Einzelbild herunterladen

Aeitag. 27. November ly§2

>2. Jahrgang Nr. 28V

Gießener Anzeiger

rankreichs Kolo-

Irotien

en. heit

n Ebert

eg war Epoche

der

ier.

Das LlGA.-Regime in Marokko

16/ urntk

non

bt

, Bann imi i Braun, ui

letttJtetM Politik uti u üund; nmichrin. lange 8.9. LmL 8td.

kkammer

'i uchiftHff.

insik

Uhr

iin* idi» u* -ev.

___________ri _ - ... >erg- stellungen und Schluchten weiter. In dem Kranz der Widerstandsnester und Igelstellungen wurde er­bittert gekämpft. Unsere Heeresverbände wurden in ihrem Stampf durch deutsche und immänische Kampf­flugzeuge sowie durch Nahkampfsliegerkräfte gut unterstützt. Mehrfach konnten Einbruchsversuche feindlicher Panzer so erfolgreich mit Bomben und

w 3um 1----------- ...... .............

uoe btl Kolonialreiches möglichst intakt zu halten, damit

Erbitterte Abwehrkämpfe.

Der sowjetische Angriff im mittleren Frontabschnitt.

gion der Frontkämpfer getreten.

Es ist bekannt, wie sehr die Jugend Frankreichs in den Jahren zwischen dem ersten und zweiten '*"*----- enttäuscht

alt)

*bta

Set«.

1

ltchtömien »mi**!* scbriftliä reo, durii ieinameige

ierrier en 3W? 4i hören« lauf^.

t,

itCbaM der NSG

hat auf Französisch-Nordafrika überge- Wird Frankreich nun noch einmal Ge- zur Bewährung im europäischen Sinn

wmmbme von Ameu.c« für die iVhtNiflflnummeT biS 8'/, Ubr be<'«ormittnal

lÄHAfinfn^reilf

für die Shlhmeter-Beile von 2L Millimeter Breite:

7Nvi. für AamiUtnnif zeigen und private Gplegenbeitdanzeige«

14Rvt. 1. Werbeanzeigen und geschäftliche

Geiegendeitdanzetge« Vlatzvor'chrifi (vorherige Vereinbarung) 28*/# mcot

,warze

Oksk!

schalls PLtain gewesen fein und ihm soll alle Ludest gegolten haben: den Kern des französischen

während Grenadiere die bolschewistischen Schützen beschossen. Als der feindliche Angriff an dieser Stelle zusammenbrach, lagen die brennenden Trümmer von 16 Panzern und 4 Flugzeugen zwischen den Schützengräben, die das Feuer unserer Maschinen­gewehre in der beschneiten Steppe niederhielt.

Zwischen Wolga und Don konnten die Bolschewisten trotze ihres massierten Einsatzes von Infanterie und Panzern bei ihren Vorstößen keine Ergebnisse erzielen, und auch in Stalingrad selbst wurden alle Angriffsoepsuche abgewiesen. An der Einbruchstelle im Donbogen ging v wechselvolle Kampf um Stützpunkte, Dörfer, Bi

veRhlfche U«iversttSt»dr»cker^ Ä. fcmy General-Anzeiger für Oberhessen *** w«,9 SSST

tionen einzudringen, die nach wie vor von der alten Generation der Clemenceau, Poincarö, Barthou, Briand beherrscht wurde. So stand die junge und jüngste Generation den politischen Machthabern und ihrem Treiben, das so stark von Juden und Frei­maurern beeinflußt wurde, mit einer Mischung von Interesselosigkeit und Mißtrauen gegenüber. Ratio- nalistische Protestkundgebungen wie die vom 6. Fe­bruar 1934 wurden niedergeknüppelt. Wenn jetzt die Regierung Pötain-Laval vor der Geschichte und dem Weltgewissen gegen den anglo-amerikanischen lieber- fall auf Nordafrika Stellung bezieht, dann besteht auch die Hoffnung, daß die französische Jugend da- von beeinflußt wird. Frankreich hat eine letzte, viel­leicht allerletzte Chance, das wieder gutzumachen, was feine früheren Regierungen verdorben haben. Vielleicht hat die Regierung auch die Möglichkeit nach Ausschaltung all der verhängnisvollen Ein­flüsse, die noch bis zuletzt in der Umgebung des

Um Frankreichs Kolonien

Von unserem E. F.-Korrespondenten.

heften Energien des Mutterlandes an Sölden, an Forschern und Kaufleuten auf, während Der lotende Ruf der Ferne den Durchschnittsfranzosen rvfniger berührte. Seit Errichtung der Entente cor- bio le vor 40 Jahren dachte man im übrigen nie» rmls an die Möglichkeit eines Angriffs von bri­tischer Seite auf den französischen Kolonialbesitz, obwohl die französische Kolonialgeschichte vordem ein einziger Kampf gegen England, eine einzige Ausplünderung französischer Besitzungen durch die

Berlin, 2b. Nov. (DNB.) Im Raum südwest­lich Stalingrad, zwischen Wolga und Don sowie im großen Donbogen hielten am 25.11. die schwe­ren Abwehrkämpfe an. Den fortgesetzten Angriffen starker Infanterie- und Panzerkräfte des Feindes setzten unsere Truppen hartnäckigen Wider» stand entgegen. Südwestlich Stalingrad rief die Treibeis führende Wolga an der Heber- aängen Verkehrsstauungen hervor, die von unseren Fliegern wiederholt mit starker Wirkung angegrif­fen wurden. Dabei vernichteten die Bomben der Kampfflieger allein an einer Stelle über hundert vollbeladene Lastkraftwagen. Der Feind hatte bei feinen weiteren Angriffen wieder schwere Verluste, lief eingeschnittene Bachläufe und flache Hügel, die sich über der Steppe erheben, sind die Schwerpunkte unseres Widerstandes. Die Buchten sind zu Kampf- gräben und die Bodenwellen zu Feuerstellungen für die Artillerie geworden. Gutes Schußfeld er­laubt es, fchon auf große Entfernungen den Feuer­kampf gegen die Angreifer aufzunehmen. Als die Bolschewisten gegen eine derartige Hügelstellung mit Infanterie, Panzern und Schlachtflugzeugen vorstiehen, gerieten die Sturmwellen und Panzer- kampfwagen in das Kreuzfeuer des Stutzpunktes und des nächsten Kampfgrabens. Flakgeschütze rich­teten ihr Feuer auf die Panzer und die Flugzeuge,

rokkos aber sind entrüstet darüber, daß die Ameri­kaner auf die in morrokkanischen Häsen liegenden französischen Kriegsschiffe amerikanische Wachkom- mandos setzen und die französischen Besatzungen an Land schickten. Die Mobilisierung der einberufenen marokkanischen Reservisten schreitet nur langsam voran, da die Reservisten an den Sammelst eilen weder eingekleidet noch ausgerüstet werden können. Man muh erst warten, bis die Uniformen aus den USA. eintreffen.

Die in Tetuan erscheinende arabische Zeitung ^urrhja* schreibt: Die Marokkaner seien durchaus nicht geneigt, sich die Gewaltmethoden gefallen zu lassen, welche Briten und Nordamerikaner in Algier angewandt haben. In den Bergen bemerke man Bewegungen von bewaffneten Truppen. Der Zu­strom der Pilger zu den Heiligen Stätten fei in den legten. Tagen spürbar gewesen, was zeige, daß das Land in Unruhe geraten fei. Die Moscheen seien plötzlich überfüllt. In vielen Dörfern bilde man Lebensmittelvorräte. Zahlreiche Herden werden aus der Ebene in die höheren Regionen getrieben. Tau­fende von Muselmanen hätten die Großstädte ver­lassen und zögen sich in die Gebirgsorte zurück. Wie wenig dagegen der Sultan von Marokko noch Herr seiner Entschließungen ist, zeigt die Antwort, die er nun auf eine Botschaft Roosevelts erteilt hat. Ob­wohl er bei der Landung der USA.-Truppen der Regierung des Marschalls PStain versichert hatte, daß Marokko in der Treue zu Frankreich nicht wan­ken werde, erklärte er nun, falls die USA.-Trup- penunser Prestige, unseren Boden, unsere Religion und unsere Tradition achten, könnten sie sicher sein, in Marokko nur Freunde und Helfer zu finden. Um die Schwenkung zu begründen, sagt der Sultan weiter, Marokko habe ein Uebereinfommen mit Frankreich nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 geschlossen,unser Reich gegen jeden Angreifer zu verteidigen, um seine Besetzung zu verhindern. Als die amerikanischen Truppen in Marokko ein- trafen, zwang uns die Ehre dazu, uns zu ver­teidigen, um den Abmachungen nachzukommen. Die uns zur Verfügung stehenden beschränkten Mittel genügten nicht, unser Reich gegen Streitkräfte zu verteidigen, die sowohl an Zahl wie auch an Ma-

len zim Platzbe- i scheiden, 1 antreten J en nichiH Ettings-1 esonden |

Tanger, 28. November. (Europapreh.) Seit dem Ueberfau der Anglo-Amerikaner auf Französisch- Nordafrika ist erst kurze Zeit verstrichen. Sie hat aber genügt, das gesamte Wirtschaftsleben dieses Gebietes in seinen Grundlagen zu erschüttern. Be­sonders schlimm für die Bevölkerung ist di« Nah- r u n g 9 m i 11 e l n o t. Es gibt in Casablanca seit Tagen kaum noch Brot. Die Zuteilung von Mehl mußte überall stark rationiert werden, und das in einem Gebiet, dem es bisher möglich war, große Mengen Getreide nach Frankreich zu liefern. Diese Nöte sind eine Folge der Lebensmittelanforderungen für die USA.-Truppen. Empfindliche Störungen er­gaben sich ferner aus dem Fehlen von Trans­portmitteln, nachdem die Amerikaner auch in dieser Hinsicht erhebliche Ansprüche geltend gemacht hatten. f

Die Anordnung der amerikanischem Muitarbehor- den, daß Haussuchungen und Verhaftungen nur von der Polizei vorgenommen werden dürfen, wurde durch brutale Uebergriffe amerikani- scher Soldaten veranlaßt. Unter dem Dor- wand, Haussuchungen durchführen zu wollen, drangen sie in marokkanische Häuser, in denen die Frauen nach orientalischer Sitte völlig abgeschlossen leben. Wertvolle Teppiche, Silber- und Goldarbei­ten wurden einfach geraubt. Mit Rücksicht auf die wachsende Empörung der Bevölkerung über dies Betragen der amerikanischen Truppen wurde von dem USA.-Kommandanten von Casablanca und Ra­bat ein Aus geh verbot für alle Angehörigen her USA.-Wehrmacht erlassen, deren Unterkünfte außerhalb der Städte liegen. Die Beschlag­nahme aller Hotels durch die Amerikaner unter Ausquartierung der bisherigen französischen Gäste hat die allgemeine Entrüstung noch gesteigert. Große Verstimmung ruft auch die Art und Weise hervor, wie die USA.-Behörden den Juden und Linksradikalen freien Lauf lassen. Jüdische Geldwechsler sagen hinter den von den Arne- rifanem mitgebrachten Golddollars her, um sie zu den dunkelsten Spekulationsmanövem zu benutzen. In Casablanca ließ man es zu, daß freigelassene Rotspanier die Fensterscheiben nationalspanischer Häuser mit Steinen einwarsen. Die Franzosen Ma-

Die Anhänger der Zusammenarbeit mit Deutschland haben zahlenmäßig wohl an Bedeutung gewonnen, bewegen sich aber noch auf verschiedenen Marsch­routen. Es besteht ein Nebeneinander zwischen den beiden Hauptgruppen, der französischen Volkspartei unter Jacques Doriot und dem Rassemblement nationale unter Marcel D 4 a t. Die Problematik kommt aus der Kluft zwischen der einstigen anglo­amerikanisch orientierten Wtzltmachtstellung Frank­reichs und der neuen Zeitströmung einer europä­ischen Stellungnahme. An die Stelle des verflossenen Radikalsozialismus ist in gewissem Sinne die Le-

terial überlegen waren." Der Sultan erklärt, der erste Kontakt zwischen den Völkern, die sich nicht genügend kannten, wurdedurch Zögern und Zurückhaltung gekennzeichnet: die jedoch, nach­dem erst ein gegenseitiges Verstehen hergestellt wurde, durch das Gefühl der Achtung und der Freundschaft verdrängt wurde, das zu der Zusam» menarbeit führt, die für alle nützlich ist. Das war der Fall bei der Zusammenarbeit zwischen Frank­reich und Marokko, die so gute Resultate für den Wohlstand und die Große Marokkos gezeitigt hat. Wir sind sicher, daß der Kontakt mit den Vereinig- ein Staaten von Amerika dieselben Früchte tragen roirt>."

England und Darlan.

Eden weicht Erörterungen aus.

Stockholm, 26. Nov. (DNB.) Im Unterhaus wurde Außenminister Eden erneut dringend auf» gefordert, Zeit für eine Erörterung der Stele lung Darlans in Französisch-Nordafrika ein­zuräumen. Eden wiederholte, daß aus militärischen Erwägungen die Regierung eine solche Erörterung nicht für angebracht halte. Die tatsächliche Lage in Französisch-Nordafrika fei so, daß die Militärgewalt bei den Vereinigten Staaten läge, wäh­rend die Zioilgewalt bei den Franzosen liege.Un­sere Stellung", so erklärte Eden,muß sich diesen beiden Tatsachen anpassen".

Der zu de Gaulle übergegangene frühere franzö­sische Fliegergeneral de la Vigerie bezeichnete auf einer Pressekonferenz in London Darlan alsden meistgehaßten und am tiefsten verachteten Mann in Frankreich". De la Vigerie forderte, de Gaulle solle mit der Bildung einer politischen Regierung in Nordafrika betraut werden. Die Gaullisten stün­den Darlan ablehnender gegenüber als Laval.

Die Verluste

Der französischen Kriegsmarine.

Vichy, 27. Nov. (Europapreh.) Der französische Marineminister Admiral A b r i a l ist zum Ober­befehlshaber der französischen Seestreitkräfte ernannt worden. Admiralstabschef der Seestreitkräfte wurde Vizeadmiral Le Luc. Die Admiralität veröffent­lichte eine erste Verlustliste der französischen Marine in Nordafrika. Hiernach sind hauptsächlich in den Kämpfen um Casablanca 49 Offiziere und 450 Mann gefallen. Der SchlachtkreuzerJean Bart" (35 000 t) ist gestrandet," der KreuzerPrimauguet" (7250 t) in Brand geraten, die ZerstörerAlbatros" (2400 t), Milan" undMalin" sowie das Torpedoboot Brestois" wurden außer Gefecht gesetzt. Die Zer­störerFougueux" (1700 t),Boulonnais" (1300 t) und drei U-Boote sanken. Das U-BootMeduse" ist gestrandet.

Die Briten bereiten die Ausplünderung Tlordasrikas vor.

Genf, 27. Nov. (DNB. Funkspruch.) Wie die Times" meldet, trifft das britische Ernährungs­ministerium alle Vorkehrungen, um möglichst schnell Lebensrnittel aus Algier, Marokko und Französisch-Westafrika nach England abzu­transportieren. Man befasse sich noch im Londoner Ernährungsministerium mit der Ermittlung der­jenigen Güter, die am dringendsten aus Französisch- Nordafrika in Großbritannien benötigt würden. Im allgemeinen hätten Algier und Marokko Getreide, Trockenfrüchte, Konserven, Weine und Olivenöl ex­portiert, doch, so meint die ,Times" es gebe noch andere Produkte dieser französischen Gebiete, die für England von größter Bedeutung wären,wenn man sie nach England b ri n g en kann", wobei dis deutschen U-Boote and) noch ein Wörtchen mjö» sprechen wekden.

eJbet Organ« \\

n9 mit 'K°rb. Hatte unter, - Mn. : nbsam 1 e.n mit

Heinrich die ae>

Führung | konnten

ie Blau-;; inten dient er«

er einst in der Stunde des Friedensschlusses einen starken Aktivposten zugunsten Frankreichs darstellen könnte. Zweieinhalb Jahre lang schien es so, als ob es möglich jein würde, dieje Absicht zu ver­wirklichen. Jetzt aber hat der anglo-amerikanische Einfall in Nordafrika alle diese Pläne in Frage ge­stellt. Die große Auseinandersetzung zwischen den Wlsenmächten und den anglo-amerikanischen Pluto-

Atiten gewesen war.

Die Zeit von 1830 bis zum ersten Weltkrv für die französische Kolonialgeschichte eine . , ölönzender äußerer Erfolge gewesen. Sie hatte oft fibrr die innere Schwäche des Kolonialaedaykens im swnzösischen Volke selbst hinweggetäuscht. Nur Al- wlen ist stärker ins Volksbewußtsein übergegangen, die Erwerbung vieler anderer Gebiete hat sich ; rft gegen den heftigen Protest der öffentlichen Mei­nung in Frankreich vollzogen. Als Tunesien im Jahre 1881 zum Protektorat Frankreichs gemacht wurde, «iqte sich unter Führung Clemenceaus eine scharfe vsposition. Aehnlich war es bei der (Eroberung »an Jndochina in den achtziger Jahren. Die jünaste Entwicklung ließ die Stärkey und Schwächen des stinzösischen Kolonialreichs klar heroortteten. Judo- China, so groß wie das Mutterland, konnte mit feiner Bevölkerung von über 20 Millionen Men­schen dem französischen Imperium erhalten werden, wehrend die roeitoerftreuten Besitzungen in der Adsee ein Opfer amerikanischer und australischer Habgier wurden. Auch die Antilleninseln in West- Wien, der älteste Bestandteil des französischen Ko­lonialreichs, waren zu exponiert und mußten eines Tagendem amerikanischen Imperialismus anheim- Ben. Syrien wurde 1941 eine Beute australischer tnb britischer Streitkräfte, und Madagaskar wurde Mn den Engländern besetzt. Es blieb der afrika­nische Block mit 8 Millionen Quadratkilometer und «nähernd 40 Millionen Menschen: nur Aeguatorial- chika war 1940 in der Verwirrung der Niederlage

Bordwaffen bekämpft werden, daß die Bolschewisten nach Vernichtung zahlreicher Panzerkampfwagen ihre Vorstöße aufgeben mußten. Weitere schwere Verluste hatte bejonbers die feindliche Infanterie dadurch, daß sie von unseren Fliegern oft schon in ihren Bereitstellungsräumen ober beim Anmarsch unter Feuer genommen werben konnten. Insgesamt vernichteten unsere Kampfflugzeuge 450 Fahrzeuge, die mit Truppen und Material auf dem Wege zur Front waren.

Auch im mittleren Abschnitt der Ost- ront sind die Bolschewisten am 25. 11. im Gebiet üd west! ich Kalinin und in dem Raum üboftroärts und westlich Toropez auf breiter Front zum Angriff angetreten. Diese Ak­tionen wurden von unseren Truppen schon seit län­gerer Zeit erwartet, doch hatte bis jetzt die mehr­fach gemeldete wirksame Bekämpfung des feindlichen Aufmarsches durch unsere Luftwaffe den Angriff verzögert. An den Vortagen hatten bereits große Bewegungen beim Feind sowie stärkere örtliche Vor­stöße auf den unmittelbar bevorstehenden Angriff schließen lassen. Nach starkem, oft mehrstündigem Artilleriefeuer, das von unseren Batterien mit ver­stärktem Störungs- und Vernichtungsfeuer beant­wortet wurde, fetzten sich die bolschewistischen Sturm» wellen und Panzerformationen in Bewegung. Sie stießen auf die kampfbereite b e u t f <h e Ver­teidigung. Bei der zahlenmäßigen Ueoerlegen» heit des Feindes konnte es nicht ausbleiben, daß feine Vorstöße vereinzelt zu Einbrüchen führ­ten. Diese wurden fämtlid) i m Gegenstoß be­reinigt unh dabei 18 Panzerkampfwagen abge- schossen. Besonders hartnäckige, teilweise unter hef­tigen Schneestürmen geführte Kämpfe tobten um einige Stützpunkte und Ortschaften, die im Laufe des Tages wiederholt ihren Besitzer wechselten, bis sie fest in unserer Hand blieben. Unsere Artillerie jchirmte durch Sperrfeuer die im Gegenstoß ange­griffenen Räume ab und bekämpfte feindliche Pan­zerbereitstellungen sowie den Anmarsch von Ver­stärkungen, die der Feind durch Einnebeln der Be­obachtung zu entziehen versuchte. Trotz des starken Einsatzes von Infanterie, Panzern und Schlacht» fliegern wurden alle feindlichen Angriffe in diesem Abschnitt abgeschlagen.

fifciidjemi lag:, ch, außer Sonntags und fVetertaaS

Beilagen:

Gießener iVamihenblätter Heimat imB'ld-DwScholle

Bezugspreis:

Monatlich . .RM.1.80 SustellgebÜör .. -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern fnfolae höherer Gemalt ßernsveechanschluß »251 DrahtanschriftAnzeiger" Holts check 116*6 Kranff /M

Amerikanisches Schauspiel.

Die Vereinigten Staaten sind i m K a m p f gegen England entstanden. Noch im Bürger­krieg 1861 bis 1865 hielt es England ausgesprochen mit den amerikanischen Südstaaten gegen die in­dustriellen Nordstaaten. Um die Jahrhundertwende waren antienglische Auslassungen und Karikaturen in der USA.»Presse sehr häufig. Ein geflügeltes Wort in den Vereinigten Staaten bezeichnete das als ,Hem britischen Löwen in den Schwanz kneifen". Jetztt-sind sie feine Erben.

Wir alle find überrascht von der krassen imperia­listischen Politik der Vereinigten Staaten. Denn irgendwo denken wir im Unterbewußtsein noch im­mer an die Jugendbücher, die den Kampf mit den Indianern schilderten ober den Zug nach dem Westen, oder wir erinnern uns, daß dieser ober jener weitläufige Onkel den Staub der Heimat von einen Schuhen schüttelte und über die große Pfütze nach den Vereinigten Staaten ging, um dort fein Glück zu machen. Die Vereinigten Staaten haben auch niemals eine große Flotte unterhalten. Der Verkehr mit ihnen vollzog sich auf englischen, deut- chen, italienischen, französischen, holländischen, auch landinavischen Schiffen. Alles das trug zu der Dor- teüung bei, daß die Vereinigten Staaten ein felbst- genügsames Land großen AusiUaßes abseits ber alten politischen Gefahrenherbe seien. Nur das Der» hältnis USA.Japan und die Konfliktsmöglich­keiten im Stillen Ozean wurden von einer oft reich­lich sensationell aufgemachten Literatur weiteren Kreisen nahegebracht.

Die Vereinigten Staaten selbst haben diese Vor­stellung genährt. Ihre Grundyaltung war anti« europäisch. Mußte es fein. Denn wenn sie di-e vie­len Millionen neuer Einwanderer zu Amerikanern umschmelzen wollten, so muhten ihre Schriftsteller und Zeitungen bas alte Europa als etwas rück­schrittliches, das eigene Land als das Land der Zu­kunft darstellen, das alle Energien weckt und durch den Erfolg befriedigt. Daher schreibt sich die jetzt so oft aygeführte Redewendung vonGods own country (Gottes eigenem Land). Diese Propaganda *icl auf fruchtbaren Boden, denn viele Einwanderer hatten irgendeine berechtigte oder unberechtigte Beschwerde gegen das Land ihrer Väter, das jie verlassen hatten. Sie brachten oft Gedanken mit.

Paris, im November 1942.

'Der In zahllosen Veröffentlichungen trat feit dem Wen, Waffenstillstand des Jahres 1940 die Idee hervor, !n die sich für das zufammenaebrochene Frankreich las Seil- wie eine Heilsbotschaft: Frankreichs Kolo- DPfefo nial macht wird einst der Rettungsanker seinen, fei i, b^r dem Mutterland wieder Halt gewähren Den wird. Das soll auch der geheime Gedanke des Mar- Pnpiele. Halls P <' ...........

Imu, Olein

flini Gaullismus übergeschwenkt.

Oie Achsenmächte hatten beim Waffenstillstand im Sabre 1940 davon abgesehen, ihre Hand auf Frank­reichs afrikanische Kolonien zu legen. Marschall Main verpflichtete sich damals, den afrikanischen außerhalb der Ereignisse zu halten. Der ciqlo-amerikanische Angriff führte nun zu einer Men Wendung der Dinge. Nur das Zufammen- »irfen Frankreichs mit den Mächten der Achse htm für die Franzosen jetzt der rechte Weg fein. S» Tunesien, wo einst der Kampf um das Wtelmeer zwischen Rom und den Karthagern ent» shieden wurde, stoßen jetzt die Divisionen Europas imb Amerikas aufeinander. Zu ber Derbindungs- li»e MarseilleTunis tritt das Kräftedreieck Sizi- IlietBizertaTripolis.

Die Bewegung ber Franzosen von ihrer bisheri- p abwartenden Haltung zu einer neuen Einstei- mg aktiverer Art vollzieht sich auf zwei Ebenen, Üe sich einander nähern, bis sie vielleicht eines Tages (Wammenfommen: einmal bei der Regierung des tkatsefjefs Marschall Pstain mit dem Minister­präsidenten Pierre Laval, zum anderen in jenen pariser politischen Kreisen, die in ständigem Äon» fett mit den europäischen Vorgängen stehen. Um tku Bewußtsein des französischen Volkes in die tinie Richtung zu lenken, bedurfte es des militäri* fhm Zusammenbruchs von 1940 und der immer tön erfüllter auftretenben anglo-amerikanischen Her- cufforberung. Alles hängt nun davon ab. ob an die Stelle opportunistischer Erwägungen die tief1 in?re Ueberzeugunq von der Notwenbigkeit eines Smeinfamen europäischen Kampfes treten wirb.

Die politischen Kundgebungen ber letzten Tage in *a-is standen im Licht ber Ereignisse feit dem fr November. Dor allem gehören hierher die Kund- Urdungen des Kongresses der französischen Dolks- kntei unter Jacaues D o r i o t, nach denen meh- ttt? tausend Anhänger Doriots durch die Straßen Paris zogen, um angesichts des Ueberfaßs auf Hrcnzösifch-Nordafrika die Kriegserklärung an die bereinigten Staaten und England sowie eine tätige ammenarbeit mit Deutschland zu fordern. Aller» frngs haftet auch diesen Vorgängen noch ein gutes M nicht leicht zu überbrückender Problematik an.

Staatschefs wirksam waren, den noch Vorhände- Weltkrieg" von ihrer'politischen Führung enttäuscht nen gefunden Kräften des Landes eine wirklich klare wurde. Die junge Generation des ersten Weltkrieges Linie vorzuzeichnen, die ihnen Gelegenheit zur Be» vermochte nicht in die parlamentarischen Machtposi» | Währung gibt.

finden ober wirb es den Achsenmächten allein über» . (0:0), lassen bleiben, bie politische unb wirtschaftliche An» feknung Afrikas an den europäischen Kontinent mit 'N iwn . militärischen Machtmitteln durchzufetzen? Für die Weik -Brunft Frankreichs hängt alles von der Beant- i it? k1, vitrortung dieser Frage ab, feine Stellung in der LVe'. Aolt, seine Stellung vor der Geschichte.

P Bei Beginn dieses Krieges bildete Frankreich <. "W mit feinen Kolonien ein Imperium, das auf 11 Mil- lt- IW liinen Quadratkilometer Fläche rund 100 Millionen ; <7 ^Menschen vereinigte. In militärischer, teilweise auch . in oerwaltungsmätziger Hinsicht hat das Kolonial- o..,m 4lre.(i) Frankreich in ein tragisches Dilemma gebracht.

I DL* weiten Räume sogen Jahrzehnte hindurch die