langen Kampf nur mit englischen Subsidien durch- fechten können. Diese Abhängigkeit und eine ge- schickte Ausnutzung her Spannungen zwischen den Festlandstaaten machten England zum Schiedsrichter bei den Pariser Friedensschlüssen von 1814/15 und auf dem Wiener Kongreß. Seine Seeherrschaft, die seit der Schlacht von Trafalgar unantastbar war, sicherte es durch die Behauptung des Kaps und der 'Insel Malta, von der Napoleon gesagt hatte, daß man von hier aus mit der einen Hand Europa, mit der anderen Indien beherrschen könne. Aber auch die territoriale Neuordnung des Kontinents wurde nach britischen Interessen vorgenommen. Nicht nur, daß das für sie besonders wichtige Rheinmündungsgebiet und die flandrische Küste dem auf England angewiesenen Königreich der Vereinigten Niederlande zugesprochen wurden, in Europa durfte keine Macht so erstarken, daß sie dem Jnselreich gefährlich werden konnte. Während die Zurückdrän- gung des geschlagenen Frankreich in seine alten Grenzen leicht erreicht wurde, war es nicht möglich, das unheimlich ausgreifende Zarenreich ganz von Mitteleuropa fernzuhalten. Hier würde die Bildung von nationalen Einheitsstaaten durch die Begründung des Deutschen Bundes und die Kleinstaaterei in Italien verhindert, was auch Großbritannien als einen Vorteil für sich buchen konnte. Der jetzt überall vordringende Liberalismus und der Freihandel untermauerten die britische Machtstellung auch in geistiger und wirtschaftlicher Beziehung.
Weil die Zersplitterung Deutschlands eine Vorbedingung des englischen SchiedsrichtertUms bildete, wurde die Einigung Kleindeutschlands durch Bismarck in London ungern und mißtrauisch angesehen. Gerade in den Tagen, als der Eiserne Kanzler sie durch den Sieg über Frankreich zum Abschluß brachte, wies Disraeli im Unterhaus darauf hin, daß dadurch das Mächteg^eichgewicht völlig zerstört sei und England die Folgen am meisten zu spüren bekommen werde. Bismarcks genialer Staatskunst ist es gelungen, den britischen Einfluß auf dem Kontinent weitgehend auszuschalten. Aber als nach seinem Sturze der französisch-russische Zweibund dem Dreibund gegenübertrat, war England wieder das Zünglein an der Waage. Trotzdem glaubte es, auf die Dauer nicht in seiner „glänzenden Vereinsamung" verharren zu können. Die Ententen, die es mit der Dritten Republik und dem Zarenreich abschloh, waren die ersten Anzeichen zu der offenen Frontwendung gegen Deutschland. In jener Zeit verfaßte der Abteilungsleiter im Foreign Office, Sir Eyre Crowe, seine vielberufene Denkschrift, in der fcr es als Englands „säkulare Politik" bezeichnete, das Gleichgewicht auf dem Kontinent zu erhalten und keiner einzelnen Festlandsmacht einen überragenden Einfluß zu gestatten. Diese säkulare Politik war es, die England 1914 zur Kriegserklärung an das Reich itrieb.
An der Neugestaltung Europas, die die Pariser Friedenskonferenz versuchte, hat England wiederum einen entscheidenden Anteil genommen. So weit, wie die französischen Revanchepolitiker es wünschten, wollte es zwar in der Zerstückelung Deutschlands nicht gehen, aber in der Beschneidung des deutschen Lebensraumes und der Versagung des Selbstbestlm- wungsrechtes an das deutsche Volk waren sich die beiden Westmächte einig. Die Errichtuna der baltischen Staaten, Polens und der Tschechoslowakei sowie die Balkanisierung des Südostens öffneten der britischen Politik neue Einfallstore auf dem Kontinent. Gegen die überkommene Gleichgewichtspolitik verstieß Lloyd George insofern, ass er im Banne der jvon ihm selbst geschürten Kriegspsychose den Franzosen zur Vorherrschaft in Mitteleuropa verhalf. Aber da sie diese aus eigener Kraft nicht aufrecbtzu- erhalten vermochten, konnte Großbritannien schon bald wieder das Schiedsrichteramt an sich reißen. Durch den Pakt von Locarno wurde es nach den Worten des Botschafters d'Abernon zu einem beherrschenden Faktor auf dem Festlande. Es war nur die Fortsetzung der alten Kontinentalpolitik, wenn die Briten nach 1933 die Erstarkung Deutschlands und die Bildung des Großdeutschen Reiches zu verhindern suchten, alle Friedens- und Bündnisangebote Adolf Hitlers ablehnten und 1939 über Danzig und den Korridor einen neuen und noch größeren Weltbrand entfachten.
In den letzten, für Großbritannien so verlustreichen Kriegsmonaten, hat der Herausgeber der Zeitschrift „The Nineteenth Century" geschrieben: „England gehört zu Europa, liegt aber nicht in Europa ... Jede Bedrohung des europäischen Gleichgewichts ist auch eine Bedrohung der britischen Inseln. Englands Interesse an der Erhaltung des Gleichgewichts ist deshalb nicht altruistisch, es ist lebensnotwendig, lebensnotwendig für seinen Handelsverkehr und lebensnotwendig für seine Sicherheit. Es ist tatsächlich die Bedingung für sein Ueberleben." Mit diesen Sätzen wird die durch die Geschichte bewiesene Tatsache bestätigt, daß England den Kontinent nicht nach den Wünschen und Bedürfnissen der auf ihm wohnenden Völker aus-
Ein Mann rechnet ah
Roman von Horst Biemath
82. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Eine sekundenlange Stille entstand. Wie in einem Gerichtssadl nach einem Todesurteil. Higgins spitzte die Lippen. Die gelbe Nickhaut verschleierte wieder seinen Blick. Dann glitt die Perano auf ihren Stuhl zurück. Die steife, schwere Seide ihres goldgelben Unterrockes knirschte. Sie schlug die Beine übereinander und schob , sich, träg zurückgelehnt, eine schwarze Zigarette zwischen die Lippen. Higgins reichte ihr Feuer.
„Denken Sie darüber nach, wer Gonzales ersetzen könnte?"
Sie blies den Rauch des ersten Zuges gegen ihr Spiegelbild: „Wieviel hätte sein Anteil betragen?" fragte sie leise.
„Zehntausend Dollar — genau soviel wie Ihrer."
Die Perano starrte eine Weile schweigend in die Glutfunken des Tabaks. „Wenn Gonzales aussteigt, erledige ich das Geschäft allein", sagte sie schließlich; „die Frage, über die wir uns noch nicht geeinigt haben, bleibt deshalb immer noch bestehen: Wann zahlen Sie?"
„Nach Erledigung des Auftrages."
Sie sah ihn aus ihren schräg geschnittenen Augen von der Seite an: „Das ist in diesem Fall eine zu unbestimmte Bedingung. Gonzales ist hauptsächlich Ihretwegen uninteressiert, und ich gestehe Ihnen ehrlich, daß ich seine Bedenken teile. Nach Erledigung des Auftrages ... Was heißt das? Fünf, zehn oder zwanzig Gringos?"
Er schien das beleidigende Wort zu überhören. „Erinnern Sie sich docy an das Jahr neunzehnhundertvierzehn!"
„Ich war damals noch nicht auf der Welt —"
„So?" fragte" er und riß ehrlich verwundert die wimverlolen Augen auf. Sie warf ihm einen wüten-
er ist -er Genfer Konvention treu?
Von unsever Berliner Schrfftleitung.
Die japanische Regierung hat amerikanische Flieger, die beim Luftangriff auf Tokio ganz bewußt ihre Bomben und Maschinengewehre gegen spielende Kinder richteten und sich dessen noch rühmten, bestraft. Eine solche Barbarei ist ein Ausfluß feigster Mordlust, und der Gangster in amerikq- nischer Uniform muß deshalb wie ein Verbrecher behandelt werden. Der USA. - Kriegsminister S t i m s o n hatte zunächst bestritten, daß die USA.« Luftwaffe überhaupt bei dem Angriff auf Tokio Verluste gehabt hätte, folglich könnten auch keine Flieger in japanische Gefangenschaft geraten sein. In Tokio wurden daraus die Namen der gefangenen amerikanischen Flieger und ihre Aussagen wiedergegeben. So vor die Wahl gestellt, als Lügner oder als Nichtinformierter enttarvt zu werden, soh sich der USA.-Kriegsminister gezwungen, zuzugeben, daß die Namen der amerikanischen Flieger stimmten. Er behauptete, die amerikanischen Flieger hätten den Aufttag erhalten, sich auf die Bekämpfung militärifcher Ziele in Tokio zu beschränken und dieser Aufttag sei auch „mit bemerkenswerter Zieltreffsicherheit ausgeführt" worden. Stimson reiht ^also an eine eben enttarnte eine noch unverschämtere Lüge, denn die Aussagen der gefangenen USA.-Flieger sagen das genaue Gegenteil. Wenn er dann erklärte, die USA. würden der Genfer Konvention treu bleiben,
und erwarten, daß auch die Gegner diese Konvention beachten würden, dann ist das eine Mette ungeheuerliche Frechheit, nachdem der lückenlose Beweis geliefert worden war, daß gerade die USA. diese Konvention mit Füßen getreten haben.
Auch die Verletzungen der Genfer Konvention ; durch England stammen nicht erst aus diesem Kriege. Wir erinnern nur an den schändlichen Da- ralongfall, als englische Seeoffiziere chren Matronen den verbrecherischen Befehl gaben, deutsche Gefangene zu erschießen. Und wie England heute alle internationalen Uebereinkommen mißachtet, erhellt erneut der gestern von uns schon gemeldete Bericht des Teilnehmers eines britischen Kommando-Unternehmens auf eine einsame Lofoten-Insel in der Zeitschrift „Liberty". Er gibt zu, daß seine britischen Vorgesetzten ihn an lernt en. Wir müssen also die britischen Oberbefehlshaber für diese grausen Verbrechen haftbar machen, die Antwort hat das OKW. am 7. Oktober 1942 gegeben. „In Zukunft werden sämtliche Terror- und Sabotagetruppen der Briten und ihrer Helfershelfer, die sich nicht wie Soldaten, sondern wie Banditen benehmen, von den deutschen Truppen rücksichtslos im Kampf niedergemacht werden." Das ist die Antwort an Gangster, die die einfachsten Kampfreglen außer acht lassen.
gerichtet wissen will, sondern so, daß seine eigene Sicherheit und seine Seeherrschaft gewährleistet ist. Die britische Kontinentalpolittk, die immer nur das „allgemeine Interesse" zu vertreten vorgibt, dient in Wahrheit ausschließlich ihren Sonderinteressen: von einer Rücksichtnahme auf die Lebensnotwendigkeiten anderer Völker, wie sie Bismarck in seiner Führung Europas bewiesen hat, ist nicht die Rede. Nicht der eigenen Kraft, sondern lediglich der Zersplitterung Europas und der Schwäche des Reiches hat England seine Macht auf dem Festland zu verdanken. Ein geeinter Kontinent unter Führung des Reiches wird die Abhängigkeit von England abschütteln und sich' selbst eine wirkliche Ordnnug geben.
Der Wehrmachtbericht.
DRV. Aus dem Führerhauptquarlier, 23. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Raum nordostwärts Tuapse warfen Ge- blrgs- und 3ägerdlvlfionen den Feind aus tiefgestaffelten Widerstandsnestern. Sie wurden hierbei trotz ungünstiger Wetterlage laufend von Luftwaffenverbänden unterstützt. Vor der Kaukasus- küste wurde ein sowjetisches Handelsschiff durch Bomben schwer getroffen und von der Besatzung auf Strand gesetzt.
3n Stalingrad wurde ein feindlicher Gegenangriff abgewiesen. Zwischen Wolga und Don führten die Sowjets gestern zusammenhanglose Entlastungsangriffe, die blutig abgewiesen wurden.
An der Don-Front vernichteten ungarische Truppen bei einem örtlichen Unternehmen eine feindliche Kräftegruppe.
3m mittleren und nördlichen Frontabschnitt beiderseitige Stoßtrupptätigkeit. Die Luftwaffe fetzte die Bekämpfung der Bahnbewegungen des Feindes fort.
An der ägyptischen Front belegten leichte deutsche Kampfflugzeuge britische Stellungen sowie Panzer- und Kraftfahrzeugansammlungen mit Bomben schweren Kalibers. Begleitende deutsche Jäger brachten in heftigen Lufikämpfen zehn feindliche Flugzeuge bei drei eigenen Verlusten zum Absturz. Weitere drei wurden bei einem Angrlffsversuch auf einen eigenen Feldflugplatz durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschossen.
3m Roten Weer versenkten deutsche Kampfflugzeuge in der Rächt zum 22. Oktober ein Handelsschiff von 5000 BRT.
Flugplätze und Hafenanlagen der 3nfel Malta wurden erneut bombardiert.
Rordwesldeutschland wurde am Rachmillag des 22. Oktober von einigen feindlichen Flugzeugen im Schutze tiefliegender Wolken überflogen. Vereinzelte Bombenabwürfe richteten unwesentliche Gebäude- und Flurschäden an. Die Verluste der Bevölkerung waren gering.
Leichte deutsche Kampfflugzeuge bekämpften am Tage Ziele an der Südost- und Südwestküste Englands.
Neue Lustsiege über Aegypten.
Berlin- 23. Okt. (DNB.) Britische Bomberverbände, die im Morgengrauen im Schutze zahlreicher Jagdflieger die Alamein-Stellung überflogen, stießen auf deutsche und italienische Jagdstaffeln, die die britischen Bomber in das Sperrfeuer der Flakgeschütze drängten. Wahllos im Notwurf ausgelöste Bomben fielen in die Wüste, ohne Schaden anzurichten. Drei Britenbomber wurden von unserer Flak über den vorderen Linien abgeschossen. Den deutschen Jägnre gelang es, die britischen Jagdflugzeuge auseinander zu treiben und zehn abzuschießen, darunter auch einen Boston- Bomber. Die völlig fehlgeschlagene Aktion kostete den Feind allein durch die deutsche Abwehr 13 Flugzeuge. Dann griffen leichte deutsche Kampflugzeuge überraschend britische Kräftegruppen und Verkehrskolonnen an der südlichen Alamein-Stellung an, darunter auch motorisierte britische Kolonnen in der Nähe des Hügels Quartet El Samara, die im Schutze von Panzerkampfwagen sich zur Bereitstellung formierten.
Britische Lustangriffe aus Turin und Genua.
Rom, 23. Oktober. (DNB.) Wie der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag meldet, fanden über Aegypten weitere heftige Luftkümpfe statt. Es wurden 20 britische Flugzeuge abgeschossen, davon fünf von italienischen, zehn von deutschen Jägern und fünf von der Bodenabwehr. Alle Achsenslugzeuge kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. In' der vergangenen Nacht unternahm der Feind Angriffe auf Surin und Genua. In Turin entstanden kleine Brände, die rasch gelöscht wurden. In Genua nahm der Angriff, der in mehreren Wellen mit Spreng- und Brandbomben durchgeführt wurde, beträchtliche Ausmaße an. Es wurden erhebliche Schäden an Wohnhäusern verursacht. Zur Zeit wird die Zahl der Opfer ermittelt. Die Haltung der Bevölkerung war vorbildlich.
Das italienische Herrscherpaar traf am Freitag unerwartet zu einem kurzen Besuch m Genua ein. Die Bevölkerung bereitete ihm herzliche Kundgebungen. Das Herrscherpaar wollte die durch den in der vergangenen Nacht erfolgten feindlichen Luftangriff auf Genua entstandenen Schäden besichtigen.
Das gesamte Rhone-Tal wurde in der Nacht zum Freitag von englischen Fliegern überflogen. In Clermont-Ferrrand, Lyon und Marseille waren britische Flieger von Mitternacht bis ein Uhr früh. UeberaQ trat die Bodenabwehr in Tätigkeit. Um 20 Uhr überflogen britische Flugzeuge auch die W e st s ch w e i z von Nordwesten nach Südosten. Der Rückflug erfolgte zwischen 22.15 Uhr und 23.15 Uhr, wobei der südwestliche Teil des Waadtlandes und Genf von vereinzelten Maschinen überflogen wurde. Fliegeralarm erfolgte- in Genf, Lausanne, Freiburg und Neuenburg. Verschiedene Flakgeschütze traten in Tätigkeit.
Keine argentinischen Schiffe für Geleitschutz.
Buenos Aires, 23. Okt. )Europapreß.) Die argentinische Handelsflotte habe vor allem dem
den Blick zu. Das war fein Gegenhieb für den Gringo,
„Die Geschichte ist in drei Worten erzählt. Neunzehnhundertundvierzehn wurden in Verakruz drei oder vier Amerikaner vom Pöbel erschlagen. Zwei davon waren Neger, die sich wegen eines Frauenzimmers gegenseitig umbrachten. Wie die beiden anderen, zwei Weiße, ums Leben kamen, ist mir nicht mehr recht erinnerlich. Ich glaube, es war eine Prüglet im Hafen. Kurz und gut, die Presse arbeitete glänzend; wenn ich mich nicht irre, las ich etwas von über hundert Toten.
Es dauerte genau acht Tage, dann lagen vier amerikanische Kreuzer vor Verakruz und besetzten die Stadt für zwei Jahre, um das Leben amerikanischer Staatsbürger vor weiteren Ausschreitungen zu schützen. Das ist alles. — Damals brauchte man also vier Opfer. Nun, die Neuyorker Presse ist inzwischen nicht untüchtiger geworden, im Gegenteil —" Er kicherte leise. „Unb da ich die Nachrichten nach Neuyork lanciere, soll es mir auf ein paar Nullen nicht ankommen.
„Mit einem Port", unterbrach sie ihn schroff, „Sie zahlen erst, wenn sich die Ereignisse von damals wiederholen. Und unter Umständen also überhaupt nicht ™—
„Ganz recht, das Geschäft hat fein Risiko wie jedes andere. Dafür ist der Preis, wenn es klappt, auch recht anständig, wie Sie zugeben müssen."
„Ein Trinkgeld!" zischte sie wütend, „ich verlange das Doppelte, oder Sie können Ihr Stück selber inszenieren!"
„Sie scheinen zu vergessen, daß ich über den Preis nicht zu bestimmen habe", sagte er unberührt.
„Sondern wer?" fragte sie lauernd.
„Das kann Ihnen doch gänzlich gleid) gültig sein."
„Oh, es wäre mir interessant, zu erfahren, wieviel Sie dafür bekommen, daß Sie im Hintergrund sitzen und Ihre Tätigkeit darauf beschränken, ins Feuer zu blasen."
„Machen Sie sich nicht lächerlich", sagte er grob, „ebensogut könnte ein Kohlentrimmer sich bariiber
beschweren, daß der Kapitän ein höheres Gehalt bezieht, ohne daß er sich die Hände dreckig macht —" „Ihr Vergleich ist sehr liebenswürdig!" fauchte sie. „Ich hatte nicht die Absicht, einen Vergleich aufzustellen, sondern eine unglaublich törichte Frage so deutlich wie möglich zu beantworten. Im übrigen kenne ich meine Auftraggeber selber nicht. Sie verkehren mit mir durch irgendwelche Mittelsmänner, die ihrerseits wahrscheinlich ihre Informationen wiederum erst aus zweiter oder dritter Hand be- ziehen. Es mag Ihnen genügen, zu wissen, daß verschiedene Oelgesellschaften an dem Geschäft interessiert sind. Ihre Pachtverträge laufen nach wenigen Jahren ab. Wenn nichts geschieht, fallen die Camps mit allen ihren Einrichtungen an den Staat zurück. Rechnern Sie sich selbst aus, was das bedeutet.
Die Gesellschaften müssen auf lange Sicht disponieren können. Augenblicklich stehen sie vor der Frage, ob es sich noch verlohnt, größere Kapitalien in eine faule Sache hineinzustecken. Die Pachtverträge müssen verlängert werden, ober die Kredite gehen samt und sonders zum Teufel.
Da Mexiko die Verträge gutwillig nicht verlängert oder immer nur auf zu kurze Fristen, muß man eben einen Druck ansetzen. Eine geschickt arrangierte Fremdenhetze, die sich besonders gegen Nordamerika richtet, ist de? sicherste Weg. Kriegsschiffe und Kanonen haben immer eine überzeugende Wirkung, wenn alle anderen Mittel versagen."
Die Perano zog den Schal, der hinter ihr auf der Lehne des Stuhles hing, über ihre Schultern. Es war ein schwerer Seidenschal von leuchtender Farbe, Blumen und Vögel bildeten ein verwirrend buntes Muster. Sie hüllte sich ftöstelnd hinein.
„Sie sind doch selber Amerikaner, Higgins —* „So —?" fragte er höhnisch und klimperte mit ein paar Münzen in seiner Hosentasche.
Die Perano blinzelte träg.
„Es ist bedauerlich und äußerst langweilig, baß man seine besten Einfälle jo selten verwerten kann —?
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Erhabene, religiös gebundene Zeitalter unsere; olkes wie die Gotik und große Teile des Baroc
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Dichtung und Dost.
Von Josef Magnus Wehner.
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leicht aus einem echten Gefühl der Lebensbedrohung heraus, aber sie sprechen wider die eherne Uand der Notwendigkeit.
und wir werden jenes bange Gefühl los, nicht z aus der Welt, aber aus der Zeit zu fallen, die i rasendem Gestirnschwung andere Bahnen, anbe Sonnen sucht. Nichts hilft uns, als diese fliegen Welt in.unseren Lebenswillen aufzunehmen und so zu bändigen und zu meistern. In aller schwere seelischen Bedrückung sollten nun ohne Zagen bi Hymniker aufstehen unb ben Menschen besingen der größer ist als das Schicksal. Aus der Zeugun steigt die Trcxuer, aus der Trauer steigt das Wesen dieses Wort Carossas von der Menschwerdung, ba auch am Eingang eines neuen Zeitalters stehe könnte, hat schon manches Dichterantlitz b-er Gegen wart geprägt, bie Stimmen finb längst ba, wenn auch erst später vernommen werben.
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In Wahrheit werden wir nur freie und ganzi Menschen werben, wenn wir bie ungeheuer gn^ niarbeit i wachsenbe Notwendigkeit bejahen. Schon durch deiH k— s Akt der Bejahung wird das Große, das geschieht Teil unseres Lebens, Strömung, unseres Inne
Funktion in die Systeme der Architektur eingeord- ... net; in anderen Bauzeitaltern steht die menschlich, >en Kolch Plastik frei im überwölbten Raum — kein Zweifel Me Dr daß beide Formungen dem Ordnungsgesetz ihres rfje. Zeit entsprangen, daß sie also notwendig mareiu Einige von uns nun leugnen noch die Notwendig« feit der technischen Entwicklung. Sie sprechen viel«
Krieg der Motore eine Uebermacht gewonnen hat, die in einen unübersehbaren Gegensatz zum Leben unb zu seinen naturgebunbenen Formen getreten ist. Wie soll sich der Mensch im stählernen Zwang der Organisation behaupten? Wie soll er sein Dasein führen können, das zur bloßen Funktion ge« worden zu fein scheint? Wie soll er in all ber tausend technischen Bindungen noch an bie Freihei glauben, um beren Erringung er boch so bitter und anscheinend unaufhörlich kämpft? Diese Frage nach der Rettung bes Menschen zu beantworten, nJära freilich eine hohe Aufgabe der Dichtung, bie höchst vielleicht, die unser Zeitalter bem Dichter Üderhaup stellen kann. Sie ist allerdings so umfassenb, daß bas ganze Volk tätig, leibend und kämpfend an ihres Iunako Lösung mitwirkt und daburch für die unlöslich« chen Verflechtung von Kunst und Leben zeugt.
„Lassen Sie hören, meine Liebe", fragte er neu« gierig.
„®s wäre ein reizenber Scherz, bie amerikanischen Blatter mit ber Nachricht zu überraschen, baß bet ben letzten unverantwortlichen Ausschreitungen de« mexikanischen Pöbels gegen brave und fleißige am* nkanische Bürger ein gewisser Mr. Jack Higgins al« erster ber Volkswut zum Opfer fiel —"
Higgins erhob sich; er klopfte ben Puberstaub öoit feinen Knien: „Sehr witzig, aber vielleicht wäre ci noch witziger. Sie sorgten dafür, daß Tenor Gon« zales möglichst rasch bie amerikanische Staatsbürger» schäft erwirbt. Sie könnten in diesem Fall äußerst bequem bas Angenehme mit bem Näßlichen verbinden."
®rJudjte seinen Hut unb roanbte sich zum Gehen. Die Perano hielt ihn burch eine Bewegung zurück.
„Noch etwas?" fragte er. »
„Haben Sie eine Waffe bei sich, Higgins?"
"Das Stilett, bas Sie wahrscheinlich in Ihren« Strumpf tragen, macht weniger Geräusch", bemerkt« er ttocken und zog zögernb eine kleine vernickelte Selbstlabepistole aus seiner Hosentasche. Die Waffe war so zierlich, baß sie fast in seiner knochigen Hand verschwanb.
„Geben Sie her!" herrschte bie Peratio ihn ungeduldig an.
Die Straße war still unb so menschenleer, afc hätte ber Korso zu biefer Stunbe bie Eigenschaft, alles Leben von Verakruz mit unwiberstehlichem magnetischen Kräften an sich zu saugen. Brackmanm stieg langsam hügelan. Er ging/als kenne er feilt Ziel sehr genau. Der Mond warf feinen Schatten: scharf vor ihn hin. Flache, schneeweiße Häuser standen hinter den niedrigen Umgrenzungsmauern ht üppigen Gärten. Das fünfte Haus schimmerte aus purpurnen Hibiskusbüschen. Zwei schwere Torsäuleit mit schmiedeeisernen Zierlaternen flankierten deit breiten Eingang. Auf dem weißen, schattenlostil Weg stand ausfahrbereit eine funkelnde Limousins,
(Fortsetzung folgt)
Güteraustausch zu dienen, erklärte Staatspräsident; Dr. Castillo in einer Unterredung mit dem. Direktor der brasilianischen Zeitung „Diavios Aso- ciades". Der brasilianische Journalist hatte dis Frage gestellt, ob die Handelsflotten Argentiniens und Brasiliens nicht vereinigt werden könnten, um ihre Fahrten unterbemSchutzderLuft- waffe beider Länder durchzuführen. Die Aufgabe!
der argentinischen Flotte bestehe darin, ernärteft Castillo weiter, den Güteraustausch der beiden fiän«T ber zu versehen, und eine Notwendigkeit besonderer Schutzsysteme habe für Argentinien bisher nicht bestanden.
Was will Amerika im Orient?
Istanbul, 23.Okt. (Europapreß.) Angesichts i der Bestrebungen der Vereinigten Stüaten, sich auch in Syrien, im Libanon-Gebiet, in Saudi sch-Arabien und an ber Küste bcs Roten Meeres politisch wie wirtschaftlich -immer starker festzusetzen, fragt ber türkische Abgeordnete Ertem m der Zeitung „Vakit": „Was will Amerika in den arabischen Ländern?" Als Antwort hierauf stellt der Abgeordnete fest, die Vereinigten Staate«'
Auch heute noch wird darüber gestritten, ob e$ möglich sei, den technischen Krieg und in ihm das des Schicksal des Soldaten zu besingen. Die es leugnen meinen, die Technik überhaupt und zumal in ihrer Entfesselung schaurig gehäuften, explodierenden Ma, terials, widerstrebe döm organischen, naturhas bauenden Wesen der Kunst; sie eigne sich nur füi* den konstruktiven Tatsachenbericht. Sie verweisen
...Dm hafte l emskm seid get junge 2 Bord u entwicke fahrt bi den Na ner-De '.ewg. { «eöutto forberfii flenieur lUNgsof W 78 Aannei ungenie von Tci beseht. Derzeit volle £ Uahur gaben r «vickelter M de Mt viel fönt» Atfvrec Melle Kg un ^rundb,
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auf die Bücher wahrhafter Dichter, etwa auf das Rumänische Tagebuch v0n Hans Carossa, in dem das Technische als Erscheinung einer tief fremden Welk hingenommen, das Menschliche dagegen, mit vom Einbruch schwarzer Magie getroffen, um fa v■ .ufi herrlicher geoffenbart werde. Es ist nun nicht zu be* streiten, daß die Gegenwelt der Technik seit bei k: Jahrhunbertwenbe, burch ben Weltkrieg, durch di« ('MM - Planwirtschaft unb besonders durch den jetzige^ pr
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Der Weg bes Epos unb bes Dramas, wenn es die Deuts uns geschenkt werden sollte, führt ins nur Ver-j iriiehnnt mutliche. Es ist aber ein späterer Typus vom itraße 18, Kriegsdichter zu denken, in bem sich das heiße Herz — Carossas unb der eisblaue Blick Ernst Jüngers be-; ~


