preis von etwa 400 Franken für das Gedeck ist für die meisten unerschwinglich. Man hatte vor wenigen Wochen energische Anstregungen gemacht, diesen Lokalen eine besondere Luxussteuer aufzuerlegen, aber dieser Plan verschwand fang» und klanglos in der Versenkung, und es gibt nicht wenige in Paris, die behaupten, der schon so oft hinausgeschobene Prozeß in Riorn sei die Parallele dazu
Es ist überhaupt noch manches in Paris zu finden, was man bei uns mit den schwersten Strafen belegen würde, während man hier im Land der Libertät nicht nur ein, sondern beide Augen zudrückt. Das dunkle Gewerbe der Schieber und Schlepper blüht, ohne daß es irgendwie von Seiten der französischen Behörden behindert wird.
Von der Losung der Regierung Petain „Autorität und Disziplin" ist hier so gut wie gar nichts zu bemerken. Fast in jeder Straße und häufig auch in den Geschäften und Warenhäusern selbst bieten sich Schlepper an, die für ein Trinkgeld, manchmal jedoch auch für eine Schachtel Zigaretten oder für einige Abschnitte der Lebensmittelkarte bereit sind, einen zu Bezugsquellen zu führen, die ohne Tickets und Punkte Stoffe, Wäsche, Seife, Spirituosen, Kaffee usw. abgeben. Die Preise, die gefordert wei> den, haben zwar in fast allen Fällen eine geradezu märchenhafte Höhe und steigen noch immer von Tag zu Tag, aber das illegale Angebot in allen Stadtteilen beweist, daß noch recht große Lager vorhanden fein müssen.
Bei eisigem Wind und 36 Grad Kälte.
Berlin, 27. Fan. (DRD.) In den Abendstun- den des 25. Januar führte ein deutscher Insan- terie-Stoßtrupp i.m Norden der Ostfront ein schneidiges Unternehmen durch, das angesichts des eisigen Ostwindes und einer Temperatur von minus 35 Grad eine besondere Leistung war. Unbemerkt vom Feinde ging der Stoßtrupp gegen einen bolschewistischen Stützpunkt vor, der in den letzten Tagen wiederholt der Ausgangspunkt bolfchewisti- scher Dorstäße gewesen war. Der Stoßtrupp brach überraschend an zwei Punkten in den feindlichen Stützpunkt ein und sprengte fünf vollbesetzte Unterstände.
Südostwärts Orel warfen deutsche Truppen bolschewistische Kräfte aus einer Ortschaft heraus, in der sie sich vorübergehend festgesetzt hatten. Ein Artillerie-Unteroffizier vernichtete mit seinem drei Mann starken Stoßtrupp zwei Panzerkampfwagen, deren Feuer den angreifenden deutschen Truppen schwer zu schaffen machte. Den ersten Pan- zerkampfwagen vernichteten die Kanoniere durch geballte Ladungen. An den zweiten konnten sie nur schwer herankommen. Ein Kanonier nahm aus dem vernichteten Panzerkampfwagen ein Brecheisen heraus, sprang damit auf den noch immer feuernden Panzer und brach die Turmluke auf. Durch
zwei geballte Ladungen, die das Innere des feindlichen Panzerkampfwagens vollständig zerstörten, wurde der Panzer außer Gefecht gesetzt.
Nordostwärts von Kursk richtete sich am 25. Januar gegen eine von deutschen Truppen besetzte Ortschaft ein starker feindlicher Angriff, der jedoch zurückgefchlagen wurde., Eine deutfche Abteilung wurde vorübergehend von bolschewistischen Kräften eingeschlossen. Ein starker deutscher Vorstoß zwang die Bolschewisten zum Rückzug. Ein feindlicher Panzerkampfwagen modernster Bauart wurde vernichtet.
Im Süden der Ostfront kam es zu einem heftigen Kampf um den Besitz einer Ortschaft, in der sich zwei bolschewistische Kompanien vorübergehend hatten festsetzen können. Ein Gegenstoß deutscher Infanterie mit mehreren Panzerkampfwagen brachte die Ortschaft wieder in deutschen Besitz. Während die Infanterie die Häuser und Straßen von versprengten Bolschewisten säuberte, stießen die Panzerkampfwagen den beiden feindlichen Kompanien nach und vernichteten sie vollständig. Eine deutsche Panzereinheit griff irotz des tiefen Schnees in der Nähe eine stärkere bolschewistische Kampfgruppe an, die offenbar gerade zum Angriff bereitgestellt wurde. Die Gruppe wurde vernichtet.
Kompromiß in Mo
Oie Schlacht in Iohur
Tokio, 27. Januar. (DNB.) Japanische Truppen, die von Osten, Westen und Norden a u f 3 e n • tra - Iohur vorgehen, schließen die Falle um 20 000 Mann feindlicher Truppen immer snger, während weitere japanische Kolonnen ihren Vormarsch auf Singapur sortseßen. Japanische Einheiten stürmten am Montag Renqit an der Westküste der Malayen-Halbinsel und sind dann in einem riesigen, 50 Kilometer breiten Dogen nach Süden geschwenkt, bereit, den Dorstoß auf Iohur, Bharu, die Hauptstadt des Staates Iohur, gegen- über von Singapur, einzuleiten. Die japanische Artillerie hat am Dienstagabend das Feuer auf Rengam und Simpanfl Rengam eröffnet, wo die britischen Truppen nach ihrem Rück- tug aus Ayer Itam und Kluang Verstärkungen her.
angezogen haben, um den sapanischen Vormarsch zum Stehen zu bringen und den Verteidigern von Iohur Bharu Zeit zu geben, ihre Verteidigung zu verstärken.
Durch die Besetzung von Bathu Pahat und den Stoß auf das Gebiet von Seggarang ist der linke Flügel der britischen Streitkräste, der sich an der Straße von Malakka anlehnt, in Gefahr, von der strategisch wichtigen Küstenstraße nach Sinaapur abaeschnitten zu werden. Die britischen Streitkräfte, die sich im wesentlichen aus Australiern und Indern zusammenfetzen, wehren sich verzweifelt gegen die von drei Seiten angreifenden Japaner. Gelingt es den britischen Streitkräften nicht, die jetzt bedrohte Rückzugsstraße nach Singapur offenzuhalten, so wird es ihnen kaum noch möglich sein,
sihische Lage jedes einzelnen Landes im gegenwärtigen Konflikt der Kontinente fentlegen, den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den mit den Vereinigten Staaten im Kriege be- sindlichen Mächten. Praktisch heißt dies, daß über oie Zweckmäßigkeit eines solchen Schrittes auf der Konferenz keine Einstimmigkeit erzielt werden konnte und daß es jeder einzelnen Regierung Überlassen bleibt, ihre Ent- jcheidungen zu treffen. Inwieweit diese Handlungs- freiheit die praktische Politik der einzelnen Länder bestimmt, kann nur die Zukunft lehren.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß sich Länder, die sich zu schwach fühlen, dem nordamerikanischen Druck auf die Dauer zu widerstehen, als Vasallen Roosevelts in die Knegsfront der USA. einreihen werden. So scheint Peru sich dem Diktat von Washington zu unterwerfen. Auch in Uruguay und Bolivien, wo die amerikanischen Botschaft- ter seit längerem die Funktionen von Kommissaren wahrnehmen, scheint sich ähnliches vorzubereiten. Die größten der südamerikanischen Staaten haben jedoch in Rio gezeigt, daß sie sich von Washington nicht einschüchtern lassen. Ihre Staatsmänner werden nun zeigen müssen, daß sie auch weiterhin das eigene nationale Interesse, allen Drohungen der Nordamerikaner zum Trotz, durchzusetzen wissen.
Rio de Janeiro, 27.Ian. Die pananterika- nische Konferenz ist am Montag geschlossen worden. Die Konferenz war einberufen worden, um die Haltung der lateinamerikanischen Länder zum Eintritt des Kriegszustandes zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und der Achse zu klären. Insbesondere sollten die großen freien Staaten Südamerikas zur Teilnahme an dem Krieg überredet und damit ebenfalls in ein Verhältnis der Abhängigkeit zu den Vereinigten Staaten gebracht werden, wie es für eine Reihe mittelamerikanischer Länder schon besteht. Die Nordamerikaner setzten darum die Konferenz vom ersten Tage an unter schärfsten Druck. Es wurde weder mit militärischen noch mit wirtschaftlichen Drohungen gespart. Trotzdem wurde das nordamerikanische Ziel der Kriegsausweitung für die gesamte westliche Hemisphäre nicht erreicht. Auch der zweiten Forderung nach einem bedingungslosen Abbruch der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Lateinamerika, den Mächten der Achse und Japan wurde nicht stattgegeben.
Nach zehntägigen Derhandlungey einigte man sich auf eine Kompromiß^ormel. Nach ihr empfehlen die amerikanischen Republiken nach Maßgabe des Verfahrens, wie es d i e eigenen Gesetze und besonderen Umstände, sowie die g e o g r a •
immer wieder das Erstaunen der Besucher der französischen Hauptstadt heroorrief, spielt sich heute unterirdisch ab. Er ist in der Stadt, die keine Straßenbahnen kennt, von der Untergrundbahn ge- schluckt worden. Die außerordentliche Dichte des Metro-Netzes und die rasche Zugfolge ermöglichen es, daß trotz Fehlen des Autoverkehrs keine unlösbaren Verkehrsprobleme auftauchen.
Durch die Straßen und über die Boulevards und Plätze schieben sich in den frühen Nachmittags» stunden die Menschenmassen wie einst, flauen sich vor den Geschähen und bevölkern die zahllosen Lokale. Man läßt sich mit der Strömung treiben und die Augen umherschweifen. Beim Studium der Schaufenster stellt man fest, daß fast alle Preise ganz gewaltig nach oben geklettert sind. Steigerungen um das Fünf- und Sechsfache des Friedenspreises sind keine Seltenheit. V e r f n a p • pungserscheinungen machen sich überall bemerkbar. Was hätte wohl früher im reichen Frankreich der Kunde gesagt, wenn beim Kauf einer Tube Zahnpasta die Verkäuferin mit freundlichem Lächeln aber bestimmt die Herausgabe von der Ablieferung einer alten Tube abhängig gemacht hätte? Genau so ist es beim Kauf einer Flasche Eoty, die auch erst nach Rückgabe einer alten aus- gehändigt- wird.
Elegant und geschmackvoll wie stets ist auch heute noch die Pariserin gekleidet. Ein leichter Du't von Puder und Parfüm liegt in der Lust. Mit viel Charme und Temperament werden die Unterhaltungen geführt. Ueberall sind auf den Gesichtern Farbstifte, Schminke und Puder mit schwer nachahmbarer Routine am Werk gewesen und haben so viel Farbe und Buntheit in das Stadtbild des trüben Ianuartages gebracht. Und dennoch, je länger man die Menschen an sich vorüberziehen läßt, desto mehr erkennt man, daß manches Lachen nur erkünstelt, vieles zur toten Schablone, zur Maske geworden ist, hinter der sich einanberes Antlitz von Paris verbirgt, das viele Schatten und Sorgenfalten aufweist. Dor den Lebensmittelgeschä'ten stauen sich die Menschen- fd-Iangen. Schutzleute sorgen dafür, daß der Verkehr auf den Bürgersteigen nicht behindert wird und nur immer eine bestimmte Anzahl Menschen die Läden betreten. „Spart Einwickelpapier!" ober: „Nehmt bie Waren unverpackt mit beim!" — kann man in vielen Geschäften lesen, Aufforderungen, die früher in Paris stürmische Heiterkeit ober tiefe Entrüstung hervorgerufen hätten. Dor den Tabaf- läben sieht man fast nie Schlangen. Aber dieses Geheimnis entlüftet sehr' schnell seinen realen Hintergrund. Rauchwaren sind so gut wie gar nicht vorhanden. Es gibt Geschäfte, die in einer Woche nur ein einziges Mal ihre Pforten für einen halbstündigen Verkam öffnen. Diele Läden sind nicht geheizt, und die Derkäuferinnen bedienen im Man- tel und mit dicht um den Hals geschlungenem Wollschal. Schlange wird auch gestanden vor den billigen Restaurants, in denen bie kleinen Angestellten ihr Mittagbrot zu verzehren pflegen oder sich kurze Zeit aufhalten, um eine Tasse „cate national“ zu trinken, einen Korn- ober Malzkastee, den man früher energisch zurückgewiesen hätte. Besonders groß ist der Andrang vor jenen Pariser Gaststätten, die für Kleinverdiener eine Mahlzeit zum Preise von 11 Franken abgeben. Zu diesen Mahlzeiten werden nur Angestellte zugelassen, die weniger als 1800 Franken, bas finb nach deutschem Gelde 90 RM., verdienen. Diese Maßnahme ist allerdings kaum mehr als ein .Tropfen auf den heißen Stein zu bewerten. Die große Spanne, die heute zwischen dem Einkommen des Durchschnittsfranzosen und den enorm gestiegenen und noch ständig ansteigenden Preisen steht, kann dadurch keineswegs-überbrückt werden.
Ein Blick auf bie Pariser Speisekarten zeigt, daß lukullische Genüsse hier kaum mehr verzeichnet finb. Ueberall ist angegeben, wieviel Brot-, Fett- unb Fleischmarken zur Mahlzeit benötigt werben. Das Umlernen auf diesem Gebiet wird für den Franzosen, der von allen europäischen Völkern der Verwöhnteste war, wenn es um das leibliche Wohl gma. sicher am schwersten gewesen sein. Es gibt allerdings noch genug Luruslokale, besonders in d"r Umgebung der Rue be la Pair und der Chamvs Elnlees, die auch heute noch alle jene Dinge verabreichen. nrm Kaviar zu Beginn bis zum Täßchen echten Mokka als Abschluß, die an bas alte Paris vor d"m Kriege erinnern. In manchen dieser Lo- f”!t<* sind nicht selten rund 300 Meinm^rken. deren äft-fter Iahraamr üb"r ein halbes Jahrhundert zählt, und weit üb-r 50 Sektsorten auf der Karte zu finden, die dort k-ineswegs nur dekorativ wirk-w fallen sondern auch serviert werden, ^s könn-n sich rH'-rbinns nur sehr wenige Pariser feilten, hier Stamm'wst zu sein: denn der Durchschnitte.
Dem Fuchs aus der (Spur.
Von Hans Friedrich Blunck.
Der kleine winterliche Erlenbruch an der Seekante breitet sich vor mir. Schilf und Gras haben sich braun und müde fallen lassen und tragen weiße Schneemützen. In den Schattenfenken hinter den Büscheln ist bas Tauwasfer zu Eis gefroren.
Ein Fuchs liegt zwischen den Erlen — er lag wenigstens gestern unb vorgestern um biese Stunde hier. Sehr vorsichtig, bie Flinte in ben Hänben wiegend, folge ich dem Hund, der in hohen lautlosen Sprüngen zwischen den aus dem Boden hoch- wachsenden Grasbülten dahinstöbert. Mitunter psti'se ich halblaut, damit er mir nicht zu weit nach vorn gerät. „Und kein Kaninchen", mahnte ich flüsternd — es ist sein betrüblicher Fehler, daß er bie kleinen grauen Sputter zu ernst nimmt.
Vom See weht ein frostiger Wind herüber; bas hohe Schilf wiegt sich und schiebt bie kieselharten Blätter reibend auf und nieder. Das Eis am Ufer- ranb streckt sich glasklar; draußen an feinem Rand brechen sich die glucksenden Wellen des freien Wassers. Ich wende mich dem Hund zu. der Witterung hat, unruhig verhält und weiter streunt. Eine Handbewegung; er versteht, holt weit aus und versucht, mir aus einem Zipstl des Brooks zuzutreiben, was sich darinnen halten könnte. Wirklich geht ein Hase hoch, rennt wie toll auf mich zu. schlägt einen Haken unb ist braußen auf bem überreiften Weizen. Er rennt, als zielte ich gerade über feine Löffel, rennt. Bauch an der Erde,rniit krummen auswärtsgeboge» nen Läufen. Ein Spaßvogel unter seinesgleichen ift's; eil dich nicht. Freund, ich hab's nicht auf dich abgesehen. Auch ist der Hund guK erzogen, er ist längst wieder im Brook, meine Flinte sucht einen anderen
Gewölk zieht schneeschwer vom Westen näher, das Wasser spiegelt den blauen Himmel und zeichnet ben Rand der Bö in schwärzlichem Widerschein Ich spähe durch das Weidengestrüpp des Ufers nach draußen. Es wird früh dämmern; vielleicht ist morgen bie Erbe weiß?
Im nächsten Auapnhlick fühle ich. baß ber Hund mich rief. Die vier Läufe noch wie im Trab gestreckt,
steht er erstarrt da. den Kops halb zur Seite gewandt, unb atmet nicht mehr. Was wird just am nassen Rand liegen? Eine kurze Bewegung ber Augäpfel; er hat gesehen, baß ich nirmerfe, unb bleibt wieder in ber gleichen unbeweglichen Haltung. Einen Schnitt näher gehe ich — ba gockelt unb läutet es hoch, mit aller Entrüstung des Himmels poltert schneebestäubt ein Hahn auf und streicht ab Einen Atem lang habe ich bie Flinte gehoben, aber nein — laß ben alten leben!
Der Hunb sieht mich verblüfft an. Warum nicht, fragt er, ist boch keine Schonzeit. „Den Fuchs!" nicke ich ihm zu. Unb er wittert roieber vorsichtig dom Busch zu Busch — sehr vorsichtig. Füchse hat er in böser Erinnerung.
Ich folge, immer bie Ränder des Bruchs im Auge, damit Reineke mir nicht hinterm Rücken ausfährt. Schade um ben fiafen war's boch, fällt mir ein, und — nun, der Fasan wäre mir aewiß nicht ent» wischt. Aber es wird Zeit, den Bestand zu schonen, tröste ich mich auch. Und soll ich mir vielleicht ben Fuchs vergrämen?
Die Binsen rauschen im Wind, das Rohr beugt sich tie'er. »
Vorsichtig stapfe ich von Büschel zu Büschel, nehme die Rase voll vorn Eiswind, blafe und atme tief, west auch diese grauen Tage herrlich sind. Das Gewölk hat sich wie eine ungeheure Zange gespalten, Wintersonne bricht durch einen Wald jenseits des Sees und überflutet die Weite mit ihrem rot« ncilenen Schein. Hoch über mir zieht ein Keil von Gänsen schreiend dahin.
Wo ist der Hund? Ich fahre zusammen, höre bas Brechen und Rauschen nicht mehr — wo — da sehe ich ihn starr einem Kranz dichter Grasbüschel vorstehen. Ein kleiner Erlenbulch schickt sieben schwarze Ruten dazwischen zur Höh.
Hab ich dich. Meister Rein-ste? Werd gleich wissen, warum ich Hasen und Gockel ausließ. Schon sehe ich den Balg — einen Pelz, ich weiß nicht wie prächtig! Ha, den schönsten Fuchs, einen Zauber- kerl, werde ich heute heimbringen, das ganze Dorf soll einen Abend lann im Knig darüber beraten
Denn dich habe ich. Bursch! Die Flinte liegt unter ber Achsel. Mit langtastenden Schriften komme ich näher, winde mich du^ch^ Fußholz innger B'rken. vorsichtig den festen Grund zu Schritt ausmachend.
Rechts könnte er ausbrechen — verloren, alter Räuber! Geradeaus ist die kahle Weizenkoppel und links — Achtung, daß mir der Schilffleck nicht die Aussicht versperrt.
Ssst — mahne ich leise den Hund, habe Furcht, er könnte vorher zuspringen. Wie er bastelst! Unbeweglich, wie ausgestopft, auf brei Läufen, so wie er gerade erstarrte. Einen Schritt laß mir noch, Reineke. —
In dem Augenblick fliegt ein grauer Schatten auf. Ein Kaninchen — ein läppisches Kaninchen ift's, um das Hahn und Hase ihr Leben behielten. Huscht wie ein Blitz — ich reiße die Flinte an bie Wange, außer mir vor Zörn. Zweimal schießt der rote Strahl ins Feld.
Aber treff’ einer ein Kaninchen im Gras — nicht einmal das Fell eines elenden Sanders bringe ich heute beim. Ach, Traum vorn Fuchs — ach, Hund, du Tölpel! Mich auf ein Kaninchen zu fetzen, wo wir schon fast auf hohe Jagd gingen!
Oie porzellan-Welt des Pofofo.
Niemals hat bie Pgrzellankunst einen solchen Aufschwung genommen wie im 18. Jahrhundert. Der Mensch des Rokoko lebte sozusagen in einer porzellanenen Welt. Es gab fast keinen Gebrauchs- gegenständ, ber nicht aus dieser zerbrechlichen Materie hergestellt war: Kaffee-, Tee- und Eßservice, Messer, Gabeln, Löste!, Uhren, Schreibzeuge, Tintenfässer, Streustandbüchsen, Federhalter, Bleistifte die Lust am Sammeln zierlicher Dinge war ber Anlaß zu immer neuen Erfindungen der großen Mobelleure: Känbler in Meißen, Bustelli in Nymphenburg, Melchior in Höchst, Link in Frankenthal. um nur ein paar Namen zu nenrten.
An ben Höfen ber Fürsten entstanden bie „Porzellankabinette". In gläsernen Spiegelschränken, auf Konsolen vor Wönben aus Porzellan prangten die kostbaren Figürchen, Hunderte von Kerzen waren :n Porzellanleuchter gefaßt, und aus edel geformten „Potpourries" (Räuchergesäßen) stieg der Duft des süßen Ambra, des Lieblingsparfüms jener Epoche.
Auch ber Privatmann umgab sich mit Porzellan: wollte er seiner Lieblingspassion stöhnen, zog er eine Tabaksdole aus Porzellan aus ber Tasche seines bunten Fracks, ging er spazieren, stützte er
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Tokio, 27. Januar. (DNB.) ©enerafleutnant Kuwaki schreibt zu den bevorstehenden Kämpfen um Singapur, zunächst müsse man bedenken, daß Singapur st a r k b e f e ft i g t ist und daß die Eng- länder zweifellos hartnäckigen Wider st and leisten werden. Auch bei Port Arthur habe sich im russisch-japanischen Krieg 1904/05 ber Angri's als recht schwierig erwiesen. Da diesmal seboch b i e japanische Flotte bie Gewässer um bie Inselfestung Singapur beherrsche, könnten, die Engländer kaum noch auf wesentliche Verstärkungen rechnen. Schiffstransporte seien praktisch ausgeschlossen, es bestehe nur noch die Möglichkeit, Truppen auf dem Luftwege unb aus Niederländstch. Indien nach Singapur zu bringen. 'Daß dies jedoch nicht ohne Einwirkung ber japanischen Luftwaffe^ die in diesen Lusträumen bereits eine entscheidende Rolle spiele, erfolgen könne, sei selbstverständl ch
Im übrigen befänden sich unter den Verteidigern von Singapur ein großer Teil indischer Truppen, bie, wie schon die Operationen im Malana« gebiet zeigten, nicht bedingungslos bereit seien, ihr Leben für die Verteidigung der englischen Festung zu opfern. Rach der See hin sei Singapur zweifellos äußerst stark beseitigt, jedoch in geringerem Maße nach dem Land zu. Die Schwierig- feit für die japanischen Truppen werde also in der
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ber vollständigen Umzingelung zu entgehen unb wenigstens noch mit Teilrraften nach Singapur zu entkommen.
„Die tropischen Regengüsse in Malaya haben aufgehört unb strahlend blauer Himmel begrüßt feit Montag die japanischen Truppen auf ihrem Vormarsch über die festen Landstraßen, die durch endlose Gummiplantagen, Kokosnußhaine und Felder mit tropischen Blumen führen", so berichtet der Korrespondent von „Asahi Shimbun". Nach Ueberwin- dung des Dfchungelgeländes find die Japaner in froher Stimmung. Die Zahlen auf ben Meilensteinen nach Singapur werden täglich kleiner.
Vor dem Angriff auf Singapur.
L> Som ■«»s oet ,„Sas fat fc*. ein Kl* Äft t!|t bem Ptaanber ffNenb
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Zeitschriften.
— Das neue Heft ber „M obenwe11" (Deutscher Verlag, Berlin) bringt unter ber Fülle schöner ; und praktischer Modelle schon manches für das Frühjahr. Es gibt Mäntel und Kostüme, Jackenkleider, Kasakkleider, Beru'skleidung. Nachmittagskleider usw. Außerdem viele Vorschläge zum Umändern und besonders viele Kinder-Modelle.
Mode versucht, durch ein halbes Jahrhundert läßt ™ Wein Un sich der Stil des Kostüms mit Porzellanfiguren be- I N leg-n. . I »btr'g
Der Untergang ber höfischen Welt bes Rokoko, I l" «fiter die Rückkehr zur Natur, bie I. I. Rousseau qepre- ^n hje t bigt hotte, beschloß bie „Porzellanepoche". Mit ber I 'M gemori stglnzösischm Revolution war die Glanzzeit biefes | A. - •• subtilen Materials zu Enbe. Es diente nun vor- । wiegend Gebrauchszwecken. Die Zeit ber galanten Figurinen war vorbei. A. v. Oe.
Das Hitt-rkreuz.
Berlin, 27. Jan. (DNB.) Der 'Führer verlieh bas Ritterkreuz an: ---Oberführer Fritz von Scholz, Kommanbeur eines ---Regiments, Oberst Curt I e f f e r, Kommandeur eines Panzer-Regi- ments, und ---Obersturmführer Helmut Pförtner, Zugführer in einem ---Regiment.
Die Gefechtsgruppe des ---Oberführers oon| Scholz hatte in ben Kämpfen nördlich R o-! ftow vom 17. bis 20.11. bie Flanke der Panzerarmee an entscheidender Stelle zu decken. Fünf sow»! fetische Divisionen, unterstützt von einer Panzer- Brigade, haben in ununterbrochenen Massenangrif. fen unter ständiger Mitwirkung von schweren Panzern, unter rollenden Angriffen von Bombern urrbs Tiefkampfflugzeugen, die Gefechtsgruppe zu überrennen versucht. Durch ben mutigen Einsatz des ---Oberführers von Scholz wurden alle Angriffe abgemiefen. — Oberst Iesser hat mit feinem Panzerregiment in ber zweiten Novemberhälfte mehrere Stellungssysteme, die mit Geschützen, Paks und. eingegrabenen Panzern bestückt waren, burch» brachen, mehrere schwere Panzerangriffe abgeschlagen und burch einen kühnen Vorstoß an den Don den Feind in solche Verwirrung gebracht, baß ber Einbruch in Rostow möglich würbe. — ---Ober- sturmfübrer Pförtner führte am 18. 7. ben Spitzenzug seiner Kompanie beim Angriff auf sowjetische ' Feldstellungen westlich Ssalischy gegen eine aus der Flanke feuernde feindliche Batterie, drang in bie Feuerstellung ein und zwang in hartem Nah« kämpf die Bedienung, die Geschütze zu verlassen.
Heftische Jtitterfreu^träger.
Der Führer hat, wie schon gemeldet^ dem Oberst von Zangen unb dem Leutnant Ruppert bas Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. — Oberst Gustav von Zangen, geboren 1892 als Sohn eines Bankbeamten in D a r m ft a b t, wurde 1912 im Infanterie-Regiment 117 Offizier. Im Inf.- Regt. 160 machte er ben Weltkrieg im Osten unb Westen mit unb erwarb sich beibe Eiserne Kreuze. Nach dem Kriege schied er aus bem Heere aus unb trat in bie Schutzpolizei ein. 1935 wurde er als Oberstleutnant in das Heer übergeführt unb im Februar 1938 zum Oberst beförbert. — Leutnant Hermann Ruppert ist 1919 in Offenbach am Main als Sohn eines Offiziers geboren. Er trat 1939 in das Infanterie-Erfatz-Bataillon 15 ein, in dem er Fahnenjunker unb im Februar 1941 Leutnant würbe.
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| Bürgerkrieges.
| Der Stabsc Iron 19.30 bi* |fifih Sturma^ |r?r der SA
sich auf einen Stock, dessen Knauf aus einer por- ] zettanenen Nymphe bestand; die P'ei'e, die er I rauchte, hatte einen Porzellankopf, seine Liebes« I Briefe schrieb er auf PorzellantcUelchen, er würfelte I sogar mit Porzellan, und selbst Spielkarten wurden I aus diesem hauchdünnen Material hergestellt.
Der Toilettentisch der Rokokodame war ein un- I erschöpfliches Thema für die Phantasie des Model« I leurs. Wenn die gepuderte und geschminkte Schöne I ihr Werk vollendet hatte, blickte sie, selbst wie ein I kleiner Götze aus Porzellan anzuschauen, in einen I Spiegel, ber von porzellanenen Blumen umrahmt 1 war.
So gern gesehen war bas Porzellan, daß man I als Tafelschmuck den lebenden Blumen oft eine weiß | ober bunt glasierte Architektur vorzog; tn bem In- | ventar ber „(Eonbitorei" bes Grafen Brühl in Dresden werden an Architekturstücken angeführt: 4 Kirchen, 2 Tempel, 51 Stadthäuser, 46 Pyrami- | den, 15 Ställe, 6 Gondeln, 3 Taubenhäuser. Diese i etwas kalte Pracht wurde durch kleine Sprinabrun- I nen belebt, und mit Porzellanfigürchen bevölkert.
Die Porzellankunst hat uns eine Modegeschichte überliefert, nicht so lückenlos wie in den Journalen, I aber lebendiger unb künstlerischer. Zum ersten Mal würbe im Porzellan eine plastische Auswertung ber •


