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720 paar Pantoffel!

gfs. 720 Paar Pantoffel, das ist doch eine Sache, und dies in einer Woche. Wie dankbar find unsere Soldaten im Reservelazarett, daß das Deutsche Fra-uenwerk ihnen durch diese Sendung so richtig geholfen hat. Aber bei den 720 Paar allein bleibt es gar nicht. Kleinere Mengen werden immer wie­der in die Lazarette gebracht, und jetzt brauchen wir erst recht wieder Pantoffel. Wie gut ist es da, daß so viele Frauen bereit sind, zu helfen und nun regelmäßig in die Nähstuben kommen. Denn dort gibt es ja nicht nur Pantoffel zu nähen, auch die Soldatensocken mässen geflickt werden, und was ha­ben die für Löcher und wie viele sind es immer! Auch die Flickbeutel unserer überlasteten Haus- und Landfrauen müssen in Ordnung gebracht werden. Es gibt für viele fleißige Hände zu tun. Dafür ha­ben wir aber jetzt auch unsere Einsaßkarten, und jeden Monat wird jeder Hilfe bescheinigt, was sie geleistet hat. Die Art der Hilfe'ist sehr vielseitig. Da gilt es im Lazarett Gemüse zu putzen und auch einmal gemeinsam mit den Soldaten Kartoffeln zu schälen, Nachbarschaftshilfe wird bei einer Kranken gebraucht, beim Markenkleben wird den Kaufleuten geholfen usw. Jeder Einsatz aber bringt innere Be­friedigung, denn was in unseren Kräften steht, das wollen wir beitragen zum Gelingen des Ganzen.

Oie neue Wochenschau.

Die neue Wochenschau zeigt einige kurze Sze­nen von der begeisterten Ausnahme, die Reichsmi­nister Dr. Goebbels in den Hauptstädten der Donau-Gaue fand.

Von den Aufnahmen aus den einzelnen Abschnit­ten fesseln diesmal besonders Bilder von der Afrikafront, und zwar sind sie im wesent­lichen der Luftwaffe gewidmet. Man bekommt den Eindruck, Bilder von einer Riesenexpedition zu sehen, eine große Familie setzt sich durch in einem Raum, der ihr nicht wohl will, den Sandstürme überziehen und brennende Sonne drückt. Die Unbill aber macht das Band der Menschen untereinander fester. Man sieht dies im Filmbild an der Gleich­artigkeit der Bewegungen aller, die sich gegen den fliegenden Sand verteidigen. Es gibt auch drama­tische Szenen in dieser Wochenschau: wenn etwa ein britisches Torpedoflugzeug im Tiefangriff einen durch italienische Seestreitkräfte stark gesicherten Ge- leitzug angreift.

Im klaren Gegensatz zu dem heftigen Ablauf der Kampsszenen stehen die ruhigen Bilder aus dem F ü h r e r h a u p t q u a r t i e r. Unausgesprochen wird es hier einmal deutlich, daß das deutsche Volk unendliches Vertrauen zu seiner militärischen Füh­rung haben kann. Bei uns, so sprechen diese Bilder, werden milttärische Ereignisse nicht improvisiert, nicht von Feuerköpfen oder Dilettanten in unruhi­gem Hin und Her einmal hier, einmal dort ins Le­ben gerufen, bei,uns wird alles, was berechenbar ist, aufs Genaueste festgelegt, durch die überlegene Planung des Genies. So ist auch das Führerhaupt­quartier der würdigste Ort für die Ehrungen der Helden dieses Krieges, von denen wir die Ueber- reichung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz für Feld­webel K ö p p e n durch den Führer miterleben.

H. H. G.

Derduvkelungszelk:

27. März von 20.46 bis 6.38 Uhr.

Todes- Anzeige.

Nach langem Leiden verschied unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater

Herr August Strack

im Alter von nahezu 55 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Amalie Strack, geb. Ehrlenbach. Gießen (Bahnhofstr. 66 I), den 26. März 1942. Die Trauerfeier fand auf Wunsch in aller Stille statt. _______________

Mit den Angehörigen trauert auc führung und Gefolgschaft der "Mattil, Frankfurt a. M.

i die Betriebs- Firma Adolf

Nach längerem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied für uns doch "un­erwartet unser lieber, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Werkmeister Herr Johannes Opfer

im Alter von 58 Jahren.

In tiefer Trauer:

Friedrich Brück und Frau Erna, geb. Opfer

Feldwebel Hans Opfer nebst allen Verwandten.

Heuchelheim und im Felde, den 26. März 1942.

Die Beerdigung findet Samstag, den 28. März, 14 Uhr, in Kinzenbach statt.

01348

Statt Karten! Danksagung.

Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust, den wir durch den Heldentod meines über alles geliebten, unvergeßlichen ManneS, des lieben, treusorgenden Vaters seines Kindes, Schwiegersohnes, Schwagers und Paten Paul Feuser, Soldat in einer Flak-Abteilung, erlitten haben, sagen wir allen auf diesem Wege in­nigsten Dank. Gleichzeitig danken wir der Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Karl Becker II.

In tiefer Trauer:

Elli Feuser, geb. Weil, u. Sohn Friedel nebst allen Angehörigen.

Gleiberg, im März 1942.

- _________________________01346

TAG DER WEHRMACHT

AM 28.UND29.MARZ.1942

4IE (TOMEN HEUTE AUF EIN ÄNDERE« DEUTSCHLAND AU ÄUF DAS DEUTSCH­LAND VON EINST

OED FÜHRER am S014] 1

DA15

Der Lohnssop gilt auch für die Hauswirtschaft.

NSG. Der Äeichstteuhänder der Arbeiter für das Wirtschaftsgebiet Hessen hat in seinen Amtlichen Mitteilungen vom 25. März 1942 folgenden Hin­weis veröffentlicht, der alle Haushaltungen, in denen Hausgehilfinnen beschäftigt werden, angeht:

Nach meinen Feststellungen stellen Hausgehilfin­nen häufig überhöhte Lohnforderungen, auf die auch wiederholt Hausfrauen ohne weiteres einge­gangen sind. Andere Hausfrauen haben von sich aus den Hausgehilfinnen überhöhte Löhne ange­boten und bezahlt. Ferner ist mir bekannt gewor­den, daß Haushaltungen, die eine Hausgehilfin suchten, von sich aus die Zahlung einerAusstat- tungshilse" zugesagt haben, wie sie nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen von Reichs wegen für Hausgehilfinnen in kinderreichen Familien vorge­sehen ist.

Ich nehme diese Feststellungen zum Anlaß, darauf hinzuweisen, daß der allgemeine Lohnstop sich auch auf das Hauswirtschaftspersonal erstreckt. Danach ist die eigenmächtige Erhöhung von Löhnen nicht zulässig. Zu jeder Lohnveränderung ist meine Ge­nehmigung ei'nzuholen. Auch neu eingestellten Haus­gehilfinnen dürfen keine höheren Löhne gezahlt

werden, als sie vergleichbare Hausgehilfinnen im gleichen Haushalt bzw. ortsüblicherweise am 16. Ok­tober 1939 (dem Tage des Inkrafttretens des Lohn­stops) erhalten haben. Was ortsüblich ist, ergibt sich aus meinen Richtlinien für die Arbeitsverhält­nisse der in Privathaushalten als Hausgehilfin und Hausangestellte beschäftigten Volksgenossen, die in meinenAmtlichen Mitteilungen" vom 25.3.1942 veröffentlicht und im übrigen bei jeder Dienststelle der deutschen Arbeitsfront erhältlich sind. Es ist also unzulässig, bei Neueinstellungen höhere Löhne oder früher nicht übliche Zuwendungen zuzusagen. Die Bestimmungen des Lohnftops sind durch stärk­sten Strafschutz gesichert.

Ich habe meine Beauftragten angewiesen, durch Stichproben festzustellen, ob die Haushaltungen den Bestimmungen des Lohnftops nachkommen. Bei Ver­stößen werden die gesetzlichen Strafmaßnahmen zur Anwendung gelangen. Sofern Zweifel über die rich­tige Höhe des Lohnes, bestehen sowie vor Vornahme von Lohnveränderungen haben die Haushaltungen daher einen entsprechenden Antrag an den Leiter des zustäMgen Arbeitsamtes als Beauftragten des Reichstreuhänders der Arbeit zu richten.

Gin Regiment und fein Führer.

Von Kriegsberichter Heinrich Schindler. *

Fahne heften. Zu Beginn der großen Herbstoffen- sive kann das Regiment Wiese in einem geradezu klassischen Cinkreisungsunternehmen bei Beloj starke feindliche Kräfte vernichtend schlagen, Hun­derte von Feldstellungen einnehmen und 500 Ge­fangene mit zwei Bataillonskommandeuren ein­bringen. Im siegreichen Vormarsch folgen heftige und erbitterte Kämpfe in den Wäldern westlich von Szytschewka und im weiteren Vormarsch in den Waldgebieten von Rschew und S t a r i z z a. Durch schneidige und ausgezeichnet angelegte An­griffe gelingt es^ immer wieder, den Gegner aus seinen Stellung^ zu vertreiben.

Im Januar 1942 ist das Regiment Wiese bei K... als Divisionsnachhut eingesetzt. Die Division ist von einer starken Uebermacht des Gegners hart bedrängt und hat sich in der sogenanntenKönigs­berg-Stellung" festgesetzt, gegen die die Sowjets immer wieder anstürmen. Das Regiment Wiese wird als Divisionsnachhut vom Gegner einge­schlossen. Der Entschlußkraft seines Kommandeurs und seiner persönlichen soldatischen Tapferkeit ist es zu danken, daß das Infanterie-Regiment im un­widerstehlichen Ansturm die feindliche Um­kreisung durchbrechen und nach Erfüllung er Aufgabe als Divisionsnachhut in den befoh- enen Abschnitt geführt werden kann. Die gesamte Lage der Division war an diesem Tage von der aufopfernden Haltung des Regiments Wiese maß­gebend beeinflußt worden.

Durch das Wald- und Steppengebiet der Wolga, westlich von Rschew, zieht eine Division der Sowjets nach der anderen gegen Norden und Nord­westen. Mehrere Divisionen mit einem ungeheuren Aufgebot an Geschützen und Fahrzeugen aller Art stoßen über dfe sogenannteRussenstraße." in die Wälder qnd versuchen Anschluß an Teile der bol­schewistischen Nordarmee zu bekommen. Im Ver-

(PK.) Der Führer hat dem Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Oberst F r i e d r i ch W le s e, das Ritterkreuz zum: Eisernen Kreuz und das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.

Oberst Friedrichs-Wiese, der am 5. Dezember 1892 in Nordhastedt (Süddithmarschen) geboren wurde, trat im August 1914 als Kriegsfreiwilliger ein und hat sich während des Weltkrieges als Offi­zier der Infanterie-Regimenter 84, 65, 147, 437 und 374 in den Kämpfen in Frankreich und Rußland be­währt, gehörte vom Januar bis August 1919 der Eisernen Division des Freiwilligenbataillons Kur­land an, mit dem er sämtliche Kämpfe im Baltikum mitmachte. Von Oktober 1919 bis Oktober 1935 war er als Polizeioffizier bei der Polizeibehörde in Hamburg tätig. Seit Oktober 1935 wieder im aktiven' Wehrdienst, wurde er zum Major, 1938 zum Oberstleutnant und 1941 zum Oberst befördert. An der Spitze seines Infanterie-Regiments nahm^er 1939 an den Vorfeldkämpfen zwischen Mosel ühd Rhein teil, an dem Vormarsch durch Luxemburg, Belgien und Nordfrankreich, und zeichnete sich mit seinem Regiment im Mai und Juni 1940 besonders bei den Abwehrkämpfen um den Brückenkopf.von Amiens und den Kämpfen an der Somme, wärts von Amiens aus. Das Regiment nah ner an dem Durchbruch der Weygand-Linie teil,___

Kämpfen um die Pariser Schutzstellung und der Einnahme von Paris. Dann führte Oberst Wiese sein Regiment in den Verfolgungskämpfen bis zur Loire und deren Uebergang, war an der Besetzung Südfrankreichs beteiligt und übernahm bis Mai 1941 Küstenschutz an der französischen Kanalküste.

Seit den ersten Tagen des Ostfeldzuges steht das Regiment Wiese im Kampf gegen die Sowjets. Wo immer die Hamburger und Westfalen eingesetzt wer­den, besonders aber in den Kämpfen der Düna- Front bei Jlino, können sie Sieg um Sieg an ihre

bande einer Division gelingt es dem Regiment Wiese, diese starken feindlichen Kräfte einzukreisen. Vom 7. bis zum 23. Januar zieht sich der Ring unserer Infanterie immer enger um den Feind, und dann beginnt ein zäher und erbitterter Kampf um jedes Waldstück, jede Anhöhe, jedes Dorf. Der Feind versucht mit aller Gewalt, aus dem Kessel auszubrechen, Tag und Nacht toben die Kämpfe. Was die Männer stündlich im Einsatz leisten, was sie, oft tagelang im Freien liegend, durch rasch ge» baute Schneebunker notdürftig geschützt, an Opfern und Entbehrungen auf sich nehmen, übersteigt alle Begriffe. Mit einem blinden Fanatismus und dem Einsatz aller ihrer Mittel rennen die Sowjets immer wieder gegen unsere Stellungen an, feuern aus allen Rohren heraus, was sich noch in ihren Muni« tionslagern befindet, und in die Erdkämpfe dröhnt das Donnern der Flugzeuge und das Krachen ber­stender Bomben. Hier siegen der überlegene Weit­blick des Truppenführers, die ruhigen Nerven, die mutige Entschlossenheit und die Zähigkeit unserer Männer über die Uebermacht und verzweifelte Wut des Feindes. Von Tag zu Tag wird der Lage der Sowjets aussichtsloser, und als es gelingt, den Kessel zu räumen, kann das Regiment Wiese neben 800 toten Sowjets 500 Gefangene melden und als Beute 37 Panzer, 43 Geschütze aller Kaliber, etwa 70 Ma­schinengewehre und eine Unzahl an Fahrzeugen.

Tatkraft und Entschlossenheit zeichnen nicht nur den Regimentskommandeur aus, sie bestimmen das hat man gerade in den Kämpfen der letztetr Tage gesehen auch das soldatische Handeln seiner Offiziere und Infanteristen. Wenn der Führer durch die Verleihung des Ritterkreuzes an Oberst Wiese einen tapferen und erfolgreichen Offizier ehrte, dann hat er damit auch die Leistungen eines Regiments hervorgehoben, das für und mit feinem Komman» deur, wie man zu sagen pflegt, durch dick und dünn geht.

** Silberne Hochzeit. Das Ehepaar Hans P e ch e r und Frau Anna, geb. Sorg, Roonsttaße 26 wohnhaft, kann am morgigen Samstag, 28. März, das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jus belpaar mich unseren herzlichen Glückwunsch.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

L. in G. Die durch Maßnahmen des Vermieters in Ihrer Wohnung bedingte außergewöhnliche Fliegenplage könnte geeignet sein, die von Ihnen gemietete Wohnung in ihrer Tauglichkeit im Sinne des § 537 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu mildern. Nach diesen Bestimmungen hätten Sie das Recht, einen der Minderung entsprechenden Abzug an der Miete während der Dauer der verminderten Taug­lichkeit zu machen. Sie müssen sich aber darüber klar sein, daß Sie, wenn es deswegen zu einem Prozeß käme, beweisen müßten, daß die Fliegen­plage durch den Vermieter verschuldet ist und daß sie derart ist, daß sie wirklich eine Minderung des Wertes der Wohnung zur Folge hat.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt ©teilen, Provinz, Wirtichaft und Sport: Ernst Blumjchetn.

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