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Aus dem Reich
Besitzes
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in Prag, in dessen Kupferstichen der ganze
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Tuch „Das Jahr 1938" festgehalten.
Meine politische Nachrichten.
| Reichspressecbef Dr. Dietrich hat seinen Stabsleiter htlmut Sünd ermann zu seinem Stellvertreter
jjtlmut S
zu seinem
(Nachdruck verboten.)
N. Fortsetzung.
ausweise für berufstätige Frauen in Gießen, Klein- Linden und Wieseck einführen. Näheres über die Voraüssetzungen zur Erlangung eines solchen Aus-
denn je Scholle.
in feiner Eigenschaft als Pressechef der Reichsregie- nmg bestimmt.
in Indien ’ommiK' wegen lommenen issen enl- ktisch dem
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Briefe in Bareiros Hand
Roman von Anna Elisahet Weirauch
Rechte durch Earl Duncker Verlag, Berlin W 35.
würdig zeigen.
Unser tägliches Brot wächst heute mehr fast ausschließlich yuf der deutschen
seiner 58frenü- is deuW 4 verschik' if dichi^^ rne Frank' L> SchuL t und Sic*
ckgesühn daß Enger Mr en müsse, ässe. Der- die sonst ssteiheits- 1er Inder
Auf dem Dichtertreffen in Karlsbad verkündete Gauleiter Henlein die Schaffung eines Schrift- tii m s p r-ei s e s des Sudetenlandes in Höhe von 10 OOO RM« der alle zwei Jahre an junge Autoren vergeben werden soll. Ein Preisgericht- dem unter dem Vorsitz des Gauleiters die Dichter Kolbenheyer, Mttstock, Hohlbaum, Brehm, ferner Universitäts- Professor Dr. Cysarz, Gäuhauptmcmn Dr. Kreißl, Au pro pagand al ei ter Höller und-Dr. Kurt Ober» torffer angehören, wird über den Preisträger ent- sihsrden. In diesem Jahr hat Gauleiter Henlein den Preis Bruno Brehm zur Wsiterverg^iung zur Äcrfügung gestellt. Dieser erkannte ihn dem jungen, <115 Tiro-l stammenden Dichter Franz Tumler
Bekenntnis zur Rechtswissenschaft.
In der Universität Heidelberg sprach Reichsmini- hr Generalgouverneur Dr. Frank, Präsident der putschen Akademie des Rechts, über das Thema: „Der Reichsgedanke und die europäische Neuord- og." Dr. Frank verbreitete sich auch über die Not- Amdigkeit einer straffen Rechtsordnung. Es fei ein jrtum, anzunehmen, daß die Rechtsordnung und $ Rechtsausübung nicht vereinbar seien mit einer oitoritären Staatsführung. Auch der neue Staat urb gerade er brauche eine Rechtsordnung und brauche Juristen. Dr. Frank richtete deshalb tu die geistige deutsche Jugend den Appell, sich zur Rechtswissenschaft zu bekennen und das
‘ Eine dunkle Wolke zuckt über Albrechts Stirn. Über er zwingt sich zu einem ruhigen und gleich-
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Diese Scholle gibt es uns nur, wenn wir sie mit^ Fleiß und Schweiß bearbeiten. Das tun für uns Städter der Bauer und die Bäuerin. Wir in der Stadt haben lange Zeit kaum gewußt, wieviel Arbeit, wieviel Mühe und Sorge dazu gehört, um ein Brot auf den Tisch legen zu können. Jetzt wissen es wohl die meisten Städter. Wir verstehen heute auch, weshalb der Bauer oft böse auf den Städter war, der rücksichtslos durch die Wiesen oder gar durchs die Getreidefelder streifte, ohne darauf zu achten, was er dabei an „täglichem Brot" vernichtete. Und >vie oft hat gerade die städtische Hausfrau auf dem Markt nach der ausländischen Ware gegriffen und die des deutschen Bauern mißachtet. Heute wünscht vielleicht mancher von diesen Gedanken- und Rücksichtslosen, daß er dieses lebenswichtige Gut, das er einst zertrat, ausriß und wegwarf, das er mißachtete, besäße. Wieviel Schnitten Brot, wieviel Liter Milch, wieviel Brotaufstrich, wieviel Obst hätte dadurch der Allgemeinheit erhalten oder mehr angebaut werden können.
Heute wissen Tausende und aber Tausende deutscher Menschen jedes Grashälmchen, das am Wege wächst, zu schätzen für das oder die Kaninchen, das' man sich jetzt zugelegt hat. Es wird mancher Fehlerfolg dabei erzielt, auf jeden Fall aber ist die dem Landleben und der Landarbeit entwöhnte städtische Bevölkerung jetzt während des Krieges daran erinnert worden, welche Bedeutung, welche kriegsentscheidende Bedeutung Bauernarbeit und Bauernfleiß für die Nation hat. Wir haben das Wort vom
weises ist aus der heutigen Bekanntmachung Deutschen. Arbeitsfront' ersichtlich.
Gras- und Getreidehalme gehören nicht in den Mund^
täglichen 'S rot in feinem ganzen Umfang und nem ethischen Sinn wieder verstehen gelernt.
Sinkaufsausweise für berufstätige Fronen.
glaubens. ie. An »
Aus der Stadt Gieße«.
Unser tägliches Brot.
Das Wort vorn täglichen Brot ist uns schon von der Schule her geläufig. Wir haben es hingenommen wie so manches andere durch die Schule des Lebens geprägte Wort, ohne uns viel dabei zu denken. Das tägliche Brot in jeglicher Gestalt erschien uns damals und wohl auch bis vor dem Kriege als eine selbstverständliche Angelegenheit. Der Krieg hat uns bann über das Kartensystem darüber aufgeklärt, daß etwas Selbstverständliches auch eine systematische Ordnung haben muß. Mehr noch, wir haben gelernt, mit dem Selbstverständlichen haushälterisch umzugehen. Eine Schnitte Brot ist uns heute eine liebe und teure Gabe geworden, die wir uns redlich verdienen müssen. Sie wird uns
nun nicht mehr zu ändern. Das muß der mit sich ausmachen, der ihn niedergeknallt hat. Oder Sie müssen es mit ihm ausmachen."
„Und Sie haben nicht den geringsten Verdacht, wer das gewesen sein könnte?"
„Wie käme ich denn dazu? Ich weiß nichts von diesem — dieser sonderbaren Existenz. Sie werden besser wissen, in welchen Kreisen er verkehrt hat! Wahrscheinlich mit seinesgleichen — mit Erpressern, Gaunern, Schwindlern, Tagedieben — da werden Sie auch wohl den Täter finden!"
;,Wir werden ihn jedenfalls finden", sagt Lürsen mit steifer .Zurückhaltung und erhebt sich. „Wo? Das ist unsere Sache. Ja — noch eins: Wollen Sie mir den Wert der Kette nennen?"
„Welcher Kette?"
„Die Frau Sierinck bei Herrn Bareiro zurück- gelassen hat."
Einen Herzschlag lang schließt Albrecht Sierinck die Augen, als ob ihm schwindlig würde. In seinem Hirn ist ein unangenehmes Schwanken und Kreisen, als ob er auf einem Schift bei hohem Seegang wäre — die Kette — Irmelas Kette bei Bareiro — und Katta Serena — und Gerd —
Er reißt sich sehr schnell wieder zusammen. „Darüber kann Ihnen der Juwelier Grotjahn die beste Auskunft geben", sagt er kühl. „Ich weiß schließlich nur den Preis, und auch den müßte ich noch ein- sehen, er kann Ihnen genau den Wert des Materials, der Steine und so weiter sagen, wenn Sie das interessiert."
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Der Führer hat dem Reichskommissar für die besetzten Niederlande, Reichsminister Dr.Seyß- Qnquart, zu seinem 50. Geburtstag in einem persönlichen Handschreiben seine herzlichen Glückwünsche übermittelt und ihm sein Bild mit Widmung überreichen lassen.
. *
In Anwesenheit des Tenno fand auf einem Truppenübungsplatz nördlich von Tokio ein große? Manöver japanischer Fallschirmtruppen statt.
Kunst und Wissenschaft.
Der Sudelengau ehrt Bruno Brehm.
Am Vorabend des deutschen Dichtertreffens Karlsbad, dessen äußerer Anlaß der 50.
nur dann zur Verfügung stehen, wenn wir uns ihres Wertes bewußt sind und uns ihres ~
NSG. Bei Kindern. und Erwachsenen beobachtet man häufig eine üble Gewohnheit. Bei Ausflügen und Spaziergängen rupfen sie gedankenlos Aehren ab und nehmen sie jn den Mund oder kauen Grashalme wegen des angeblich erfrischenden Geschmacks. Diese sommerliche Unsitte birgt die große Gefahr einer häufig schweren, ja tödlich verlaufenden Krankheit durch den Strahlenpilz in sich, der, mit bloßem Auge nicht sichtbar, an jedem Halm fitzen kann. Die Erkrankung äußert sich meist in harten Schwellungen des Unter- und Oberkiefers, über welchem sich die Gesichtshaut blaurot färbt. Nach einiger Zeit bilden sich Eiterfisteln. Wird die Erkrankung sofort erkannt und der Arzt umgehend zu Rate gezogen, so besteht die Möglichkeit der Heilung,, andernfalls kann sich trotz zahlreicher späterer Operationen der Pilz durch die Blutbahn und die Lymphe immer mehr im Körper ausbreiten, so daß ärztliche Maßnahmen mitunter ganz aussichtslos find. Darum die ernste Mahnung an Kinder und Erwachsene: Gras- und Getreidehalme gehören nicht in den Mund!
Verdunkelungszeit
23. Juli von 22.29 bis 4.58-*Uhr.
> 51.
Don Katta Serena aus fährt Bauer direkt zu Dettev Nehl. Zum mindesten stößt er da nicht auf einen so eisigen Widerstand. Als er Nach der üblichen Einleitung die Frage stellt: „Wo waren Sie am Donnerstag?" lacht ihm Nehl.ins Gesicht: „Aus Abwegen!" sagt er schmunzelnd. „Wer ich hätte wahrhaftig nicht gedacht, daß ich der Polizei darüber Auskunft geben müßte."
Darauf sollte man eigentlich immer gefaßt fein!" sagt Bauer tiefsinnig. „Diese ,Abwege' haben Sie jedenfalls nach dem Hotel Baltic geführt. Sie haben mit Ihrem Wagen in der Nähe gewartet — eine ganze Welle — sind dann in der Halle gewesen — haben Sie auch einen Gast des Hotels auf feinem Z''mmcr aufgesucht?"
Die Kreiswaltung Wetterau der Deutschen beitsftont wird in den nächsten Tagen Einkaufs-
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wrtstag des sudetendeutschen Dichters Bruno Ar e h m ist, ehrte der Reichsgau Sudetenland den Ächter im Stadttheater Eger. Gauleiter Hen - Irin entwarf ein eindrucksvolles Bild des mit feiner Heimat innia verbundenen Dichters. Als Zeichen freundschaftlicher Verbundenheit hat Gauleiter hmlein eine Plakette in Auftrag gegeben, eine Arbeit des sudetendeutschen Künstlers Arnold Hurtig. Als zweite Gabe erhielt - Bruno Brehm ein Aach. Dichter aller Gaue, die zum großen Teil heute ab Soldaten an allen Fronten stehen, haben in diesen Buch des Dankes Bruno Brehm ihren Gruß entboten. Konrad Henlein überreichte dem Dichter Mießlich noch ein persönliches Geschenk, das 1743 Druckte Werk Ramhofskys über den Einzug Maria
tätigen Ton:
„War das am Donnerstag? Ja, das kann fein."' „Und wo sind Sie von hier aus hingegangen?" „Entschuldigen Sie mal!" Er ist im Begriff aus- Kiscchren, aber er Jängt sich ein und lacht. „Wo ich Angegangen bin? Nirgends. Spazieren. Es war wundervolles Wetter, wenn Sie sich dessen viel-
’u. Im Herbst 1938 weilte er zusammen mit Bruno Nehm beim Sudetendeutschen Freikorps. Die be- wgenden Ereignisse hat Tumler m einem kleinen
ftistische Studium zu ergreifen. Die deutsche Aechtsauffassung müsse, und werde nach dem deutschen Sieg auch in die Welt, insbesondere in grnzen europäischen Kontinent hinausstrahlen.
Zutschen Offiziere gewandt, erklärte Marschall An- nescu: „Zu uns kommen auch tapfere deutsche rfixiere als Ritter des Ordens, die sich Ruhm und iferen Dank erworben haben, indem sie für ihr illtsches Vaterland, für uns und für Europa knipsten. Sie werden nirgends mehr und besser , 3 hier an der Gruft dessen, der als deutschet Prinz < boren wurde und als rumänischer König gestor- r^n ist, die deutsch-rumänische Einigkeit in der Bin- xrrg des Blutes unseres Kampfes von heute ver-
flt-l $uber des barocken Prag liegt, jener Stadt, die Sabotagt 1 in Brehms Leben und Werken eine große Rolle EM i ‘ spielt.
1 Der Sudetendeutsche Schrifttumspreis
e für Fran; Tumler.
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«icht noch erinnern."
«„Möglich. Sie sind also spazierengegangen. Haben Eie sich vielleicht mit Ihrer Gattin getroffen?"
»Leider nein. Wir haben uns gegenseitig ange- tufen, aber uns nicht erreichen können."
' „Unb Ihre Frau hat sich dann ohne Ihre Bereitung in das Hotel Battic begeben, um von Herrn Bareiro Briefe oder ein'Schmuckstück zurück- Jjforbern. Davon waren Sie unterrichtet?"
»Ja, natürlich!" sagt Albrecht mit ritterlichem pjhmut, der im Augenblick ganz fehl am Platz ist.
bin von allem unterrichtet, was meine Frau o^eht."
. „Lind Sie da nicht auf den Gedanken gekommen, i r diesen Gang abzunehmen? Oder sie zu untersetzen? Es läge auf der Hand."
, »3a. Vielleicht. Aber ich wollte eine Auseinander- feing mit diesem Herrn lieber vermeiden. Ich bin lch: jähzornig, es hatte ihm unter Umständen nicht 8Ü bekommen können."
„Es ist ihm nicht gut bekommen, wie Sie das oukdrücken!"
„Ach so, ja — das hatte ich schon wieder ver- Men. Nun, er hat seine wohlverdiente Strafe, yrtft hätte ich ihn wahrscheinlich den Gerichten übergeben."
„Das wäre jedenfalls gescheiter gewesen." „Gescheiter als was?"
\ „Als ihn niederzuknallen!"
I |-;a!" Sierinck hebt kurz .die Allein. „Das ist
Hütet die Kinder vor Gefahren.
Arbeitsüberlastung ist keine Entschuldigung für Vernachlässigung.
Immer wieder kann man von Unglücksfällen lesen, von denen gerade unsere kleinsten Kinder infolge Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit der Mütter betroffen wurden. Diese Berichte wissen meistens von Verbrühungen durch kochend heißes Wasser, von Stubenbränden, hervorgerufen durch unachtsam liegengelassene Streichhölzer, oder von Vergiftungen durch mangelnde Sicherung der Gashähne ober -schlauche zu erzählen. Als einzige Entschuldigung für die Mütter hat man in solchen Fällen oftmals den Hinweis auf ihre zu starke Arbeitsüberlastung. Und gerade in der heutigen Zeit find viele leicht geneigt, eine solche Entschuldigung als hinreichend gelten zu lassen.
Jedoch unsere Kinder find der kostbarste Schatz der Familie und des Staates, so daß es die erste Pflicht der Mütter fein müßte, stets für die unbedingte Sicherheit der Kinder bemüht zu fein. Keine noch fo große Arbeitsüberlastung darf jemals zu einer Vernachlässigung in der Beaufsichtigung ober zur Unterlassung von notwendigen VorsichtsMätz- nahmen führen.
Die meisten Unfälle der Kinder ereignen sich im .Straßenverkehr der Städte. Wieviel, Aufregung, Kummer oder Leid könnte vermieden werden, wenn schon den kleinsten Kindern die Regeln des Straßenverkehrs auf Spaziergängen ober auf den Wegen beim Einkäufen so beigebracht werden, daß sie die selbstverständliche Vorsicht walten lassen, ohne jedoch überängstlich zu fein, wenn sie einmal allein über den Fahrdamm gehen müssen.,
Im allgemeinen sind ja die Kinder der schaffenden Mütter tagsüber in Kindergärten sicher untergebracht, doch wird es immer einmal vorkommen, daß man die Kleinen für einige Zeit allein in der Wohnung lassen muß. In solchen Fällen gilt es, vor dem Verlassen der Wohnung alle Gefahrenquellen sorg- fältig auszuschalten. Flaschest mit ätzenden Säuren, Töpfe mit heißem Wasser, Streichhölzer ober spitze unb scharfe Gegenstände dürfen niemals an von Kinbern erreichbaren Orten aufbewahrt werden. Auf die Sicherung der Gashähne unb elektrischen Apparate, auf den Verschluß von Oefen mit offenem Feuer ist besonders streng zu achten. Eine weitere Gefahr bedeutet die kochend heiße Wasclsiauge an Waschtagen, in die gerade die Kleinsten allzu leicht hineinfallen unb sich schwere Verbrühungen zuziehen.
Unsere Jüngsten kennen im allgemeinen die Gefahren noch nicht, denen sie sich aussetzen, wenn sie nach solchen verhängnisvollen Gegenständen greifen, wie es z. B. eine Schere ober Streichhölzer in Kin- deshand barstellen. Die Verantwortung für ein schweres Unglück, das hieraus entstehen kann, trägt allein die Mutter, bie durch mangelnde Aufsicht ober Fahrlässigkeit dem drohenden Unheil Vorschub leistet. Von dieser Verantwortung spricht sie auch der Umstand noch so großer Arbeitsbelastung nicht frei.
Es ist immer besser, sich einmal mit der Arbeit etwas zu versäumen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zum Wohle der Kinder zu treffen, als sich hinterher ein ganzes Leben lang vergebliche Vorwürfe machen zu müssen. P- St.
Vernünftige Lebensführung.
Der Reichsgesundheitsführer Dr? Conti hat an- geordnet: „Zahlreiche Beobachtungen unb Meldungen beweisen, daß viele Kranke zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit unb Leistungsfähigkeit einerseits auf ärztlichen Antraa Lebensmittelzulagen erhalten, andererseits aber nicht gewillt find, das ihrige zur Gesundung- durch ihre eigene L e b e n s f ü h run g beantragen. Hierzu gehört ^bei bestimmten Krankheiten der Verzicht aufdas gewohnte Rauchen. Gewisse Krank- heitszuftände werden zweifellos durch Rauchen verursacht, verschlechtert, ober Hs wirb zum minbesten die Heilung durch Rauchen verzögert. In solchen Fällen bedeutet die Gewährung von Lebensmiftel- zulagen eine Vergeudung zu Lasten des ganzen deutschen Volkes.-Anaefichts der Versorgungslage ist dies nicht nur unbillig, sondern weiterhin untragbar; es rft aber auch für derartige Kranke selbst höchst untunlich. Was nützen zum Beispiel alle Heilmaßnahmen einschließlich hoher Lebensmittelzu- lagsn, wenn ein Kranker, dessen unsinniges Rauchen zu einer Gangräne seines Unterschenkels geführt hat, bas Rauchen nicht einstellt? Wie soll ein Magengeschwür bei einem Raucher heilen,, wenn er weiterhin raucht, obschon höchstwahrscheinlich ist, daß übermäßiges Rauchen die Entstehung des Magengeschwürs gefördert hat, unb obgleich es nach allen ärztlichen Erfahrungen sicher ist, daß Rauchen die Heilung verzögert? Ich fordere daher alle Aerzte auf, diesen Dingen größte Aufmerksamkeit zu widmen. Es gehört zu den ärztlichen Pflichten, die Kranken gegebenenfalls auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, unb es gehört zu den ärztlichen Rechten, einem Kranken die Lebensmittelzulagen zu versagen, wenn er die vom Arzt als nötig erachteten unterstützenden Heilmaßnahmen nicht durchführt. Das gilt im allgemeinen, insbesondere aber auch für das Pauchen."
Der rote Fingerhut.
Ein unersehliches Herzmittel. —
NSG. Der Gausachbearbeiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde unb Heilpflanzenbeschaffung e. V., Gauabteilung Hessen-Nassau, teilt mit:
Diese bekannte Pflanze mit ihren lebhaft purpurfarbenen röhrig-glockigen Blumenkronen, bie in einzelnen Kreisen unseres Gaues auf Kahlschlägen unb in lichten Wäldern teilweise noch in großen Beständen anzutreffen ist, ist eine der wenigen Drogen, die ob ihrer Bedeutung für bie Behandlung von Herzerkrankungen nicht nur in unserem Daterlande in größten Mengen gebraucht wird, sonbern früher auch in ansehnlichen Mengen ausgeführt wurde. Man sammelt bie grünen Blätter von der blühen- ben Pflanze tirit ben Stielen. Die beste Tageszeit
für die Sammlung ist der Nachmittag sonniger Tage, da zu diesem Zeitpunkt der Gehalt an herzwirksamen Stoffen besonders gilt ift Die Trocknung geschieht am besten auf schattigen, luftigen Dachböden. Eine rasche evtl, künstliche Trocknung bei Temperaturen bis 65 Grad ist besonders günstig. Die Pflanze ist giftig. Bei der Sammlung ift daher besondere Reinlichkeit erforderlich. Bei Trocknung vermeide man streng die Vermischung mit anderen ungiftigen Pflanzenteilen (getrennt, halten). Auch beim Versand bringe man bie Aufschrift „Vorsicht! Gift!" an. Er soll bis spätestens Ende Oktober beendet fein.
Der Purpurfingerhut gehört wegen seiner starken Wirksamkeit ausschließlich in die Hand des Arztes.
Bestellung von Güterwagen.
Wer jetzt bei der Reichsbahn mehr Wagen anfordert, als er bei bester Ausnutzung des Wagenraums wirklich braucht,, nur um bei teilweiser Deckung des Bedarfs doch die gewünfchte Anzahl Wagen zur Verfügung zu haben, handelt verantwortungslos der Allgemeinheit gegenüber. Auf diese Weise verschafft sich der gewissenlose Derkehrstrei- benbe Vorteile gegenüber dem verantwortungsbewußten Verfrachter. Die Deutsche Reichsbahn kennt in den meisten Fällen die Lademöglichkeiten ihrer Kunden unb wird daher, gegen fo grobe Verstöße wie unberechtigte Ueberbeftellung von Wagen vorgehen. Sagt das allen, bie es angeht, denn: Räder müssen rollen für den Sieg!
Volkstag des Wassersports.
Am kommenden Sonntag, 26. Juli, ftndet, wie im ganzen Reich, auch in Gießen ein Bottstag des Rudersportes statt, der um 14.30 Uhr auf der altbekannten Regattastrecke auf der Lahn beginnt. Die Veranstaltung findet zugleich im Rahmen des diesjährigen Kreis-Turn- unb -Sporttages des Kreises 23 Wetterau-Norb statt, der damit eröffnet wirb und feine Fortsetzung am Sonntag, 2. unb 9. August, durch die Veranstaltungen der anderen Fachämter findet.
Es ist keine Groß-Regatta, wie wir sie von früheren Jahren her in Gießen gewohnt sind, denn durch den Wegfall des sonst so umfangreichen Bootstransportes auf der Bahn bleibt die Anzahl der Boote unb damit auch der 'startenden Vereine auf die beiden ortsansässigen, den Gießener Ruberclub „Hassia" und die Gießener Rudergesellschaft 1877, beschränkt.
Es sind acht Rennen ausgeschrieben, von denen sieben Zustandekommen. Es messen sich die Anfän^ aer-Mannschaften im offenen Gig-Vierer unb die fortgeschritteneren HI.-Vierer im Renngig, die Frauen im Riemen-Zweier unb Memen-Dierer, letzteres als Schlagzahlrennen. Die Rennen der Ak- ttven (Riemen-iZweier, Kriegs-Vierer und Achter)
„Sagen Sie mal, lassen Sie mich beschatten? Wodurch hohe iÄ mir denn diese Ehre zutzezogen?"
„So etwas erfährt man rein zufällig — auch ohne Beobachtung. Aber ich mochte nun gern noch von Ihnen wissen, wen ober was Sie da gesucht haben?!"
„Ich habe ein Rendezvous gehabt, aber man hat mich versetz^."
;,<5ie haben auf eine Dame gewartet — war diese Dame vielleicht Frau Sierinck?" Ein kurzes, scharfes Ausblicken.
„Frau Sierinck? Nö — komisch! Natürlich — bas war Frau Sierinck!"
„Auf die Sie gewartet haben?"
„Nein, gewartet habe ich auf jemand anders — aber ich bin Frau Sierinck ein Stück nachgefahren, wenn Sie das meinen — sie kam aus dem Hotel ich bin ihr nachgejagt, weil ich dachte, das wäre mein erwartetes Rendezvous — unb als ich sie mir genauer besah, ba kam sie mir wohl bekannt vor — aber ich wußte nicht, wo ich sie hintun sollte — jetzt, wo Sie den Namen nennen, fällt es mir ein; es war Frau Albrecht Sierinck."
„Unb was hatten Sie von ihr für einen Eindruck? War sie in Eile? War sie erregt?"
„Eilig? Kann fein. Sie ging sehr schnell. Sehr vergnügt sah sie nicht aus. Ich dachte noch so bei mir: Leute, die. soviel Gelb haben, konnten eigentlich mit einem strahlenden Gesicht in die Wett sehen. Ich täte es sicher in dem Falle. Mer man soll nie jemand beneiden, unb am wenigsten um sein Gelb. Reiche Leute haben auch ihre Sorgen."
.,O ja, dos kann man wohl sagen. Sie warteten also wahrscheinlich auf Fräulein Serena."
Detlev Nehl stutzte. „Eben nicht", knurrt er bann mit einem halben Lachen: „Wenn Sie schon so gut über mich Bescheib wissen, dann könnest Sie auch wissen, daß ich das nicht als Abwege bezeichnen würde. Ich wartete auf eine Dame, von der ich nichts weiter weiß, als baß sie Concha heißt und im Hotel Baltic abgestiegen ist. Wenn sie mich nicht beschwindelt hat, heißt das — was man ja nie wissen kann."
„Hm — so — Sie rechneten also nicht mit der Möglichkeit, Fräulein Serena ba zu treffen?"
War sie denn da?" fragt Dettev hastig, unb das > 'Z't'.if schießt ihm heiß in den Kopf.
„Das möchten wir gerne von Ihnen wissen."
„Ich kann's Ihnen aber nicht sagen. Wie kommen Sie denn auf den Gedanken, daß Katta — daß Fräulein Serena —"
„Sind Sie nie auf den Gedanken gekommen? Sie haben Drohungen gegen den Kaufmann Ba- reiro ausgestoßen — dazu müssen Sie doch eine Veranlassung gehabt haben."
„Bareiro? Kenne ich nicht. Habe ich nie gehört. Und den soll ich bedroht haben? Ist der Kerl verrückt, so etwas zu sagen?"
„Nicht in feiner Gegenwart. Er hat es auch nicht gesagt."
„Nicht? Ich dachte schon, Sie kämen deshalb, weil ich irgendeinen Fatzke beleidigt haben soll. Ich gebe zu, das kann mir passieren. Aber einen Bareiro kenne ich nicht."
„Besinnen Sie sich einmal, ob Sie ihn nicht doch vielleicht kennen!"
„Bareiro? Bareiro? Warten Sie mal." Detlev macht die Augen schmal. „Den Namen habe ich irgendwo gehört — aber wo bloß? Ist bas ein Großer, Schlanker, dunkel mit grauen Schläfen?"
„Das kann wohl sein."
„Dann ist das der — ja, jetzt weiß ich — von dem kleinen Hoffttebe habe ich den Namen gehört, der hat einen Haufen Gelb an ihn verloren, oder von ihm gewonnen, das weiß ich nicht mehr — nö, aber hören Sie mal, mit dem habe ich nie was persönlich zu tun gehabt — bloß mal von weitem gesehen."
„Frau Sierinck ist eine geborene Hoftstede, nicht wahr?"
„Ja, ja, ganz richtig? Gerb ist ihr Bruder."
„Unb der hat mit Herrn Bareiro gespielt? Vielleicht Spielschulden bei ihm gehabt?"
„Das weiß ich nicht. SchuLen? Glaube ich nicht. Trau ich dem Jungen nicht zu. Ein anftänbiqer, kleiner Kerl."
52.
Es ift das zweite Mal, daß Bauer den Namen Gerhard Hoffttebe hort. Man wirb sich auch diesen „anständigen^, kleinen Kerl" einmal vornehmen müssen. Es wäre immerhin möglich, daß —
Fürs erste ist es nicht möglich, von ihm zu erfahren, wo er den Donnerstagnachmittag verbracht hat«
t Fortsetzung folgt.)


