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Timur im Kinderbett
Von Karl Heinrich Waggerl.
der finnischen Lotta-Führerin Fanni Luukkonen und dem Schutzkorps-Führer Generalleutnant Malmberg empfangen, der ihr dabei das Schutzkorps-Derdienst- kreuz überreichte.
Stabschef Lutze hat sich aus Einladung des Reichskommissars Terboven nach Norwegen begeben. In Oslo besuchte er auch die oberste Hird- Führung und besichtigte Einrichtungen dieser Kampforganisation von Nasjonal-Samling, wobei Hird- Chef Moeystad die Aufgaben des Hird umriß.
Anläßlich der Anwesenheit von Gauleiter Sauckel veranstaltete die Landesgruppe Frankreich der Auslandsorganisation der NSDAP, im Trocadero eine große Versammlung für alle Deutschen in Paris, in der Gauleiter Sauckel sprach.
*
Präsident Roosevelt unterzeichnete am Montag ein Gesetz, das die Grüdung einer weiblichen USA.- Reserve-Küstenwache vorsieht.
eine ü^rl hing vor neuen des
„Schwieriger als erwartet."
Oie deutschen Ll-Boote der gefährlichste Gegner.
Zeitschriften.
,.9m,J^DemberWf Zeitschrift „gieues m£lL<V^attcr des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Verlag Berlin SW 68) schildert il a. Dr. K. Salecker in Wort und Bild Geist und Leben in den nationalpolitischen Erziehungsanstalten. 2n den „Völkischen Lebensfragen" erteilt das Rassen-- politische Amt Auskünfte von grundsätzlicher Be- deittung; deshalb ist diese Sparte stets aktuell und auch für den nicht unmittelbar Beteiligen W lesenswert»
General Catroux, der Vertreter von de Gaulle im Mittleren Osten, ist in London eingetroffen, wo er Besprechungen mit de Gaulle über die Lage in den französischen Kolonien haben wird.
Aus aller Wett.
375 Jahre hessisches Staatsarchiv.
Das Hessische Staatsarchiv kann in diesem Jahre auf ein 375jähriges Bestehen zurückblicken. Das Geburtsjahr des Hessischen Staatsarchivs ist das gleiche wie das der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, nämlich 1567. Als Landesarchiv schuf ihm jeder Gebietszuwachs der Landgrafschaft einen Zuwachs. So 'finden wir in ihm außer den althefsischen Archivalien solche von Kurmainz, Kurpfalz, Hessen- Kassel, Hanau, Erbach, Isenburg, der Ritterschaft des Bistums Worms, der Reichsstädte und zahlreicher aufgehobener Klöster, Es umfaßt auch viele ihm anvertraute G e m e i n d e a r ch i v e. Neu hinzugekommen ist die Betreuung der Ortsgeschichte und der Familien künde.
Zehn Stunden nach der Tat zum Tode verurteilt.
In Innsbruck wurde am Dienstagvormittag der Polizeiwachtmeister d. R. Ortner von einem
40,8 Millionen RM. mehr beim dritten Opfersonntag.
Am dritten Opfersonntag des Kriegs-Lvinterhilfs- werks 1942/43 hat die Heimat 43149 867,57 R21L aufgebracht. Gegenüber der gleichen Sammlung des Vorjahres, die 32 320 816,41 KKL erbrachte, ist eine Zunahme von 10 829 051,26 RM., das find 33,5 v. h., zu verzeichnen.
Ekuador — eine nordamerikanifche Kolonie.
Rom, 26. Nov. (Europapreß.) Zu der Besetzung der Hauptstadt von Ecuador, Quito, durch nordamerikanische Truppen, während der ecuadorianische Präsident Arroyo del Rio auf dem Wege nach Washington ist, schreibt ,La Tribuna", daß Ecuador zum Rang einer nord amerikanischen Kolonie herab- gewürdi'gt sei. Roosevelt, der schon Zentralamerika unterjocht habe, führe auf diese Art ein neues imperialistisches Manöver zu Ende. Mit Ecuador beginne die völlige Knechtung der Staaten Südamerikas. Ebenso schreibt „Giornale d'Italia", Präsident Arroyo del Rio begebe sich nach Washington, um den Preis zu kassieren, während die USA.- Truppen die Hauptstadt.des von ihm regierten Landes besetzten, das er kurz vor seiner Abreise in die Hände des Militarismus von Washington gegeben habe. In Guayaquil, wo die USA.-Streitkräste gelandet sind, verstärke sich unter den Parteigängern des ehemaligen Präsidenten Delasco P b a r r o die Opposition gegen die Unterwerfungspolitik Arroyo del Rios gegenüber Nordamerika.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Präsidenten der portugiesischen Republik General Fragoso Carmona zum Geburtstag seine herzlichen Glückwünsche übermittelt.
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Die Hähne in den Gürten, der Meßner Glockenturm und die Fuhrleute, wenn sie an Tränke lärmen und fluchen — ach, alles, was früh aufsteht, ist ein Abscheu für Barbara, das Kind. Ein
Sechs Lahre Antlkomintern-Pakt.
Am 25. November 1936 würbe der Antikomintern» Pakt gegründet. Sechs Jahre find eine kurze Frist. Allein in ihnen hat sich das Weltbild v o n Grund auf gewandelt. Damals regierte in Frankreich die Volksfront. In Spanien war eben der Bürgerkrieg entfesselt worden. Nur drei Jahre vor der Gründung des Antikomintern-Paktes war dem Bolschewismus in Deutschland und damit auch in ganz Mitteleuropa durch den nattonalsozialisti- schen Umbruch Einhalt geboten worden.
Der kürzlich verstorbene Völkerrechtslehrer Professor Freiherr von Freytagb-Loring* h o o e n schreibt in seiner sehr präzisen Übersicht der Außenpolitik Deutschlands von 1933 bis 1939 über den Antikomintern-Pakt: „Es handelte sich hier um eine Vereinbarung eigener Art, die in keine der bisher gekannten Vertragsgruppen eingereiht werden konnte. Selbstverständlich trug fie politischen Charakter. Aber das war nicht im üblichen Sinn der Fall, da sie sich nicht gegen Gefab. ren richtete, die von einem anderen Staate drohten, fonbern als G egner eine außer staatliche Organisation, nämlich die Kommunistische . Internationale (Komintern) ins Auge faßte. Man konnte von einem ideologischen Bündnis gegen einen geistigen Gegner — soweit der Kommunismus als solcher bezeichnet werden darf — sprechen. Aber gleichviel, welche Ausdrucksweisg man wählt, die Tatsache ist unbestreitbar, daß es sich hier um eine vollkommen neue Erscheinung handelte, die unter politischen wie völkerrechtlichen Gesichtspunkten gleich beachtlich war. Neu war sie auch insofern, als die getroffenen Vereinbarungen sich in erster Linie innerhalb des eigenen Gebiets Der Parteien auswirken sollte, nämlich in der Bekämpfung der kommuni st ischen Propaganda, so weit sie sich auf diesem Gebiet bemerkbar machen würde."
Diese Zusammenarbeit gegen die Kommunistische Internationale war damals unerhört aktuell. Nicht nur, weil die Kommunistische Internationale ihre Fahne mit Hammer und Sichel schon in Madrid aufgezogen hatte und in Frankreich stiller Regierungspartner geworden war, sondern vor allem auch deshalb, weil die Kommunistische Internationale auf ihrem Moskauer Kongreß im Jahre 1935 die absolute Illoyalität zum offiziellen Programmpunkt gemacht hatte. Damals prägte der berüchtigte Dimitroff das Wort von dem trojanischen Pferd, durch das der Kommunismus in andersvölkische Staatsgemeinschaften ebenso still und heimlich eingeschmuggelt werden sollte wie die alten Griechen im Bauch eines Holzpferdes, das die Trojaner in
Die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz- Klink weilt in Begleitung der Hauptabteilungsleiterin Grenze-Ausland des Deutschen Frauenwerks, Carmen von Schulmann, auf Einladung der Frauenorganisation Lotta Soaerd und der Deutsch-Finn- ländischen Gesellschaft in Finnland. Sie wurde von
Es ist das Gefühl für die kleinen, ja niedlichen und ost winzigen Schönheiten der Welt. Anmut entzückt, dein Lächeln tut es, das Glühwürmchen, das sich in deinem Haar verfing, ein Tautropfen in einer Rose oder im Blattkelch einer Lupine Junge Häschen oder junge Enten vermögen zu entzücken, und sogar dein kleiner, rührender Fingernagel kann es. Es ist ein ausgesprochen zärtliches Gefühl. Es geht einem das Herz dabei auf. WaF 9'bt es für entzückende Kinder. Es gibt sogar entzückende alte Damen.
In vielen Wohnungen (auch bei uns) hat man den entzückenden kleinen Sächelchen eine Art Haus- altar ober Tempel errichtet: eine Vitrine, darin sie zur Schau gestellt sind. Du findest darin beispielsweise eine Walnuß mit einem goldenen Scharnier versehen zum Oeffnen, und darin ist ein allerliebstes goldenes Nähzeug, eine kleine Schere, ein Fingerhut. ein Nadelbüchschen. Wer die Nuß öffnet (sie ist mit altrosa Samt bräutlich ausgeschlagen) und es nicht einfach entzückend findet, mit so jemand werde ich mich nie ganz verstehen. Hier hast du es gleichsam „in nuce", in der Nuß, was ich memte: „Ein Nixcheu in einem silbernen Büchs- chen und ein goldenes Warteweil", wie das Kindersprüchlein verheißt.
Es gäbe kein Spielzeug auf der Welt, keine Puppenstuben, keine Bilderbücher, lebte nicht auch in den Großen der sehr natürliche, sehr menschliche Smn für das Entzückende. Es wäre recht schade, wenn er uns verlorenginge.
Ja, Lämmer! Kein Lamm ist jemals so vom Bösen versucht worden wie Peter, der seinen Topf im Augenblick geleert und sauber geleckt hat und nun sehen muß, was für eine Unmenge Koch der Bruder noch übrig hat. Paul nämlich ist von einer mehr bedächtigen Natur, er schlingt nicht, er kaut das Koch genießerisch, und darum sieht es aus, als habe er dreimal soviel zu verzehren. Peter sitzt vor.ihm und folgt dem Löffel auf und ab mit den Augen, und indessen reift ein verruchter Gedanke in seinem Kopf, einer von jenen Gedanken, die ganze Völker vertilgen können, wenn sie zum Beispiel ein Timur denkt.
Timur-Peter greift plötzlich und blitzschnell in den Napf des Bruders, und schöpft heraus, was in einer Hand Platz hat und sonst noch hängen bleibt, jedenfalls viel mehr, als mit einem Kinderlöffel zu holen wäre. Einen Augenblick ist Paul in Entsetzen erstarrt, dann reißt er den Mund auf und hopst vor Zorn und brüllt und kann nicht mehr Luft schöpfen, geschweige denn schlucken, keinesfalls, bis Peter auch den Rest des Koches verschlungen hat.
Eine Kainstat, es folgt auch gleich das Strafgericht, Kopfstücke von Barbara und furchtbare Drohungen von wochenlangem Fasten bei Wasser und Brot. Aber das ist weiter nicht schlimm, so viel hat Peter schon herausgebracht: daß einem, was man im Magen hat, niemand mehr nehmen kann.
Peter muß ja von Freibeuterei leben, denn was ihm sonst zufällt, reicht bei weitem nicht aus, den ewig mahnenden Wurm in feinem Bauch zu beruhigen. Immer ist auch Barbara nicht zur Hand, und darum gelingt ihm doch zuweilen ein heimliches Räuberstück, das ihm einen Rest Butterbrot einbringt, oder einen halben Apfel, den der Bruder fallen läßt, wenn man ihm zur rechten Zelt ein Bein stellt. Mutter wundert sich, weil der kleine Paul gar nicht recht gedeihen will und immer so blaß unb mager bleibt, währenb der andere ordentlich Speck ansetzt, so knapp man ihn hält. Aber wenn Gott will, wird man wohl auch von Maulschellen fett
Häftling, den er ins Gefängnis bringen sollte, durch einen Messerstich ermordet. Der Mörder, der 29 Jahre alte Siegfried Leimgruber, war vor zwei Jahren wegen Freiheitsberaubung zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. In. Lübeck gelang es ihm, zu entweichen, doch wurde er jetzt in Innsbruck verhaftet. Es gelang ihm, sich in den Besitz eines Taschenmessers zu setzen, das er dem neben ihm gehenden Polizeiwachtmeister blitzschnell in die Brust stieß. Der Verbrecher flüchtete, konnte aber wenige Stunden nach der Tat auf dem Dachboden eines Hauses von der Kriminalpolizei festgenommen werden. Noch am gleichen Abend hatte sich der Mörder vor dem Sondergericht zu verantworten, das ihn wegen heimtückischen Mordes zum Tode verurteilte.
Folgenschweres Feuerwerk.
Ein zwölfjähriger Junge aus Dresden wollte auf der Straße ein Feuerwerk veranstalten. Da aber an Personen unter 18 Jahren keine Feuerwerkskörper abgegeben werden, bestürmte er seine Mutter so lange, bis diese ihm einige Raketen unb Knallfrösche kaufte. Obwohl sie wußte, daß der Verkauf an jugendliche Personen verboten ist und das Ab- brennen unb Abfeuern von solchen Explosivstoffen im Freien bestraft wirb, ließ sie es bennoch zu, daß ihr Sohn auf ber Straße ein Feuerwerk veranstaltete. Dabei explobierte ein Feuerwerkskörper mit einem so lauten Knall, daß bie Pferde eines Wagens scheuten und durchgingen. Das Gespann raste durch einige Straßen unb fuhr schließlich eine auf bem Damm laufende ältere Frau so unglücklich an, daß fie beim Sturz auf das Pflaster einen Schädelbruch davontrug unb am nächsten Tage an ben Unfallfolgen verstarb. Auch ein 18jähriges Mädchen wurde von ben durchgehenben Pferben angefahren, erlitt jeboch glücklicherweise nur Hautabschürfungen. Wegen fahrlässiger Tötung unb Körperverletzung würbe nun die allzu nachsichtige Mutter zu einer fühlbaren Freiheitsstrafe verurteilt.
schickte! Kein Casablanca, kein Oran bringt dem Bolschewismus das Verlorene zurück, kein nordafrikanisches Kampfgeschehen ändert die für die Zukunft Europas entscheidende Lage im Osten!
Die amerikanischen und britischen Generale wiederum dürften ihrerseits ohne sonderlichen Stolz den schäbigen Lorbeer betrachten, den die Kriegsgeschichte fiir Eroberer bereit hält, bie ihren Einzug auf ber Brücke bes Verrates halten. Anderseits werben sie — im Gegensatz zu der Presse ihre Landes — erkennen, daß sie für den errungenen Vorteil einer Entlastung Aegyptens die Möglichkeit ernster Bedrohung ihrer Mittelmeer- positton an anderen Punkten eingetauscht haben. Schon bei ben Salomonen haben die Amerikaner erfahren, daß ihre Neigung zu Operationen, die infolge fehlenden ersten Widerstandes rasche Anfangserfolge und den entsprechenden Neuyorker Pressetaumel verheißen, im weiteren Verlauf der Entwicklung zu recht ernsten Ergebnissen für fie führen kann.
Neben biefeft Erwägungen militärischer Art mag auch bie Ueberlegung angefteUt werben, was wohl bie Mütter und Frauen der amerikanischen Soldaten, die im Stillen Ozean ober im Mittelmeer ober auf ber Fahrt borthin ihr Leben lassen, über bie Notwendigkeit solcher Operationen denken, die aber Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt für nichts anderes sterben als für Roosevelts Eroberungswahnsinn.
Mit den deutsch-italienischen Sicherungsmaßnahmen in Frankreich und auf Korsika ist jedenfalls der wichtigsten strategischen Absicht, die das nord- afrikanische Unternehmen verfolgen konnte, eine Schranke gesetzt. Der zweite Traum, von dem — wenn nicht die Generale, so dock; wenigstens die Journalisten unserer Gegner — faseln, ist zu plump und zu töricht, um ernsthaft erörtert zu werden. Er zielt auf eine Einschüchterung des italienischen Volkes ab und ist für die Verständnislosigkeit der Plutokraten gegenüber der europäischen Revolution ebenso bezeichnend wie ihr seinerzeitiger fester Glaube, daß in Deutschland spätestens vierzehn Tage nach Kriegsausbruch ein innerer Zusammenbruch erfolgen würde! Daß Weltanschauungen nicht Zierate sind, die sich die Völker umhängen und die sie wieder ablegen können, sondern daß der Faschismus wie der Nationalsozialismus eine gewaltige Mobilmachung aller starken Elemente unserer Nationen bedeutete und damit ganz neue, unverrückbare Gewalten entstanden —, das merben unsere internationalen Gegner erst erkennen, wenn sie sich die Schädel an diesen granitenen Blöcken des Selbstbehauptungswillens unb ber Sie- gesentschlosfenheit eingerannt haben!
Gibt es noch weitere Standpunkte, von denen aus die gegenwärtige Situation im Mittelmeer beleuchtet zu werden verdiente? Es scheint nur noch nötig zu sein, die Bedeutung des Umstandes recht zu würdigen, daß mit diesem Unternehmen die Vereinigten Staaten Roosevelts ganz offen ihre Angriffswünsche auf Europa dokumentiert haben. Man muß diesen Gedanken ganz zu Ende denken, um die ganze Ungeheuerlichkeit dieses Beginnens richtig zu beurteilen und zu ermessen, daß mit dieser Dokumentation des wahnsinnigen Kriegshetzers im Weihen Haus ein neues geistig einigendes Moment für den gemeinsamen ‘ Kampf unseres Kontinents in den Vordergrund getreten ist. Der Kampf gegen den Bolschewismus einigt bie europäischen Nationen, weil es dabei um die natürlichste,' unmittelbarste Selbsterhaltung aller geht, der Kampf gegen die imperia- listischen Herrschaftsansprüche Roosevelts aber ver» bündet uns in dem Bewußtsein, daß hier der Widerstreit zwischen Nationalsozialismus und Internationalismus, zwischen europäischer Kultur und nordamerikanischer Derjudung, zwischen völkischer Selbständigkeit und internationaler Entartung, — ein Kampf von geschichtlichem Format für die ganze Zukunft der Menschheit auszutragen ist.
Nicht die militärischen Ereignisse sind es deshalb, bie das Wort unserer Gegner von einer „neuen Sage" im Zusammenhang mit ben Ereignissen in Nordafrika begründen könnten — die großen entscheidenden Gewichte dieses Krieges stellen sich ebenso dar wie bisher. Neu ist nur das Sichtbarwerden ber amerikanischen Angriffs absicht auf Europa! Daß die Front, die in Wirklichkeit besteht, seit der gegenwärtige Kampf, von Roosevelts Sendboten emsig vorbereitet, ausbrach, heute vor die Augen der ganzen Welt getreten ist, das ist das neue unb bedeutsame Faktum, das wir in das Hauptbuch dieses großen Weltkrieges eintragen wollen in der Gewißheit, daß die geschehene Mobilisierung des kontinentalen Widerstandsgeistes gegen ben USA.-Angriff in der Endabrechnung für Europa zu Buche schlägt. x
Tagen formuliert hat, muß auch Lord W inst er zugeben. Er schreibt in ber „Times": „Mr haben im Mittelmeer eine große Aufgabe auf uns genommen, unb infolge ber schweren Verluste, bie uns in ben vergangenen Monaten zugefügt wurden — während einiger dieser Monate haben wir mehr Schiffsraum verloren, als wie bauten —, stehen wir vorerschöpftenQuell en. Je weiter die Operationen fortschreiten, desto größer wird der Bedarf an Schiffsraum werden. Alle Schiffe werden b i e enge Straße von Gibraltar passieren müssen, an beren östlichem unb westlichem Ausgang Rubel von U-Booten konzentriert sind. Es sinb schwere Verluste zu erwarten. Die Deffent- lichkeit wird kaum die Lage erkennen, wenn die Schiffsverluste nicht veröffentlicht werden."
„Oer rote Komet — endgültig erloschen."
Stockholm, 24. Nov. (Europapreß.) Die Ausbootung von Cripps bildet weiterhin einen Haupt- gegenftanb der Betrachtungen in der englischen Hauptstadt. Schwedische Zeitungskorrespondenten melden aus London, Churchill habe mit ber Degradierung von Cripps lediglich die Konsequenzen aus den Ereignissen der letzten Monate gezogen. Der rote Komet Cripps, der zu Beginn des Jahres am englischen politischen Horizont aufging und kurze Zeit „enorme Leuchtkraft" entwickelte, sei endgültig erloschen. Niemand gebe sich bie Mühe, diese Tatsache zu vertuschen. In vielen Kreisen herrsche sogar un- verhüllte Schadenfreude über die Degradierung des einstigen Lordsiegelbewahrers, dessen völliges Versagen als Führer des Unterhauses überall unterstrichen werde. Churchill habe deutlich ben Wunsch empfunden, durch Beseitigung des störenden Elements, zu dem Cripps sich immer mehr entwickelt tjabe, bie Voraussetzungen für eine praktische Kompromißlinie innerhalb der Regierungskoalition zu schaffen. Die Gegensätze zwischen rechts und links seien zweifellos oft durch das ungeschickte Auftreten von Cripps verschärft worden.
Stockholm, 25. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Die U-Boot-Lage im Atlanttk ist noch immer sehr ernst", erklärte in Ottawa ber kanadische Marineminister Mac Donald. Die Achsenmächte hätten viele U-Boote im Gebiet von Gibraltar ein- gesetzt, um den Nachschub der Amerikaner und Engländer nach Französifch-Nordafrika zu bekämpfen, dennoch befänoen sich aber noch immer „sehr starke Konzentrationen von U-Booten" auf den G e- leitzugrouten im Atlantik. Mac Donald gab dann zu, -daß allein in diesem Jähre im St.-Lorenz- Strom 20 Schiffe versenkt worden seien. Auch der britische Botschafter in USA. Lord Halifax warnte vor übertriebenem Optimismus. Auf einer Pressekonferenz in Norfolk (Virginia), wo Halifax nordamerikanische. Marineanlagen besichtigt hatte, warnte er vor der Einbildung, daß das begonnene Unternehmen in Nordafrika leicht durchführbar sei: „Wir können noch große Schwierigkeiten haben", erklärte er, ,chevor mir Nohdafrika fest in unsere Hand bekommen." Und der frühere britische Kriegsminister Höre Belisha sagt in der argentinischen Zeitung ,La Razon", die Tatsache, daß die Deutschen eine „Luftbrücke zwischen Sizilien und dem französischen Protektorat Tunesien errichten konnten, während der anglo-amerikanische Vormarsch gegen „Tunesien eine „unerklärliche Verzögerung" erfahren habe, trage dazu bei, daß bie Durchführung der anglo-amerikanischen Pläne in Frcmzösisch-Nordafrika sich schwieriger als erwartet gestalte. Das Ziel der Briten unb Amerikaner sei es, Rommel zwischen zwei Feuer zu nehmen, und zu verhindern, baß er sich mit den in Tunis stehenden deutschen Kräften vereinige. Das einzige Mittel, um dies zu verhindern, fei die Einnahme von Gabes an der osttunesifchen Küste, wo nur ein enger Korridor zwischen dem Gebirge und dem Meer bestehe. „Aber die Deutschen", so schließt Höre Belisha resigniert, „sind uns dort zu - obrgekommen mit auf dem Luftwege hevan- gebrachten Tanks und Truppen".
Daß die deutschen U-Boote auch bei dem Aftika-Untemehmen das „allergefährlichste Problem" bilden, wie Stafford Cripps es vor einigen
Vom Entzücken.
Von Ernst Perrzoldt.
Eine Kleinigkeit, eine ganz lächerliche Kleinigkeit ttt daran schuld, daß es mir nicht mehr aus dem Kopf will, was es mit jener Empfindung auf sich habe, die wir Menschen das Entzücken nennen.
Dein kleiner Fingernagel ist es, und du wirst mir mit Recht entgegnen, es gäbe wahrhaftig wichtigere Dinge auf ber Welt, als bavon ein Aufhebens zu machen.
Kurz unb gut, ich wurde auf einmal deines kleinen Fingernagels gewahr, und das Gefühl, das ich bei feinem Anblick hatte, war ein reines Ent- dürfen. Ich schließe daraus, daß es eine kindliche Empfindung ist, und daß es nicht die gewaltigen, bedeutenden, erhabenen Dinge seien, durch bie es ausgelöst wirb. Ja, ich möchte glauben, daß ernsthafte Leute sich gar nicht damit abgeben unb daß es mit den Jahren allmählich abhanden kommt. Es ist bie gegebene Empfindung unter Verliebten, die «neJLr^abd)£enf)erden5' ist vielleicht sogar eine Backflschempsindung und eines Mannes nicht würdig. gar eines rauhen Kriegers. Und doch gerade, wenn es ein Mann einmal erlebt, verwandelt es ihn für Augenblicke: es macht ihn zum Kind. Cs steht ihm wohl an. Er braucht sich des Entzückens nicht zu schämen.
Ich habe, um der Bedeutung des Wortes auf ben ©runb zu gehen, im Lexikon nachgeschlagen unb bie etwas nüchterne Feststellung gefunden, baß „zücken" em verstärktes „ziehen" bedeutet. Und in der Tat, ift es ntc^t ein treffliches Sinnbild des besagten Gefühls, geht in unserem Innern nicht etwas Aehnliches vor, wie wenn man einen Degen zuckt? Es durchzuckt uns, es leuchtet etwas auf in uns Es tut, wie wenn ein Fisch aus dem Wasser schnellt und m der Sonne glitzert. Es ist eine Lichtempfin- bung, und sie spiegelt sich am reinsten in ben Augen wider, mit einem silbernen Glänzen. Es ist eine elektrische Empfindung. Und wenn bas Zücken eines blanken Degens ihr Symbol ist, so ist die Spitze auf unser Heiy gerichtet.
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Seit K guten un: gen. Vor Acher, 1 mrklichkei sollen ber spruchen, reden uni lenken. 2 Schristtuir tmg grof wertvolles nun vier' Preise zu men humi lebnisbüch Die Eins die Der amt für i
Der ili gestorben. Qournofif dichter un italienische spiele. Se: selbst bege unb Wirk sind. Er b briete d'A
einziges Mal möchte sie in den Tag hinein schlafen dürfen; am liebsten zöge sie sich abends gar nicht aus, damit sie am Morgen ein wenig länger unter ber Decke bleiben könnte.
Jetzt schlägt die Kirchenuhr! Wieviel denn? Ach Gott, wenn es doch erst fünf märe, eine ganze Stunde zu früh! Aber nein, noch einmal holt der Klöppel aus, unbarmherzig, es ist sechs.
Barbara läßt fürs erste ein Bein aus bem Bett hängen, babei beobachtet sie eine dicke Brummfliege am Fenster. Gut, diese Fliege soll entscheiden. Solange sie sitzenbleibt, darf Barbara noch warten, unb erst wenn sie zu surren anfängt, bann will ic in Gottes Namen mit einem Satz auf den Füßen ein. Aber die Fliege tut keins von beiden, fie will ich da nicht hineinmifchen und kriecht verdrießlich davon.
Ja, schwer ist das, man könnte noch einmal' ordentlich gähnen, und sich die Nase putzens auch bie Strümpfe lassen sich zur Not im Liegen anziehen, aber bann hilft nichts mehr, bann muß Barbara aus den Federn.
Es regt sich ja auch schon allerlei in der Stube, natürlich, die beiden Brüder sind bereits auf der Lauer. Verschlafen klettern sie aus der Tiefe ihres Gelasses, legen die struppigen Köpfe nebeneinander auf den Truhenraud und beobachten schweigend und rollenden Auges, was Barbara vorbat, wie sie Feuer macht und die Töpfe zufetzt. Gibt es beute Mus zum Frühstück oder Brennsuppe oder gar süßen Koch?,
Milchkoch bedeutet Krieg in der Truhe. Anfangs verläuft alles ganz friedlich, jeder bekommt feinen vollen Napf auf den Schoß gefetzt und einen Löffel dazu, und beiden wird eindringlich versichert, daß es nie wieder Koch geben werde, wenn sie sich diesmal nicht wie die reinen Lämmer bewähren.


