Aus der Stadt Gießen
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Heute beginnt unser neuer JRoman
Oer feurige Ofen
von Hans von Hülsen
Hetzen unb Singapur zu
3 haben auf- begrüßt seit ihrem Dor« iurd) endlose Felder mit t der Kant' h Uebtrmin» Japaner in Meilensteine»
Verdunkelungszeit:
28. Januar von 18.58 bis 8.39 Uhr.
Unterschied machen, daß die Wirkung dieselbe ist, ob die Liebe einen Zwanzigjährigen oder einen
Fünfzigjährigen überfällt.
Er wußte schon lange, daß er dies schöne Mädchen mit der marmorbräunlichrn Haut, dem reichen Haar, den dunklen, immer ein wenig feucht schimmernden Augen liebte und begehrte, seit er es zum erstenmal gesehen.
In München, während der allzu flüchtigen Stunden ihres Zusammenseins, war das Gefühl noch dumpf in ihm gewesen, hatte sich ihm mehr als Eifersucht auf diesen Abbeg dargestellt; aber dann, während der langen Bahnfahrt im Schlafwagen« abteil, war ihm die volle Klarheit gekommen, mit jedem Kilometer mehr, den der durch die Herbstnacht jagende Zug ihn von ihr entfernte.
Und dies Gefühl — es hatte tausend rasch wechselnde Gesichter; manchmal kam es ihm hauchzart vor, wie einer der feinen Glaskelche feiner Samm» lung, die man kaum zu berühren wagte — manch« mal wie der Sturm, der die Wipfel der alten Bäume im Park zauste, manchmal wie das wabernde Feuer der großen Esse in der Hüte, aus deren weißalühender Lohe geheimnisvoll das Wunder hervorstieg.
Oft träumte er, er sähe Marlon selber in der zitternden Glut des Glasofens: ihre zierliche Gestalt, ihr leichtes, heiteres Wesen, das ihn noch m der Erinnerung so beglückte. Dann litt er darunter, daß er sie niemals aus den Gluten seiner nächtlichen Träume herausholen und neben sich stellen konnte — wie seine alten Meister droben im Wald es mit den zierlichen Gebilden taten, die sie auf eiserner Gabel weißglühend emporhoben und mit dem Odem ihres Mundes kunstvoll formten ..
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Der feurige Ofen
Boman von Hans von Hülfen
(Nachdruck verboten.)
Erstes Kapitel.
in kurzer Zeit führen kann! Gibt es auf diesem Gebiet eigentlich Rekorde?). Dann wird aus dem nünen Klümpchen sofort wieder mein stattlicher urthur, ein gewagter Satz auf den nächsten Zweig, chon öffnet sich der breiteste aller Münper, und die rosenrote, ungeahnt lange Zunge schnellt heraus, worauf der Brummer die für ihn gewiß unangenehme Bekanntschaft mit Arthurs Magensäften macht. Aber er brauchte ja nicht ausgerechnet in mein Zimmer zu schwirren und mich zu stören.
In Bezug auf Fliegen ist Arthur leider uner- ättlich; wenn ich abends ins Bett steige, ist mir der rechte Arm immer ganz lahm, und die Krankenkasse will dafür natürlich nicht aufkommen. Zum Glück frißt er auch Mehlwürmer, von denen ich wöchentlich eine Tüte voll für einen ganzen Groschen erstehe. Warum ich mir dann überhaupt einen Laubfrosch an geschafft habe? Ja, zehn Minuten vor seinem Erwerb wußte ich selber noch nichts von meiner neuen Leidenschaft. Ich ging an dem zoologischen Geschäft vorüber und warf gewohniheits- mäßig einen Blick in das Schaufenster. Da fesselte mich etwas neues, zwischen all den Aquarien und Vogelbauern stand mit Moos gefüllt ein grün- lackiertes Terrarium mit ebenso grünlackierten Fröschen darin. Freudige Erinnerungen an den ersten totgepflegten Laubfrosch stiegen in mir auf, aber auch schmerzhafte — an den gestrengen Herrn Papa, der Frösche gräßlich fand. Ich stand bann plötzlich in dem angenehm duftenden Laden und erlegte 25 Pfennige — eine für diesen Zweck beschämend niedrige Summe — um die Bekanntschaft Arthurs zu machen, der ass der lebhafteste von allen Grün- röcken dem Händler zuerst in die Hand sprang. Der versicherte mir, daß sein oder jetzt vielmehr mein Frosch aus Italien stamme, eine mir durchaus sym- pctthische Herkunft.
Sein Einzug in meine, im Vergleich zu dem, was er sicher gewohnt war, schlichte Hütte verursacht das Entzweigehen mehrerer Einweckgläser, bis ich schließlich ein zusagendes fand, das einige Liter faßte. Ich ließ etwas Wasser hineinl-aufen. und stellte ein paar knospende Zweige hinein, die ich heimlich der Hecke vor dem Haustor abknipste. Diese gefahrvolle Tätigkeit ging glücklich vonstatten, ohne daß ich ein Strafmandat auf, mich lud. Ich härte zwar beim Händler gleich eine Froschleiter mit- nehmen können, und hätte damit eine meteorologische Station im eigenen Heim, aber ich will gar nicht wissen, wie das Wetter wird, ich lasse mich eben gern überraschen.
Nachdem Arthurs Wohnung demgemäß möbliert worden mar, warf ich ihn hinein. Erbost über diese rigorose Behandlung sprang er mir aber im selben Augenblick auf den müßen Kragen, was häßliche Flecken ergab. Nun konstruierte ich aus grüner Draht- versuche von. vornherein aussichtslos erscheinen ließ. Wieder nunmehr ins gedeckelte Glas gesetzt, eraab er sich auch mit Wurde in fein Schicksal, das heißt, er klebte seinen Körver an di- Glaswanduna des Behälters, ihn geschickt feiner Rundung unpassend, wobei er alle Ertrernitäten envog. In dieser Stellung verbleibt er jeden Tag bis pünktlich zu den Abendstunden. Dann turnt er, vergnügt mit den langen Beinen schlenkernd, im. Gezweig umher, wenn ich dann noch die Tischlampe heranschiebe, gl""bt er sich in Itakien.
1 Was ich an ihm habe, erfuhrt ich erst vor
mers — und fragte sich, was das denn heißen solle: Verzichten?
Verzichten? Worauf? •
Er überdachte sein Leden. Es war so einfach vom Rocken gespult worden: frühe Heirat, fünfzehn Jahre einer glücklichen Ehe — und dann die lange, lange Witwerschaft, die Marion etwas „Unnatur- liches" genannt hatte.
Wieder und wieder mußte er an die Stunde denken, da er sich vor Annettens Sarg, drüben im Musikzimmer, gelobt hatte, der kleinen Ulla keine Stiefmutter zu geben. .. .
Zehn Jahre waren das her. Galt das Gelöbnis noch? Hatte es überhaupt noch einen Sinn?
Die „kleine Ulla" war nicht mehr klein, war kein Kind mehr. Heiratete er abermals, so war seine Frau wahrhaftig nur auf dem Papier Ullas „Stiefmutter". .
Und er wiederholte sich, was er Marion in München gesagt: „Etwas Ausgefallenes — eine Frau, die hierzulande wie ein bunter fremder Vogel wirken müßte —" , , o
Hatte er dabei an sie gedacht? Schon damals? Etwas in ihm hatte an sie gedacht — das war sicher.
Ruhigere Stunden kamen, wie wohl Jetten. Dann fragte er sich, ob alles dies irgend Jein Ernst fei, nicht nur eine Schwärmerei und Träumerei, die er sich, verantwortungslos genug, gestattete.
Aber die Antwort war immer, daß er wirrucy eine wild um sich wuchernde Lust verspürte, fern Leben noch einmal anzufangen.
Zum Donnerwetter, es mar doch nod) nicht zu spat! Mit Fünfzig konnte es unmöglich ju pat sein ...! Die Fehrs galten als ein zähes, ^siglebiges Ge chlecht, der Vater war mit neunzig m Die Grude gefahren, der Großvater mit siebenundachtzig - er hatte also nach menschlichem Ermessen noch drei oute Jahrzehnte vor sich! Sollte die Lappersdorfer Einsamkeit noch drei Jahrzehnte dauern? Noch das Dreifache der Zeit, die seit Annettes Tod verstrichen mar?! — Angenehme Aussichten'
Ulla? — Nun. Ulla würde doch eines Tages heiraten — vielleicht nicht gerade den kl-inen Doktor mit dem roten Haarschopf, aber auf alle yvaUc heiraten, selbstverständlich, ein so hübsches und gescheites Mädel ... c f ..
(Fortsetzung folgt.)
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Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am morgigen Donnerstag von 15 bis 17 Uhr in Gießen statt.
Lieber 180 000 Glücke bei der Winter« sachenspende im Kreise Wetterau.
Das vor einigen Tagen mitgeteilte vorläufige Ergebnis der Wintersachensammlung für unsere Soldaten im Osten hat im Kreise Wetterau noch eine starke Steigerung erfahren. Wie Kreisgeschäftsführer Weber von der Kreisleitung Wetterau auf einer Arbeitstagung der Ortsgruppenleiter des Kreises mitteilte, beläuft sich das Endergebnis der Wintersachensammlung, unter Berücksichtigung der durch die Verlängerung des Abgabetermins noch eingegangenen Spenden, im Kreise Wetterau auf über 180 000 Stück. Mit diesem sehr erfreulichen (Ergebnis hat die Bevölkerung des Kreises Wetterau erneut ihre schon oft bewährte Opferbereitschaft in guter Weise bekundet. Mit berechtigtem Stolz können alle Spender und Sammler auf dieses schöne Ergebnis ihrer gemeinsamen Anstrengungen für unsere Soldaten im Dienste des Führers und des Vaterlandes blicken.
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Ströme ausstrahlten, das war sicher! Sie war nicht wie sonst. Nicht so ausgeglichen heiter, wie er es all' die Jahre hindurch an ihr geliebt hatte, lieber ihrer Stirn lag oft ein Schatten, sie konnte ihn nicht immer so ichnell tilgen, daß sein beobachtender Blick ihn nicht dann und wann bemerkte. Er merkte auch, daß ihre Lebensgewvhnheiten gegen früher verändert waren. Der ausgebreiteten Liebestätigkeit an Den Armen und Kranken im Dorf ging sie nicht mit dem alten Eifer nach. Des Dr. Wulf- lam erwähnte sie nie — und hatte doch sonst so verräterisch häufig von ihm gesprochen, seinen Eifer, seine glückliche Hand gerühmt...! Gab es ein Zerwürfnis zwischen ihnen? Und — was war die Ursache? Es wäre Fehr nicht geschmackvoll vorgekommen, ein vierundzwanzigjähriges Mädchen danach
Am 30. Januar 1942 findet eine Tagung sämtlicher Vetriebsobmänner in Gießen statt. Die Tagung beginnt vormittags 8.45 Uhr an den einzelnen den Setriebsobmännem bereits betanntge^ebenen Stellen. Es wird hiermit nochmals auf pünktliche- Teilnahme hingewiefen. 3400
DieGeschichlevvndenschwarzenBuben
lleberroinDung der Straße nach Iohur liegen, die durchschnittlich zwei Kilometer breit ist. Doch hätten die japanischen Truppen ja bereits ihre große Hebung bei der Durchführung von Landun- en bewiesen. Zur (Eroberung Singapurs feien dimere Geschütze erforderlich, deren Heran- Raffung natürlich eine gewisse Zeit beanspruche. Venn aber der Angriff gegen Singapur erst einmal \ begonnen habe, so dürfte diese Festung wahrschein- ' lich leichter genommen werden können als das ge- bergige Hongkong. Mit dem Falle Singapurs werde nicht nur die Seeherrschaft im Pazifik und im In- bischen Ozean in japanische Hände fallen, sondern es werde auch die Niederlage Niederländisch-In- ] diens beschleunigt. (
Oie Hafenstadt Baianga erobert. 1
Tokio, 28. Januar. (DNB. Funkspruch.) Einern ' Frontbericht von „Tokio Nitschi Nikschi" zufolge । toben japanische Truppen nach heftigen Kämpfen die befestigte Hafenstadt Salonga an Der Ostküsie der Halbinsel eingenommen. Wie andere Berichte 1 besagen, befindet sich die nördliche Hälfte der Halbinsel bereits völlig in japanischen Händen.
kleine politische Nachrichten.
Wie von amerikanischer und englischer Seite bekanntgegeben wird, ist vor einigen Tagen ein nord- amerikanisches Truppenkontingent in Nord- irlanb g e la n d e t, nachdem der USA.-Wehr- macht angehörige, als Techniker getarnte Spezial- arbeitet, in Nordirland bereits feit längerer Zeit anwesend waren. *
San Franzisko hatte am Montag einen vierstündigen Luftalarm. Die Militärbehörden teilten mit, daß unbekannte Flugzeuge über dem Goldenen Tor, dem Eingang zum Hafen, gesichtet wurden. Bomben seien nicht abgeworfen worden.
Nordwestlich von Bengasi wurde ein englisches Geschwader in aufeinanderfolgenden Wellen trotz heftiger Abwehr von italienischen Torped-ostug- zeugen angegriffen. Ein Kreuzer, der non drei Torpedos getroffen wurde, kann als versenkt betrachtet werden. Ein weiterer gab starke Schlag- leite. Die Torpedoflugzeuge, von denen einige he- schädigt wurden, kehrten alle zu ihren Stützpunkten zurück.
Wie die japanische Nachrichtenagentur „Kokutsu" aus Schcmtung meldet, wurden 14 christliche korea- Nische Missionare und 70 Anhänger der amenta« Nischen Baptistenmission wegen proangloamenkam. scher Machenschaften und Verstöße gegen das Gesetz zur Sicherung des Staates zu 8 bis 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
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Durch Den spanischen Kriegsrat wurden elf Kam- mumsten abgeurteilt, darunter sechs zum Tode. Unter den Verurteilten befinden sich L a r a n g a , ein Bruder des roten Erziehungsmi lsters aus Dem Bürgerkrieg, und Hernandez, der „Chef für Presse und Propaganda Der Roten während des Bürgerkrieges.
Der Stabschef der SA. spricht am Donnerstag von 19.30 bis 20 Uhr über alle Reichssende^Es sind Sturmappelle angeordnet, in denen die Man- ner der SA. und der SA.-Wehrmannschaften Die Rede hören.
In Rom traf unter Leitung Des Reichskriegs- opferführers DberlinDober eine Abordnung. der RS.-Kriegsopferversorgung ein. Der Reichskriegs, opferführer hielt vor Den KriegsbefchaDigten Der
’ italienischen HauptstaDt einen Vortrag.
Zehn Jahre Zuchthaus für Päckchenmarder.
Das Sondergericht Bamberg verurteilte den 28- iähriqen Andreas Lochner in Bayreuth zu zehn Iah. ren Zuchthaus. Lochner war in Den Jahren 1939 bis 1941 heim Postamt Bayreuth an gestellt, zuletzt als jtraffa>agen,fobrer. In vielen Fällen — 50 Falle gestand er selbst - stahl er FelD postpa ckchen und Briefe, öffnete sie und entnahm Den Inhalt, mem Zigaretten und Lebensmittel, aber auch Strumpfe und andere Dinge. Die Umhüllungen und die eingelegten' Briefe vernichtete er. Er unterschlug auch ' Fettw'Eri-'fe. um fi" noch Geld ,’u hurchMchm.
Der Angeklagte nach Aussagen seiner Vorgesetzten Hauptgrund für feine Verbrechen an. Der Staatsanwalt hatte die Todesstrafe beantragt. Nur weil Der Angekloate nach den Aufagen feiner Vorgesetzten und des Sachverständigen als wenig intelligent und als erblich beeinttußt erscheint, wurde von Der Der- hanaung der Todesstrafe Abstand genommen.
3 Aber die Versuche, sich zu täuschen und sich etwas vorzumachen, lagen weit zurück. Es war bald der Augenblick gekommen, in dem er sich darüber klar geworden war, daß er die unsichtbare Spannung im Hause nur so stark fühlte, weil er selber Der zweite Pol war. Das war geschehen, als Tag um Tag, Woche um Woche verstrich und keine Nach, richt von Marion kam.
Er hatte ihr alsbald nach Der Heimkehr geschrieben. Hatte ausführlich und getreu alles berichtet, was Arnold Fontana zu ihrem Lobe gesagt. Und hatte im Schlußsatz hinzugefügt, wie es ihn glücklich machen würde, wenn sie den „unvergeßlichen Münchener Abend" einmal in schriftlicher Form fortsetzen wollte.
Nicht anders hatte er gedacht in seinem immer wachen Optimismus, als daß nun bald ein Brief non ihr kommen müßte. Aber der Oktober, der ganze November, ging, ohne daß eine mit jedem Erwachen erneute Hoffnung sich erfüllte. Das Warten machte ihn mehr und mehr unruhig. Und an dieser Unruhe merkte er, wieviel ihm daran lag, von ihr
so viele Schmerzen machte.
Aber nun mußte sie das alles gewaltsam abschütteln und ein heiteres Gesicht aufsetzen und zum Frühstück hinuntersteigen. Es war später als sonst, der Vater wartete gewiß schon — obwohl er in letzter Zeit auffallend unpünktlich und gleichgültig gegen die früher so peinlich beobachtete Hausordnung geworden war. Nur gegen Die HausorDnung? „Ach, er ist überhaupt oeränDcrt seit Der Rückkehr von München, damals, im Oktober!" Dachte Ulla mit einem kleinen Seufzer.
Als sie über Die noch ganz Dunkle Galerie ging, Die sich an Drei Seiten um Die Diele herumzog, hörte sie hinter Der Schlafzimmertür Die ruhelosen Schritte des Vaters auf den knarrenden Dielen.
Auch Christian Fehr minderte an diesem schneewolkenverhangenen Morgen unablässig auf und nieder. Auch er überdachte eine gewisse Sache zum tausendsten Male. Auch er spürte in allen Nerven die unsichtbare Spannung, die das Schloß und seine kleine Welt erfüllte, spürte sie feit Monaten.
Er suchte sich einzureden, daß er sich tausche — so gewohnt war er, alles ringsum friedlich und gleichmäßig ablaufen zu sehen; doch vergebens: Die
Der Laubfrosch Arthur.
Mein Laubfrosch ist keiner von Der gewöhnlichen Sorte, Deshalb habe ich ihn auch nach meinem FreunD Arthur getauft, mit Dem er Den charakteristischen Zug um Den MunDwinkel unD Die laute Stimme gemeinsam hat. Sonst ist er knallarün (vor Stolz), hat große, Dunkle Kulpsaugen, uno legt an hohen Feiertagen — oder Tagen, Die er jeDenfalls Dafür hält — einen metallbraun schimmernDen Gehrock an. Ja, Arthur ist von sehr feinem, kaltem Geblüt unD hält auf Noblesse. So ist er am Tage überhaupt nicht zu sprechen, sonDern Hebt mit sei- nen ulkigen Knollen an Den Zehen — „Haftballen" sagte Der ZoohänDler — am Rand seines Hochherr- schaftlichen Einweckglases in Meditationen versun- (en. Aus diesen kann ihn nur des Fleisches Lust erwecken, nämlich wenn ich das Glück gehabt habe, einen fetten, blauen Brummer zu erwischen (man glaubt gar nicht, wie weit hier eisernes Training
Vom Kamm Des Schlesischen Gebirges hermeDer blies Der Südweststurm schon Die ganze Nacht lang.
Das Flockentreiben war an Diesem Dezember- ) morgen, ein paar Tage nur vor Weihnachten, so dicht, Daß Ulla vor Dem Fenster nicht einmal mehr die Drei uralten Blaufichten erkennen konnte, Die über Den schneeverwehten Rabatten Des Parks ihre J"prühl >n L Pyramiden emportürmten.
.u-qeMt: Gelbliches Schneelicht erfüllte Den großen, alt-
Maui' | väterisch in Mahagoni möblierten Raum, m Dem Diese » sie seit dem Aufstehen, Die Finger verschränkt, um- hergewanDert war, Die Sache mit Wulslam wohl zum tausendsten Male bedenkend^ diese Sache, Deren Verworrenheit und Aussichtslosigkeit ihr seit langem
Augen führen. Natürlich wird uns außerdem noch manches andere schöne Abzeichen angeboten werden, zur Freude für unsere Kinder, für uns Erwachsene aber zur freudig begrüßten Erinnerung an Die kost- liehen unD unvergeßlichen Geschichten aus Dem „Struwwelpeter". E. R.
Einstellung von Freiwilligen in d-e Wehrmacht.
In die Wehrmacht werden laufend Kriegsfreiwil. lige und längerdienende Freiwillige, Die sich für eine zwölfjährige Dienstzeit verpflichten wollen, eingestellt. Es können sich melden.- 1. Kriegssreiwilllge vom vollendeten 17. Lebensjahr ab: a) beim Heer: für Infanterie (Inf.-Regt., Inf.-Regt. jmot.j und Gebirgsjäger-Regt.), Panzertruppe (Panzer-Regt., Schützen-Regt., Kradschützen-Batl.), Nachrichtentruppe (nur für Funkdienst); b) bei der Kriegsmarine: für Küstendienst (See und Land); c) bei der Luftwaffe: für Fliegertruppe (als Flugzeugführer, Bombenschütze, Bordschütze, Fallschirm-
kurzem beipi Tippen auf meiner Schreibmaschine, durch Das Klappern angeregt, erhob er nämlich einen Durch Mark unD Bein DringenDen Sologesang — ungefähr wie „Queck-queck", es kann auch „kräk-kräk" fein —, so daß ich fürchtete, vom Hauswirt gekündigt zu werden. Er tat es dazu noch mit geschlossenem Mund wobei aber eine bis dato noch nicht festgestellte riesige Schallblase am Hals sichtbar wurde. Ich werde Arthur heiser machen müssen, vielleicht haben die Wybert-Tabletten bei Fröschen umgekehrte Wirkung. In Brehms Tierleben steht, Laubfrösche häuten sich und fressen dann das abgelegte Kleid, — ich werde also mit meinem Arthur noch allerhand erleben. H. St. G.
geheimen elektrischen Ströme Hieben, sie knackten nieder schntt - oder am Schreibtisch über den Be-
und knisterten und entluden sich von Zeit zu Zeit richten des Forstmeisters Koch saß den Blick zu
in kleinen Gewittern. Annettens Bild emporhebend — ost dachte er dar-
Ulla... Ulla war der eine Pol, von dem diese über nach, daß die Jahre eigentlich gar keinen
schütze), Luftnachrichtentruppe (als Bordfunker, Fliegerschütze). Höchstalter 28 Jahre. 2. Länger- dienende Freiwillige vom vollendeten 17. bis 25. Lebensjahr für alle Wehrmachtteile und alle Waffengattungen. Meldung hat in jedem Falle bei dem für Den Aufenthaltsort des Freiwilligen zuständigen Wehrbezirkskommando zu erfolgen. Weitere Auskünfte über Den Eintritt als Freiwilliger erteilt auf Anfrage jedes Wehrbezirkskommando und Wehrmeldeamt. Einstellung in Die Wehrmacht erfolgt je- weils nach Durchführung Der Annahme als Frei- williger.
Oie Leibstandarte rüst!
Arlegsfreiwlllig^e können sich jetzt wieder melden.
Die Leibstandarte Adolf Hitler kämpft Seite an Seite mit den übrigen Divisionen der Waffen-^ und des Heeres in vorderster Front gegen den bol- schewistischen Weltfeind und die Plutokratie. Auf Befehl Des Führers wird die Leibstandarte-ff „Adolf Hitler" weiter ausgebaut, sie umfaßt, wie die gesamte Waffen-^, alle Waffengattungen des Heeres und ist voll motorisiert. Auch jetzt wieder ist bevorzugt die Möglichkeit gegeben, als Freiwilliger in der Leibstandarte der Wehrpflicht zu genügen. Bei Kriegsfreiwilligen ist die Ableistung der verkürzten Arbeitsdienstpflicht erforderlich, sie fällt bei Längerdienenden fort. Dem Bewerber steht bei entsprechender Bewährung, ohne Rücksicht auf die genossene Schulbildung, nicht nur Die Unter- führsrlaufbahn, sondern auch die aktive Führerlaufbahn, n)iez auch Die Führerlaufbahn Des Beurlaubtenstandes offen.
Ueber Die EinstellungsbeDingungen unD Die Son- Derlaufbahnc.i (Sanitäts-, Verwaltungsführer-, Waffenmeister-, Musiker-, Kraftfahrtechnische usw.) .unterrichten ausführliche Merkblätter, Die angefordert werden können bei den Ergänzungsstellen Der Waffen-^, ferner bei allen Dienststellen Der allgemeinen ff, der Polizei und Gendarmerie. Die Termine der Annahmeuntersuchungen werden in Kürze bekanntgegeben. Für den Wehrkreis IX ist ^ständig: ^-Ergänzungsstelle Fulda-Werra (IX), Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburgstr. 10. — Telephon 3 66 83 und 3 44 41.
Westerwaldverein, Zweig Gießen.
Am Sonntag hielt der Zweigverein Gießen Des Westerwal'dvereins seine diesjährige stark besuchte Hauptversammlung im Dereinsheim „SaaPbau Liedigstraße" ab. Vereinsführer Po. Georg Moder gedachte zunächst Der im verflossenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder und erstattete hierauf Den Bericht über Die Vereinstätigkeit im Jahre 1941, Der eine vielseitige Tätigkeit neben Den Wanderungen erkennen ließ. An Den 20 Wanderungen im vorigen Jahre beteiligten sich 485 Personen. Die Mitgliederzahl ist durch 14 Beitritte gewachsen. Die Kassenverhältnisse bettnden sich in bester Ordnung. Die Verbindung mit Den im Felde stehenden Kameraden wurde durch regen Briefverkehr und durch Päckchen- und Zeitungssendungen auftechterhalten. Vereinssührer Mader überreichte sodann mit ehrenden Worten an verdiente Wanderer auf Grund ihrer regen Beteiligung im Jahre 1941 fol-
Sie schrieb nicht. Warum? Ewige Frage. Hatte sie ihn schon vergessen? War ihr Die Begegnung mit ihm nur eins Der flüchtigen Erlebnisse gewesen, die gewiß in ihrem Schauspielerinnendasein nichts Sei- 3U0f?.r wCnn er den !chn°°b-P°-z'°n MUdw°g zur »ES ^Ä.ten Weg ober.
SWÄJeÄÄ Ai -narrenden Dielen des Z.m-
ÜMjdLaJUi
ZUM KRIEGS-WHWAMSUAIiZtFEBR.
„Es ging spazieren vor Dem Tor ein kohlpechrabenschwarzer Mohr. Die Sonne schien ihm aufs Gehirn, Da nahm er seinen Sonenschirm. Da kam Der Ludwig hergerannt und trug fein Fähnchen in der Hand. Der Kaspar kam mit schnellem Schritt und brachte seine Brezel mit.
, Und auch der Wilhelm war nicht steif und brachte seinen runden Reif. Die schrien und lachten alle drei, als dort das Mohrchen ging vorbei, weil es so schwarz wie Tinte sei!" Kennt ihr sie noch, diese schöne Geschichte aus dem Struwwelpeter? Und wißt ihr noch, wie sie aus- ging? Alle bösen Buben, Die über Den armen Mohren gelacht hatten, wurden von dem großen Nikolas für ihre Missetat tief ins Tintenfaß hineingetunkt, bis sie selbst noch viel schwärzer waren als Der GegenstanD ihres Spottäs. Nun war Der Jammer natürlich groß. Doch:
„Hätten sie nicht so gelacht, hott' Niklas sie nicht schwarz gemacht." Und wie Der arme, kohlpechrabenschwarze Mohr ausgesehen hat, Das wird uns Die 5. Reichsstraßensammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk vor


