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Dienstag. 25. August M2

Gießener Anzeiger

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Kommando über die 9. Armee in Aegypten inne-

hatte und zu den Generalen gehörte, mit denen I Churchill in Kairo konferiert hatte. Der Oberbefehl |

Brasilien erlag dem Druck Roosevelts

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Der Angriff auf Stalingrad begonnen.

18 Schiffe mit 107000 ART. versenkt. - Sowjets verloren 166 Flugzeuge.

über die General Wilson jetzt unterstellten Truppen lag bis Januar dieses Jcchres in Händen von Ge­neral W a o e l l, dem jetzigen Oberkommandieren­den in Indien, wurde dann General Auchinleck übertragen, der vor wenigen Tagen als Oberbe­fehlshaber im Mittleren Osten durch General Alexander ersetzt wurde. Der aus dem Bereich des Oberkommandos im Mittleren Osten jetzt ab­getrennte Befehlsbereich von Irak und Iran führt offiziell den Namen Persien-Jrak-Kommando.

Afghanistan will neutral bleiben.

Rom, 24.August. (Europapreß.) Dem Willen Afghanistans, neutral zu bleiben, gab Schah Z a - h i r in einer Rundfunkonsprache am Unabhängig­keitstag Ausdruck. Der Schah erklärte:Ich bin entschlössen, Afghanistan durch eine Politik strikter Neutralität und der Erfüllung aller Derpflichtun- I gen des Landes aus dem Kriege herauszuhalten."

Die 5 o ro j e f l u f f ro a f f e verlor gestern In Luflkümpfen 15 7 Flugzeuge. Neun weitere wurden durch Flakartillerie abgefchoffen oder am Boden vernichtet. Acht eigene Flugzeuge werden vermißt.

3m Westen bekämpften Fernkampfbatterien des Heeres militärische Ziele im Raum von Dover.

Bei Tagesstörflügen warfen einige britische Flugzeuge über dem nordwestdeutschen Küsten­gebiet Sprengbomben ab.

Leichte deutsche Kampfflugzeuge erzielten im Laufe des gestrigen Tages bei Tiefangriffen um­fangreiche Zerstörungen in kriegswichtigen An­lagen an der englischen S ü d o st k ü st e.

3n der vergangenen Rächt belegten deutsche Kampfflugzeuge eine Stadt der britischen Rüstungs­industrie in den Midlands sowie kriegswichtige Ziele in O st e n g l a n d mit Spreng- und Brand­bomben. Es entstanden zahlreiche Brände und Ex­plosionen.

Die durch Sondermeldung hekanntgegeben, ver­senkten deutsche Unterseeboote im östlichen und westlichen Atlantik sowie im Kari­bischen Meer 17 Schisse mit 107000 BRT. und 2 Transportsegter. Davon wurden 11 Schiffe mit 64 000 BRT. aus Geleitzügen heraus­geschossen. Zwei weitere Schiffe wurden torpediert. Ihr Sinken konnte wegen einsehender Abwehr nicht

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Ablösung in Kairo

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

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schluß einer bis dahin nicht verdienstvollen Lauf- bald bilden sollten, doch immer eine bittere Er­innerung an verpaßte Gelegenheiten sein.

(Schluß folgt.)

Militärischer Oberbefehl in Iran und Irak vereinigt.

Stockholm, 24. Aug. (Europapreß.) Der Oberbefehl über die britischen Truppen in Iran und Irak ist vereinigt und General Sir Henry Mait­land Wilson übertragen worden, der bisher das

, Stockholm, Ende August 1942.

I.

Die britische Kriegführung hat einen Verbrauch an Generalen, welcher in keinem Verhältnis zu den militärischen Erfolgen steht. Nahezu alle wichtigen Kommandostellen der britischen Wehrmacht sind während des Krieges mehrfach besetzt worden. Am

Der Wehrmachiberichi.

DRB. Aus dem Führ er Hauptquartier, 24. Aug. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Kaukasusgebiet schreitet der Angriff der deutschen und verbündeten Truppen in harten Gebirgskämpfen fort.

Nordwestlich Stalingrad erzwangen deutsche Infanteriedivisionen und Schnelle Truppen, von der Luftwaffe hervorragend unterstützt, den Uebergang über den Don und durchbrachen im Vorstoß nach Osten stark ausgebaute feindliche Verteidigungsstellungen. An der übrigen D o n - front scheiterten örtliche Angriffe des Feindes an dem Widerstand italienischer Truppen. Eisenbahn- anlagungen und Transporlbewegungen im rück­wärtigen Gebiet des Feindes sowie Schiffsverkehr auf der Wolga wurden durch die Luftwaffe wir­kungsvoll bekämpft.

Südwestlich Kaluga, nordwestlich Medyn und bei Rschew wurden feindliche An­griffe abgewiesen oder in engem Zusammenwirken mit der Luftwaffe schon in der Bereitstellung zer­schlagen.

Südostwärts des Ilmensees und vor Le­ningrad wurden örtliche Geländegewinne erzielt und feindliche Gegenangriffe abgewiesen.

An der Eismeerfront griffen Sturzkampf-

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mens Golowan und Iuralew zugelegt, die Anhänger derintelligenten Kriegführung" sein sollen, d. h. die Massen nicht mehr rücksichtslos ein­setzen wollen. Timoschenko ist mit seiner sturen Abklammerungstaktik ebenso gescheitert wie mit dem Gegenteil. Es ist schon aus diesem Hin und Her ersichtlich, daß Stalin keine Hilfe mehr sieht und verzweifelt Befehle und Gegenbefehle gibt, die die Rote Armee nur noch weiter verwirren müssen, denn nach Napoleon ist ordre contreordre gleich dös- ordre, also gleich Verwirrung.

Der Wehrmachtbericht vom Montag meldet nun den Uebergang über den Don in Richtung au Stalingrad. Der Don ist schon an vielen Orten überschritten. Dor allem in breitester Front im Süden. Aber ein Sonderkapitel sind die Kämpfe um den weit nach Osten verlagertenDon - b o g e n". Bis etwa 200 Meter hohe Berge drängen den Fluß aus der Nordsüdrichtung gegen die Wolga ab. Das Visavis des Donbogens ist Stalingrad /Zarizyn) an der Wolga. Diese Landbrücke hat in der früheren Kriegsgeschichte schon eine Rolle ge­spielt. In der Nähe von Stalingrad hatte diegol­dene Horde" ihren Sitz so genannt nach dem golbgepirtten Zelt des Groß-Chans. Es mar eine mongolisch-tatarische Nomadenherrschaft, die vom Kaukasus über Wolga und Kama, über den Ural und Sibirien bis zu den Gestaden des Stillen Ozeans g^bot. Das Großfürstentum Moskau leistete ihr Tribut. Erst um 1550 wurde Moskau selbständig und begann nun den Krieg gegen die mongolisch-

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schriften auf.

Als im Juli 1941 das schnelle Vordringen der deutschen Armeen die Bedrohung dKau­kasus und damit des nordwestlichen Bollwerks Indiens zum erstenmal akut werden ließ, wurde Wavell nach Indien geschickt, um dessen Verteidi­gung nach Westen und wohl auch nach Osten vor- ! zubereiten. Teils aus Mangel an brauchbaren Ge- I neralen, teils auch wegen des engen Zusammen- , Hangs zwischen Indien und dem Mittleren Osten Eichte man die Chefs der beiden Oberkommandos einfLck aus und schickte Auchinleck nach Kairo. General Auchinleck hat nie gesagt, ob er über diesen Wechsel sehr glücklich war. Wahrscheinlich ist das nicht. Auchinleck hatte fast seine ganze mil^ : tärische Laufbahn in Indien zurückgelegt. Erst nach ib Kriegsausbruch wurde er nach England berufen i und leitete dann die von Anfang an zum Schei­tern verurteilte Expedition nach Narvik. Danach l war er einige Monate lang kommandierender Ge­neral im südlichen Wehrbezirk in England, bis chm im Herbst 1940 der Oberbefehl über die indische ! Armee, der er selber seit Jahrzehnten angehorte,

Geographie des Kaukasus.

Der Kaukasus ist, geographisch gesehen, eine be­stimmtere Grenze zwischen Europa und Asien als der Ural. Trotzdem aber können die Landschaften diesseits und jenseits des Gebirges in irgend einer Art von Betrachtung nicht voneinander getrennt werden. Gleich Moskowien, der Ukraine und dem Baltischen Raum muß auch Kaukasien als ein Teil Osteuropas, als fein äußerstes südöstliches Randge­biet, angesehen werden.

Die Berge des Kaukasus gliedern sich in zwei ge­trennte Bergländer. Unter dem Großen Kauka - f u s versteht man das System von Bergketten, die sich von der Halbinsel Taman zwischen dem Schwar­zen Meer und dem Asowschen Meer bis zur Halb­insel Abscheron am Kaspischen Meer hinziehen. Süd­lich davon liegt eine Tiefebene mit den Flußtälem der Kura und des Rion, an das sich die hohen Bergketten und Hochebenen des Kleinen Kau - k a s u s anschließen. Das Klima zeichnet sich durch äußerste Mannigfaltigkeit aus, je nach Höhenlage und Niederschlagsmenge. Ebenso verschiedenartig ist auch die Vegetation. Neben einer Tundrazone mit Flechten, Moosen und Blütenpflanzen, neben ausgedehnten Waldzonen findet sich eine subtro­pische Zone mit Kirschlorbeeren, Kastanien und Buchen. Der Küstenstrich entlang des Schwarzen Meeres von Bakum bis Tuapse erlaubt den Anbau von Bananen, Teesträuchern, Palmen, Oliven, .Agaven und Zypressen.

Der W e st k a u k a s u s bis zum Elbrus beginnt als Mittelgebirge, schwingt sich aber schon bald zu-m Hochgebirge auf und überschreitet in vielen Gipfeln 3000 m Höbe; die Gebirgskämme bestehen aus Gneis, Schiefern und Kalkstein. Der gletscherreiche

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übertragen wurde. . . .

Im Frieden hätte Auchinleck nun auf eine min­destens fünf Jahre währende Tätigkeit rechnen können, die zwar vielleicht kernen -schlachtenruhm, wohl aber große Aufgaben und Erfolge auf orga- nisatorischem und admimstratlvem Gebiet verhieß, auf welchem dem bescheidenen, schlanken, noch mit 55 Jahren fast jungenhaft wirkenden Schotten be­sondere Begabung nachgesagt wird. Aber es war kein Frieden mehr. Indien mußte md)t nur Der- maltet es mußte verteidigt werden. Und diese Aufgabe vertraute die Londoner Regierung lieber dem an Ruhm und Dienstgraden^wenn auch kaum an Jahren älteren W a v e l l an. «o kam Auchinleck nach Kairo, und es scheint heute' als feii tW M Entfernung aus seinem eigentlichen Arbeitsgebiet nicht gut bekommen. Ruhm und Lorbeeren hat er in Aegypten nicht geerntet. Das beste was man ihm nachsagt, ist, daß er zweimal verhinderte, daß aus den Fehlern seiner Untergebenen Militärische Katastrophen entstanden. Tatsächlich durfte Auchin- ieck einen Rekord damit aufgestellt haben, daßi er zweimal innerhalb von sieben Monaten auf ^em Schlachtfeld den Befehlshaber einer Armee abgesetzt bat. Aber diese Verdienste sind doch recht negativer Natur und werden, auch wenn sie nicht den 210-

Gegen das untere Wolgaknie

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die brasilianische Regierung hat die angebliche Versenkung brasilianischer Schiffe, ohne eine Klä­rung des Tatbestandes abzuwarten, zum Vorwand lenommen, um den Kriegszustand mit den Achsenmächten zu erklären. Das Verhalten der bra­silianischen Handelsschiffe war seit Monaten nicht wehr mit der Neutralität vereinbar. Sie trugen Tarnanstrich, wurden bewaffnet, fuhren im Geleit amerikanischer Kriegsschiffe und beteiligten sich an Angriffen gegen deutsche U-Boote.

Zwischen Deutschland und Brasilien hat es keiner­lei Interessengegensätze, vielmehr durchaus freund­schaftliche Beziehungen vor allem auf wirtschaft­lichem Gebiet gegeben, wobei Deutschland auch während des Krieges jede Rücksicht auf brasilia­nische Interessen genommen hat. Aber immer mehr erlag Brasilien dem brutalen Druck der Vereinigten Staaten. Von brasilianischen Stützpunkten aus haben diese ihre Kriegsflugzeuge nach Westafrika, Aegyp­ten und der Sowjetunion senden können. Brasi­lianische Häfen stehen anglo-amerikanischen Streit­kräften zur Verfügung, während Handelsschiffe der Achsenmächte beschlagnahmt, deutsche und italienische Staatsbürger eingeterfert wurden.

Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8Va Uhr deöVormittagS Anzeigen-Preise

für die Millimeter-Zeile von 22 Millimeter Breite: 7Rpf. für Familienan- zeigen und private Gelegenheitsanzeigen

14Rvf. f. Werbeanzeigen und geschäftliche Gelegenheitsanzetgen

Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr

Dafür trifft die Verantwortung diejenigen Ele­mente in der brasiilianischen Regierung, die unter Führung des politisch und finanziell völlig von Washington abhängigen Außenministers A ran ha Brasilien gegen die wahren Interessen seines Volkes der nordamerikanischen Kriegführung zur Ver­fügung gestellt haben und dabei sogar Roosevelts Pläne stützten, das portugiesische Mutterland zur Auslieferung seines atlantischen Jnselbesitzes an eine gemischte brasilianisch-nordamerikanische Besatzung zu veranlassen. Die wahren Interessen Brasiliens hätten eine Politik aufrichtiger Neutralität gefor­dert, die, wie das Beispiel anderer großer südame­rikanischer Länder beweist, von allen Seiten re­spektiert worden wäre.

Die Interessen der Achsenmächte und der siegreiche Ausgang des Krieges können durch den Uebergang Brasiliens vom tatsächlichen zum formellen Kriegs­zustand in keiner Weise beeinflußt werden. Brasilien jedoch wird zum Vasallen des nordamerikanischen Imperialismus. Eine Clique schwacher und bestoche­ner Politiker opferte skrupellos Freiheit und Un­abhängigkeit-des Landes, für die Generationen bra­silianischer Patrioten gekämpft haben.

tatarischen Stämme. Eine Erinnerung daran ist die NähereZarizynsche Linie", eine über 60 Kilometer lange Reihe von Forts, die mit Kosaken besetzt waren. Aber das sind Erinnerungen aus der Zeit, wo Kriege von ein paar tausend Reitern geführt wurden. Der Kampf, der jetzt um diese Landenge entbrannt ist, wird mit allen Mitteln der modernen Kriegstechnik ausgetragen. Die Bedeutung des Nach- chubs liegt dabei auf der Hand. Hier waren^die Sowjets im Vorteil. Ihnen stand wenigstens zu­nächst die große mehraeleisige Eisenvahn zur Verfügung, die sowohl von Moskau wie von Nischni- Nowgorod herkommt. Die Wolga ist aber das eigent­liche Rückgrat der Versorgung von Stalingrad. Im Blick auf. Stalingrad, das für die Sowjets auf der inneren Linie liegt, operierten die deutschen Heere

Nachschub hat. Die Querverbindungen von Sttaßen und Eisenbahnen nach dem Osten sind in diesem Teil der Sowjetunion an sich nicht zahlreich; außerdem waren sie durch die vorausgegangenen Operationen im Juli, die von der Linie Charkow- Kursk ihren Ausgangspunkt genommen hatten, schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Sowjets hat­ten Stalingrad zu einem Angelpunkt der Verteidi­gung für die ganze südliche Sowjetunion gemacht. Diese Stellung ist heute aus den Angeln gehoben. Jetzt geht es um Stalingrad im engeren Sinn: um die Stadt und den Hasen an der Wolga, die der letzte Sowjetweg nach dem Süden ist. Das Gebiet des inneren Donbogens erscheint in dieser Zusam­menfassung als das Vorgelände des jetzigen Kampf­raums, der in der Landbrückö zwischen Don und Wolga liegt. Im Südosten des inneren Donbogens liegt 'das rn diesem Zusammenhang wiederholt ge­nannte Kalatsch, im Nordwesten das gelegentlich ge­nannte Kljetzkaja.

Stalingrad liegt bereits 15 m unter der Spiegel- Höhe des Schwarzen Meeres? Es gehört schon in den Bereich der großen Kaspischen Senke (Depres­sion), deren letzter großer Ueberreft das Kaspische Meer ist, das auch heute noch immer mehr ver­landet. Stalingrad wurde vor et-roa 250 Jahren als ein Kosakenposten Moskaus an dem Punkte gegründet, wo die Wolga auf ihrem Südlauf am weitesten nach Westen ousbiegt. Da ihr gegenüber der Don am weitesten nach Osten gedrängt ist, so entstand hier eine Enge zwischen den beiden Strö­men, die von einem hügeligen, schluchtenreichen Ge­lände durchzogen ist. Don und Wolga sind impo­nierend große Ströme, aber von sehr wechselnder Breite. Die Wolga ist hier bei geringem Wasser­stand 5, bei Hochwasser über 8 km breit. Stalin­grad ist an den Wolgahügeln erbaut, Oie diesem typischen Strom des europäischen Ostens an seinem Mittelläufe von Kasan nach Stalingrad das Ge­leite geben. Diese Hügelkette setzt sich auch jenseits der Wolga fort. Aber der Strom biegt nach Süd­osten ob und verzweigt sich unterhalb von Stalin­grad in mehrere Nebenarme. Die Schiffahrt wird durch zahlreiche Untiefen und Sandbänke erschwert Die Entfernung von Stalingrad bis zur Wolga- mündung bei Astrachan beträgt noch weit übet 400 km in der Luftlinie. Astrachan liegt nur 24 nt tiefer als Stalingrad. Das geringe Gefälle verur­sacht die Bildung der Sandbänke und die Teilung der Wolga in mehrere Arme,

England hat am Ende des dritten Kriegsjahres den dritten General ft abschef, wobei zu berück- fichtigen ist, daß der erste, General Jronside, erst bei Kriegsausbruch zum Generalstabschef ernannt

(92. Jahrgang Nr. (99 gridjeim ingiich, außer Sonntags und feiertags

Beilagen:

Gießener R-amilienblätter Heimat imBild-DieScholle

Gezuasvreisr

Monatlich.... .RM.1.80

Lustellgebüör,.. -.28 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge böderer Gewalt

Unbeirrt durch alle Demonstratiönsversuche der Briten geht das eiserne Würfelspiel an der ge­waltig gespannten Südfront im Osten für Deutsch­land erfolgreich weiter. Dieppe war ein Fanal für die deutsche Wacht im Westen, es war, wie jetzt der Manchester Guardian" bekümmert gesteht, ein dilettantischer Streich Churchills, dendie Eng­länder teuer bezahlen mußten", wenn auch dessen Teilnehmer sogar mit Karten ausgerüstet waren, auf denen die Dormarschstraßen nach Paris fein säuberlich eingezeichnet waren. Besorgt richten sich jetzt die Blicke der britischen Presse auf die Lage an der Ostfront, die,,wie dieTimes" schreibt, jetzt durch die Landung deutscher Truppen auf dem Oft» user des Don sichals eine der größtett Gefahren abzeichnet, die Stalingrad bedrohen, was in Mos­kau auch zugegeben wird. Auch an der Kaukafus- front habe der vowjetverbündete einen neuen star­ken Schlag erhalten. Für Stalingrad feien jetzt die Kämpfe in ein besonderes Stadium getreten. Auch muß Reuter berichtet, es stehe nicht sehr hoffnungs­voll um die Sowjets nicht nur im Kaukasus, um das Kaspische und Schwarze Meer, sondern vor allem auch um das Gelenk der Sowjets am Wolgaknie. Der Londoner Nachrichtendienst meldet:Die Situa­tion ist wirklich ernst und kritisch, südwestlich von Stalingrad hätten die Deutschen, verstärkt durch großen Nachschub, einen tiefen Keil in die feind- lchen Linien getrieben und im Donbogen an ver­schiedenen Stellen diesen Fluß überschritten. Ver­geblich hat Stalin sichneue Militärberater" na-

General-Anzeiger für Oberhessen $d|tt«it6tn,9$d|iil|tra6e7-9

er ä; | konservativsten ist die Marine. Bei der Luftwaffe l I sind die Wechsel schon sehr viel häufiger. Bei der Armee herrscht aber bei den höheren Kommando- steilen ein ständiges Kommen und Gehen.

worden ist. Ein beinahe abenteuerliches Hin und Her auf den britischen Kommandostellen erlebte die

' Welt während der ersten Mon'ate des Krieges in ' iOstasien. Die Hauptfiguren in diesem ostindffchen ! Durcheinander sind auch wieder an den jüngsten

Veränderungen beteiligt, die zu einer vollständigen Neubesetzung des Armeeoberkommandos in Kairo führten.

\ Die militärische Organisation im Mittelosten ist außerordentlich verwickelt und im Laufe des Krieges immer komplizierter geworden. Kairo und Alexan­drien sind der Sitz von Oberkommandos der Flotte, der Armee und der Luftwaffe. Die unübersichtliche Organisation der Flotte und der Luftwaffe, die durch die Einschaltung der Marineluftwaffe noch schwieriger geworden ist, kann bei der vorliegenden Betrachtung unberücksichtigt bleiben. Ebenso soll hier nicht die noch unentschiedene Frage des Verhält- : nisses der drei Oberkommandos zueinander erörtert werden. Im Augenblick interessiert nur d ie Ar­ni e e. Ihr Oberkommando sitzt in Kairo. Ihm unter­stehen die Kommandos der 8., 9. und 10. Armee, der Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Aegyp- | ten (gegenwärtig General Ston e), und die briti- I scheu Truppen im Sudan. Die 8. Armee, deren jüngste Niederlagen zwischen Bir Hacheim und Marsa Mati*uk noch frisch in Erinnerung sind, ist aus der alten Nil-Armee hervorgegangen. Die *9. Ar­mee wurde während des zweiten Kriegsjahres in Palästina und später in Syrien von General Wil­son gebildet, und die 10, Armee von General I Quinan im Irak und schließlich auch in Iran auf­gestellt. Die 10. Armee ist aber schon seit längerer Zeit der Zuständigkeit Kairos entzogen worden, ob-

I wohl politisch der Irak und Iran zum Mittleren I Osten zählen.

Dos Oberkommando in Kairo hat eine bewegte I Geschichte hinter sich. Bei Kriegsausbruch wurde General Wavell dorthin gesetzt. Ursprünglich | sollte er wohl gemeinsam mit General Weygand | und dessen sagenhafter Armee die Errichtung der alliierten Front in Südosteuropa nach dem Muster I des Saloniki-Unternehmens im letzten Kriege vor- ! bereiten. Die Ereignisse wollten es anders, und I noch dem Eintritt Italiens in den Krieg fiel ihm die Verteidigung Aegyptens als Aufgabe zu. Seine I vorübergehenden Erfolge ließen ihn zum Helden des nach Siegen hungernden brittschen Volkes wer­den, und alle späteren Mißerfolge in Nordafrika und Südostasien haben diesen Glorienschein nicht wieder auslöschen können. Heute gibt es Millionen Engländer, die sich von Wavell militärische Wun­derdinge erhoffen, und die Forderung, ihn zum Oberbefehlshaber oller britischen Streitkräfte oder gar zumFoch" des zweiten Weltkrieges zu machen, | taucht von Zeit zu Zeit immer wieder in den

Spalten der englischen Zeitungen und Wochen-

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