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(Nachdruck verboten.)
9. Fortsetzung.
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Dec große Irrtum
Roman von Meta Vrik.
Und La ist nun ein großes Gut, man wird nicht ausschließlich auf engem Raum zusammen sein. Ran wird eine ausfüllenbe Arbeit haben. Und es scheint, daran. Laß sie beide sich am Ende ineinander verlieben könnten ... nein, daran denkt dieses merkwürdige Mädchen wohl nicht ...
Helene beobachtet Bergenroth.
Sie wild jetzt unruhig. Und sie wird auch böse. Cs hat sie Ueberwindung gekostet, ihm diesen Vorschlag zu machen. Soll er nun antworten. Ja oder nein.
Ihr. dunklen Augen funkeln den Mann, an, aber sie hat sich sehr in der Gewalt, als sie jetzt sagt: „Erledigt, Herr Bergenroth. Vergessen Sie meine Torschläge, die Ihnen natürlich absurd erscheinen müssen."
Sie wendet sich um, den Rückweg einzuschlagen.
Bergenroth hält sie fest. .Laufen Sie mir jetzt nicht davon, Fräulein Deselius. Ich gehe doch mit Ihnen. Sie müssen einem ernsthaften Mann schon Zeit lassen, zu entscheiden, ob er einen so ganz neuen Abschnitt feines Lebens beginnen soll ... aus eine so absonderliche Weise beginnen soll. An eine vollkommene Befriedigung kann ich nicht glauben. Aber vielleicht wird uns die Zeit unseres Pak- trs allerlei Erfahrungen bringen. Sehr viel Arbeit, hoffentlich ... und sehr viel Kampf. Vielleicht den Erfolg, Len ich erstrebe. Verstehen Sie mich aber richt, ich meine damit nicht einen persönlichen Er- fclg. Ich setzte Ihnen schon einmal auseinander, wie wichtig es für unsere Volkswirtschaft ist, die Erträge aus dem Oelfruchtanbau zu steigern."
Ja, natürlich ... und Helene hat das auch voll- kommen erfaßt. Was Bergenroch da sagt, ist aber
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Kunst und Wissenschaft.
Preisausschreiben für unterhaltendes Schrifttum.
Seit Krieasbeginn ist die Nachfrage nach Leist guten unterhaltenden Schrifttum besonders gestiegen. Dor allem Soldaten brauchen unterhaltende Bücher, deren Inhalt von einer lebendigen und wirklichkeitsnahen Handlung bestimmt wird. Sie sollen Len Leser seelisch nicht übermäßig bean« spruchen, sondern ihm FreuLe und Entspannung bereiten und von Sorgen und Nöten des Alltags ab- lenken. Deshalb ist die Schaffung eines solchen Schrifttums kaum weniger wichtig als die Gestaltung großer Dichtung. In einem Wettbewerb für wertvolles deutsches Unterhaltungsschrifttum werden nuy vier Preise zu je 15 OOO RM. und weitere vier Preise zu je 10 000 RM. ausgesetzt. In Frage kommen humoristisches Schrifttum, Abenteuer- und Erlebnisbücher, Kriminal-, Liebes- und Sportromane. Die Einsendungen erfolgen ausschließlich durch die Verleger an Has Werbe- und Beratungsamt für das deutsche Schrifttum.
Luigi Antonelli gestorben.
Der italienische Schriftsteller Luigi Antonelli ist gestorben. Antonelli, der 1882 geboren wurde, war Journalist, Bühnenautor, Kritiker und Novellen- dichter und beeinflußte vyr allem die Geschichte des italienischen Theaters durch seine originellen Lustspiele. Sein Bestes ist wohl „Der Mann, der sich selbst begegnet", in dem auf glänzende Weise Geist und Wirklichkeit, Phantasie und Laune verquickt sind. Er hat auch ein anerkanntes Buch über Gabriele d'Annunzio geschrieben.
Hochschulnachrichten.
Als Leutnant in einem Infanterieregiment starb der Professor für deutsche Philologie an der Universität Kiel Dr. Clemens Lu g o w s k i im Osten den Heldentod. Lugowski wurde 1904 in Berlin geboren. Er studierte in Berlin, Erlangen und Göttingen, promovierte dort 1931 und habilitierte sich tbenba 1935. Von 1936 bis 1939 hatte er Vertretungen in Heidelberg und Königsberg inne. 1939 erfolgte seine Berufung nach Kiel, wo er 1942 Ordinarius wurde. Er war Mitherausgeber der „Zeitschrift für deutsche Bildung". Von seinen Werken nennen wir „Wirklichkeit und Dichtung". — Am 16. November feierte der emer. u. o. Professor für Mineralogie an der Universität Berlin Dr. Max B e l o w s k n sein goldenes Doktorjubiläum. Be- lowsky, der sich 1905 in Berlin habilitierte, steht im 78. Lebensjahr. Er gehört zu den Mitbegründern der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft. Seine Veröffentlichungen betreffen Petrographie, gesteinsbildende Mineralien und Edelsteinkunde.
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ihre Stadtmauern zogen, die Krieger verborgen hatten, die in der Nacht ihren Kampfgefährten die Tore Trojas öffneten. Ausdrücklich wollte Dimitroff unter feinem „trojanischen Pferd" die Versuche verstanden haben, durch Zellenbildung demokratische, liberale, religiöse und sogar nationale Verbände, besonders Äugendverbände, in das Kielwasser der Komintern zu bringen. So erklärt sich auch, daß die Abwehrmächte, die sich im Antikomin- tern-Pakt zusammengefunden hatten, einen ständigen Nachrichtenaustausch über die Tätigkeit der Kommunistischen Internationale, sowie über die zweckdienlichen Aufklörungs- und Abwehrmaßnahmen einleiteten. Inzwischen haben die Ereignisse bis in die letzten Tage aller Welt bargetan, daß bei der Gründung des Antikomintem-Paktes die bolschewistische Gefahr noch unterschätzt worden ist. Zwar ist die Kommunistische Internationale zerstoben wie die Spreu vor dem Wind, aber hinter ihr ist der ganze Kriegsapparat des Bolschewismus sichtbar geworden, dessen vorbereitender Kriegsgehilfe die Kömintern gewesen war und sein sollte.
Im Bunde mit dem Bolschewismus stehen die plutokratifchen Regierungen der angelsächsischen Welt und ihre Trabanten. Deshalb ist der Anti- komintern-Pakt, auch wenn seine Artikel förmlich nichts darüber aussagen, nicht allein gegen den Bolschewismus, sondern in gleicher Weise gegen die plutokratischen Mächte des Westens gerichtet, die die Zukunft Europas in dem Moskauer Pakt Edens vom Dezember 1941 und in dem Londoner Pakt Molotows vom Mai 1942 an den Bolschewismus verraten haben. Schon bei dem ersten Zusammenstoß der Antikomintem-Mächte mit dem Bolschewismus im spanischen Bürgerkrieg hat der angelsächsische Imperialismus den blutigen Aufstand der Komintern gedeckt und gefördert. In Spanien hat der Geist des Antikomintem-Paktes aber auch feinen ersten Sieg gegen die bolschewi- stisch-plutokratische Weltverschwörung errungen. Der Antikomintern-Pakt ist der Protest der neuen gegen ebne überlebte Ordnung der Welt. Das Ziel ist Rettung vor der bolschewistischen Pest, Aufbau einer neuen besseren Weltordnung.
Aus -er Stadt Gießen.
Erkältungen „im Keim ersticken'.
Die hohe Zahl der Erkältungskrankheiten im Spätherbst, im Winter und vor allem auch im nassen Vorfrühling ist zu einem großen Teil vornehmlich auf falsches Verhalten der Betroffenen zurückzuführen. Diele beugen Erkältungen nicht nur nicht vor, was durch Anpassung der Kleidung und durch zielbewußte Abhärtung, d. h. durch Hautpflege, insbesondere die allmorgendliche kühle Dusche oder kalte Abreibung und vernünftiges Verhalten durchaus erreichbar wäre, sondern sie beachten auch nicht einmal die ersten Anzeichen der aufkommenden Erkrankung, wenn sie sich erkälten, und bleiben selbst dann durchaus untätig, so daß es meist erst dadurch zum eigentlichen Krankheitsausbruch kommt.
Es liegt in unserer Hand, dies weitgehend zu verhindern. Das ist nämlich das Eigentümliche der sog. Erkältungskrankheiten: Die Heftigkeit und die Schwere der Erkrankung entscheidet sich in den meisten Fällen nicht etwa schon bei der Infektion, d. h. bei der Aufnahme der ansteckenden Krankheits- keime. Und sie entscheidet sich auch beim Vorgang der „Erkältung" noch keineswegs endgültig, wenn auch jede Erkältung die Abwehrkräfte des Körpers fähmt und dadurch den Krankheitskeimen den Angriff auf unsere Gesundheit ermöglicht. Zwar sind die Erkältung und die Infektion die Voraussetzungen der Erkrankung. Ob diese Erkrankung aber wirklich vollständig und wie weit sie dann heftig und schwer zum eigentlichen Ausbruch kommt, ist fast immer in unsere Hand gegeben. Es kommt vielmehr darauf an, die Entwicklung des Anfalls zur eigentlichen Erkrankung zu verhüten, d. h. im rechten Augenblick mit geeigneten Maßnahmen die auffommenoe Erkrankung' im buchstäblichen Sinne des Wortes „im Keim" zu ersticken. Gelingt dies, so werden wir trotz Infektion und Erkältungsanfall nicht tatsächlich „krank". Und das ist in zahllosen Fällen durchaus erreichbar.
Allerdings darf man sich nicht mit oberflächlichen Maßnahmen begnügen. Zwar fetzt der Körper auch ohne unser Zutun seine natürlichen Abwehrkräfte gegen die Infektionskeime ein. Durch Schnupfen sucht her Körper Keime abzuschwemmen, durch Husten Keime hinauszubefördern, mit Temperaturanstieg reagiert er abwehrend auf die krankmachende Wirksamkeit der Krankheitskeime. Aber daß der Körper bereits solche Mittel der Abwehr mobil machen muß, ist ein Zeichen, wie weitgehend sich die Krankheitsstoffe bereits entwickelt haben und wie wichtig es ist, unserem Körper nachhaltig und energisch zu Hilfe zu kommen, seine Abwehrkräfte wirkungsvoller zu machen und sie zu vervielfachen.
Wichtigste und erfahrunasgemäß erfolgreichste Maßnahme der erste» Hilfe ist eine energisch durch- geführte Schwitzkur noch am gleichen Tage erster Erkrankungsanzeichen, möglichst unmittelbar nach Arbeitsschluß. Wer es irgend kann, beginnt sie mit einem heißen Bad. Die Wassertemperatur soll anfangs etwa 37 bis 38 Grad Celsius betragen; durch nach und nach hinzugefügtes heißes Wasser, das der Badende rasch verteilt, kann man die Temperatur steigern, etwa bis auf 41 Grad Celsius ober, wenn man es gut verträgt, auch ein geringes mehr. Nach dem Bad wird der Körper scharf frottiert, bann geht es, gut ringehüttt, ins Bett. Dort nimmt der Patient ein heißes Griränk kLindenblütentee, Fliedertee, heiße Buttermilch, Kamillentee ober ähnliches), deckt sich bis an die Nasenspitze fest zu und hält unbedingt den gewöhnlich sehr kräftigen Schweißausbruch mindestens eine Stunde aus.
Kann das Schwibbad nicht genommen werden, so ersetzt man es z. B. durch eine Vollpackung: Auf das Bettlaken wird eine .Wolldecke gelegt, ein zweites Bettlaken wird in heißes Wasser getaucht, scharf ausgewrungen, bis nichts mehr herauszuwringen ist, darin wird der Patient im Bett vom Hals bis zu den Zehen rasch eingewickelt und mit einer weiteren Wolloecke bedeckt: darüber kommt das Federbett. Diese Packung wird, wie das Schwitzbad, durch ein schweihti-"'^endes Mittel, geaebenenfatls auch durch mehrere Wärmflaschen im Bett, vor allem an den Fußen, wirkungsvoller gemacht.
Bei Schnupfen wird dem Patienten wiederholt erhitzte trockene Watte auf den Nasenrücken gelegt. Bei Schluckbeschwerden nimmt man tagsüber und während der Schwitzkur desinfizierende Tabletten, später wird mit einer Wasserstoffluperorndlösung gegurgelt. Erst wenn der Schweißausbruch nachläßt, frühestens aber etwa eine Stunde nach dem Schwitzbad ober nach Beginn der Dollpackung wird der Körner scharf trocken aeriebm: der Patient erhalt trockene Wäsche, die Wärmflaschen im Bett werden von neuem heiß gefüllt, und nun soll der ^chl"? fnfqen. Nächstentaaa früh ist die Heftigkeit des Erkältungsanfalls meist überwunden oder doch wesentlich gebessert.
Unbedingt ist die Temperatur des Patienten zu messen. Solange sich Fieber zeigt, ist Bettruhe ein
zugleich auch seine Einwilligung in ihren Vorschlag.
Sie wirft den Kopf zurück. Nicht aus Trotz jetzt, sondern aus Freude. Ihre Augen strahlen. Sie streckt die Hand aus. „Das heißt also ... Sie sind einverstanden?"
Er nickt: „Ich will Ihnen meinen Namen geben. Aber ich will mich nicht dafür von Ihnen bezahlen lassen mit dem Land für meine eigenen Zwecke und mit Geld, daß Sie mir in diese Zuchlversuche hinein geben wollen. So geht das nicht. Ich will Ihnen meine Arbeitskraft auch für das Gut zur Verfügung stellen. Ich werde also doch Ihr Verwalter werden müssen."
„Und das wird ganz gut sein. Der Uhlenhof wirft jetzt keineswegs den Ertrag ab, den man erwarten kann."
„Also müssen die Stiftungen des Betriebes erheblich gesteigert werden."
„Das wird Ihre Aufgabe fein, Bergenroth. Und es wäre bann also auch Aussicht, Land für Ihre Forschungen frei zu bekommen — das heißt, ohne Risiko die Züchtungen in größerem Maßstabs zu betreiben. Vielleicht —", sagt Helene nachdenklich, „vielleicht wird später die Züchtung den Betrieb stark beeinflussen: dann wird es gut sein, wenn die Leitung in einer Hand ist."
„Das alles muß sich erst ergeben. Wir werden jedenfalls für unsere gemeinsame Arbeit noch genaue Bestimmungen treffen müssen."
„Das soll mir recht sein. Doktor Gebauer — er ist mein Berater und betreut auch Gertraude Schrött in allen knifflichen Fragen — Gebauer also mirb uns den Vertrag aufsetzen."
„So wären wir also verlobt, Helene —", sagt Bergenroth.
„Ja", erwidert sie ruhig.
Sie ist zufrieden. Sie hat alle Bedenken Bergen- roths zerstreuen können, und sie ist nun ihres Sieges über Rautenberg sicher.
Bergenroth ist es bann, ber zuerst bas Du finbet. Er fragt: „Und wann bachtest du cm ein Inkrafttreten unseres Paktes?"
Freiwilliger Osteinfah erst nach Bewährung.
Der Landdienst beantwortet eine Elternfrage.
NSG. In Liesen Wochen läuft tue Werbung für den Hitler-Äugend-Landdienst. Alle gesunden, kräftigen Jungen und Mädel, die Lust und Liebe zur Landarbeit haben, sind durch den Reichsjugenb- führer aufgerufen, über den Landdienst den Weg zur eigenen Scholle zu finden. Nur der Wille des einzelnen und die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Aufgehen im bäuerlichen Beruf find hierbei entscheidend, der Geldbeutel der Eltern spielt keine Rolle.
Einer Frage ber Eltern begegnen wir jeboch häufig: „Wird mein Junge oder mein Mädel nun gleich im Osten eingesetzt? Ist das nicht zu schwierig oder gewagt bei so jungen Menschen?" Diese Sorgen können ohne weiteres entkräftet werden. Alle Landdienstfreiwilligen, die nach ihrer Schulentlassung in die Lager des Gebietes Hessen-Nassau eintreten, verbleiben in unserem Gau. In Oberhessen, Odenwald und Rheinhessen, im Taunus und im Oberlahnkreis harren Einsatzorte, .in denen schon
seit Jahren LanddienstausbilLung betrieben wird, der jungen Freiwilligen. Erst wer sich hier im ersten bzw. zweiten Landdienstjahr bewährt und sich dann zum Osteinsatz meldet, wird — wenn er allen Anforderungen gerecht wird — bas Glück Haden, in den Landdienstlagern Warthegau, Protektorat oder Danzig-Westpreußen Weiterarbeiten zu dürfen. Voraussetzung ist allemal die Bewährung im eigenen Gebiet, denn auch die Aufnahme in Nachbargebiete oder besonders gewünschte Gegenden kann in ber Regel nicht erfolgen.
Im Laufe der Jahre sind viele Hunderte Hessen« nassauischer Jungen und Mädel durch die Lager unseres Heimatgaues gegangen, sie haben sich wohlgefühlt und etwas gelernt. Wenn auch der Tatendrang bei so manchem Freiwilligen verständlich ist, muß er doch einsehen, daß dem größeren Einsatz erst die Bewährung in der Heimat voraus- gehen muß.
Beratung mit den Ratsherren.
Der Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Bürgermeister Dr. Hill, hatte die Ratsherren der Stadt Gießen am gestrigen Dienstagnachmittag zu einer Sitzung in das Stadthaus, Bergstraße, eingeladen. Aus der umfangreichen Tagesordnung sind die nachstehenden Punkte von besonderem Interesse.
Die Entwicklung der Finanzlage der Stadt im ersten Halbjahr des gegenwärtigen Rechnungsjahres 1942 ist, nach einem Bericht des Bürgermeisters Dr. Hill, in jeder Hinsicht günstig verlaufen. Die Stadtverwaltung ist bei dieser erfreulichen Entwicklung auch weiterhin von dem Bestreben geleitet, durch verstärkte Schuldentilgung eine weitere Entlastung der städtischen Finanzen herbeizuführen, daneben aber durch die Bildung von Rücklagen auch finanzielle Reserven für die nach dem Kriege in unserer Stabt auf tretend en großen Aufgaben bereitzustellen.
Der Zusammenlegung der Städtischen Musik- und Orchesterschule, die im Jahre 1941 gegründet wurde, mit-ber Jugend-Musikschule der Hitler-Jugend steht die Stadtverwaltung grundsätzlich bereitwillig gegenüber. Die Stadt wird also die in dieser Hinsicht bestehenden Pläne begünstigen.
Mit der Spielvereinigung 1900 und dem Verein für Bewegungsspiele-Reichsbahn waren im Jahre 1926 Verträge abgeschlossen worden, nach denen die Vereine Sportplatzgelände unter gleichzeitiger Gewährung von Darlehen seitens ber Stadt zuge- wiesen erhielten. Jrn Verlaufe ber Jahre hat sich ergeben, daß ben beiden Vereinen die finanzielle Erfüllung ihrer Vertragspflichten nicht möglich war. Die Verträge sind immer mehr zu einer Last für die Vereine geworden. Um sie davon zu befreien
und ihnen zugleich die Bereitwilligkeit ber Stadtverwaltung zur Förderung ihrer sportlichen Tätigkeit zu bekunden, ist nunmehr eine Neuregelung getroffen worden. Danach übernimmt die Stadt die beiden Sportplätze unter gleichzeitiger Aufhebung der früheren Verträge mit den Vereinen und Streichung ber finanziellen Verpflichtungen, auch der Zahlungsrückstände der Vereine. Gleichzeitig werden die Sportplätze den Vereinen gegen einen mäßigen monatlichen Pachtbetrag zur Verfügung gestellt, so daß die 1900er und der DfB.-R. nunmehr auf völlig neuer wirtschaftlicher Grundlage ihre sportliche Arbeit ausüben und sich dabei der verständnisvollen Förderung durch die Stadtverwaltung erfreuen können.
In der Beratung mit den Ratsherren nahm auch eine Aussprache über unsere Gasversorgung breiten Raum ein. Die Berechtigung ber Klagen unserer Hausfrauen über mangelnden Gasdruck wurde allseitig anerkannt. Daß die Stadtverwaltung und die Werkleitung gewillt sind, auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen nach bester Möglichkeit Mängel zu beseitigen, ist daraus ersichtlich, daß schon seit einiger Zeit Pläne erwogen werden, durch deren Verwirklichung eine Besserung der Gasversorgung zu erreichen wäre. Stadtverwaltung und Werkleitung werden alles daransetzen, um eine ins Auge gefaßte Zwischenlösung so rasch wie möglich zu schaffen. Daneben wird aber auch weiterhin durch Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten des Gaswerks versucht werden, den Gasdruck zu verbessern.
Im übrigen beschäftigten sich Bürgermeister und Ratherren mit einer Reihe weiterer Angelegenheiten interner Art.
zuhalten. Geht das Fieber nicht alsbald zurück, fühlt der Patient nicht eine sehr wesentliche Wirkung der ersten Hilfe» zeigt sich also eine heftigere Infektion, so ist bald für ärztliche Hilfe zu sorgen. Herz- und Zuckerkranke, sowie Volksgenossen mit erhöhtem Blutdruck sollten sofort den Arzt um Rat fragen, weil für diese eine Schwitzpackung unter Umständen mehr Schaden als Nutzen bringen kann.
In jedem Falle gilt auch für bie ärztlichen Heilmaßnahmen, daß sie um so wirksamer fein werden, je früher sie einsetzen.
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Donnerstag, 26.11. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Alicenftraße 10, statt.
Kür Tapferkeit vor öem ßeinöe.
Der (Befreite Kurt Pflüger aus Gießen, Horst-Weffel-Wall 56, wurde für feinen tapferen Einsatz bei ben Kämpfen einer Panzerbivision im Osten mit bem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.
Wie im vorigen Winter.
Im vorigen Winter war für bie Labengeschäste in unserer Stabt eine gewisse Erleichterung ber 23er- dunkelungspflicht zugelassen worden. Danach war es nicht nötig, die Ladenschaufenster selbst in ber Zett vom Beginn der Dämmerung bis 19 Uhr und morgens ab 6 Uhr zu verdunkeln, allerdings durfte in ber Ladenauslage kein Licht brennen. Es war zulässig, bas Licht der im Verkaufsraum brennenden Lampen durch die Schaufensterauslage gewisser
maßen als indirekte Lichtquelle nach außen hin wirken zu lassen, wenn dieses Licht nicht allzu grell von außen her sichtbar war. Die Geschäftsinhaber hatten dabei die Verpflichtung, beim Ertönen der öffentlichen Luftwarnung und bei Fliegeralarm auch die Verdunkelungseinrichtung an ben Ladenschau- fenftem sofort herabzulasfen, bamit alsbald jeder Lichtschein nach außen hin unmöglich gemacht war. Diese Erleichterung vom Vorjahre ist auch für die gegenwärtigen Wintermonate für Gießen beibehalten worden, sie gilt aber nur für Läden im Parterre, also nicht für solche in Obergeschossen. Für Privat- Wohnungen gilt die Erleichterung nicht, hier ist alles in gewohnter Weise rechtzeitig und ausreichend zu verdunkeln.
Eine Schaufel Kohle ...
10 Stück Ziegel '
1 1
1
1
kg Zeitungspapier qm Tuch kg Garn
„ Zucker
„ Stickstoff
1,8 kg Kohle
2,5 „ „
1,0 „
4,5 „ „
2,5 „ „
1,0 „
3,5 „ „
NSG. Nahezu in jedem Gebrauchsgut ist Kohle in irgendeiner Verwandlung enthalten, wenn auch nicht als Rohstoff, so zumindest als Brennstoff oder Energiequelle. Oft stecken im Verhältnis große Mengen Kohle in beiz unscheinbarsten Dingen. So braucht man zur Herstellung von
10 1 Bier
Weil jeder Kohle braucht, müssen alle sparen!
Wenn jeder Haushalt in Deutschland in ber Woche nur eine Schaufel Kohle weniger verbraucht, dann ergibt das ein Quantum von 2,5 Millionen Tonnen. Soviel Kohle ist notwendig, um 20 Schlachtschiffe
„Meine Papiere sind in Ordnung. Wenn du auch bie deinen beisammen hast?"
„3a."
„So kann die standesamtliche Anmelbung sehr bald schon erfolgen, meine ich."
„Wir brauchen dann Zeugen, Helene."
„Gertraude und Doktor (Bebauer werden dazu gern bereit fein, falls du nicht einen anderen Vorschlag haft."
„Nein. Ich habe keine Angehörigen, Helene. Da auch du ganz unabhängig bist, so ist wenigstens kein engerer Kreis da, den wir mit unserer Ehe in Erstaunen versetzen können."
Helene zuckt die Schulern. Auch das würde sie wenig kümmern: aber so ist es natürlich besser.
Sie denkt: Wird Bergenroth nun eine Frage nach bem Mann stellen, vor dem sie sich burch diese Heirat schützen will —?
Er tut es nicht. Vielleicht benkt er gar nicht baran. Man will ja einen Vertrag schließen, an bem bie Herzen durchaus nicht beteiligt sind.
Bergenroth kommt noch einmal auf die notwendigen amtlichen Formalitäten zurück und fragt, wo sie vollzogen werden sollen. ,Ln Berlin, wo du bisher wohntest?"
Sie schüttelt ben Kopf. Nein, nicht in Berlin. Man kann bas boch gleich hier in der kleinen Stabt erfebigen.
Auch damit ist Bergenroth einverstanden.
Eine Pause tritt ein.
Sie sind während ihres Gespräches ben Weg aufwärts weitergegangen, ben Rückweg zur Burg. Vor ihnen liegt nun wieder ber untere Burghof. Es ist ziemlich dunkel geworden, unb bas mittelalterliche Burgtor wirkt wie ein Eingang zu tiefen, geheimnisvollen Schluchten.
In Bergenroth lehnt sich ein Gefühl gegen bie Nüchternheit biefer Stunde auf: einer Stunde, die immerhin dem Leben zweier Menschen eine neue Richtung geben soll.
Er bleibt stehen unb nimmt Helenes Hände mit gutem, festem Druch
Er sagt: „Wir haben einen Bund geschlossen, Helene — einen seltsamen Bund. Wie sich alles auch gestalten mag — ich will dir allezeit ein verläßlicher Freund sein! Das verspreche ich dir!"
Helene hält seine Hand und erwidert: „Ich danke dir, Richard — Vertrauen auf Gegenseitigkeit und gute Kameradschaft!"
.Liebe Käte! Lassen Sie mich auf Gespräche zwischen uns zurückkommen, die wir niemals zu einem wirklichen Abschluß brachten, weil der Zeitpunkt dafür noch nicht gekommen schien. Sie wollten nicht immer nur als Gast in meinem Hause leben. Gut, Käte, ich will Ihnen bas nun auch Ihnen liebgewordene Häuschen in Bramstedt vermieten; mit Vorkaufsrecht, wenn Sie so wollen. Und die gezahlte Miete verrechnen wir später auf ben Preis. Einverstanden?
Ich schicke Ihnen eine Liste der Möbel, die ich gerne haben möchte; die andere übrige Einrichtung betrachten Sie als zum Hause gehörig.
Wenn ich mich recht erinnere, erzählte ich Ihnen von dem Gut, das mir mein Vater hinterließ, um das ich mich aber bislang wenig kümmerte. Dort, auf dem Uhlenhof, werde ich jetzt leben unb schaffen, und dorthin schicken Sie mir auch meine Möbel. Das Fuhrgeschäft in Bramstedt wird das besorgen.
Vieles wird jetzt anders werden, liebe Käte. Ich werde mich in allernächster Zeit verheiraten, unb mein Leben wird jetzt Aufgaben bekommen, die auf einem mir bisher ganz fremden Gebiet liegen. '
Immer aber, liebe Käte, werde ich gerne von Ihrem und Marttns Leben hören; und wenn es wieder Sommer wird, werden Sie mich hoffentlich mtt dem Buben auf dem Uhlenhof besuchen!
Herzlichst Ihre Helene Deselius."
Käte Allert läßt den Brief sinken. Sie ist sehr überrascht durch die Nachricht, daß Helene sich derheiraten wird. Dahinter tritt der andere Inhalt des Briefes zurück.
(Fortsetzung folgt)


