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ür diese oder eine mit kulturellen Betreuungsauf-
gaben befaßte Stelle in der Heimat oder im besetz- ten Gebiet durch die zuständigen Arbeitsämter ohne
ist, nicht allein am Balser: ihm ge-
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Der Rembrandt-Kilm.
Eine Produktion der Terra im Gloria-Palast.
weniger von damals- als aus stammen scheint.
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Die Zentralgestalt des Films
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Der Regisseur S t e i n h o f f hat die Geschichte dieses Werkes imposant in Szene gesetzt und bild' haft lebendig gemacht: der Augenblick der Konzep- tion, der zündenden Idee des genialen Entwurfes wird so zwingend sichtbar, wie es viellcicht^iur der Film vermag. Aber es scheint uns ein Mangel zu jein, daß neben der „Nachtwache" nicht auch (töte manches hier weniger wesentliche Werk) die „Ana« tomie des Dr. Tulp" gezeigt wird, was keine Schwierigkeit gewesen wäre: es ist von ihr die Rede, aber man sieht sie nicht, und mpn müßte sie sehen, um den für Rembrandt verhängnisvoll werdenden Unterschied zwischen beiden mit einem Blick zu begreifen Hingegen hätte die Spielleitung auf alles, was nach der Wiedergabe des letzten Selbstbildnisses erscheint, ruhig verzichten können: biejes Porträt setzt einen Schlußakkord, wie er grandioser und erschütternder nicht gedacht werden kann und jedenfalls mit Worten, die gleichsam ein
lasse es mir nicht nehmen, die hat den Doktor nur seines Geldes wegen geheiratet. Außerdem: so was von Arroganz gibt s nicht wieder. Man ist doch schließlich die Aeltere. Und von wegen Herkunft und Familie, — daß ich nicht lache. Aber, nicht wahr, bester Herr Anrainer, das bleibt unter uns. . Wir sind doch Freunde. Irgend jemandem muß man ja schließlich sein Herz ausschütten."
„Natürlich, natürlich", versicherte der Besitzer des „Gowenen Löwen" eifrig und tätschelte wohlwollend den rundlichen Arm seiner Nachbarin.
„3a —- und daß ich's nicht vergesse: der Stiefsohn, dieser arme junge Kerl, ist auch schon wieder weg. Wie finden Sie das? Die Stiefmama hat das Heft bereits fest in der Hand. Wahrscheinlich hat sie dem armen Bengel die Hölle so heiß gemacht, daß er tjern gegangen ist."
„Das ist ein Haufen Neuigkeiten auf einmal", murmelte Anrainer und ließ seine liebkosende Hand ein bißchen tiefer gleiten.
„Nicht doch, Herr Anrainer! Wenn uns einer sieht!" wehrte die Purgstaller.
„Es sieht uns niemand", schmunzelte er. „Die Buchenhecke ist zweireihig. Seien Sie doch endlich einmal nett, Alwine!"
„Ein Tempo haben Sie! 3ch muß schon sagen, da kommt ein Junger nicht mit. Schluß jetzt, da ist mein Gulasch. Heute habe ich gerade Appetit auf so etwas Pikantes."
„Stellen Sie es nur hin. Heinrich. So. Nein, wir brauchen sonst nichts. Sie können gehen", sagte Anrainer ungeduldig. Als der Kellner verschwunden war, fuhr er fort: »
„3d) muß Sie nachher einmal durch meinen Besitz führen, Alwine. 3ch bin gespannt, was Sie jagen. Alles erstklassig. Nur die Frau fehlt. Aber jetzt müssen Sie essen. Ein kalter Gulasch, ist wie ein warmes Bier."
Er richtete ihr alles fürsorglich hin, bann setzte er sich bolzengerade zurück, machte das Kreuz hohl und atmete siebenmal tief ein und wieder auc.
(Fortsetzung folgt.
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Rollenumfang gemessen, Ewald . „
lang eine oft überraschende, hier durch die Gegenüberstellung mit berühmten Porträts besonders scharf zu kontrollierende Annäherung an die hundertfältig überlieferte Maske — in sehr verschiedenen Stadien des Lebensablaufes. Balser zeigte sich dar-
posthumes Fazit ziehen, nicht Überboten, sondern höchstens abgeschwächt werden kann. Andere Szenen,' wie die mit Geertje, mit- Hendrikje, mit Seg- hers, auch die große Versteigerung, sind von einer Plastik und Lebensfülle, die überzeugend und echt anmuten; überhaupt geht vom Bilde die weit stärkere Wirkung aus als vom Wort, das gelegentlich der Gegenwart zu
gleichen Sinne ergehe nun der Appell an einen weiteren Kreis der Wissenschaft, sich an dem Aufbau einer universellen Sozialwissenschaft
schlossener Ganzheitskulturen. Die Zeiten der Split- terfultur aber, wie das 19. 3ahrhundert, Haden das universelle Weltbild in das kleinliche Gezänk sachlicher Spezialisten und eigensüchtiger Berufsgruppen aufgelöst. Der Nationalsozialismus ist weit davon entfernt, das. fachliche Können gering zu chätzen, feine Weltanschauung beruht auf klarer Vernunft und wissenschaftlicher Erkenntnis der Zu- ammenhänge dieser Welt. Aber die als Wegbe- ei|erin der neuen Sozialordnung berufene Forschung muß sich über das Fachkönnen zu einer rmiversellen Gesamtschau durchringen. 3n diesem Sinne wurde das Arbeitswissenschaftliche 3nftitut gegründet, in dem unter politisch-wissenschaftlicher Führung Spezialisten aller Fachgebiete das geistige Rüstzeug der Sozialpolitik vorbereiten. Und im
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Mechode eingemacht worden sind, so muß angestrebt werden, daß die Bereitstellung von Sauerkraut mehr 2Ulgemeingut der Haushaltungen wird. Man muß mit einigem Erfindergeist an die Aufgaben Herangehen und wird noch manchen Weg finden. Es sei an dieser Stelle nur darauf hingewiesen, daß man Schnittbohnen sehr wohl in Flaschen einmachen kann, Tomatenpüree ist sehr gut in Flaschen untergebracht, und die Weithalsglasflaschen, in denen man Mixed Pickles, Gurken oder Salattunke gekauft hat, können zum Einkochen von Obst verwandt werden. Bei Unterbringung des Obstes in solchen Gläsern würden Einkochgläser für Gemüse frei werden.
Diele Haushalte werden die Möglichkeit haben, Gemüse zu dörren. Besondere Arten von Wurzelgemüsen und Kohlarten können in Sand eingeschlagen sehr gut überwintert werden. Um jeden vor unnötigem Schaden zu bewahren, ist es natürlich nötig, haß man nicht eigene Wege geht und Experimente macht. Falls in dem ererbten Kochbuch als Anlage nicht solche Rezepte, von Hand der Großmutter geschrieben, vorhanden sind, sollen wirklich gute und erprobte Rezepte den Hausfrauen nahe- gebracht werben. Es wirb daher im „Gießener Anzeiger^ die Veröffentlichung derartiger Rezepte vorgenommen, die zweckmäßigerweise zu sammeln sind.
So wird es in diesem 3ahre vielen Haushaltungen gelingen, aus der reichlich anfallenden Ernte
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Klöpffer
24. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Hm. Das kann man ja. 3ch bin bereit Sagen wir hundert Mark monatlich. So eine Art Zuschuß- Man müßte nur eine passende Form finden, die nicht nach Almosen aussieht Gerade die armen Teufel sind ost die feinfuhllgsten Menschen.
„Laß doch das Geld von deiner Frau Eommen. „3ch mochte nicht, daß Anna davon erfahrt. „Dann überweise es an mich. Eme gute 3bee. 3d) werbe ihm sagen, es gäbe da so em Stlpendlum für begabte, würdige Studenten. Er soll sich darum bewerben", schlug der Professor vor
, „Einverstanden. Und mich laßt du aus dem ^Wenn du durchaus willst. Darf ich ihm die angenehme Neuigkeit bereits auf der Heimreise ein- ' ,A3a. Und nun wollen mir die beiden nicht länger warten lassen."
„Geheimnisse gehabt?" lächelte Anna ihnen ent- 8 ^Schwere Geheimnisse", neckte Helmreich mit Ver- und nun will ich euch zum Schluß da- Schönste zeigen,", verhieß Brügger und schritt noran. Sie gelangten durch die rückwärtige Pforte wieder ins Freie. qn. , $rMnrnn>..
Vor ihnen dehnte sich eine weite Wiese, smaragdgrün, jonnenübersliitet, jungfräulicher Laden Mit Glockenblumen und Margeriten, wit «ch'"llng- dolden und Kümmelbuschen von rmwahrsch-mlich-r Größe, Soldanellen, Rinderblumen und Lattich drängten sich dazwischen. Hier und dort wuchs em bärtige Lärche oder eine Berglicht- Unb 30g nngs um sich einen Bannkreis blauschwarzen Schatten Dahinter drängten sich die Berge der Madelegabel- gruppe mit klaren Konturen.
Nase schnuppernd nach oben gerichtet, schritt Alwine, gutgewachsen unb langbeinig, biß Hauptstraße entlang, als sie Herrn Anrainer in seinem leeren Hotelgarten gewahrte. Er saß vor einem Glase Wein unb einer dampfenden Kasserolle, schmökerte in dem Anzeigenteil einer Zeitung unb ließ es sich allem Anschein nach wohl sein.
„Grüß Gott, Herr Anrainer! So schon möchte ich's auch mal haben! Was frühstücken Sie denn da?" Neugierig lugte die Purgstaller über den
„Schon, sagen Sie? Schön ist anders", seufzte der Hotelier und erhob sich. „Wenn Sie meine Sorgen hätten! Stimmt doch wieder die Lichtrechnung nicht! — Was ich esse? Einen Paprikagulasch. Wollen Sie mithalten? Das heißt, wenn ich mir gestatten darf. Sie in dieser formlosen Weise ein* zuladen?" . .
„Sie dürfen, mein Herr —", sagte die junge Dame und jchlug züchtig die Augen nieder.
Die Purgstaller, dieses dem lieben Gott ausnehmend gut geratene Frauenzimmerchen, lächelte betörend. Anrainer lief wie ein 3unger auf die Straße und geleitete.seinen Besuch erfreut an den Tisch.
„Ein zweites Gedeck, Heinrich, unb noch einmal Gulasch, aber fix!" befahl er bem Kellner. „3ch beneide Sie um 3hren Humor, Frau Purgstaller. 3mmer munter, immer vergnügt."
„Humor ist übertrieben, lieber Anrainer." „Wieso? Haben auch Sie Aerger?"
„Unb nicht zu knapp. Aber lange mache ich bas nicht mehr mit. Ueberhaupt ein komisches Haus.
„Was stimmt benn nicht?" fragte er neugierig.
„Ach, so allerhand. Haben Sie zum Beispiel schon mal erlebt, daß ein frischgebackenes Ehepaar die erste Nacht in getrennten Zimmern verbringt?"
„Was Sie nicht sagen! Hat es Krach gegeben?" „Eben nicht. Das ist ja bas Merkwürdige. Unb weiter mitten in der Nacht ertappe ich bie junge Frau im Sprechzimmer, wie sie sich gerabe für das Scheckbuch des Herrn Gemahls interessiert. 3ch
„Unsere Lern- und Spielwiese" erklärte Brügger.
„Prächtig! Einfach prächtig. Martin!" rief Anna entzückt. „Weißt du, was ich jetzt brennend gern mochte? Den Hang da hinunterrollen. Aber es sind zu viele Menschen da."
„3a, diese Wiese ist mein spezielles Verdienst", gab Bxugger schmunzelnd zu. „Wie meinen Augapfel habe ist bie behütet. Was glaubt ihr, was sie sonst bamit angestellt hätten? Steine ablaben unb Sand durchsieben und andere Scherze hatten sie vor. 3mmer wieder habe ich den Handwerkern und Maurern ins Gewissen reden müssen, daß sie mir dieses Stückchen Paradies nicht zerstören. Na, und wie sieht sie jetzt aus?"
„Du bist ein Tausendkünstler, Martin. Ganz großartig hast du das gemacht. Nicht wahr, Franzel? Sag' doch auch etwas! Du bist so tüchtig, Marttn. Neben dir komme ich mir ganz klein unb häßlich vor", seufzte sie unb schmiegte sich an ihren Mann. Die starke Vormittagssonne schlug helle Funken aus ihrem Haar.
„Na, na, halb so schlimm", wehrte er bescherten ab " „Gar so tüchtig bin ich nicht. Die Hauptsache hat ber Architekt besorgt. Ohne den hätte ich manchmal ben Mut verloren."
Er schritt mit Anna ein Stück weit in die Wiese hinein, während bie anderen zurückblieben.
„Versprech mir etwas, Martin", bat sie und griff nach seiner Hand. 3a —?"
„Wenn du einmal Sorgen hast, ich meine, richtige Sorgen, die einem bas Herz abbrücken, bann laß mich baran teilhaben. 3ch bin beine Frau, vergiß das nie."
„Es ist schön, daß du das sagst, Annerl." Seine Augen ruhten warm auf ihr. „3ch werde bestimmt xu dir kommen."
Anna schloß bie Augen und preßte die Hanb auf ihr Herz. Auch zuviel Glück kann wehtun.
Alwine Purgjtaller, die Hausbame, war beim Einkäufen gewesen. Bestimmte Besorgungen konnte man den Dienstboten nicht anoertrauen. Mit vollgepackter Markttasche, in einem netten Kleid, bie
ber Sommer- unb Herbstaemüse gewisse Mengen abzuzweigen, um baraus Vorräte für den Winter zu schaffen. Diese Vorräte werben dann für den Familientijch eine willkommene Stärkung sein unb heute schon für alle, bie sich die Mühe machen werben, Gemüse zu konservieren, eine solide Beruhigung bedeuten^
Gießener Dochevmarkkpreise.
* Gießen, 25. Aug. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Wirsing, % kg 8 Rpf., Weißkraut b, gelbe Rüben 13 bis 15, rote Ruben 10 bis 12, Spinat 15, Römischkohl 12 bis 14, Bohnen, grün, 30, Unterkohlrabi 10, Tomaten 30, Birnen 30, Mirabellen 35, Salatgurken 25, Einmachgurken, bas Stück 2 bis 6, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 10, Endivien 15, Oberkohlrabi 8 bis 12, Rettich 6 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf.
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** Theater der II n i de r f,i tä t sft ab t Gießen. Das Dramaturgische Büro teilt mit: Die heute, Dienstag, 25. August, stattfindende Erstaufführung bes Lustspiels „Die Stunde mit Alexa" von A. Moller unb H. Lorenz setzt die Vorstellungen der Borspielwoche mit einem heiteren Stück fort. Es spielen: Renate Freihen, Käte 3aenicke, Anja Rau: Gerd Fritz Ludwig, Carl Bruno Schmidt, Hans Seitz unb Karl Dolck. 3nszemeruna- Maria Zeppenfeld.
Kunst und Wissenschaft.
Zwei Innsbrucker Iurisien tödlich abgestürzt.
Der Dekan der Rechts- unb Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität 3nnsbruck, Professor Dr. Kurt ©trete, und der Professor für Germanische Rechtsgeschichte, Dr. Karl Hans Ga- nahl, sind bei einem Bergunglück in den Oetz- taler Alpen ums Leben gekommen. Professor ©trete wurde 1899 in Brixen geboren, studierte in Inns- bvuck und Berlin und promovierte in 3nnsbruck 1923 zum Dr. rer. pol. und 1927 zum Dr. jur. 3n Innsbruck habilitierte er sich 1932 für allgemeines unb österreichisches Staatsrecht. 1940 wurde ihm der Lehrstuhl für öffentliches Recht übertragen. — Ga- nahl war gebürtiger Innsbrucker und stand im 37. Lebensjahr. Er absolvierte seine Studien cm seiner Heimatunioersität unb in Wien. 1928 promovierte er in Innsbruck unb habilitierte sich dort 1931 für deutsches Recht. 1939 wurde er a. o. Professor und im Februar 1942 o. Professor.
(Eine Deutsche Physiologisch-Chemische Gesellschaft.
Die Vertreter des Faches physiologische Chemie, die bisher der Deutschen Physiologischen Gesellschaft angehörten, haben jetzt eine eigene Vereinigung „Deutsche Physiologisch-Chemische Gesellschaft" mit dem Sitz in lübin g e n gegründet.
Neues vom Film.
Tl)eo Lingen gestaltet bie Hauptrolle bes Bavaria-Films „Johann", einen vollkommenen Kam- merbiener, ber in seinem Beruf auf geht und vom Zimmerkellner bis zum Direktor eines Schloßhotels aufsteigt. Nach dem gleichnamigen Lustspiel von Theo Singen schrieben R. A. Stemmte, Emst von Salomon unb Franz Gribitz das witzige Drehbuch. Als Gegenspieler treten in Erscheinung: Ftta Bent- Hoff, Hermann Thimig, Irene von Meyendorfs — und schließlich — Lingen selbst. Das Drehbuch gab ihm eine Doppelrolle.
über hinaus, auch geistig dem außerordentlichen Anspruch gewachsen, ber hier an den Darsteller gestellt wurda: er macht die innere Einsamkeit, die „Unbegreiflichkeit" bes genialen Künstlers unb seine Verwandlung im Ablauf der letzten Jahrzehnte seines Daseins auf eine sehr glaubhafte und ans Herz greifende Art faßbar. Hertha Feiler ist, ohne viel spielen zu förfnen, eine patrizisch elegante, zarte unb bedenkenlos leidenschaftliche Saskia. Gisela Uhlen bie kinblichchingebende, zu jedem Opfer bereite Hendrikje. Elisabeth Flickenschildt, ein pralles, robustes, niederländisches Frauenbild, gibt mit einer animalisch wachen Witterung bie böse, eifersüchtig unb rachsüchtig enttäuschte Geertje. Neben dem stillen, vornehmen Ian Six (Theodor Loos) erscheinen der feiste, brutale Uilenburgh von Aribert Wäscher unb ber rührende Seghers von Paul Henckels. Auch ganz kleine, fast stumme Figuren wie Rembrandts Bruder mit dem Goldhelm find mit einer verblüffenden Treffsicherheit ins lebendige Bild gebannt. Der Kameramann Richard Angst hat vor einem ungemein anziehenden unb schwierigen Stoff sein ost bewährtes Können erneut bewiesen, zumal in den gerade hier mit besonderer Sorgfalt behandelten Licht- und Schatten Wirkungen.
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Der Film verdient eine stärkere Anteilnahme, als sie ber Bejuch der ersten Vorstellungen verriet. — 3m Beiprogramm läuft bie neue Wochenschau.
Hans Thyriot.
Erscheinung unb Schicksal des Rembrandt Har- mensz van Rijn gehören ebenso der Kunstgeschichte wie ber Menschheitsgeschichte an. Sein Fall ist ein im großartigen und wahrhaft» tragischen Sinne ein exemplarischer Fall. Sich dessen ass eines Stoffes zu bemächtigen, hat oft und immer wieber gereizt. Völlig zu erschöpfen war die Fülle ber inneren (nicht ber äußeren) Probleme wohl weder mit den künstlerischen Mitteln etwa bes Romans noch des Dramas noch auch des Films. Man wird kaum sagen können, daß hier ein ursprünglich und eigentümlich filmischer Stoff vorliege. Ein großer Vorzug der Filmgestaltung beruht indessen auf ihren reichen und weitreiä-enden optischen Möglichkeiten für eine Geschichte, bie es auf entscheidende Weise mit optischen Dingen,zu tun chat. Die im Stoff begründete große Gefahr (welcher der Film, namentlich in seinem ersten Teil, nicht vollkommen zu entgehen vermochte) war bie: im üppigen Kostüm- bilbe unb Sittengemälde bes niederländischen Barock steckenzubleiben. Ueberblickt man das Leben Rembrandts im Sinne eines Rohstoffes für bas Drehbuch, bas der Spielleiter Hans St einhoff und. Kurt Heuser in Anlehnung an einen Roman von Daleriad Tornius geschrieben haben, so wird man sich zu auswählender Sichtung unb zur Konzentration in gleicher Weise genötigt fin- ben. Den Herstellern kam es darauf an, die Tragödie Rembrandts cmfzuweisen. Sie setzt ein mit dem etwa Vierzigjährigen aus der Höhe des Lebens, zur Zeit bes Liebesglücks mit Saskia, ber Berühmtheit, bes Erfolges unb bes Reichtums: sie endet an der Schwelle bes Grabes, im Elend, in Armut, Vergessenheit und Verlassenheit, sie zeigt einen Mann, ber mit sechzig wie ein Achtzigjähriger aussieht, wenn er bas erschütternde letzte Selbstbildnis malt. Will man die Tragik dieses Lebens in eine Formel fassen, bann ist es die berühmte Formel von der Disproportion des Künstlers zu in Leben, vom ewigen, naturgegebenen Mißverhältnis zwischen dem Genie und seiner blinben, tauben, verständnislosen Umwelt, ganz allgemein gesprochen: vom uralten Widerstreit unb Gegensatz zwischen Geist und Materie. Im Falle Rembrandts wirb dies, wie es ber Film instinktsicher getan hat, am Schicksal eines seiner berühmtesten Bilder, ber sog. „Nachtwache", sichtbar: hier ist ber tragische Kern seines Lebens unb Wirkens bloßgelegt: von hier aus begreift sich das gesamte Trauerspiel, in das sein Unglück mit Saskia, seine Erfahrungen mit deren Sippe, mit ber Magd Geertje, mit seiner zweiten bäuerlichen Frau Hendrikje, die Testamentsgeschichte, die Schulden, die Pfändung, bie Versteigerung, bie bürgerliche Aechtung und ber bürgerliche Zusammenbruch als notwendige Begleit- unb Folgeerscheinungen einbegriffen sind. Das alles zeigt der Film ober beutet es wenigstens, raffend und zusammenziehend, aber allenthalben mit einer quellenmäßig zu beglaubigenden Echtheit unb Richtigkeit an. Das Kernproblem konzentriert sich jedoch auf das Phänomen ber „Nachtwache", jenes berühmte unb oft mißdeutete Bild ber Amsterdamer Schützengilde bes Hauptmanns Banning Eocq, bas man ein Weltwunder ber bildenden Kunst genannt hat. ,
nehmen unb im Hanbel frei abzugeben, wie bas bereits oerschiebentlich im Laufe der letzten Wochen der Fall gewesen ist. Bei ben Kleingärtnern, deren Zahl sich in den letzten Jahren sehr vergrößert hat, ist übrigens eine solche „Schwemme" in diesen Wochen selbstverständlich vorhanden Das Gemüse, bas in ihren Gärten anreift, kann meistens gar nicht in der gleichen kurzen Zeit verzehrt werden. So ergibt sich, baß zunächst bei den Kleingärtnern, aber auch im Falle einer allgemeinen „Schwemme" bei sämtlichen Verbrauchern die Frage auftreten wirb, was mit den vorhandenen Ueberschüssen geschehen sott.
Es ist also durchaus nicht abwegig, wie vielleicht mancher Verbraucher angesichts der strengen Bewirtschaftung auf den ersten Blick einwenden möchte, wenn der Vorschlag gemacht wird, schon jetzt Wintervorräte an Gemüse anzulegen. Das wird zwar meistens nicht „aus dem Vollen heraus", wie wir dies von früher her noch in Erinnerung haben, möglich fein, weil der Gemüse bedarf sehr groß ist. Dennoch wird sich bis zum Ende des Herbstes häufig bie Möglichkeit bieten, kleinere Mengen von Gemüsen für ben Winter zu konservieren, und diese Gelegenheit soll unb muß jeb^r im eigenen Interesse ausnützen.
Man darf sich nicht auf eine Belieferung mit Konserven im Winter einstellen, weil bie Konservenfabriken mit allen Mitteln die riesigen Mengen Konserven für die Wehrmacht zu schaffen und sicherzustetten haben. Auch aus anderen Erwägungen heraus ist es praktisch, wenn jeder Haushalt fein eigenes Lager an konserviertem Gemüse unterhält. Einmal wurden größere Lager luftgefährdet fein, und bann würde bie Verteilung dieser Lager die Transportmittel übermäßig in Anspruch nehmen.
3n ber Hauptsache muß also bie Konservierung des Wintergemüses Sache des einzelnen Haushaltes sein. Mit. der modernen Einkochmethode sind bie Hausfrauen alle vertraut. Man wird in den meisten Fällen aber nicht über genügend Einkochgläser verfügen, und darum ist es wichtig, andere Wege zu gehen. Wir wollen uns daran erinnern, daß un- jere Großeltern, unb vor allem bie Bevölkerung auf bem Lande, bas Gemüse burch Cinsäuern, Einschlagen ober Dörren für ben Winter fichergestellt haben.
Das Einsäuern bedingt das Vorhandensein entsprechender, geeigneter größerer Steintöpfe (Gär- töpfe). Die älteren Haushaltungen werden im Besitz solcher Topfe fein, die jüngeren Haushaltungen werben sich danach umsehen müssen, diese Töpfe zu beschaffen, bie, wenn auch nicht in ausreichendem Maße, aber doch immer wieder in ben Geschäften zu haben fein werden. Außerdem aber muß man sich umsehen, ob im Hause nicht größere Glasbehälter vorhanden sind ober glasierte Stein- gutfrüge (Wasserkrüge), bie man für ben Zweck verwenden kann. Ferner sind besonders kleine Holztonnen zu empfehlen. Dieje Gefäße sind für Bohnen unb Sauerkraut bestens geeignet Wenn Bohnen auch vielfach schon im letzten 3ahr nach dieser
weiteres kriegsdien st verpflichtet werben können. Da5 Entgelt wirb innerhalb eines angemessenen Rahmens vom Sondertreuhänder ber Arbeit für die kulturschaffenden Berufe festgesetzt. Die Dienstverpflichtung kann für einen bestimmten Zeitraum ober für, unbegrenzte Zeit erfolgen. Die Haupt- yeschäftsführung der Reichskulturkammer entscheidet, in welchen Fällen und unter welchen Bedingungen von ber Kriegsdienftverpflichtung der Künstler Gebrauch gemacht werden wird.
Schätzung der Apfelernte 1942.
Die Erwerbsobftanbauer ber Hauptanbaugebiete müssen bis 10. September die Ernten ihrer Apfelbestände schätzen unb auf besonberen Vordrucken ihrer Bezirksabgabesielle ober Drtsfammelfteüe melden. Unwahrscheinlich anmutenbe Schätzungen werden nachgeprüft. Auf Grund der Schätzung wirb die Ablieferungsverp.flichtung fest - gesetzt. Die Erzeuger können erst, nachbem ihnen bet Ablieferungsvescheib zugegangen ist, über diejenigen Apselmengen frei verfügen, die über bas Ablieferungssoll hinaus geerntet worden sind. Den Vorrang bet ber Apfelverteilung in diesem Jahre haben bie Wehrmacht. mit ihren Verwundeten, die Mutter mit ihren Kindern, die Kranken und die Jugendlichen.
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heiligen.
Der Kriegseinsatz von Kulturschaffenden.
Um den infolge ber (Einberufungen zur Wehrmacht und ber Ausweitung unseres künstlerischen Lebens angespannten Einsatz aller Kulturschaffenden ausreichend und gerecht regeln zu können, hat der Jeneralbeoollmächtigte für' ben Arbeitseinsatz eine Regelung getroffen, wonach Mitglieder der Reichs- heaterkarnmer, der Reichsfilmkammer und der Reichsmusikbammer durch bie Reichskulturkammer
Aus der Stadt Gießen.
Gemüse für den Winter.
RSG. Wenn man heute durch eine deutsche-Stadt geht, wirb man immer wieder sehen, mit welchem Fleiß die Menschen bas kleinste Stückchen (Erbe bearbeitet haben, um es für die Ernährung dienstbar zu machen. Geeignete Bauplätze, früher wahre Brennesselplantagen, haben sich in saubere Gemüsegärten oerwanbelt. Wiesengrundstücke unb jedes Stückchen Brachland sind mit Gemüse oder Kartoffeln bestellt worben. Selbst in dem bescheidensten Vorgärtchen, das früher mit Blumen und Zier- träuchern bepflanzt war, sind Stangenbohnen, Erben und Kohl zu sehen. Wenn man dann noch fest- tetlen kann, daß auch die gewerblichen Blumen- gärtnereien einen bedeutenden Teil ihres Betriebes auf Gemüsebau umg^ftellt haben, bann wird man zu dem (Ergebnis kommen, daß in diesem 3ahr in Deutschland soviel Gemüse angebaut worden ist, wie niemals zuvor. Die (Ernte an Gemüse ist sehr groß, wie die letzte Zeit gezeigt hat, aber auch der Gemüsehunger ist allerorts größer als -früher, und daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bie einge- führte Bewirtschaftung des Gemüses mit Karten unb Bezugscheinen auch weiterhin beizubehalten, um jedem Verbraucher einen möglichst gleichen Anteil ber Ernte zukommen zu lassen. Es muß bei Beurteilung der Sage auf dem Gemüfemarkt auch bedacht werden, daß ber Mchranbau an Gemüse im eigenen Land nicht den zum großen Teil ausgefallenen 3mport von Gemüse ausgleichen kann.
Die strenge Bewirtschaftung schließt aber nicht aus, daß zu gewissen Zeit bei der einen ober anderen Gemüsesorte eine „Schwemme" eintritt, baß also plötzli'ch große Mengen dieses bestimmten Gemüses angeliefert werden, und man gezwungen sein wirb, bieles Gemüse aus ber Bewirtschaftung herauszu-


