Ausgabe 
24.1.1942
 
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Die Finanz- unk» Gieuerverwaliung von Gießen

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Amtsgericht Gießen.

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Im Präsidium erfuhr Kurt, daß Doktor Ball und Siegmund, Schauspieler, wohnte^zweieinhalb.Jahre )MMlssar Kammin in ihren Wohnungen erreich- m Leipzig, und zwar von Marz 1931 bis Sep

(Nachdruck verboten.)

45. Fortsetzung

Kammin

Kurz vor Mitternacht kam das Gespräch aus

6e? ÄMbeaTte7berbir ®ar£o» üD«' Leipzig. Sammln st-nagraphierte mit ..Eberwein,

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Hieß er auch Eberhard?

Sie nahm seine Frage für einen Ausfluß von Eifersucht.Nein", sagte sie.Er hieß nur so ähn­lich Die letzte Silbe ist anders, aber das tut ja nichts zur Sache. Gehen Sie jetzt. Es ist besser so."

Er gab sich alle Mühe, sie umzustimmen. Es ge­lang ihm nicht. Sie drängte ihn langsam zur Tur und öffnete sie. Dadurch war er gezwungen, sein Sprechen einzustellen. Minuten darauf befand er sich auf der Straße und sah an dem Hause empor, in dem sie wohnte. Dann fiel ihm siedendheiß em, sein Gang sei doch nicht vergeblich gewesen. Mög­lich, daß der Schauspieler, von -dem Kommissar Kammin gesprochen hatte, der Mann war, den Aenne Barkow erwähnte. Der Name mußte mit Eber beginnen, vielleicht Eberlein oder ähnlich lauten. So schnell ihn seine Beine trugen, rannte er die Straße entlang in Richtung der nächsten Taxihaltestelle. Hinter ihm her blickte aufmerksam

Rechnungsjahres find auch alle mit der Besoldung der Beamtenschaft und der städtischen Angestellten sowie der städtischen Ruhegehaltsempfänger zu leistenden Aufwendungen es handelt sich hierbei um einen Personenkreis von annähernd 800 Men­schen rechnungsmäßig zu bearbeiten. Dazu kommt weiterhin die Verwaltung des städtischen Kapitalver­mögens und der städtischen Schulden, die einen be­deutenden Arbeitsaufwand erfordert. Als Beispiel hierfür sei vermerkt, daß allein im gegenwärtigen Rechnungsjahre im Rahmen der Kapitalvermögens­und Schuldenverwaltung 164 Baudarlehen, 56 Gründ­

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er berechtigt sei, den

Gießener Konzertring

Gastspiel des Quartetto di Roma.

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Wuddbui und

Explosion in Raum 5

Roman von H.C. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadter, Gröbenzell b.MBndien

" : einen Beamten beauftragen ____ ____________Hause der Barkow aufgestellten Posten zu benachrichtigen und mit diesem zusammen die Verhaftung vorzunehmen, sobald das Mädchen morgens die Straße betrat.

Michel erfuhr von den neuen Ereignissen noch in der Nacht. Er traf den von Kammin geschickten Kollegen. Sein Herz schlug einen wilden Takt. Die Einzelheiten kannte er nicht. Aber der Auftrag zur Verhaftung wäre sicher nicht gegeben worden, wenn nicht ganz bestimmte Beweise vorlagen. Er trollte sich nach Hause und konnte es nicht unterlassen, Bärbel anzurufen. Sie nahm die Neuigkeit mel ruhiger auf, als er erwartet hatte. ,3d) war mir immer darüber klar, daß diese Barkow beteiligt ist ,

stücks-Kaufgelddarlehen und 136 Fälle von Kapital» dienstangelegenheiten für Grundstücke im Erbbau­recht zu behandeln waren. Die Verwaltung der städtischen Rücklagen sowie die planmäßige und außerplanmäßige Schuldentilgung sind andere Zweige der Haushaltswirtschaft, die ebenfalls m ihrem Umfang, wie schon ein Blick in den Haushalts­plan zeigt, recht bedeutend sind. Die Verwaltung der städtischen Wertpapiere und Depositen laust da­neben als besonderer Zweig der Vermögensverwal- tuna einher. Im Laufe eines Rechnungsjahres er­gibt sich aus all diesen Arbeiten eine gewaltige Fülle

Ueberführung. . _ .

Wieder begann eine endlos scheinende Zeit des Wartens. Der neue Tag begann zu dämmern, als die Hamburger Kriminalpolizei sich meldete. Ihr Bericht ließ Kammin von seinem Stuhl hochfahren. Wir haben den Siegmund Eberwein, geboren am 2 Juli 1899 zu Berlin, 1931 bis 1933 in Leipzig wohnhaft, ehemals Schauspieler, jetzt Agent, um zwei Uhr aus dem Bett verhaftet. Die Ueberführung zu Ihnen erfolgt sofort. Eberwein trifft mit dem Zuge um 11.20 Uhr dort ein.

Danke!" rief Kammin laut.Wir haben ihn , sagte er grinsend zu Doktor Ball und Kurt.11.20 Uhr werde ich mir den Mann selbst auf dem Bahn­hof abholen. Und jetzt gehen wir wohl schlafen. Die Vernehmung wird nicht ganz einfach sein."

Sie vergessen die Barkow", mahnte Doktor Ball

sagte sie gelassen. *

An einem strahlenden Augustoormittag stand Kri­minalkommissar Kammin in Begleitung von Michel Crusius auf dem Bahnsteig und wartete auf das Einlaufen des Hamburger Zuges. Dann gingen sie an der Wagenreihe entlang und machten sich mit dem aussteigenden Kollegen bekannt, der einen klug aussehenden, schlanken Mann mit typischem Schau- spielerqesicht mit sich führte. Zusammen brachten sie ihn in dem bereitstehenden Transportwagen zum Präsidium. Eberwein stellte keine Frage und be- nahm sich ganz ruhig. Nur die Blässe seines Ge­sichtes schien darauf hinzuweisen, welcher Sturm tn ihm tobte.

Kammin hatte ein besonderes Arrangement ge­troffen. In dem Zimmer neben seinem Büro mußte seit 11.25 Uhr Aenne Barkow warten. Die Tur zwischen den beiden Räumen stand auf. So trat er mit dem Gefangenen ein. Michel ging als letzter. Das Mädchen hob den gesunkenen Kopf, als sie das Geräusch hörte. Ihre Augen weiteten sich unnatür­lich. Sie schwankte und stieß dann einen lauten Schrei aus. Eberwein blickte zu ihr hinüber.

Du hast mich also doch verraten" rief er drohend. Ehe es zu weiteren Auseinandersetzungen kommen konnte, schloß ein Beamter die Tur.

Sie warteten, bis Doktor Ball gekommen war. Michel setzte sich an die Schreibmaschine, um das Protokoll aufzunehmen. Der Kriminaldirektor machte eine 5>andbewequng zu Kammin mit der er diesem das Verhör überließ. Er setzte sich so, daß er dar Gesicht Eberweins genau beobachten konnte.

(Fortsetzung folgt.)

Kommissar Kammin in ihren Wohnungen erreich tffcr waren. Ein Beamter, der die Dringlichkeit der Sache erkannte, stellte eine telephonische Verbin­dung mit Kammin her.

Kurt berichtete das Wichtigste zuerst.Ich glaube, ich weiß/ wie der Schauspieler heißt, Herr Korn»

Der R. E. in D. hatte in einem westfälischen Dorfe eine Kuh gekauft. Auf der vom Verkäufer Über den Kaufpreis ausgestellten Quittung machte er nachträglich den Zusatz, die Kuh liefere täglich 20 Liter Milch. Er hatte sich wegen dieses nach­träglichen Zusatzes jetzt wegen schwerer Urkunden­fälschung zu verantworten.

Die Bezahlung der Kuh sollte durch Scheck er­folgen. Diesen ließ der Angeklagte sperren, da er, wie er behauptete, festgestellt habe, daß der Milch­ertrag der Kuh viel geringer gewesen sei. Der Ver­käufer klagte seine Forderung ein. Zum Beweise dafür, daß er berechtigt sei, den Kaufpreis zu kürzen, legte der Angeklagte beim Prozeßgericht die von ihm gefälschte Quittung vor. Die Zeugen be- kündeten übereinstimmend, daß dem Angeklagten beim Kaufabschluß nur gesagt worden^sei, bei der seitherigen Fütterung liefere die Kuh täglich 20 Li­ter Milch, und daß die Quittung den erwähnten Zusatz nicht enthalten habe, als sie vom Verkäufer unterschrieben worden sei.

Der Angeklagte wurde wegen schwerer Urkunden fälschung in Tateinheit-mit einem Betrugsversuch zu einer Gefängnisstrafe von drei Mo- n a t e n und einer Geldstrafe von 300 RM. ver­urteilt. Die zusätzliche Geldstrafe wurde wegen der eigennützigen Gesinnung des Angeklagten verhängt.

Hannover, Escherstraße 12, zu richten. Die nächste Einstellung findet im Sommer 1942 statt

Oekonomieral Hensel 25 Zohre alt.

Oekonomierat Hensel, der frühere Präsident der Hess. Landwirtschaftskammer, wird am 2b. Ja­nuar in Dortelweil bei Vilbel 7 5 Jahre alt. Der um die Förderung der Belange der oberhessischen mit) hessischen Landwirtschaft hochverdiente Jubilar war ein treuer Anhänger der antisemitischen Kamps- bewegung Dr. Otto Böckels und hat in dessen Geist und Sinn unter den hessischen Bauern gewirkt. Seine kämpferische Einsatzbereitschaft für die Sau- berhaltung der Wetterauer Heimatscholle von art­fremden Einflüssen und für die Freimachung der bäuerlichen Betriebe von der Judenknechtschaft hat dem heute noch rüstigen und weithin bekannten Ju­bilar höchste Wertschätzung und Verehrung aller ländlichen Kreise eingetragen, so daß sein Name auch heute noch mit hoher Achtung genannt wird. Ein volles Jahrzehnt hat Hensel die Hessische Land- Wirtschaftskammer mit Tatkraft und Umsicht geleitet Auch die Kriegszeit sieht den Bauersmann Adolf Hensel mit ungebrochener Kraft an der Arbeit alle ' Aufgaben des Vaterlandes in Treue und in steter

Gefolgschaft zum Führer zu erfüllen.

Ehrung von Arbeitsjubilaren.

Von der Belegschaft der Zigarrenfabriken Joh. Balth. Noll, Gießen, konnten jüngst wieder in­folge langjähriger Zugehörigkeit zum Betriebe fol- aende echs Gefolgschaftsmitglieder ausgezeichnet werden: Helene Platt (Rodheirn) und Rüfpeler (Krumbach) für 40 Dienftjahre, Wilh. «Blatt und Elisabeth Schneider in Rodheim, Marie W a ck und Luise R ü s p e l e r in Krumbach für 25 Dienstjahre. In Betriebsappellen wurden die Jubilare durch die Deutsche Arbeitsfront und die Betriebsführung mit Ehrenurkunden und Geschenken geehrt. , ..

Gießener Dochenmarktpreise

Gießen , 24. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Wirsing, kg 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 10, Unter- kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 8 bis 10, Lauch 17, Sellerie 15, Rettich, das Stück 10 bis 15 Rpf.

Gtraffamnier Gießen.

miffar."

Was fagen Sie da?" .

Eilig erzählte er von dem Verlauf feines Be- uches und erhielt den Auftrag, auf die Ankunft des Kommiffars zu warten, der selbst noch Doktor Ball benachrichtigte. Dann rauchte Kurt hinter­einander vier Zigaretten, um die zermürbende Wartezeit zu verkürzen.

Fast gleichzeitig kamen die Erwarteten an. Sie nahmen Kurt mit nach oben in das Büro Kam- mins und fragten ihn aus. Er mußte sich Muhe geben, das mit Aenne Barkow geführte Gespräch möglichst wörtlich zu wiederholen. Zum Schluß reichte Doktor Ball Kurt die Hand.Ich danke Ihnen, Herr Eberhard. Vielleicht überlegen Sie es sich noch und gehen nicht als Jurist in die In­dustrie, sondern kommen zu uns, zur Kriminal­polizei." Kurt begriff, welches Lob dies für ihn bedeute und strahlte über das ganze Gesicht.

Wenn ich Sie und Herrn Kammin als Lehr- melfter erhalte, ganz bestimmt, Herr Kriminal­direktor." , m rr u

Das läßt sich vielleicht machen." Ball wandte sich zu Kammin.Sie verständigen wohl sofort die Leipziger Kriminalpolizei. Wir müßen schnellstens wissen, woran wir sind."

Ich rufe an." Kammin ging zu dem Apparat und verlangte ein dringendes Gespräch. Schon nach zwei Minuten war die Verbindung hergestellt. Der Kommissar gab den genau im einzelnen beschrie­benen Auftrag und bat um Nachforfchungen im Melderegister. Auf die Antwort werde er warten.

Zwei Stünden vergingen, während deren die drei Herren sich damit die Zeit vertrieben, daß sie dem mit wachsender Begeisterung lauschenden Kurt interessante Fälle aus ihrer Praxis erzählten. Er begrub seine ursprünglichen Berufspläne und ver­sicherte fest, sobald er das Asfessorexamen hinter sich habe, wolle er Doktor Ball bitten, bei der zu- ständigen Behörde die Zuteilung des jungen Mit­arbeiters zu erwirken.

nadenszene unter italienischem Himmel dar, fein- geistig in der Stimmung festgchalten, gelöst in der anmutigen Führung des Melodischen in reizvoller Betontheit der Gegenstimmen und Imitationen. Bildhaft geschaut, in feinstem Klangfiligran erstand die Serenade in ursprünglicher Nähe ihres Milieus, graziös und impulsiv-temperamentvoll durchweht in dem Spiel des Quartetts.

Gerahmt wurde das Programm von zwei klassi­schen Quartetten: Beethoven op. 18, Nr 1 in F-dur; Haydn op. 76, Nr. 1 in G-dur. Beetho­vens Werk aus der Frühzeit seines Quartettschaffens war in der Wiedergabe des Kopfsatzes auf die Fein- gliedrigkeit seines thematischen Aufbaues ebenso abgestimmt, wie sich die Unisonogänge in energie­voller Geladenheit entfalteten und die mannigfachen Kontraste sich in vornehmer Gestalt abprägten. Zum Höhepunkt innerster Gesanglichkeit wurde das Ad^ gio mit seinen bannenden Momenten, das nach Beethovens Aussage den Abschied zweier Liebender schildert und angeregt wurde durch die Szene im Grabgewölbe aus ShakespearesRomeo und Julia . Fein akzentuiert war das Scherzo, voll Frische das Finale im nachgiebigen Eingehen auf die Einzel­entwicklungen.

Sinniger Humor, gespiegelt im harmomsch-aus- geglichenen Spiel der verwobenen Thematik, Starke der Empfindung (zumal in den schwebenden Klän­gen des Adagios) und eine äußerst saubere Behänd- hing des Technischen durchströmte das Haydn-Quar­tett; obwohl erst spät entstanden, überrascht gerade dieses Werk des der zweiten Hälfte der Sechziger Zusteuernden ebenso durch die Unverbrauchtheit der Erfindung wie durch die Originalität in der Aus­einandersetzung zwischen Form und Ausdruckswillen. Der Bann der herben Mollsphäre im ersten Teil des Finales lichtete sich zum Dur bin, wie aus einer andern Welt kommend.

Unendlicher Beifall wurde zum Ausdruck des Dan- kes der Hörer. Nichts könnte aber den Musiziereifer der Bereinigung (trotz der unter heutigen Verhält­nissen äußerst beschwerlichen Reisemöglichkeit) über- zeugender erweisen, als die beiden als Zugaben gespielten prachtvollen Quartettsätze. .

Dr. Hermann Hering,

Das Rückgrat jeder Stadtverwaltung biloet die Abteilung, in der die Angelegenheiten der Finanzwirtschaft und des Steuer- wesens bearbeitet werden. In Gießen wer­den diese Aufgaben vom Rechnungsamt der Stadtverwaltung wahrgenom­men, das eine Fülle wichtigster Pflichten, vor allem die gesamte städtische Haushaltswirt- schaft erfüllt. Wir haben uns mit Zustim­mung des Oberbürgermeisters Ritter an den Leiter des Rechnungsamtes, Verwal­tungsdirektor Martin, mit der Bitte ge-< wandt uns über den Aufgabenkreis des Städtischen Rechnungsamtes nähere Mittei­lungen zu machen. Das Ergebnis unserer Unterredung fassen wir in der nachstehenden Uebersicht zusammen.

Das Arbeitsfeld des Städtischen Rechnungsamtes kann man in zwei Aufgabengebiete gliedern: die Finanz Verwaltung und die S t e u e r Ver­waltung. Diese sachliche Teilung bedeutet natür­lich nicht, daß etwa zwei Verwaltungszweige neben­einander -tätig sind. Die Arbeit ist vielmehr- m straffer Weise zusammengefaht, um bet möglichst bescheidenem Kräfteaufwand das Höchstmaß an Ar- beitsersolgen zu erreichen. Im Mittelpunkt der Tä­tigkeit des Rechnungsamtes stehl^ naturgemäß die städtische Haushaltswirtschaft, angefangen von der ährlichen Aufstellung des Haushaltsplans mit feinen vielen Einzelaufgaben, der steten Ueberwachung der Durchführung bis schließlich zur endgültigen Fejt- telluna der Haushaltsrechnung für jedes Wirt- chaftsjahr. Oberstes Ziel der Arbeit ist die forg- amfte Pflege der städtischen Finanzen bei möglichst weitgehender Erfüllung der vielseitigen Aufgaben der Stadtverwaltung im ^Dienste der Bevölkerung.

Richtig. Wir setzen sie sofort fest, das heißt wir warten bis morgen früh, damit wir nicht das ganze Haus alarmieren müssen. Ich gebe den Auftrag dazu."

Darf ich", begann Kurt zu fragen.

Den Vernehmungen beiwohnen? Nein, mem Lieber. Das geht nicht. Aber Sie sollen es erfahren, wenn ein Geständnis abgelegt wird." Kammin klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter.

Müde und doch ohne eigenttiches Schlafbedürfnis

suchten sie ihre Betten auf. Als letzter kam der Kom-

Hl UllV QwUi U r

tember 1933. Hatte anscheinend kein festes Engage. ment. Nicht vorbestraft. Don hier nach Berlin ab­gemeldet, von dort nach Hamburg, dann 1935 vor­übergehend drei Monate wieder in Leipzig. Aus­landspaß im Oktober 1935 ausgestellt. Reise ging nach USA. Nachteiliges ist über Eberwein nicht bekannt. Jetziger Aufenthaltsort Hamburg."

Danke", sagte Kammin kurz, drückte die Gabel nach Hamburg an.Weni/wit Glück haben, kriegen wir den Mann noch diese Nacht."

Wollen es hoffen , brymmte Doktor Ball. Sollen wir hier die ganze Nacht warten?"

Ich gehe nicht schlafen, bevor ich weifj, ob dieser Eberwein in Hamburg erwischt wird.

Der Fernsprecher klingelte. Die Hamburger Polizei war du. Kammin gab eine kurze lieber» sicht über die Verbrechen, wegen deren man den Schauspieler ober wenigstens ehemaligen Schau­spieler Siegmund Eberwein suche, bat um sofortige Nachforschung und womöglich Verhaftung sowie

Nicht immer wird sich ein Musizieren, ganz aus i dem Wesen des Instrumentes erwachsend, so offen- < jchtlich bezeugen wie beim Quartetto di >

m a, denn tn dieser Vereinigung ist das Erbe verpflichtender Tradition in mehrfacher Hinsicht le­bendig. Nicht nur, daß Italien der Welt in den i vergangenen Jahrhunderten die klangschönsten ; Streichinstrumente gegeben hat, die noch heute der Wunschtraum jedes Spielers und das Entzücken edes Hörers sind, sondern hier fand das Diolin- piel auch feine erste maßgebliche Entwicklung, sei- nen ausstrahlenden Höhepunkt und zugleich Er- üllung in Arcangelo Corelli (um 1700).

Dazu war Italien Jahrhunderte hindurch in ed- lern Wettstreit mit den nordischen Ländern entschei­dend, ja zeitweilig führend und bestimmend, an der Musikentwickluckg in Europa beteiligt, und der Jta- liener hat, dieser gewichtigen Tatsache sich voll be- wußt, wachen Auges das Uebertommene gehütet und sinnvoll gehegt. Nicht ohne Grund sind die Musiker vergangener Generationen gern nach Ita­lien gefahren, um an den bedeutenden Pflegestat­ten der Musik ihr Können zu bereichern, die (Ent­faltung ihrer Fähigkeiten zu finden.

Zudem steht der Italiener in rassischer, bluts- mäßiger Bedingtheit dem Musikerleben noch viel unmittelbarer gegenüber als der Nordländer. Er ist eben ein Gegenwartsmensch, der den Augenblick in größter Intensität zu durchleben und ihn mit ein­dringender Tiefe auszuschöpfen vermag, ohne sich dabei der Reflektton auf' das Hintergründige und das darüber hinaus Weifende stärker zu binden. Aus diesem Wirklichkeitserleben heraus wird der sinnliche Klang das grundlegende Element seines Musizierens. Darauf stützt sich die unendliche Fein- heit seiner instrumentalen Kultur, getragen von dem Ideal edelster Klangschönheit hinführend zu den letzten Werten der vielseitigsten Ausdrucksmöglich­keit. Das melodische Geschehen weitet sich mit tief­stem Gefühlsimpuls zu seelischer Kraft und wird so die Grundlage eines durch die Persönlichkeit ge­bundenen Gestaltens.

Wie stark das Quartetto di Roma auf dem Boden des Uebediejerten steht, bestätigte eindeutia die Wiedergabe von A. C o r elli sLa F o 1 i a Das diesem Werk zugrunde liegende spanisch-portugie­sische Thema, das übrigens seit dem frühen 17. Jahr­hundert verschiedentlich bearbeitet worden ist, führt Eorelli in einer Abfolge von Variationen durch, die in ständig sich ändernder musikalischer (Situation zu­gleich in der Gestaltung der führenden Solovioline Einblick in die erstaunliche Fülle der instrumental- technischen Ausdruckswerte Corellis gewähren. Die Quartettvereinigung ließ das Ganze in feinster klanglicher und musikalischer Ausgewogenheit er­stehen und das Eigenleben der Begleitstimmen (in dsx Bearbeitung Geminianis, eines Schülers von Corelli) ausblühen.

Daß das Quartett Hugo Wolfs Italien!« . sche Serenade" in seine Dortragsfolge etnbe- zog, läßt den Willen erkennen, sich auch mit ferner 1 stehenden und sehr selten gespielten Werken ausein- , anderzusetzen. Wolfs .^Italienische Serenade" (in der i Urfassung für kleines Orchester gedacht, aber von . ihm selbst wegen des überaus klaren Aufbaus rsteich- i wertig für das Streichquartett übertragen) ist im i Gegensatz zu seinen anderen Jnstrumentalwerken ? weniger von einem bestimmten Programm beein» > flußt, sondern stellt eine mondlichtdurchflutete Sere-

80 RM. erhalten, gegen den er Einspruch einlegte. Er hatte als Güterbodenarbeiter in Gießen aus einer der Reichsbahn zur Beförderung übergebenen 10-Liter-Korbflasche 3 Liter Schnaps teils getrun­ken und teils verschüttet. Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Er wurde aber überführt und zu einer Haftstrafe von vier Wochen verur­teilt. Strafmildernd wirkte seine seitherige Unbe- scholtenheit, straferschwerend dagegen der Umstand, daß es sich um Frachtgut hanoelt, das besonders geschützt werden muß.

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So", sagte die Barkow und lächelte dazu.Von der kleinen Bärbel. Ein liebes Mädel." Der Ge­danke, ihn noch näher- mit der Firma in Verbin­dung zu bringen, kam ihr nicht, noch weniger die Idee, daß er etwas mit den Ereignissen zu tun habe. Sie atmete schwer und stand auf.Es hat alles keinen Zweck, Herr Eberhard. Ich bin drei Jahre älter als Sie. Dis Sie verdienen und hei­raten können, vergehen noch Jahre. Dann sind Sie knapp dreißig und ich ein spätes Mädchen, das zu Ihnen nicht paßt. Wenn ich heute Ihr Versprechen annähme, würde uns beiden daraus nur Leid er­wachsen. Es ist besser, wir gehen jetzt auseinander."

Warum haben Sie denn erst die Sache soweit gedeihen lassen?" fragte er anklägerisch.

Weil ich so wenig Freude habe", meinte sie leise. Dor Jahren hat mich ein Mann einmal furchtbar enttäuscht. Seitdem habe ich mich von jedem Ver­kehr mit Männern -zurückgehalten. Zudem", sie sah ihn sanft und prüfend an,erinnert mich jetzt Ihr Name an diesen Mann."

Die Finanzverwaltung muß sich bei der Betreuung der städtischen Finanzen zahlreichen Aus­gaben widmen. Hierzu gehört in erster Lime die Aufstellung des jährlichen Haushaltsplanes, der städtischen Hauptverwaltung und der städtischen Nebenkassen auf Grund der Unterlagen, die Don Öen einzelnen Dienststellen zu liefern sind. Wie bedeut-^ fam und weitreichend diese Arbeit ist, kann-man ermessen, wenn man sich vor Augen hlllt, daß der ordentliche Haushaltsplan der Stadt Gießen vor zehn Jahren, also im Jahre 1931, noch mit ninb 6 457 000 RM. abschloß, während der gegenwärtig laufende Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1941 sich auf rund 11124 000 RM. belauft. In dieser gewaltigen Steigerung der Abschlutzsumme lediglich des ordentlichen Haushalts daneben be­steht noch der außerordentliche Haushaltsplan, der aber zur Zeit in seiner Bedeutung hinter den Frie­densjahren zurückbleibt kommt der große Zu­wachs an Aufgaben zum Ausdruck, der im Verlaufe der letzten zehn Jahre und insbesondere seit der Machtübernahme durch den Führer auch auf kom­munalem Gebiet zu verzeichnen war. Diese Steige­rung um Millionenbeträge hat natürlich ihre Aus- Wirkungen in einem wesentlichen Anwachsen der Arbeiten zur Aufstellung und Durchführung des Haushaltsplanes zur Folge gehabt. Schorf die Fer­tigstellung zahlreicher finanzwirtschaftlicher Anlagen neben dem Haushaltsplan selbst ist eine Aufgabe, die gegenüber früheren Jahren erheblich gewachsen ist. Dazu kommt der wesentlich umfangreichere Dienst bei der Ueberwachung der Durchführung des Haushaltsplans durch die verschiedenen Dienststellen. Zu diesem Zweck müssen beim Rechnungsamt nicht nur die vielen Anträge von den einzelnen Dienststellen geprüft und bearbeitet werden, sondern es sind hier auch die Haushaltsüberwachungslisten mit größter Sorgfalt zu führen, damit die dewil- -------------- -------- ligten Kredite nicht überschritten oder etwa notwen- Der L 5) in S hatte einen Strafbefehl über bige Überschreitungen in Einklang gebracht werben r mit ber Einnahmeseite, um auch im einzelnen eine

geordnete Haushaltswirtschaft zu. gewährleisten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, beim Rech­nungsamt für alle Abteilungen ber Stabtverwal» tung mit alleiniger Ausnahme bes Sozialamtes, das auf diesem Gebiete selbständig arbeitet und für die städtischen Werke fortlaufend sämtliche Ein­nahmen und Ausgaben zu verrechnen und den Stand ber einzelnen Konten jederzeit so auf dem laufenden zu halten, daß auf den ersten Blick eine durchaus klare Uebersicht gegeben ist. Im Laufe des

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