fich mit Wasser. „Darum denke ich eben, haft sie sich etwas angetan hat."
„Haben Sie noch ein bißchen Zeit für mich, meiit kleines fträulein?'' Nauer schiebt hastig seine Pa« piere in die Aktentasche und erhebt sich mit einer ungewöhnlichen Elastizität. „Ober wollen Sie mit Ihren Eltern telephonieren, daß sie sich nicht um Sie ängstigen?"
„Danke, das ist nicht nötig. Ich hätte seht eigentlich Stenographiestunde, aber die kann ich ruhig mal schwänzen."
„Das finde ich auch. -Klauben Sie, daß Sie den Laxenchauffeur wiedererkennen würden?"
„Na...' Susi macht ein stark zweifelndes Gesicht. „Das glaube ich kaum. Sehr genau habe ich ihn mir nicht angesehen."
„Aber vielleicht erkennt er Siek Darum möchte ich Sie gern dabei haben."
*
Von den Lenkern am .Hauptbahnhof vermag feiner Auskunft zu geben. Aber die Wagen wechseln, es rollen immer neue heran, und eine Stunde später ist der Mann gefunden, der sich genau auf seinen abendlichen Fahrgast besinnt. Das kleine, blonde Fräulein war dabei und eine dunkle Dame, die wio eine Ausländerin sprach, jawohl.
Nach dieser Feststellung ist Susi in Gnaden entlassen, und Bauer und Lürsen steigen in den Wagen, mit der Anweisung, genau dahin zu fahren, wo am Donnerstagabend die Dame ausgestiegen ist.
Es ist eine lange Fahrt, und ausgestiegen ist die Dame sonderbarerweise in einer ganz unbewohnten Gegend, zwischen Feldern und Wiesen an den Ufern der Bille. Das kann der Chauffeur beeiden, er hat den Preis für die Rückfahrt bekommen, und die Taxuhr zeigt genau dieselbe Summe für die Strecke vom Hauptbaynhof bis hierher. Er weiß es genau, denn er hat gerechnet und gezählt und die Wechselgroschen zusammengesucht, aber zu seiner Verwunderung hat ihm die Dame den ganzen Schein überlassen.
Jetzt ist es nicht mehr allzu schwer. Nach einigem Herumfragen finden sich auch Leute, die eine dunkle Gestalt an den Ufern des Flüßchens gesehen haben, und die Stelle näher bezeichnen können. Nach einigen Stunden eifrigen Suchens wird die Leiche einer Frau geborgen. Um den Hals trägt sie eine schwere goldene Kette»
(Schluß folgt,)
25./26.3UIW2
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
173 Zweites Blati
u
in
SCHL
I823D/
Vor dem Sondergericht
C. K.
(4)ter Magentrost erweisen.,
(Nachdruck verboten.)
41 Fortsetzung.
1Ä'
E I
iund annt
M lKE
laltene
EN x SSEN
Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisabet Weirauch
Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
inoocli szailfflt a oder bi* le lieb ein es Hi» adarrn®» »der oho« Ä» iliS IndUchb*
Xeltkano utxLHa* e ho* * DW"*f sjuH nute**
k»och mal eben mit!"
„Gern!" sagt Susi höflich. Sie geht mit ihrem Begleiter viele Gänge entlang und steigt einige treppen, bis sie vor Bauer steht.
„Ich bringe Ihnen hier diese junge Dame, Herr Aat...", sagt Lürsen mit mühsam beherrschter Erregung, „... die eine Senorita... wie heißt ste?
Aus der Stadt Gießen.
Kartoffelblüte.
„Blühendes Kartoffelkraut,
Sanft vom Sommerwind umkost. Immer wann ich dich geschaut, Warst du mir ein Augentrost, Mit der Büsche Laubgezelt, Mit der -Blüten Rötlichblau Hebst du wie ein Blumenfeld Dich hervor aus grüner Au", singt Karl Gerok in einem wenig bekannten Liede in der Kartofselblüte. Der schwäbische Dichter hat
18 (H* erfordert,
*
Der weitgehende Wandel der Anschauungen in der Namengebung tritt auch in Gießen zutage. Wo einst familiäre oder landschaftliche Verbundenheit bei der Bestimmung von Vornamen für Neugeborene den Vorrang hatten, werden feit einigen Jahren von den Eltern immer häufiger Vornamen bestimmt, die vor nicht allzu langer Zeit in den breitesten Volksschichten noch kaum festzustellen waren oder Überhaupt keinen Anklang gefunden hatten. Der Brauch in vielen Familien, die Vornamen von Ur. und Großeltern oder von Eltern bei den En- kein dzw. Kindern fortleben zu lassen, ist hier ebenfalls 'über im Schwinden begriffen. Dagegen wird besonder Vorliebe der Anwendung von Doppelnamen zuteil, eine Erscheinung, die verhältnismäßig neueren Datums ist. Wie weitgehend die Umschichtung in der Namengebung ist, fei hier — als Beispiel — anhand einer Uedersicht über die Namen- gebuna der im Jahre 1941 in Gießen, Wieseck und Klein-Linden geborenen Kinder gezeigt, aus der ersichtlich ist, welche Vornamen heutzutage mit be- sonder er Vorliebe von den Eltern gewählt werden.
Von den 1941 geborenen Knaben heißen 41 Klaus, 39 Dieter, 30 Wolfgang, 25 Horst, 24 Peter, 23 Günter, 23 Helmut, 23 Manfred, 21 Hans, 21 Wer- ner, 20 Hans-Jürgen, 19 Bernd, 17 Gerhard, 17 Jürgen, 14 Karl, 13 Heinz, 12 Herbert, 12 Karl- Heinz, 11 Walter, je 9 Erwin, Günther, Heinrich, Kurt, Rolf, je 7 Erich, Hans-Joachim, Hermann, Willi, Wilfried, je 6 Erhard, Gerd, Otto, je 5 Ernst, Hans-Die ter, Heinz-Dieter, Norbert, Ulrich, je 4 Claus, Georg, Hartmut, Joachim, Rainer, Reiner, Richard, Rudolf, Volker, Wilhelm, je 3 Adolf, Arno, Hans-Wolfgang, Harald, Hubert, Klaus-Dieter, Lud- wig, Meinhard, Rüdiger, Sigurd, Uwe, Winfried, je 2 Albert, Alfred, Arthur, August, Bernhard, Dirk, Eberhard, Eckhard, Egon, Ewald. Frauz, Friedel, Friedrich, Hans-Gerhard, Hans-Otto, Hans-Peter, Hans-Udo, Hans-Ulrich, Johannes, Karl-Günter, Lothar, Martin, Michel, Ortwin, Reinhold, Rolf- Günter, Robert, Udo, je 1 Adolf-Heinz, Alwin, Armin, Arnd. Arnulf, Archibald, Baldur, Bruno, Bur- färb, Christo, Dankwart, Detlef-Egon, Eduard, Eck- hgrd, Ekkehard, Ernst-Dieter, Emst-Gerhard, Emst- Günter, Ernst-Heinrich, Emst-Ludwig, Ernst Sieg, fried, Ernst-Hwe, Ferdinand, Frank, Friedhelm, Friebbert, Friedrich-Wilhelm, Fritz, Fritz-Dieter, Georg-Dieter, Georg-Friedrich, Gerhard-Rainer, Gerhard-Simon, Gerhard-Wilhelm, Götz, Gottlieb, Gun-
*
Wer zum Vergleich der Namen ein Gießener Adreßbuch aus der Zeit vor 40 Jahren, also zu Beginn unseres Jahrhunderts, durchblättert, wird den von uns festgestellten gewaltigen Umschwung in der Namengebung bestätigt finden. Dort sieht man die alten deutschen und vor allem auch die landschastlich und durch Familientradition verwurzelten Vornamen in so großer Fülle verzeichnet, daß demgegenüber die heute noch vorhandene Anzahl solcher Na- mengebungen sehr geringfügig erscheint, die alten Namen zum Teil im Verlause eines ganzen Jahres überhaupt nicht mehr zur Anwendung gekommen, ja sogar Einzelerscii-einungen geworden sind. Bei
„Delgado"
„... aus Rosario sucht. Diese Delgado hat im Hotel Baltic gewohnt und ist am Donnerstagabend abgereist."
„Ich weiß nicht, ob sie ab gereift ist..." erklärt Susi. „Sie hat ihre Koffer abgegeben, und bann hat sie gesagt, es hätte gar keinen Zweck, baß sie abreiste. Sie kam mir furchtbar aufgeregt vor... wir sind noch eine ganze Weile vor dem Bahnhof auf und ab gegangen, und bann hat sie sich eine Taxi genommen und ist weggefahren."
„Und welche Adresse hat sie dem Chauffeur angegeben? Wissen Sie das vielleicht?"
„Nein, das weiß ich eben nicht."
„Das ist aber sehr dumm."
„Sie hat ihm überhaupt keine Adresse angegeben!" Susi ist etwas beleidigt. „Sie hat gesagt, er soll geradeaus fahren, unterwegs würde sie ihm schon sagen, wohin."
„Hm ... merkwürdig... kannten Sie diese Dame näher?"
„Sie hat mir spanische Stunde gegeben. Sie hat sich auf eine Anzeige gemeldet. Sie war reizend, wirklich, es täte mir schrecklich leib, wenn ihr etwas passiert wäre."
„Wie kommen Sie auf die Vermutung, baß ihr etwas passiert fein konnte?"
„Sie wollte mich am andern Morgen anrufen, aber sie hat nichts wieder von sich hören lassen... und dann... sie war überhaupt so sonderbar."
„Können Sie sich vielleicht noch auf bie Unterhaltung besinnen?"
„0 ]a, natürlich...ich hatte Großmutter zur Bahn gebracht, aber bas interessiert Sie wohl nicht."
„Erzählen Sie nur!"
„Und wie ich vom Bahnsteig komme, sehe ich Concha an der Gepäckaufbewahrung. Concha heißt sie ... ich rief sie an, weil ich mich riesig freute, sie zu treffen. Da zuckt sie zusammen und starrt mich an, als sähe sie ein Gespenst. Ich fragte natürlich, ob sie etwa verreisen wollte, und da sagte sie ... ja ... nein, es hat ja doch keinen Zweck, es hat ja alles keinen Zweck, und da sagte ich, mein Gott, Concha, was haben Sie denn, warum sind Sie denn so aufgeregt? Und ich nahm ihren Arm und führte sie ein bißchen auf und ab und redete ihr gut zu. Sie hatte fo große Augen und jammerte immer leise vor sich hin, spanisch und deutsch, alles burchoinan-
55.
I Vor dem Wachtmeister steht ein sehr blondes und ! sehr junges Mädchen. Sie hat die Hände in die S Aackentchche gesteckt, um sich Haltung zu geben, und bemüht sich um einen forschen und sicheren Ton: ^schuldigen Sie, kann ich hier vielleicht eine Aus- lunft erhalten, wo ein Mensch geblieben ist, den ich
Ein besonderes Ereignis für ein junges Ehepaar und feine nähere und weitere Verwandtschaft ist die Geburt eines Kindchens. Je näher der Zeitpunkt feines Eintritts tn bas Leben herannaht, desto eifriger werden die Vorbereitungen der Mutter zu feinem Empfang: rege wird erörtert, ob es wohl ein Bub ober ein Mädel fein werde: häufig findet der Gedankenaustausch darüber statt, wie bas kleine Wesen heißen soll. Das Kopfzerbrechen über die Frage, ob Bub oder Mädel, hat die weife Natur uns bisher erspart, denn sie hat fich ihr Geheimnis auch durch die eifrigste wissenschaftliche Forschung noch nicht nehmen lassen. Dagegen werden manche Köpfe von Vater und Mutter, angehenbeii Großeltern, Onkeln und Tanten, ja selbst non Nachbarn und Bekannten von der Frage der ^Namengebung für den künftigen kleinen Erdengast in Anspruch genommen, wobei nicht selten der „Wettbewerb" um diesen oder jenen Namen außerordentlich lebhaft ist. Insbesondere sind Frauen mit dem Umfang ihrer „Vorschlagsliste" großzügig, und sie sind auch leicht geneigt, sich dabei weit über den nüchternen Alltag hinaus zu begeben, beim das Kleine soll ja , einen „schonen", auf alle Fälle einen .^besonderen" Vor- namen erhalten, der es aus den Reihen feiner Al- terskameraden heraushebt. Aber auch manche Männer geben der gleid)cn Neigung Raum in der Annahme, dadurch für das Kind etwas besonderes zu tun. Es ist keine Seltenheit für die Standesbeamten, daß sie bei der Anmeldung der Kinder irgendwelche Namen aus Romanen, von populären Persönlichkeiten vom Film oder vom Theater, die als Lieblinge ihrer Zeit besonders in Gunst stehen, als Beispiel bei der Namengebung eine besondere Rolle spielen sehen.
An der Spitze: Klaus und Dieter, Ärsula und Ingrid
Starke Wandlungen bei der Namengebung. — Ein Besuch auf dem Standesamt.
rsweg:
indg-11 | Kt* eW
Schwere Strafe
für einen Schwarzschlächter.
Lpd. Ober-Mörlen sOberhessen), 24. Juli. Der Metzger, Land- und Gastwirt Karl Krebs VIII. aus Ober-Mörlen hat in der Zeit vom Sommer 1940 bis Februar 1941 miederyolt Schafe ge- schlachtet, das Fleisch zu Wurst verarbeitet und im Haushalt verbraucht ober markenfrei an die Kundschaftabgegeben. Da die Schlachtungen ohne Schlachtschein, ohne Anmeldung bei der Zuteilungsstelle für die Fleischbew i r t schaf tung und ohne Fleischbeschau erfolgten, verurteilte das Sondergericht des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt den Angeklagten wegen dieser Schwarzschlachtungen zu 1 Jahr und 2 Monaten Zuchthaus, 500 NM. Geldstrafe und 1035 NM. Wertersatz.
Verbotene Geschäfte mit Weizen.
Lpd. H a i n gr ü uda u(Oberhessen),24. Juli. Unter Umgehung der Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirt- schäft und der maßgeblichen Bemirtfchaftungsvor- schriften be.zog der Wagnermeister Friedrich Wolf aus Hain gründ au von einem Landwirt im Februar 1942 zwei Zentner Weizen. Da auf diese
inn der Poesie des blühenden Kartoffelfeldes Igenden Versen Ausklang gegeben:
„Doch indem die Blüte fällt, Räumt sie gern der Frucht den Platz, So auch du, mein blühend Feld, Hütest einen goldenen Schatz, Unter dir im Erdengrund
Wächst willkommen Hausmannskost Eine Frucht, gesund und rund, Alt unb jung ein Magentrost.
Wenn ich drum in Sommers Pracht Durch die blüh'nden Fluren geh', Denk' ich gern an Winternacht, Da dies Feld bedeckt mit Schnee, Doch am Tisch bei Lampen schein Sitzen Kindlein Kopf an Kopf, Froh begrüßt dich groß und klein Dampfender Kartoffeltopf."
Seit jeher war uns die Kartoffel wichtig, aber die Hlüte, die zu gewöhnlich und alltäglich erschien, erfreute sich nur geringer Beachtung. Die Menschen schätzen in der Regel das, was selten ist. Und dafür gibt uns die Kartoffel und die Blüte einen schlagenden Beweis. Als sie nach der Entdeckung Amerikas aus ihrer peruanischen Heimat nach unserem Erbteil verpflanzt worben war, wurde sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts in deutschen Gärten als Zierpflanze gezogen, und alles bewunderte damals ihre herrliche Blüte. Einer der ersten Deutschen, in dessen Garten die Kartoffel blühte, war der Bres- louer Arzt Dr. Laurentius Scholz von Rosenau, der sie von einem spanischen Freunde zum Geschenk er- halten hatte. Etwa um dieselbe Zeit pflanzte der berühmte Botaniker der damaligen Zeit, Carl Clu- sius, die Kartoffel in feinem Garten in Frankfurt am Main. Clusius war der erste Deutsche, der den Währungswert der neuen Pflanze erkannt hatte, hme Bemühungen, sie aus diesem Grund schon am Ausgange des 16. Jahrhunderts zu verbreiten, hat- hn aber keinen Erfolg, er erreichte nur, daß sie von nun ab in den Gärten der Stadt Frankfurt und ihrer Umgebung häufig als Zierpflanze gezogen würbe. Als Schmuckpflanze trieb sie damals Stengel von drei bis 5 Ellen, und sie wurde an Spalieren gezogen. Zu jener Zeit hatte auch der Arzt und Bo- toniter Johannes Matthäus, der 1621 als Professor an der nassauischen Hochschule in Herborn gestorben ist, eine Kartoffel in einem Blumentopf auf. gezogen. Alle, die an feinem Fenster vorbeigingen, bewunderten die Blüte des seltenen Gewächses. ; «Als die Kartoffel schon längst in Deutschland als | wichtiges Nahrungsmittel Verbreitung gefunden I hotte, wurde man erst in Frankreich auf sie aufmerksam. Aber ihr Anbau begegnete jenseits des Rheins g starkem Widerstand. Das Hauptoerdienst um die tei Verbreitung des Kartosfelbaues in Frankreich ge- h blihrt dem Agronomen und Pharmazeuten Antoine jm Augustin Parmentier, der in Wort und Schrift da- ri für ein trat und auch den König Ludwig XIV. zu ■ interessieren suchte. Eines Tages erschien Parmentier bei Hose mit einem Strauß, der nur aus Kartoffel- i bluten bestand. Diesen bot er trotz des spöttischen
Lächelns der Höflinge dem Könige an. Der Monarch nahm die Gabe an und steckte fich sogar eine der zierlichen Blumen ins Knopfloch. Und bei einem der nächsten Hofbälle trug die Königin Marie Antoinette Stnrtoffelblüten im Haar. So wurde bas Blümlein in Frankreich Modeblume, und erst die Modeblume verschaffte der Kartoffel als Nährpflanze jenseits i)t5 Rheins Eingang.
I Wenn wir uns heute an der schonen Kartoffelblüte effreuen und sie mit Gerok als „Augentrost" preisen, so denken mir rqit dem Dichter nicht erst an den Winter mit dem „dampfenden Kartoffeltopf", sondern schon an bie Frühkartoffeln, die jetzt auf uhferem Tische erscheinen und sich für uns als ein
ter, Gustav, Hans-Bernhard, Hans-Dietcr. Hans- Erwin, Ha ns-Friedrich, Hans-Georg, Hans-Gunther, Heiner, Heinz-Jürgen, Helge, Hilmar, Holger, Hugo, Ingobert-Renatus Stromer, Jochem, Josef, Jorg, Karlheinz, Karl-Ernst, Karl-Gevl^, Karl-Ludwig, Knut-Jürgen, Kurt-Walter, Manfred-Hans, Michael, Oskar, Paul, Peter-Kurt, Philipp-Wilhelm, Reinhard, Rolf-Dieter, Sigmar, Theo, Theodor, Thomas, llto, Willibald, Wolf, Wolfram, Wolrad, Wulf.
Die 1941 geborenen Mädchen tragen folgende Vornamen: 52 Ursula, 33 Ingrid, 31 Brigitte, 30 '.Renate, 28 Helga, 24 Christa, 22 Gisela, 21 Karin, 19 Inge, 19 Rosemarie, 18 Hannelore, 16 Elke, 16 Waltraud, 15 Monika, 14 Erika, 12 Christel, 12 Inge- borg, 12 Marianne, 11 Sigrid, 10 Doris, 10 Gertrud, 10 Roswitha, je 8 Edith, Heide, je 7 Heidemarie, Uta, je 6 Barbara, Elfriede, Gerda, Irmgard, Lieselotte, Margarete, je 5 Anna, Brun Hilde, Gudrun, Heidi, Hilde, Hiltrud, Ilse, je 4 Annemarie, Anneliese, Dorothea, Elisabeth, Elli, Hella, Hildegard, Irmtraud, Ute, je 3 Adele, Brita, Dagmar, Edda, Irene, Margo, Margyt, Marlene, Marlies, Mechthild, Nosel, Sieglinde, Traute, Ulrike, je 2 ^Anna-Maria, Anita, Anni-Walburgo, Angela, Antje, Adelheid, Edeltraud, Edeltrud, Elsbeth, Ellen, Emilie, Erna, Eva, Gabriele, Heidelinde, Helene, Jutta, Liesel, Margrit, Maria, Marie-Luise, Nita, Sabine, Therese, Trude, Ulla, je 1 Annegrit, Annegret, Anke, Alke, Alice, Amrei), Bärbel, Barb, Bettina, Birgit, (farin, Carla, Christiane-Priska, Christine, Gilia, Cordula, Cornelia, De vis, Eleonore, Else, (Emmi), Elvira, Friedrun, Gerlinde, Gertraud, Gundüla, Heidrun, Heike, Hedda, Helma, Henriette, Herta, Hildegund, Janina, Ilona, Johanna, Iris, Irmhild, Käthe, Karla, Karola, Katharina, Klara, Lilli, Magdalena, Maja, Marion, Mellanie, Ortrud, Drtmiga, Ottilie, Petra, Rosalinde, Rotraud, Ruth, Sigrun, <?iibiiic, ii)en, loni, WÄh^ide, WaGuTga, Swtoub, Wilhelmine, Wilma.
den Doppelnamen ist es auffallend, daß die Buben von 1941 den Mädchen ihres Jahrganges ganz erheblich voraus find, womit hier aber nicht gesagt fein soll, daß wir mit dieser Feststellung eine Steuerung besonders begrüßen möchten, vielmehr wäre vom Standpunkt der Schlichtheit bei der Namengebung die umgekehrte Entwicklung eher wünschenswert.
Schließlich sei noch ein kurzes Beispiel für den weitgehenden Wandel der Dinge bei den 'Bornamen angeführt: In Wieseck hielten im vorigen Jahre u. a. 2 Buben namens Klaus, Friedel, 1 Friebbert, Volker, Eckhard, 3 Dieter, 1 Hans-Iürgen, 2 Bernd, 1 Rolf, Walter, Adolf, Albert, Werner, Hans Ihren Einzug, denen sich 3 Christa, 2 Christel, Inge, Ingrid, Erika und je 1 Hiltrud, (Eilte, Brigitte, Irma, Rosemarie, Heidi, Doris, Margrit, Roswitha, Ruth, Karin und Helga anfchloffen. Dagegen sind die in älteren Jahrgängen vielfach vorhandenen Namen Christian, Emil, Ferdinand, Friedrich, Fritz, Geoi-g, Heinrich, Hermann, Johann, Karl, Kaspar, Konrad, Melchior, Otto, Paul, Robert, Rudolf, Theodor, Wilhelm, Anna, Berta, Christine, Elisabeth, Emma, Frieda, .Helene, Ida, Karoline, Katharine, Luise, Lina, Marie, Martha, Paula und Wilhelmine nicht zu finden, da sie sich anscheinend keiner Wertschätzung mehr erfreuen, oo ändern sich selbst tn Orten, die in ihrer Struktur einen stark kleinbürgerlichen und ländlichen Einschlag aufweisen, in denen auch die handarbeitende Bevölkerung eine sehr große Rolle spielt, die Zeiten und die Anschauungen.
Die Anmeldung der Neugeborenen auf dem Standesamt muß innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt erfolgen. In der jetzigen Kriegszeit erscheinen häufig der Großvater ober die Großmutter, um der Meldepflicht zu genügen, da der Vater des Kindes in den meisten Fällen im Felde fleht. Es kommt nicht selten vor, daß bei der Anmeldung Vornamen für das Neugeborene noch nicht genannt werden, weil sich die Nächstbeteiligten, nämlich die Eltern, darüber noch nicht haben verständigen können ober noch keinen endgültigen Beschluß gefaßt haben. In fold^n Fällen erfolgt die Eintragung des Kindes in das Standesamtsregister zunächst ohne Vornamen, jedoch wird den Eltern von dem Standesbeamten aufgegeben, innerhalb einer weiteren Frist von vier Wochen den oder die Vornamen zu melden, da diese Frist die äußerste Grenze des Ab- wartens darstellt. Bisher hat in Gießen diese Zeit- spanne immer genügt, jedem Kindlein zu seinem Vornamen zu verhelfen. Nicht fflteii kommt es auf dem Standesamt zu Erörterungen dadurch, daß non
Weise die Bedarfsdeckung der Bevölkerung gefähr- bet worden ist, wurde der Angeklagte von dem Sondergericht des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt wegen Kriegswirtschaftsverbrechens in Tateinheit mit Zuwiderhandlung gegen die Verbrauchsrege- lungsstrafverordnung zu 8 M o u a t e n Gefä n g - n i s verurteilt. Das Strafverfahren gibt Anlaß, mit Nachdruck darauf hin zu weisen, daß derartige Ge- schäfte in mittelbarem ober unmittelbarem Zusammenhang mit handwerklichen Gegenleistungen beson. ders verwerflich und strafbar sind.
Zuchthaus weqen ehrlosen Verhaltens.
Hirzenhain (Oberhessen), 24. Juli. Das Som dergericht für den Oberlandesgericd!sbezirk Darmstadt verurteilte die 22jährige Hildegard Engel aus Hirzenhain wegen fortgesetzten verbotenen Umgangs mit einem Kriegsgefangenen zu drei I a 1) r c n Zuchthaus und zu drei Ialircn Ehrverlust. Die Angeklagte hat sich als geschiedene Ehefrau in der Zeit von Dezember 1941 bis Mai 1942 m schamloser Weise mÜ einem Kriegegiesangenen eingelassen und durch ihr würdeloses unb ehrloses Verhalten das gesunde Volksempfinden in schwerster Weife verletzt.
suche —"
S P Der Herr Wachtmeister sieht nicht von seiner ' Schreibarbeit auf: „Einwohnermeldeamt, bitte, eine Deppe hoher, gegen fünfzig Pfennig Gebühr."
„Nein, das nützt mir nichts." Sufi Reinbeck fchut- leit energisch den blonden Kopf, „Ich glaube nicht, daß die Betreffende hier gemeldet ist. Sie hat im j Hotel Baltic gewohnt. Da ist sie abgereist am Don- V nfrstag. Aber ich glaube eben nicht, daß sie ab- gereift ist. Ich glaube «her, daß sie —", die hell« p feste Stimme schwankt ein wenig, „daß sie sich | ttn>as angetan hat. Aber dann müßte man doch | noch ihr suchen."
I „Vermißten-Zentrale, Zimmer Nummer —
| „Einen Augenblick mal!" Kommissar Lurseni steht on einem Aktenregal, als die Worte Hotel Dalttc ! wb Donnerstag an fein Ohr schlagen. Diese Worte, die ihn bis in seine Träume hinein verfolgen. „Wen n lud)en Sie, Fräulein? Vielleicht kann ich Ihnen be- j |j Wich fein."
„Sehr freundlich, vielen Dank. Ich suche meine 1 lhhrerin, Senorita Delgado aus Rosario in Santa | Fe — ich habe sie nämlich am Donnerstagabend
noch am Bahnhof getroffen."
„Aus — aus Rosario? Ach bitte, kommen Sie
der, es kam mir vor, als ob sie hohes Fieber hätte. Ich fraate, wo sie hin fahren wollte und auf wie lange. Da sagte sie: »weit, weit, weit weg... auf ewig..und bann wieder: es hätte keinen Zweck, sie käme doch nicht weit, Fernando ließe sie nicht weg, wie er sie fein Leben lang nicht fortgelaffen hätte."
„Wie sagten Sie eben, Fernando?"
„Ja. Wie er weiter heißt, weiß ich nicht. Aber sie sprach fehr oft von Fernando. Ich glaube, daß er auch im Vallie wohnte. Aber er muß nickst sehr nett mit ihr gewesen fein."
„So, hatten Sie den Eindruck?" Heber ihren blonden Kopf hin gehen ein paar vielsatzende Blicke.
„Durchaus. Sie hat ihn schrecklich aelicbt, glaube ich... aber er hat sich wohl nicht sehr schön benommen. Ihr kamen manchmal die Tränen in die Augen, wenn sie von ihm sprach. Ich sagte, sie solle man fehen, daß sie von diesem Fernando loskäme, denn das würde doch nichts Rechtes... sie wäre noch gar nicht so alt und sehr hübsch. Sie würde schon noch einen braven Mann finden, der sie hei- ratete, und mit dem sie sehr glücklich werden konnte. Na ja, wie man eben so redet, wenn man einen Menschen zur Vernunft bringen will, nicht wahr?"
Ganz flüchtig zuckt ein Lächeln nm Bauers Augenwinkel, während er das ernsthafte kindliche Gesicht betrachtet: „Und ist Ihnen das gelungen?"
„Sie wurde etwas ruhiger, aber sie kam mir sehr, sehr traurig vor. Sie schüttelte nur immer den Kopf und sagte: ,Zu spät! Zu spät! Alles zu spät, Chiquita.' Sie nannte mich meistens Chiquita, und dann ging sie auf eine Taxe los, und ich quälte noch, sie sollte mich am andern Morgen anrufen. Das versprach sie dann auch. Aber ehe sie einftiea, gab sie mir plötzlich einen Kuß und sagte, die Madonna be- wahre dich vor meinem Schicksal! Unb... unb..." Eine leichte Nöte färbt die Helle, runde Stirn. ..... wenn ich je im Leben einen Mann lieb hätte, bann sollte ich ihn heiraten, und wenn er das nicht wollte, sollte ich aufhören, ihn zu lieben. Ich sollte ihn ,mit allen Wurzeln aus meinem Herzen heraus- reißen'. Sie gebrauchte manchmal solche Ausdrücke. Auch wenn mein Herz darüber in Stücke ginge. Mit einem gebrochenen Herzen konnte man leben, aber mit dem, was sie auf dem Gewissen hätte, könnte man nicht mehr leben ... unb ... unb..." Die junge, feste Stimme zittert, und die hellen Augen füllen


