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Gegenwart hinausgehen.

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Weihnachten im Banne der Pflicht

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. Ms sie in der Frühe des andern Morgens über die Südkerrasie gehen, liegen vor ihnen die Wald- berge und das Tal im Glanz der Morgensonne.

Und hier, wo Bergenroth seine ersten Zuchtver» suche mit der Oeldistel machte, gibt ihm Helene dar Schreiben der amtlichen Stelle, das besagt, daß diese neue Oelpflanze nun anerkannt und zum Anbau zu» gelassen wird. Prüfungen der Pflanze und ihre Aus- wertung werden fortgesetzt.

Das ist gut, Helene", freut sich Bergenroth.Sa wird unsere Arbeit durch den Krieg nicht unter» brochen."

Alle, die die Weihnachtstage im Banne der Pflicht verbringen müssen, werden dies gern auf sich neh­men in dem Bewußtsein, damit den Brüdern an der Front und ihren Angehörigen in der Heimati wertvolle Dienste zu leisten, zugleich auch mitzu- arbeiten für den Sieg unseres Volkes und dergestalt beizutragen zur Sicherung einer großen deutschen Zukunft. In diesem Bewußtsein werden die Weih, nachtstage im Banne der Pflicht auch frohe Weih, nachten sein für den, desien Gedanken über die

Die Fahrt ist nicht weit, aber umständlich. Helene muß zweimal umsteigen. Die Züge sind überfüllt. Aber das alles stört sie nicht. Sie steht im Gang, weil sie keine Ruhe hat, im Abteil zu sitzen. Sie sieht hinaus in die vorbeifliegende Landschaft.

Der Mittagszug der Nebenbahn ist nicht so be­setzt, und auf dem Bahnhof der kleinen Stadt ver» lassen nur ein paar Leute den Zug. Aber Frau Kühn, die alte Gepäckträgerin, ist doch da und er­kennt Helene gleich wieder. Sie weiß kaum, daß Helene damals auf der Burg geheiratet hat, oder sie hat das schon wieder vergessen. Sie grüßt und fragt, ob die Koffer des Fräuleins auch mitge- tommen sind.

halten. Darüber hinaus werden Geschenkteller und andere kleine Ueberraschungen nicht fehlen. Da der Soldat zu jeder Zeit Freund eines guten Happens ist, wird ihm bei seinem Weihnachtsbesuch im hie­sigen Wehrmachtheim auch ein besonders gutes Weih­nachtsessen vorgesetzt werden, das er sicherlich mit Stumpf und Stiel vertilgen wird.

So wenig es für die Soldaten zu Weihnachten ein Entfernen von der Dienstpflicht gibt, ebensowenig werden die Helferinnen vom Deutschen Roten Kreuz im Wehrmachtheim an diesen Tagen ein Ausruhen kennen. Mit ihnen werden alle übrigen Männer und Frauen des Deutschen Roten Kreuzes, aber auch die Frauen vom Bahnhofsdienst der NSD., die sich um unsere Soldaten bemühen, vor allem aber als Helfer und"Berater von Frauen, Kindern, alten Leuten und anderen Hilfesuchenden auf dem Bahn­hof tätig sind, an diesen Tagen ebenfalls alle Kräfte daransetz'en, in selbstlosem Dienst. Und in den Laza­retten wird für unsere verwundeten und kranken Soldaten der Einsatz des Deutschen Roten Kreuzes ebenso ununterbrochen am Werke sein wie an jedem Alltag. Die NS.-Volkswohlfcchrt als Beauftragte der Partei wird hier auch,zu Weihnachten ein be­sonders bedeutsames Stück ihres Dienstes erfüllen und damit erneut unseren Verwundeten bekunden, daß die Heimat mit aller Liebe und Opferbereitschaft zu ihnen wie zu unserer ganzen Wehrmacht steht.

So wird keiner unserer Soldaten, auch wenn er weit von seinem Daheim entfernt ist, an Weihnachten allein stehen.

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Danke! Ausgezeichnet!" erwidert die tiefe Stimme der Freundin.Wir haben sehr viel zu tun. Gestern trafen neue Soldaten bei uns ein ... aber einen Augenblick, Helene ..."

Und dann ist da eine andere Stimme. Richard Bergenroth wünscht Helene einen guten Morgen.

Ein leiser, tiefer Atemzug ...Richard ... du!" Bergenroth sagt, daß er zu den Soldaten gehört, die Gertraude auf die Burg bekommen hat.Das ist nun auch eine Ueberraschung für dich, Helene!"

Eine große Ueberraschung, Richard! Aber sage vor allem ... wie geht es dir?"

Danke. Leidlich gut jetzt."

Kannst du nicht auf den Ublenhof kommen, dich hier bei uns gesund pflegen lassen?"

Das hoffe ich sehr, Helene. Jetzt aber habe ich eine Bitte: Komm zu mir! Komm auf die Burg, Helene!"

Er hört ein Lachen ... ein leiises, frohes Lachen ...Er kann nicht sehen, daß Helene dabei hastig über ihr Gesicht fährt, weil in ihren Augen vor lauter Glück das helle Wasser steht.

Sie erwidert:Ich komme, Richard. Ich muß hier nur noch alles einteilen für heute und morgen. Käte ist ja hier und die beiden jungen Leute von Marswin ... ja, ich kann schon abkommen ..."

Ich habe mich bereits nach den Anschlüssen er­kundigt, Helene: wenn du gleich einmal notieren willst ..."

Und dann muß alles schnell gehen. Das Mäd­chen kommt und fragt, was eingepackt werden soll. Helene wehrt ab. sie nimmt nur den kleinen Hand­koffer, und der ist schnell fertig.

Die beiden jungen Männer sind wieder da, unb da ist auch der Brief, der vorhin kam.Wunderbar, Frau Bergenroth! Unseren Glückwunsch! Das haben Sie ja nun geschafft!"

Helene nickt ihnen zu:Geben Sie nur den Brief her. Daß ich ihn nicht vergesse. Da bringe ich doch meinem Mann eine gute Nachricht!"

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Sein Blick geht über das Land. Ueberall, oben am Hang, drüben auf den Wiesen und Aeckern ar» beiten fleißige Frauen. Die Männer zogen ins Feld. Stillschweigend und unermüdlich setzte dis Arbeit der Frauen ein, aller Frauen.

Er zieht Helene an sich.Meine liebe Frau! Ich bin sehr glücklich. Wir wisien, daß wir jetzt für immer verbunden sind."

Ja, Richard ..."

Ihr Gesicht Ät_ihm_ zugewaM. leuchtend voL Gluck.

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Aber auch noch andere Dolksgenosien stehen an Weihnachten im Banne der Pflicht. Dor allem den­ken wir hier an die Männer und Frauen der Reichsbahn, insbesondere an das Fahrpersonal. Ohne Feiertagsruhe müssen die Züge rollen. Nicht wie früher in Friedensjahren gilt es jetzt mit Vor­rang den zivilen Reisebetrieb abzuwickeln, sondern heute kommt es in erster Linie darauf an, unserer kämpfenden Front immer neue Kräfte zuzuführen und die in ihrem Dienste arbeitenden Produktionsstätten in der Heimat durch ununterbrochene Zufuhr von Rohmaterial zu speisen. Daneben ist es eine der wichtigsten Aufgaben, bei der es keine Feiertags­ruhe geben darf, die Transporte für unsere Er- nährungs- und Dersorgungswirtschaft laufend im Gange zu halten. Diese Aufgabe erfordert wiederum von unseren Eisenbahnern höchste Anstrengungen, bei denen für Feiertagswünsche naturgemäß kein Raum sein kann. So sehen wir in diesem Teilaus­schnitt unseres Volkslebens die Männer und Frauen

Kriegsweihnachten schließt den bewußten Ver­zicht auf alle Annehmlichkeiten, die mit der Feier des Weihnachtsfestes verbunden sind, von selbst ein. Nach diesem ungeschriebenen Gesetz haben schon die Aelteren unter uns im ersten Weltkriege die Weih­nachtsfeiertage verlebt, und die gleichen Grundsätze sind auch in dem jetzigen Ringen unseres Volkes um seine Freiheit und Zukunft in Geltung. Je län­ger der Krieg dauert und je härter er wird, desto mehr tritt der Gedanke der Pflichterfüllung auch in den Tagen des Weihnachtsfestes in den Vorder­grund.

Dee große Irrtum.

Roman von Meta vrir.

(Schluß.)

Die Fahrt geht bis nach Frankfurt. Es heißt, dort sollen nur die schweren Fälle bleiben. Es beginnt die Verteilung der Kranken und die ärztliche Unter­suchung. Und dabei hört Bergenroth ein Gespräch des Arztes mit der Schwester, hört Anordnungen, die für die Weiterschickung eines Teiles der Leicht­verwundeten gegeben werden. Er hört dabei den Namen der Jlmburg.

Da Bergenroth nicht weiß, daß Frau Schrott ihre Burg als Lazarett zur Verfügung gestellt hat, denkt er, er wird sich verhört haben. Aber er fragt doch die Schwester. Es stimmt. Einige Soldaten kommen auf die Jlmburg.

Kennen Sie diese Burg?" fragt die Schwester.

Bergenroth erwidert, daß er einige Jahre dort gewohnt hat. Wenn die Sache so liegt, wenn der Soldat Bergenroth die Burg so gut kennt ... sozu­sagen dort zu Hause ist, muß er natürlich dorthin kommen. Das ist doch Har.Lassen Sie mich nur machen!"

Vielen Dank, Schwester! Es würde mir wirklich sehr angenehm sein!"

Auf der Burg haben sie vor zwei Jahren ihren Pakt geschlossen ... haben sie diesen großen Irrtum begangen ... Und dort auf der Burg soll es sich erweisen, ob die beiden Vertragspartner sich jetzt über eine Neuordnung ihres Lebens einig werden können.

Nach dem Frühstück steht Helene auf dem Hof und bespricht mit ihren beiden jungen Helfern die heutige Arbeit in den Zuchtqärten. Da trifft die Post ein. Und als Helene die Briefe durchsieht, flüchtig vorerst, scheint ein Brief sie besonders zu interessieren.

Einen Augenblick", sagt sie zu den jungen Män­nern und liest das Schreiben. Ein Ausdruck der Befriedigung, der Freude geht über ihr Gesicht.

Sie sagt:Das hätten wir also erreicht!", gibt den Brief an ihre Mitarbeiter und will noch etwas dazu sagen, da läutet im Kontor der Fernsprecher.

Käte ist nicht da, und so geht Helene hinein und Nimmt das Gespräch ab. Es geht sie sehr persönlich an. Das Gespräch kommt von der Jlmburg. Ger­traude ist am Apvarat. Helene ist erstaunt. Ein Anruf in aller Frühe. ...

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vom Flügelrad auch an den Weihnachtslagen ih rastloser Tätigkeit.

Die Arbeit steht aber auch in den übrigen Zweigen der öffentlichen Verkehrsbetriebe und der Versor« gungsunternehmen, z. B. bei der Post und Straßen­bahn, in Elektrizitäts- und Gaswerken, trotz der Feiertage im Vordergründe. In Bereitschaft smb^ ferner die Männer unserer Polizei, des Feuerwehr-' dienstes, der Sanitätswache, der Fahrbereitschaften.

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Vorbild und Beispiel sind hier wiederum unsere Soldaten. Wer selbst als Kämpfer an der Front gestanden hat, der weiß, daß auch an Weihnachten der Krieg seinen Fortgang nahm, ja häufig an die­sen Tagen die Kampftätigkeit besonders rege war, weil der Feind glaubte, der deutsche Soldat werde an diesen Tagen den Regungen seines Gemüts mehr Raum gewähren als sonst. Aber auch der Soldat irgendwo im Hinterland oder in der Heimat kennt an diesen Tagen nur das Gebot des Dienstes. Darum schiebt er seine Wachen, darum arbeitet er unermüd­lich im Nachschub, darum ist er auf Dienstfahrten oder auf dem Transport der geschlossenen Einheit unterwegs. Kurzum, des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr ist für ibn auch an den Feiertagen die Richt­schnur seines Tuns. Wo es möglich ist, ihm dennoch Weihnachtsfreude zu bereiten, geschieht es selbstver­ständlich von der Truppe oder von einer der vielen Organisationen, die es als ihre Aufgabe ansehen, alle ihre Kräfte unseren Soldaten zu widmen.

-ist unsere Treue und Liebe, unsere Sorge und unser Dank.

Das schönste Geschenk für die kämpfende Front aber wird sein: eine feste Haltung der Heimat, gleich entfernt von oberflächlicher Unbekümmertheit wie von kleinmütiger Verzagtheit. Es ist uns nirgends verbrieft, daß das Schicksal nicht noch die eine oder andere Bewährung von uns verlangt, und da gilt es, die Macht der deutschen Seele, die sich an Weih­nachten ihr schönstes Licht angezündet, den feind­lichen Gewalten entgegenzustellen! Starke Herzen voll tiefen Gefühls und männlichen Muts, das ist die Front der Weihnacht!

tfür Tapferkeit vor öem Keinöe.

Der Unteroffizier Hans Lehnhausen, Gießen, In Löbers Hof 3, wurde für Tapferkeit vor dem Feinde im Osten mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet.

Keine Sprechstunde des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters am Donnerstag, 24.12. 42, fällt aus.

** Von der Ludwigs-Universität. Der o. Professor für Nationalökonomie und Direktor des Instituts für Wirtschaftswissenschaften an der Uni­versität Gießen Dr. Wilhelm A n d r e a e wurde in den Ruhestand versetzt. Am 18. April 1888 in Mag­deburg geboren, promovierte er 1921 in Breslau und habilitierte sich im Sommer 1925 in Wien für

Auch in unserer Stadt steht in diesen Tagen der vierten Kriegsweihnachten und insbesondere am heu­tigen Weihnachtsabend und am ersten Feiertag das Deutsche Rote Kreuz mit Unterstützung durch die NSV. und die NS.-Frauenschaft Deutsches Frauenwerk in vorderster Linie bereit, den unter­wegs befindlichen Soldaten im Gießener Wehrmacht­heim den Aufenthalt so weihnachtlich wie möglich zu,gestalten. Ein großer Weihnachtsbaum wird die Feldgrauen, die auf der Durchreise hier Aufenthalt nehmen müssen und das Wehrmachtheim aufsuchen, schon beim Betreten- der Heimräume mit seinem Glanz und feinem Schmuck erfreuen und sie mit weihnachtlicher Stimmung erfüllen. Dank der tat­frohen Mitarbeit der NS.-Frauenschaft Deutsches Frauenwerk ist es möglich gewesen, für diese Weih­nachtsgäste des Wehrmachtheims eine große Anzahl Geschenktüten mit allerlei gutem Gebäck bereitzu-

Soziologie. 1926 wurde er als a. o. Professor für politische Oekonomie an die Universität Graz be­rufen, wo er 1930 zum Ordinarius ernannt wurde. Am 1. November 1933 kam er als ordentlicher Pro­fessor für Nationalökonomie nach Gießen. Er ist Mitherausgeber derDeutschen Beiträge zur Wirt­schafts- und Gesellschaftslehre", veröffentlichtePla- tos Philosophie in seinen Briefen" undPlatos Staatsschriften", Griechisch und Deutsch neu übersetzt, eingeleitet und erläutert.

** Eine 7 5 j ä h r i g e. Frau Elisabeth Hill Wwe., geb. Steih, Steinstraße 85, begeht am 27. Dezember bei guter Gesundheit ihren 75. Geburtstag. Herz­lichen Glückwunsch!

** Einführung in d i e Physik mit Ex­perimenten. Der Krieg, in dem wir uns befin­den, ist ein Krieg der Technik. Als Folge zeitigt er in allen Schichten der Bevölkerung eine stets wach­sende Aufgeschlossenheit für die technischen Wissen­schaften. Die Volksbildungsstätte Gießen der NSG. Kraft durch Freude" kommt vielfachen Wünschen und Anregungen entgegen. Durch die Veranstaltung einer VortragsreiheEinführung in die Physik mit Experimenten", die von dem Assistenten des Physi­kalischen Instituts Dr. Rüfer geleitet wird. Die Vortragsreihe bietet an Hand von Experimenten eine Einführung in alle Gebiete der Physik. Wir verweisen auf die heutige Anzeige.

** Die Polizeistunde in der Silvester­nacht ist in diesem Jahre auf 1 Uhr festgesetzt worden.

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Einschränkungen im Fel-postversand wieder aufgehoben.

Dom 26. Dezember an werden die Einschränkun­gen im Feldpostversand wieder aufgehoben. Feül- postbriese sind sodann allgemein wieder bis 100 g ohne Zulassungsmarke gebührenfrei zugelassen. Auch Feldpostpäckchen dürfen wieder versandt werden; es sind jedoch für Feldpostpäckchen, die in der Anschrift keinen Bestimmungsort, sondern lediglich eine Feld­postnummer führen, Zulassungsmarken erforderlich, und zwar für Feldpostpäckchen von 100 bis 250 g eine Zulasfungsmarke (Versand gebührenfrei), für Feldpostpäckchen über 250 g bis 1000 g eine Zu­lassungsmarke (Gebühr 20 Rpf.) und für Feldpost- Päckchen über 1000 g bis 2000 g zwei Zulassungs­marken (Gebühr 40 Rpf.). Feldpostpäckchen im Ge­wicht von mehr als 2000 g sind nicht zugelassen und werden auch nicht angenommen, wenn mehr als zwei Zulassungsmarken auf den Päckchen verklebt worden sind.

Die Semesterdauer 1943/44.

.. An den wissenschaftlichen Hochschulen (Univerfl» täten, Hochschulen, Akademien) beginnen die Vor­lesungen, Hebungen usw. im Sommersemester 1943 am 29. April, im Wintersemester 1943/44 am 1. No­vember 1943; sie enden im Sommersemester 1943 am 31. Juli, im Wintersemester 1943/44 am 29. Februar 1944. Die Einschreibung hat stattzufinden für das Sommersemester vom 15. April bis 6. Mai, für das Wintersemester vom 18. Oktober bis 8. November 1943. Die Rektoren werden ermächtigt, die Gesuchs um nachträgliche Einschreibung selbständig zu ent­scheiden. Solche Einzelanträge sind aber nur zu ge­nehmigen, wenn die Umstände, Haltung und Lei­stung des Gesuchstellers es rechtfertigen.

Festbeleuchtung ohne Verschwendung.

Wir alle werden uns die Weihnachtstage so be­haglich wie möglich machen. Die Wohnung wird für ein paar Tage zum festlichen Mittelpunkt. Wenn wir in anderen Jahren den Gedanken an Weihnachten mit strahlender Helle und wohliger Wärme ver- bunben haben, so haben wir inzwischen gelernt, uns ein wenig zu bescheiden. Es müssen ja nicht alle Lampen zugleich in der Wohnung brennen, dar Licht der Tischlampe allein ist oft viel gemütlicher, und auch ohne den elektrischen Ofen kann das Zimmer warm fein, wenn die Fenster und Türen richtig abgedichtet wurden und sorgfältig und über­legt geheizt wird. Man wird überhaupt in den Weihnachtstagen viel Gelegenheit haben, der Forde­rungSpare Strom" gerecht zu werden. 2a- burd), daß morgens alle Familienmitglieber ein wenig länger schlafen, ist es nicht mehr nötig, bas Frühstück bei künstlicher Beleuchtung einzunehmen. Schön wirb es fein, wenn wir einmal in Ruhe die Morgenmusik im Radio anhören können. Doch

Bergenroth sie geführt, und sie ist ihm willig ge­folgt. Und es hat sich auch erwiesen, baß sie den Anforberungen biefer großen und befonberen Zeit, in ber man jetzt lebt, gewachsen ist.

Der Mann unterbricht bas Schweigen, das zwi­schen ihnen ist.Du mußt mir verzeihen, Helens ... ich war in einem großen Irrtum befangen." |

Helene nickt:Ich weiß das jetzt alles, Richard,- Du warst in Berlin. Du sahst mich im Konzert mit Ludwig Rautenberg und kamst zu ganz falschen Schläsien. Mußtest dazu kommen."

Das weißt bu ...?"

Ja", sagt Helene nur.Es ist jetzt so unwichtig, mehr zu erklären."

,/Schlimm war nur, Helene, daß wir beide nicht - sprachen. Wir haben leider etwas zu gut gelernt 5 ... unsere Gefühle zu beherrschen und zu verstecken."

Bergenroth leat den Arm um seine Frau; spricht dann wieder:Ich hatte jetzt viel Zeit, über uns nachzudenken. Heute weiß ich, wir trieben ein Spiel mit heiligen Begriffen. Wir wußten so viele Ziele, aber das Wichtigste erkannten wir nicht ... baß wir zueinander gehören."

Nein, Richard", wiberspricht Helene.Es war boch nicht ganz so. Ich ftanb bir bamals hier an dieser Stelle ganz unbefangen gegenüber. Niemals sonst wäre ich mit meinem Vorschlag zu dir ge­kommen!"

Wir erkannten uns noch nicht, Helene."

Er nimmt ihr Gesicht zwischen seine beiden Händ- Lange und schweigend sehen sie sich an.

i Helene erwidert den Gruß und zeigt ihren klei- i nen Koffer. Weiter hat sie kein Gepäck. Aber wenn . Frau Kühn den Koffer und den Leinenmantel zur Burg hinauftragen will ... es soll Helene schon recht

sein. So wandert sie ganz unbeschwert hinauf.

Sie ist in stürmender Eile abgefahren, aber jetzt ist ein Zögern in ihr vor dem Wiedersehen mit Bergenroth. So setzt sie sich für eine kleine Weile : an die Böschung und stemmt die Füße fest in bas Gras. Sie sieht in bas Land, das im hellen Sonnen- glanz liegt.

Sie erhebt sich und verfolgt ihren Weg weiter. Als sie den Blick zur Höhe voraussendet, dahin, wo 1 man einen der schönsten Blicke in bas weite Lanb hinaus hat, sieht sie, baß bort auf ber Bank ein 1 Mensch sitzt. Das stört sie. Aber bie Gestalt erhebt sich und kommt auf Helene zu; es ist ein Soldat: Bergenroth. Er geht langsam und stützt sich auf den Stock.

I Bergenroth streckt seiner Frau die Hand entgegen. Er sieht sie an. Sein Gesicht ist bewegt. Auch das ist ungewohnt, dieses immer so ernste Gesicht jetzt

1 in dieser weichen Gelöstheit zu sehen.

Welch große Freude, dich wiederzusehen, He­lene!" Sie spürt, wie aus der Tiefe seines Herzens diese ganz große Freude aufquillt. Und sie weiß, was nun geschehen muß.

Sie neigt sich ihm zu, legt ihre Hände auf seine Schulter und lehnt ihre Wange an die seine. Sie fühlt, wie Richards Arm sich fest um sie legt. Da lehnt sie sich enger an ihn und küßt ihn.

Ich liebe dich", sagt sie, und es klingt so glück­lich, so jubelnd.

Ja, Helene, jetzt endlich wissen wir die Wahr­heit!"

Er erwidert ihren Kuß, lange und innig.

Sie lösen sich voneinander, und Helene will nun missen, wie es ihrem Mann ergangen ist. Sie hat so viele Fragen. Sie nimmt seinen Arm und legt ihn sorglich in den ihren, so, als wolle sie Bergen- roth führen. Er drückt ihren Arm zärtlich an 'sich, aber er wehrt doch ihre Hilfe ab ... nein, so ge- brechlich ist er nicht, daß er einer Führung bedarf. Es geht ihm schon ganz gut. Nur gibt der Stock hier in den Bergen eine größere Sicherheit.

Sie geben den Weg weiter aufwärts. Als sie an ber Kreuzung sind, biegt Bergenroth zu dem Fußweg ab, ber zu ber Wiese hinführt. Da steht zwi- scheu den Erlenbüschen bie Bank, auf der sie damals saßen, als Helene mit ihrem merkwürdigen Vor­schlag zu Bergenroth kam.

Aber heute ist Helene ein anderer Mensch als damals. Sie hat vieles erlebt, hat aus eigenen Er­kenntnissen gelernt und sie hat vor allem die Arbeit lauf ihrem eigenen Boden lieben gelernt. Dahin hat

Aus der Siadi Gießen.

Front der Weihnacht.

Von Wilhelm Feldner.

Wenn mir zu Weihnachten die Kerzen am Baum anzünden, dann grüßen wir damit die große Wand­lung, die draußen in der Natur sich vollzieht. Die Sonne hat ihren tiefsten Stand am Himmel er­reicht, und nun wächst die Gewalt des Lichts über die Welt wieder von Tag zu Tag, Gefesseltes lösend und Erstarrtes belebend und wandelnd. Der Glaube an das Licht ist daher der älteste, zu dem sich der Mensch schon in der Vorzeit hinge­funden. Seine Gedanken und seine Sehnsucht waren im Lauf ber Jahrtausende auf vieles gerichtet, unb vielem hat er göttliche Verehrung gezollt, aber nichts erscheint uns so verständlich und emleuchteno wie dies: daß sich einst Menschen vor dem Geheim­nis des Lichtes beugten unb in ihm bie Einkehr des Göttlichen grüßten, denn das Licht ist Wärme, ist Klarheit, ist Kraft, ist Leben. Wir bezeugen un­seren Glauben an das Leben, wenn wir in ber Winternacht, da es am tiefsten steht, an das Licht glauben.

Da es am tiefsten steht ... Doch ber Tiefpunkt ist zugleich Wendepunkt, so hat es Gott im Ge- . fchehen der Natur geordnet. Wohl nie hat das deut­sche Volk das besser verstanden als damals, da es mitten in ber furchtbaren Not des Dreißigjährigen Krieges den Tannenbaum, den immergrünen, in seine Behausung holte und mit den Sinnbildern des Lebens schmückte. Es war eine Besinnung ber deutschen Seele auf sich selbst. Nichts hatte sie mehr, die Felder waren verwüstet, bie Dörfer zerstört, die Menschen ohne Heimat und ohne Zukunft. Es war dunkel in ber1 Welt, unb auch die Mächte des Ewigen schienen zu schweigen, da zündete sie sich selbst ein Licht an unb bot damit den Dunkel­heiten Trotz. Unb da wurde wieder einmal Gott im Menschen, wie immer, wenn einer dem Dunkel sich entringt unb im Glaub en an seine Bestimmung uno im Gehorsam gegen das Gesetz in seiner Brust das Leben zu meistern unternimmt.

Zum vierten Male feiern wir Weihnachten in einer maffenftarrenben Welt, unb von Mal zu Mal wird bas Fest mehr von bem strengen Gesetze des Krieges geformt. Unzählige Männer stehen nicht mit ben Ihrigen unter bem Weihnachtsbaum, son­dern stehen am Maschinengewehr, an ihren Waffen, unb statt bes Geläutes der Glocken bringt bas Dröh­nen ber Geschütze an ihre Ohren. Wie groß muß die seelische Stärke unb ber innere Reichtum bes deutschen Volkes fein, baß es fähig nicht bloß bereit ist, in ber Zeit härtesten Ringen»-das Fest der Innerlichkeit zu feiern, nicht nur in ber ge­schützten Heimat, sonbern auch an ber Front, bie mit bem Weihnachtsbaurn, mag er auch noch so ein­fach unb bürftig scheinen, ein Stück Heimat bei sich hat. Weihnachten unb Krieg, das sind scheinbar unversöhnliche Gegensätze, aber bas Leben hat uns gelehrt, beibes zu nehmen, ohne zu zerbrechen, viel­mehr sie mit der Kraft bes Herzens zu umspannen. Es wird wenige Häuser in unserem Vaterlanb geben, in benen nicht ein Platz unter bem Baum leer ist, aber in unseren Herzen ist biefer Platz nicht leer. Unb es wirb viele Häuser geben, in benen ein Platz leer bleiben wird, in unseren Herzen soll dieser Platz erst recht nicht verwaist fein!

Wir sind tief in ber Schuld ber Lebenden und Toten da draußen. Nicht bloß, daß sie uns ben Tisch gebeckt haben, um ihm etwas von bem frohen Glanz vergangener Tage zu geben, wir banken es ihnen, daß wir Weihnachten überhaupt noch feiern können gegenüber ber tödlichen Drohung aus dem Osten. Was können wir ihnen bagegen tun? Unsere' Gaben tragen doch meist allzusehr bas Gepräge kriegs­mäßiger Notwendigkeiten. Doch wir wollen, was wir empfinben, nicht an ben Gaben messen, sie sollen nur Sinnbild fein unserer Verbundenheit unb Ge­meinschaft. Das Leben ist ein Ganzes, Kampf unb Friebe. Gefühl unb Mannestat, das läßt uns auch diese Weihnachten roieber zutiefst erkennen, wo neben den Zügen mit den Geschenken Züge mit Waffen unb Geschossen in die Ferne rollen und wo bei ben Unsrigen draußen nicht weit von ben Gaben ber Liebe die Werkzeuge des Krieges stehen zu ernstem Tun, wenn es notwendig ist. Auch in ihnen

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Das eherne Gesetz des Krieges ist für sie alle heute mehr denn je oberste Verpflichtung, bei bereit ^Dge Erfüllung es keinen Unterschieb zwischen Werk- ur.b 'ä^idö Feiertag geben kann. Ihnen allen ist bah er bie UnW dankbare Anerkennung unserer Volksgemeinschaft, * ^er