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im Atlantik entlassen wurde, mußte dieBismarck" infolge Leckens der Oelzellen zur Behebung dieses Schadens einen Heimathafen aufsuchen. Auf der Fahrt hatte dieBismarck" am 26. Mai den Atlan­tik westlich der französischen Westgrenze in etwa 1100 Kilometer Entfernung erreicht. Sie war in weitem Umkreis von nicht weniger als fünf Schlacht­schiffen, drei Kreuzern, zwei Flugzeugträgern und zahlreichen leichten Seestreitkräften umstellt. Der britische Admiral setzte.zunächst von den Flugzeug­trägern Torpedoflugzeuge an, von denen es einem gelang, einen Treffer in die Ruderanlage derBis­marck" zu erzielen und dadurch das Schlachtfchif manövrierunfähig zu machen. Am Vormittag des 27. Mai meldete Admiral Lütjens dem Oberbefehls­haber der Kriegsmarine:Schiff manövrierunfähig. Wir kämpfen bis zur letzten Granate. Es lebe der Führer." Ueber vierzehn Stunden währte dieser ungleiche Kampf, bis schließlich dieBis­marck", vollständig bewegungsunfähig, durch zahl­reiche Artillerie- und Torpedotreffer schwerbeschä­digt, crm 27. Mai, 11.01 Uhr, mit wehender Flagge versank. Heroisch war der Kampf, heroisch der Unter­gang derBismarck".

Am Tage von Tsuschima.

Eine stolze Bilanz der japanischen Marine.

Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Der Jahrestag der S e e s ch l a cht von Tsuschima, in der im Jahre 1905 die aus der Ostsee in die Meerenge von Korea herangeführte Flotte des russischen Admi­rals Roschestwensky durch den japanischen Admiral Togo vernichtet wurde, wird in Japan als Tag der Marine gefeiert. Das japanische Haupt­quartier veröffentlicht einen Bericht über die Ver­luste, welche die japanische Marine und die Marine- Luftwaffe seit dem 8. Dezember 1941 den alliierten Flotten zugefügt hat. In dieser Zusammenstellung besonders in die Augen springend sind die gewal­tigen Verluste, welche England und die USA. in , dem Bestand ihrer Hochseeflotte a n G r o ß k ap f- schiffen und Flugzeugträgern in der verhältnismäßig kurzen Zeit des ostasiatischen Krie­ges erlitten haben. Es wurden nämlich 6 nordameri- ranische und 2 britische Großkampfschiffe versenkt, vier nordamerikanische und ein britisches ernstlich beschädigt, fünf nordamerikanische und ein britischer Flugzeugträger versenkt. Auch die Liste der ver­senkten leichten Streitkräfte, welche neben englischen und nordamerikanischen Schiffen so gut wie die ge­samte holländisch-indische Flotte einschließt, ferner die Anzahl der abgeschossenen Flugzeuge ist von imponierender Größe.

Es wurden versenkt 17 Kreuzer, 12 beschädigt. Versenkt wurden ferner 12 Zerstörer, schwer beschä­digt 11. An U-Booten sind 50 versenkt, 29 erheblich beschädigt worden. Insgesamt sind versenkt worden: 169 feindliche Schiffe mit 934 000 BRT., schwer be­schädigt 129 mit 485 000 BRT., erbeutet 503 mit 220 000 BRT. Die Verluste der japanischen Flotte beliefen sich auf 29 größere und kleinere versenkte Schiffe, schwer beschädigt wurden 10. An Flug­zeugen verloren die Japaner 218 Apparate, wäh­rend sie selbst 982 feindliche Flugzeuge abgeschossen und 1292 schwer beschädigt haben.

Roch ein LtGA.-Kreuzer versenkt.

Japan meldet weitere Erfolge in der Seeschlacht im Korallcnmeer.

Tokio, 25. Mai (DNB.) Das japanische Haupt­quartier gab nachträglich folgende weiteren Ergeb­nisse der Seeschlacht im Korallenmeer bekannt: Ein USA.-Kreuzer von TypPortland" versenkt und ein USA.-Schlachtschiff derNord-Caro- lina"«Klasse schwer beschädigt. Bei dem früher ge­meldeten schwerbeschädigten Kreuzer unbekannten Namens handelt es sich um den TypLouis- v i l l e". Die früher bereits in der Seeschlacht im Korallenmeer als versenkt gemeldeten feindlichen Kriegsschiffe waren ein USA.-Schlachtschiff der C a l i f o r n i a"-Klasse und zwei nordamerikanische Flugzeugträger derS a r a t o g a"- undYork- t o w n"-Klasse, während ein britisches Schlachtschiff derW a r s p i t e"-Klasse und ein australischer Kreuzer derC a n b e r r a"-Klasse beschädigt wur­den.

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Bei derNorth Carolina"-Klasse handelt es sich um moderne Schlachtschiffe der USA.-Flotte. Der größere Teil dieser Klasse befindet sich noch im Bau. Die Schiffe sind 35 000 Tonnen groß mit einer Be­satzung von 1500 Mann. Sie haben neun 40,6 cm- Geschütze, eine starke mittlere Artillerie und Flug- ^eugabwehr, zwei Flugzeugschleudern und vier Was­serflugzeuge an Bord. DieNorth Carolina" selbst ist erst am 13.6. vom Stapel gelaufen. Das Schme- sterschiff, dieWashington", 'wurde am 1.6.1940 fertiggestellt. Die Schweren Kreuzer derP o r t - l a n d"-Klasse sind 9800 Tonnen groß und haben eine Besatzung von 551 Mann. Sie haben ebenfalls neun 20,3-cm- und acht 12,7-cm-Geschütze sowie zwei Flugzeugschleudern und vier Wasserflugzeuge an Bord. Der Schwere KreuzerPortland" ist am 21 5.1932 vorn Stapel gelaufen. DieLouis- ville", ein Kreuzer derselben Größe, wurde am 1. 9.1930 sertiggestellt.

Tschungking

hat nur noch neunzig Flugzeuge.

Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Domei teilt mit, daß die tschungkingchinesische Luftwaffe nur noch über 90 Maschinen verfügt. Die ununterbrochenen japanischen Luftangriffe auf die tschungkingchinesj. schen Luftbasen in Süd- und Mittelchina hätten diese für Tschungkina so verheerenden Auswirkungen zur Folge gehabt. Vor allem die Angriffe auf die Flug­plätze von Kunming, Kweilin und Liutschau. Vor­nehmlich die Burmaschlacht habe der Tschung- king-Luftwaffe schwerste Verluste gebracht, sic habe dort den Hauptbestandteil ihres Flugzeugparkes, 40 nordamerikanische Curtiß-Jäger, verloren. Aus der Bombardierung von Kunming hätte sie nicht einmal mehr als 30 Apparate retten können. Die Flugzeuge von Hangtschan, Kweilin und Liutschau aber seien völlig zerstört worden.

3m Mittelmeerraum in neun Monaten 1391 Flugzeuge verloren.

Berlin, 28. Mai. (DNB.) Wie das OKW. mit. teilt, haben allein die Verbände der deutschen Luft­waffe vom September v. I. bis Mitte Mai 1942 im Gebiet des Mittelmeeres insgesamt 588 feindliche Flugzeuge vernichtet. Davon wurden in Luftkämpfen 377 Flugzeuge abgeschossen, und zwar u. a. 135 Curtiß-Tomahawk-Jagdflugzeuge, ferner 87 Spitfire- und Hurricane-Jäger. Den deut­schen Jagd- und Zerstörerflugzeugen fielen außer­dem über 50 zweimotorige Bomber, meist des Mu­sters Bristol-Blenheim, zum Opfer, außerdem einige der wenigen in Nordafrika bisher aufgetretenen

viermotorigen ,/fliegenden Festungen" amerikani- scher Bauart. 63 britische Flugzeuge wurden von der Flakartillerie zum Absturz gebracht, während min­destens 148 feindliche Flugzeuge bei Angriffen deut­scher Luftwaffenoerbände auf Malta und britische Wüstenflugplätze in Nordafrika am Boden zerstört wurden. Durch die italienischen Streitkräfte sind in der gleichen Zeit 803 feindliche Flugzeuge ab geschos­sen oder am Boden vernichtet worden, von denen 518 in Nordafrika und 285 auf verschiedenen Kriegs­schauplätzen des Mittelmeeres verloren gingen. Da­mit beträgt die Gesamtzahl an Flugzeugen, die die Engländer und Amerikaner im südeuropäifchen und nordafrikanischen Gebiet verloren haben, 1391 Ma­schinen.

Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Michael, Kommandeur eines Infanterieregi­ments, Oberleutnant Johannmeyer, Batail- lonsfuhrer in einem Infanterieregiment und Ober­feldwebel Hausmann, Kompanieführer in einem Jägerregiment.

Oberst Michael zerschlug in fünftägigem er­bitterten Ringen einen durch zahlreiche Panzer unterstützten schweren Angriff. Als es den Bolsche­wisten vorübergehend gelungen war, Teile des Re­giments zu umgehen^ fing das Regiment in einer neuen Stellung zunächst die Wucht des Angriffs auf und schlug bann in einem schneidigen Gegen­angriff die Bolschewisten wieder zurück. Ober­leutnant Johann meyer warf Anfang Mai süd­lich des Ilmensees bei der Abwehr schwerer bolsche­wistischer Angriffe die bolschewistischen Truppen in scharfem Nachstößen über die Ausgangsstellungen zurück und vereitelte so die Absicht des Gegners, deutsche Kräfte durch einen Durchbruch abzuschne'i- den. Oberfeldwebel Hausmann ist es zu danken, daß der vorübergehend liegengebliebene Angriff eines Jägerbataillons südlich des Ilmensees

Tokio, 26. Mai. (Europapreß.) Ueber den Ver­lauf der Schlacht im Korallenmeer erklärte ein Mit­glied des japanischen Marine-Oberkommandos der Presse:

Am 7. Mai um 7 Uhr morgens meldet unsere Luftaufklärung das Herannahen eines großen feind­lichen Verbandes. Die Bombenflugzeuge auf unse­ren Flugzeugträgern erhalten unverzüglich Start­erlaubnis und find bald unseren Blicken "in Richtung auf den noch hinter der Kimm verborgenen Gegner entschwunden.

Zuerst geraten unsere Jagdflugzeuge mit den alliierten Kriegsschiffen ins Gefecht. Im ^turzslug stoßen sie auf die Kriegsschiffe herunter und bestreichen die Decks mit Maschinengewehr­feuer. Gleich darauf haben die Geschwader unserer Torpedobomber die Schiffe gesichtet. Aus einem Schlachtschiff der nordamerikanischen Cali­fornia-Klasse schießt nach der Explosion von Torpedos eine 200 Meter hohe Stichflamme gen Himmel. Kurz darauf schlagen die Wellen über 'dem Schlachtschiff zusammen. Andere Flugzeuge griffen e i n e n gl isch es Schlachtschiff der War- spite-Klassc mit zahlreichen Torpedos an. Damit waren die feindlichen Großkampfschiffe innerhalb von 1 0 M i n u t e n a u s g e s ch a l t e t. Der An­griff unserer Torpedoflieger wurde unter größter Selbstaufopferung durchgeführt. Die Maschine des Kommandeurs erhielt schwere Flaktreffer. Trotzdem setzte sie zum Angriff an und wurde von dem Flug­zeugführer in die Ausb aut en des feind­lichen Schiffes hin elingejagt.

Am Nachmittag begegneten wir auf unserem Schiff japanischen Z e r ft ö r e r n, die zum Nacht­angriff auf das feindliche Geschwader angesetzt waren. Am Morgen des 8. Mai erhalten wir Mel­dungen, daß die übrigen Einheiten unseres Ge­schwaders den Gegner angegriffen haben. Das war der Beginn der ersten großen Schlacht zwi-

Ende März wieder vorwartskam. In metertiefem Schnee und bei stärkster Kälte arbeitete er sich bis auf Einbruchsentfernung an die erbittert vertei­digte Waldstellung heraxi, brach in das bolsche­wistische Stellungssystem ein, vernichtete ein Wider­standsnest nach dem andern und zerschlug alle Gegenstöße.

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Der Führer verlieh ferner das Ritterkreuz an: Oberst Eckhardt, Kommandeur eines Jäger-Re­giments, und Hauptmann Greve, Bataillans- kommandeur in einem Jäger-Regiment. Oberst Eck­hardt durchbrach (£nbe März südlich des Ilmensees stark befestigte Stellungen der Bolschewisten, nahm eine das Gelände weithin beherrschende Höhe in Be­sitz und schuf damit die Voraussetzung für die er­folgreiche Fortführung des Gesamtangriffes. Haupt­mann Greve stürmte Anfang Mai im Osten der Krim ohne Artillerieunterstützung über das befoh­lene Angriffsziel hinaus und brach in die stark be­festigte, zäh verteidigte Stellung ein. Es gelang ihm, die Bolschewisten mehrere Kilometer zuruckzuwerfen und dadurch eine besonders günstige Ausgangsstel­lung für den weiteren Angriff der Division zu schaffen. Hauptmann Greve fit im Zivilberuf Pro­fessor für Zahnheilkunde an der Universität Breslau.

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Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Hennings, der als Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader in über 300 Feindflügen an allen Fronten den Gegner schwer geschädigt hat und von einem Feind- flug nicht zurückgekehrt ist. Ferner an Major Z eidl er, der als Kommandeur einer Kampf­gruppe z. b. V. sich bei zahlreichen Nachschubein- sützen schon in Polen, Norwegen, Holland und Frankreich in höchstem Maße bewährt und in vier- monatigem Einsatz an der Ostfront sich um die Ver­sorgung der kämpfenden Truppe neue hervorragende Verdienste erworben hat.

schen Flugzeugträgern, des ersten Ereig­nisses dieser Art in der Seekriegsgeschichte.

Um 9 Uhr starteten sämtliche Kampfflug­zeuge von den japanischen Flugzeugträgern und griffen den USA.-TrägerS a r a t o g a" von allen Seiten an. Trotz wahnsinnigen Flakfeuers treffen zwei, drei ober mehr Torpedos die Breitseite des Riesenschiffes. Eine schwarze Wolke hüllt die Auf­bauten ein und läßt nur noch Bug und Heck er­kennen. Die Besatzungen der Torpedoflugzeuge ver­nehmen trotz des Lärms ihrer eigenen Motoren gewaltige Detonationen im Innern der Saratoga". Plötzlich mischt sich eine weiße Wolke in den schwarzen Qualm und steht etwa 100 Meter über dem Deck als deutliches Zeichen einer Kes­se l e x p l o si o n. Als der Wind den Qualm ver­treibt, ist dieSaratoga" verschwunden. Nur ein Oelsleck und treibende Wrackstücke zeigen die Stelle an, an der der größte Flugzeugträger der Welt kämpfend seinen Untergang fand.

Mit großer Geschwindigkeit sucht sich inzwischen, der FlugzeugträgerYorktown" durch Flucht einem ähnlichen Schicksal zu entziehen. Hinter einem Schleier von Zerstörern fährt dieYorktown" mit Volldampf Zickzackkurs. Japanische Bomber greifen fie unaufhörlich an. Auf dem Flugdeck und rechts und links neben dem Schiff schlagen ihre Bomben ein. Dann treffen auch die Torpedos anderer japa­nischer Flugzeuge das Schiff. Innerhalb kurzer Zeit folgt es derSaratoga".

Nach der Landung der japanischen Flugzeuge auf ihren Trägern erreichen uns Meldungen'von'ande­ren Einheiten unseres Geschwaders, nach denen die N o r t h - C a r o l i n a" , das neueste Schlachtschiff der USA. den Flugzeugträgern Entlastung zu ver­schaffen sucht. Auch sie wurde dabei von japanischen Torpedos gettoffen und mußte mit großen Löchern in der Bordwand, aus denen kostbares Heizöl ent­strömte, den Kampfplatz räumen."

Amerika

und Deutschland 1898.

Am 15. Februar 1898 flog im Hafen von Havanna bas amerikanische KriegsschiffMaine", das angeb­lich zu einem Gegenbesuch die spanische Kolonie Kuba anlief, in die Luft, wie die Amerikaner be­haupteten, durch ein spanisches Torpedo, wie aber die späteren Untersuchungen ergaben, infolge einer Explosion in der Munitionskammer des Schiffes, denn die Außenwand war nicht beschädigt, was doch bei einem Torpetzotreffer hätte der Fall sein müssen. Das war den Amerikanern eine willkommene Ange­legenheit, sich in die auf Kubä herrschenden Kämpfe der Aufständischen einzurnischem die sie in ihrer ge­wohnten Weise mit Munition, Waffen und Geld unterstützt hatten, um den Spaniern Verlegenheiten zu bereiten und schließlich diesen den Krieg zu er­klären.

Es mag zugegeben werden, daß die Verwaltung des spanischen Kolonialbesitzes damals viel zu wün­schen übrig ließ, die dort herrschenden revolutio­nären Zustände hätten aber niemals den Umfang onnehmen können, wenn nicht die Amerikaner sie im Stillen gefördert hätten. Wir können ja in der Geschichte des amerikanischen Imperialismus eine Reihe ähnlicher Beispiele feststellen. Es sei nur an Texas, Mexiko, Panama erinnert.

Der Krieg, der sich dann zwischen Amerika und Spanien auf Kuba, Portoriko und den Philippinen abspielte, war für beide Teile kein ruhmvolles Blatt. Die Desorganisation war auf beiden Seiten unbe­schreiblich. Nachschub, Verpflegung, die sanitären Einrichtungen spotteten jeder Beschreibung, die Truppen, unter denen sich bei den Amerikanern viele Freiwillige befanden, waren undiszipliniert und entbehrten in der überwiegenden Zahl jeder mili­tärischen Erziehung. Das Offizierskorps hatte mit wenigen Ausnahmen überhaupt keine militärische Erfahrung, und wenn die Amerikaner schließlich in diesem Kampf die Oberhand gewannen, so hatten sie es nur dem Umstand zu verdanken, daß ihnen in den damaligen spanischen Truppen auch keine aus­gebildeten Kräfte entgegentraten. Bei einigermaßen tüchtiger Führung hätten die Spanier den Ameri­kanern bei ihren mangelhaft durchgeführten Lan­dungen eine Katastrophe bereiten können.

Was uns heute interessiert, ist die Frage, wie sich damals die europäischen Staaten zu diesem ameri­kanischen Raubzug stellten. Die spanische Mißwirt­schaft in den Kolonien wurde im allgemeinen ver­urteilt, so stand man in Europa den Insurgenten wohlwollend gegenüber, weil man damals ihre Barbarei und ihre Unfähigkeit, sich selbst zu regie­ren, nicht kannte. Aber trotz des Humanitätsmän­telchens, das sich die Amerikaner umhängten, er­kannte man doch ihre wahren Absichten, die daraus abzielten, einen Schwachen zu vergewaltigen und reine Machtpolitik zu treiben. Man empfand schon damals eine Bedrohung der europäischen Kolonial­länder durch die Amerikaner, die daraus hinaus­gingen, langsam, aber rücksichtslos .unb- gegebenen» aUs mit Gewalt die Weltherrschaft zu erringen. Mancher empfand schon damals, gewissermaßen instinktiv, daß mit diesem Krieg eine neue Epoche der Weltgeschichte ihren Anfang nahm.

Nur bei den Engländern hatte die amerikanische 'Kriegspolitik Sympathie gesunden. Die englische Politik, die ja stets ihren Blick in die weite Zukunft richtete, glaubte in den Vereinigten Staaten viel­leicht später einmal einen Freund gewinnen zu können, der ihr bei der Durchführung ihrer eigenen Pläne sehr willkommen sein könnte. Der Weltkrieg und der jetzige Krieg bestätigen ja diese Auf- assung. Die durch Sprache und Abstammung ver­wandten Amerikaner nahmen diele ihnen entgegen­gebrachte Freundschaft gerne an. England verfolgte ja in seiner Kolonialpolitik ähnliche Ziele mit glei­cher Rücksichtslosigkeit, und in diesem Streben war es ja nur Deutschland, das dem englischen Industrie-

Wunsch übermitteln, daß sie sich über die internatio­nale Lage klar werden und die geographische Um­gebung Australiens in Betracht ziehen, um dann mutig sich für den für Australien bedeutsamen Schritt zu entscheiden.

Mit dem festen Glauben an den Endsieg führt Japan seine Operationen weiter. Die Regierung wird trotz aller Siege die Wachsamkeit nicht außer Acht lassen und den traditionellen Geist des Opfers und der Ergebenheit gegenüber der Nation fördern, um dadurch schnell dem Ziel des Krieges näherzukom­men.

Oie Auferstehung Ostasiens

Eröffnung des neuen japanischen Reichstages.

Oer erste Augenzeugenbericht von der Seeschlacht im Korallenmeer.

Tokio, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.) Vor dem am Mittwoch eröffneten neuen japanischen Reichs­tag hielt Ministerpräsident T o j o eine Rede, in der er u. a. ausführte: In weniger als einem halben Jahr feit dem Ausbruch des Krieges in Großoft- afien haben die kaiserlichen Streitkräfte die Kräfte des Feindes zerschlagen, wo immer sie auch auf­traten, wichtige Gebiete im großasiatischen Raum wurden besetzt und die Seestreitkräfte der Vereinig­ten Staaten und Großbritanniens im Pazifik und im Indischen Ozean praktisch ausgetilgt. Neben den militärischen Operationen in den südöstlichen Ge­bieten wird die Macht der Tschungking-Streitkräfte weiterhin stetig geschwächt. Die Sicherheit unserer Verteidigung steht fest wie ein Fels. 2er patriotische Geist unseres 100-Millionen-Volkes wurde tagtäglich gestärkt, fein unbezähmbarer Wille, den Krieg in Großostafien bis zum erfolgreichen Abschluß durch- zukämpfen, zeigt sich in seinem einfachen und tätigen alltäglichen Leben in greifbarer Weise.

Die Tatsache, daß die Entscheidung über Sieg oder Niederlage in unserem Krieg gegen die Vereinigten Staaten und Großbritannien in dem Ausgang des jetzt noch vor uizs liegenden totalen Krieges liegen wird, bedarf keiner weiteren Erklärung. Seit dem Ausbruch Sbes Krieges ist unsere gesamte Nation von der unbeugsamen Entschlossenheit erfüllt, nie­mals das Schwert der gerechten Sache einzustecken, bis nicht der Einfluß der anglo-amerikanischen Mächte mit allen ihren Träumen von der Weltherr­schaft vollständig ausgetilgt sein wird. Der Kardi­nalpunkt der weiteren Fortführung des Krieges wird es fein, die glänzend koordinierten Operationen der Armee und der Marine weiterzuführen, den Feind aufzufuchen und ihn unfehlbar niederzuschla­gen und Parallel zu den militärischen Operationen ein großes Aufbauwerk durchzuführen, um die Gesamtkraft unserer Nation in entscheidender Weise zu erhöhen und damit unserem Land die Grundlage für die Sicherung des Sieges zu fchaf- en. Durch die Bemühungen der Regierung wuchs unsere wirtschaftliche Stärke derart, daß unmittel­bar vor Ausbruch des Krieges unser.Land nicht allein in der Lage war, dem anglo-amerikanischen Druck Widerstand zu leisten, sondern auch in den Krieg einzutreten. Dank der glänzenden Siege der kaiserlichen Truppen sind alle wichtigen Quellen in den südlichen Gebieten, die für die nationale Ver­teidigung von Interesse sind, wie Erdölvorkommen, Gummi, Zinn usw. in unsere Hände übergegangen, so daß dank unseren Bemühungen die Lage unserer

Nationalwirtschaft aus ihrer Abhängigkeit gelöst und weiter autark gestaltet werden könnte. Gleich­zeitig wurden die Rohstoffquellen für die nationale Verteidigung der feindlichen Länder abgeschnitten, was für diese einen außerordentlich schweren Schlag darstellt. Ich freue mich, erklären zu können, daß kein Grund zu irgendwelchen Befürchtungen in bezug auf die künftige Versorgung des Volkes be­steht, gleichgültig, wie lange der Krieg auch dauern mag. Japan wird fein Aeußerftes hergeben, um als TeilhaberdeS großartigen Kamp­fes Deutschlands unb Italiens gegen di e 11(5 21. unb Großbritannien seinen -Beitrag zu den umfafjenben Siegen biefer Länder AU leisten. Japan hat besonderes Interesse, hi strategischer Hinsicht mit seinen Verbündeten aufs engste zusgmmenzuarbeiten unb badurch eine neue Weltorbnung aufzurichten.

Da sich alle vorgeschobenen Stützpunkte des briti­schen Empires für die Verteidigung Indiens jetzt im Besitz der Kaiserlichen Truppen befinben, steht dem indischen Volk die Gelegenheit offen, sich zu er­heben und die Unabhängigkeit zu erringen, die es j&it langem ersehnt hat. Die Tatsache, daß die bri­tisch-indischen Verhandlungen abgebrochen wurden, ohne auch nur bas geringste Ergebnis zu zeitigen, ist ein Beweis dafür, baß Indien bereits geistig un­abhängig von Großbritannien ist. Solange anglo­amerikanische Truppen in Indien verbleiben, ist Ja­pan unbeugsam entschlossen, sie restlos zu vernich­ten. Ich hoffe jeboch, daß das indische Volk sich un­erschrocken erheben wird, um die ayglo-amerikani- fchen Truppen und ihren Einfluß restlos aus In­dien zu vertreiben unb dadurch die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes zu verwirklichen.

Durch die Niederringung der feindlichen Truppen in Burma ist nun endlich auch das Tschung- king-Regime isoliert worden. Es geht sei­nem unvermeidlichen Fall entgegen. Japan hat die Absicht, der Widerstandskraft des Tschungking-Re- gimes den letzten niederschmetternden Schlag zu ver­setzen.

Nachdem nunmehr der südweslliche Pazifik voll­ständig unter unsere Kontrolle gebracht wurde, ist A u st r a I i e n das Waisenkind im Pazifik gewor­den. Als Ergebnis der Schlacht im Korallenmeer sind die zur Verteidigung dieses Landes bereitgestell­ten Marineeinheiten beseitigt worden, so daß Au­stralien jetzt hilflos dem Angriff der Kaiserlichen Armee entgegensieht. Ich möchte daher den Füh­rern Australiens noch einmal meinen aufrichtigen

Außenminister Togo führte bann vor dem Reichstag noch folgendes aus: Als Japan das Ge­schick der Nation von dem Ausgang eines Krieges abhängig machte, war es von dem Wunsch beseelt. Ostasien von dem Joch der Ausbeutung durch dis ISA. und Großbritannien zu befreien, den An« spruch dieser Nationen auf die Weltherrschaft zu« Nichte zu machen, und das große Ideal einer neuen Weltordnung zu verwirklichen. Das große Ideal des Aufbaues einer neuen Ordnung auf moralischer Grundlage, das allen Völkern und allen Ländern dieser Sphäre das Recht zubilligt, feinen eigenen Platz einzunehmen unb an der Ehre der Äufer- ftehung Ostasiens beteiligt zu sein, steht im Begriff, verwirklicht zu werden. Wenn die Völker der be­fetten Gebiete im Süden uns ihre tatkräftige un­gezwungen Mitarbeit zuteil werden lassen, während der Schlachtenlärm noch kaum verhallt ist, so ist dies einer der vielen Beweise dafür, daß Großost- asien mit dieser Tatsache wohl zufrieden fein darf.

Sofort nach Ausbruch der Krieges für ein größeres Ostasien schloß Japan den epoche­machenden Bündnisvertrag mit Deutsch­land und Italien ab, in dem die unver­rückbare Entschlossenheit dieser Länder zum Ausdruck kam, gemeinschaftlich den Aufbau einer neuen Welf in Angriff zu nehmen und das Schwert nicht in die Scheide zu stecken, be­vor der gemeinsame Krieg gegen die USA. und Großbritannien zu einem erfolgreichen Ende gekommen ist. Das Zusammenwirken zwischen den drei Mächten ist eng und herzlich, nicht nur auf militärischem Gebiet, sondern auch auf dem Gebiet der Po­litik, der Wirtschaft und der Kultur. Tag für lag kommen wir den gemeinsamen Zielen dank dem Zusammenwirken aller Verbündeten und dank den militärischen Erfolgen der Achsen­mächte im Osten und Westen näher.

Der Außenminister berührte bann die bereits früher festgelegten Verhältnisse Japans zu einigen roederen Ländern und fuhr fort: Heute erklärt Ja- Jan vor der ganzen Welt seine erneute Entschlossen­heit, den Krieg bis zum erfolgreichen Ende fortzu- sttzftt durch die Schaffung einer neuen nationalen pohhidjen Struttur im Geiste der Zusammenarbeit und auf Grundlage der nationalen Einheit durch die ,seine Krcegsanftrengungen mit «ferner ©ofi* barr-tot verstärkt mürben.