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192. Jahrgang Nr. 227

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Harte Etraßenkämpfe in Stalingrad

Japanische Ll-Boote im Atlantik

Flotte

Feind

westliche Hälfte des Pazifik, von den Aleuten bis Blatt begrüßt die . in den Indischen Ozean. Die wichtigsten Stützpunkte mentlich angesichts des Feindes, Hongkong, Manila, Singapur und I Jahrestages des Do

in

Dreimächtepaktes.

hat in

Moskaus wachsende Enttäuschung über das Ausbleiben der zweiten Front

Die japanische Kriegsmarine hat in ihrem bis­herigen Kampf gegen die britische und amerikanische Flotte große Erfolge errungen, die sich in entschei­dender Weise strategisch auswirkten. Schon jetzt erstreckt sich der japanische Machtbereich über die

einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm fol­gendes Schreiben übermittelt:3n dankbarer Wür­digung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 126. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichen­laub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

mit für die Mitarbeit in einer Friedensregierung nicht eignet.

Neben Beaverbrooks auffallender Erscheinung verblassen die anderen abgeschobenen Lords aller­dings fast zur völligen Bedeutungslosigkeit. Bor wenigen Wochen wurde die Oeffentlichkeit durch die Verleihung des Hosenbandordens an den Mar­quis von Zetland daran erinnert, daß dieser auch noch am Leben ist. Der Grund für die Ver­leihung ist nicht bekannt geworden. Am wahr­scheinlichsten ist wohl, daß einer der durch Tod frei gewordenen Plätze im Ordenskapitel mit einem Mann ausgefullt werden mußte, der neben hohem Adel auch einige Verdienste in seiner Vergangen­heit aufzuweisen hat. Das alles kann Zetland nicht

Berlin, 25. Sept. (DNB.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht teilt mit:

3m Zuge der gemeinsamen Seekriegführung der Dreierpaktmächte haben japanische Kriegs- s ch i f f e mit den i m A t l a n t i k operierenden Ver­bänden der Achsenstreitkräfte Fühlung ausgenom­men. Nachdem deutsche Seestreitkräfte bereits seit dem Eintreten 3apans in den Krieg mit japanischen Einheiten im 3ndischen Ozean Zusammenarbeiten, ist durch das Erscheinen japanischer ll - v 0 0 t e nun auch erstmalig im Atlantik ein Zusammenwirken auf militärischem Gebiet zustandegekommen. Dieses Ereignis ist in operativer Hinsicht von grundsätzlicher Bedeutung. Eines der japanischen Unterseeboote ist nach einem deutschen Stützpunkt entsandt worden und in- zwischen wieder in sein Operationsgebiet ausge­laufen.

Blatt begrüßt die Bekanngabe dieser Tatsache na- " *'> bes bevorsteherÄen zweiten

OaS Eichenlaub für Oberleutnant Muller.

Berlin, 25. Sept. (DNB.) Der Führer dem Oberleutnant Müller, Staffelkapitän

Guam, sind in japanischer Hand, um eine weitere wichtige Schlüsselstellung des Feindes, Port Mo­resby, das in der Verteidigung Australiens eine Rolle spielt, wird hart gekämpft. So hat die japa­nische Kriegsmarine in den ersten neun Monaten des Krieges in Ostafien und im Pazifik Erfolg auf Erfolg erringen können, auf der ganzen, mehr als 10 000 Kilometer langen Front vom Beringmeer bis an die indische Grenz«. Wichtige Rohstoffge­biete wurden dem Feind entrissen, feine strategischen Stellungen, die er in jahrzehntelanger Arbeit auf- gerichtet hatte, zerschlagen, und der Krieg vor die Tore Indiens, Australiens, und selbst der USA. getragen.

»Kraftvoller Händedruck*

bestritten werden. Als Gouverneur von Bengalen 19171922, vor allem aber als vielseitiger Wissen- senschaftler und Schriftsteller ist er nicht ohne Ver­dienste. Warum aber Baldwin ihn zum Jndien- minister machte und Chamberlain ihn auf diesem Posten beließ, ist heute kaum noch zu verstehen.

Als letzter dieser Lords mit Vergangenheit und ohne Zukunft fei der Earl of Wintert 0 n ge­nannt, der übrigens im Unterhaus fitzt. Sein iri­scher Titel berechtigt nicht zum Sitz im Oberhaus, lieber das Mittelmaß ragt der heute fast Sechzig­jährige nicht hinaus. Eine Rolle spielt er vor allem in den Jahren 1937/39 als Vertreter des im Ober­haus fitzenden Luftfahrtministers. In der Konser­vativen Partei verfügt er jedoch über beträchtliches Ansehen und gilt als einer der gewichtigsten konser­vativen Kritiker Churchills. Eine politische Zukunft würden ihm aber wohl selbst feine Freunde nia, prophezeien.

Lords aus dem Nebengleis

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

Stockholm, 25. Sept. (Europapreß.) Ange­sichts des wachsenden bolschewistischen Druckes auf England und die USA. haben in London die Er­örterungen um eine zweite Front wieder größere Ausmaße angenommen. Hauptrufer nach der Offensive im Westen ist das von Stafford Cripps gegründete WochenblattTribüne", das von der S 0 w j e t b 0 t s ch a f t als Sprachrohr benutzt wird. DieTribüne" widmet der zweiten Front einen längeren Artikel, der sich, wie,das Blatt ausdrücklich betont, aufh 0 ch ft e h e ckd e aus­ländische Quellen" stütze. Sowjetrllßland, so heißt es in diesem Artikel, fürchtet, daß die Offen-- sivmöglichkeiten der Sowjetarmeen gefährlich zu­sammenschrumpfen könnten, wenn es nicht gelinge, innerhalb der allernächsten Zeit die zweite Front in Europa zu errichten. Die Bolschewisten hätten in den Besprechungen zwischen Stalin, Churchill und Harriman wiederum die Forderung einer zweiten Front gestellt, ohne daß es gelungen sei, eine Eini­gung über diesen Punkt zu erzielen. Weder Chur­chill noch Harriman seien in der Lage ge-

eine der Divisionen, die nach bolschewistischen Mel­dungen vor einigen Tagen vollkommen aufgerieben worden sein sollte. Kampf- und Sturzkarnvfflugzeuge zerschlugen in pausenlosen Angriffen bolschewistische Widerstandsnester in den einzelnen Stadtteilen. Schlacht- und Zerstörerflugzeuge griffen bolschewi­stische Panzerstreitkräfte an, die sich im Vorgelände der, deutschen Front festzufetzen versuchten. Dabei wurden 23 vernichtet.

Stockholm, August 1942. 1

Das Oberhaus spielt im Parlament und poli- 1 tischen Leben eine Rolle, die von dem Kontinent nicht immer richtig verstanden wird. Bis zum Re- 1 formgeseß von 1832 war das Oberhaus meistens i der ausschlaggebende Teil des Parlaments. Die : wichtigeren Minister, vor allem der Premier- ' Minister, gehörten häufig dem Oberhaus an. Soweit sie im Unterhaus faßen, waren es in noch viel größerer Zahl als heute die Söhne, Vettern und Neffen der Lords. Mit der Ausdehnung d^s Wahl­rechts auf immer breitere Bevölkerungsschichten ver­schob sich das politische Schwergewicht mehr auf das Unterhaus, doch waren in der Zeit von 1832 bis 1911 unter den Premierministern noch 14 Mitglieder des Oberhauses. In der Victoriani- fchen 2iera, war also die politische Macht ziemlich gleichmäßig zwischen den beiden Häusern verteilt. Das änderte sich 1911 grundlegend, als Lloyd George dem Oberhaus die Mitwirkung an der Finanzgefetzgebung entzog und ihm im übrigen nur ein aufschiebendes Veto zugestand.

Seither besteht die Alleinherrschaft des Unter­hauses, doch läßt sich dieser Begriff nicht starr an- roenben. Streng formal Getrachtet ist der Einfluß des Oberhauses allerdings gering. Tatsächlich ist er immer noch vorhanden. Das aufschiebende Veto ist eine stärkere Waffe, als Lloyd George vielleicht gedacht hatte. Zweimal kann das Oberhaus einen Gesetzentwurf ablehnen, und ehe es zu dem dritten entscheidenden Beschluß des Unterhauses kommt, ist die fünfjährige Lebensdauer des Unterhauses meist vorüber, so daß das Gesetz damit neu ein­gebracht werden muß. Im Unterhaus sitzen dann vielfach ganz andere Männer, während das Ober­haus nur. sehr langsam feine Zusammensetzung und feine Meinung ändert. Bei der Ehescheidungsreform in den Jahren 1936/37 ist dieser Einfluß des Ober­hauses sehr deutlich spürbar gewesen.

Seit 1911 sind mehrfach Versuche gemacht wor­den, das Oberhaus ganz zu beseitigen. Diese Bestrebungen mußten scheitern, solange das Ge- sellschaftsgefüge, welches die Grundlage englischer Politik war, noch fortbestand. Heute, da die Grund­lagen dieses Gefüges erschüttert und teilweise schon beseitigt sind, ist die Frage der Abschaffung des Oberhauses als erbliche Standesvertretung wieder aufgetaucht. Ihre Lösung kann der Zukunft über­lasten bleiben. Vorläufig besteht das Oberhaus fort und übt auch vielfach unsichtbar feinen Einfluß auf die Politik noch aus. Herzöge und Grafen sitzen immer noch in der Regierung, und auchaufdem Nebengleis finden sich mehrere Lords, welche in den letzten Jahren im Kabinett gesessen haben und mindestens teilweise ihre Rolle für noch nicht ausgespielt hallen.

jUm auffallendsten unter ihnen ist zweifellos William Macwell Aitken, I. Baron Beaver- brook. Im landläufigen Sinne des Wortes ist er heute wohl der romantischste Politiker in England. Sein Aufstieg vom amerikanischen Pfarrerssohn in Kanada zum Londoner Zeitungskönig und Peer des Britischen Reiches wurde so oft beschrieben, daß mir uns die Darstellung dieses ungewöhnlichen Lebensweges hier sparen können. Im Rahmen un­serer Untersuchung interessiert auch nur die Rolle, welche der heute 63jährige Zeitungslord während des Krieges in der Politik gespielt hat und vielleicht noch spielen wird. Uebrigens ist Beaverbrook schon im vorigen Krieg kurze Zeit als Informations- Minister 'Mitglied der Regierung gewesen, doch hat er zwischen den Kriegen nur hinter den Kulissen eine mehr oder weniger laute Rolle gespielt.

In den dreißiger Jahren, als sich der neue Kon­flikt am Horizont abzeichnete, war Beaverbrook der Vorkämpfer derSplendid Isolation" des Bri­tischen Reiches. Diese Meinungsverschiedenheit scheint Churchill aber nicht weiter gestört zu haben. Jeden­falls holte er sich Beaverbrook sehr bald in fein Kabinett und übertrug ihm nacheinander die An- 'urbelung der Flugzeug- und Tankpro­duktion. Die teils amerikanischen, teils auch ein­fach Beaverbrookschen Methoden, mit denen der Zei- tungslprd die ihm gestellte Aufgabe zu lösen suchte, wurden schon sehr bald in der Industrie heftig kriti­siert. Dabei dürfte es sich nicht nur um eigennützige Erwägungen und traditionsgebundene Kurzsichtig­keit der Großindustriellen gehandelt haben diesen Vorwurf benutzten Beaverbrooks Freunde zu feiner Verteidigung, sondern auch um kühle Berechnun- »en militärisch sachverständiger Männer. Gerade die schweren Mängel der britischen Tanks und Ge- chütze, die sich bei den Kämpfen in Nordafrika im Sommer d. I. herausstellten, scheinen diese Vor­würfe zu bestätigen. Allerdings kann erst die Zu­kunft lehren, ob Beaverbrook für die Bevorzugung ber Quantität vor der Qualität verantwortlich ML »der ob er nicht nur einen Auftrag Churchills mit leinen eigenen im Aufbau feines Zeitungskonzerns erprobten Methoden ausgeführt hat. Heute steht iebod) schon fest, daß Beaverbrook die Abneigung, welche er sich mit seiner Arbeitsweise bet ben Indu­striellen ebenso wie bei den Gewerkschaften ZU- pe3ogen hat. nicht überwinden konnte und deshalb im Frühjahr aus der Regierung verschwinden

Seither hat er einiges Aufsehen durch fern W hutes uni) näch Ansicht feiner früheren Mim ter- lollegen sehr indiskretes Eintreten fu r im eite Front in Westeuropa 'n diesem Jahr i firegt. Auch von einer Rückkehr die Regierung öurbe mehrfach gesprochen. Ausgeschlossen ist sie ^cher nicht.' Maßgeblich durfte das Derhaltn s mischen Churchill und Beaverbrook fern, über Mfen Entwicklung man in letzter Zeit

s lat. Im Oberhaus ist Beaverbrook letzthin öfter für 7 He Regierung aufgetreten. ImDaily Exp creift er die Regierung manchmal recht scharf an. ilua-nfch-inlich will °r" sich alle Wege offenbalkn. jedenfalls werden seine Arwsichten kaum anger lauern als der Krieg, da sich die expla,ve Natur Sttwerbrooks er selbst nennt das sems Dyna-

Fxiedrich Karl Müller, 1916 in Berlin-Lichterfelde geboren, hat sich in über 360 Feindflügen als kühner Jagdflieger an allen Fronten hervorragend bewährt. Im Kampf gegen die Sowjetunion errang er innerhalb ganz kurzer Zeit nach seinen ersten Abschußerfolgen im Frankreich-Feldzug sowie im Kampf gegen Großbritannien und im Mittelmeer die Mehrzahl seiner Luftsiege, die jetzt anläßlich des 100. Abschusses vom Führer durch die Verleihung des Eichenlaubes gewürdigt wurden.

wesen, befriedigende Gegenvorschläge zu machen.

Sowohl die sowjettsche Regierung als auch das sowjetrufsische Volk feien Höch st unzufrieden darüber, daß England und die USA. noch im­mer zögern. Die Enttäuschung fei um so grö­ßer, als man bisher in Moskau geglaubt habe, die Nordamerikaner seien von einem ftärferen Offensivgeist beseelt als die Engländer Die Lage der roten Armee sei im Augenblick zweifellos höchst kritisch. Unfeine weitere Verschlechterung zu vermei­den, fordere Sowjetrußland nach wie vor die Molo­tow bereits im Juni zugesagte Entlastung, die nun­mehr lebenswichtig geworden sei. Man sei sich in sowjetischen Kreisen über die ungeheuren Schwie­rigkeiten im klaren, die der Errichtung einer zweiten Front entgegensetzen. Aber diese Schwierigkeiten würden durch ein weiteres Zögern nur noch an- wachsen.

Nach einer Meldung von Associated Preß aus Moskau hat Willkie erklärt, er werde nach Wa­shington zurückkchren und dis zunehmsvds

Berlin, 25. Sept. (DNB.) Im Stadtgebiet von Stalingrad wurden in harten Straßenkämpfen mehrere befestigte Häuserblocks genommen. Die deutschen Truppen erreichten an mehren Stellen die Wolga. Gegenüber einem Gegner, der eine Stadt zäh verteidigt, wird der Angriff immer nur ab­schnittsweise langsam vorwärtskommen. In Stalin­grad aber sind die Kampfbedingungen besonders schwer. In jeder Hausruine, in jedem Trümmer­haufen hat sich der Gegner festgesetzt und verteidigt seinen Stützpunkt mit letztem Kraftaufwand. Grö­ßere Steinhaufen, die Paradebauten eines bolsche­wistischen Systems, sind zu stärksten Verleidrgungs- bollwerken ausgebaut. Jeder Granateinschlag schichtet Berge von Schutt auf, geborstene Leitungsmasten und verbogene Eisenträger hemmen den Weg der Stoßtrupps. Pioniere müssen Tag und Nacht arbei­ten, um den Weg von Minen frei zu machen. Durch den dichten Rauch brennender und schwelender Hau­ser bringen die Infanteristen nach vorn. Ihren Standpunkt können sie nur durch Leuchtkugeln an­geben, denn eine Fernsprechverbindung ist meist un­möglich. Auch die Ergänzung von Munition und die Nachführung von Verpflegung, der Abtransport der Verwundeten erfordert höchsten kämpferischen Einsatz. Die Erfolge der deutschen Soldaten, die dort im Kampf stehen, müssen deshalb besonders hoch gewertet werdqn, selbst wenn diese Erfolge nicht von Tag zu Tag in Erscheinung treten.

Gegen die nördliche Riegelstellung griffen die Bolschewisten wiederum mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften an; sämtliche An­griffe wurden in hartnäckigen Kämpfen abgeschla­gen und insgesamt 36 feindliche Panzerkampfwagen vernichtet. Hierbei zeichnete sich die brandenburgi­sche 76. Infanteriedivision besonders aus; gerade

Tokio, 25. Sept. (Europapreß.) Einen kraft­vollen Händedruck zwischen der japanischen und den Flotten der Achsenmächte, den der _ stets befürchtete, nenntAsah i" den Beginn der beiderseitigen Zusammenarbeit von Seestreitkräften im Atlantik. Sie werde zweifellos zu einer wefent- lichen Stärkung der Schlagkraft führen.Nichi Nichi" spricht angesichts der kommenden gemein­samen Operationen deutscher und japanischer U-Boote von einem Wendepunkt des Krieges. Das

Schiffsnol und zweite Front.

Daß in der letzten Zeit vorwiegend das Nördliche Eismeer der Schauplatz gewaltiger Geleitzugschlach­ten wurde, die trotz der ungünstigsten nautischen Bedingungen für unsere U-Boote und Flieger stets mit einem vollen Erfolg endeten, kennzeichnet die Zwickmühle, in der sich die. alliierte Kriegführung befindet. Denn obwohl die nördliche Route bei den gegenwärtig am Eismeer herrschenden Wetterver- hältnisseik der Navigation großer Geleitzüge erheb­liche Schwierigkeiten bietet und obwohl die Route, auch wenn man einen Weg noch jenseits der Pack­eisgrenze wählt, auf weiten Strecken durch Bereiche führt, die deutsche U-Boote und Üuftwaffenoer- bände von ihren nordnorwegischen Stützpunkten aus ständig überwachen, muß die britische Admirali­tät auch auf die Gefahr hin, nur einen Bruchteil der Geleitzüge pn ihren Bestimmungsort zu bringen, doch immer wieder diese Route wählen, weil sie die weitaus kürzeste ist und direkten Anschluß bietet an das verhältnismäßig gut ausgebaute Eisenbahn­netz der nördlichen Sowjetunion, wo die Strecken vielfach parallel zur Front laufen und .also die Möglichkeit bieten, den Zubringerdienst zur kämp­fenden Truppe ohne Umwege und Umladungen zu bewerkstelligen. Den ungeheuren Materialverschleiß, den die Sowjets bei ihren nun schon seit Monaten mit größter Hartnäckigkeit, wenn auch immer wie­der vergeblich unternommenen Cinbruchsversuchen an der weiten Front zwischen Ladogasee und Wo­ronesch haben, können sie nach den gewaltigen Auf­wendungen des Winterfeldzuges und bei dem gleichzeitigen Einsatz aller nur irgendwie verfüg­baren Reserven im Verzweiflungskampf um Stalin­grad und die strategische Schlüsselstellung am Wolga- knie wie an der Kaukasusfront längst nicht mehr aus eigener Kraft wieder ergänzen. Sie haben auch keine Zeit, auf die nur tropfenweise fließende Zufuhr britischen, vornehmlich aber wohl ameri­kanischen Rüstungsmaterials über die zwar weniger gefährdete aber um ein Vielfaches längere und um­ständlichere Route zu warten, die über den Atlan­tik entweder den Seeweg um Afrika herum oder auf einer der neuen transkontinentalen Autostraßen von der Westküste Afrikas zu einem Hafen des Rolen Meeres führt und dann den Weg zum Persischen Golf nimmt, wo die nur eingleisige transiranische Bahn den Anschluß an das transkaukasische Bahn­netz vermittelt, wobei die Zerreißung der sowjeti­schen Südfront durch den deutschen' Vorstoß zum Terek eine nochmalige Umladung der Transporte in einem Hafen des Kaspischen Meeres erforderlich macht, wenn sie den Sowjets bei Stalingrad nützen sollen. Gerade dieser mehrfache Uebergang vom Schiffe auf das Auto und die Eisenbahn macht die Transporte auf dieser Route so zeitraubend und kostspielig, zumal der Landverkehr über so unge­heure Strecken nicht im entferntesten die gleichen Gütermengen in der gleichen Zeit bewältigen kann wie normale Schiffsladungen.

Deshalb müssen die Alliierten das erheblich größere Risiko der nördlichen Route, das einmal in der Unsicherheit der Witterungsverhältnisse im Eis­meer und zum andern in der Gefahr der Angriffe durch deutsche U-Boote und Flieger liegt, in Kauf nehmen, wenn sie ihren Sowjetverbündeten Hilfe schicken wollen, die noch irgendwie Aussicht haben soll, zur rechten Zeit zu kommen. Daß diese Aussicht selbst bei der Vorsichtsmaßnahme des Ausweichens in die Packeiszone und selbst bei stärkstem Geleit­schutz, dank der Wachsamkeit, Schlagkraft und Ausdauer der deutschen Unterseeboote und Flie­ger nur äußerst gering ist, hat das Schick­sal der letzten drei großen Geleitzüge bewiesen, von denen nur einige wenige Schiffe ihren unermüd­lichen deutschen Vck-folgern entwischen konnten. Da­bei ist für die Lage auf der Eismeerroute beson­ders charakteristisch, daß den letzten dieser Geleitzüge, die hier von deutschen IbJBooten und Fliegern auf» gespürt und zum größten Teil vernichtet wurden, ihr Schicksal auf der Rückfahrt von Sowjethäfen

Enttäuschung und Unzufriedenheit der Sowjetunion wegen des Unvermögens der USA. und Englands, eine zweite Front zu errichten, schil­dern. Die Sowjets würden furchtbar enttäuscht sein, falls die zweite Front nicht komme. Reuter be­richtet dazu aus Washington, das Interesse der diplomatischen Kreise in den USA. richte sich beson­ders auf diese unverblümte Erklärung Willkies. Lon­doner Meldungen überMißverstämmisse" zwischen England und den Sowjets hätten eine Diskussion angeregt, die immer schärfer werde.Wenn man auch der Ansicht ist", so heißt es in der Reuter-Mel­dung,daß die Erklärung, die nach Molotows Be­such in Washington und London abgegeben wurde, nicht mit bestimmten Worten die Eröff­nung der zweiten Front in diesem Jahre ,zusagt, so wird doch daraus nicht gefolgert werden dürfen, daß eine Möglichkeit im vsychologisch richtigen Zeit­punkt versäumt werbe. Andererseits betont man die Tatsache, daß eine Invasion auf dem Kontinent einen Grad der Vorbereitung erforderlich mache, von dem sich der Laie überhaupt keine Vorstellung machen könne. Selbst der Angriff auf Dieppe, an deist verhältnismäßig wenige Männer und Schiffe beteiligt waren, hat mehrere Monate der Planung erfordert.

England gesteht die Versenkung des Zerstörers »(Somali*.

Berlin, 25. Sept (DNB.) Deutsche Untersee­boote versenkten, wie das Oberkommando der Wehr­macht am 24.9. meldete, zwischen Spitzbergen und Island drei Zerstörer, darunter einen der Stämme« Klasse. Die britische Admiralität sieht fid) jetzt ge­zwungen, den Verlust dieses Zerstörers, DerSo- m a l i", bekanntzugeben. DieSomali" gehörte bei einer Wasserverdrängung von 2400 Tonnen, einer Bestückung von acht 12-cm-Geschützen, vier Flak­geschützen und vier Torpedorohren und einer Ge­schwindigkeit von 36,5 Knoten zu den modern­sten und schnellsten britischen Zerstörern. Die jciedensmäßige Lrjatzung belief sich auf M NKivW