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Gegen Mißbrauch der Nationen
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Britische Bombenwürfe auf einige Orte Norddeutschlands.
Berlin, 27.Jan. (D71B. Junffprud).) Jn der jtadjt jurn 27.1. warfen brilifche AI ng,enge Bomben auf einige Otte in Jtorb6eut|<f)lani>, die Ge- bindeschaden oerutfadjlen. Die Zivilbevölkerung bette einige Betlufle an Toten und Bertehten. Einreine Bomber gelangten bis in die w e i t e r e U m - gebung der Reich-Hauptstadt, ohne dah e, hier zu Bombenwürfen kam. Rach bisher vorliegenden Meldungen wurden drei britifche Bombenflugzeuge abgefchoffen.
Neuer Befehlshaber für Malta.
diese Ware nicht nach seinem Belieben verkaufen oder gar als Lauschware verwenden. Verstöße gegen alle diese Gebote sind mit Gefängnis und unbeschränkter Geldstrafe bedroht.
Für den D e rb r a uch e r ist beachtenswert: Die Verantwortung des Verbrauchers für das Funktionieren der Verbrauchsregelung ist geringer als die des Erzeugers, Verarbeiters oder Händlers. Deshalb sind die Regelfälle der Zuwiderhandlungen der Verbraucher im Gegensatz zu denen der Gewerbe- treibenden nur als Uebertretungen gewertet und mit Geldstrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft bedroht. Es steht jedem nur die ihm zugeteilte Bezugskarte oder der für ihn ausgestellte Bezugschein zu. Das Ueberlassen einer solchen Bezugsberechtigung an Dritte ist in der Verbrauchsregelungs-Strafverordnung nur dann mit Strafe bedroht, wenn es in der Absicht geschieht, sich zu bereichern. Es bleibt also, so erklärt der Referent, dabei, daß die schenkweile Ueberlassung von Bezugsavschnitten seitens eines Verbrauchers an einen anderen Verbraucher nicht mit Strafe bedroht ist. Gäste in einer Gastwirt- schäft oder Nachbarn, die einander mit einigen Mar- ken aushelfen, oder der Vater, der seine Bezugs- berecbtiaung -für Schokolade einem Angehörigen überläßt, sind nicht strafbar. Allerdings hat auch hier die Straflosigkeit Grenzen. Handelt es sich z. B. um die unentgeltliche Ueberlasiuna einer ganzen Bezugskarte, insbesondere einer Kleiderkarte oder eines beträchtlichen Teils der Teilabschnitte, so ist die Ausnutzung durch einen Dritten als dem Gedanken der Verbrauchsregelung ^uwiderlanfend rechtswidrig. Bleibt auch der unenrgeltliche Geber einer ganzen Be^ugskarte straflos, so ist doch der Empfänger, der sie verwertet, strafbar, da eine so weitgehende Vergrößerung der Berbrauchsrate durch Privatabrede nicht geduldet werden kann.
und welches Kind ließe sich nicht von der fchauri- h?n Geschichte des Paulinchen mit den Schwefel- !>ölzern, vom kohlpechrabenschwarzen Mohr, vom Daumenlutscher, vom Suppenkaspar, vom Zappel- Philipp, vom fliegenden Robert oder vom Hans Guck-in-die-Luft zutiefst beeindrucken?
Am kommenden Wochenende werden Klein und Groß mit all diesen Gestalten ein fröhliches Wiederehen feiern! Anläßlich der 5. Reichsstraßensamm-' jung werden sie in Ton geformt und bunt bemalt
eingestehen: keinen, der aus fernen E.R.
Aus der Stadt Gießen
Begegnung mit dem Struwwelpeter.
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Ball und Kammin waren über das Ergebnis dieser Vernehmung zwar ein wenig erstaunt, weil sie nicht ahnen konnten, daß es sich nur um Einbrüche handele, aber deshalb nicht weniger zufrieden, weil die Aufdeckung eines Verbrechens gelungen war, das vor Jahren erhebliches Aufsehen erregt hatte.
„Gott sei Dank, diese schmutzige Arbeit ift zu Ende", seufzte der Kriminaldirektor auf und erhob sich von seinem Stuhl.
„Schmutzig ja, aber auch reinigend", brummte Kammin. „Darf ich den Herren Kobelt und Kaspar Bescheid geben? Sie sind derart interessiert an diesen Dingen, daß es wohl berechtigt ist."
„Ja", sagte Doktor Ball. „Ich habe nichts dagegen. Aber ehrlich, lieber Kammin. Wollen Sie nur Herrn Kobelt", er betonte das Wort Herrn, „unterrichten oder auch noch jemand anders? Ich habe so etwas läuten gehört und ich bin eigentlich enttäuscht, daß Sie mir die Möglichkeit genommen haben, Ihnen als erster zu gratulieren."
„Ah, wissen Sie schon?" Kammin war erstaunt und wurde leicht verlegen. „Die offizielle Bekanntgabe meiner Verlobung erfolgt erst am Sonntag.'
„Tut nichts. Wir stehen ja nicht nur in einem offiziellen Verhältnis zueinander, sondern auch in einem kameradschaftlichen. Zur Strafe habe ich eine Bedingung. Sie rufen jetzt die Herren Kaspar und Kobelt an und bitten sie, uns in einer halben Stunde im Hause Kobelt zu erwarten. Und ich gehe mit."
Michel räusperte sich. „Was haben Sie, Crusius?" wurde er von Doktor Ball gefragt.
„Darf ich meine Braut, ich meine Fräulein Eberhard und ihren Bruder in Kenntnis setzen?"
Nee, mein Lieber. Ihre Braut kann Herr Kobelt gleich mit zu seiner Wohnung nehmen, und Herrn Eberhard lassen wir Bescheid sagen. Dann haben wir alle Beteiligten zusammen." „
„Ich danke Ihnen, Herr Krimmaldirektor , sagte Michel fröhlich und nahm eine stramme Haltung em.
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Unsere Abbildung zeigt die Gestallen aus dem Märchenbuch, das der Arzt Dr. Heinrich Hoffmann im Jahre 1844 seinen Kindern unter den Weihnachtsbaum legte und damit eine neue Art von Bilderbüchern schuf. Die Abzeichen stammen aus Karlsruhe, Bitburg in der Eifel, Limburg an der Lahn, Hamburg, Mengersgereuth in Thüringen,
Wien, Gmunden und Mürzzuschlag.
(Scherl-Bilderdienst- fNSD.°Bildarchiv°j M.)
„Sieh einmal, hier steht er, pfui, der Struwwelpeter! An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden seine Nägel fast ein Jahr; kämmen ließ er nicht sein Haar. Pfui, da ruft ein jeder: Garst'ger Struwwelpeter!"
Wem von uns wären jene Verse aus der Kinderzeit nicht unauslöschlich im Gedächtnis haften ge- blieben? Und wem von uns würde beim Lesen jener Zeilen nicht sofort die ganze Fülle jener Gestalten vors Auge rücken, die der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann in seinem unsterblich gewordenen Kinderbuch beschworen hat?
„Der Friederich, der Friederich, das war ein arger Wüterich! Er fing die Fliegen in dem Haus und riß ihnen die Flügel aus Er schlug die Stühl und Vögel tot, die Katzen litten große Not.
Und höre nur, wie bös er war: Er peitschte seine Gretchen gar!"
Viele dieser und ähnlicher Verse seiner Feder sind heute als geflügelte Worte in den Dolksmund ein- gegangen. Seine Gestalten, die aus Geist und feinstem Humor geboren wurden, sind weit über die Grenzen des Reiches hinaus populär geworden. Selbst der Erwachsene wird beim Blättern in dem Struwwelpeterbuch immer wieder in den Bann dieser Verse und Zeichnungen gezogen, die dieser geniale Arzt und Kinderfreund für seinen fleinen Sohn schrieb und zeichnete, und die ihren Ursprung vielfach am Krankenbett seiner kleinen, ungeduldigen Patienten fanden, die er mit diesen Dingen zu besänftigen und zu beschäftigen suchte, keineswegs ahnend, daß einmal Generation um Generation mit diesem köstlichsten aller Kinderbücher groß werden würde. Heinrich Hoffmann hatte es begriffen: Ein Kind muß schauen und sehen können. Trockene Moralpredigten bleiben im kindlichen Gemüt nur schwer haften. Eine kleine bebilderte Historie in- dessen vermag alles: Sie füllt die Phantasie aus,
In dem großen Herrenzimmer des Hauses Kobelt fanden sich um die Dämmerstunde nach und nach die beiden Fabrikanten, die drei Herren der Kri- minalpolizei, Karla Kobelt, Bärbel Eberhard und ihr Bruder Kurt ein. Sobald alle beisammen waren, forderte Kriminaldirektor Doktor Ball seinen Nachbarn Kammin auf, Bericht zu erstatten Der Kommissar tat es mit Behaaen und schmückte die lange Erzählung mit mancherlei Bemerkungen aus»
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liebigen Tabakwarenverkaufsstelle des Reichs einschließlich der Gaststätten und Kantinen berechtigt. Frauen über 25 Jahre wird eine Kontrollkarte F auf Antrag ausaehändigt, die mit der Hälfte der Tagesabschnitte Der Kontrollkarte ausgestattet ist. Soldaten in der Heimat erhalten durch ihre Wehrmachtsdienststellen ebenfalls eine M-Äarte zum Einkauf in Wehrmachtskantinen oder einer beliebigen Tabakwarenverkaufsstelle. Fronturlauber erhalt ten einen besonderen Kontrollausweis auf Grund ihres Urlaubsscheins von den Dienststellen, die für die Ausgabe der Ernährungskarte zuständig sind.
Durch die allgemein verbindliche Einführung ber Kontrollkarte wird eine gleichmäßige Verteilung der für den Bedarf der Bevölkerung zur Verfügung stehenden Tabakwaren herbe:gefüyrt. Ein besonderer Vorteil der Kontrollkarte ist dabei, daß der Verbraucher nicht für den Bezug von Tabakwaren an eine bestimmte Verkaufsstelle gebunden ift, und daß er, soweit die Bestände im Einzelhandel jeweils reichen, sich auch für einen längeren Zeitabschnitt unter Hingabe der Kontrollmarken eindecken kann. Ein Dorgriffsrecht ist vorerst bis zu einem Monat gestattet, sofern eine regelmäßig laufende Tabakwarenabgabe der Verkaufsstellen gewährleistet ist. Nicht ausgenutzte Tagesabschnitte verfallen mit Ausnahme der jeweils beiden letzten Abschnitte. Irgendein Anspruch auf Belieferung mit Tabakwaren besteht nicht.
Derbrauchsregelung.
Für die Gewerbetreibenden ist nach der Neuordnung besonders folgendes zu beachten: Das Grundgebot ber Derbrauchsregelung ist bie Beschränkung bes Versorgungsberechtigten auf bie ihm zuzuteilenben Güter. Weiß ber Gewerbetreibende, daß der Kunde über eine ihm nicht zustehende Bescheinigung verfügt, oder rechnet er damit, und gibt er gleichwohl Ware an den Kunden ab, so wird er wegen Beihilfe bestraft. Ein Dieb bezugsbeschränkter Erzeugnisse kann regelmäßig auch in Tateinheit wegen Verstoßes gegen die Derbrauchsregelung — und damit in jebem Falle ausreichend schwer — bestraft werden. Ein wichtiger Fall des strafwürdigen Abgehens oder Beziehens ohne Bescheinigung ist das viel erörterte „Vertauschen" bezugsbeschränkter Ware unter Gewerbetteibenden. Der Kolonialwarenhändler z. B., der gegen Abgabe -bezugsbeschränkter Lebensmittel etwa ein Paar jSchuhe eintauscht, bezieht letztere ohne Bezugschein und gibt erstere ohne Marken ab. Er wird mit Gefängnis und Geldstrafe in unbegrenzter Höhe bedroht. Das gilt auch, wenn nur die Ware der einen Tauschpartei bezugsbeschränkt ist. Ein solches Verfahren ist in hohem Maße verwerflich. Es kann daher eine Bestrafung unter Umständen auch nach der Dolksschädlingsverordnung erfolgen. Wird auf beiden Seiten Mangelware getauscht, die nicht be= zugsbeschränkt ist, dann kann Bestrafung nach der Kriegswirtschaftsverordnung wegen Zurückhaltens erfolgen. Auch bie schenkweise Abgabe bezugsbeschränkter Ware ohne Bescheinigung durch den Ge- werbetteibenden und die Annahme einer solchen Schenkung sind strafbar. Hat ein Händler den Bestellschein angenommen, der Kohlenhändler z. B. einen Kunden in sein« Kohlenliste eingetragen, so hat der Kunde Anspruch auf Belieferung im
„Einen Fehler hat dieser überschlaue Bursche doch begangen", grinste er zufrieden. „Wenn er nicht zugegeben hätte, daß er Herrn Wand mit einem Gummiknüpvel niedergeschlagen, bie Pläne geraubt unb zum Schluß eine Zündschnur an bas Fläschchen mit Nitroglyzerin gelegt hat, wäre ihm ber Mord vielleicht nie nachzuweisen gewesen. Aber ein bißchen Glück müssen Kriminalbeamte ja auch haben, zumal wenn sie von einem schlauen Mädchen wie Aenne Barkow derart an der Nase herumgeführt worden sind."
„Ich kratze meine Ersparnisse zusammen und lege mich ein halbes Jahr krumm", verkündete in das eingetretene Stillschweigen hinein Kurt Eberhard. „Fräulein Barkow soll einen guten Verteidiger haben."
„Das ist meine Sache", erklärte Kaspar betont „Mir tut sie leid. Ich war immer zufrieden mit ihr und kann ihr auch jetzt nicht böse fein, obwohl sie meine Firma geschädigt hat."
„Unsinn, Herr Kaspar." Kammin war ganz aufgebracht. „Wenn Sie nur persönlich geschädigt wären, mürbe ich Ihnen vielleicht zustimmen. Aber es handelt sich in diesem Fall um mehr als bie Schäbigung einer Privatfirma."
„Hoffentlich sind Sie in Ihrem Privatleben nicht ebenso unduldsam wie als Beamter", schmunzelte Doktor Ball. „Sonst dürfte es schwer sein, mit Ihnen eine glückliche Ehe zu führen." Dabei blinzelte er Karla Kobelt fröhlich zu.
„Sie wissen schon?" Karla war keine Spur ver- legen. „Ich werde diesen Bären schon zahm kriegen.
„Oho!" protestierte Theo Kammin.
„Nicht oho", mahnte Doktor Ball. „Es gereicht keinem Manne zum Schaden, wenn er sich von einer klugen Frau ein wenig führen läßt. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Das gilt auch für Sie, Erusms. Herr Kammin und Sie haben ausnehmend gut ge- wühlt. So,bst ich olter Fuchs in fBerbreJerfragcn muß anerkennen, daß Frauenahnung logische lieber- legungen manchmal übertrumpft.
„Siehst du!" ttiumphierte Karla. ,Menn wir hübsch Zusammenarbeiten, wirst du noch der beste Kriminalkommissar, den es zur Zeit gibt.
„Ich qebe mich qefd)tagcn.' Theo Kammin legt- fein Gesicht in bekümmerte Falten. „Du wirst bas Regiment nicht nur zu Hause, fonbern auch m meinem Büro führen." Herzliches Gelachter war die Mnhnnrt, und alle drängten sich gluckwünschend um die beiden.
DND. Trotz des Ausfalls erheblicher überseeischer Rohtabakzufuhren hielt sich bie Probuktion von Tabakwaren bisher im Durchschnitt noch auf ber Frie- denshöhe. Wenn gleichwohl gewisse Spannungen und Ungleichheiten in der Versorgung eingetrete» sind, so lagen diese in der allgemein gesteigerten Nachfrage, in der bevorzugten Versorgung der Wehrmacht, in den Transportschwierigkeiten ber Erzeugungsländer und in einer in zunehmendem Maße zu beobachtenden Vorratsoersorgung der Raucherkreise begrünbet. Zur Beseitigung der eine geordnete Versorgung gefährdenden Erscheinungen hatte das Reichswirtschaftsministerium im September v. I. im Verwaltungswege gewisse Richtlinien für den Fall der Einführung einer Derbrauchsregelung gegeben.
Die guten Erfahrungen, die in mehreren Bezirken bes Reichs mit ber auf Grunb ber Richtlinien eingeführten Einkaufskontrollkarte für Raucher gemacht wurden, haben den Reichswirtschafts- Minister veranlaßt, nunmehr einheitliche Kontrollkarten u. K o n t r o l l a u s w e i s e für den Einkauf von Tabakwaren ver- binblich für bas Reichsgebiet einzufüh- reu (Anordnung vom 7. Januar 1942, veröffentlicht im Deutschen Reichsanzeiger unb Preußischen Staatsanzeiger Nr. 21 vom 26. Januar 1942). Hiernach erhalten Männer über 18 Jahre auf Antrag eine Kontrollkarte M, bie mit Tagesabschnitten versehen ist und zum täglichen Einkauf in einer be=
allenthalben vom Reichsluftschutzbund zum Verkauf angeboten werden. Wieder einmal haben sich originelle Gedanken in Verbindung mit gutem Geschmack In Öen Dienst des großen Kriegswinterhilfswerkes gestellt. Die Kinder werden ihre Freude an den lustigen Figuren haben, und wir — Hand aufs Herz — wir dürfen es ganz ruhig Auch unter uns Erwachsenen gibt es sich nicht auch auf diese Begegnung Kindertagen mitfreute!
Explosion inRaumS
Roman von H.G. Hansen
CepyrffM by Proeetheea-Verfag Dr.Eldiedter, Grebenxefl b.Mln*e*
(Schluß.)
Meinen Widerstand konnte er erst nach langer Zeit brechen. Er malte mir aus, wie es mir ergehen würde, wenn er mich bei ber Polizei wegen der Leipziger Unterschlagungen anzeige, und schob meinen Einwand, daß er bann selbst mit hereinsalle, baburd) beiseite, daß er mir versicherte, er habe gute Auslandsbeziehungen, gehe über die Grenze und erstatte bann erst die Anzeige gegen mich. Aus Angst habe ich schließlich nachgegeben ‘ und mir überlegt, daß es für uns kein großer materieller Schaven sei, wenn ein Apparat fortkomme. Ich muhte ihm ein Bild von Herrn Kaspar verschaffen. Außerdem fah er sich Herrn Kaspar auf ber Straße wieberholt an. Dann bereitete er bie erste Maske unb ließ sich von mir sagen, welche Einzelheiten noch verbessert werden wüßten. Herr Kaspar ging bann eines Tages schon um fünf Uhr nach Hause. Ich rief Herrn Eberwein an unb teilte ihm das mit. Kurz vor sechs Uhr kam er in bie Fabrik und wurde überall als Herr Kaspar an» gesehen. Spätabends sagte er mir zufrieden, es habe alles geklappt. Dann reiste er sofort ab.
Geld habe ich dafür niemals von ihm bekommen, unb wenn er welches geschickt hätte, würde ich die Annahme verweigert haben. Fast zwei Jahre lang war er dann wie verschollen. Erst in diesem Frühjahr, ungefähr im März, tauchte er mieber auf. Ich mußte unter dem Druck seiner Drohungen genau so nachgeben wie beim ersten Male. Nur hatte er diesmal eine neue Waffe gegen mich in ber Hanb. Er erzählte mir lachenb, der seinerzeit erbeutete Sprengapparat habe sehr gute Dienste geleistet. Er wolle mir nicht verhehlen, baß er mit einem an- deren Mann« zusammenarbeite, und zwar bei schweren Einbrüchen. Mit dem im Zimmer unseres Chefingenieurs entwendeten Apparat hätten sie den Safe einer Bank in Belgien gesprengt unb geleert. Ich war fast krank vor Aufregung, als ich das hörte, unb beschwor ihn, er möchte von solchen Plänen Abstand nehmen. Darauf erhielt ich zur Antwort, das Geschäft lohne sich und ermögliche ihm ein sehr gutes Leben. Dann reiste Eberwein ab und kam, wie angekündigt, im Mai wieder. Genau wie zwei Jahre vorher wurde alles ver-
In Heft 4/42 der Zeitschrift „Deutsches Recht" Rahmen der Zuteilungen. Wenn das Eniährungs- erläutert Ministerialrat Rietzfch vom Reichsjustiz- amt eine Ware nur gegen Vorlage bes H<mshaltS- minifterium die Neuregelung des Strafrechts der ausweifes verteilen laßt, dann darf der Verteiler
einbart. Zunächst ging er in das Zimmer von Herrn Kafpar und dann in die Fabrik. Wie er im einzelnen alles angestellt hat, weiß ich nicht.
Ich ging viertel vor sieben Uhr nach Hause und hörte erst am nächsten Morgen von der Explosion. Zuerst war ich einfach entsetzt. Meine Vermutung ging dahin, daß nicht nur Herr Wand, sondern auch Herr Eberwein bei ber Explosion ums Leben ge- kommen sei. Nach unb nach erfuhr ich bann bie Einzelheiten, so daß ich ber Überzeugung sein mußte, Herr Wanb sei ermordet worden. Das steigerte mein Entsetzen noch. Als bann bie V er Hand- jung gegen Herrn Möller anberaumt wurde, habe ich mir genau überlegt, was ich tun müsse. Ich sah voraus, daß bie Kriminalpolizei vielleicht dahinter kommen werde, daß ein angeblicher Herr Kaspar noch einmal abends in ber Fabrik gewesen fei, und beschloß nach eingehender Prüfung aller Umstande, so zu hanbeln, wie es bann geschehen ist. Ich sagte vor Gericht miber besseres Wissen aus unb legte bei Ihnen ein Geständnis ab, das frei er unben war, aber wegen der Begleitumstände aufrichtig wirken mußte."
Die drei Beamten sahen sich an. Sie empfanden gleichzeitig Mitleid mit dem Mädchen und Abscheu vor dieser Gemeinschaft mit einem skrupellosen Der- ^Doktor Ball war der einzige, der sich zu einer kurzen Gegenäußerung entschloß. „Man kann vielleicht menschliches Verstehen für Ihre Tat in Leipzig aufbringen. Das Gericht wird sicher auch dieser Meinung sein, Fräulein Barkow. Aber Sie hatten unter keinen Umständen dem Erpresser nachgeben Öl$as Mädchen begann still zu meinen. Sie unter- schrieb das Protokoll mit zitternder Hand und ließ ^Jetzt wollen wir uns diesen Burschen einmal vor- kn'öpfen", knirschte Kammin. „Gnade Gott ihm, wenn er weiter bestreitet!"
Diesmal nahm die Vernehmung einen ganz anderen Verlauf. Ehe eine Stunde vergangen war, waren auch die letzten Fragen geklärt. Siegmund Eberwein brach unter der Last des Beweismaterials zusammen und gestand. Mit dem bei Wand ge- stohlenen Apparat sollte eine sorgfältig vorbereitete Aktion gegen eine schweizerische Bank unternommen werden, die jetzt unmöglich gemacht worden war, zumal Eberwein bie Frage nach dem Namen unb dem Aufenthalt feines Komplicen rückhalklos beantwortete.
Sumatra und Java bis zum 22.Januar 13 feindliche Schiffe mit insgesamt 88 000 BRT. Der- senkt.
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Oie Reichs-Raucherkarte.
Reichseinheitliche Einführung der Kontrollkarte für den Einkauf von Tabak.
Stockholm, 26. Jan. (Europapreß.) Zum neuen Befehlshaber in Malta wurde Vizeadmiral Ralph L e a t h a m ernannt, bisher Befehlshaber ber Seestreitkräfte in Ostindien. Sein Vorgänger in Malta, Vizeadmiral Wilbraham Ford, ist unter Beförderung zum Admiral zum kommandierenden Admiral der Marinestation in Roßte (Schottland) ernannt worden. Es ist anzunehmen, daß der Wechsel auf dem Wunsch beruht, einen jüngeren und tatkräftigeren Mann nach Malta zu setzen.
Kleine politische Nachrichten.
NSG. Die Bezeichnung ber Gruppe 11 des NS. -Fliegerkorps, die die beiden Gaue Hessen-Nassau und Moselland umfaßt, lautet nicht mehr Gruppe 11 (Hessen - Westmark), sondern Gruppe 11 (Hessen-Moselland).
Wenige Wochen nach Ausbruch des Krieges wurde die „N S K K- T r a n s p o r t it anda r t e Speer" ausgestellt. Zur weiteren Verstärkung ber Transportorganisation ist nun auch eine eigene .Transportflotte Speer" ins Leben gerufen worden. Schon heute umfaßt diese Flotte mehrere hundert große Binnenkähne.
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Der Dichter Bruno Brehm sprach jn Sofia in der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft über den deutschen Freiheitskampf im Osten. Dem Vortrag wohnten Außenminister Popoff, Gesandter Beckerle, ber italienische Gesandte Graf Magistrati, und andere Diplomaten sowie bulgarische und deutsche Generäle bei.
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Aus Einladung des Reichsorgcmiiationsleiters Dr. Ley traf ber Kommissar des Zentralverbanbes der niederländischen Gewerkschaften, H. I. Wauden- berg, zu einem mehrtägigen Deutsckanbbesuch in Berlin ein. In Degeitung Woudenberas befinden sich mehrere niederländische Gewerkschaftsführer.
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Der USA -Kongreß bewilligte weitere 17,7 Milliarden Dollar für Roosevelts Kriegsrüftung, hauptsächlich zur Verstärkung ber Marine.
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Barcelona beging im Beisein des Staatschefs den dritten Jahrestag seiner Befreiung von roter Herrschaft. Nach einem Gottesdienst im Kloster von Montserrat und einer Autofahrt durch bie festlich geschmückten katalanischen Ortschaften nahm Gene» ral Franco in Barcelona die Parade über 25 OOO Angehörige ber Wehrmacht, Formationen ber Fa- lange, der Syndikate und ber Polizei ab. Auf ber (Ehrentribüne befanden sich auch Vertreter ber NSDAP, und bes Fascio.
Aus aller Wett.
Oberst a. D. Hayner 75 Jahre alt
In .Kronberg/Taunus vollendete Oberst a. D Hayner fein 75. Lebensjahr. Er gehörte vor dem Weltkrieg dem Infanterieregiment 137 an und fand fünf Jahre Verwendung bei der Schutztruppe in China. Auch in Japan hielt er sich eine Zeitlang auf und war Lehrer ber Hauptkadettenanftalt Ber- lin-Lichterfelde. Im Weltkrieg wurde er an ber Spitze feines Regiments bei Langemarck schwer verwundet. Oberst Hayner ift in Hefsen-Naffau als Wehrmachtsrebner bekannt geworden.


