigentlichen Britifch-Jndien und den Eingeborenen-Staaten. Von den Provinzen Britisch-Jndiens, das dem Dize- könig als Generalgouverneur direkt untersteht, haben elf, darunter, um nur die bekanntesten zu nennen, Bengalen, Bombay, Madras und das Punjab mit der Hauptstadt Lahore ebenso wie die Vereinigten Provinzen von Agra und Udh mit der Hauptstadt Allahabad und die Nordwestprovinz mit

entsenden. Seine Mission ist nach dem Gesagten denkbar schwierig. Ihn empfahl dafür sein betonter Radikalismus und feine Bekanntschaft mit Pandit Jawaharlal Nehru, den Gandhi nach seinem Rück- tritt von der offiziellen Führung der Kongreßpartei, der stärksten Organisation des indischen Nationalis­mus, zu feinem Nachfolger ernannte und bem man ähnlich wie Cripps Sympathie mit bolschewistischen Gedankengängen nachsagt. Vielleicht sprach bei Chur­chill persönlich auch für die Wahl von Cripps mit, , daß er einen ihm höchst unbequemen Kritiker seiner ' Amtsführung und Konkurrenten um den Posten des Premierministers für einige Zeit aus London ent­fernt hat und, falls dessen Indien-Mission scheitern , sollte, ganz ausbooten konnte.

Sei dem, wie ihm wolle, Stafford Cnpps hat in- ' zwischen in Neu-Delhi seine Besprechungen aufge­nommen. Daß er erklärte, nur vierzehn Tage Zeit zu haben, haben seine indischen Verhandlungspart- - ner als einen Versuch aufgefaßt, sie unter Druck zu setzen. Auch der eng gezogene Kreis der zu den Besprechungen Geladenen und das Wenige, was i über die Vorschläge durgesickert ist, die er aus Lon­don mitgebracht hat, sind bereits Gegenstand kn- ( iischer Erörterung in der indischen Oeffentlichkeit gewesen. Zu den Besprechungen hinzugezogen wur­den Vertreter des Nationalkongresses, der Muslirn- liqa, der Hindu Mahasabha und der Fürstenkammer, ferner der liberale Politiker Sir Taj Dahndur Sa- pru, der Premierminister von Bengalen Fazlul Huk, der Führer der Paria Dr. Ambedkar und einige we­nige andere Politiker. Inzwischen hat Cripps auch mit Gandhi Fühlung genommen und wird auch mit Nehm Zusammentreffen. Im Mittelpunkt der briti­schen Vorschläge, die Cripps als unabänderlich bezeich­net haben soll, womit sie für die indischen Nationalisten an Wert erheblich eingebüßt haben dürften, scheint wiederum die schon sooft gemachte und niemals erfüllte Zusage der Verleihung des Dominionstatus nach dem Kriege zu stehen, obwohl es gerade Nehm war, auf den Cripps heute feine größte Hoffnung fetzt, der fdjon vor zwei Jahren den Nationalkongreß be­stimmt hatte, den Dominionstatus abzulehnen und ausdrücklich ,/Unabhängigkeit Indiens außerhalb des Britischen Reiches" zu verlangen. Ein Domimon Indien würde im Kreise der übrigen Dominien sei­ner rassisch-kulturellen Eigenart entsprechend immer ein Fremdkörper fein. Die Behandlung der Aus- laNds-Jnder gerade in den Dominien hat ja schon gezeigt, daß die Dominien niemals gewillt fein wer­den, ein gleichberechtigtes Indien neben sich zu dul­den, das überdies nach feiner weit höheren Devöl- kerungszahl und stärkeren Wirtschaftskraft das Em­pire bedenklich aus dem Gleichgewicht bringen müßte. So empfindet man in Indien den.englischen Vorschlag des Dominionstatus als gar nicht ernst­haft gemeint. Noch weniger natürlich die soge­nannteägyptische. Lösung", die man den Gegnern des Dominionstatus als neuen Koder hinwirst. Auch ibiefe kann unmöglich den Forderungen der indi­schen Nationalisten genügen, denn Jie würde ja ein­zig und allein darauf hinauslaufen, die britische Herrschaft auf jene diskretere Art aufrechtzuechal­ten und zu verewigen, wie sie England in Aegypten und hn Irak beliebt, wo hinter einem einheimi­schen Herrscher und einer einheimischen Regiermig mit einheimischem Parlament die englischenBe­rater" dafür sorgen, daß die wirtschafttiche und.mm» tärische Kontrolle des Landes fest in den Händen Englands bleibt. Mit einem solchen SchAn einet nationalen Unabhängigkeit, bei bem in WcchrlM alles beim alten bliebe, wäre dem indischen Volk« natürlich nicht gedient. _ , _

Die oft erprobte englische Derhandttmgspraxis, von der sich Cripps nun wieder bei feinen Be­sprechungen in Neu-Delhi Rettung aus allen Der» legenheit verspricht, gründet sich auf die Mei­nungsverschiedenheiten unter den Indern JewjL Man kann sie nicht begreifen ohne einen Rückblick auf die Geschichte Indiens stnd die Entwicklung der indischen Freiheitsbewegung. Dabei ist es nicht ganz leicht, zwischen dem, was die englische Pro- paganba über die Uneinigkeit des indischen Volkes als angeblich stärkstes Hindernis für ein unab­hängiges Indien in die Welt gefetzt hat, und den gegenteiligen Behauptungen indischer Nationalisten den Weg zu finden, auf dem sich ein klares Bild der innerpolittschen Lage Indiens gewinnen läßt. Indiens Geschichte ist die Geschichte seiner Beherr­schung durch fremde Eroberer. Alle bis auf die letz­ten, die Engländer sind von 3nbien auf gesogen und haben dem rassischen, völkischen, sprachlichen Mo­saik, des Landes, das in seinen ungeheuren Aus­maßen fast einen Erdteil für sich darstellt, ein Steinchen hinzugefügt. Eine politische Einheit hat Indien bis zur britischen Eroberung nicht gekannt, wenn auch im 3. Jahrhundert und seit dem 16. Jahr­hundert unter den mohammedanischen Mogultcrisern große Teile Indiens politisch zusammengefaßt waren. Aber die Vielzahl der politischen Staats­gebilde, in die Indien selbst während der moham­medanischen Zeit meist zerfiel, war geeint im Zei­chen der hinduistischen Kultur, deren wesentlichster Zug ihre totale religiöse Ausrichtung ist. Aber nicht der Glaube entscheidet darüber, wer ein Hindu ist, sondern allein die Zugehörigkeit zu einer Hindu- Kaste, die nur durch Geburt erworben werden kann. Sie ist eine durch gemeinsame ererbte religiös-soziale Rechte und Pflichten zufammengehaltene Genossen­schaft, die ihren Mitgliedern die engere Verbindung, ja das gemeinsame Essen mit solchen anderer Kasten verbietet. Die soziale Gesellschaftsordmmg Indiens wird von diesen mehr als zweitausend verschiedenen Kasten bestimmt, deren oberste auf der gesellschaft­lichen Stufenleiter die Brahmanen sind, lieber» Haupt keinen Platz auf dieser Leiter haben die Pa­rias, dieUnberührbaren", die in ihrer menschen­unwürdigen sozialen Lage von den Hindus über­haupt erst für sich in Anspruch genommen wurden, als es sich darum handelte, in den Provinzen mit überwiegend mohammedanischer Bevölkerung die Zahl der Hindus in die Waagschale zu werfen. Da die Parias etwa 40 bis 60 Millionen Menschen aus­machen, spielen sie in dem tnnerpoütifchen Kamp zwischen Hindus und Mohammedanern schon zahlen­mäßig eine Rolle. Diese, heute noch ein Volksteil von fast 90 Millionen, haben sich der religiös-kul­

turellen Einschmelzung durch den Hinduismus ent­zogen, wenn auch nur der kleinere Teil aus ^Ab­kömmlingen der islamischen Eroberer besteht, der größere aus Nachkommen übergetretener Hindus. i)er Großmogul Akbar, der zu Ende des 16. Jahr- bunberts über ein Reich gebot, wie es Indien in solcher Ausdehnung und Geschlossenheit seit dem 3. Jahrhundert nicht mehr gesehen hatte, und der als erster versuchte, ein national-indisches Reick zu schaffen, bemühte sich um eine Versöhnung zwischen Hindus und Mohammedanern, aber schon hundert Jahre später machte der Mogul Aurangzeb dieser weitsichtigen Toleranzpolitik ein Ende, der alte Zwiespalt lebte auf und unterwühlte das Mogul­reich, das um 1730 ein Opfer der brahmanischen Marathen wurde. Der Gegensatz zwischen Moham- mebenem und Hindus hat seitdem dem politischen Leben Indiens einen wesentlichen Zug gegeben, da Indien noch heute mehr Mohammedaner zählt als

Wir krebsen weiter, frühstücken ein Butterbrot, 3agb macht Hunger. Die Minuten verrinnen. Wir haben wieder einen! Diesmal links vor uns. Er scheint uns noch nicht bemerkt zu haben. Der Flug­zeugführer drücktPulle" rein. Wir holen auf, und schon prasseln die Garben in den Rumpf des feindlichen Flugzeuges. Auch dieses brennt nach dem ersten Feuerstoß, ohne an Gegenwehr zu denken, hält sich kurze Sekunden lichterloh brennend und stürzt wie ein Komet in weitem Bogen ins Meer. Wir sehen, wie sich aus dem Flugzeug ein Fall­schirm löst, aber es hllft ihm kein Wind, und er pendelt unaufhaltsam in die Flammen der brennend auf der Wasseroberfläche treibenden Maschine.

Jetzt geht's auf Heimatkurs, es wäre Zeit zum Landen. Im selben Augenblick erblicken wir rechts über uns den Schatten eines Flugzeuges. Ist es eines unserer eigenen Flugzeuge oder der Tommy? Endlich können wir es ausmachen das kann nur ein Engländer fein. Im gleichen Augenblick hat er uns bemerkt und läßt sich durchfallen, aber er ist nicht rasch genug. Es beginnt eine aufregende Jagd. Diesmal haben wir es mit einem erfahrenen Gegner zu tun. Er versucht, im Tiefflug zu entkommen. Oberfeldwebel Gildner drückt noch und setzt sich auf die kürzeste Entfernung hinter ihn. Der alte Bursche macht Zickzackkurs, schert nach rechts und nach links aus. lieber Bäume und Häuser hinweg, immer der Küste zu.

Jetzt kommt der Damm und das Meer. Der Tommy wehrt sich verzweifelt. Zweimal haben wir schon zum Angriff angesetzt. Er ift nur noch fünfzig Meter vor uns und fetzt seine Garben über unsere rechte Tragfläche. Wir setzen zum drittenmal an, zwei, drei Feuerstöße. Der Engländer saust in den Nordseeschlick, den die Ebbe freigelegt hat. Wir klopfen Oberfeldwebel Gildner auf den Rücken vor Freude, daß wir auck noch den dritten zu fassen gekriegt haben. Er kurvt noch einmal, aber die Absturzstelle des dritten Flugzeuges läßt sich im dunklen Watt nicht ausmachen.

Ein weiterer Ansatzpunkt für die britische Regie- i. -----................. .....

rungsmaxime desTeile und Herrfche!" ist die iOberkommistar. Von den Eingeborenenstaaten un«

DNB. ..., 27. März. (PK.) Es tft ganz großes Jagdwetter. Der Mond steht zeitig zur guten Hälfte am leichtbewölkten Himmel. Die Sicht läßt nichts zu wünschen übrig. In der Maschine hat ein jeder einen Platz eingenommen, den Fallschirm umge-