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bereit, für feine Ueberzeugung zu kämpfen und Opfer zu bringen. Er veranstaltete zwar bis zu­letzt sogar Massendemonstrationen für den Frieden, seine kaum faßbare Kritiklosigkeit aber ließ ihn trotzdem auf die ungeheuerliche Angstpropaganda hereinsallen, die aus einem offenbaren Angriffs­kriege einen Krieg zur Verteidigung der amerika­nischen Heimat und zurErhaltung der mensch­lichen Kultur" machte.

Was will denn Roosevelt mit diesem Kriege? Was könnten die Vereinigten Staaten, das reichste und durch seine geopolitische Lage gesichertste Land der Welt, das ein Vielfaches seiner-heutigen Be­völkerung ernähren könnte, mit einem Siege ge­winnen? Die Antwort aus diese Frage geben die Wucherzinsen, die England schon bis jetzt für die amerikanische Hilfe hat zahlen müssen. Für längst verallete Zerstörer machtpolitisch wertvollste über­seeische Stützpunkte, für den Kriegseintritt der USA. sogar ihre stillschweigende Anerkennung als Schutzmacht Kanadas und Australiens. Ja, auch vor Indien macht Roosevelts krankhafter Ehrgeiz nicht Halt. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich ein Bild von den Forderungen zu machen, die Roose­velt, wenn sein Traum von der siegreichen Ent­scheidung dieses Krieges durch ihn als Schieds­richter und Herrn der Welt in Erfüllung ginge, an das dann erschöpfte und von Amerika abhängige England stellen würde. Ein Roosevelt als Frie­densdiktator würde die Auflösung des britischen Empire bedeuten. Ein Wilson erstrebte im ersten Weltkriege nur die Gleichberechtigung mit England, vor allem zur See. Sein gelehriger Schüler Roose- oelb will mehr, er will das Empire beerben und Amerikas Weltherrschaft begründen.

Die Aussichten für die Verwirklichung dieser Sie­gesträume sind freilich heute, wo die Kriegsflotte der Vereinigten Staaten nicht einmal imstande ist, die eigenen Küsten gegen Deutschlands und Italiens U-Boot-Angriffe zu schützen, wo ihre Kriegs- und Handetsschisfe zu Hunderten auf den Grund des Meeres sinken, geringer als je. Auch das geradezu phantastische Flottenneubauprogramm Roosevelts von 1940, das u. a. 7 Schlachtschiffe, 8 Flugzeug­

träger, 27 Kreuzer und 115 Zerstörer binnen fünf Jahren vorsah, ebenso seine Behauptung, Amerika könne binnen kurzem eine Milliarde Tonnen Schiffsraum bauen, sind zwar schöne Wechsel auf die Zukunft, erscheinen aber angesichts der wirk­lichen Lage der amerikanischen Schiffsbauindustrie wenig glaubhaft. Gewiß wird es Roosevelt gelin­gen, die amerikanische Schiffsbau-, wie überhaupt die gesamte Rüstungsindustrie durch schärfere Zu­sammenfassung auf kriegswichtige Aufgaben zu wesentlich höheren Leistungen als bisher zu be­fähigen. Es darf aber nicht vergessen werden, daß bisher 85 v. H. aller in den Vereinigten Staaten nicht vorhandenen Rüstungsrohstoffe aus den ost asiatischen Gebieten bzw. Riederlän- disch-Jndien stammten, also aus Ländern, die heute Amerika verschlossen sind, darunter Kautschuk, Zinn, Chrom, Wolfram, um nur einige zu nennen. Dazu kommt speziell in der Schiffsbauindustrie ein Mangel an tüchtigen Facharbeitern, der ein rapides Anschwellen der Leistungsfähigkeit der amerikanischen Werften kaum wahrscheinlich macht. Aber selbst wenn das der Fall jein sollte, so wird der Ersatz bzw. die Wiederherstellung der versenkten oder beschädigten amerikanischen und britischen Kriegs- und Handelsschiffe die Wersten der Vereinigten Staaten so überreichlich beschäfti­gen, daß an ihr verstärktes Auftreten im Seekrieg oder an eine Behebung der britisch-amerikanischen Schiffsraumnot in absehbarer Zeit nicht zu denken ist. Das aber ist der springende Punkt in der Ge­samtkriegführung der verbündeten Feindmächte ein­schließlich der Sowjetunion.

Es stehen also dem Rooseveltschen Zahlenrausch sehr erhebliche Hemmungen entgegen. Aber auch ganß abgesehen von der nüchternen Betrachtung der tatsächliches Rüstungsmöglichkeiten der Vereinigten Staaten nicht das tote Material, nicht die Macht des Dollars gewinnen die Schlachten und erringen den Endsieg, sondern nur die überlegene Führung' und der kämpferische Idealismus heroischer Völker. Don solcher'Führung und solchem Kampfgeist war in der bisherigen Kriegführung der Vereinigten Staaten ober auch nicht ein Hauch zu spüren.

Sumatras Bedeutung für Ostafien.

Tokio, 22.Juli. (Europapreß.) Eine besondere Bedeutung im ostasiatischen Großraum kommt der Insel Sumatra zu. Sumatra liegt wie eine schützende Hand vor dem neuen Zentrum des Südens, Scho­tt a n t o (Singapur), und wird für die militärische Deckung des Großraums eine wichtige Rolle spielen. Die Tatsache, daß Sumatra gegenüber Java noch sehr viel mehr in der Entwicklung zurück ist,- und daß angesichts der dünneren Besiedlung der Insel sich ein System von Großplantagen entwickelte, bie­tet dem japanischen Aufbauwillen den besten An­satz. Daß Japan Sumatra aus den bisherigen Bin­dungen mit Java löste, und die Insel mit Süd- malaya in ein Verwaltungssystem stellte, zeigt, welche große Bedeutung man Sumatra beimißt.

Das bisher holländische Verwaltungssystem wird, soweit es für gpt befunden wird, beibehalten wer­

den-. Die ererbten Rechte der eingeborenen Fürsten sollen einstweilen voll anerkannt werden, um sie zur vollen Zusammenarbeit mit den Japanern zu bewe­gen. Alle Maßnahmen sollen getroffen werden, um die Leitung und Entwicklung der Großplantagen zu fördern' Der wirtschaftliche Einfluß der chine­sischen Kaufmannschaft soll soweit wie möglich in den Dienst der Militärverwaltung gestellt werden. Sitten und Gewohnheiten der Bevölkerung müssen respektiert werden und die Lebenshaltung aller Ein­geborenen sichergestellt werden. Die Ostküstenpro­vinz'soll Zentrum japanischen Einflusses durch ja­panische Siedlungen werden, die Leitung der Plan­tagen und der führende wirtschaftliche Einfluß soll hier in japanische Hände übergehen, angesichts der strategischen Bedeutung der Ostküste entlang der Straße von Malakka.

Oie USA. und der Amazonas-Gummi.

Infolge der einseitigen Kultur von Kaffee, wozu erst in den letzten Jahren noch die Baumwolle ge­treten ist, ist Brasilien in große Rot geraten, denn, der überseeische Absatz dieser Erzeugnisse hörte auf. Diese Notlage hat Brasilien den Plänen der USA. gefügig gemacht, die die Naturschätze des riesigen Landes übernehmen wollen. Anfang dieses Jahres hat Washington dem Finanzminister Brasiliens einen Kredit 'von über 200 Millionen Dollars ge­geben, mit denen die Wirtschaft Brasiliens auf die Bedürfnisse der USA. abgestellt werden soll. Dor allem denkt man dabei an die Gewinnung von Kautschuk in den großen Urwaldgebieten des Amazonasbeckens. Wie erinnerlich ist, ging vor einiger Zeit die Nachricht durch die Welt, die USA. wollten ihre ganze diplomatische Macht dafür ein- sktzen, daß im Gebiet der Amazonas-Urwälder ein neuer Freistaat Amazonien geschaffen würde, der unter der politischen Führung der USA. stehen und in erster Linie aus Gebieten Brasiliens be­stechen sollte. Das war 'offenbar das Druckmittel, mit dem Brasilien für die Pläne der nordameri­kanischen Plutokraten mürbe gemacht werden sollte. Es wurde inzwischen eine Entwicklungsgesellschaft

für das Amazonas decken gegründet. Diese Gesell­schaft will die Gummigewinnung organisieren und damit die gefährliche Gummilücke im Rüstungspro­gramm der angelsächsischen Mächte schließen.

Wenn genug Geld vorhanden ist, wenn es ge­nügend farbige Arbeiter gibt, wenn die nötigen Schiffe vorhanden sind, wird sich im Lause einer längeren Zeit eine große Kautschukprodukkion gus- ziehen lassen. Damit aber ist keineswegs der au­genblicklichen Notlage zu steuern. 600 000 Ton­nen Kautschuk haben die USA. im letzten Jahr ein- geführt, der fast restlos aus Süd ostafien ge­kommen ist. Solche Massen wird aber das Ama- zonasgebiet er st nach Jahrzehnten liefern können. Das maßgebende Beispiel liefern die viel- berufenen Ford-Pflanzungen vom Rio Tapajoz, einem der vielen Nebenflüsse des Amazonas. Hier hat Ford 1927 eine große Pflanzung angelegt. Heute liefert sie nach allen Anstrengungen jährlich 20000 Tonnen Kautschuk. Man schätzt, daß durch das Sam­meln von Wildkautschuk durch Eingeborene weitere 10 000 Tonnen dazu kommen könnten. Was bedeutet dieses geringe Quantum angesichts eines mindestens zwanzigmal so hohen Bedarfs. Dieser Wildkautschuk

Oie Werbung.

Anekdote von Karl Lerbs.

Dem jungen Havemeyer, einem strebsamen, mun­teren und tüchtigen Wollkassierer, war es nicht nur gelungen, sich bei der Firma Köster & Co. in Bre­men eine Gehaltserhöhung zu erkämpfen er hatte sich auch auf dem Stiftungsfest, des 82er Ruderver­eins eine Dauerstellung im Herzen von Inez Meine- fing erobert, und zwar in hartem Endkampf, gegen eine gesellschaftlich stark überlegene Mannschaft. Nun kam es noch darauf an, den alten Meineking, Konsul von sagen wir: Nebrador, zur Strecke zu bringen. Das war eine beklemmende Ausgabe. Der alte Meineking war als ein leder- zäher und nicht nur in seiner Redeweise eifern spar­samer Mann bekannt. Leder und Eisen das war eine sogar für das sportliche Draufgängertum des jungen Havemeyer beunruhigende Zusammen­stellung.

Der Bewerber, mit der Tageseinteilung im vor­läufig noch feindlichen Lager durchaus vertraut, begab sich eines Tages während der Mittagspause auf den Startplatz und fand den alten Meineking erwartungsgemäß im großen Lagerraum bei der Überprüfung des Warenbestandes. Hager, ledern und eifern, die Schirmmütze auf dem Kopfe, wan­derte der alte Meineking durch den riesigen dämm­rigen Raum und prüfte mit kundigem Finger den Verschluß der Säcke, Kisten und Ballen. Es rock noch Staub, nach der Lagerkatze und nach taufeno in- und ausländischen Dingen, und es war sehr still.

Als der junge Havemeyer merkte, daß von seiner Anwesenheit nur ganz beiläufig Kenntnis genom­men wurde, schluckte er einmal kräftig hinunter und sagte:

,^)err Konsul, ob Sie so freundlich wären ich mein: es wäre dscha wohl so, daß ich ganz gern Ihre Tochter heiraten möchte."

Nunmehr vertiefte die Stille sich so, daß man deutlich das Raspeln der Mausezähne beim Be­nagen der Säcke vernahm. Der alte Meineking prüfte mit dem Daumen eine verdächtige Stelle im Gewebe eines Kaffeesackes. Nach einer langen und lähmenden Pause wandte er sich und sagte:

,Kommen Sie mit."

Er begab sich in fein Kontor, vertauschte die Schirmmütze mit dem Schlapphut und verließ das

Haus; der Weg ging durch die Martinistraße zur" Wachtstraße und in die Wirtschaft von Voß. Der junge Havemeyer- trottete rat- und wortlos neben­her. Drinnen steuerte der alte Meineking auf seinen Stammplatz los, ließ sich nieder und sagte:Ober, ein Bier." Der junge Havemeyer stand rat- und wortlos daneben.

Plötzlich sah der alte Meineking ihn an und fragte:

Können Sie dennne Frau ernähren, oder muß da noch was bei?"

Herr Konsul", versetzte der junge Havemeyer mit fester Stimme,das kann ich. Da muß nix bei."

Der alte Meineking wies mit einer fluchtigen Handbewegung auf den Stuhl, an dessen Lehne der junge Havemeyer Halt gefunden hatte, und sagte: Ober, zwei Bier."

Womit der W^cssür die Erörterung der nunmehr noch verbleibenden Einzelheiten frei gemacht war.

Unsere Gedachiniskunst.

Von Dr. R. Franke.

Nietzsche sagte einmal, wir modernen Viel­leser sehen längst keine Worte und Zeilen mehr, sondern nehmen aus einer Seite vier oder fünf Sätze mit einem Blick heraus und kombinieren dar­aus den Sinn der ganzen Seite. Nietzsche verriet sich dadurch alsskeptischer Gedächtniskünstler" und gab ein Beispiel, das bei weitem nicht als Muster ge­wissenhaften Studiums hingestellt werden sollte, im übrigen auch nur für die wenigsten Menschen zu- trifft. Er gehört in die Reche der berühmten Op­tiker und Akustiker, wie der Seelenforscher diese Phänomene benennt, für die es in der Geistesge- schichte immerhin eine ganze Anzahl Beispiele gibt. Sie find imstande, sich auf einen Blick ganze Sei- tn, zu deren raschestem Durchlesen man zwei bis drei Minuten braucht (man prüfe sich nur darauf) einzuprägen und sogar nach Tagen, manchmal so­gar für lange Zeiten zu behalten. Dies gilt auch für die sogenannten Rechenkünstler, deren berühmtester vielleicht der Deutsche Dr. Rückle war, der seine Aufgabe sich nur zweimal durchzulssen brauchte, um sie sich für lange Zeit <zu merken.

Man legte ihm zum Beispiel 49 Zahlen vor, die in sieben Reihen untereinander standen, und er war dann imstande, aus dem Kopfe jede gewünschte Reihe

M'chie im Kanal.

Von Kriegsberichter Hans Biallas.

PK. Auf See liegen die Dinge wesentlich anders als im Landkriege. Auf dem Wasser lassen sich keine Fronten und auch keine Stützpunkte errichten und zu Festungen ausbauen. Die See ist für alle da. Entscheidend ist nur, ob es gelingt, die eigenen Seewege frei zu halten und die des Feindes abzu- schneiden. Das Meer ist eine große Straße oder besser noch eine Ader, durch die der Verkehr pulst. Diesen Verkehr zu schützen und zu sichern, ist die Aufgabe einer Kriegsflotte.

Die Besetzung der französischen Kanalküste durch die deutsche Wehrmacht machte den K^anal zu einer solchen Lebensader für die deutsche «chiftahrt. Seit dem ersten Tage versuchen die Engländer des­halb alles, was sie können, diese Ader zu unterbin­den, die deutsche Kriegsmarine aber hat die Aus­gabe zu erfüllen, die feindlichen Versuche mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwehren. Na­türlich greift der Tommy nicht mit Schlachtschiffen oder Kreuzern an, die braucht er selbst mehr als dringend für den Schutz seiner eigenen Seewege. Auch für Unterseeboots-Operationen ist der Kanal, der gerade an seiner schmälsten Stelle viele Untie­fen aufweist, ungeeignet. Dafür aber setzt er neben feinen Flugzeugen Schnellboote, Kanonenboote und sogyr Zerstörer ein. Und er legt Mine n^ jeder Art in die Fahrstraßen, die die deutschen Schiffe zu nehmen pflegen.

Laufen drüben die Schnellboote aus, um sich in den vermutlichen Kurs eines deutschen Geleits zu legen ober auch im direkten Angriff mitten zwischen die Sicherungsfahrzeuge zu platzen, so entspinnen sich fast allnächtlich im Kanal Seeg es e chte von äußerster Erbitterung. Die deutschen See­leute wissen, daß allein die Tatsache ihrer Anwesen­heit hier genügt, den Tommyin Braß" zu brin­gen, und jeder Brite es als schweren Prestigeverlust empfindet, die deutsche Seefahrt durch den Kanal mit anzusehen, und dies nicht verhindern zu können.

Die.deutschen Soldaten aber freuen sich über jebe Gelegenheit, hier dicht vor der englischen Küste den- Briten zeigen zu können, wie deutsche Seeleute kämpfen und siegen auch wenn der Tommy, wie oft, an Zahl übermächtig ist. .

In dunklen Nächten strahlen von der feindlichen Küste her riesige Scheinwerfer weit über den Kanal. Sie tasten unermüdlich das Wasser ab, unr sich nähernde deutsche Schifte entdecken zu kön­nen. Wird die Dunkelheit der Nacht noch durch Nebel und eine dichte Wolkendecke verstärkt, so daß man auf der Brücke eines deutschen Sicherungs­fahrzeuges kaum den Nebenmann erkennen kann, dann ist die Gefahr einer unbemerkten Annäherung feindlicher Boote am größten. Es kann natürlich auch Vorkommen, daß der Gegner das deutsche Geleit überhaupt nicht findet. Aber so oder so! Unsere Sicherungsstreitkräfte tun ihre Pflicht- Kommt der Tommy nicht, um so besser. Es ist ja nicht ihre Aufgabe, den Kampf zu suchen, sondern das Geleit zu sichern. Taucht der Feind aber aus der blauschwarzen Nacht hervor, leuchten die Bug­seen seiner Schnellboote und Kanonenboote^ und funkeln die Leuchtspuren seiner Geschosse am Nacht- Himmel, bann wird das Gefecht aufgenommen, mag der Gegner so stark sein, wie er will.

Gleichgültig, ob im Hintergründe noch britische Zerstörer lauern, die Sicherungssahrzeuge wehren den Tommy ab, überschütten ihn mit einem Hagel von Geschossen, und meistens ist in einer halben Stunde der Spuk vorbei. Den Engländern ist es bisl>er trotz aller verlustreichen Anstrengungen nicht gelungen, die Seefahrt durch den Kanal zu ver­hindern. Im (Gegenteil, viele der angrerfenöen bri- tischen Boote wurden vernichtet ober so stark be­schädigt, daß Jie für lange Zeit ausfallen. Den deutschen Sicherungsstreitkräften aber gebührt Dank, die im pausenlosen Kampf mit dem Tommy treu und still ihren harten Dienst tun!__________________ j

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ist aufgehoben worben. Auch die beiden fommuni- stischen Organe dürfen wieder erscheinen. Die wegen umstürzlerischer Agitation in Haft genommenen Kommunisten werben aus den Gefängnissen ent­lassen. Damit wird nun auch Indien praktisch dem

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Stockholm, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nach schwedischen Berichten aus London wirb die eng­lische Regierung den britischen Vizekönig m Indien rücksichtslos decken, falls dieser gegen nicht will­fährige Inder vörgehen sollte. Der von Gandhi ge­plante Ungehorsamkeitsfeldzug wird als Sabotage der Kriegs anstrengungen Indiens bezeichnet. In englischen Regierungskreisen unterstreicht man, daß Roosevelt hinter diesem britischen Entschluß stünde und ihn billige. Ein imDaily Herold" er­schienener scharf gegen Gandhi gerichteter ^Artikel wird auf den Einfluß der in. der Regierung befind­lichen Mitglieder der Labour Party zurückgeführt. Churchill habe Attlee darauf hingewiesen, daß Eng­land den Selbständigkeitsbestrebunaen der Inder . gegenüber eine Einheitsfront Herstellen müsse, an der sich die Labour Party beteiligen müsse. Des- halb stellt sich, nun auch die Labour Party, die sonst so tat, als trete sie für die indischen Freiheits­wünsche ein, entschlossen der Forderung der Inder.

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list in der Güte weit schlechter als der Pflanzungs­kautschuk. Dazu fehlt es an Arbeitskräften. Vom Amazonasb ecken her ist nach dem Verlust der Ma- laya-Pflanzungen der Gumminot unserer Feinde nicht zu. steuern. Und die kleinen Mengen, die hier gewonnen werden können, müssen immer noch erst über das Meer nach den Fabriken der USA. ge­bracht werden. Hier aber lauern die U-Boote auf diese wertvollen Transporte! ' Hz. M-D.

Auch Ecuador soll Gummi liefern.

Buenos Aires, 22. Juli. (Europapreß.) Die durch den Verlust der Kautschuk-Produktionsgebiete in Ostafien entftanbene Knappheit an Gummi hat in den Vereinigten Staaten bereits zu drastischen Ein­schränkungen geführt, die jedoch nicht ausreichten, um der Industrie die notwendigen Mengen dieses wichtigen Rohstoffes sicherzustellen. Nachdem auch bi? Sammelaktionen von Altgummi und die Ver­suche zur Herstellung synthetischen Gummis keine befriebigenben Ergebnisse gezeitigt haben, sind die Vereinigten Staaten dazu übergegangen, sich durch langfristige Verträge die Gummiproduktion südame- rikanischer Staaten zu sichern. So wurde jetzt auch ein Abkommen mit Ecuador geschlossen, demzufolge die USA. während der nächsten fünf Jahre die gesamte Kautschukproduktion Ecuadors, soweit sie den eigenen Bedarf des Landes übersteigt, aufkaufen, über ähnliche Abkommen mit anderen kautschukerzeugenden Ländern Südamerikas wirb noch verhandelt.

Keinetotalitären Umtriebe* in Chile.

Buenos Aires, 20. Juli. (Europapreß.) Die Geheimpolizei und die Gendarmerie in Chile wurden von dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß gegentotalitäre Umtriebe" aufgefordert, Tausende von Anzeigen solcher Umtriebe nachzuprüfen. Beide Behörden teilten jbem Untersuchungsausschuß daraufhin mit, daß sie nach sorgfältiger Prüfung sämtlicher Anzeigen feststellen konnten, baß diese jeglicher Grundlage e n tb e b r t e n'V Die Polizei teilte mit, daß ihr von sogenannter totalitä­rer Betätigung nichts bekannt sei. Angesichts dieser Bloßstellung hetzerischer Element? nimmt man in parlamentarischen Kreisen Chiles an! baf3 der Unter-

Kommunismus ausgeliefert.

Am Grabe König Ferdinands.

Bukarest, 22.Juli. (DNB.) Aus Anlaß der 15. Wiederkehr des Todestages König Ferdinands I. von Rumänien fand an den Königsgräbern von Curtea de Argesch eine Gedenkfeier statt, an der König Michael und Marsckall Antonescu sowie die Ritter des von König Ferhinand gestifteten Ordens Michael der Tapfere", darunter auch deuftche Ofti- - ziere, teilnahmen. Marschall Antonescu nannte Karl I. und Ferdinand I. Vorbilder der Ehre, der Disziplin, der Arbeit ttnb bezeichnete sie als Beispiel des politischen Realismus und der Loyalität. Das

zu wiederholen. Auch unsere modernen Schachmei­ster mit ihrem Blind- und Simultanspiel sind der­artige optische Künstler, denn sie haben sich ja das Bild der Schachfigurenstellungen gedächtnismäßig eingeprägt.

Napoleon wgx ein besonderes Beispiel dieser Leistungen. Man sagte von ihm, er habe jeden Sol­daten seiner Armee wiedererkannt, wenn er ihn ein­mal gesehen hatte. Mag dies auch liebedienerisch übertrieben sein, so steht doch fest, daß er in seiner besten Zeit einmal Gelesenes nicht wieder vergaß. Namen oder Zahlen, die er behalten wollte, schrieb er auf einen Zettel, sah sie durchdringend an, dann waren sie in seinemSchzentrum" aufbewahrt. Diese Methode, wichtige Angaben zu behalten, wird sich übrigens bei jedermann bewähren.

Noch wunderbarer als diese Optiker unter den Ge­dächtnis kün stier sind die Akustiker, zu denen meist die berühmten Sprachgenies gehören. Sie ha­ben ihrWdrtklangerinnerungszentrum", das ja je­dermann besitzt, besonders ausgebildet. Schon aus der Antike wird uns überliefert, daß der Philosoph Seneca nach einmaligem Anhören dreitausend Worte fehlerfrei wiederholen konnte. Man sprach ihm Verse vor, und er gab sie sogar in umgekehrter Reihenfolge wieder.

Auf diese Weise entstanden jene weltberühmten Sprachgenies, die, wenigstens dem Hören nach, Dutzende von Sprachen beherrschten. Die drei be­rühmtesten sind aus dem Altertum derbospora- nifche" König Mithridates, aus der Neuzeit der italienische Kardinal Mezzofanti und der deutsche Schriftsteller S a u e r w e i n.

Mithridates der Große war zunächst überhaupt d a 5 Genie" unter den Fürsten der antiken Welt, nicht nur durch seine legendäre Zähigkeit, mit der er, der kleine Fürst, dem ungeheuren Rom wider­stand. Der Kampf gegen Rom war der Lebens­gedanke dieses Kleinasiaten, der schließlich über Heere von 300 000 Mann und 400 Kriegsschiffe verfügte und ganz Vorderasien eroberte. Vom Euphrat bis Athen reichte zeitweise die Macht die­ses merkwürdigen Mannes, der 22 unterworfene Völker mit verschiedener Sprache beherrschte. Und da setzte nun das Sprachgenie Mithridates ein, denn er soll sämtliche dieser 22 Sprachen erlernt haben.

Mag hier auch Sage mitspielen, so ist es um so genauer bezeugt, daß der Bologneser Professor und spätere Kardinal Giuseppe Mezzofanti, der 1849

zu Rom starb, das größte Sprachgenie seiner Zeit. war, denn er verstand und sprach zuletzt 58 fremde

Sprachen. Ganz nahe an ihn kam das deutsche Sprachgenie Sauerwein, das in 54 verschie­denen Sprachen schrieb, sprach und sogar dichtete. Aus jüngster Zeit ist der kürzlich verstorbene Frank- furter Privatgelehrte Dr. Ludwig Harald Schütz

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zu nennen, der mehrere hundert Sprachen und Dia­lekte beherrschte.

Das Dichten ist natürlich bedeutend schwieriger * als das bloße Sprechen einer fremden Sprache, da zum gewöhnlichen Umgang erfahrungsgemäß nur etwa 1000 Wörter gehören. So viel umfaßt etwa der Sprachschatz eines Bauern: schon der Groß­stadtarbeiter weitet seinen Besitz auf etwa da« Dop­pelte. Im Gymnasium lernt man etwa 3000" bis 4000 Wörter, und das ist die obere Grenze der ge­bildeten Alltagssprache. Die Zeitungen haben das bedeutend erweitert. Eine moderne Zeitung ver­wendet etwa 6000 Wörter. Ueber das hinaus gehen nun die berühmten Redner. Sowohl Bismarck als auch Gambetta hat man nachgerechnet, daß sie in ihren Reden an 10000 verschiedene Ausdrücke gebrauchten. Und damit beginnt die Dichtung, Zehn­tausend Worte hat man bei Goethe gefunden und 15 000 bei Shakespeare.

Jeder von uns, der klaffische Werke lieft und ver­steht, ist also selbst bereits ein Sprachkünstler des Gedächtnisses, der etwa so viel in seinem Gehirn vereinigt, wie'das Erlernen von zehn Sprachen in oberflächlicher Art erfordern würde. Und er ver­einigt dabei sowohl das opttsche wie das akustische Talent, denn beides gehört dazu, um auch nur seine Muttersprache vollkommen zu beherrschen, was, so merkwürdig es auch klingt, nur den wenigsten Men­schen gegeben ist. Die meisten finden mit einem halben oder auch nur einem Drittel des Schatzes ihr Auskommen, der jedem in die Wiege gelegt ist, wenn er das Glück hat, aus deutschem Blute zu stammen und von einer deutschen Mutter svrechen zu lernen. Das kleine Kind hat, bis es der Mutter­pflege entwächst, einen Wortreichtum von kaum 400 Ausdrücken, alles übrige kommt von den Kamera­den, von der schule und der Lektüre. Man sieht aber aus den obigen Angaben, daß die Erlernung schon unserer eigenen Muttersprache gegenüber die­sen Anfängen in ganz ungemessene Entfernungen» reichen kann und selbst schon eine Künstlerschast an Klang- und Schgedächtnis braucht.