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Aus dem Reich

BDM treten mit vollendetem 21. Lebensjahr zu den Jugendgruppen der NS.-Frauenschaft über. Den nicht zur Aufnahme in die Partei gelangenden An­gehörigen der Hitler-Jugend stehen die Gliede­rungen oder SA.-Wehrmannschaften bzw. das Deutsche Frauenwerk offen. Sie werden vor ihrer Entlassung zu einem Entlassungsappell zusammen- gesaßt. Im übrigen endet die Jugenddienstpflichl des Jahrgangs 1924 mit dem 30. September 1942. Bei vorheriger Einberufung werden die Jugend' lichen zum Zeitpunkt des Eintritts in den RAD. oder die Wehrmacht aus der Jugenddienstpflicht entlassen.

planmäßiger Nuhholzbau außerhalb des Waldes.

Mit Rücksicht auf die hohe kriegswirtschaftliche Bedeutung des Rohstoffes Holz ist'es notwendig, auch auf Flächen außerhalb des Waldes die Erzeu­gung von Nußholz, insbesondere von Doppel- h o l z, planmäßig zu steigern. Der Reichsforstmeister hat deshalb bestimmt, daß für die Verwertung des Holzes von Pappeln und für andere Nußholzarten, die auf Grundflächen außerhalb des Waldes an- fallen, die Vorschriften über die marktordnende Be­wirtschaftung forst- und holzwirtschaftlicher Erzeug­nisse gelten. '

Borstudienausbildung der Frau.

Wie die Reichsstudentenführung mitteilt, wird nicht nur im Kriege, sondern auch hi den folgenden Aufbaujahren der Bedarf an berufstätigen Frauen in hohem Maße bestehen bleiben. Deshalb wird da­nach gestrebt, auch die berufliche Ausbildung und Lenkung der Frau nicht dem Zufall zu überlasten. Durch die V o r st u d i e n a u s b i l d u n g werden begabte und leistungsfähige Frauen ohne Rücksicht auf ihre bisherige Vorbildung und ihre finanzielle Lage in etwa zwei Jahren zur Hochschulreife und anschließend zum Studium geführt werden. Vor- studienacisbildung und Hochschlllstudium sind kosten­los. Für die Erfassung und Auslese der Bewerbe-

Zusammenkunst der betreffenden Republiken veran- stallet werden, auf der General Somoza nach nord- amerikanischem Vorbild gemeinsame Währung, ge­meinsames Heer, eine Flagge, ein Zollsystem, Bundesheer, -regierung und -kongreß vorschlagen will. Die bisherigen Präsidenten sollen als Gouverneure eingesetzt werden. Die Aussichten der Konferenz scheinen gering zu sein. Nordamerika hat kein Inter­esse am Zusammenschluß seiner lateinamerikanischen Vasallen.

Oie spanische Außenpolitik.

Madrid, 22. Sept. (Europapreß.) Unter dem Vorsitz des.Staatschefs hat das neugebildete Kabi­nett die Außenpolitik und die Neugestaltung der innenpolitischen Verhältnisse beraten. In einem Kommuniquö heißt es ausdrücklich, die spanische Außenpolitik werde in der gleichen Weise fort­gesetzt werden, wie schon seit sechs Jahren. Sie entspreche dem Geiste des Bürgerkrieges. Sie sei ge­kennzeichnet durch den antikommunistischen Sinn der nationalspanischen Bewegung. Die Forderungen der neuen europäischen Ordnung würden anerkannt. Maßgeblich sei auch die enge Freundschaft mit Por­tugal und die historische Solidarität Spaniens mit den rberoamerika-nischen Ländern. Ferner werden von der Regierung Maßnahmen zur Verstärkung des spanischen Kriegspotentials angekündigt.

Kleine politische Nachrichten.

Nach einer Meldung aus Pretoria hat sich der kürzlich erkrankte General Hertzog einer Operation unterzogen: Sein Zustand ist befriedigend.

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Die Islamische Gemeinde zu Berlin veranstaltete im Haus der Flieger eine Kundgebung für den arabisch-indischen Freiheitskampf. Der irakische Mi­nisterpräsident Raschid Ali el Gailani und der indische Freiheitskämpfer Subhys Chandra Bose sowie der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Keppler wurden vom Vorsitzenden der islamischen Gemeinde, Habibur Rahman, begrüßt. Die Ver­sammlung nahm dann eine Entschließung an, in der die Schicksalsverbundenheit des indischen und des arabischen Volkes sowie die Notwendigkeit einer engen Kampfgemeinschaft zwischen den beiden Völ­kern betont wird.

tebsk (und Kaluga) von uns besetzte Bastion wird von den Sowjets zweifellos als ein auf ihr ge­zücktes Schwert angesehen.

So ist es nicht verwunderlich, daß sie die Ver­suche, sich im Winter von dem Druck auf ihre Hauptstadt zu entledigen, in hochsommerlicher Hitze aufs neue aufnahmen. Die Front vor Moskau weift Einbuchtungen und Säcke auf mit Verzahnungen der beiderseitigen Stellungen, wie sie sich als Er­gebnis der Winterkämpfe ausbildeten, Unser Ein bruchsgebiet vor Moskau in irgendeiner Form, fei es durch Verengung, Zerteilung oder Abschnn rung und Kesselung, unwirksam zu machen, muß ständig als Leitgedanke Moskaus beachtet werden. Augenscheinlich gibt man sich dort der Einbildung hin, daß man die deutschen Linien allmählich durch bataillons- oder kompanieweise Angriffe (einer an dieser Stelle qualitativ inertbar nachlassenden Sow fetinfanterie) zusammen mit Dorbrüchen immer neu hcrangeholter Panzer und vor allem durch wilden Ansatz massierter und großkalibriger Artillerie zum Abbröckeln bringen würde. Auch kurzfristige Schlachtfliegereinsäße der Sowjets änderten nichts. Es heißt dies zweifellos, die Abwehrfähigkelt von Soldaten unterschätzen, die fast ohne Ausnahme das rote Band der Bewährung in einem harten Minter tragen und sich auf den besonderen Ernst der hier auferlegten Aufgabe eingestellt haben.

Die deutschen amtlichen Veröffentlichungen, be sonders Ende August, liehen keinen Zweifel dar­über daß unsere Führung die von den Sowjets ongestrebte Verlagerung des Schwergewichts auf die Mitte schon während unseres Vormarsches zwischen Schworzmeer und Kaspisee in Rechnung stellte. Und die Weltöffentlichkeit verfolgte mit steigendem Interesse, wie sich zu den schwerwiegenden deutschen Angriffserfolgen aus der Ukraine heraus ein ebenso bedeutungsvoller Abwehrerfolg vor Moskau gesellte. Dieser sich abzeichnende Abwehrsieg ist nicht ohne die schwere Härte erkallft worden, welche Ma- terialschlachten von Weltkriegsforniat zu fordern pflegen. Aul infanteristische Angriffe in früher er­lebtem Maße wurde augenscheinlich vom Gegner verzichtet und auch kein Versuch unternommen, die deutsche Luftüberlegenheit anzutasten. Doch die un­ermüdlich beschäftigte 'Artillerie und die oft noch vor abgeschlossener Innenausstattung eingesetzten Reserven an Panzerkampfwagen zwingen den Ver­teidiger immer wieder zu äußerstem Einsatz.

Der Möglichkeit, unsere schwere Artillerie der Lüfte gegenüber den dicken Rohren der Sowjets einzusetzen und so die Vorbereitung örtlicher Ein- brüche zum Teil aufzuheben, wurde entsprochen. Immer kleiner wurden die Pausen, zwischen denen unsere Sturzkampsbomber Last auf Last über die eben abgesichelten Stoppelfelder i<in Wasusa und Ossuga und über die Wolga trugen. Run, da sich der Herbst ankündigt und die lehmbespritzten In­fanteristen nächtens auf dem ungedroschenen Stroh in ihren Bunkerlöchern eng zusammenrücken, heißt es endgültig, die Vorbedingungen sichern für er­folgreiches lieb erstehen des Winters.

Ueberblickt man den Abschnitt im gesamten, so ergibt sich, daß trotz der sowjetischen Taktik, hier­ein Dorf lind dort eines aris der Front herauszu­bohren, der Feind grundsätzlich in Schach ge­halten wurde. Es bebt die Erde unter dem schweren Artilleriefeuer, das ständig die deutschen Stellungen abtastet. Die Luft zittert unter dem stoßweisen Nollen aus den Schlünden der Batterien. Berge von grauem Staub und schwarzem Qualm erheben sich do, wo deutsche Schlachtfl ieaer in die Bereitstellungen von Sowjetinfanterie und Sowjet- panzern, wo sie in sofort schweigende Batterien hineinschlagen. Aus beiden Seiten krallen sich die Truppen fest in die Erde, die ihnen in all ihrer Trostlosigkeit doch noch Schuß bietet, so, wie die Bevölkerung, die tags ihre Ernte einfährt und mit Knüppeln drischt, Schutzräume' unter ihre Holz- budeb treibt. Vautruvvs und Arbeitsdienst schippen , Staub und bewegen Morast, bessern Knüppeldämme aus, ziehen Abflußgräben. Die Wege, auf denen im Vorsommer unsere Panzer zogen und (m Winter die Panjeschlitten, aus diesen Wegen strömen stetig Kraft und Zuversicht zu unseren heldenhaften In­fanteristen.

Inbrünstig sucht der Feind in den Besitz dieser Lebensadern zu gelangen, doch haben unsere abweh­renden Truppen die feste Uebcrzeugung gewonnen, daß sie die gefährlichsten Momente der Schlacht von Rschew bestanden haben. Die deutsche Abwehrfront hält.

Heftiges Gefecht auf Madagaskar.

Vichy, 22. Sepk. (Europapreß.) Ein heftiges Gefecht am 21. September in der Mahißy-Stellung

meldet ein amtliches französisches Kommunique. Die ranzösische Artillerie habe den Gegner wirksam bekämpfen können. Der Generalgouverneur von Reunion und 5000 Angehörige der Frontkämp- erlegion dieser unweit Madagaskar gelegenen fran­zösischen Insel haben Sympathie-Botschaften an den Generalgouverneur von Madagaskar gesandt; ie verurteilten darin den britischen Ueberfall.

Feindlicher Angriff auf die Oase Gialo zurückgeschlagen.

Rom, 22. Sept. 1DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Dienstag gibt bekannt, daß in den rühen Morgenstunden des 16. September die in der Oase Gialo stehenden italienischen Truppen von überlegenen motorisierten seindlichen Kräften aus der libyschen Sahara in erbitterte Kämpfe verwickelt wurden. Nachdem der erste Angriff, der von be­trächtlicher Artillerie unterstützt wurde, zurückge- chlagen worden war, fetzte die Besatzung der Oase den Widerstand entschlossen und zäh fort. Ita­lienische und deutsche Fliegerverbände fügten dem Feind schwere Verluste zu. Als sich eine zur 23er- tärkung entsandte motorisierte Kolonne der Stel­lung näherte, zog sich der Feind rasch nach Süden zuruck. Dabei wurde er von der Luftwaffe verfolgt und angegriffen. Die Oase Gialo liegt mitten in der Sahara etwa 400 Kilometer südlich von Ben­gasi entfernt an der Piste, die zur Oase Kufra führt. Gialo beherrscht eine der bedeutendsten Karawanen­straßen, die die afrikanische Wüste durchqueren.

Vereinigte Staaten von Mittelamerika?

Lissabon, 22. Sevt. (Europapreß.) Der Präsi- dent von Nikaragua, General Somoza, ist heute der Vertreter des über hundert Jahre alten Ge­dankens, den mittelamerikanischen Republiken durch Zusammenschluß eine stärkere Bedeutung innerhalb der lateinamerikanischen Völkerfamilie zu geben. Es handelt sich um Costarica, Nikaragua, Hon­duras, El Salvador und Guatemala, die zusammen mit s Millionen Menschen und 186 000 Quadrat­meilen an fünfter Stelle unter den lateinamerifani- scheu Nationen stehen würden. Demnächst wird in San Jos 6, der Hauptstadt von Costarica, eine

Reichseinheitliche Parieiausnahme am 27. September.

Arn Sonntag, 27. September 1942, findet reichs- einheitlich im Rahmen der Ortsgruppen der Partei die Aufnahme des Geburtsjahrganges 1924 in die NSDAP, und die Gliederungen, sowie der 21jäh- rigen Mädel in die NS.-Frauenschast statt. Für die jungen Deutschen, denen die ehrenvolle Aus­zeichnung der Ausnahme in die Partei auf Grund ihrer charakterlichen Haltung und ihrer Einsatzbe- reitschast nach mindestens vierjährigem aktivem Dienst in der Hitler-Jugend zuteil wird, ist dieser Akt 'Anerkennung und Verpflichtung zugleich. Die Aufnahmefeiern werden sich in einem dem Kriege angemessenen einfachen, aber würdigen Rahmen voll- ziehen. Die Politischen Leiter, die Parteigenossen, die Führer und Angehörigen der Gliederungen, NS.-Frauenschast und Hitler-Jugend nehmen daran teil. Die Eltern und Angehörigen der 18- bis 21- jährigen, die Vertreter von Staat und Wehrmacht werden vom zuständigen Hoheitsträger eingeladen. Heldenehrung, Vortrag eines Führerworts und An­sprache des Hoheitsträgers sind Kernpunkte der Ver­anstaltung. Dor der Aufnahme in die NSDAP., die der Hoheitsträger mit Handschlag vollzieht, legen die Parteianwärter folgendes Bekenntnis ab:Wir bekennen uns zu den Forderungen des Führers und versprechen, sie getreulich und verantwortungs­bewußt zu erfüllen, solange wir leben. Wir wollen uns des Vertrauens würdig erweisen, das der Führer in uns setzt." Zur Erinnerung an ihre Partei auf nähme erhalten die jungen Parteige- nassen und Parteigenossinnen einen Geschenkband Ich kämpfe" überreicht.

Bestimmungsgemäß sind Angehörige der Hitler- Jugend, die Mitglieder der Partei werden und nicyt als Führer oder Führerinnen in der Hitler- Jugend verbleiben, verpflichtet, einer Gliederung beizutreten. Die Jungen haben sich bereits in die­sen Wachen entschieden, welche Gliederung sie wäh­len wallen, so daß auch hier die Uebernahme am 27. September erfolgen kann. Die Angehörigen des

Der gefährliche Churchill-Mythos.

Don unserer Berliner Schristleitung.

Schwedische und türkische Journalisten besuchten auf Einladung der Londoner Regierung England, damit sie einen Eindruck über Leben und Treiben auf der Insel und vor allem von der Stimmung des englischen Volkes erhalten. Sie dürften sich gelegent­lichfrei" bewegen, damit sie sich nach eigenem Wunsch dort umsehen konnten, wo sie glaubten, An- Haltspunkte für ihre Stimmungsberichte zu finden. Nach dem, was diese Herren bisher von sich gegeben haben, muß die Londoner Regierung gut gearbeitet haben, denn sie konnten nichts entdecken, was den Sieges- und Kampfeswillen der Briten irgendwie beeinträchtigen könnte. Das steht allerdings mi Gegensatz zu dem, was am Sonntag der britische Labourabgeordnete Shinwell in einer Rede in Bradford sagte:Die Regierungsmitglieder behaup­teten zwar ständig, die Alliierten gingen als Sieger aus diesem Kriege hervor, doch sei die britische Öffentlichkeit demgegenüber wert davon entfernt, solche Aeuherungen als bare Münze hinzunehmen/

Hört, hört sollten die von Herrn Churchill ein­geladenen Auslandsjournalisten doch nicht richtig ge­sehen und gehört haben? Der genannte Labour­abgeordnete benutzte seine Feststellungen zu einer scharfen Anklage gegen Churchill, dessen Regie- rung und Politik er für eine Katastrophe hält. Die größte Gefahr aber sieht Shinwell in dem Chur­chill-Mythos, dem weite Kreise des englischen Volkes verfallen seien, die da glaubten, es gebe in England überhaupt nur Churchill, der die Fähigkeit besitzt, Führer der Regierung zu sein. Die das glaub­ten, so meint Shinwell, sollten sich besser begraben lassen. Er, Shinwell, sei jedenfalls hinsichtlich der Fähigkeiten und Unersetzlichkeit Churchills und seiner Regierung wesentlich anderer Meinung und fürchte, daß das englische Volk für seinen Churchill-Mythos eines Tages schwer zu zahlen haben werde. Uns scheint, das englische Volk zahlt dafür heute schon, daß ihm Hören und Sehen vergeht.

rinnen wurde eine besondere Abteilung im Amt Studentinnen der Reichspudentenführung, Berlin. Charlottenburg 2, geschaffen. Im Juli wurde mit der Auslese begonnen. Mehrere Ausleselager sind bereits abgeschlossen worden. Der erste Lehrgang wird im Herbst eröffnet und als Gemeinschaftser­ziehung internatsmäßig durchgeführt. Nach Abschluß des Hochschulstudiums werden diese Frauen vorwie­gend zum Berufseinsaß in den Ost raum gehen. Es steht ihnen jeder beliebige Studiengang an einer deutschen Hochschule offen.

Kunst und Wissenschaft.

IbsensGespenster" im Wiener Akademietheater.

Generalintendant Lothar M ü t h e l wird im Wie­ner Akademietheater künftig auch dichterische Kammer- spiele zur Aufführung bringen. In diesem Zyklus wird IbsensGespenster" unter der Leitung Lothar Müthels gegeben. Frau Alving spielt Käthe Dorsch, ihren Sohn Oswald Horst Caspar, den Pastor Manders Ewald Balser, die Regine Gusti Huber. Der Bühnenentwurf stammt von Rochus Vliese.

Hochschulnachrichten.

Der Ordinarius für Hals-, Nasen- und Ohrenheil­kunde an der Universität Kiel, Professor Dr.med. Alfred (peiffert, hat den Ruf an die Universität Heidelberg angenommen. Seiffert wurde 1683 in Tharnau (Schlesien) geboren. Er promovierte 1913 in Breslau und habilitierte sich 1923 in Berlin. 1931 erfolgte feine Berufung nach Kiel. Am 21. Sep­tember vollendete der 'Ordinarius für deutsche Philologie an der Universität Basel, Professor Dr. Friedrich Ranke, fein 60. Lebensjahr. Ranke wurde in Lübeck geboren, promovierte 1907 in Ber­lin, habilitierte sich 1910 in Straßburg und siedelte 1912 nach Göttingen über. 1921 erhielt er einen Nus als Ordinarius nach Königsberg, 1929 fiedelte er nach Breslau über, von wo er 1938 einem Ruf nach Basel folgte. Zum ao. Professor der Zahn- Heilkunde an der Universität Tübingen wurde Pro­fessor Dr. rned. et med. dent. Walter Adrion von der Universität Berlin ernannt. Adrian wurde 1891 in Offenburg geboren, habilitierte sich 1922 in Frei­burg und übersiedelte 1924 nach Berlin. Im

Gesegneter Schlaf.

Vo.u Heinz Schnips.

Es gibt Leute, die sich nachts Watte in die Ohren stopfen, um das Musizieren der Märzenkater, das Krähen der Hähne oder das Schnarchen friedlicher Menschen nicht zu hören. Die sollten es sich nicht verdrießen lassen, diese Geschichte zu Ende zu lesen, auf daß in schlummerlosen Nächten der Held der Begebenheit, der Unterofsizier Kassian, ihnen als ein Beispiel vorsck)webe.

Kassian hatte den Befehl bekommen, zum Emp­fang eines Transportes sich nach der Bahnstation JE zu Gegeben. Ein geschlossener Personenwagen, der mit Vermessungsapparaten vollgestopft war, nahm ihn dorthin mit. Im Wagen war gerade noch so viel Platz, daß er zur Not unterkriechen konnte. Zum Glück war er von Haus aus schlank und im Felde nicht dicker geworden, das kam ihm jetzt zustatten. Es regnete in Strömen. Kassian war heilfroh, ein Dach über dem Kops zu haben.

Die Straße, über die es dahinging, lag schlämm durchfurcht da. Erst vor wenigen Tagen war die siegreiche Armee auf ihr marschiert und hatte sie in Grund und Boden gestampft. Kassian, an Straßen- flimmer gewöhnt, erwartete keine angenehme Spa­zierfahrt, zog sich eine Decke über den Kopf, empfahl seine Seele den Göttern und schloß die 'Augen. Währenddem ging es dahin über Stock und Stein, daß Gott erbarm, über Schlaglöcher, die schon Schlagtrichter genannt werden konnten. Manchmal versank der Wagen bis an die Achsen im Schlamm, mühsam wühlte er sich vorwärts. Des öfteren neigte er sich bedenklich, doch setzte der brave Motor keinen Augenblick aus, immer wieder tarn das Fahrzeug in Fahrt, wenn es schaukelte, wie von einem Betrunkenen gesteuert Durch einen herab- hängenden Baumast wurde das Dach aufgerissen, die Situation, in die der Magen geriet, wurde immer gefährlicher.

Plötzlich gab es einen Krach, als hätte ein Ge­schoß eingeschlagen, kreischend setzte sich das Auto auf die Hinterachse, mit der tollen Fahrt war es aus. Es mußte in die nächste Reparaturwerkstätte abgeschleppt werden. Dort wurde es erst von seiner Schmutzkruste befreit. Von zwei Seiten zugleich

prasselte das Wasser aus den Rohren auf die klebrige Dreckmasse ein.So ein Sauwetter!" brummte im Innern des Wagens der Unteroffizier unter der Decke. Dann wurde der Wagen mit einer Winde gehoben, die Winde war nicht gut angesetzt, mit Gepolter rutschte er nach der rechten Seite hin ab, hierauf wurde er mit einem Kran wieder in die Höhe gebracht, und nun ging die Arbeit los. Ein eisernes Band wurde um seine Achse geschmie­det, die Schutzbleche wurden zurechtgehämmert, der Riß im Dach bekam einen Blechstreifen aufge­nagelt, es gab einen Höllenlärm wie in des Hephaistos Schmiede. Als der letzte Hammerschlag getan war, trat plötzlich Stille ein. Diese Stille riß den Unteroffizier aus seinen Träumen. Er warf die Decke ab, öffnete das Wagenfenster und rief hinaus-^

Fahrer, sind wir schon da?"

Dabei hatte er nicht einmal Watte in den Ohren.

Neuer Wurzelboden für deutschen Wald.

Von Georg Mcisel.

In den Zeitungen, die aus der Heimat zu uns Soldaten an die Front kommen, haben wir vor einiger Zeit die Mitteilung gelesen, daß im Rahmen der Umformung und des Aufbaues in den Ostge­bieten eine großzügige und planvolle 'Aufforstung dlirchgeführt werden soll. Nicht nur die Erzeugungs- fteigerung der Forstwirtschaft und die Boden- und Klimaverbesserung dprch die Regelung des Wasser Haushaltes soll es, wie es geheißen hat, dadurch ge» fördert werden, sondern die Wiederbewaldung des Ostens sei auch von großer Bedeutung in volks­kultureller Hinsicht. Denn der Wald wird die Land­schaft deutscher Art gemäß geftalten helfen, und der deutsche Mensch wird das Land im Osten um so mehr lieben lernen, je mehr der Wald das Land zur Heimat werden läßt.

Die Maßnahmen zur 'Miederbewaldung des Ostens gehen von Reichsforstmeister Hermann Göring aus, und damit ist gesagt, daß sie rasch und gründ­lich bunfjgefübrt werden. Das weiß der Soldat am besten.

In der Heimat wird man dieser Planung vielleicht gar nicht so sehr große Bedeutung beimessen. Da hat man den Wald um sich, der eine hat ihn vor der Haustür und hinterm Hof, der andere muß viel­leicht ein paar Bahnkilometer fahren. Ein wald- entblößtes Gebiet gibt es in Deutschland jedenfalls nicht. Der Wald gehört als etwas Selbstverständ­liches zur deutschen Heimat. Ob es nun die Tannen­wälder im Süden des Vaterlandes find oder die fichtenumrauschten Höhen des Böhmerwaldes und des Fichtelgebirges, ob es die lichtgrünen Eichen und Buchen im Norden sind oder die Kiefernforsten in der Mark. Und wer hätte fick) auch fd)on viele Ge­danken darüber gemacht, was der Wald für eine Bedeutung für Klima und Bodennutzung hat. Höch­stens denkt man daran, daß der Wald eben der Holzversorgung dient, und daß sich so wunderschön darin wandern läßt. Es ist eben nicht anders denk­bar, als daß es daheim einen schönen, stolzen Wald gibt.

Was der Begriff deutscher Wald überhaupt be- beuet und besagt, das erkennt man erst, wenn man den Wald vollständig entbehren muß. Wir erkannten es in den Steppen Südrußlands. Vielleicht rauschten da noch grüne Wälder, als die Goten zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee ihre Heimat hatten, ober als die Wikinger am Dnjepr ein germanisches Reich grünbeten. Aber heute find nur noch bie Ufer ber mächtigen Strome unb bie Berge der Jaila an der Krimküste grün gesäumt. Sonst dehnt sich da unendlich weit die Steppe. Daß da und dort das Holzgerüft eines Brunnens ragt, ist alles. Kein Baum reckt sich hoch. Kein Laubbach breitet sich schützend über ein Haus. Furchtsam, wie verloren, ducken sich die Hütten in die große Oede.

Vielleicht ging dadurch in diesem Lande auch so vollkommen der Zusaminenhang zwischen Mensch und Raum verloren. Hier ist keine Liebe zum Lande vorhanden, keine Liebe, die es pflegt unb verschönt unb gestaltet. Unb so großartig die Weite biefes Landes ist, es ist eben bloß und unglücklich gewor­den seit langer Zeit, unb könnte doch so schön unb so fruchtbar fein. Unb was ein Winter in einem Lanb ohne Wald bedeutet, das haben wir auch erlebt.

O schöner Wald daheim im lieben Deutschland! Wie ein Schutzwall stehst du im Winter um die Dörfer und wehrst den ©türmen, baß sie sich nicht ungehinbert über unendliche Flächen austoben. Wie

einzig schön ist dein märchenhaftes, glitzerndes Schnee- kleid. Welch wundersame Zeit ist es, wenn der Früh­ling über die Berge kommt unb durch deine ver­borgensten Winkel geht. Wie leuchten deine Wipfel grüngolden aus, wenn die sinkende Sonne dich noch­mal überstrahlt. Wer liebt nicht deine einsamen Wege, die stillen, sriebsamen Walbwiesen, die klaren, versonnenen Weiher, in denen sich die stolzen Fichten spiegeln. O geheimnisvoller, trauter Heimatwald mit deinen fröhlich glucksenden Bächlein und deinen düsteren, sagenumsponnenen Felstznhügeln.

Gewiß hat mir der Wald, ber tun die Höhen des Fichtelgebirges rauscht, Wiegenlieder gesungen und raunte in dsn Träumen meiner Kindheit. Und wenn heute die Gedanken heimwärts wandern, bann weht mir bas heimatliche Rauschen ber Wälber im Herzen Deutschlands zu. Doch ich denke, so wird es den meisten ergehen. Deutschland ist ohne seinen Wald nicht denkbar. Und ber deutsche Mensch wird wohl nie bas Gefühl bes Daheimseins haben, wenn ihm ber Wald fehlt, ber seine schönsten Träume und die Märchen der Jugend hütet.

Darum ist bas eine so wichtige Tat, wenn in den Ostgebieten Wurzelboden für Wälder ber Zukunft bereitet wird. Waldbau unb Waldpslege ist immer Arbeit für die Zukunft, nutzt immer erst kommenden Generationen. Auch ber Wald, der da im Osten langsam wack>sen wird, wird ein Stück oon^em star­ken Wall blutvollen deutschen Lebens werden, ber dies Neuland der Kultur im Osten für immer ab- schftmt. Deutscher Wald wird deutsches Heimatland schaffen helfen, da, wo wir Soldaten bes Führers heute auf ben ©puren ber alten Ostlanbfahrer ben Ansturm ber Bol chewisten gegen Europa brechen.

So weit Deut chland reicht, so weit reicht auch sein Wald. Wo deutsche Bauern pflügen, da hütet auch ber Wald bas Lanb, wo deutsches Leben blüht, ba grünen auch fröhlich die Wälder und bergen die Lieber unb Sagen.

Durch bie Wälder der Heimat geht der Sang von der Schönheit des Vaterlandes, geht das Raunen von der stolzen Geschichte unseres Volkes, geht bas Klin­gen ber tatenfrohen Gegenwart. Achtet sie, bie ehr- roürbigen Wälber, wie sie bie Ahnen geachtet haben, vernehmt im Rauschen der deutschen 'Wälder die Stimme Gottes, ber Land unb Waffen segnet unb dem Reich den Einiger gabt