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nermaifte L-ttung'dL h°us°- in Karlsruhe üb°L°°°^Unsk ,m der E geboren wurde, habilitierte tick 1<m i « ®?r iyu? kam von hier nach Rostow Der Lett-^5 n. UnÖ sSen Abteilung des Geschwulst-Instituts am Nudel' Virch°w-Krank°nh°u- in’ Berlin My°°„7 LE6 wurde unter Ernennung zum a. o <Brnfeffnr Wn* folger des nach Rostock berufenen Abteilnng-oochan-
Chemischen Institut der Univer- sitat Göttingen. Lettre tft 1908 in Wuppertal geboren Er promovierte in ©Üttingen 1932, wurde 193« Do- "Och Derlm berufen. — Dr. phiL Dr. med habil. Ernst Günther Schenck (innere Mediün imh pathologische Physiologie) an der Universität Mün- chen ist zum außerplanmäßigen Professor ernannt ÄiÄnfid- 6erJx9^ S-boren Ä S f*rtfc f^x1936»,n ^^elberg und kam dann als ®efar<£ der Inneren Abteilung und Leiter der Wissenschaslllchen Gesellschaft für naturgemäße Le- . bens- und Heilwelse nach München. - Der a. o. . Professor für innere Medizin an der Universität SBien Dr. meck WUHelm Falta ist von den amt- hdjen Verpflichtungen entbunden worden. Falta 1825 m Karlsbad geboren. Er promovierte 1900 m Prag, habilitierte sich 1905 in Basel und erhE dann in Wien einen Lehrauftrag für Stoff, wechsel, und Ernährungskrankeiten. Er ist Mit- begründer der Strahlentherapie. — Der a o Pro» fessor für Augenheilkunde an der Universität Wien Dr. med. Viktor Hanke wurde von seinen Verpflichtungen entbunden. Er promovierte 1894 in Wien, war dann Primarius am Spital der Barm- herzigen Brüder und wurde 1914 a. o. Professor. ,Hanke hat sich besonders auf dem Gebiet der Er- forschung der Aegyptischen Augenkrankheit einen Namen gemacht.
Aus aller Wett.
Lin Kamel nähert sich der (Erbe.
Nach Beobachtungen chilenischer Observatorien nähert sich ein neuer, von dem Astronomen Bruno Ferradanas kürzlich entdeckter Komet mit gro- 6er Geschwindigkeit der Erde. Man hat errechnet, daß er im Februar nur noch 56 Millionen Kilo- meter entfernt sein wird. Alle südamerikanischen Observatorien treffen umfangreiche Vorbereitungen ZU wissenschaftlichen Untersuchungen. Der Komet, der zu den größten bisher entdeckten gehören soll, hat nach den angestellten Messungen einen Schweif von 136 Millionen Kilometer Länge.
Warnung vor einem Kurpfuscher.
Ein Kurpfuscher, der sich Dr. Schauerte aus Lüdenscheid nannte, hat in Wiesbcckren und Um- gebung, sowie in Rheinhessen Krankenbehandlungen vorgenommen. Er hat vielfach Rezeptformulare vorgelegt, aus denen seine Tätigkeit als Chiro- Praktiker zu erkennen war. Ihm ist durch Gerichts- urteil die Ausübung des Berufes als Heilpraktiker verboten. Alle, die mit Schauerte in Verbindung standen, werden gebeten, sich unter Vorlage der ihnen verschriebenen oder verabreichten Medikamente bei der nächsten Polizeistelle zu melden.
Gattenmörder zum Tode verurteilt.
Das Sondergericht Siegen verurteilte den 28 Jahre alten Wilhelm Böckina aus Zeppenfeld wegen Mordes an seiner Ehefrau zum Tode. Böcking lebte mit seiner Frau in Scheidung. Dem Ersuchen des Mannes, die Ehe widerherzustellen, zeigte die Frau sich unzugänglich. Als sie am Abend des 29. September in einem Bahnwärter. Häuschen ihren Dienst als Schrankenwärterin versah, wurde sie von dem Angeklagten ausgesucht und nach einer kurzen Auseinandersetzung durch neun Messerstiche umgebracht.
Todesstrafe für Gewalt- und Sittlichkeitsverbrecher.
(Nachdruck verboten.)
31. Fortsetzung.
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Drüben hängte Eiquita Perano ein un» 1 M wieder ihrem Säst jn Er war ein Stortamert.
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Ein Mann rechnet ab
Roman von Horst Biemath
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Der 33jährige Philipp Bolender aus Schlüchtern überfiel in der Dämmerung auf der Landstraße zwischen Schlüchtern und Elm ein junges Mädchen. Hierbei glaubte er sich vor Ent. deckung sicher, weil sein Opfer ortsfremd mar und ihn nicht kannte. Er warf das Mädchen zu Boden und drückte ihm die Kehle, und als das nichts half, den Mund zu. Das Mädchen wehrte sich dennoch verzweifelt, so daß Bolender schließlich von seinem Opfer abließ, weil er fürchtete, seine Hilferufe könnten gehört werden. In großer Eile fuhr er mit feinem Rad davon, konnte aber schon nach wenigen Tagen gestellt werden. Das Sondergericht in Kassel verurteilte ihn als Gewalt- und Sitt- üchkeitsverbrecher wegen versuchter Notzucht zum Tode.
„Darüber werden wir uns noch unterhalten."
Er schnippte ungeduldig mit den Fingern: „Ich interessiere mich für das Geschäft nicht! Aber um so mehr werden dich meine Neuigkeiten überraschen. Denk einmal sechs Jahre zurück und erinnere dich eines guten Geschäftes, das wir damals miteinander machten ..."
„Die Oeltransaktion?"
„Ganz recht. Wir hatten damals einen Partner, der so liebenswürdig war, unsere Verbindlichketten zu übernehmen —"
„Sprich doch schneller!"
„Es will überlegt sein, meine Liebe. -- Kurz und gut, unser Partner ist überraschend nach Verakruz zurückgekehrt und wünscht uns beiden ferne Aufwartung zu machen."
„Das ist doch nicht möglich!
„Das fagte ich auch, aber er. hat ,eine Reise früher beendet. Der Präsident persönlich hatte die Gute, ihn zurückzurufen. Eine reizende Ueberraschung, nicht wahr? — Nun, ich meine, wir werden uns bemühen müssen, chm einen würdigen Empfang zu bereiten. Er hat uns seinerzeit nämlich auch Beweise seiner Dankbarkeit in Aussicht gestellt.
Ich wollte es dir nur sagen, damit du bis zu meinem Eintreffen etwas für feinen Empfang bereit legst. Es wäre doch einigermaßen peinluh, ihm mit leeren Händen entgegenMreten 7-
„Woher hast du diese Nachricht? ..
„Mich verließ vor wenigen Minuten eine reizende junge Dame, die mir d,e Neuigkeit rnitbrachte ^h werbe dir später alles erzählen ... In einer Stunde
Derdunkelungszell:
23. Oktober von 19.12 bis 7.32 Uhr.
Aus der Siadi Gießen.
Der Gchnupfen.
Die Zeit des Herbstschnupfens ist da. Mit einer Pünktlichkeit hat er sich eingestellt, die einer besseren Sache würdig wäre. Die Menschen haben rote Nasen und verauollene Augen, der Körper empört sich gegen die Zumutung, abwechselnd die trockene Zimmerluft und dann wieder die nasse Kalte auf der Straße in sich zu verarbeiten.
Unsere Vorfahren im Mittelalter müssen besonders oft „verschnupft" gewesen sein, denn sie hatten eine Anzahl von Bezeichnungen für diesen unangenehmen Zustand. Im Mittelhochdeutschen bezeichnete man unseren Schnupfen mit „snupfe"; man Jagte sowohl „der snupf" als auch „die snupfen" ober „bic snupfen". Durchaus üblich war auch die Bezeichnung „haupt-schwer". In Niederdeutschland sprach man im 15. Jahrhundert allgemein von dem „snupoe" oder „schnuppe", in Mitteldeutschland von der „schnaupfe" oder von „naßschnauppen". In anderen Gegenden nannte man das Uebel „schnopf", „schnopfter" ober „schnüpfe". Selbst in der Dichtung hat der Schnupfen Eingang gefunden: ein Poet des 16. Jahrhunderts klagt: „Wann der schendtlich Schnopff nicht verwüst hett meinen Kopfs?" Der Ausdruck „Schnupfen" hat sich erst im 19. Jahrhundert allgemein eingebürgert.
lieber den Ursprung des Wortes ist man sich nicht im klaren. Wir kennen nur eine germanische Wurzel „snup", aus der auch die Wörter schnaufen, schnauben, schnuppern, schnüffeln, schneuzen, Schnauze usw. heroorgegangen sind. Auch der Ausdruck „Schnuppe" für den abfallenden verkohlten Teil eines Dochtes (vgl. Sternschnuppe!) gehört hierher. Die zuerst für Berlin (1878) bezeugte Wendung „Das ist mir schnuppe" (das ist mir gleichgültig) bedeutet eigentlich: „Das ist für mich so wertlos wie der verkohlte Abfall des Dochtes/
Uebrigens findet sich der Schnupfen auch in deutschen Redensarten und Sprichwörtern. „Der hat den Schnupfen nicht!" nennt man einen Menschen, der schlau und durchtrieben ist. Doch hat auch mancher absichtlich den Schnupfen, wenn er von etwas nichts wissen will. So schrieb Lucher einmal, als er mit einer Sache nichts zu tun haben wollte: „Ich will den Schnupfen haben."
In der Tat bewirkt ein tüchtiger Schnupfen stets ein gewisses Nachlassen des klaren Denkens und Handelns, während ein leichter Schnupfen nicht allzu lästig zu fein braucht: nach dem Volksglauben reinigt er das Gehirn. Riechen an Salmiak, Genießen des Tees von Lindenblüte, Wegerich oder Scharfgarbe empsiehlt die Volksmedizin als wirksame Mittel zur Vertreibung dieses unerwünschten herbstlichen Gastes. H. S.
Ein kleines Lied ...
NGG. Ob eine junge Mutter m einer stillen Abendstunde ihren Klemen eine leise Melodie vorsummt oder sich die Kleinen zu einem fröhlichen Ringelreihen sammeln, ob unsere Feldgrauen mit einem Lied auf den Lippen marschieren — überall ist es der schier unerschöpfliche Born des deutschen Liederschatzes, aus dem sangesftohe Menschen neue Kraft schöpfen. „Das deutsche Lieb" als Abzeichen des Kriegs-Winterhilfswerkes, auch das ist ein Symbol des Lebenswillens und Lebensmutes unseres Volkes, das über den harten Forderungen des Augenblickes das besinnliche Lied neben dem kämpferischen nicht vergißt.
Am kommenden Samstag und Sonntag sammelt die DAF. anläßlich der 2. Reichssttaßensammlung. Zum Verkauf kommen sechs verschiedene Liederbüch, lein: Volkslieder, Soldatenlieder, Lieder der Bewegung, Feierlieder, Liebeslieder und Kinderlieder. Jeder von uns wird sie alle haben wollen und sich durch den Kauf in den Dienst des Sieges stellen!
Gebt alte Kupfer- und Nlcketmünzen e dem Kriegs-DHD.
Viele haben bisher übersehen, die außer Kurs gefetzten Kupfer- und Nickelmünzen vor Ablauf der Einlösungsfrist auszugeben ober gegen kursfähiges Geld umzutauschen. Der einzelne kann damit nichts mehr anfangen, in der Masse gewinnen diese Münzen aber an Bedeutung und können nützlicheren Zwecken zugeführt werden. Das Kriegs-Winterhilfswerk 1942/43 gibt Gelegenheit, uns dieser außer Kurs gesetzten Münzen auf bequeme Art zu entledigen, indem wir sie bei der Reichsstraßensammlung am Samstag und Sonntag neben unserer üblichen Spende in die Sammelbüchsen der ehrenamtlichen Helfer stecken. Wir geben damit diesen für uns wert- losen Münzen eine neue Bestimmung und stellen sie in den Dienst jener Kraft, die uns den Endsieg sichert.
kaner vom Pankeetyp, hager, geldgierig, schmal- lippig, fein Name war Jack Higgins. Er hatte in Verakruz feit mehreren Jahren eine Vertretung amerikanischer Zigaretten und Spirituosen, ein ziemlich mühseliges und anstrengendes Geschäft, da Die Mexikaner weder dem gesüßten Tabak Vir- giniens noch dem Branntwein des Nordens Geschmack abgewinnen konnten, sondern den landeseige- nen Erzeugnissen, Pulque und dem schwarzen Tabak von den Abhängen des Hochlandes, hartnäckig treu biteben.
„Unangenehme Nachrichten, Madame Perano?" fragte er lauernd.
„Interessieren Sie sich für meine Gespräche, Higgins?"
„Verzeihung, ich dachte, Gonzales wäre am Apparat gewesen."
„Es war Gonzales."
Higgins rieb sich die knochigen Finger. Er hatte unappetitliche Nägel, sie waren nicht sonderlich schmutzig, aber dick und gerade geschnitten wie Salz-
Der Raum, in dem sie sich befanden, war die Garderobe der Perano. Sie saß in ihrem Schminkstuhl vor einem dreiteiligen Spiegel und machte sich für ihren Auftritt zurecht. Ihr Haar war auf spanische Art am Hinterkopf kunstvoll hochgesteckt. Ein prachtvoller Kamm stand wie ein Diadem vor dem Mittelscheitel. Aus der Stirn und aus den Schläfen war das Haar glatt über die Ohren gekämmt. Es wirkte wie schwarzer Lack. Ihre herrlichen Schultern waren bis zur Büste nackt.
Higgins saß auf einem Hocker neben dem Schmink- tisch. Er sah die Perano einmal im Original und dreimal im Spiegel neben sich, in Doll-, Halb- und Seitenansicht. Sie hob die Arme und puderte Schultern und Hals ein. Higgins blies den duftenden Staub schnaubend von sich weg. Seine wasserhellen, kalten Augen glitten über das schöne Profil des Gesichtes so gleichmütig hin, als betrachte er eine Wachsfigur. In der Skandalgeschichte von Derakruz fehlte ein Name: Jack Higgins. Wenn das ganze
Kulturwoche der NSDAP, in Gießen.
Abschlußveranstaltung auf dem Oswaldsgarien.
Aufruf de» Kreisleiters zur Teilnahme an der kulturellen Feierstunde.
Die in diesen Tagen zu Lude gehende kultur- woche der NSDAP, in Gießen hat bei der Bevölkerung der Stadt Gießen und darüber hinaus des gesamten Detterauer Kreisgebietes einen ungewöhnlichen Widerhall gefunden. Alle an der Kulturwoche aktiv mitgestaltenden Kräfte waren bemüht, eine Veranstaltungsfolge zusammenzustellen. die von wirklich kulturellen werten war.
Daß diese Absicht erreicht wurde, davon künden die ausgezeichneten Besucherzahlen der einzelnen Veranstaltungen, wenn die Partei es jetzt nochmals unternimmt, sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung der Stadt Gießen und des Lreisgebietes zur Beteiligung an der abschließenden Veranstaltung der Kulturwoche auf dem Oswaldsgarten zu wenden, dann geschieht dies deshalb, weil diese Feierstunde, die unter dem TNotto:
„0 heilig herz der Völker. 0 Vaterland" steht, gleichsam noch einmal alles das in einem machtvollen Schluhbekenntnis zusammen fassen soll, was diese Kulturwoche an kulturpolitischen werten Herausstellen wollte. Das neue Lebens- und Daseinsgefühl. die aktive Haltung des Nationalsozialisten zu den großen kulurellen Gütern unseres Volkes und sein Bemühen, diesen kostbaren Besitz einer Nation einem jeden Volksgenossen nahe zu bringen, sollen in dieser Morgenfeier noch einmal eindrucksvollen Erlebnis und festliches Ereignis werden.
Ich rufe daher alle Volksgenossen zur regen Beteiligung an dieser Abschlußveranstaltung, an dieser Kundgebung nationalsozialistischer Feiergestattung auf. Lin großes Aufgebot an Mitwirkendeu wird bemüht sein, der Kulturwoche zu einem Ausklang zn verhelfen, der der in ihr in so überaus sinnfälliger weise zum Ausdruck gebrachten national- soziattstischen Kutturgesinnung entspricht.
Backhaus, Kreisleiter.
Eröffnung
des HL.-Deranstaltungsringes.
Irn Programm der Kulturwoche der NSDAP, fanb gestern abend im Theater aus Anlaß der Eröffnung des HI.- Veranstaltungsringes 1942/43 als Festvorftel- iung eine Aufführung des fünfaktigen Schauspiels „Der Thron zwischen Erdteilen" von Hans G 0 b s ch statt. Zu Beginn des Abends hielt .Kreisleiter Backhaus eine kurze Ansprache und stellte zunächst fest, daß es überaus dankenswert
sei, wie sich die Hitler-Jugend mit ihren kulturellen Veranstaltungen in das Programm der Kuttur» woche eingeschaltet habe. Die Beteiligung an den Veranstaltungen sei in diesem Jahre erfreulicherweise besonders groß. Im Veranstaltungsring würden vier verschiedene Gattungen kultureller Darbietungen gepflegt: Theater, Film, Konzert und Dichterlesung. Es sei zu hoffen, daß jeder hier das ihn vor allem Anziehende finden werde, und er, Kreisleiter Backhaus, erwarte, daß von der Hitler- Jugend die entsprechende Propaganda ausgehe, um die Kulturarbeit in den Reihen der HI. ooranzu- treiben Die Bedingungen dafür seien gerade bei uns in Gießen besonders günstig. Die starke Beteiligung an den Veranstaltungen der Kulturwoche bedeute einen schönen Erfolg und sei uns ein Ansporn für die Zukunft. Nachdem der Kreisleiter seiner Freude über den Erfolg der Kulturwoche in Gießen Ausdruck gegeben und auf die für Sonn- tagoormittag an gesetzte große Abschlußveranstaltung auf dem Oswaldsgarten hingewiesen hatte, erklärte er unter lebhaftem Beifall den Veranstaltungsring der Hitler-Jugend im Winter 11942/43 für eröffnet.
Hierauf sprach der K.-Leitcr der Hauptabteilung IH des Gebietes Hessen-Nassau (13), Bannführer Michel. Gerade im Kriege, so führte er u. a. aus, sei die kulturelle Betreuung der Jugend eine Arbeit der Stille und der Verinnerlichung. Hier gelte es, eine der schönsten Aufgaben der HI. zu erfüllen: der Jugend die gauze Schönheit der ringenden deutschen Seele zu erschli«!hen und daneben das eigene Schaffen der jungen Menschen in irgendeiner Form anzuregen. Das sei der zwiefache, gegenwartsnahe Sinn der kulturellen Ar- bett in der Hitler-Jugend. Der Veranstaltungsring der HI. erfasse Tausende von Jungen und Mädels in Theater und Konzert, in Dichterlesung und Morgenfeier. Die zweite große Aufgabe, die Anregung zu eigenem Schäften, werde in den Spieleinheiten m anerkennenswerter Weise gelöst. Das Winterhalbjahr 1942/43 lasse viel Schönes erwarten, und vor allem die kulturelle Arbeit im Bann Gießen verspreche vorbildliche Ergebnisse, zumal alle dafür maßgeblichen Stellen diese Arbeit nach besten Kräften gefördert haben. Bannführer Michel schloß feine mit großem Beifall aufgenommene An- spräche, indem er die besten Grüße des K.-Führers des Gebietes zur Eröffnung des Veranstaltungsringes überbrachte.
Darauf begann vor stark besetztem Hause die Aufführung des Schauspiels „Der Thron zwischen Erdteilen", die seinerzeit an dieser Stelle bereits ausführlich gewürdigt wurde. Die großenteils jugendliche Hörerschaft folgte mit gespannter Anteil- nähme und spendet reichen Äpplaus. —y—
„Finnland im
inier und im Gommer."
Ein finn scher Professor spricht im Gießener LortragSring.
Am gestrigen Donnerstagabend oermittelte ’ der Gießener Vortragsring (Kulturelle Vereinigung, Goethedund, Volsbildungsstätte Gießen der NSG. . Kraft durch Freude") in der vollbesetzten Aula der Universität wiederum ein interessantes Vortragserlebnis. An Hand einer großen Reihe guter Lichtbilder, zum Teil Farbfilmaufnahmen, sprach der Professor Dr. Georg von Wendt aus Finnland über das Thema „Finnland im Winter und im Sommer".
Nach kurzen Grußworten des Kreispropagandaleiters Z i n f e r als Vertreter des anderweitig in Anspruch genommenen Kreisleiters, der dabei auch die herzliche Kameradschaft zwischen Finnland und Deutschland betonte, sprach Professor v. Wendt. Er ging in feinem etwa anderthalbstündigen fesselnden Vortrag von dieser im Jahre 1918 begründeten und durch gemeinsam vergossenes Blut im Kampf gegen den Bolschewismus vertieften Kameradschaft zwischen Deutschland und Finnland aus, die durch die gegenwärtige neue Waffenbrüderschaft im Kampf gegen den gemeinsamen sowjetischen Feind ihre erneute Bekundung erfährt. Dabei würdigte er mit schlichten und herzlichen Worten die große Bedeutung der deutschen Unterstützung für Finnland in dessen Freiheitskampf gegen die bolschewistischen Raub- und Unterdrückungspläne. Anschließend gab er in großen Zügen ein Bild von der seit Jahrhunderten das finnische Volk überschattenden russischen Gefahr und Vernichtungsab
sicht, die früher von dem zaristischen und in der neueren Zeit von dem bolschewistischen Rußland in gleichem Maße ausging. An Hand einer Karte machte er deutlich, wohin die Stoßrichtung der russischen Unterdrückungspläne immer gerichtet war.
Nach dem kurzen geschichtlichen Rückblick auf die historische Entwicklung Finnlands, die in der ersten Befreiung vom russischen Joch durch Deutschland im Jahre 1918 nur einen vorläufigen Abschluß fand, machte der Vorttagende in anschaulicher Schilderung an Hand der schönen Lichtbilder mit seinem reizvollen Hinterlande bekannt. Im Geiste konnten die mit großem Interesse lauschenden Hörer den Vortragenden auf seiner Wanderfahrt vom Finnischen Meerbusen durch Karelien über die Tausende von Seen hinweg und durch herrliche Landschaften sowie reizende Städte und Dörfer bis hinauf zum Eismeer mit dem durch die jüngsten Knegsereigniffe allgemein bekannt gewordenen Hafen Petsamo, ferner über den finnischen Oskwall hinaus bis in die Zone des Krieges begleiten. Dabei lernten sie erneut ein Land und Volk in seinen hohen Werten erkennen und schätzen, das unserem Volke durch Freundschaft und Waftenbrüderschaft lieb und wert geworden ist. Die herrlichen Landschaftsbilder erfreuten aber auch das schönhetts- burftige Auge der Hörer, denen hier viele kulturell und geschichttich wichtige, außerdem landschaftlich hervorragende Teile des Landes gezeigt wurden, zu denen man gerne in kommenden Friedenszeiten
Klatschnest auf/irgendeine wunderbare Weise in der Lage gewesen wäre, ihn in der Garderobe der Perano zu beobachten, so wäre es keinem Menschen eingefallen, etwas anderes anzunehmen, als daß er der Perano seine minderwertigen Schnäpse und Zigaretten für ihr Lokal aufzuschwatzen versuchte. z
„Haben Sie über unsere Angelegenheit mit Gonzales gesprochen, Madame Perano?"
„Natürlich", antwortete sie und hob das Kinn, um auch ben Kehlbogen einzustäuben, „ich sagte Ihnen doch schon, daß er sich hartnäckig weigert, mitzumachen. Er hat es soeben erst am Fernsprecher wiederholt."
„Haben Sie ihm alles erzählt?" fragte . er verkniffen.
„Selbstverständlich! Oder glauben Sie, baß Gonzales auf halbe Andeutungen hin in solch ein riskantes Geschäft einsteigt?"
„Ein wenig gefährlich, wie?" murmelte er mit schmalen Lippen und einem unangenehmen Lächeln.
„Wie meinen Sie das, Higgins?"
„Daß Gonzales zu gut Bescheid weiß. Das Geschäft ist nicht gefährlich. Gefährlich wird es erst, wenn allzu viele Leute davon wissen. Halten Sie Gonzales für sicher?"
Sie vertauschte die Puderquaste mit dem Farbstift, um eine Spur Violett unter die Wimpern zu legen.
„Sicher?" Sie benetzte den Mittelfinger mit der Zunge und verrieb die Farbe auch auf die oberen Lider. „Genau so sicher wie Sie. — Das ist nur eine Frage des höheren Angebots, mein Lieber."
Higgins blinzelte nervös. Seine Finger zupften ar. feinem Kinn, als trüge er einen dünnen Bart. Die Vorstellung war so bezwingend beullich, baß man die Farbe dieses Bartes zu sehen vermeinte und wußte, er könne nur rötlich fein.
„Sie sind außerordentlich witzig, Madame Perano", meckerte er „ungemein witzig ... leider ist die Angelegenheit für Witze ungeeignet Wenn Gonzales Bescheid weiß, muß er mitmachen! Oder —"
Sie warf ihm einen raschen Blick zm „Oder .»A®
Higgins hob die eckigen Schultern und räusperte sich spröde. Seine Augen trübten sich, als zöge er eine gelbe Haut über die Pupillen. — „Wir können Mitwisser nicht gebrauchen, Madame Perano, das wißen Sie so gut wie ich, und dieses Prinzip gehört zu unseren bewährtesten Geschäftsmethobeii. Haben Sie Gonzales daran erinnert?*
„Gewiß, aber er glaubt, eine Ausnahmestellung zu haben."
„Er irrt sich! Das Prinzip gilt für alle!"
Die Perano hob die Schultern: „Ich glaube, daß Gonzales überhaupt daran denkt, sich vom Geschäft zurückzuziehen. Was er erreicht hat, genügt seinen Bedürfnissen."
Higgins beugte sich vor, sein Gesicht wurde scharf und hart: „Wir betreiben keine Börsenspekulationen, in die man einsteigt und aus denen man herausspringt, wie man gerade Laune hat! Wer einmal drin ist, bleibt dabei!"
„Wem erzählen Sie das?" fragte sie kühl.
„Gonzales natürlich, nur Gonzales!"
,/Ich werde es ihm wortgetreu ausrichten. — Aber wenn er trotzdem abspringt?" Sie sah Higgins durch den Spiegel an, ihre Augenlider zitterten ein wenig. Higgins Zungenspitze fuhr rasch über die strichschmalen Lippen. Er starrte die Perano an, als wolle er die geheimsten Gedanken hinter ihrer glatten Stirn lesen.
„Es täte mir leid", sagte er fast unhörbar, ,chenn ich fürchte, Sie würden Ihren Liebhaber bald verlieren —"
Ihre Blicke lösten sich im Spiegel. Die Perano tunkte die Fingerspitze in eine Dose mit karminroter Lippenschminke. Sie trug die fettige Farbe dick auf und zoa die Bögen ihres Mundes scharf nach. „Sie sind schlecht unterrichtet, Higgins", sagte sie gleichmütig und näherte ihr Gesicht dem Spiegel auf Handbreite, um ihre Malerei genau zu prüfen, „meine Beziehungen zu Gonzqles sind seit langer Zett rein geschäftlicher Art!"
(Fortsetzung folgt)


