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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Kroni und Heimat geben ihr Aeußerstes für den Sieg.

Des Führers Dank an Volk und Wehrmacht für die Bewährung im Winterfeldzug. Im Schickfalskampf der Nation steht die gemeinsame Pflicht über allen Rechten.

Postulat der Pflicht.

Nach einem Winterfeldzug von beispielloser -arte, der von Front und Heimat äußerste Anspannung oller Kräfte gefordert hat, war es das begreifliche Verlangen des Führers, vor 1 dem Reichstag als der berufenen Vertretung des deutschen Volkes den gegenwärtigen Standpunkt in dem gewaltigen weltumfassenden Ringen der jungen, um Leben und Freiheit und ihren Platz an der Sonne kämpfenden Nationen gegen die Machte der selbstsüchtigen Be­harrung, der bolschewistischen Zersetzung und jüdisch- plutokratischen Unterwerfung zu fixieren und aus diesem Stand die für die Weiterführung und sieg­reiche Beendigung des Schicksalkampfes des deut­schen Volkes notwendigen staatspolitischen Folge­rungen zu ziehen. Mit den Männern des Deutschen Reichstages waren diesmal zahlreicher als bei früheren Gelegenheiten Vertreter der Generalität, Träger hoher Tapferkeitsauszeichnungen und Ver­wundete aller Waffen und Dienstgrade versammelt, um unmittelbar Zeuge zu sein der denkwürdigen Stunde, schon dies ein Zeichen des Dankes und der hohen Anerkennung für die überragenden Leistun­gen der deutschen Wehrmacht, für die dann der Führer ergreifende Worte fand. Aus seiner weit­sichtigen Ueberschau der großen geschichtlichen Zu­sammenhänge, der tiefen Erkenntnis ihrer Ursachen und dem prophetischen Ahnen ihrer Wirkungen stellte der Führer an den Anfang seiner Ausfüh­rungen eine in der Prägnanz der Formulierung wie an Reichtum und Schärfe der Gedanken meister­hafte Darstellung des Weltbildes, wie es sich als Ergebnis einer über Jahrhunderte zurückreichenden Entwicklung seinen Augen bietet. In ihren Mittel­punkt rückte er das Verhältnis Englands zu Eu­ropa, dessen Zersplitterung einst die wesentliche Vor­aussetzung dafür war, daß aus einer ehemals am Rande der abendländischen Kultur gelegenen, poli­tisch wie wirtschaftlich gleich unbedeutenden Insel mit einem Minimum an Kraftz wohl aber einem Maximum an Schlauheit lediglich durch ebenso ge­schickte wie rücksichtslose Ausnutzung günstiger Um­stände das britische Weltreich wurde. Aber mit der nationalen Einigung und Festigung der großen europäischen Völker, die England nicht zu verhin­dern vermocht hat, verlor der Grundsatz desGleich­gewichts der Kräfte", den England zur Maxime sei­ner Europapolitik gemacht fynttc, zusehends an Boden und mit dem Aufkommen der anderen gro­ßen Weltmächte Rußland, der Vereinigten Staaten und Japans sah sich das britische Empire als bis­her singuläre Erscheinung Konkurrenten gegenüber, die seinen Anspruch, das Weltreich zu sein, be­stritten. Nun wäre nur noch mit Europa, nicht mehr gegen Europa das britische Empire aufrecht­zuerholten gewesen. Schon der Ausgang des ersten Weltkrieges^ in dem sich England gegen seine natür­liche Interesten entschied, hatte die Machtstellung des Empire bedenklich verschoben und seinen inne­ren Zusammenhalt gelockert. Noch ein solcher Krieg und England wird seine weltpolitische Rolle ausge- svielt haben. Seine herrschende Kaste hat jedoch die Lehren der Geschichte nicht wahr haben wollen, die prophetischen Warnungen des Führers in den Wind geschlagen, alle seine Verständigungsversuche und Bündnisongebote zurückgewiesen. Sie hat sich wiederum gegen Europa entschieden und diesen zweiten Weltkrieg heraufbeschworen, der so stellte der Führer mit erhobener Stimme und unter dem lebhaften Beifall des Hauses fest nur mit Eng­lands Katastrophe enden kann und wird. Der Füh­rer brandmarkte dann die verderbliche Rolle, die das Judentum als treibendes Element der Zersetzung innerhalb der nationalen Völkskörper und als wesentlichen Träger des plutokratischen Imperialis­mus in der Weltpolitik der letzten Jahrzehnte ge-. spielt hat, um dann das Erstarken der nationalen Abwehrkräfte gegen den vom Judentum»gegen Europa mobilisierten Bolschewismus aufzuzeigen. Nun stehen diese jungen Nationen Europas, die den Bolschewismus im eigenen Lande niedergerungen haben, in den weiten Räumen der Ostfront zwischen Eismeer und Kaukasus im Entscheidungskampf für Freiheit und Unabhängigkeit und die Sicherung ihres täglichen Lebens gegen den Bolschewismus, den die an ihrer Ueberfülle und Desorganisation des wirtschaftlichen Lebens erstickenden Plutotratien gegen die Habenichtse unter den Völkern gedungen haben.

Sprach hier der große politische Erzieher und Lehrmeister seines Volkes, der überragende euro­päische Staatsmann, so nahm nun der Oberste Be­fehlshaber der deutschen Wehrmacht das Wort, um vor der ganzen Nation in ergreifender Weise Zeug­nis abzulegen von der Tapferkeit, Treue und Zähig­keit seiner Soldaten, denen es wie Hermann | Göring in seinem Schlußwort mit Recht ergänzte zusammen mit der genialen Führung, der vorausschauenden Umsicht und der zu allen Teilen der weiten Front hinstrahlend.en starken seelischen Kraft des Feldherrn Adolf Hitler gelungen ist, in fast übermenschlichen Anstrengungen nach dem unerwartet frühen Einbruch eines Winters, wie er in hundert Jahren einmalig ist, eine Lage zu meistern,« die im Kampf mit einer lähmenden 'Kälte und einem immer wieder in Masten gegen die deutschen Stellungen oorgetriebenen Feind oft genug kritisch zu werden drohte. Todesmut und Ein­satzbereitschaft zahlloser namenloser Helden werden, so sagte der Führer, als Träger unvergänglichen Ruhmes in die deutsche Geschichte eingehen. Dem heldenmütigen, zähen und aufopfernden Ausharren der Front in diesem Winterieldzuq von beispielloser Härte und Erbitterung stellte sich die Heimat mit

ihrer tätigen Hingabe an die großen Aufgaben des Krieges würdig zur Seite. So haben wir, wie der Führer stolz und dankbar feststellen konnte, ein Schicksal gemeistert, an dem vor 130 Jahren ein anderer zerbrochen ist. Die überragendem Taten der Front und die Haltung der Heimat, die dieses zu­wege gebracht haben, sind gleichermaßen ein kate­gorischer Imperativ, alles aus dem Wege zu räu­men, was an formalen Hemmungen der Mobilisie­rung, Zusammenfassung und höchsten Akttvierung aller Kräfte der Nation noch entgegenstehen könnte. Diesem Zweck dient der Beschluß des Reichstages, dem Führer das Recht zu geben, alles zu tun, was er für die Erkämpftmg des Sieges nötig hält, ohne Rücksicht auf bestehende Gesetze oder wohlerworbene Rechte. Der Führer kündigte seine feste Entschlossen­heit an, überall dort ohne Rücksicht der Person einzu­greifen, wo man das ernste Gebot der Zeit, in der die Nation im Kampf um Sein oder Nichtsein steht,

noch nicht begriffen haben sollte. Heute gibt es in der Heimat wie an der Front nur Pflichten und keine Rechte. Das ist das eiserne Gesetz des Krieges, dem jeder sich zu beugen hat, an welchen Platz auch immer ihn der Dienst für sein Volk gestellt hat. Das Beispiel des Führers, der, wie Hermann Göring in seinem Schlußwort sagte, in diesen langen schwe­ren Monaten des Winterfeldzuges an Charakter­stärke und schöpferischer Phantasie als Feldherr und Staatsmann Leistungen vollbracht hat, die das Menschenmögliche weit hinter sich zu lassen schie­nen, wird als unerbittliche Forderung vor jedem Deutschen stehen, in äußerster Hingabe an Pflicht und Dienst das Seine zu tun für den Sieg seines Volkes im Kampf um Leben und Freiheit. Das ist das Gelöbnis der Nation, mit dem sie dem Beschluß des Reichstages freudigen Herzens zustimmt, und ihr grenzenloses gläubiges Vertrauen zum Führer erneut bekundet. Dr,Fr. W. Lange.

lichen Desorganisation des europäischen Kontinents sich England einer politischen Dokttin verschwo­ren hatte, die in der Zersplitterung des Festlandes die erste Voraussetzung für das Ge­deihen und die Vermehrung des brittschen Welt­reiches zu erkennen meinte. Zweifellos hatte dieser die Tätigkeit der englischen Politik beherrschende Gedanke sehr viel Bestechendes an sich. Während Europa in zahllosen inneren Kriegen verblutete, gelang es Großbritannien, mit einem Minimum an Bluteinsatz ein weltweites Gebäude zu errichten. Der ihm verliehene Titel einesImperiums war seinem Charakter nach aber mit dem imperialen Rom genau so wenig zu vergleichen, wie ein inter­nationaler Handelskonzern mit einem werteschaffen­den Weltunternehmen.

Dabei ist es eine Ueberschätzung der britischen staatsmännischen Kunst sowohl als des simplen politischen und militärischen Könnens der Englän­der, annehmen zu wollen, daß etwa in ihrem Wirken die Ursache des destruktiven Zerfalls Euro­pas gelegen sei. Hier wird die Entstehung eines Zustandes ' mit seiner Ausnutzung verwechselt. Denn Europa ist zerfallen teils aus der natürlichen Ueberalterung der nach dem Zusammenbruch des römischen Weltreiches ftihrenden kontinentalen Macht, teils infolge der Unterspülung der Elemente, die diesem damaligen Zentrum des Abendlandes die volkliche und staatliche Grizpdlage gegeben hatten. Im Zwiespalt der antiken römischen Staatsidee einerseits und der nicht minder imperialen An­sprüche erhebenden römischen Kirche andererseits wurden die Fundamente der zentralen Staatsbil- dung Europas allmählich zerstört. Dazu kam noch der tiefe Ernst, mit dem sich die damalige Welt m Fragen versenkte, die geeignet waren, Europa in endlose religiöse innere Kämpfe zu verwickeln, wah­rend die gleichen Probleme heute als staatlich voll­kommen belanglos anerkannt sind und demgemäß bewertet werden. So ist der Zusammenbruch des alten Deutschen Reiches und damit des in dieser Zett vorherrschenden Mittelpunktes einer inneren euro­päischen Organisation genau so wenig von den Eng­ländern herbeigeführt als der Zusammenbruch Roms einst von den Germanen.

In beiden Fällen ergaben sich aber aus inneren Schwäck)emo menten heraus Situationen, die das Eingreifen außenstehender Kräfte ermöglichten und damtt der Weltgeschichte für viele Jahrhunderte einen neuen Sauf aufzwangen. So hat England selbst nicht primär den Kontinent zu zersplittern vermocht, denn dazu war es als staatliches Gebilde damals viel zu unbedeutend, wohl aber gelang es ihm, aus der entstehenden europäischen Zersplitterung inso­fern einen Nutzen zu ziehen, als es dank seiner in­sularen Lage nun noch ein Minimum an Kraft bet allerdings einem Maximum an Schlauheit benö­tigte, um die europäische Ohnmacht weiter aufrecht zu erhalten und mit der ihm selbst fast restlos ver­bliebenen eigenen Stärke eine teils unerforschte oder zumindest kulturell nnd wehrmäßig unterlegene, teils in ewigen inneren Kämpfen sich selbst erschöp­fende andere Welt zu erobern. Nur ein Törichter kann dabei übersehen oder bestreiten, daß wie jeder politische Ordnungsproezß auch dieser sei­ne n .N u tz e n für die Menschheit gehabt hat. Aber ebenso töricht war es, anzunehmen, daß das briti­sche Imperium das sogenannte Gleichgewicht der Kräfte in Europa für ewig würde aufrecht erhalten können. Die zur Einigung strebenden blutmäßig und gedanklich gleich orientierten rassischen Bestandteile dieses Kontinents konnten an ihrem Zusammen­schluß auf die Dauer weder verhindert werden, wie es darüber hinaus überhaupt unsinnig war, anzu­nehmen, daß im Falle des Auftretens einer die Existenz aller Völker Europas gleichmäßig drohen- den Gefahr eine Vereinigung der Betroffenen da,- gegen verhindert werden könnte.

Im Moment, in dem aber über dynastische Inter­essen hinaus die Völker zu erwachen begannen, mußten die Mittel der bisherigen britischen Europa- Politik scheitern. Trotz zahlreicher Kriege war es .England auf die Dauer nicht möglich, den franzosi- fchen Nationalstaat zu vernichten, trotz aller Ver­suche gelang es ihm nicht, den Zusammenschluß der Italiener zu verbindern, und trotz aller Eingriffe ist das Deutsche Reich aus seinen einstigen Trüm­mern durch den Willen der deutschen Stämme und dank dem Wirken großer Heroen in dem Augenblick entstanden, da es in dem überlegenen Genius eines Bismarck nicht nur die Reife der Zeit, sondern den zur Vollendung bestimmten Mann erhalten hatte.

Je staatlich gefestigter und vom eigenen Werte durchdrungener die europäischen Völker wurden, um so schwieriger mußte die Aufrechterhaltung einer europäischen Situation werden, die als sogenannles Gleichgewicht der Kräfte den wahren Ver­hältnissen der Kraft nicht mehr ent- s p r a ch. Sich einzubilden, auf die Dauer mit den Mätzchen schwatzhafter Argumente die europäischen Nationen in sich zu zersplittern oder gegeneinander verhetzen zu können, muhte deshalb immer mehr scheitern, und damit war England gezwungen, vom bequemen Nutznießer eines gegebenen Zustandes zu seinem Verteidiger oder gar zum dauernden Erhal­ter zu werden. Damit aber hörte die Kunst des Intrigierens auf. und an ihre Stelle trat der Zwang zum eigenen Kampf und nicht nur der Wille zu ihm, sondern auch das Können. Das Sinnen aber unter Berücksichtigung der unter- des selbst gigantisch angeüiachsenen Belastung des Weltreiches einerseits und des immer höher erfor­derlichen Bluteinsatzes für die gewünschte euro­päische Zersplitterung andererseits. Die Aufrecht­erhaltung des europäischen Gleichgewichts hatte aber wenigstens ursprünglich doch nur den Sinn»

In der Krolloper.

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Während der Gefallenenehrung. In der ersten Reihe der Regierungsbanke. der Führer Neben ihm Reichsaußenminister von Ribbentrop, Großadmiral Raeder, Generalfeldmarschall Kettetz die Reichs- minister Dr. Frick, Dr. Goebbels, Graf Schwerin von Krosigk. In der zweiten Reihe: die Relchsmlmster Darre, Rust, Seldte, Dr. Frank, Dr. Dorpnxsiller, Dr. Ohneforge und Dr. Seiß-Jnquart. In der dritten Reihe: Staatsminister Dr. Meißner. (Scherl-Bilderdienst, Berlin.)

Berlin, 26. April. (DNB.) Die Abgeordneten Grohdeutschlands des Reichstags versammelten sich am Sonntagnachmjttag zur 6. Sitzung des Reichs­tages in diesem Kriege. Während sich draußen im Reich und an den fernen Fronten des Krieges die Millionen bereit machten, am Rundfunk Zeuge die­ser Stunde zu. sein, begaben sich -die Abgeordneten in den Sitzungssaal. Die Mehrzahl trägt den Waf­fenrock. Die Generalität^ oben auf den Rängen un­terstreicht das soldattsche Gepräge des Auditoriums. In der Mittelloge findet sich das Diplomgtische Korps ein, zuvorderst die Vertreter unserer Verbün­deten Italien und Japan. Botschafter Dino Alsieri sieht man in der graugrünen Uniform der faschisti­schen Miliz.

Inzwischen haben auch die Mitglieder der Reichs­regierung ihre Sitze eingenommen. Auf der ersten Bank der Reichsminister des Auswärtigen von Rib­bentrop, Großadmiral Raeder, Generalfeldmarschall Keitel, Reichs-Minister Dr. Goebbels, Reichsfinanz­

minister Graf Schwerin von Krosigk. Neben dem Rednerpult Reichsminister Dr. Lammers und Reichs­pressechef Dr. Dietrich.

Es ist 15 Uhr, der Führer betritt den Saal. Neben ihm Reichsmarschall Göring, Innenmini­ster Dr. Frick, Reichsleiter Bormann, der Reichsführer Himmler sowie die Adjutanten.

Der Neichstagspräsident -Reichsmarschall Gö­ring eröffnet- die Sitzung und gedenkt zunächst der seit der letzten Sitzung auf dem Felde der Ehre gefallenen Kameraden Behrend, Kreut, Ziegler, Hölzel, Moder, Urstöger, Hogreff, Sandner, ferner der Abgeordneten Hofmann und Dr. Springorum und zweier Kameraden, die Ntttglieder der Reichs­regierung waren, der Minister Dr. Todt und Kerrl. Wir verbinden diese Ehrung, so sagte Göring wei­ter, mit dem Gedenken an die gesamten schweren Blutopfer, die die Nation bisher gebracht hat. Dann bittet er den Führer, das Wort zu nehmen.

Die Rede des Führers.

Abgeordnete?

Männer des Deutschen Reichstages!

Am 11. Dezember 1941, als ist zuletzt zu Ihnen sprechen konnte, war es mir vergönnt, einen Rechen­schaftsbericht vorzulegen über den Ablauf der Er­eignisse des vergangenen Jahres. Sie sind in ihrer geschichtlichen Größe und fortwirkenden politischen Bedeutung von einem Ausmaß, das vielleicht erst Jahrhunderte später in seinem ganzen Umfang er­kannt werden wird. Nach der Niederschlagung der von England und Moskau gemeinsam angezettelten Revolte in Belgrad wurde sich schon wenige Wochen später Europa zum ersten Male seit vielleicht Jahr­hunderten der gemeinsamen Bedrohung aus dem Osten bewußt, von deren erfolgreicher Abwehr das Sein oder Nichtsein unseres Kontinents schon so oft abhing.

Für viele Menschen schienen nunmehr die Ur­sachen des blutigen Krieges, der uns seit dem Sep- tempeber 1939 aufgezwungen worden war, deutlicher zu werden. Denn dieser Krieg trug nicht mehr die Merkmale der von früher her gewohnten inner­europäischen Auseinandersetzungen in sich.. In zu­nehmendem Maße begann sich der Eindruck zu ver­tiefen, daß man diesem geschichtlichen Ringen über­haupt nicht mit den Gründen der üblichen oder auch nur vernünftig gesehenen Interessen der einzelnen Länder gerecht wird, sondern daß es sich dabei um eine jener elementaren Auseinandersetzungen

handelt, die indem sie die Welt offen in Jahrtausenden einmal erschüttert das J a h r - tausend eines neuen Zeitabschnittes einleiten. Viele der dabei auftretenden geschicht­lichen Erscheinungen sind sich des tiefsten Auf­trages und Sinnes ihres Handelns so wenig be­wußt, wie es der kleine Soldat zu sein vermag im Rahmen einer großen militärischen Operation. Auch sind die Zeiträume solcher eruptiver Epochen so groß, daß das einzelne menschliche Leben nur zu leicht den Zusammenhang oder gar die Bedeutung seines Einsatzes im Veryältnis zum Ablauf des ge­samten Geschehens verkannt. Aber trotzdem sind auch da, wo scheinbar der Sinn und Nutzen eines solchen, die Völker oder gar Kontinente erschütternden Pro­zesses nicht zu sehen ist, Nutznießer vorhanden. Viele glaubten deshalb zu treiben und sind selbst nur die Getriebenen, und andere wollen schlagen und sind am Ende die Geschlagenen.

Als am 3. September 1939 nach endlosen deutschen Friedensbemühungen dem neuen Reiche die Kriegs­erklärungen Frankreichs und Englands überreicht worden waren, nachdem diese Staaten durch die Ausstellung einer Blankovollmacht zunächst Polen als auslösende Kraft vorgestoßen hatten, mußte man wohl an der Vernunft einer Welt verzweifeln, die scheinbar ohne jeden Grund statt das Unglück eines solchen wahnsinnigen Krieges zu meiden, die Katastrophe förmlich herbeizwang.

Nun wissen wir alle, daß seit der inneren stäat-