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Donnerstag. 26. ßebruar (942

Glehener Anzeiger

Das Streben

nach der amerikanischen Weltherrschast

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

1941/42

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cttilogmetet bei <b tm unb i Slumjdjein; für tt, Provinz, Lm>

ri R. Lmifle ftX leitet: Hlmr Sei

Die Rede, die der Krieasverbrecher Churchill am Dienstag vor dem Unterhause halten mußte, um gegen die schleichende Krise, die ja auch durch die Kabinettsumbildungen noch kein Ende ge­sunde« hat, anzugehen, ist geradezu ein Musterbei­spiel außerordentlicher Verlegenheit und zynischer Verlogenheit. Sie enthält nichts anderes als Argu­mente und Schmonzetten, die Churchill schon bun- dertmal vorgebracht hat, die er jetzt wieder bringt und mit denen er genau so oft sich blamiert hat. Immerhin zeigt aber der Stil, in den er diesmal die Pseudoperlen seiner Weisheit faßte, daß sich Churchill nicht mehr ganz so sicher fühlt und daß die furchtbaren Schläge der letzten Wochen nicht ohne Spuren an ihm vorübergegangen sind.

Es war immer meine Hoffnung", so erklärte Churchill gleich am Beginn seiner Ausführungen, daß die Vereinigten Staaten in den Krieg gegen Deutschland eintreten wür­den." Deutlicher und mit fühlbarerem Zynismus fcütte biejerr üemWE LLkssüMn kams

-der- und inscbuß, ankhei* imerzen.

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Berlin, 25.Aebr. (DNB. Aunkspruch.) Auf dem Wege von der Wohnung in das Botschaftsgebäude in Ankara wurde gestern vormittag auf Bob schafter von Papen und feine $tau ein Atten- t a t verübt. Botschafter von Papen und seine Frau blieben unverletzt. Ein Wann, vermutlich der Attentäter, der sich einige Schritte hinter dem Botschafter befand, wurde durch den Spreng­körper in Stücke gerissen.

Sofort nach dem Attentat machte der türkische Außenminister Saracoglu in Begleitung von Staatssekretär Hanum Wenmencoglu bei Botschaf­ter von Papen einen offiziellen Besuch. Der tür­kische Anßenminister erklärte, daß die türkische Regierung unter keinen Umständen dulden werde, daß ihr Land zum Schauplatz solcher Verbrechen gemacht werde. Er teilte dem Botschafter mit, daß strengste Untersuchungen mit allen entsprechenden Maßnahmen eingeleitet seien. Der türkische Staatspräsident und der Ministerpräsident haben durch ihre Ka­binettschefs dem Botschafter ihre Glückwünsche übermittelt.

Der Führer hat Botschafter von Papen tele­graphisch seine Glückwünsche ausgesprochen. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribben­trop sandte gleichfalls an Botschafter von Papen ein herzlich gehaltenes Telegramm.

Zur gleichen Zeit wie die Nachricht vom Attentat auf Botschafter von Papen in Ankara trifft eine Meldung aus Istanbul ein, wonach vor einigen Tagen in verschiedenen Stadtteilen zur gleichen Zeit deutschfeindliche Flugblätter vergilt wurden. Die türkische Polizei hat gestern in einem griechischen Klub als vermutliche Täter zwei Eng- l ä n d e r und einen Anhänger des Verrätergenerals de Gaulle verhaftet. Auch diese Meldung zeigt, wie überall in der Türkei britische Agenten arbeiten. Indessen ist dies nur ein Beispiel. Viele andere Fälle bleiben geheim, da der Secret Service gewöhnlich nur im Verborgenen spioniert, besticht, ervreßt und mordet.

Das Sprengstofsattentat auf von Papen beweist, bis zu welchem Grad der Haß gegen diesen der britischen wie der sowjetischen Politik gleichermaßen unbeauemen Vertreter der Reichsreqierung gestie­gen ist. Offenbar wollte man ihn beseitigen, weil er der Träger wichtiger Jnformatio-

Reichs» worden, den ^Iksschädlina m Tobe unb 2ier war bei n in den be« Verdienst be- e. es, die für eitskamerabsn efe weilerzu« rauensftelhma Mt Pakete feiner Same«

Attentat

auf den deutschen Botschafter in Ankara.

Oer Botschafter blieb unverletzt. - Oer Träger wichtiger Informationen sollte beseitigt werden. Zwei Engländer verhaftet.

Churchill vor dem Unterhaus.

Ein neuer Gipfelpunkt seiner Verdrehungen und Heucheleien. Von unserer Berliner Schriftleitung.

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8*/2 Uhr desVorrnittags

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chills mit Roosevelt über eine Weltstrategie der Alliierten.

Washington ist schon heute die wichtigste Stadt der Welt, sofern man die Welt durch Oie angel­sächsische Brille betrachtet. Churchill fuhr zweimal über den Atlantik, während Roosevelt sich durch andere Männer in London vertreten läßt. Die wich­tigsten Ausschüsse und sonstigen Organisationen des alliierten Kriegseinsatzes tagen in Washington. A u st r a l i e n und Neuseeland haben ausdrück­lich gewünscht, daß Washington und nicht Lon­don der Hauptsitz des Kriegsrates für den Pazifik werde. Die Minister der verschiedenen Exil­regierungen reisen der Reihe nach über den Atlantik, um ihre Wünsche und Zukunstshoffnungen Roosevelt vorzutragen, von dem sie sich bei einer Neuregelung der Welt mehr versprechen als von der britischen Regierunb- Die britische Regie­rung muß aber diese Entwicklung, die der Welt­macht des britischen Reiches endgültig ein Ende be­reitet, gutheißen, weil anders England den Krieg nicht mehr weiterführen kann.

So zeigt sich, daß die Pläne und Projekte, welche die Weltstrategen in Washington in den ve^ange- nen Wochen ausgearbeitet haben, insofern Grund­lagen einer gemeinsamen Kriegführung sind, als sie der Vernichtung Deutschlands und

und zu beteiligen.

Das erstemal hatten diese Bemühungen nur einen vorübergehenden Erfolg. Der Beteiligung der Vereinigten Staaten am ersten Weltkriege folgte der Isolationismus, der in vielen Teilen des Lan­des so stark war, daß Roosevelt und die Engländer mehrere Jahre benötigten, bis die amerikanische vestentlichkeit bereit wär, sich mit der neuen Betei­ligung an einem außeramerikanischen Kriege ab zu- finden. Die Engländer werden zu ihrem eigenen Leidwesen erfahren, daß dieses Mal die Ameri- faner sich nicht mit einer kurzen Gastrolle außer­halb ihres Kontinents begnügen werden; denn jetzt liegt die amerikanische Außenpolitik nicht in den Händen des kraftlosen Theoretikers Wilson, son­dern an der Spitze der Vereinigten Staaten steht ^Franklin D. Roosevelt, ein Imperialist ohne­gleichen. Sein Ziel ist nicht die Rettung der All:- ierten oder gar die Gründung eines Völkerbundes, forchern ihm schwebt die Errichtung der ameri­kanischen Weltherrschaft vor und die Aus­übung tüeser Herrschaft durch Franklin D. Roose­velt.

Am Anfang des amerikanischen Imperialismus steht der Name Theodore Roosevelt, der durch den Krieg gegen Spanien am Ende des vorigen Jahrhunderts über die Grenzen seiner Hei­mat hinaus bekannt wurde. Da das Geschichtsbe- wuhtsein der Amerikaner mit kürzeren Zeiträumen zu rechnen genötigt ist als dasjenige der älteren Nationen, ist es vielleicht erklärlich, daß der Neffe Theodore Roosevelts schon am Ende der amerika­nischen Weltherrschaftsbestrebungen stehen zu kön­nen glaubt. Jedenfalls mußte ihm der Ausbruch eines Krieges in Europa als eine günstige Gelegen­heit für die Verwirklichung dieser Pläne erscheinen. Er hat seither keinen Augenblick aufgehört, daran zu arbeiten, und Churchill hat erst vor wenigen Tagen wieder bestätigt, daß auch sein Streben vom ersten Tage seiner Premierministerschaft an die gleiche Richtung verfolgt habe. Vom Verkauf bri­tischen Kolonialgebietes führte ein deutlich erkenn­barer Weg über die Einrichtung der Pacht- und Leih-Lieferungen welche in stärkerem Maße als vor 25 Jahren die wirtschaftliche Abhängigkeit der Engländer von den USA. begründen und über

AtlaE-Erklärung zp den Bexatungm Chur-

seinen Plan enthüllen können, den von ihm ge­wollten und herauf beschworenen Krieg auf den Schultern und mit den Blutopfern anderer Völker Polen, Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und besonders auch die Vereinigten Staaten auszutragen.

Einer der Kernsätze der Rüde, der übrigens m einer geradezu bewundernswerten Kürz? und Prägnanz den Rattenkönig' der Lügen, der nun ein­mal zum Handwerkszeug Mr. Churchills gehört, ausmarschieren läßt, behandelt Kriegsverlaus und Kriegsursache bis zum Eintreten Japans in den Krieg in einer einzigartigen Verdrehung der Tat­sachen. Churchill sagt da wortwörtlich:Wenn man schlecht vorbereitet in eisten Krieg eingetreten ist und auf Leben und Tod mit zwei hochgerüsteten Ländern kämpft, von denen das eine die mächtigste Kriegsmaschine besitzt, und wenn bann in dem Augenblick, wo man mitten im Rin- gen begriffen ist, ein dritter Gegner mit einer viel gMney WMökMsM M MSst jie leW We tiÄb3

gezogen.

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Stockholm, Ende Februar 1942.

Der moderne Imperialismus ist einKind des 19. Jahrhunderts. Als durch die Unabhängigkeits­erklärung der britischen Kolonien in Nordamerika das damalige Reich der Engländer seines wichtig­sten überseeischen Teiles beraubt wurde, gab es in London manche Leute, die an das Ende des bri­tischen Reiches überhaupt glaubten. Tatsächlich stand den Engländern aber der wichtigste Teil ihrer po­litischen Geschichte noch bevor. Mit veränderten Me- thoden konnte das vom jüngeren Pitt und von Castelreagh sicher durch die Stürme der na­poleonischen Zeit gesteuerte England im Laufe des 19. Jahrhunderts zum Haupt eines weltumspannen­den Reiches und zur führenden Großmacht der Welt aufsteigen. Die Höhe seiner Macht erreichte das bri­tische Imperium zu der Zeit, als im Norddeutschen Bund der Grundstein der deutschen Einheit gelegt wurde. Und auf dem Gipfel seiner Weltgeltung blieb das Empire gerade hundertfünfzig Jahre. Der Eintritt der Vereinigten Staaten in den ersten Welt­krieg bedeutete, auch wenn das damals in London noch nicht begriffen wurde, das Ende der britischen Weltherrschaft.

Der britische Imperialismus hat also das 19. Jahr­hundert kaum überlebt. Der Eintritt Amerikas in den ersten Weltkrieg hatte die Schaffuna des Dol- kerbustdes zur Folge. Die Beteiligung der Domi­nions an der Genfer Liga verstärkte die Selbstän­digkeitsbestrebungen der Gliedstaaten und führte schließlich im Jahre 1931 zu dem Statut von West­minster. Wenn die Engländer dieses Dokument die Magna Charta des British Commonwealth of Nations nennen, so ist das nur ein Beweis dafür, baß sie wie schon früher in ihrer Geschichte aus der Not eine Tugend zu machen versuchten. Sie erklärten nämlich, daß es gerade das Ziel ihrer ganzen Politik sei, die ihnenanvertrauten" über- seeischen Besitzungen allmählich vom Status der Kolonien in autonome Gebiete und schließlich in selbständige Dominions zu verwandeln, die dann als freie und gleichberechtigte Mitglieder dem Com­monwealth of Nations angehören sollten. Ein in der Theorie verlockender Gedanke, dessen Verwirklichung jedoch nicht nur an der Unwahvhaftigkeit der inne­ren Voraussetzungen scheitern mußte, sondern auch an den harten Tatsachen der politischen Wirklichkeit; denn dieses verfein-erte Weltbild einer -altgeworde- nen imperialistischen Nation stand im krassen Gegen­satz zu den derben Herrschaftsgelüsten der Nord- .amerikayer.

Die 150 Jahre, während deren die Engländer die Welt beherrschten, beschäftigten die Amerikaner sich mit der Erschließung ihres Kontinents und mit der Ansammlung der materiellen Schätze, die ihnen spä- ter als Grundlage der politischen Macht dienen soll­ten. Die in mancher Hinsicht nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Landes führten zur Schranken­losigkeit auch in der Betrachtung der Welt. Es konnte daher eigentlich niemand überraschen, daß eines Tages auch die Außenpolitik mit der gleichen Hemmungslosigkeit zum Gegenstand amerikanischer Tätigkeit wurde, wie es vorher Technik und zrm- lisatorischer Fortschritt gewesen sind. Um so erstaun­licher ist der Untstand, daß m England diese Ent­wicklung niemals vorhergesehen wurde, obgleich doch bie sprachlichen und sonstigen Verbindungen zum nordamerikanischen Kontinent in England besonders eng waren. Aber zweimal innerhalb einer Gene­ration ist das ganze Trachten der britischen Außen­politik darauf ausgegangen, Amerika an dem Schick­sal Europas und der übrigen Welt zu interessieren

|92. Jahrgang Nr. 48 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen:

Gießener Familienblätter Heimat imBild DieScholle

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nen über den Verkauf der Türkei durch Eden an Moskau ist. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Anstifter zu diesem niederträch­tigen Mordversuch im Secret Service upd in der GPU. zu suchen sind. Sprengstoff gehört be­kanntlich zu den Mitteln, mit denen der britische Geheimdienst im Auftrag der Londoner Regierung arbeitet, und es ist längst erwiesen, daß solche Ver­brechen selbst im Schutze der Exterritorialität vor­bereitet und verübt werden.

Noch sind einige Vorfälle, die den Beweis hier­für liefern, in lebhafter Erinnerung. So explo­dierte etwa vor einem Jahr im Pera-Palast in Istanbul das Gepäck der britischen Ge­sandtschaft, die kurz vorher gezwungen war, Sofia zu verlassen. So wurde beim britischen Konsul aus Kreta Dynamit wie auch ein ganzes Waffenlaaer gefunden. Weiter sei erinnert an ähnliche Funde in Serbien und schließlich an die Explosion in Tanger. Dort ist bekanntlich vor drei Wochen der Diplomatenkoffer eines briti­schen Kuriers, der frisch von Gibraltar gekommen war, beim Umladen in eine Autodroschke explodiert.

Daß die GPU. unliebsame ober gar gefährliche Gegner durch Mord aus dem Weg zu räumen pflegt, braucht gewiß nicht mehr betont zu werden. Stalin selbst hat ja einige Praxis auf diesem Gebiet, aus den Zeiten her, da er noch Postkutschen zu über­fallen pflegte. Man kann verstehen, daß ein Diplo­mat wie von Papen in London wie in Moskau viel Kopfzerbrechen und noch mehr Aerger verursacht. Das Attentat aber hat sich zugleich gegen Deutschland gerichtet. Die Gründe sind durch­sichtig und jedermann Har.

Schärfste Verurteilung in der Türkei.

Ankara, 25. Febr. (DNB.) Die gesamte tür­kische Presse veröffentlicht das von der Agence Ana­tolis verbreitete offizielle Kommunique zum Atten­tat gegen den deutschen Botschafter von Papen an hervorragender Stelle. Die meisten Zeitungen fügen dem Kommumqus einen eigenen-kurzen Kommentar hinzu, worin das Attentat aufs schärfste ver­urteilt, Herr von Papen beglückwünscht unb au die unveränderte und nicht zu erschüt­ternde deutsch-türkische Freundschaft hingewiesen wird. Diese kurzen Kommentare lassen erkennen, wie stark die Empörung ist, die in der türkischen Öffentlichkeit durch den verbrecherischen Anschlag gegen den deutschen Diplomaten ausgelöst wurde.

seiner Verbündeten dienen sollen. Die Bol­schewisten gehen ihre eigenen Wege. Die kleinen Nationen werden nicht gefragt. Das britische Epi- pire begibt sich, um dem Tode zu entgehen, all­mählich alles dessen, was es zum Leben braucht. Roosevelt aber kämpft um die Errichtung der ame­rikanischen Weltherrschaft.

Amerika spürt den Krieg.

Berlin, 25. Febr. (DNB.) Wieder muß das amerikanische Marineministerium den Verlust eines Tankers zugeben. Es handelt sich um den 5287 DRT. großen TankerRepublic", der derPetroleum Navigation Company" gehörte.

Der amerikanische Zerstörer ,Iruxton" strandete bei einem schweren Sturm an der Küste von Neu­fundland und ging verloren. Soweit bis jetzt be­kannt, kamen von der 122 Mann starken Besatzung 99 ums Leben. Der ZerstörerTruxton" besaß eine Wasserverdrängung von 1190 Tonnen. DieTrux­ton" war 1920 in Dienst gestellt worden, ihre Ge­schwindigkeit betrug 35 Seemeilen. Sie war be­stückt mit vier 10,2-em-Gefchützen und einer 7,6-cm- Flak, ferner besaß sie 12 Torpedoausstoßrohre.

Nach einer Meldung aus Washington hat das Kriegsproduktionskomitee die Beschlagnahme aller in USA. vorhandenen A l u m i n i u m b e - stände verfügt. Bis zur Herausgabe von Ratio­nierungsverordnungen darf kein Aluminium für zivile Zwecke verwandt werden. Die Beschlag­nahme der Aluminiumbestände in USA. steht in schreiendem Gegensatz zu den kürzlich großmäulig verkündeten astronomischen Zistern der USA.-Flug- zeugproduktion. Auch inGottes eigenem Land" wachsen Roosevelts Bäume nicht in den Himmel!

vrühlscheUnrverfltStZdnlckerer». Lange General-Anzeiger für Oberhessen ei«6<n.6s<illlraS«T.

Das tapfere Herz.

Von Helmut Sündermann, Stabsleiter des Reichspressechefs.

Was bringt der Krieg nicht an abertausend tpun* derbaren Heldentaten mit sich, von denen die Heimat pricht, und die die Welt bewundert. Der kühne. Mut entschlossener Männer ergreift täglich Situa­tionen, packt Gelegenheiten beim Schopf, überrennt den überraschten Feind, wendet zähen Kampf zum Sieg.

Eine fast unübersehbare Reihe kühner Taten ist in den zweieinhalb Jahren dieses Krieges schon in die Geschichte des deutschen Soldatentums einge­gangen, eine Fülle von Namen sind als leuchtende Sterne aufgestiegen Und weisen einer tatendürstigen Jugend den Weg. Jeder der großen Feldzüge dieses Krieges hat eine neue Seite in dem Buche der kübnen Einzelleistung aufgeschlagen und ruhmreich beschrieben.

Dieser Seite gegenüber aber steht ein anderes Blatts auf dem vielleicht keine so spannende Sprache gespro» chen wird, das aber dennoch das tiefste Geheimnis des Siegeszuges der deutschen Wehrmacht enthüllt: das Heldentum des kriegerischenÄlltags» die namenlose, millionenfache Tapferkeit all derer, die als deutsche Soldaten, als feldgraue Marschierer einer Millionenarmee Tag für Tag, Monat für Monat und nun schon Jahr für Jahr ihre Pflicht mit der gleichen Bereitschaft zum heldischen Han­deln tun. Jeder aus dieser grauen Front kann mor­gen vor einer Aufgabe stehen, die seine Haltung, einen Mut und seine Entschlossenheit vor eine gleiche Prüfung stellt, wie sie die großen Helden der Nation bestanden haben. Den meisten wird wohl kaum eine solche Stunde schlagen, aber daß sie alle, ohne ein Wort darüber zu verlieren, diesen Geist im Herzen tragen das ist es, was unsere Soldaten in ihrer Gesamtheit unüberwindlich macht.

Das tapfere Herz ist es, das in ihnen allen schlägt, ihnen die Kraft gibt, sei es ohne jedes Zaudern anzugreifen und nochmals anzugreifen, sei es in rastloser Verfolgung dem Feinde auf den Fersen zu bleiben, oder auch in unerbittlichem'Riw gen mit Sturm und Eis gegen einen hinterhältigen Gegner hart und fest ihren Mann zu stehen.

Wenn dieses tapfere Herz nicht. in der Brust schlüge wie könnten sie über all die Härte und all die Opfer so triumphieren, wie es der deutsche Soldat in den gewaltigen Kämpfen getan hat und tut, die uns mit diesem großen Kriege aufge­zwungen worden sind? Immer, wenn der Körper schwach zu werden scheint oder der Verstand sich vor einem Schrecknis sieht dann ist es dieses tapfere Herz, das zu pochen beginnt, die Kräfte zusammen­reißt und den Instinkt wachruft, auf daß er den Weg durch die Finsternis zeige. Und wie es kein Gefecht gibt, in dem nicht der Soldat während mancher Minute dieser Hilfe bedarf, so gibt es auch keine Schlacht, die nicht vor allem durch dieses Fluidum des tapferen Herzens zum Siege gewendet wird! ~ ,

Was aber von den Schlachten der Frynt gut, hat es nicht gleiche Bedeutung für das Ringen der Hei­mat? Gewiß, sie marschiert nicht wie der Soldat auf dem Wege zwischen Leben und Tod, sie hat es um vieles leichter als er, aber doch gibt es auch im Leben des einzelnen zu Hause manche Stunde, in der es gut ist, wenn er sich des Gleichnisses erin­nert, die kleinen Beschwernisse des Tages vergißt und der Stimme der Tapferkeit allein das Wort überläßt. Wieviel Trübsal wird vergessen, wieviel unnütz düstere Gedanken werden verjagt, wenn jeder Volksgenosse bemüht ist, sich ebenso tapferen He^ zens zu zeigen, wie dies der Soldat draußen täglich tut! _ # r

Auch der Kampf der Heimat für bas Leben unse­res Volkes und den Sieg seiner Waffen ist milllo« nenfach und namenlos. Gerade deshalb bedarf sie des ununterbrochenen Antriebs aus eigener Kraft, eines Antriebs, der ohne die Spannung des Kamp­fes, ohne das aufpeitschende Mitwirken eines gegen­überstehenden Feindes dennoch alle Schwäche über« windet und die Kräfte zur letzten Wirkung entfaltet Nicht Verordnungen allein, nicht nur die leitende Kraft der Volksführung sichern der (ämpfenben Front diesen letzten Einsatz der Heimat der millionenfache Schlag aller tapferen Herzen der Nation ist es, der das Blut durch unseren Körper jagt, die Sinne anspornt, die Mus­keln steift und die 'Fäuste bewegt und der die Hirns mit jenem glühenden Fanatismus erfüllt, der die Heimat mit ihren Soldaten Schritt halten läßt!

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lich den verhältnismäßig ungeschützten Rücken an­springt, dann ist die Aufgabe sicherlich schwer.

Churchill tut hier so, als ob nicht er und einzig und allein er selbst es gewesen wäre, der seit JahrenaufdiesenKrieghinarbeitete, zu diesem Krieg mit alten Registern hetzte und noch im Jahre 1939/40 verhinderte, daß die Frie­denshand, die der Führer England hm- streckte, von England ergriffen wurde. Er kann sich deshalb am wenigsten darüber beklagen, daß er diesen seinen Krieg nun auch durchfechten muß. Churchill kann sich aber auch nicht darüber beklagen, daß er plötzlich einsehen mußte, daß der dritte Gegner, Japan, über eine viel größere Militärmacht verfügt, als er sie selbst besitzt. Denn er selbst war es ja, der auch diesen Gegner im Ver­ein mit seinem Spießgesellen R p o s e v e l t durch eine unverschämte Aggression immer wieder heraus­forderte und großspurig erklärte,Japan müsse von der Erde vertilgt werden." Er selbst war es, der , noch am 10. November 1941 den Mund gehörig voll nahm, als er feststellte:Wenn die USA. in den Krieg mit Japan verwickelt werden, bann wird die britische Kriegserklärung innerhalb einer Stunde I folgen." All diese Aggressionen leisteten sich die - Kriegsverbrecher Churchill und Roosevelt i nur, weil sie eben glaubten, Japan so im Hand- i umdrehen erledigen zu können und weil sie es nicht - für möglich hielten, baß hier ein starkes Volk tm

Kampf um seine Existenz eine so unbänbige Kraft

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