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Samstag, 28. /Sonntag, 29. Mär; 1942

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,92. Jahrgang Nr. 74 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

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Gießener Anzeiger

,...^:^...7Genera!-Anzeiger siir Oberhessen

Indien

Stockholm, 24. März.

In der Dritten Republik pflegte man die Frage,

Japans Flotte im Golf von Bengalen

in Nord-Burma

Derbrilische ImperialismusIndiens einziger Feind

Ein offener Brief Gubhas Ehandra Boses an Cripps

London traf und das Vergnügen hatte. Sie kennen-

Staatsrninisters und ständigen ,-----

Krieaskabinetts für den mittleren Osten übernahm und allmählich eine Art Vnekönig dieses zweitwich- tigsten britischen Herrschaftsgebietes nm.nbe, ließ schon eine volitische Laufbahn aroßen Ausmaßes vermuten. Seine Ernennung zum P r o b u k tions- Minister und mit Vollmachten» wie sie bisher noch kein anderer Minister in England gehabt hat, bestätigt diese Vermutung und wacht Lyttelton zu e'nem der ersten Anwärter auf die höchste politische Würde seines Landes wenn er das Format da-

Office sitzen Richard Law, dessen Vater Donar Law zwischen Baldour und Baldwin dle konser­vativen führte. Im Kriegsministerium hat Dun­can Sandys, der Schwiegersohn Churchills, Un­terkunft gefunden. Der Sohn Lloyd Georges sitzt im Ernährungsministerium. Lord Cran- borne, der Enkel des großen Salisbury, hat es sogar bis zum Kolonialminister gebracht, aber nicht einer von ihnen allen hat bisher Anzeichen dafür verraten, daß er berufen oder fähig fei, rnitzuwir- ken an dem Umbau des britischen Reiches und sei­ner Führung in Westminster, dessen Dringlichkeit angesichts der militärischen Katastrophen in Europa und Ostasien den erwachenden Völkern im Empire und zu Hause nicht mehr verborgen werden kann.

Wahlniederlage der Konservativen.

Stockholm, 27. März. (DRB.) Bei den Er­satzwahlen im Wahlkreis Grantham Lincolnshire erlitt der Kandidat Churchills eine Niederlage, da der unabhängige KandidatKendall einen Vorsprung von 367 Stimmen über den Re- gierungskandid-aten erzielte. Dazu stellt der Lon­doner Korrespondent vonStockholms Tidmngen fest, daß dieses Wahlergebnis kennzeichnend für den allgemeinen Umbruch der öffentlichen Meinung m England fei, die durch den Ein tritt von Cripps in die Regierung ihr Gepräge erhielt. Das Vertrauen zu der Konservativen Partei sei un­tergraben. Der Londoner Korrespondent von Svenska Dagbladet" bezeichnet die Wahlnieder­lage Churchills als eine deutliche Warnung an die

Tokio, 27. März. (Europapreß.) Große Be­deutung mißt man dem Eintreffen japanischer Flot­teneinheiten im Hafen von Rangun bei. Die Kriegsschiffe, welche am 24. März vor der Mun-

wurde, ist von japanischen Flugzeugen in Benutzung genommen worden. Die Japaner sind damit m der Lage, in nur einstündigem Fluge das Erdöl ge­bt et von Pagan und Singu zu erreichen. Auch die altburmesische Hauptstadt Mandalay liegt im unmittelbaren Angriffsbereich der japa­

nischen Kampfflugzeuge.

Begrabene Illusionen.

Begründete Skepsis in den USA.

Genf, 27. März. (DNB.) In der ersten Märzhälfte, so schreibt die amerikanische ZeitschriftTime", sel bei den Alliierten die Illusion zu Grabe getragen worden daß die USA. und Großbritannien mit ihrer Macht bis zum siegreichen Ausgang des Krieges haushalten könnten. Angesichts der Tatsachen, daß die Deutschen trotz ständiger und schwerer Angriffe der Sowjets und des strengen Winters die Ost­front hielten und Japan den südwestlichen Pazifik völlig abriegelte, seien die Alliierten gezwungen worden, die bittere Pille der Erkenntnis zu schlucken, daß man auf ihrer Seite den Krieg auch verlieren könne. Aus London werde berichtet, daß die Sow­jets aus Furcht vor kommenden Ereignissen ihre Verbündeten aufgefordert hätten, schnellstens eine zweite Front im Westen zu ihrer Entlastung zu schaffen. Aber alle Überlegungen liefen immer wie­der auf die Erkenntnis hinaus, daß man für ein offensiveres Vorgehen noch nicht genügend vorbe­reitet sei. Dennoch erkenne man die Notwendigkeit, in diesem Frühjahr irgend etwas zur Entlastung der Sowjets zu unternehmen. Die militärische Lage sei also die, daß die Achsenmächte den Krieg gewin­nen könnten, wahrend die Alliierten sich immer noch auf die eigentliche Kriegführung vorbereiteten.

au hat.

Gerade das aber ist schwer zu sagen, da er poli­tisch bisher ein unbeschriebenes Blatt war. Die fvr= kirnst könnte nach bisherigen Maßstäben nicht besser sein. Die Lytteltons sind seit Jahrhunderten an der Führung Englands beteiligt gewesen. Olivers Vater Alfred war um die Iabchundert^mde einer der glänzendsten politischen Köpft in Westmmster, und nur ein früher Tod versagte ihm das höchste Amt Der Großvater war mit Gladstone verschwägert und auf der mütterlichen Seite hieß der Großvater Ar-1 Das Minorttaten-Probl.m ist

es findet sich überall in der Welt. Wenn britische Politiker wirklich an Demokratie glauben, warum wenden sie dann nicht das demokratische Rezept auf Indien an und lösen dadurch das indische Problem.

Britische Politiker und die britische Propaganda- maschine haben uns seit 1939 unaufhörlich gepre­digt, daß die Achsenmächte Indien bedrohten, und jetzt erzählt man uns sogar, daß Indien durch einen feindlichen Einmarsch bedroht wird. Ist das nicht reine Heuchelei? Indien hat keine Feinde außerhalb seiner Grenzen. Indiens einziger Feind ist der britische Imperialismus, und der einzige Angriff, gegen den Indien antreten muß ist der ewige Angriff des britischen Imperialismus. Die Dreierpaktmächte haben für das indische Volk und sein Streben nach Freiheit nur Sympathie und Der. ständnis. Ich bin überzeugt, daß, wenn Indien nicht an Englands Krieg teilnimmt, auch nicht die ge­ringste Möglichkeit für einen Angriff auf Indien durch eine der Dreierpaktmächte besteht. Und wenn Sie auch nur die geringste Sympathie für das in­dische Volk empfinden und ihm die Schrecken ^mo­derner Kriegführung ersparen wollen, dann möchte ich Sie bitten, dafür zu sorgen, daß Englands Militärbasis von Indien entfernt wird und die Ausnutzung meines Landes für Ihren im­perialistischen Krieg aufhört. Ich muß Sie in ble­iern Zusammenhang daran erinnern, daß seit zwei Jahren die britische Regierung sich bewußt bemüht hat, andere Staaten zum Kriegseintritt zu bewegen. Diese Staaten haben Englands Schlachten geschlagen, jedesmal aber sind sie verraten und allein in ihrem Unglück gelassen worden. Nur das arme indische Volk wird leiden, wenn seine Städte und Dörfer durch die fliehende brittsche Ar­mee angezündet werden.

Der Ministerpräsident von Japan hat unzwei- deuttg zum Ausdruck gebracht, daß die feste Politik seiner Regierung die eines unabhängigen In­diens sei. Darf ich Sie und Ihre Regierung bit­ten, die Formulierung der japanischen Regierung,

thur Balfour. Es ist fast unbegreiflich, daß Sohn blik trneate man Die itraae |Uni> Enkel bis zum 47. Lebensjahr der Politik fern- 70iäbriaen männnn Wri blieben. Vielelicht wird ihm gerade seine Partello,ig- 7viayrigen Mannern regier-1 .f bejm $o(t cine Empfehlung und Stutze jem.

Mag also Lyttelton immerhin das Zeug zum

Neue Männer oder junge Leute?

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

daß die Geschichte der englischen Herrschaft in In- dien nur eine Kette von gebrochenen Ver­trägen und nicht erfüllten Derspre- chungen ist? Was dazu noch alle patnottschen Inder vor den Kopf gestoßen hat, ist, daß Sie be­absichtigen, in Indien mit allen möglichen Parteien zu verhandeln, und zwar gleichgültig ob sie wirk­lich Vertreter der Massen ober lediglich Organisa­tionen ohne irgendwelchen Anhang sind. Sie wenig­stens sollten wissen, daß einige dieser Parteien bis­her durch die britischen Politiker lediglich g e g e n den Kongreß ausgespielt worden sind um seinen Einfluß und seine Bedeutung herabzusetzen. Ebenso erstaunlich ist es, wenn Sie den Fürsten versichern wollen, daß sie von den kommenden Änderungen nichts zu fürchten haben werden Seit Anfang dieses Krieges haben britische Politiker laut und vernehmlich von Freiheit und Demokratie gesprochen. Ebenso haben sie schlaflose Nachte über das Schicksal der indischen Minoritäten verbracht

1 Das Minoritäten-Problem tft nicht speziell indisch

Schanghai, 27. März. (Europapreß.) InNord- Burma zeichnen sich bereits die Erfolge der seit Wo­chen eingeleiteten Zangenbewegungen der japani­schen Streitkräfte ab. Der wichtige Bahnknotenpunkt auf der Strecke nach Mandalay, die Stadt Tungu, ist bereits von allen Seiten von starten japanischen Kräften umzingelt. Seit 36 Stunden wird ein tief ausgebautes und von britischen und tschungking-chi- nesischen 'Truppen besetztes Verteidigunassystem hef­tig von den Japanern angegriffen. Die alliierten Verteidigungsstellen sind wiederholt von un-unter- brachen aufeinanderfolgenden Wellen japanischer Bombenflugzeuge im Diefflug angegriffen worden.

Der Einbruch Japans in die Welt des Indischen Ozeans, den man in England bislang gerne als einen britischen Binnensee betrachtet hat, hat in London der Meinung zum Siege verholfen, daß an­gesichts der schweren Niederlagen, die Englands Waffen und Englands Prestige im bisherigen Ver­lauf des Ostafientrieges bauen getragen haben und angesichts der beispiellosen Mißstände, die dabei so­wohl in der britischen Kolonialverwaltung wie in Organisation, Ausrüstung und Führung der bri- tislyen Wehrmacht in Ostasien zutage getreten sind, nun endlich allen Ernstes etwas geschehen müsse, um gleichsam in letzter Minute die Verteidigung des Britischen Empire, dessen Kern nach wie vor Indien ist, auf einen der Größe der Gefahr ent- prechenden Stand zu bringen. Daß dies nicht ohne )ie Mitwirkung des indischen Volkes möglich ist oder zumindest wenigstens äußerst erschwert würde, haben einige Leute in London auch schon immerhin begriffen und sie haben es gegen die sturen Im­perialisten durchge'setzt, daß man für einen Augen­blick die Peitsche aus der Hand legt und es wieder einmal mit dem Zuckerbrot versucht, bas ja schon im ersten Weltkrieg so gute Dienste geleistet hat. Im Ziel der Aufrechterhaltung der britischen Herr- schäft über Indien bleibt man sich dabei völlig einig, nur die Methode wechselt nach den Umstän­den, und heute, wo den Engländern bas Wasser bis zum Halse steht, empfiehlt es sich, schmiegsamere und beweglichere Leute als Churchill ober den In­dienminister Arnery, der zwar in Indien geboren ist, trotzdem aber mit Konsequenz den Standpunkt des Herrn im Hause verficht, in den Vordergrund zu rücken. Daraus resulttert der Auftrag an Stam­ford Cripps, den Versuch zu machen, Indien in die ReichsVerteidigung einzuspannen und dafür die ungeheuren Menschenreserven des volkreichsten Lan­des der Erde mit seinen gewaltigen wirtschaftlichen Kräften mobil zu machen, ohne dem indischen Volk als Gegenleistung für bas von ihnen wiederum geforderte Opfer an Gut und Blut mehr zu bieten als vage Versprechungen für die Zeit nach dem Kriege. Der indische Nationalismus hat die Betei­ligung Indiens am Kriege abgelehnt und gegen bis Verwendung indischer Truppen außerhalb des Lan­des schon 5U Beginn des Krieges protestiert. Dis außerordentlich zahlreichen Inder im Ausland ha­ben durch ben' Nebel der britischen Propaganda dis Zeichen der Brüchigkeit der britischen Weltherrschaft erkannt und viele haben begriffen, daß jetzt für ihr Volk die Stunde der Entscheidung naht, ob es sich stark und einig genug fühlt, das britischr Joch ab* zu schütteln. Der unerhörte Siegeszug der japanischen Waffen, der die asiatische Großmacht an die Schwelle des Indischen Ozeans geführt hat, hat ttotz der Der- schleierungstakttk der britischen Zensur in Indien einen starken Eindruck hinterlassen und nicht minder das von bitterer Not diktierte Bündnis Großbri« tanniens mit Rußland, das man länger als ein halbes Jahrhundert hindurch in London als den schärfsten Rivalen im Mittleren Osten und Todfeind der britischen Herrschaft in Indien betrachtet hat* dem man jetzt jedoch in äußerster Bedrängnis beit Weg zum Persischen Golf und damit in die Flanke Indiens freigeben muß. Man darf also wohl anneh­men, daß zumindest die politischen Führer des in­dischen Volkes und große Teile seiner Intelligenz ttotz der hermetischen Absperrung des Landes die äußerst prekäre Situation Englands durchschauen, aus der heraus man sich in London entschlossen hat, Stafford Cripps nach Neu-Delhi, der Residenz des Dizekönigs und dem Sitz der Zenttalbehörden, zu!

falls ihre Partei, aber kaum ihr überdurchschnitt- Regierung, liches Können dorthin verholfen hat. Im Foreign

warum Frankreich von

werde, etwas spöttisch damit zu beantworten, daß die 80jährigen zu alt seien. In England haben zwar i Mann" ^besitzen, so finden wir im übrigen

von jeher nur wenige Staatsmänner das 8. W junae ßeuteJ Der äl efte von ihnen, Lle- Zehnt ihres Lebens vollendet, aber »m übrigen ist I nur 5junge ^eure. ^er^ a^i ^^tian und hat Dort die Zahl der Jahre niemals als die polittfch ihm unter Churchill Karriere gemacht. Aber

Tätigkeit hindernd oder fordernd empfunden war- 'L^nn Llewelltts Werdegang ist so vor-

ben. Die Berechtigung zur Führung des Onates * a[3 Beispiel stehen

wurde dort durch die Herkunft erworben, ^.^DemSchulbesuchin Eton urib Studium in Wer das Glück hatte, im Schloß oder Gutshaus ^cyuwe,ucy in

geboren zu sein, konnte, wie Pitt, mit 24 Jahren I N^f^

die Führung der Regierung errmgen und konn lg2g j. . 36^^ sich ins Unterhaus wählen

sie, wie Salisbury, noch mit über 70 3af)ren be durchlief dort die Regierungsposten vom Pri- haupten. Daneben gab es bie roemgen begabten natrefrct$ Jinc5 Ministers über ein Amt in der Ausnahmen, burd) beren berethDtmge tonferDatiDen Fraktion zum Sekretär in verschie-

und Aufnahme tn die eigenen Reihen die bntifch . Ministerien bis er schließlich unter Churchill Aristokratie revolutionären Erploswnen vor^ I ^L^Xr ^ und kürzlich den wichtigen beugen verstand. Waren dieseAußensetter abe^^ des Ministers für Flugzeugproduktion er-

mal anerkannt, so konnten sie, wie der -aude ß Manche Leute sagen ihm eine größere Zukunft

jamm Disraeti oder Ramsay Macdonald, bis tn D£)r(^U5 er &en veränderten Verhältnissen ge» hohe Alter hinein an der Führung ^ünchmen , ochsen ist, kann allein die Zukunft lehren.

Dieses System der a r l st 0 k r a t l s ch e n D 11 9 ~ übriaen sieht man heute auf den Posten der

a r ch i e ließ die Staatsmaschine nahezu reibung - Hnterrtaat5fefretQre un& parlamentarischen Sekre- io, lausen solang- dl- d-n°n allein ihre Abkunft, allen-

nerahon für Generation eme beträchtliche Anzahl | snnrt»; nh^r fnitm ihr überdurchschnitt­

politisch begabter Männer hervorbrachten. In der Unaufhörlichkeit des guten Durch- schnitts lag das Geheimnis der Macht der eng­lischen Aristokratie begründet. Als aus Ursachen, deren Aufzählung und Untersuchung hier nicht mög­lich ist, nicht nur die Zahl der aristokratischen Familien kleiner wurde, sondern auch ihr Nach- w u ch s an Zahl und Güte abnahm, mußte dadurch die ganze politische Verfassung Englands erschüttert werden. Diese Entwicklung wurde beschleunigt durch ----7_ ....

ben vorigen Weltkrieg, der unter den Söhnen der &ung des Jrawadi eintrafen und, nachdem ote eng« führenden Familien blutige Ernte hielt. Es waren [i^en Minen aus dem Fahrwasser entfernt waren, keineswegs immer die Besten, die in die Heimat am 25. in den Hafen von Rangun einhefen, haben zurückkehrten, um dort nun die Führung bes am 23. an ben ß ani) un gs 0p er a ti 0n en auf Empire zu übernehmen oder sich darauf vorzube- ben Andamanen teilgenommen. Ihre Ankunft reiten. in Rangun bedeutet, daß dieser wichtige Hafen

Der Mangel an politischem Nachwuchs wurde nunmehr als Basis für bie japanischen schon viele Jahre vor diesem Kriege in England sehr Seekriegsunternehmungen im Jn- schmerzlich empfunden. Die vergleichsweise ruhigen bischen Ozean in Betrieb genommen worden Verhältnisse und vor allem das Vorhandensein der -st. Sie zeigt zugleich eine Verschärfung der japa- Parteien, deren Organisation über manche Lücke mischen Kontrolle über den Golf von Bengalen an hinwegzutäuschen vermochten, ließen die gähnende unb macht die Bedrohung Britisch-Jndiens noch Leere im Rücken der Regierungen weniger schrecklich ernster.

erscheinen. Jetzt aber, da die Parteien im (Sturm des Krieges mehr und mehr zerbröckeln, da den namenlosen Parlamentariern in Westminster die Stütze der mächtigen Organisation bei den Konser­vativen oder der starren Doktrin bei der Arbeiter­partei entgleitet, hält man in dem Walde der Ta- lentlofigteit vergeblich Ausschau nach jungen Dne- ' ben, die, wenn die alten Stämme stürzen, das Leben weitertragen könnten in eine ferne und unbekannte Zukunft. Wenn daher seit Kriegsausbruch den bei­den Premierministern Neville Chamberlain und Churchill, die sonst so wenig Gememsames haben, der gleiche Vorwurf gemacht wurde, daß sie ihre Kabinette niemals umbildeten, sondern nur die Plätze vertauschten, so war das zwar richtig, beruhte aber nicht nur auf dem Eigensinn der Premiers, sondern auch auf dem M angel an neuen ....,,n - u-o ,,

Kräften. Immer wieder wird Churchill heute ^er Flugplatz, ungefähr 12 Kilometer nördlich der vorgehalten er solle frisches Blut ins Kabinett brm= Stadt, der von japanischen Truppen genommen gen, aber das englische Blut ist alt geworden, und ................

die neuen Männer, nach denen die Oeffentlichkeit----

Indien für die Inder", ohne Hintergedanken an* zunehmen unb unmittelbar in die Wirklichkeit um* zusetzen? Das heißt, indem der letzte Engländer In­dien sofort verläßt. Das wäre der einzige gültige Maßstab für Ihre Aufrichtigkeit. Indien ist fest ent­schlossen, sich feine Freiheit mit allen Mitteln zu erkämpfen. Das indische Volk weiß heute, daß die schwarze Nacht der Sklaverei vorüber und die Däm­merung der Freiheit angebrochen ist."

Oberster Ehef aller Inder Ostasiens."

B a n g k 0 k, 27. März. (DNB.) Der Generalsekre­tär der indischen Unabhängigkeitsliga in Bangkok machte Mitteilung von einem Treffen von Führern der indischen Unabhängigkeitsbewegung, bei dem Subhas Chandra Bose zum obersten Führer bet indischen Unabhängigkeitsliga unb der reten indischen Armee gewählt wurde. Zu einem Stellvertreter wurde der Führer der inbi- chen Unabhängigkeitsbewegung in Japan, Rash B e ha r i Bose, bestimmt. Das Treffen fand am 9. März in Singapur statt. Es nahmen daran u. a. teil der Präsident der indischen Unabhängig­keitsliga in Thailand, Pritam Sinah, Vertreter der indischen Unabhängigkeitsliga aus Malaya, der Be­fehlshaber der freien indischen Armee, Mohan Singh, und der Präsident des indischen Nationalrates in Thailand, Swami Satyananda Puri. Die Delegierten reiften bann nach Tokio, wo am 28. unb 29. März eine Konferenz aller Führer der Inder in Ostasien über Mittel und Wege zur Sichermig der indischen Unabhängigkeit beraten wild Ge­stützt auf bas Inder-Treffen in Singapur schlagen der Arbeitsausschuß her indischen Unabhängigfens­liga in Bangkok und der indische Nationalrat in Thailand die Wahl Subhas Chandra Boses zum obersten Chef aller Inder in Ostasien und der. Be­wegung zur Befreiung Indiens" vor. Die tailanbi- schen Inder haben Subhas Chandra Bose bereits Treue gelobt

ruft, sind schwer zu finden.

Immerhin bedeutet die letzte Umbildung des bri­tischen Kabinetts m e h r als nur ein Vertauschen der Plätze. Der Wind schlägt um in Westminster Die alten Bauten zittern im Sturm der kriegerischen Gegenwart, und man versucht, Männer zu finden, die mit der Erfahrung vergangener Geschlechter d,e Forderungen der neuen Zeit erfüllen und den Um- Berlin, 27. März. (DNB.) Der indische Natio- bau einleiten können, ehe die Mauern einsturzenolistenführer Subhas Chandra Bose hat sich mit und alles unter sich begraben. Wem aber legt Das offenen Brief an Cripps gewandt. Schicksal diese Aufgabe auf die Schultern? Sind es bem Pries, der über einen ungenannten Sender neue Männer ober nurjunge Heute , wie ^öffentlicht wurde, sagt Bose u. a.: Indien wird man in Westminster die nächste Generationzu nen- n-unials vergessen, daß eine Lab 0 ur - Re g i e - . nen pflegte, selbst wenn diese schon ben Fünfzigern r u n g dafür verantwortlich war, daß ungefähr entgegengingen? . . _x... 100000 Männer und Frauen in bie Gefängnisse

Im neuen Kriegskaibmett gibt es nur zwei Man- sonderten, daß im ganzen Lande unbewaffnete ner, die erst jetzt in den Vordergrund getreten sind. unt) ^rauen mit Gummiknüppeln usw.

Stafford Cripps und Sir Olwer «Yttelkon. wurden, daß wie in Pesbawar auf un°

Crivvs ist heute bereits so bekannt daß eine nähere bei£af;nete Menschenmengen geschossen, daß Hau- Beschreibung sich erübrigt. Anders steht es mit verbrannt und Frauen vergewaltigt wurden wie

ielton, der, bis vor zwei Rohren außerhalb Cng= Dörfern von Bengalen. Sie waren feiner-

lands, höchstens einigen Wirtschaftlern als einer der jmrner der schärfste Kritiker der La- führenden britischen Schwerindustrielleg bekannt M r martn a{9 ich Sie im Januar 1938 in war Ais Churchill ihn im Mai ^um Hand^s- ^ndon traf unb das Vergnügen hatte. Sie kennen- minister machte, glaubten die meisten, daß ßnttel- c^ute aber scheinen Sie ein v oll kam-

ton als Fachmann in die Regierung gekommen ,ei nn^er er Mann zu sein. Sie möchten und nicht als Politiker. Seme Uebersiedftmg n ach . einwenden, daß Sie England und Indien Kairo, wo er den neu aef dürfen er, poften Einander aussöhnen wollten. Wissen Sie nicht, Stnntsmmisters und ständigen Verttet.rs des »nnriffhon Afrrfrhaft tn In»