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(Nachdruck verboten.)
25. Fortsetzung.
Aber sie dachte noch etwas anderes. Und davon unbedingt sagen, daß der Verkauf der Hütte eine prach sie als sie in dem kleinen, feuchten, taten- Notwendigkeit seu Das hat er nicht getan -.und r .. ' ' os- crr>..irrh« ftoni fein» Pifhilfh -— Dßrseihen öiß 65
wehren, sondern steht heute an den natürlichen Ver- tei'dlgungsposten. Churchill vergißt ferner, daß nicht Deutschland ' der Blockierte ist, sondern England selbst. Er vergißt, daß ihm heute eine Front vom Nordkap bis zur Biskaya gegenübersteht, daß die Kraft der Achse ungebrochen und in stetigem Anwachsen begriffen ist, und daß England als einigen „Aktiv"-Posten den Verlust der kostbarsten Teile seines Empires verbuchen kann. Heute sind in Deutschland Volk und Heer eins. Ähre Rüstung und ihr Glaube an den Sieg ist nicht zu
zutauen ...
Vielleicht ist das nächste Dorf weniger versehrt, und sie finden in seinen Häusern Unterkunft. Än den Stuben dieser Häuser werden sie dann zu zehn, zu fünfzehn und vielleicht noch mehr liegen. Die Postenstände müssen dann besetzt gehalten werden. Fast ununterbrochen dauern diese Anstrengungen fort, werden noch so lange anhalten, bis die letzten Reste der eingedrungenen Sowjets vernichtet sind.
Das Leichenfeld, das die vorgehenden Kompanien und Regimenter in den genommenen Dörfern zu- rücklassen, ist trostlos. Die schwarzen Punkte, die weithin das Feld bedecken, können keine Gräber finden. Wer soll den steinhart, tiefer als zwei Meter gefrorenen Boden aufgraben, soll die unzähligen Sowjets zusammentragen? Jetzt bleiben sie im Schnee liegen. Nur den eigenen gefallenen Kameraden wird ein Grab geschaufelt. Eine Sprengladung jagt das harte Erdreich hoch, und ein Kreuz i'.n Schnee, von harten Männerfäusten zusammengefügt, besagt, daß hier einer sein Leben gegeben hat in diesem unerbittlichen Kampfe im Osten.
So rollt die siegreiche Abwehrschlacht, in der die Reserven der Sowjets verbluten. Wir wissen, daß die Abwehr nicht überall so hart ist wie gerade hier, an dieser Stelle des mittleren Frontabschnittes, an der die Sowjets mit aller Macht den Durchbruch erzwingen wollen, der ihr Kriegsglück wenden soll. Wir stehen an einem der Brennpunkte der Ostfront. Aber wir wissen auch, daß dank des unvorstellbaren Opfer- mutes unserer unvergleichlichen Infanteristen auch an diesem Brennpunkt kein entscheidender Erfolg durch die Sowjets erzielt werden wird. Die Geschichte dieser Kämpfe aber, die mit dem Blut und den zahllosen Entbehrungen der in diesem Winter in vorderster Linie kämpfenden Männer geschrieben wird, wird nie zu vergessen sein.
109 vergebliche Anstürme der Sowjets
übertreffen. _
Zweifellos ist sich Churchill selbst darüber klar, daß die Lage von heute nicht im geringsten mit der von 1918 verglichen werden kann. Wenn er es aber versucht, das englische Volk mit dieser primitiven Tour bei' der Stange zu halten und aufzumuntern, so zeigt das allein, für wie verzweifelt er die Lage
läligkeil. Deutsche Jäger schossen vier britische Flugzeuge ab.
Auf Malta trafen Bomben schwersten Kalibers Unterfeebocllregeplähe im Hafen La Valetta.
3m Seegebiet um England zersprengte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht nördlich Erower einen britischen Geleitzug. Zwei größere Handelsschiffe wurden so schwer getroffen, daß mit ihrer Vernichtung zu rechnen ist.
Bei Einflügen einzelner britischer Bomber in die Deutsche Bucht verlor der Feind in der letzten Nacht drei Flugzeuge.
Feldwebel ko epp en, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader, schoß cm gestrigen Tage vier Gegner ab und errang damit seinen 72. Luft- sieg.
artigen Haus am Dürfende Dr. Wulflam gegenübersah und ihm — wie in alter Zeit — von ihren Besuchen in den Hütten der Bläser und Schleifer
da liegt seine Schuld — verzeihen Sie es meinem Mitgefühl mit den Armen, wenn ich in solchen Aus- drücken spreche ... wenn ich mir ein Urteil anmaße, das mir an sich nicht zusteht. — Sie rooüen nun also Medizin studieren?" er wechselte das Thema.
Oer Wehrmachiverichi.
DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 25. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im südlichen Abschnitt de,r Ostfront wurden sowjetische Angriffe durch deutsche, rumänische und ungarische Verbände abgewiesen. Im mittleren und nördlichen Frontal»- schnitt dauern die Kämpfe im Wechsel von Abwehr und Angriff fort. Rollende Luftangriffe auf Sewastopol verursachten ausgebreitete Brände im Stadt- und Hasengebiet. In den Gewäsiern der Festung wurde ein Sowjetkreuzer von Bomben schwer getroffen.
In Nordafrika beiderseitige Aufklärungs-
sollende Lustangriffe auf Sewastopol.
Fortdauer der Kämpfe an der Ostfront im Wechsel von Abwehr und Angriff.
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Der feurige Gfeu
Roman von Hans von Hülfen
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Siegreiche Abwehrschlacht.
Schwerste blutige Verluste der Sowjets. - Unermeßliche Anstrengungen und Entbehrungen unserer Infanterie.
Von Kriegsberichter Walter Brandecker.
in saft exerziermäßigem Zusammenwirken emge- setzt werden. Panzer und Schützenpanzerwagen nehmen in rasantem Angriff die befohlenen Dörfer. Am gleichen Tag nimmt ein Infanterie-Regiment die Nachbardörfer, unterstützt durch schwere Artillerie. Es ist den Bolschewisten nicht gelungen, schwere Waffen, also Artillerie, mit sich zu führen. Wenige Pakgeschütze und einige schwere Granatwerfer haben sie auf Schlitten mitgebracht. Ihr Angriffsziel war die Stadt M., aus der nun der Angriff unserer Panzerdivision rollt.
Die Luftwaffe greift mit Stukas und durch Tiefangriffe in den Erdkampf ein. Die sowjetischen Kräfte haben sich verzettelt. Verpflegungsschwreng- keiten haben ihre Konzentrierung verhindert. In weitestgehendem Maße müssen sie sich von dem ernähren, was sie der Bevölkerung in den von ihnen besetzten Dörfern wegnehmen können. Es sind neue, weit aus dem Osten der Sowjetunion herangeführte Kräfte, Reserven, mit denen die Sowjet- führung glaubt, das Kriegsglück in diesem Winter wenden zu können.
In dunkler Nacht marschieren sowjetische Kräfte in Bataillonsstärke auf unsere Stellungen zu. Ihr Tun ist unbegreiflich. Auf wenige Meter, es sind knapp hundert, werden sie durch das zusammengefaßte Feuer der alarmierten Kompanie zusammenkartätscht. In wirren, grauenhaften Haufen, wie sie der Tod auf der Flucht und im Marsch noch ereilte, decken sie den Grund einer Mulde. Hunderte sind es, die hier mit einem Schlag und innerhalb weniger Minuten vernichtet wurden.
In den Dörfern ist der Anblick nach unserem Angriff nicht anders. Gefallene, Gefallene und wieder Gefallene. Unermeßliche Blutopfer bringen die em- gedrungenen Sowjetkräfte.
Die riesigen Verluste der Sowjets erwecken nur zu leicht den falschen Eindruck, daß der Kampf unserer Infanterie doch nicht allzu schwierig sei. Ge-
stehen könnte. Zäh, verbissen und heimtückisch, m je* der Situation noch gewillt anzugreifen, das ist bäs wahre Bild des Gegners. Nie aber wird es möglich sein, die E n t b e h r u n g e n u n d die A n st r e n. g u n g e n , die unsere Infanteristen in die* sen Abwehrkämpsen aus sich nehmen, in Worten
DNB. ..., 25. Febr. (PK.) Auf der großen Karte, die an der Wand des einfachen Zimmers hängt, zieht ein Buntstift drei kleine Halbkreise. Die am heutigen Tage von unseren Truppen erreichten Stellungen werden markiert. Es ist das Zimmer des IA eines Armeekorps. Die drei blauen Halbkreise schließen die letzten Felder eines Kreises, der aus vielen dieser kleinen Farbstriche gebildet wird. E i n Ring-ist geschlossen. Inmitten dieses Ringes befinden sich die Sowjetdivisionen, denen ein von Norden her geführter Durchbruchsversuch im mittleren Frontabschnitt gelungen ist, die in der Hoffnung weiter Vorrängen, eine bedeutende Straße zu erreichen.
Der Plan war schlau. Seine Ausführung war schlecht. Blindlings sind die Sowjets vorgestoßen. Alle ihre Anstrengungen, die Durch- bruchsstelle offen zu halten, sind durch unsere links und rechts dieser Durchbruchsstelle eingesetzten Divisionen zunichte gemacht worden. Unerbittlich schloß sich das Loch von Osten und Westen her. Damit wurde die Lebensader gesperrt, die den eingedrungenen Sowjets Verstärkungen und Nachschub bringen sollte.
Der Apparat einer ganzen Armee geriet in Bewegung. Reserven wurden auf schnellstem Wege herangeführt und bedrohte Stellen durch Stützpunkte gesichert, die dem weiteren Vordringen der eingebrochenen Kräfte Halt geboten. Der leere, von unseren Truppen besetzte Raum, in dem die Sowjets operierten, wurde Kampfgebiet. Von Osten, Westen und Süden schoben sich, allmählich den Ring schließend, die neu eingesetzten Kräfte den Ein- dringlinaen entgegen.
Nun ist es soweit. Die Vernichtung der ein-, gebrochenen Sowjetdivisionen beginnt.
Eine Panzerdivision hat den Auftrag erhalten, verschiedene Dörfer zu besetzen. Wir haben Zeit. Alle zur Verfügung stehenden Waffen können
„Vielleicht die jüngeren Leute, denke ich. Die allein für unsere Serienfabrikation in Frage kommen. Bedenken Sie, Baronesse, wir werden in Zukunft ja keine Kunstgläser in der Sophienau machen —
„Sondern Biergläser, wie?" fragte Ulla, ein kaum verhehltes höhnisches Flimmern in den Augen.
„Das nicht. Die machen wir anderswo — en gros. Weil nämlich Biergläser ebenso nötig sind wie Kunstgläser, und auf alle Fälle einen größeren Markt haben. Hier werden wir aber doch erheblich bessere Sachen herstellen, so daß die Tradition nicht ganz ausstirbt. Nämlich Gläser für die chemische Industrie, Retorten etcetera. — Also, Baronesse, wenn's soweit ist, lassen Sie mich nur wissen, welches Ihre speziellen Schützlinge sind. — Und den Herrn Baron darf ich um Nachricht bitten, sobald er wieder da ist."
Ulla reichte ihm zögernd die Hand und neigte rasch den Kopf mit der braunen Pelzkappe. Sie ließ ihn in Richtung Sophienau davonfahren. Dann ging sie die Chaussee nach dem Dorfe hinunter.
Gleich beim ersten Hause begegnete sie dem Meister Glumm-Theo. Er stand am Zaun, musterte sie unter zusammengezogenen Brauen und nahm die Hand erst aus der Tasche, als sie ihm die ihre hinstreckte.
„Na, ©lumm? Wie geht's?"
„Wie soll's ock giehn, wenn man uff a Stroahe sitza tutt?!" antwortete er mürrisch, „wenn ma muß a Riema enger schnalla, wo ma a ganzes Leba ahrlich georbet Hot?! ... Uff a Hitte, da Hots itze kee Ploatz mehr fier insereens."
„Na, Meister, nur nicht gleich den Kopf hängen lassen! Wenns gar nicht mehr reichen will, dann soll Ihre Frau mal zu mir kommen, da helfen wir schon nach. Und es kommen auch wieder bessere Zeiten!"
Glumm hob die Hand — es war beinahe eine drohende Gebärde.
,Fju, ju. Die war'n kumma! Kumma war'n die!..
ins Gericht zu gehen.
Bezeichnenderweise konnte diesmal Churchill auch über die S ch i f f s v e r l u st e nicht mit einer Handbewegung hinweggleiten. Er mußte — es dürfte ihm wohl sehr sauer geworden sein — sich zu dem Geständnis bequemen: „Unsere Schiffs Verluste waren seit Kriegsbeginn schwer. In den letzten beiden Monaten gab es ein sehr ernsthaftes Anwachsen dieser Verluste." Man darf gespannt sein, ob von den Spießgesellen Churchills im englischen Unterhause auf diese Feststellung hin keiner den Premierminister interpelliert und ihm seine bisherigen Äußerungen, die eitel Optimismus atmeten, um die Ohren schlägt. Es ist doch nicht anzunehmen, daß auch alle Unterhausmitglieder so vergeßlich sind wie das englische Volk und daß sie sich nicht an die Erklärungen Churchills erinnern, wie: „Es ist eine Tatsache, daß die Schlacht im Atlantik sich immer mehr zu unseren Gunsten neigt" (Im Unterhaus am 30. Juli 1941), oder: „Unsere Macht auf dem Meere kann treffen wo sie will", oder: „Die Zerstöruna der U-Boote wird in normaler Weise in dem Ausmaß fortgesetzt, das ich dem Unterhaus seinerzeit mitteilte, nämlich zwischen zwei und vier wöchentlich, und das sind mehr als Deutschland nach unseren Berechnungen zu ersetzen imstande ist" (Im Unterhaus am 6. Dezember 1939).
„Die Umstellung der viesigen Kräfte der USA. auf die Kriegsbelange befindet sich erst im Anfangsstadium." Mit diesen Worten läßt Churchill die Katze aus dem Sack und wird plötzlich entgegen seiner sonstigen Gewohnheit ganz kleinlaut. Mister Churchill! Warum das, warum mit einem Male so? Früher hieß es doch ganz anders! Wo bleibt da Ihre Großspurigkeit? Sie waren es doch, der noch am 30. Juli 1941 vor dem Unterhaus erklärte: „Die Vereinigten Staaten gewähren uns ihre Hilfe in einem gigantischen Ausmaß, und ihr Zorn ist derart im Steigen begriffen, daß sie sich dem Rande eines Krieges nähern." Und Ihr Mister Eden erklärte doch in einer Rundfunkrede am 13. Juni 1941: „Die Größe und die großzügige Hilfe, welche wir von den USA. erhalten, machen den Sieg Großbritanniens und seiner Alliierten zu einer sicheren und mathematischen Tatsache." War das alles und noch vieles andere über die gewaltige Rüstungskapazität der USA.-Wirtschaft etwa nur- gesagt worden, um das USA.-Volk leichter in den Krieg hetzen und treiben zu können?
Natürlich fehlte auch in dieser Rede die Chloroformspritze nicht. Auch diesmal wiederholte Churchill in altbekannter Sturheit die Versicherung, daß die Lage Englands inzwischen sehr viel g ü n fti g e r geworden sei. Je mehr Prügel England bekommt, desto günstiger gestaltet sich nach Churchills Ansicht seine Lage. Als er in Dünkirchen den europäischen Kontinent verloren hatte,
zu schildern.
Vome brennt das Dorf, das heute, genommen wird. Zäh wehren sich die Sowjets, und für man* chen von uns ist es die Stunde, in der er sein Leben erfüllt. In diesem brennenden Dorf wird die Kompanie heute übernachten. Kommt die Verpflegung nach ober werden sie abends mit knurrendem Magen ihr Lager, das gar kein Lager ist, beziehen? Werden sie nach einer durchfrorenen Nacht mit frost- starren Gliedern erwachen und nichts von warmem, Tee, von warmer Verpflegung verspüren, bis bann, ' wenn nicht inzwischen der Angriff weitergeht, die Verpflegung nachgekommen ist? Vielleicht kauen sie nur den harten Zwieback der Eisernen Ration upd versuchen, das gefrorene Fleisch in der Büchse auf«
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pan einen schweren Schlag nach dem anderen versetzt, vergessen sie, was sie vor Tisch geprahlt, und versuchen, sich in weinerlichem Tone über den bösen Japaner zu beklagen. Es wird ihnen aber auch hier nicht erspart bleiben, bis zum letzten Halm zu ernten, was sie gesät haben.
Die ungeheuer schwere Niederlage, die Churchill im Fernen Osten, in Malaya und auf Singapur einstecken mußte, hatte er die Stirn mit Redewendungen abzutun, die die ganze Skrupellosigkeit dieses Hasardeurs und politischen G.ucks- ritters offenbaren. Er, der von den Knegsabstchten Roosevelts gegen Japan wußte, der selbst erklärt hatte, daß in der gleichen Stunde mit der nord- amerikanischen auch die britische Kriegserklärung ausgesprochen werden würde, der also auf d e n Krieg auch im Fernen Osten vorbereitet war, behauptet nun, überrascht worden zu sein Mit 40 000 Mann Truppen, mit Pak- und Flakartillerie sei Singapur verstärkt worden, so! versucht er sich aus diesem Desaster herauszuschwin- deln, doch hätten unglücklicherweise die Flugplätze auf Singapur, bereits unter dem Feuer der japanischen Artillerie gelegen, bevor genügend Flakgeschütze dort gewesen seien. ,Hch habe keine Neuigkeiten, mit denen ich die kärglichen Berichte über Singapur ergänzen kann, die in den Zeitungen erschienen sind. Ich kann darüber hinaus überhaupt keine Erklärung abgeben. Ich habe nicht die Mog- lichkeit, mich in die Einzelheiten einzulassen. Ich mache dem Unterhaus nicht den Vorschlag, Geheimsitzungen abzuhalten, sondern diese Debatte ganz und gar öffentlich zu führen." In seiner grenzen- lo en Angst, in einer Geheimsitzung Farbe bekennen zu müssen, flüchtet sich Churchill wieder einmal m die Oeffentlichkeit, ja, er geht sogar so weit, die Abgeordneten des Unterhauses zu beschworen, selbst in einer öffentlichen Sitzung nicht zu scharf mit ihm
Wenn as grüße Gerichte kummt. Wenn a Herr Jesus kummt als Richter, zu richten a Labendiga und a Tutta! Un wenn a zu a Reichen soa'n tutt: Ihr hott die arme Leitla, die hott'r uff de Stroaße geschmissa, daß fe ... un se missa eim Groaba ver- recka — hebet euch von mir, ihr Otterngezichte!"
Ulla versuchte zu lächeln, wider besseres Wissen: „Na, lieber Meister, zu diesem Otterngezücht zählen Sie meinen Papa und mich doch hoffentlich nicht?"
Glumm kniff die Augenbrauen dicht zusammen, daß ihre graue Wirrnis seinen Blick ganz verhängte: „Sie — Sie san gutt! Aber — aber ich tu blüh eens soa'n: da Himmlische Voda, da hot au am Wirmla ein’ Stachel gega'n! Un wenn amol ... un a Strick im an Hals tutt ins zu enge war'n.
Ex vollendete nicht; aber als Ulla sich von ihm verabschieden wollte, grub er die Hände trotzig in die Hosentaschen und ließ sie gehen.
Sie ging tief betroffen. Nicht, daß sie den alten Spintisierer, in dessen Kopf es seit langem nicht mehr ganz richtig war, besonders wichtig genommen hätte — er hatte es ja immer mit dem „Jüngsten Tag"; aber an seinem aufrührerischen Verhalten konnte sie doch merken, wie die Stimmung .im Dorfe war. Und war sie schon unter den alten Meistern so, die sich immer halb zur Familie gezählt hatten, wie mochte sie bann erst bei den jungen, stets zur Unzufriedenheit geneigten Burschen sein?!
Schweren Herzens ging sie, den Kopf unter niedrigen Türen bückend in all die Häuser, in denen sie so oft mit Wulflam gewesen war, um bei Krankheiten beizustehen, Arznei, Lebensrnittel, Geld zu verteilen. Und überall mußte sie die bitteren Klagen hören und dasselbe sagen: daß man sich nur an sie wenden solle, wenn einmal die Wasser zu hoch stiegen. (Wie gut, daß ich, jetzt die Mittel habe, zu helfen!, dachte sie immer wieder), und daß sie sich bereits beim neuen Direktor der Sophienau für Wiedereinstellung der Arbeiter eingesetzt habe... Die halb bittend, halb zweifelnd und ungläubig auf sie gerichteten Augen taten ihr weh. Sie haderte innerlich unablässig mit dem Vater, daß er diese Not über so viele Menschen gebracht habe, und dachte, daß ein Glück nicht geraten könne und dürfe, wenn es mit so vielem Unglück anderer erkauft sei...
erzählte.
„Ich bin so ungerecht —", sagte sie trübe: „Ich klage immerfort Papa an. Und dabei müßte ich doch ganz allein mich selber anklagen."
,/Sie —?".antwortete er tief erschrocken: „Aber, liebe Baronesse Ulla — wenn einer an dem ganzen Unglück unschuldig ist, sind Sie es in meinen Augen. Sie haben mir selbst gesagt, daß„Sie von dem Verkauf nicht einmal gewußt haben!"
- „Und doch bin ich schuldig, Wulflam. Diel schul- diger als Papa. Ich habe am Weihnachtsabend, als er mir von seinen schrecklichen Heiratsplänen sprach — Sie sollten sehen, wie das ganze Schloß verwüstet ist, dieser Heirat zuliebe! —, da habe ich von ihm verlangt, daß er mir mein Muttererbe auszahlt. Ich habe nicht bedacht, daß das Geld ja nicht auf der Bank lag, sondern in den Unternehmungen steckte. Jetzt fällt mir ein, er hat mich darauf aufmerksam gemacht, aber ich habe es überhört, und da beginnt meine Schuld. Er hat sich offenbar nicht anders zu helfen gewußt, als durch den Verkauf der Sophienau ... Hätte ich das vorausgesehen, nie, nie hätte ich solche Forderung gestellt!"
„Und warum taten Sie's überhaupt?
„Warum? Weil ich weg wollte. Weil ich meine Freiheit haben wollte. Weil ich nun endlich, endlich meinen alten Traum erfüllen wollte, zu studieren. Weil ich mich ganz auf eigene Füße stellen wollte. — Es war sehr selbstsüchtig^ Und das hat sich gerächt."
Er schüttelte den Kops — langsam, nach seiner bedächtigen Art.
„Nein — Sie sollten so nicht denken, liebe Baronesse Ulla. Sollten sich nicht mit solchen Gedanken quälen, die nicht den geraden Weg gehen. Als Sie Ihr Erbe verlangten, konnten Sie nicht wissen, daß der Verkauf der Sophienau die unmittelbare Folge sein würde. Nicht wahr? Und damit sind Sie in den Augen jedes gerecht Urteilenden von aller Verantwortung frei. Die Verantwortung bleibt auf den Schultern Ihres Vaters liegen. Der mußte Ihnen
ging es nach feiner Ansicht gut, als er in Afri k a die schwersten Schlappen erlitt, war die Lage nie so aussichtsreich wie damals. Nachdem er jetzt Singapur verloren hat, nachdem er ohnmächtig deutsche Schlachtschiffe durch den Ka- n a l paradieren lassen muß und nachdem ihm die Unterseeboote und die deutschen Flieger von Tag zu Tag mehr Schiffe auf den Grund des Meeres schicken, ist nach ihm die Lage Englands noch viel günstiger geworden. Und das läßt sich das englische Volk bieten!
Die Haupthoffnung gründete Churchill m ferner Rede auf die Behauptung, daß man ja keiner „sensationellen Siege" bedürfe, um diesen Krieg gewinnen zu können. Churchill spekuliert hier darauf, daß es diesmal auch so gehen könne wie beim letzten Weltkrieg. Er übersieht aber, daß dieser stumpfsinnige Vergleich diesmal nicht paßt. Deutsch- un h i°ch f ä nd er t nVaq“ ‘ a l's" i m letzen! Englands"« diesem Kriege halb Nur mehr mit der Weltkrieg. Es ist ihm gelungen, die Fesseln zu Verlogenheit kann er sich aus der Derleg-nheE sprengen, die es damals umklammert hielten, es! retten.
„Sa. — Und Ihre Konkurrentin werden." Ulla zwang sich zu einem Lächeln — seine Worte hatten ihr so wohlgetan, sie fühlte, daß er recht hatte, und fühlte vor allem dankbar, wie er sich mühte, die bösen Geister zu verjagen, die sie quälten ... Und Sie, Doktor?" fuhr sie fort, „wenn rch heute nachmittag nach Dresden zurückreise — welche Antwon soll ich meinem Onkel in Ihrer Sache bringen? Sie haften sich Bedenkzeit erbeten. Aber mir schien doch ... in Dresden und gestern während der Fahrt, Ihr Entschluß, die Stellung anzunehmen, stände schon fest?"
Wulflam antwortete nicht sogleich. Er stellte, wie er oft beim Nachdenken tat, die Spitzen seiner sehr weißen Finger gegeneinander. Sie sah, wie es in seinem Gesicht arbeitete.
„Stand fest —", sagte er endlich. „Ja, beinahe, Baronesse Ulla. Und nun ist er doch wieder ganz ins Wanken gekommen, und aus dem freudigen Ja wird ein gewissermaßen betrübtes Nein."
„Die Gründe?"
„Ach, warum fragen Sie nach den Gründen? — Sehen Sie, wenn ich nach Dresden gegangen wäre, dann hätte ich's nicht aus den Gründen getan, die Sie wahrscheinlich voraussetzten. 9Hd)t, um .weiterzukommen' und einen .größeren Wirkungskreis' zu haben und so fort. — Sie wissen ja was ich darüber denke. Sandern aus sehr viel selbstsüchtigeren Gründen. Ich wäre der Assistenzarzt Ihres Herrn Onkels geworden, einzig und allein, weil ich — aber nun lachen Sie nicht, Baronesse, und halten Sie mich nicht für dreist! — weil Sie in Dresden waren. Weil ich bann Gelegenheit gehabt hatte. Sie täglich wenigstens zu sehen und ein bißchen mit Ihnen zu plaudern und sogar mit Ihnen zusammenzuarbeiten, wie hier, und vielleicht hin und lieber einmal mit Ihnen ins Theater zu geben, wie am Sonntag."
(Fortsetzung kyM
Berlin, 25. Febr. (DNB.) Eine westdeutsche Infanterie-Division stand im Raum n o r b o ft • roärts des Ilmensees vier Wochen lang m harten Abwehrkämpfen gegen besonders schwere Angriffe der Sowjets. 109 mal rannten die Bolschewisten in den Tagen vom 13.1. bis 19.2. gegen die deutschen Linien an. Immer wieder brachen die Angrifte in unserer Gegenwehr zusammen. Im Der- lauf der bei Tag und Nacht anhaltenden Kampfhandlungen, die häufig ui Nahkämpfen führten, mußte der Feind unter Zurücklassung vieler Gefallener und Verwundeter immer wieder zurückgehen. Nach bisher vorgenommenen Zählun- aen und vorsichtiger Schätzung 'betragen die Ver- lüfte des Feindes etwa 15 000 Mann. Dazu kommen noch die Gefallenen und Verwundeten durch das wirksame Feuer der deutschen Artillerie und die Angriffe der Luftwaffe, die zahl- reiche feindliche Bereitstellungen oder in be» Entwicklung befindliche Vorstöße immer wieder zerschlugen. Bei den Kämpfen wurden Gefangene von 28 verschiedenen bolschewistischen Regimentern gemacht, so daß also in der angegebenen Zeit nach und nach mindestens 28 feindliche Regi - meuter gegen die Truppen dieser Division in den Kampf geführt wurden. Die schweren Verluste, die die Sowjets in diesem Abschnitt hatten, zwangen sie, ab Mitte Februar ihre Angriffe wesentlich em« zuschränken.
328 feindliche Angriffe abgewiefen.
Im Raum südostwärts d-es Ilmensees haben deutsche Truppen in mehr als vierwöchiaem Kampfe immer wieder erneut vorgetragene An-


