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mit denen fie sich im alten Europa nicht hatten durchsetzen können. Das gilt schon von denPilger- vatern . den ersten englischen Kolonisten, die als Puritaner in Alt-Enalanü über die Bedrückungen durch das Staatskirchentum der englischen Hoch- kirche zu klagen hatten. Der Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten gegen England (1776 bis 1783) steht in aedanklicher Verbindung mit der kurz darauf ausbrecheirden Französischen Revolution. Bis auf unsere Tage sind in den Vereinigten Staaten diese (Erinnerungen sehr. lebendig. Sie sind der Nährboden der Kreuzzugs-, Befreiungs- und Welt­verbesserungspläne eines Wilson oder Roosevelt.

Rach außen hin bedienten sich die Pankees, schon mit vollem Bewußtsein, derselben Gedankengänge, die in ihrer Innenpolitik eine mehr gefühlsmäßige Grundlage hatten. Insbesondere in dem Kampf um den gewaltigen asiatischen Markt spielten sie mit Vorliebe den selbstlosen, besitz- und machtmäßig nicht interessierten Kaufmann, dem im eigenen Vor­teil nichts lieber sei als eine kräftige wirtschaftliche Entwicklung der Länder, mit denen er Handel treibt. Die zahlreichen puritanischen und anderen sektiere­rischen Missionen, die sich die Bekehrung der Asia­ten zum Christentum angelegen sein ließen, waren ein vortrefflicher Vorspann für diese Pläne. Die alten europäischen Kolonialmächte hatten sich in China ,^nteressenzonen" geschaffen. Das war ein Hindernis, für die Amerikaner. Sic erklärten sich also für die Unversehrtheit des' chinesischen Reiches, um es in seiner Gesamtheit zur Beute ihres Finanzkapitals zu machen. So fanden sie Bezie­hungen zur akademischen Jugend Jung-Chinas. Die puritanischen Heidenmissionen und die amerikani­schen Universitäten wurden zusammenaespannt. Im Hintergrund zog das amerikanische Finanzkapital die Fäden, nachdem der berühmte Rocke'feller auf die wirklich ingeniöse Idee verfallen war, sich in China einen großen Absatzmarkt für sein Petroleum dadurch zu schaffen, daß er an die Chinesen für einen Spottpreis Petroleumlampen verteilte.

Seit der Besetzung Hawais im Jahre 1898 und leit dem amerikanisch-spanischen Krieg in demselben Jahre sind die Vereinigten Staaten mit einem Sprung in den typischen raumgreifenden Börsen- Imperialismus hineingesaust. Mit dem natürlichen Abschluß der alten Landnahme gegen die Indianer auf dem nordamerikanischen Kontinent waren die Grenzen des inneren Marktes zwar nicht erreicht, aber doch deutlich abgesteckt. Die tiefe Krise von 1929 bis 1934 war ein erschreckendes Signalzeichen. Wie aber sollten die politisch und wirtschaftlich führenden Kreise der Vereinigten Staaten sowohl ihren eigenen Leuten wie auch der Welt diesen Riesensprung von der Selbstgenügsamkeit zum raumgreifenden Borsen- Imperialsmus klarmachen? Eine echte soziale Re­form, die sich durch ihre Ausmaße zu einem sozialen Umbruch steigert, wie wir es in Deutschland erlebt haben, konnten sich die Vereinigten Staaten nicht leisten. Roosevelt hat ein Surrogat durch seinen »New deal (neue Wirtschaftspolitik) zu schaffen versucht. Er ist damit gescheitert, und ihm blieb als Ausflucht nur noch feine Kriegspolitik zur Ver­deckung dieses Fehlschlages. Aber irgendwie muß eine Tarnung der offensichtlichsten Gegensätze und Widersprüche versucht werden. Eine neue Idee, ein neues Schlagwort haben die Vereinigten Staaten bisher nicht erfunden. Sie greifen auf die alten Vorstellungen zurück. Hier liegen die Wurzeln für die Angriffe Willkies und feines Kreises gegen den englischen Imperialismus. Daneben greifen die USA. die Rolle desreichen Onkels" wieder auf, der am kleinen Finger Verheißungen in Hülle und Fülle nach sich zieht. Dieses Schauspiel muß klar verstau-, den werben; denn es ist ein Schauspiel nur. Dr. Ho.

Verstimmung

in Saudisch-Arabien.

Ankara, 26. Rov. (Europapreß.) Verschiedene Anzeichen weifen darauf hin, daß zwischen den bri­tischen und amerikanischen Behörden in den Nahost- ländern und der Regierung von Saudisch-Arabien starke Spannungen bestehen, da man von amerikani­scher Seite über die neverrichteten diplomatischen Missionen in Dschidda Verbindungen zu seit langem bekannten Gegnern Ibn Sauds und der sau­dischen Dynastie aufaenommen hat und sich dabei vielfach der in Saudisch-Arabien arbeitenden ameri­kanischen Sachverständigenkommission bedient. Be- sonders starke Empörung hat es in Saudisch-Ara- bien ausgelöst, daß die angelsächsischen Stellen die durch die Tonnagsnot bedingte Einschränkung der Pilgerfahrten nach Mekka nicht nur über bas notwendige Maß hinaus gedrosselt haben, son­dern auch darüber hinaus die Einschränkung dazu benutzten, um einen Druck aufbie saudischen Staatsfinanzen auszuüben, die in der Haupt­sache aus Pilgerabgaben gespeist werden. Es soll

Oie Insel Kelsenburg."

Ein deutscher Robinson.

In den Fämllienbibliotheken unserer Großeltern konnte man oft noch Bücher finden, die an Stelle des Verfassernamens die damals bekannte Bemer­kung trugenVom Verfasser der Insel Felsenburg". Es waren durchweg Romane mit abenteuerlichem Inhalt, die fast alle nach dem im Jahre 1719 erst­mals erschienenenRobinson Crusoe" von Defoe geschrieben waren. Auf den unerhörten Erfolg des Urbildes hin waren die Robinsonaden wie Pilze aus der Erde geschossen, und in Deutsch­land allein hat man über fünfzig Bearbeitungen festgestellt. Es gab einenrheinischen", einenwest­fälischen", einenmedizinischen", ja sogar einenun­sichtbaren" Robinson, und eineRobinsonetta" fehlte ebensowenig wieRobunse mit ihrer Tochter Ro- binschen". Die wertvollste Bearbeitung aber stammt von Johann Gottfried Schnabel und trug den etwas weitschweifigen Titel:Wunderliche Fata einiger Seefahrer, absonderlich Alberti Julii, eines geborenen Sachsens, entworfen von Eberhard Ju­lio." In späteren Ausgaben des bald vielgelesenen Buches nennt sich der Verfasser auch Gisander, und bekannt wurde der Roman mit dem TitelD i e Insel Felsen bürg".

Von Schnabels äußerem Leben ist uns wenig bekannt. Er wurde vor. 250 Jahren, am 8. November 1692, im Sächsischen geboren, unternahm abenteuer­liche Reisen, beteiligte sich an den Feldzügen des Grafen Stolberg und war um 1731 Stvldergischer Hosagent; hier gab er in den Jahren 17311738 dieStolbergische Sammlung neuer und merkwür­diger Weltgeschichte" heraus. Dann ging er wieder auf Reisen, über die nichts mehr bekannt wurde: auch über seinen Tod wissen wir nichts Genaueres. Außer einigen Romanen, die vom Verfasser der ..Insel Felsenburg" stammen sollen, aber nicht alle als echt nachweisbar sind, blieb eben nur die ,Lnsel Felsenburg" fein bedeutendstes Werk, das unter liefern Titel von Ludwig Tieck und unter dem Titel ..Die Inseln im Südmeer" (1827) von Adam Gottlob Oehlenschläger neu bearbeitet worden ist.

Eine britische Haßorgie.

Gens, 25. Nov. (DNB.) ,Le länaer der Krieg dauert, um so besser werden Deutschlands Aus­sichten", so stellt der Herausgeber der englischen ZeitschriftN i n e t e e n t h Century" fest, und polemisiert gegen das Durcheinander der britischen Regierungsmechoden. England hat keine auswär­tige Politik, und darum verlängert es den Krieg, fährt er darum warnend fort. Früher schallte es von jenseits des Kanals stets anders herüber; da hörte man, daßGeneral Zeit" der mächtigste Ver­bündete Englands fei. Bei fo viel Einsicht in die wirkliche Kriegslage sollte man eigentlich erwarten, daß der Verfasser einen Pflock zurücksteckt, wenn er auf das Thema der britischen Kriegsziele zu sprechen kommt. Aber weit gefehlt: Er wagt es, Kriegsziele zu veröffentlichen, als ob England auf der ganzen Linie aejiegt habe. Italien, so heißt es in dem Artikel, müssenatürlich" entwaffnet werden, es müsse sich vom Balkan zurückziehen und Istrien mit Triest, Fiume und Pola an Jugoslawien abtreten. Daß Abessinien für Italien nerioren sei, sei selbstverständlich, die Cyrenaika müsse den An­forderungen der britischen Mittelmeerstrategie an« gepaßt werden, beim das Mittelmeer soll gänzlich englisches Interessengebiet werden. Wie zum Hohn aber nennt der Artikelschreiber alles diesmaßvolle Friedensbedingungen" für Italien!

Wie sich der Verfasser dabei das Schicksal des Deutschen Reiches vorstellt, kann man sich nach diesenmaßvollen" Bedingungen für Deutsch­lands Verbündete ausmalen. Ein unabhängiges ver­größertes Polen, Wiederherstellung und Vergröße­rung der Tschecho-Slowakei: das sind die Grund­lagen dieserFriedensbedingungen". Ferner müsse wenigstens ein Teil der westdeutschen In- d u ft r i e n ebenso wie ein Teil seiner schlesi­

schen Industrien" von den Verbündeten übernommen werden. Auch die Grenzen des Reichesmüssen gemäß den strategischen Bedürs- niffen der Siegermächte geändert werden". Was aber jeder einzelne Deutsche zu erwarten hat, das wird in zynischer Offenheit mit folgenden Worten gefordert:Der Glaube, daß das deutsche Problem nur durch d i e Abschlachtung von Deut­schen gelöst werden kann, wird immer stärker, einerlei wie drastisch die Methode auch sein mag."

Allein England kann der Schiedsrich­ter des europäischen Schicksals sein, ohne Herr von Europa zu sein. Moralische Autori­tät, imperiale Macht und Größe das sind seine Eigenschaften oder könnten es sein. Wenn England geschlagen würde, würde Deutschland der Herr Eu­ropas, wenn die Sowjets geschlagen würden, würde die Niederzwingung Deutschlands viel schwieriger sein, wäre aber immerhin möglich." Dann kommt eine Glorifizierung des englischen Imperialismus, besten Rollevon aufgeklärten Männern und Frauen in der ganzen Welt immer mehr erkannt wird." Man sieht, es ist die alte Rolle, daß Eng­land der Diktator der Welt sein müsse und ohne englische Genehmigung kein Haar von dem Haupte irgendeines anderen Europäers fallen dürfe. Man formte über diese Delirien eines wahnwitzigen bri­tischen Journalismus zur Tagesordnung übergehen, zumal selbst der Schreiber dieses Haßausbruches cm» sieht, daß die Zeit für Deutschland arbeitet. Es ist aber doch notwendig, daß jeder Deutsche weiß, wel­chem Barbarentum er ausgeliefert würde, wenn die deutsche Wehrmacht die Heimat nicht vor den movd- lüfternen britisch-bolschewistischen Horden geschützt hätte und noch schützte.

darüber zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den saudischen Vertretern in Kairo und Bagdad und den britischen diplomatischen Vertretungen ge­kommen sein. Aus diesen Spannungen hat die sau­dische Regierung eine erste Folgerung gezogen, in dem sie die in Saudisch-Arabien arbeitenden land­wirtschaftlichen amerikanischen Sachverständigen durch Aegypter ersetzt hat.

Oer Webrmachiberichi.

D3VB. Aus dem Aührerhauplquarller, 26. Nov. Das Oberkommando der. Wehrmacht gibt bekannt:

Zwischen Wolga und Don und im großen Donbogen hallen die schweren Panzer- und In- fanlerieangrlffe des Feindes an. Sie wurden in erbitterten Kämpfen abgewehrt. Der Gegner verlor erneut zahlreiche Panzerkampfwagen. Eigene Luft­angriffe fügten dem Gegner starke Verluste an 7Nen- schen. schweren Waffen und Fahrzeugen aller Art zu. In Stalingrad brachen auch gestern feind­liche Angriffsversuche zusammen.

3m mittleren Frontabschnitt ist der Feind am 25. November im Gebiet südlich KaN- nin und im Raum südostwärts und westlich Toropez auf breiter Front zu dem erwarteten Angriff angetreten. 3n zum Teil harten Kämpfen wurden gestern alle Angriffe unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen, vorübergehende örtliche Ein­brüche im Gegenangriff bereinigt. 18 Sowfetpanzer wurden vernichtet.

3n der Cyrenaika und in Tunesien wur­den bei Gefechten vorgeschobener beweglicher Ab­teilungen feindliche Kraftfahrzeuge erbeutet und Ge­fangene eingebracht. Marschkolonnen. Zeltlager und Vatleriestellungen in der westlichen L y r e - naika wurden bombardiert. 3m tunesischen Hochland bekämpften Verbände der Lustwasfe feindliche Panzer, motorisierte Abteilungen und Truppenguartiere.

3m Mittelmeer und an der Küste der be­setzten West gebiete verlor die britische Luft­waffe am gestrigen Tage acht Flugzeuge. Sechs eigene Flugzeuge werden vermißt.

Britische Kräfte südlich Bengasi zurückgeschlagen.

Berlin, 26.Nov. (DNB.) In der west­lichen Cyrenaika wiesen deutsch-italienische Abteilungen am 25.11. die im Raum südlich Bengasi vorfühlenden britischen Kräfte zurück.

Wenn Schnabels Roman auch durch denRo- bi-nfon Crusoe" angeregt worden ist, so hat er doch weit mehr innere Aehnlickkeit mit dem deutschen Abenteuerlichen Simplizissimus" Grimmels­hausens, ja, er scheint von ihm stark beeinflußt zu sein. Die Nachwehen des Dreißigjährigen Krieges zittern durch die Handlung. Die wenigen Deutschen, die nach dem Roman auf die paradiesische Insel in der Südsee verschlagen worden sind, sind dendüste­ren Kriegszeiten" entgangen. Albertus Julius wird hier der Stammvater eines neuen, glücklicheren Ge­schlechts; auf dem Eiland ist eswie ein schöner, stiller Abend nach einem Gewitter, wo die Leiden­schaften nur noch als leise Blitze fern am Horizont zucken". Aus der Heimat kommen neue Glücksuchende und erzählen ihre Schicksale, so daß eine Rahmen­erzählung entsteht mit Rückblicken in eine harte Ver­gangenheit. In der Inselgemeinschaft bildet sich ein neues Gemeinwesen, wo Tugend und Glück herr­schen, und wo Standesgrenzen und Menschenhaß unbekannte Begriffe werden. Redlichkeit, Liebe und Treue sind die Ideale. Die Insel, wohin die Red­lichen verschlagen wurden, ist nicht eine Verzweif­lungsstätte wie imRobinson", auch nicht ein Zu­fluchtsort wie imSimplizissimus", wo ein Ein­samer weltentsagend sein Ende erwartet, sondern in deutscher Weltbejahung errichten die Schiffbrüchigen trotz aller Not einen Idealstaat, in dem alles, Nach­barschaft, Arbeit und Leben geregelt wird Zum Wohle aller. Statt der früheren sozialen Gegensätze gibt es hier nur ein Interesse, das des Gemein­wohls, und der Mensch wird nur als Mensch ge­wertet, individueller Willkür steht ein Snstem ge­rechter sozialer Gebundenheit gegenüber; das kom­mende Humanitätsideal des 18. Jahrhunderts ist hier in manchem vorgeahnt.

Eine weitere Bedeutung hat Schnabels Roman noch als erster wertvoller Unterhaltungsroman im besten Wortsinne; er ist eine spannende, ethisch unter­baute, ideenreiche Lektüre, die Schule gemacht hat wenn sie auch vielfach mit weniger Geschick nachgeahmt wurde. Schiller dürste an dieInsel Je7cn&urfl" gedacht haben, als er seinen wirksamen Unterhaltungsroman, die leider unvollendete (3e=

In den Hügelstraßen, mit denen das Hochland der Wüste zum Steppengebiet in der Wüste abfällt, kam es zu örtlichen Gefechten vorgeschobener Abteilun­gen, bei denen der Feind einige gepanzerte Fahr­zeuge verlor. Die Luftwaffe griff Truppenansamm­lungen, motorisierte Kolonnen sowie Zeltlager und Artilleriestellungen an. 20 britische Lastkraftwagen und mehrere Panzersvähwagen wurden vernichtet, zahlreiche Geschütze außer Gefecht gesetzt.

Aus dem Reich.

Mädelerziehung im Kriege.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach in der Reichsführerschule der HI. in Potsdam vor einem Lehrgang der Gebietsmädelführerinnen aus dem Reich. Eine nicht leichte Ausgabe hätten die BDM.- Führerinnen, die die jungen Menschen auf der einen Seite betreuen und führen müssen, und auf der anderen Seite zur Pflicht und Arbeit zu erziehen hätten. Trotz der Kriegszeit müsse es bas Bestreben sein, auch das Schöne und kulturell Wertvolle den .jungen Menschen zu vermitteln. Nicht als Moral­prediger fei die Jugend zu führen, sondern man müsse lebensnah mit der Jugend bleiben. Die Kriegs- zeit berge mehr Gefahren in sich als die Zeiten der Ruhe und des Friedens. Auf der anderen Seite aber sei bei Menschen, die die Größe der Zeit verständen, auch die Moral größer, denn Arbeit und Kampf härteten die Seelen. Die schaffende Frau mit aller Sorgfalt zu betreuen fei eine der dringendsten Auf­gaben der Betriebsführer und Betriebsobmänner. Die Frau Habe auf sich selbst zu achten, damit der Mann, der als Soldat an der Front stehe, bei seiner Rückkehr das <5beal norfinbe, bas er sich in ben lan­gen Monaten in Feinbesland von ber beutschen Frau gemacht Habe. Jede Frau fühle die Vervflich- tuna. die sie ber Nation gegenüber als Mutter zu erfüllen habe. Alle Bestrebungen hätten bahin zu gehen, bie Sicherung des Nachwuchses zu gewährleisten.

Mehr Futtermittel aus dem Osten.

Die Erwartung, daß bie nächstjährige Ernte be­reits erhöhte Erträge der Landwirtschaft in den neuen Ostgebieten bringt, berechtigt zu der An- nähme, daß bann auch größere Futtermittelmengen für bie Schweinefütterung zur Verfügung stehen. Es ist deshalb erforderlich, daß auch die ent­sprechende Anzahl uün Läufern auf Mast gestellt werden kann. Damit es möglich ist, den Bestand an Sauen durch Einstellung von Jungsauen zu ver­größern, wird den Betrieben für jede Sau, die ab 1. Februar 1943 abferkelt, 5 Zentner zusätzliches Futtergetreide freigegeben. Es wird erwartet, daß es gelingt, etwa 300 000 Jungsauen in den Betrieben zusätzlich einzustellen. Unter Berücksichtigung der

schichte des Geistersehers, schrieb, und Tieck bekannte für sich offen ben Einfluß Schnabels, als er feine Unterhaltungsromane für Nicolaifertigte". H. St.

Schwanen-Gesang.

Von Werner Schumann.

Nicht lange vor diesem Kriege war es den Passa- gieren eines großen Bergnüaungsdampfers, der auf dem Meer des Nordlands fuhr, vergönnt, Zeugen eines ungewöhnlichen Vorgangs zu fein. An einem Tag wie Kristall die schrillen Möwenschreie waren verstummt, kein Lebewesen zeigte sich im A^ther, das Licht tanzte auf der See rauschte plötzlich aus azurnem Himmel, bie gelbschwarzen Schnäbel wie hilfesuchend ein wenig nach unten gebogen, ein Singschwanenpaar mit blütenweißen Fittichen auf das Schiff herab und ließ sich auf dem Schornsteindeck nieder. Zu jener Stunde lagen die Reisenden behaglich auf ihren Liegestühlen aus- gestreckt. Nur wenige hatten beobachtet, wie bie bei­den abeügen, im reinen Licht bes Tages märchenhaft schon aufschimmernden Vögel mit klangvoll-ge- gebämpftem, an Orgeltöne erinnemben Ruf auf das still dahingleitende Schiff gestürzt waren. Das all­gemeine Erstaunen wuchs, cfls man entdeckte, daß es scheue Singschwäne seien, die unnahbarsten, maje- stätischesten unter den Vögeln bes Nordens.

Doch nicht Hunger, sondern eine rätselhafte Krank­heit des Weibchens, dessen Kräfte wahrscheinlich nicht mehr ausreichten.,um fliegend die Küste zu erreichen, hatte das Paar zu ben Menschen getrieben, die sie neugierig von weitem umringten. Das Paar hockte in sich gekehrt und wie gänzlich unberührt von dem Treiben auf dem Dampfer hoch oben auf dem Son­nensegel und gestattete nur dem Koch, ihm mehrmals täglich und mit aller gebotenen Behutsamkeit kleine Brocken hinzuschieben. War es verwunderlich, daß bald alle Gespräche um die beiden müreifenben Vögel kreisten? Inbessen wagte schließlich niemand mehr, die Notgelandeten zu stören. Jeder fühlte bie Wolke von lautlosem Zurückgezogensein, von natürlicher

Abgänge würden bann aus jedem Wurf rund 2 Mil« lioncn Läufer mehr zur Verfügung stehen. Im Jahre j würden also 4 Millionen Schweine mehr geschlachtet! werden. Ein solcher Zugang von Schlachtschweinen wirb benötigt, um bie Fleischversorgung auch weiter« hin sicherzustellen. Die zusätzliche Futterversorgung wirb gerade auch dem kleinen Schweinehalter, der oft nur eine Zuchtsau hielt, um sich aus dem Ferkel­verkauf einen Nebenverdienst zu verschaffen, die Wiederaufnahme dieser Tradition erlauben.

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überall kaufen kann. Die Normung und Typisierung j der Derbrauchsgüter hat gerade während des Krie- I

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bäder und. Kurorte in Leipzig eine Arbeitstagung ab, auf der Staatssekretär Esser über den Kriegs- |Dr^ r

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einsatz der Heilbäder und Kurorte sprechen wird.

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$ar ber verlassene Gefährte, als gälte es t.A ge^ eine letzte Ehrung für die Tote, fünfmal in weiten, ft herrlichen, dem Wasserspiegel sich nähernden Bögen * um das willenlos treibende Weiß unten, unaufhor- Iiä begleitet von dunklen Posaunenstößen, die die &

NSKOV. zu einer Dienstbesprechung nach Berlin - beordert. Der Leiter der Fachgruppe, Pg. Schütz«

ges große Fortschritte gemacht, aber noch ist viel zu tun, um die gesamte dingliche Welt zu normieren.

Der Reichsfremdenoerkehrsverband hält vom 3. bis 5. Dezember mit den Geschäftsführern der Lan- desfremdenverkehrsoerbänbe, ben Bäderreferenten, Kurdirektoren und den Bürgenneistern der Heil­

I e r, legte die Erfahrungen ber langjährigen De« treuungsarbeit bar und zeigte, wie die Fachgruppe heute imstande ist, jederzeit und überall hingen Ka­meraden mit Rat und Tat zur Sette zu stehen.

Kleine politische Nachrichten.

Der bisherige Leiter ber Hauptabteilung II des Reichswirtschaftsministerium General d. Inf. von Hanneken ist wegen Wiederverwendung im Heeresdienst aus dem Reichswirtschastsministerium ausgeschieden. Der Generalreferent im Reichswirt­schaftsministerium, Präsident Kehrl, wurde zum Leiter der Hauptabteilung II bestellt.

Weite

Ureinsamkeit des hohen Norbens in grauer Vorzeit geboren hatte.

35..deutsche Heimschule übernommen.

Kunst und Wissenschaft.

Eröffnung der Eichendorff-Doche in Neiße.

Neiße, Joseph von Eichendorffs letzte Heimat, wurde Schauplatz ber ersten Veranstaltungen, welche die Eichendorff-Woche dem Andenken des oberschle» stschen Dichters gewidmet. Nachdem Gauleiter Bracht, Reichsdramaturg Schlösser als Präsident ber Deutschen Eichenborff-Stiftung, und Landeshaupt*, mann Kate als Präsident der Stiftung Oberschlesien Kränze am Grabe des Dichters niedergelegt hatten, versammelte sich im Stadttheater Neiße eine zahl­reiche Gemeinde von Freunden des Dichters. Reichs­dramaturg Dr. Schlösser sprach über Romantik bes Traumes und Romantik der Tat. Er wehrte sich gegen eine bewußte Gegenüberstellung von Traum und Tat, von Romantik und Realität. Die

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Entrücktheit, die sie umgab, und bie so gut im Ein­klang stand mit dem schweren Traum vom Nordlank

Der Inspekteur der deutschen Heimschulen, ^-Ober­gruppenführer Heißmeier, hat die Fürstenschule in Meißen (Sachseni und die Oberschule D r o s s e n (Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O.) als 34.

So vergingen viele Tage. Die Schwanin schien zu genesen. In ber Spätabenbstille vernahm man öfters leise singende, glockig reine Töne. Der Koch berichtete und die^Stewards erzählten es bei den Mahlzeiten weiter, wie ber Schnabel bes weih' liehen Tieres immer hurtiger in ben Federn bes Ruckens wühle, wie bie Kranke zuweilen die Schwingen ausbreite und sich offenbar für die be­vorstehende Abreise rüste. Eines Nachmittags setzte wirklich das Paar zu einem kurzen Probeflug an.

21m kommenden Morgen schon, während die Passagiere noch frühstückten, geschah endlich bas bange Erwartete. Gleich Sonnenseglern, die sich nach ben fernen, hohen, verschollenen C zurücksehnten, hatten sich die Äng^chwäne geschwungen, um zuerst eine gute Weile (wie um ihrer selbst erst ganz sicher zu werden) mit dem Schlss öU fliegen und sich dann immer mehr von ben festen Planken des Dampfers abzusetzen, bis sie bald wie zwei blitzende Silberkugeln vor dem grün­aufleuchtenden Horizont schwebten. Ihr Lied, erst mächtig und freudig aufsteigend, verhallte in ber Ferne. Wahrend man vorn Schiff aus nachdenklich und wohl auch sehnsüchtig ben ehtgleitenben, bald im Aether sich auflösenden Vögeln nachsah, hörte man kurze Zeit darauf schon erregte Rufe: Sie kommen wieder! Sie suchen das Schiff! Und wirklich gab es keine Täuschung; zusehends verringerte sich der 21b- stand. Das Schwanenpaar, vor Minuten noch win­zig-silbrige Bälle, die Apollo in fein verklärtes Reich zurückgeschleudert hatte, wuchs und wuchs. Bis einer ber Vogel, ber kaum genesene weibliche, wie ein Siem lotrecht ins Meer stürzte. Leise schaukelt« der leblose Körper mit dem unnatürlich verbogenen Hals auf ben leichten Wellen.

25 ?ahre DIN.

Der Deutsche Normenausschuß besteht jetzt 25 Jahre und hat in dieser Zeit mehr als 7000 Normungen bearbeitet. Was ist nun eigentlich Nor­mung, worin liegt ihre wirtschaftliche Bedeutung'^ Normung ist Vereinfachung und Vereinheitlichung der Singe, die wir zum Leben brauchen, ist £ppi». fierung statt einer Unzahl von Abwandlungen. Der' deutsche Normenausschuß selbst hat 1940 folgende Definition gegeben:Normung ist ein umfassender Begriff für bie Regelung einer Vielzahl von Erschei­nungen, um eine möglichst eindeutige und sinnvoll abgestimmte Ordnung zu erreichen. Sie ist auf allen Gebieten bes menschlichen Denkens und Handelns zu finden." Auf jeden Fall ist die Normung für ma­terielle Güter eine sehr weitgehende Hilfe für unseres Wirtschaft. Wenn z. B. in ber Elektrotechnik, bei ber Herstellung von Maschinen bis herunter zu Schrau­ben und Muttem bie Einzelteile nach DIN gestaltet sind, wird der Konstrukteur von neuen Dingen sehr wesentlich entlüftet, da er fein Neues aus vorhande­nen Einzelteilen, um bie er sich nicht mehr zu küm­mern braucht, fonftruiert Gleichzeitig wird auch bie Lagerhaltung verringert, und damit werden Kapi­talien für andere Zwecke frei, bie sonst burch das Lager gebunden waren. Im Bauwesen z. B. hat die Normung von Türen und Fenstern allein bereit Kostensenkung um 30 v. H. bewirkt. Dazu kommt eine Ersparnis im Werkstoffverbrauch, und schließlich wird auch beim Verteiler bie Angelegenheit verein« facht, während ber Verbraucher bie genormte Ware, bie billiger ist als bie frühere vielfältige, immer und

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