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Oie „Strategie" Roosevelts.
Nachdenkliche Betrachtungen am Geburtstag Washingtons.
meldet wird, einen schweren A st h m a a n litten, der ihn ans B e t t fesselt, die in 1 politischen Kreisen verbreiteten Gerüchte, daß Beaverbrook die ihm zugedachte Tätigkeit in W a < shington nicht aufzunehmen gedenke, werden von zuständiger englischer Seite nicht bestätigt.
wendung von Flugzeugen voraus, und es gebe zwei Muster von Flugzeugen, solche, die sehr weit fliegen könnten, und solche, die nicht so weit fliegen könnten. Die USA.-Regierung verfolge die „Politik, den Krieg dem Feinde e n t g e g e nz u t r a g e n in ferne Länder und in ferne Gewäs.
er, soweit wie möglich von unserem eigenen Heimatgebiet."
Warum, muß man hier fragen, hat er bann die Philippinen nicht besser verteidigt? Und da folgt nun die geradezu klassische Begründung: „Schon bevor der Krieg begann, waren die Philippinen bereits auf drei Seiten von den Japanern umringt. Vierzig Jahre ist es stets unsere Strategie gewesen, daß wir im Falle eines japanischen Angriffes auf die Inseln eine hinhaltende Aktion durchführen und uns langsam zurückziehen würden. Nichts, was in den letzten beiden Monaten sich ereignete, hat uns dazu bringen können, diese grundlegende Strategie zu überprüfen." Da kann man von unserer Seite aus nur gratulieren.
Im übrigen ist der Versuch Roosevelts, die Niederlage auf den Philippinen als vorausgesehen, ja fast als gewollt hinzustellen, mehr als kümmerlich, denn noch am 6. Januar hat er vor dem Kongreß gejammert: „Es war bitter, nicht imstande zu sein, eine Million Mann auf tausend Schiffen in den Philippinen zu landen." Einst hat der Kriegshetzer großspurig verkünden lassen, die USA. würden Japan in 90 Tagen vernichten. „Wir wußten immer", so plauderte er gestern leichthin, „daß der Krieg gegen Japan nur durch einen Zermürbungsprozeß ausgefochten werden würde."
Zu dieser Verdrehung, über die man nur nachsichtig lächeln kann, kam dann noch eine gröbere? „Es wurde gesagt, daß die japanischen Erfolge auf den Philippinen nur möglich gewesen seien durch den Erfolg ihres Ueberraschungsangriffes auf Pearl Harbour. Ich sage Ihnen, daß dies nicht so-ist. Auch ohne diesen Angriff wäre es eine hoffnungslose Operation gewesen, unsere Flotte nach den Philippinen zu schicken, über Tausende von Meilen durch die Ozeane."
Da kann man nicht mehr ganz folgen, denn kurz vorher hat er doch gesagt, es sei seine Politik, den Krieg in ferne Gewässer zli tragen! Zu solchen Widersprüchen gesellt sich eine unverschämte Lüge: ,/Die Folgen des Eingriffes auf Pearl Harbour — so ernst sie auch waren — sind stark übertrieben worden. Die Anzahl unserer bei dem Angriff auf Pearl Harbour am 7. Dezember getöteten Offiziere und Mannschaften beträgt 2340 und die Zahl der Verwundeten 946. Don allen Kriegsschiffen, die in Pearl Harbour stationiert waren, wurden nur drei dauernd untauglich ge<
„Rohr eins — fertig!"
„Rohr eins — los!" Zischend fegt ein Aal aus dem Rohr, jagt auf den Tanker zu. Die Sekunden dehnen sich. Getroffen? Nicht getroffen?
„Peng!^
„Ein metallisch harter Schlag klingt im Boot.
„Getroffen!!
Aber keine Feuerwolke steigt zum Himmel. Der Tanker fährt m i t B a l l a st. Der über 10 000 BRT. große Schiffskörper sackt langsam vorne über.
Die Jagd in amerikanischen Gewässern, vor der Haustür der Vereinigten Staaten hatte für „U ..." mit der Vernichtung eines 10 000 Tonnen großen Tankers verheißungsvoll begonnen.
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Oer ist nicht mehr zu gebrauchen!
Tanker vor Neufundlandbank in stürmischer Atlantiknacht torpediert.
Von Kriegsberichter Herbert Sprang.
Stunden sind vergangen. Die Dunkelheit ist zwischen hereingebrochen. Endlich scheint dem Kommandanten die Lage günstig.
Fahrt zu Winnetou.
Besuch im Karl-Mah-Museum.
Seit Jahrzehnten schon deckt den phantastischen, einst heftig umstrittenen Schriftsteller Karl May der kühle Rasen, seine Welt aber, die er um sich geschaffen, ist noch immer lebendig. Wir brauchen nicht über den Ozean zu fahren, um sie zu finden. In Radebeul, der Vorstadt Dresdens, können wir, unbehelligt von Giftpfeilen und schwirrenden Streitäxten, noch heute den Spuren Winnetous und Old Shatterhands nachgehen.
Nur wenige Minuten abseits von Trambahngeratter und modernem städtischem Verkehr führt uns eine stille Seitenstraße vor das Tor der Villa „Shatterhand", in der Karl May die letzten acht- zehn Jahre seines Lebens verbrachte. Ein stämmiger Mann in der bunten Tracht des Trappers, mit großem Schlapphut und hohen Stiefeln, empfängt uns. Es ist Patty Frank, einst ein bekannter Artist, Mitglied der Buffalo-Bill-Truppe, mit der er abenteuernd durch die Welt zog, bis er hier feine Aufgabe darin fand, eine der wertvollsten indianischen Sammlungen zu betreuen, auf die manches Museum stolz fein könnte. Er führt uns durch den herrlichen Park zu einem Blockhaus, der „Billa Bärenfett". Schwer knarrt die klobige Bohlentür, und mit einem Schritt befinden wir uns in jener Welt, die Karl May so oft in seinen Werken beschworen hat. .
Liebevoller Sammeleifer hat hier die letzten Zeugnisse der untergegangenen Kultur eines einst mächtigen Volkes zusammengetragen und eine Atmosphäre geschaffen, die sofort gefangen nimmt, ob wir nun die vielen Streitäxte verschiedenster Form bewundern, wie sie Sioux, Irokesen oder Apachen mit tödlicher Treffsicherheit schleuderten.
Spurenlesen gekonnt, wie nur irgendeiner seiner indianischen Helden.
Man sagt den Sachsen nach, daß in ihnen ein unbekannter Sinn für das Abenteuerliche schlummere. Bei Karl May, der als Sohn sehr armer Webersleute in Hohenstein-Ernstthal geboren wurde und eine mehr als trübe Jugend durchmachte, war das sicher der Fall. Er hat mancherlei versucht, um vorwärts zu kommen, es ist vieles fehl geschlagen; er war Volksschullehrer, aber auch das konnte er nicht bleiben, und es ist eigentlich bewundernswert, mit wieviel zäher Energie der junge Mensch sich aus dem Sumpf, in dem er schon ziemlich tief steckte, wieder herausgecrrbeitet hat. Aber eines Tages war der Erfolg da, und bann faß Karl May an feinem Schreibtisch, der in keiner Blockhütte und keinem Beduinenzelt stand, sondern zuletzt in einer behaglichen bürgerlichen Villa in Radebeul und ließ die Gestalten seiner Phantasie lebendig werden. Und das ist das Seltsame: Diese Gestalten sind nicht nur ungeheuer lebendig gesehen, es sind nicht nur Menschen, wie wir es sind oder sein könnten, sie sind auch in ihrer besonderen Eigenart durchaus echt. Karl May weiß zu charakterisieren, seine Gestalten werden nie Schablonen, Helden sind Helden, und vor allem in der Darstellung etwas sonderlicher Menschen, der Eigenbrödler, der schnurrigen Kerle ist Karl May einfach Meister.
Dieser Mann hat vom Schreibtisch aus die ferne Welt, die. er beschrieb und deren Menschen er uns schildert, wahrer erkannt, als mancher zünftige Reiseschilderer, der in der Ferne war und dicke Wälzer darüber geschrieben hat. Er hat in seinen Büchern lebendig gemacht, was in den Büchern anderer oft nur totes Wort war. Er hat ein Land und eine Landschaft in ihrer ganz besonderen Atmosphäre echt und unterhaltsam beschreiben können, und er hat Männer gestaltet, wirkliche Männer, stolz, tapfer, großmütig, voll Witz und Schläue, Persönlichkeiten, die wohl ein Vorbild sein konnten, und Männerschicksale sind es, die er schildert, die gelebt und darum — trotz allem — auch erlebt waren.
Das ist das Geheimnis des Erfolges von Karl May, daß er denen, die ihn lasen, ob das nun Fünfzehn- oder Fünfunddreißigjährige waren und
macht."
Aber dieses törichte Manöver kann heute nie* manden mehr darüber hinwegtäuschen, daß die Japaner bei ihrem schneidigen Eingriff auf Hawai fünf Schlachtschiffe versenkt, andere große Schiffseinheiten schwer beschädigt und damit praktisch bi4 Pazisi k flotte der USA. vollkommen zertrümmert haben. Wenn dies nicht so wäre, warum ließen sich dann die großen amerikanischen Kriegsschiffe im südwestlichen Pazifik nicht sehen? Ueberdies hat das USA.-Mavineministerium am 28. Januar die Zahl der . bei der Katastrophe von Hawai gefallenen Soldaten mit 5500 angegeben, „Die Japaner", plauderte der Lügner weiter, „wissen nicht, wieviel Flugzeuge sie an diesem Tag zerstört haben, und ich werde es ihnen nicht sagen. Was er aber sagen könne, fei, daß die Amerikaner mehr japanische Flugzeuge zerstört hätten als umgekehrt. Diese verschwommene Tour der amerika- nischep Nachrichtenpolittk kennt man schon zu genau, 1 als daß ihr irgend jemand noch Glauben schenken könnte.
Roosevelt hatte es streng vermieden, den Fall von Singapur auch nur mit einem Wort zu erwähnen. Dafür schwelgte er wieder in dem Gedanken, daß die USA-Produktion „eine überwältigende Überlegenheit" bringen werde. Freilich hielt er es doch für nötig, hinzuzufügen: „Die Aufgabe, der wir Amerikaner jetzt gegenüberstehen, wird eine harte Prüfung für uns fein. Niemals zuvor hatten wir so wenig Zeit. Wir haben durch Hitlers U-Boote im Atlantik, wie auch durch die Japaner im Pazifik Verluste erlitten, und wir werden noch mehr erleiden müssen.
Also sprach gestern der Mann, der hinterm Kamin Politik und Strategie treibt. Wie aber sprach seinerzeit der große amerikanische Präsident, der vom Schlachtfeld kam? In der A b s ch i e d s b o t s ch a f t Washingtons an fein Volk heißt es: „Haltet Frieden und Einklang mit allen! Das große Gesetz für das Verhalten fremden Nationen gegenüber ist: Während wir unsere Handelsbeziehungen ausdehnen, mit ihnen so wenig politische Verbindung wie mög* lich zu haben. Europa muß häufig in Verwicklung
24 y2 Millionen
bei der 5. Reichsstraßensammlung.
Berlin, 25. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Mr können wirklich sagen: Zum ersten Male in der Geschichte ist ein ganzes Volk jetzt im Kampf — teils an der Front, teils in der Heimat." Dieses Wort des Führers anläßlich der Eröffnung des diesjährigen Kriegs-Winterhilfswerkes hat sich bei der vom Reichsluftschutzbund am 31. Januar und 1. Februar durchgeführten 5. Reichsstraßensammlung erneut bewahrheitet. Durch die Opferfreudigkeit der Heimat wurde ein Ergebnis von 24 6 7 6 9 61,45 Reichsmark erzielt. Gegenüber der gleichen Sammlung des Vorjahres mit 18 214 218,53 RM. ist eine Zunahme von 6 462 742,92 RM. -- 35,48 vom Hundert eingetreten.
(DNB.) B e i der Kriegsmarine, im Februar 1942. (PK.) Jäh fegt harter Südwest über die See heran, türmt über eine lange und hohe Dünung die See zu neuen Bergen und jault im Antennenkabel.
„U ..." bockt sich gegen die schwere See Meile um Meile vorwärts, westwärts dem Ziele zu. Das Ziel aber heißt: Amerika!
Langsam graut der Morgen. Die erste Tageswache ist aufgezogen. Naß klebt das Oelzeug. Breite Festhaltegurte schützen die Männer vor dem Ueber- bordgespültwerden. Der Wind scheint abzuflauen. Das Barometer steigt. Niedrighängende Wolken jagen heran und bringen Regen, 'schnee und Hagel. Die Gesichter der Ausguckposten sind fast rot geschlagen. Unablässig rinnt das Wasser vom Südwester.
Mehr und mehr schiebt sich „11 .. .* an die Neu- undlandbank heran. Nach langem, hinhaltenden Kriegsmarsch ist der Atlantik überquert. Nun ist das zugewiesene Operationsgebiet bald erreicht. Immer aufmerksamer werden die Männer im Turm. Schon ist Mittag vorüber.
„Steuerbord voraus zwei Mastspitzen! ein Schornstein!" Die stundenlang währende Stille der Wache ist unterbrochen. In wenigen Sekunden steht der Kommandant auf der Brücke, das Glas vor den Augen. „Donnerwetter!" Mehr spricht der schweigsame Norddeutsche nicht. Elb er aus den wenigen sparsamen Kommandos, die folgen, klingt die ganze Härte des unerbittlichen Jägers. Die Jagd hat begonnen. Es geht um Großwild. Dorne, das sieht man an der Stellung des Schornsteins zum Mast, zieht ein r i e f i g e r T a n k e r seinen Kurs. Mt stundenlanger mühseliger Arbeit gilt es nun für „11 ...", sich vorzusetzen. Ein zäh verbissenes Ringen um die Schußposition hebt an. Der Tanker zieht auch westwärts gegen Dünung und Wind.
Die Hoffnung auf besseres Wetter hat getrogen. Das Barometer fällt ins Bodenlose. Hagel und Schneetreiben hängen immer wieder einen dichten Schleier vor das Ziel. Immer aber taucht es wieder aus dem Dunst auf. Wegen des Wetters macht der Tanker wohl keinen Zack und läuft feinen geraden Kurs.
Die Verfolgung erfordert von jedem Mann der Besatzung das Letzte. Oft steht der Turm 10, 15, 20 Sekunden lang völlig unter Wasser. In mächtigem Pull fällt dann das Wasser durchs geöffnete Turmluk, denn wegen der Nähe des Zieles darf es für den Alarmfall nicht geschloffen werden. Im Boot spült das Wasser schon über die Flurplatten. Lenzpumpen stöhnen und tacken und schaffen es kaum noch.
„Nach unten festhalten!" Schneidend klingt die Stimme des Kommandanten über die Brücke. Vor einer übergroß heranrollenden See ducken sich die Männer tief nach unten, krampfen sich im Ring fest. Wenn jetzt einer aus Angst vor dem Wasser nach oben geklettert wäre, hätte ihn die See trotz Haltegurt baüongefpült
BerIin, 24. Febr. (DNB.) Roosevelt hielt den Geburtstag George Washingtons, des Gründers der USA., der mit Hilfe des deutschen Generals von Steuben die Engländer aus dem Lande gejagt hat, für „eine sehr passende Gelegenheit", um wieder einmal am Kamin ins Mikrophon zu plaudern. Es war eine der dürftigsten Reden, die der verantwortungslose Verantwortliche in Gottes eigenem Lande gehalten hat, gemischt au? Phrasen, Lugen, Pessimismus und Vertröstungen auf die Zukunft.
Warum die Zuhörer gebeten wurden, einen Weft- atlas zur Hand zu nehmen, ist nicht mit Bestimmtheit zu ergründen, denn Roosevelt nannte nur Namen, von Ozeanen und Ländern, die in Deutschland jeder Sextaner kennt. Vielleicht brauchte er aber selbst eine geographische Stütze, um seine „weit- umspannenden Kampflinien" nicht durcheinander zu werfen. „Die weiten Ozean e", so dozierte er säuerlich, „die früher als unser Schutz vor Eingriffen galten, sind zu endlosen Schlachtfeld erst geworden, auf denen wstr fortwährend bedroht werden." Dann zählte er die Staaten auf, denen er angeblich Hilfe schicken möchte: China,
immer noch sind, nicht die Abstraktion eines Helden, sondern den Helden selbst gestaltet hat; Märiner und Menschen, die auf sicheren Beinen in einer wirklichen Welt stehen, so wie jeder, der ein Mann ist es einmal werden möchte, stehen will.
Carl Ems.
Das lockende Abenteuer.
Zum 100. Geburtstage von Kart May.
Am 25. Februar sind es 100 Jahre her, daß Karl May geboren wurde. Soll man feiner an diesem Tage gedenken? Man soll! Auch wenn er nicht zu den Zünftigen in der Literatur gehört, und es immer noch einige gibt, die ihn in die Niederungen der Kolportage verdammen möchten. So um die Jahrhundertwende herum gab es so etwas wie eine literarisch-moralische Fehde um Karl May. Was hat man ihm nicht alles vorgeworfen! Was ist davon übrig geblieben? Einiges weniges Menschliche, das kaum noch zählen dürfte. Seine Bücher jedenfalls erreichten immer höhere Auflagen, nicht nur die Jungen, auch die Alten griffen nach ihnen und beide suchten darin, was sie sonst nicht finden konnten, den Schimmer des lockenden Abenteuers.
Karl May ist in feiner Art einzigartig. Er ist nicht einzureihen in die Ordnung der übrigen Erzähler des Abenteuers und schon gar nicht in die Ordnung der Reiseschilderer. Denn die Reisen, die er beschreibt, hat er nie gemacht; die Abenteuer, von denen er erzählt, hat er nie bestanden. Aber wie er sie erzählt, das ist so, daß er sie wohl bestanden haben könnte. Man hat ihn einen Lügner genannt, weil er in der Ichform erzählte und sich mit den Helden seiner Abenteuer, Old Shatter- Hand und Kara ben Nemsi verpersönlichte. Aber gerade, weil er es tat, weil er abrückte von der unpersönlichen Sachlichkeit des üblichen Abenteuerromans, hat er seine Abenteuer so bis ins einzelne formen, sie so ungemein lebendig erzählen können, daß sie echt und als erlebt erscheinen. Es ist nun einmal so, daß in den Büchern Karl Mays das Abenteuer in seinem schönsten Feuer glüht, daß die Spannung nicht aufhört von der ersten bis zur letzten Seite. Es ist sicher manches in diesen Büchern, was man missen könnte, vor allem das billige, sentimentale Moralisieren und Philosophieren. Hier bewegt sich Karl May auf Pfaden, die ihm unbekannt sind, und auf denen er Spuren nicht zu lesen versteht. Aber sonst hat er das
oder die- schönen buntfarbigen Muster indianischer Webearbeit bewundern, ob wir die mit Federn und Perlen geschmückten Friedenspfeifen betrachten oder unsere Augen auf den gemalten Büffelhäuten ruhen lassen, aus denen sich ein gut Teil indianischer Geschichte lernen läßt. Die bildlichen Darstellungen der einen verherrlichen die Taten eines ruhmvollen Kriegszuges, eine andere bedeutet eine Kriegserklärung. Und da sieht man auch die Skalps, dis abgezogenen Kopfhäute unterlegener Feinde, dis der Krieger als Siegeszeichen heimbrächte. Da steht auch die Büste des berühmten „roten Napoleon". „Sitting Bulls", der im Jahre 1876 in der Schlacht am Little Beg-River einen blutigen Sieg über diö Weißen erfocht und der von sich selbst sagte: „Indianer? — Es gibt keine Indianer außer mir! Und nicht weit davon sieht man den edlen Kops einer jugendlichen Rothaut in kraftvoller männlicher Schönheit: es ist Winnetou, der nie gelebt hat, aber so dargestellt ist, wie die Phantasie seiner Bewunderer ihn sieht..
Unser Führer öffnet eine Tür. Mattes Dämmerlicht fällt durch niedrige Fenster in einen kleinen Raum. Dolche stecken in den Wänden, Skalpe hängen an der Decke, rechts ein riesiger Kamin, gegenüber eine niedrige Lagerstatt, ein einfacher Tisch, eine Holzbank. So leben die Trapper im „wilden Westen" ..., so der Trapper von Radebeul, der das Werk Karl Mays hütet. Er erzählt, wie er angeregt durch die ersten Schriften Karl Mays begann, eine Sammlung zu erwerben, die dann mit jener Karl Mays vereinigt wurde und heute dieses einzigartige Museum bildet. Und dann öffnet er einen Wandschrank. Hier lehnen schwer und. wuchtig drei Büchsen: „Bärentöter", „Silberbüchse" und „Henry- stutzen". Daneben in wohlverwahrten Schränken alles, was Karl May von feinen Reifen mitbrachte. Es war eine Welt, gemischt aus Phantasie unü> Wirklichkeit, der Karl May Gestalt gegeben hat, eine Welt, wie sie das Herz der Jugend begeistert. „Chief Big Snake", die „Große Schlange", traf das Rechte mit feinen Worten am Grabe Karl Mays in Radebeul: „Du hast unserem sterbenden Volks im Herzen der Jugend aller Nationen ein bleibendes Denkmal errichtet."
Nehm kämpft also nicht gegen England oder das englische Volk, sondern gegen das britische Ausbeutersystem und mochte an seiner Stelle so etwas wie eine kommunistische Bodenreform durch dle Schaffung von Staatsgütern einführen.
Es ist klar, daß England sich diese Strömungen jetzt sehr geschickt zunutze macht. Die Briten sehen in der Förderung bolschewistisch a n ’ hauchter innenpolitischer Plane dieses Kongrehflügels eine Chance, gewisse andere unbequeme Fragen beiseite schieben zu können, wooei allerdings auf den „Forward Block" des Gegners Nehrus hingewiesen werden muß. Es ist das Subhas Chandra Bose, der Nehrus These, daß die Welt heute zwischen Kommunismus oder Faschismus zu wählen habe — wobei sich Nehm völlig für den Kommunismus entschieden hat — ablehnt und für Indien eine eigenständige politische Lebensform fordert, wobei ihm eine autoritäre Synthese zwischen Kommunismus und Faschismus vorschwebt, die er „Samyavada" nennt, was^ wörtlich so viel wie Gleichheitslehre heißt. Die Briten hatten selbstverständlich sofort erkannt, daß in Bose der gefährlichere Gegner entstanden war, zumal Bose bereits 1939 den Jubelruf tat: „Die tönernen Füße des britischen Reiches sind bloßgelegt worden!" Er, der 1938 auf dem Präsidentenstuhl des Kongresses saß, wurde im Juli 1940-verhaftet, erzwang aber im Januar 1941 durch einen Hungerstreik seine Entlassung und ist seitdem verschwunden ...
Dadurch, daß England den zu Kompromissen geneigteren Nehm so stark in den Vordergrund schiebt und im übrigen vor allem im Mutterlande alles tut, um den Bolschewismus heimisch zu machen, ist die Linie ziemlich klar: Indien soll für die „Segnungen" kommunistischer Reformen weitgehende Zugeständnisse auf dem Gebiet der Kriegslieferungen an Tschungking machen.
Indien ein brennendes Problem.
S t o ck h o l m, 24. Febr. (Europapreß.) Der Londoner Korrespondent von „Stockholms Tidnlngen" schreibt, das Problem der Stellung Indiens innerhalb des brittschen Empire werde immer brennender. Binnen kurzem würden große Entscheidungen getroffen werden. Die Ansicht vieler in London sei, daß kein Angebot an Indien zu teuer märe, falls es dazu führe, daß das indische Volk den Krieg gegen Japan und den Nationalsozialismus zu feiner eigenen Angelegenheit mache und alle Kräfte mobilisiere.
Zwischen Indien und Burma wurde der telegraphische Verkehr abgebrochen, wie dort nach einer Meldung aus Bombay am Dienstag amtlich bekanntgegeben worden ist. In Zukunft müssen Telegramme von Kalkutta aus mit der Post weiterversandt werden.
Ein Rücktritt als Protestkundgebung.
G e n f, 24. Febr. (DNB.) Sir Douglas Hacklng, der Präsident 'der britischen Konservativen Partei, ist nach in Genf eingetroffenen Nachrichten von feinem Amt z u r ü ck g e t r e t e n. In britischen politischen Kreisen zeigt man sich über diesen Entschluß des Vorsitzenden der Konservativen Partei sehr überrascht und läßt durchblicken, daß er zweifellos mit den letzten vorgenommenen Aende- rungen im britischen Kabinett zusammenhängt und daß man wohl nicht fehlgehe, ihn als einen P r o - test konservativer Kreise gegen Churchills bolf-chewistischen Kurs in der britischen Po- litik anzusehen.
Lord Beaverbrvok hat, wie aus London ge«
Australien, Neuseeland, Sowjetrußland und Großbritannien. Wenn diese Verbindungslinien nicht aufrechterhalten würden, dann könnten, so phantasierte er fröhlich darauflos, die Japaner nach Afrika und dem Nahen Osten und die bösen Deutschen nach Südamerika (natürlich!) marschieren. „Bevor uns« der Strom unserer Hilfsquellen eine klare Überlegenheit gibt, müssen wir weiterhin", so hörte man dann, „unsere Feinde zu jeder Zeit und überall dort treffen, wo wir sie finden."
Wozu der Wahrheit gemäß doch festgestellt wer-, den muß, daß es die Deutschen und die I a - paner sind, welche die Vereinigten Staaten überall dort schlagen, wo sie wollen. Beweise gibt es genug: Hawai, die Philippinen, die großen Erfolge der deutscheü U-Boote. Wie zur Illustration hat zur selben Stunde, als Roosevelt sprach, ein japanisches U-Boot an der Küste von Kalifornien zum ersten Male eine militärische Einlage auf dem ame-
-rikanischen Festland beschossen.
Weiter erzählte der amerikanische Präsident allen Ernstes, die Ozeane seien „keine Einbahnstraßen", weil die Schiffe nämlich wieder zurückfahren müßten. Die Konttolle der Schiffsrouten setze die Ver-
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Von der Organisation Todt sind an der Atl-antik- küste gewaltige Wassergaragen für unsere U-Boote geschaffen worden. Eben läuft ein U-Boot in die aus meterdicken Betonwänden und -decken errichteten U-Boot-Unterstände ein. Die riesigen Wasserboxen bieten selbst gegen die Bomben schwersten Kalibers sicheren Schutz.
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Militärische Java wurde Wellen japani Flugplatz sind Flakstellungen


