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abhängig waren von ihren Versorgungswegen und der ihnen zur Verfügung stehenden Tonnage. Die typisch angloamerikanische Ueberhebl-ichkeit hat dem Gedanken, die Dersorgungswege zuGods own country müßten je einmal verteidigt werden, nie Raum gegeben, und die rein wirtschaftliche Denk­weise verwies ohne weiteres auf den nächsten und billigsten Transportweg, mochte er noch so exponiert sein. Diese Exponiertheit der Versorgungswege wuß­ten unsere Kommandanten mit ihren Booten, wußte der Einsatzstab beim B. d. U. trefflich auszunützen. Z. B. brachten es unsere Boote so weit, daß die Oelversorgung der wichtigsten Industriegebiete des Nordostens "der USA. und außerdem ein großer Teil des inneramerikanischen Autotransports infolge der Tankverluste so gut wie lahmgelegt wurde. Wie einschneidend der Verlust des größten Teils der USA.-Tankerflotte sich auswirken mußte, die ergänzt durch die Beschädigung großer Raffinerien auf Trinidad und Aruba den enormen Jahres­verbrauch der USA. von 137 Millionen Tonnen Erdöl um einen gewaltigen Prozentsatz herabsetzten, erkennt man an der Notwendigkeit, die die USA. zwang, ihren gesamten Personenverkehr mit Autos einzustellen. Aber auch die überseeische Versorgung mit Zinn (Bolivien, Nigeria), Kupfer (Süd­afrika, Chile), Wolle (Argentinien, Südafrika) und vieler Genußmittel wird durch die Schiffs- versenkungen schwer in Mitleidenschaft gezogen, so daß auch der überheblichste Amerikaner allmählich merkt, daß Krieg ist, der ihn im Gegensatz zum Weltkrieg selb st an die Nieren greift und ihn zwingt, sich mit den Gesetzen dieses Krieges zu befassen und seine Notwendigkeiten auf sich zu nehmen.

Ein weiterer Erfolg unserer tapferen Boote im Kampf gegen die amerikanische Versvrgunasschiff- fahrt ist ferner die Tatsache, daß die den USA. zu­gefügten Schiffs Verluste England genau so be­treffen wie wenn englische Tonnage verlorengegan­gen wäre. Jede Bruttoregistertonne, die vor den amerikanischen Gewässern verlorengeht, verliert England mit. Auch die Ausrüstung der bisher mit Waffen seitens der USA. belieferten Zonen wie Island, Dakar, Basrah, Massaua, Australien, Ae­gypten und letzten Endes Sowjetrußland muß aus­gesetzt oder zumindest stark verlangsamt werden.

Das Gesetz der U-Boot-Schlacht, ihre Erfolgsga­rantie und ihr Sieg ruht in dem Satz, der ganz ein­fach zu verstehen ist: Es muß mehr Tonnage vernichtet werden, als in entsprechender Zeit nachgebaut werden kann. Und je länger dieses Gesetz dem Gegner aufgezwungen wird, desto siche­rer wird der Strick, den unsere U-Boote in der kampferprobten Hand halten, ihm die Kehle zu­ziehen. Das Schiffsraumproblem spitzt sich für un­sere Gegner und neuerdings auch für Amerika in bedenklicher Weise zu und kann durch noch so um­fangreiche Bauprogramme nicht gelöst werden. Denn jetzt ist der Bedarf vorhanden, jetzt brauchen unsere Feinde die Schiffe, in diesen Wochen und Monaten. Programme aber, wie sie sie jetzt auf­stellen, könnten vielleicht in Jahren oder Jahrzehn­ten verwirklicht werden, für die Entscheidung kom­men sie zu spät. Das ist der Sinn der Zahlen, die vom Halbs ahresablauf des U-Bpot-Kampfes gegen die USA. künden. Träger des großen Sieges, den sie üarstellen, sind unsere Unterseeboote, von denen oft gesprochen, oft gerühmt wird, von deren hartem und eisernem Einsatz der Laie meist keine rechte Vorstellung hat. Sie fahren weiter, neue Boote kommen dazu und sie alle werden dazu beitragen, daß das Sternenbanner samt dem Union Jack in ihre Schranken zurückgewiesen werden und die tra­ditionelle anglo-amerikanische Ueberheblichkeit ent­scheidend beschnitten wird.

Rur wenig Gutes".

Torgen eines Admirals.der USA.

Madrid, 26.Juli. (DNB.) Der USA.-Admiral P r a t t beschäftigt sich in derNews Week" mit den zunehmenden Schiffsversenkungen an der amoritanischen Küste und schreibt:Es gibt nur wenig Gutes über die Atlantikschlacht zu be­richten. Wenn wir auch unser Geleit-Schutzsystem ausgebaut haben, so haben die Schiffsversenkungen doch bisher nicht nachgelassen. Besonders schwer ist die Bekämpfung der deutschen U - Boote. Ein U-Boot unter Wasser anzugreifen, kann nur mit dem Suchen nach einer Stecknadel in einem Heuhaufen verglichen werden."

Die amerikanische ZeitschriftLiberty" stellt fest: Wir sind von .der deutschen U-Boot- Waffe blockiert und ständigen Angriffen aus­gesetzt. Unsere Seeleute müssen durch das schreck­liche Sperrfeuer der deutschen U-Boofe, und sie ha­ben heute noch keine wirksame Waffe zur Bekämpfung derselben gefunden."

Romantikerliebe.

Clemens Brentano und Sofie Mereau.

Am 28. Juli sind 100 Jahre vergangen, daß ' , der Dichter Clemens Brentano, einer der

bedeutendsten Romantiker der deutschen Lite­ratur, in Aschaffenburg ftarb. Gemeinsam mit seinem Schwager Achim von Arnim (Bettina von Arnim war die Schwester Clemens Bren­tanos) gab er die berühmte Volkslieder- jammlungDes Knaben Wunderhorn" her­aus.

In dem Leben des genialsten und begabtesten, aber auch wunderlichsten deutschen Romantikers Clemens Brentano hat die Liebe zu der schönen und geistvollen Dichterin Sofie Mereau eine tiefgreifende Rolle gespielt. Da er vom Datei? ita­lienisches, von der Mutter rheinisches Blut in seinen Adern hatte, litt er unter der Zwiespältigkeit der Erbmasse und der dadurch bedingten Charakter- eigenschasten. Dazu kamen widrige Lebensurnstände. Mit 15 Jahren verlor er seine über alles geliebte Mutter, die einst von. Goethe hochverehrte Maxi« miliane, geb. Laroche, und damit seinen inneren Halt. Sie bildete für ihn den Inbegriff aller Güte, Schönheit, Reinheit und Tugend und verkörperte ihm das Wmrschbild einer Frau.

Nach dem Tode der Mutter sehnig er sich nach einem weiblichen Wesen, das ihm einen Ersatz bie­ten konnte, und dem er sich rückhaltlos anvertrauen konnte. Die Frau, in der er das Bild seiner Mut­ter am ehesten wiederzufinden glaubte, war die um acht Jahre ältere, von der Jenaer Studentenschaft schwärmerisch verehrte Dichterin Sofie Mereau. Die war am 28. März 1770 als Tochter des sächsischen Obersteuerbuchhalters Schubert in Altenburg ge­boren, hatte eine sorgfältige Erziehung genossen und schon früh eine dichterische Begabung entwickelt, die von keinem Geringeren als Schiller gefördert wurde. Er nahm 1794 ein Gedicht von ihr,Die Zukunft", in dieThalia" auf. Ihr erstes größeres WerkDas Blütenalter der Empfindung" ersckficn im selben Jahr. 1793 verheiratete sie sich mit dem Professor der Rechte Mereau in Jena, von dem sic einen Sohn und eine Tochter hatte. Sie fand rajch

Auf Wunsch der Zensur ...

Buenos Aires, 26. Juli. (Europapreß.) Nach Meldungen aus Washington hat die Regierung der USA. die Unterbrechung der Rundfunk- und Telephonverbindungen zu allen Län­dern außerhalb der westlichen Hemisphäre mit Aus­nahme der britischen Inseln angeordnet. Ausgenom­men hisrvon find nur Mitteilungen zwischen den Regierungen, amtliche Presseagenturberichte und die Auslandsendungen des Rundfunks. Durch diese Maß­nahmen werden vor allem die Verbindungen mit Schweden, der Schweiz, Portugal, Spanien und Australien betroffen. Diese Maßnahme sei auf Wunsch des Kriegszensuramtes vom Kriegs­verbindungsamt angeordnet.

Mussolini in -er Marmanca.

Rom, 26.Juli. (DNB.) Dom 29.Juni, dem Tage der Einnahme von Marsa Matruk, bis zum 20. Juli hielt sich der Duce, wie von amtlicher italienischer Seite bekanntgegeben wird, im Operationsgebiet der

Marmarica auf. Er hatte täglich Besprechungen I mit dem Oberkommando in Nordafrika. Auf seiner 1 Reise besichtigte der Duce Truppen, Flugplätze, Flöt- | tenstützpunkte, italienische und deutsche Lazarette, Derpflegungs- und Ausrüstungsstationen sowie ita- lienische Siedlungsdorfer.

Auf dem Rückweg hielt sich der Duce wenige Stunden in Athen auf. Am Sitz der italienischen Gesandtschaft empfing der Duce den Bevollmächtia- ten des Deutschen Reiches in Athen, Gesandten Al­tenburg, den Chef der griechischen Regierung, General Tsolakoeliu, und den Bürgermeister von Athen. Am Abend des 20. Juli landete der Duce im Flughafen von Guidonia, nachdem er 20 Tage lang über 6000 Kilometer über Meer und Wüste im Flugzeug zurückgelegt hatte.

99. bis 102. Lustsieg.

Berlin, 26.Juli. (DNB.) Oberleutnant Bauer, Staffelkapitän in einem Luftgeschwader, errang am Samstag bei den Kämpfen an der südlichen Ostfront seinen 9 9. bis 10 2. Luftsieg.

100. Cuftfieg des Elchenlaublrägers Seh.

Mit panzern über den Donez.

Oie Güdfront marschiert. Allen voran die Infanterie.

Eichenlaubträger Oberleutnant Setz, fteüoeitfreten« der Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, errang am Freitag an der Ostfront seinen 99. und 100. Luftsieg. (Scherl-Archiv. fOKW.j)

Neue Ritterkreuzträger.

Bon Kriegsberichter Siegfried M. Pistorius.

(PK.) Der Sommer hat den Himmel in klares Blau gewaschen, lieber den gelb grauen Straßen­bändern, die, sich wendend, das Land liniieren, hän­gen staubige Schleier, die dämpfend das Sonnen- licht filtern. In/den grünen Wiesen, die die Roll­bahn farbig umsäumen, schimmern wie getupfte Farbflecken blühend duftende Feldblumen. Hinter der herben Schönheit des wilden Gartens aber lauert Der Tod. Denn durch den Wiesenteppich windet sich die Minengasse des Marschweges. Schmale weiße Bänder kennzeichnen die verminten Felder. Schilder, auf rohes Holz gemalte Totenköpfe, warnen vor Abertausenden von Sprengkörpern, die unter dem Gelb, unter dem Blau und dem Rot der infekten- umschwärmten Blüten auf Opfer lauern.

Aber der Vormarsch geht weiter. Mit hochge­krempelten Aermeln, geöffnetem Kragen, aus denen bunte, verstaubte Halstücher flattern, die Haare vom Wind zerzaust, von der Sonne gebleicht, vom Staub ergraut, so marschiert die 3nfanterie. Die Lippen sind.rissig, die Augen entzündet, blechern schlägt es am Koppel. Das Land ist trocken, das Wasser tief, und die Kehlen find durstig. Wenn die Räder wüh­len, die Knobelbecher stampfen, schwere Panzer wie Mühlräder die Erde in feinstes Mehl zermahlen, wenn der Wind aufkommt und den Lüsstaub in dichtgeballten Wolken über das Land trägt, ver­finstert sich selbst das helle Licht der Sonne. Wie ein afrikanischer Ghibli sagen dann Sandstürme über die Ukraine, kennen kein Hindernis, fressen sich fest, plagen Mensch und Tier, verkleben die Po­ren, reizen die keuchenden Lungen, verschönen auch die Motoren nicht, die ächzend ihre schweren Lasten nach vorne wälzen. Es ist ein Kampf mit der SolMe, ein Kampf mit dem Durst und ein Kampf mit dem Sand.

Aber sie marschieren, denn der Vormarsch kennt kein Halt. Die östliche Weite liegt irgendwo hinter dem Horizont, vor dem sich die Hügel türmen. Es grünt und blüht und duftet in tiefgeschnittenen Senken, wo sich, wie eine scheue Pferdeherde, voll- belaubte Bäume'um den feuchten Grund zusam­mendrängen. Dann leuchten Ziegeldächer, unter de­nen sich kalkig-weiße Mauern ziehen. Berg-- und tal­wärts buckeln sich die grünen Wiesen. Dann schim­mert wie eine geputzte Silber platte ein Tümpel oder ein durstender Weiher. Oder ein Rinnsal plätschert mühsam seinen glitzernden Lamettastreifen über hei­ßes Geröll. Weit hinten steht eine gezackte Waldku­lisse gegen den Schatten des Mittags.

Links und rechts der Rollbahn verstecken sich gut ausgebaut die bolschewistischen Stellungen. Ein MG. ratscht seine Gurte durch, und Infanteriegeschütze be­enden die kurze Ouvertüre. Dann ist es vorbei. Nur ein paar flüchtige Minuten steht die Kolonne. Schon geht es weiter. Nur schwache Kräfte haben die Sow­jets zurückgelassen. Mit erhobenen Armen torkeln sie aus ihren dünnbe setzten Löchern. Der Krieg ist aus für sie. Und sie sind nicht böse darum.

Dann türmt sich da vorne wieder eine Höhe, über die das gewellte Staubband der Straße klettert. Bolschewistische Artillerie hat sich dort postiert. Sie meldet sich und zittert ein paar Lagen aus ihren Roh­ren. Wir bleiben die Antwort nicht schuldig. Und wieder ist Ruhe. Nur der Vormarsch lärmt sein metallisches Klirren.

Allen voran die Infanterie. Und gleichzeitig die Pioniere. Panzergräben zerschneiden das Grün wie ein Gitternetz die Karte. Don geübten Händen wer­den Minensperren beseitigt. Das ist ein gefährliches Geschäft. Aber so mit der Zeit riecht man die Dinger, wie der Wünschelrutengänger eine Wasser­ader entdeckt. Und über den überbrückten Panzer­graben knarren bald darauf hölzerne Räder, quir­len erhitzte Gummis, klappern wie greifende Bag­ger Panzer und Sturmgeschütze.

Wieder klettert die Straße, über der weiße Wob ken wie aufgeblähte Segel schwimmen. Wieder zittern die dampfenden feuchten Flanken dürrer Panjepferdchen, wieder greifen die Infanteristen in die Speichen, wieder windet sich der Heerwurm ächzend und stöhnend nach Osten, über den sich das graue und staubgewebte Tuch breitet.

Unb dann stehen wir hoch über dem Land, und der Wind fächelt in erhitzte Gesichter. Eine bolsche­wistische Batterie liegt da, zerfetzt und in Stücke ge­rissen. Schon dörrt die Sonne leblose Körper. Aber das interessiert jetzt wenig, denn dort unten, wo das Hügelland sanft ausschwingt und sich in der weiten Ebene verläuft, schimmert stahlgrau, dann/ bleiern, dann glitzernd das wirr verschlungene Band des Donez. Nun hat auch die angetretene Südfront den wichtigen Flußübergang erreicht.

Auf hohem Steilufer baut sich die Stadt L. den Hang^ hinauf. Deutsche Flugzeuge haben erste Bot­schaft des Vormarsches in die Stadt getragen. Es schwelt und brennt. Auf den Halden der Hütten­werke züngeln geisternde Flümmchen. Durch das Glas erkennt man den zertrümmerten Baukasten der ersten Häuserzeile.

Ritterkreuzträger Major 3. leitet den Angriff. Wie bei einem Planspiel kommen die Befehle. Die Pioniere klemmen sich auf die Gebirge aus Stahl und Eisen. Dann rollen sie mit ihren Sturmgeschüt­zen in die Stadt hinein. Der Widerstand ist schwach, nur einmal bellt es aus den klobigen, dicken Roh­ren. Gefährlicher find die Minen, die unerkannt auf Opfer lauern. Immer wieder springen die Pioniere nach vorn und beseitigen die Sperren. Bolschewistt- sche Bomber greifen an, Tieffliegerangriffe rasen' über die deutschen Kolonnen. Aber die Flak schreit aus allen ihren Rohren, hämmert ihre 2-cm-Ge- schosse. Vierlings-MJ. verstärken das Tosen. Bom­bei fallen, ungenau und schlecht gezielt. Aber es gibt Ausfälle. Schon find Sanitäter und Aerzte bei den Verwundeten.

Pioniere werden vorgezogen. Während sie ihre Kähne aussetzen, während sie ihre Bohlen legen und mit schweren Hämmern eiserne Bolzen durch das Holz treiben, greifen feindliche Bomber an, um­schwärmt von begleitenden Jägern. Aber unbeküm­mert schaffen die Pioniere, weil sie Wegbereiter des Sieges find. Und wenig später poltert die Infan­terie, rollen Sturmgeschütze und Panzer und end­lose Kolonnen weiter in die gewalzte Ebene hinein.

Wieder ist es ein gigantischer Aufmarsch, wieder chieben sich die stählernen Festungen wie 'rollende Wehrmauern gegen den Feind, der der deutschen Kraft erliegen muß. Die Südfront mar- chi e r t. Nun liegt der Donez schon h i n t e r u n s. Aber noch mehr breitet sich vor uns aus. Doch eins wissen wir: Wir werden es schaffen.

Eingang in die Jenaer Gesellschaft und verstand es, die Herzen aller, die mit ihr in Berührung kamen, im Fluge zu erobern. In ihrem Haus verkehrten die Geistesgrößen von Jena, unter ihnen Schiller, Herder, Tieck und die Brüder Schlegel.-Ihr Gatte verstand sie jedoch nicht. So lebte sie später von ihm getrennt und ließ sich 1801 von ihm scheiden.

Diese Frau zog den 19jährigen Studenten Cle­mens Brentano in ihren Bann. Kaum hatte er sie

(Scherl-Bilderdienst-M.) kennengelernt, war er ihr rettungslos verfallen Eine reizende kleine Gestalt, 3art bis zum Win­zigen, voll Grazie und Gefühl", so wird sie von einem Zeitgenossen geschildert.Sie ist ganz kör­perlich und geistig das Bild unserer verstorbenen Mutter", schrieb Brentano am 20. Dezember 1798 an den Bruder in Frankfurt. Er fand Gnade vor ihren Augen und durste sie zunächst in Gesellschaft anderer, dann auch allein in traulichem Beisammen­sein besuchen. Sic wurde für sein Leben entschei­dend. Schon bald kam es zu einem leidenschaftlichen Briefwechsel, und unter dem belebenden Hauch der beglückenden Liede ward Brentano zum Dichter. Er las ihr aus seinem ErstlingsromanGodwi" vor, und auch sie empfand langsam eineauf­wachende Neigung" zu ihm. Das Glück wäre voll­kommen gewesen, wenn Brentano nicht durch feine

unglückliche Veranlagung in seelischer Selbstzerflei­schung und seinem Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Liebe das Verhältnis getrübt hätte. Zu­sehends entfremdete er sie sich durch fein sonder­bares Benehmen und die allzu stürmischen Liebes­briefe.

*

Am 25. August 1800 kam es zum Bruch. Sie gab den Verkehr mit ihm auf und derbat sich die wei­tere Zusendung von Liebesbriefen. Vergeben^ fuckste sich Brentano anderweitig zu trösten.' Er verließ Jena und verliebte sich in Altenburg in Minna Reichenbach, eine Verwandte Sofie Mereaus, wurde jedoch abgewiesen. Bald darauf finden wir ihn am Rhein, in eine neuewunderliche Liebe" verstrickt. Aber je mehr er seinen Liebeskummer zu betäuben sucht, um so mächtiger erwacht die Sehn­sucht nach der Frau, in der allein er das Ideal seiner schwärmerisch verehrten Mutter zu finden hoffte. Wiederholte Annäherungsversuche blieben zunächst erfolglos. Da auf einmal erreichte ihn im Mai 1803 die Kunde, daß Sofie Mereau, die in­zwischen nach Weimar ver,zogen war, ihn wiederzu- sehen wünschte. Stunden des reinsten Glückes folg­ten, die zu einer Verlobung führten. Am 22. August fuhr Clemens nach Marburg. Er war nach man­cherlei Herzenswirren am Ziel seinkr Wünsche an- aelangt und bereitete alles für die Vermählung vor. Er mietete eine geräumige Wohnung in Marburg mit einer herrlichen Aussicht ins Lahntal und holte seine Braut mit einem vierspännigen Reisewagen in Eisenach ab. Aib 29. November wurden sie in Mar­burg getraut. Es war eine glückliche, wohl die glück­lichste Zeit seines Lebens, in der einige feiner schönsten Gedichte entstanden, z. B.Am Sofientag", das beginnt:Süßer Mai, du Quell des Lebens, bist so süßer Blumen voll."

Aber schön kam der Rückschlag, der in Brentanos zwiespältigem Wesen begründet lag. Dazu gesellten sich widrige Lebensumstände. Das erste, am 11. Mai 1804 geborene Kind ftarb schon nach fünf Wochen Brentano war untrösllich und ließ seine Frau seinen Schmerz entgelten. Ende Juli 1804 verließ das Ehe­paar Marburg und siedelte nach Heidelberg über. Nach einer Zeit schmerzlicher Reibungen besserte sich zlyar das Verhältnis, wurde aber durch den Tod

Be r l i n, 26. Juli. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberfeld» wedel Willi R o w o h l, Zugführer in einem Schüt­zenregiment, an den Gefreiten Franz D o f f, Grup» penfuhrer in einem Gebirgsjägerregiment, ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, an Hauptmann Kuhl - mey, Gruppenkommandeur in einem Sturzkampf- . geschwader.

Jtifterfreusfräger Hauptmann Schairer gefallen.

Berlin, 25. Juli. (DNB.) An der Ostfront um Leningrad fiel am 19. Juli Ritterkreuzträger Hauptmann Hartmut Schairer', Staffelkapitän in einem SturzkampfHeschwader. Hauptmann Schairer,' als Sohn eines Pfarrers am 18. 9.1916 in Nagold im Schwarzwald geboren, wurde 1938 zum Offizier befördert, seit 1939 war er Sturzkampfflieger. Im Kriege bewährte er sich als Flugzeugführer und Staffelkapitän auf allen Kriegsschauplätzen. Im September 1941 verlieh der Führer dem damaligen Oberleutnant, der seinen Besatzungen stets ein mit- reißendes Vorbild war, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Italienischer Langstreckenflug RomTokio und zurück.

Rom, 25. Juli. (DNB.) Ein italienisches<5a- vola-Marchetti"-Langstreckenflugzeug ist, wie amtlich mitgeteilt wird, von Rom nach Tokio und wie­der zurück geflogen, um dem japanischen Volke, das Seite an Seite mit dem deutschen und italienischen Volke für die gleiche Sache der Gerechtigkeit kämpft, die kameradschaftlichen Grüße des italienischen Vol­kes zu überbringen. Das Flugzeug wurde von Oberstleutnant Mosca teilt gesteuert, der 22mal den Atlantik überflogen hat. An dem Flug nahmen neben dem Flugzeugführer Major der Flieger Nasio (Tut to , Hauptmann der Flieger Publio M a g i n i, owie der Funkerleutnant Ernesto Mazzett: und der Mechanikerfeldwebel Ernesto Leone teil. Es traf nach einem programmmäßig durchgeführten 26000 Kilometer langen Flug von Europa nach Asien und zurück auf einem Flugplatz in Mittelitalien ein. z I

Die Besatzung wurde bei ihrer Ankunft vom D u c e begrüßt, der vom Parteisekretär Minister Vidussoni und vom Unterstaatssekretär im . Luft« ') fahrtministerium, General Fougier, begleitet war. Die Flieger hatten eine Botschaft des japanischen Kriegsministers und des japanischen Marinemini- ters an den Duce mitgebracht, in der die Bewun« >erung des japanischen Volkes für diese große Sei- tung der faschistischen Luftwaffe zum Ausdruck kommt. Der Duce sprach der Besatzung des Flug- : Zeuges feine Anerkennung aus.

Die Blätter weisen darauf hin, daß dieser Flug größtenteils über feindlichem Gebiet durchgeführt wurde.Giornale d'Jtalia" stellt fest, daß das Flug- zeug keine Radiooerbindung hatte und die Be« atzung über keinerlei Wetterberichte verfügte. * j

Hauplschriftleiler: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de« HauptschNflleiterS: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Büder: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyrtot: für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche UniversitatSbruckcret R. Lange K. G. BerlagSleiter: Tr.-Ing. Erich Hamann; Anzeigenlekter: Hans Beck.

Anzelgenpreislifte Nr. 6.

des zweiten Kindes erneut getrübt. Inzwischen giftg das Verhängnis feinen Weg. Am 31. Oktober 1806 ftarb Sofie bei der Geburt des dritten Kindes. Es j war ein furchtbarer Schlag für Brentano. Drei Tage schloß er sich in sein Zimmer ein und nahm beme Nahrung zu sich, bis ihn ein Freund abholte und ins Elternhaus nach Frankfurt brachte. Hier > erholte er sich langsam wieder. Aber der gute Stern feines Lebens war erloschen. Dr. Wilhelm Schoof.

Zeitschristen.

Das Juli-Heft der Bilderzeitschrfft des Reichs­bundes für BiologieFreude am Leben" (Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde) bringt als Leitaufsatz' den mit schönen und seltenen Tier- und Pflanzenbildern geschmückten Beittag , Vom Naturschutz in Afrika" von Professor Dr. Walther -schoenichen; man erfährt hier, wie notwendig ener» 9'sche Maßnahmen zur Erhaltung der afrikanischen Tier- und Pflanzenwelt find, und welche Wege zu ' diesem Ziele beschritten worden sind. Sehr reizvolle, unter großen Mühen zuftandegebrachte Naturauf­nahmen begleiten die AuffätzeAuf dem Dümmer" von K. Gerhart, der einen Haubentaucher auf dem Nest beobachtete und photographierte, undAn ^vtemadlerhorsten in den Schweizer Alpen" von Carl Stemmler, dessen auch alpinistisch bemerkenswerte Arbeit interessante Ergebnisse über Lebensweise, Nahrung und Nestbau der großen und selten gewor­denen Raubvögel liefert. Dr. H. Gallistl, Wien, weist in einem AufsatzKeimesentwicklung und Ver­wandtschaft im Pflanzenreich" auf die Bedeutung Der embryologischen Forschung für die Systematik der Pflanzen hin. Dr. von Frankenberg lenkt die Aufmerksamkeit auf einen in der gegenwärtigen Jahreszeit zu beobachtenden und zu bekämpfenden 'edjäblmg, den Weißen Rosenwickler. Dr. I. Hampel berichtet von einer botanischen Seltenheit in Nord­böhmen. In den Kleinen Beiträgen wird u. a. über Die Kreuzung zwischen Schwarz- und Rotfüchsen berichtet. Buchbesprechungen, die Liste der Neuer­scheinungen und die illusttierte Preisfrage ergänzen den Inhalt des wie immer sehr sorgfältig redigierten und -ausgeftatteten Heftes,-