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See-Igel Malta die Klauen beschnitten, auch daran muß nachdrücklich erinnert werden.

_ Der Preis der libyschen Kämpfe ist ein glorreicher Sieg, der für die Engländer dieTimes" und derDaily Herold" sagen es gleicherweise ein Desaster ist. United Preß berichtete aus London allerdings vor der Kapituation von Tobruk: Das Hauptargument zur Verteidigung Tobruks um jeden Preis darin sind sich in London die meisten sachverständigen einig liegt in der Tatsache, daß die Festung als Versorgungshasen in den Händen der Achse mehr als 300 ,Kilometer näher dem Mittelpunkt der militärischen Ereig­nisse liegt als Bengasi und daß zugleich seine Aus­gabe den britischen Streitkräften eiN Sprung­brett für künftige Of fensiven wegneh­men würde. Manche Kreise weisen auch daraus hin, daß die britische Führung nicht erst vor kur­zem einen großen Geleitzug unter beträchtlichem Risiko und trotz schwerster feindlicher Angriffe nach Tobruk zu bringen versucht hätte, wenn nicht die feste Absicht bestände, diese Festung zu halte n." Der Sender London sagt in einer für die Heimat bestimmten Verlautbarung, daß die Einnahme von Tobruk einen ernsten militärischen Rück­schlag für England und für die Achsenmächte

einen großen Vorteil bedeutet, die dann alle Häfen entlang der libyschen Küste in der Hand halten.

Dagegen sei als charakteristische Probe derech­ten" jüdisch-amerikanischen Schönfärberei die Aus­lassung des Senders Philadelphia zitiert, der sagt: Es scheint wohl, als ob der Verlust von Tobruk ein schwerer Schlag für die Briten ist. Doch merkt man bei näherem Zusehen, daß dieser Sieg eigent­lich eine größere Enttäuschung für den Sieger als für den Besiegten bedeuten kann. Vor allem ist die­ser Sieg errungen-worden an einer Front, die für die gesamtstrategische Läge die geringste Bedeutung hat." Aber dieNew Port Times" muß zugeben, Churchills Besuch sei am Vorabend einer militäri­schen Krise erfolgt. Rommels unumwundener Sieg habe die Frage einer zweiten Front in die ferne Zukunft verschoben. DerRecord" in Philadelphia meint, Churchills und Roosevelts Interesse liege jetzt darin, nicht eine zweite Front zu errichten, sondern die erste ohne Verluste zu halten". Daß dieerste Front" furchtbare Schläge von uns erhält, dafür ist aber gerade Tobruk, ein Beispiel. Tobruk ist, wie dieTimes" zugeben muß, tatsächlich bereitsdie zweite Front gewesen", und sie ist, wie der Lon­donerDaily Expreß" sagt,einfach überrannt worden". Dr. Ho.

ie Tobruk fiel.

Bon Kriegsberichter Lutz Koch.

DNB. ..., 22. Juni. (PK.) Als am 20. Juni, vor­mittags um 5.20 Uhr, nach einem Stukaangriff von solcher Wucht, daß noch Hunderte von Metern weit die Erde erbebte und erzitterte, die Sturmkolonnen unserer Infanterie und Pioniere zum Angriff auf die ersten Feldbefestigungen mon Tobruk lasgingen, ahnte wohl keiner von diesen Männern, unter denen sich viele alte Tobrukkämpfer befanden, die im letz­ten Jahr monatelang in einem völlig deckungslosen Gelände unter der unerbittlich strahlenden Sonne Afrikas in mühsam gegrabenen Erlöchern lagen, daß sie am Abend auf den beherrschenden Hohen von Tobruk stehen würden und die stärkste Wüsten­festung Afrikas damit in ihrer Hand war.

Tobruk fiel als eine reife Frucht der vorausge­gangenen Kesselschlachten Rommels, der es nach einem 3)^wöchigen Kriegsverlauf verstanden hatte, jeweils Teile der libyschen Feldarmee einzeln zu stellen und zu schlagen und so dem Gegner allmählich die Kraft seiner Gesamtdivisionen entzog. Nachdem es Rommel gelungen war, im Süden an Bir Hache im vorbeistoßend sich zwischen das lang­gestreckte und tief ausgebaute Minenfeld von Ga­za la am Meer, das damit in feinem Rücken lag, und die Hauptteile der britischen Feldarmee zu stellen, hielten seine Panzerkräste den wuchttgen An­griffen der englischen Panzerwaffe nahezu zwei Wochen pausenlos stand, zerschlugen Panzer auf Panzer und nahmen so dem Tommy seine starke Offensivkrast. In der Zwischenzeit waren die Kessel­schlachten von GotelUaleb, GotelAslagh, Bir Hache im und Gaza la geschlagen, viele Tausende von Gefangenen gemacht, war überaus zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet worden. Mit ungeheurer Wucht warf Rommel seine Panzerdivi­sionen im Verein mit dem italienischen motorisierten Korps in östlicher Richtung vor und nahm ©am- b u t

Die Meisterleistung Rommels, die entscheidend war für den Fall von Tobruk, bestand darin, daß er in der Nacht zum Angriff auf die Wüstenfestung seine Divisionen in einem kühnen Schachzug in der Abenddämmerung aus dem Osten zurückholte, sie während der Nacht in die neuen Bereitstellungs­räume, ohne ihnen eine Stunde der Ruhe zu gön­nen, hineinpreßte und sie in der Frühe des Sams­tagmorgen zum Angriff auf Tobruk an- treten ließ.

Um 5.20 Uhr erschienen 50 deutsche und italie­nische Sturzkampfflieger zum erstenmal und nahmen die ersten Wellen der Feldbefestigungen unter einem donnernden Bombenhagel, der die Erde aufwühlte und dem Gegner mit einem Schlag die furchtbare Gefahr des Ueberraschungsangriffs klar­machte. Im selben Augenblick schossen die an der nur 5 km breiten Einbruchsstelle versammelten Batte­rien die ersten Feldbefestigungen sturmreif. Und mit der Vorverlegung der Feuerwalze erhoben sich unsere Pioniere aus ihren schnell gegrabenen Deckungslöchern, um in dem breit verminten und verdrahteten Vorfeld Gassen zu räumen und auszu­schneiden. Ihr Einbruch erfolgte so überraschend, daß trotz eines gewaltigen artilleristischen Abwehr­

feuers und deckender Lagen aus den Maschinen- gewehrneftern und Feldstellungen die Pioniere rasch vorwärts kam en. Schützen des deutschen Asrikakorps und neben ihnen die italienischen Divisionen Meßen in die Gasse vor und machten, noch bevor sich der Gegner von der ersten Ueberraschung erholl hatte, die ersten Gefangenen, meist Inder, die noch völlig verstört von der Wucht des Feuerüberfalls auf unsere Linien taumelten.

Vor den ausgebauten Feldbefestigungen hätten die Jnfanterieangriffe liegen bleiben müssen, wenn es nicht gelungen wäre, Panzer nachzuziehen. Ihnen aber stellte sich in einem längs der gesamten äußeren Befestigungslinie entlang laufenden, tiefen und raffiniert ausgeschachteten Panzergraben ein nur schwer zu nehmendes Hindernis entgegen. Auch hier mußten die Pioniere die Brücke für die Panzer schaffen. An drei Stellen ging man zur gleichen Zeit ans Werk, schob auf Rädern vorher sorgfältig auf gebaute Panzerbrücken in den Graben hinein, montierte im Schutz des Grabens die Brücke zusammen und konnte dann die Panzer heranschaffen, die die Feldbefestigungen mit ihrer geballten Feuerkraft in Schach hielten. Schnell waren die Panzerbrücken, mit Erde überdeckt,, der Fluß der Kolonnen konnte ungestört an der Ein­bruchstelle tief in das Innere des Festungswerkes hineingehen. Als um 9 Uhr bereits Infanterie, Pan­zer, Artillerie, Panzerjäger durch die Minengassen in das Innere des Befestigungsringes vorbrachen, war das Schicksal der Festung besiegelt. Der Gegner trommelte mit zahlreichen Batterien auf die schmale Einbruchsstelle ohne den Angriff aufhalten zu kön­nen. Die Truppe ließ sich auch durch flankierendes Feuer nicht abhatten, den Anariff Kilometer auf .Kilometer gegen das Kernwerk oor^utragen. Die Batterien fuhren hinter den Schützen und Panzern dichtauf, nahmen van zehn Minuten zu zehn Minu- ten Stellungswechsel vor und schossen in direktem Beschuß. Panzer, die sich zum Gegenstoß stellten, wurden von unseren Panzern zusammengeschossen und zurückgedrängt, allzu kühne Batteriestellungen des Gegners schnell ausgemacht und niedergetrom­melt.

Rommel, der mit seinem leicht gepanzerten Mann­schaftswagen an der Spitze fuhr, erreichte schon um 11.30 Uhr das Straßen kreuz der von Süden aus El Adern nach Tobruk hineinführenden Hauptstraße an der Einmündung der Via Balbia. Ein kurzes Vorbrechen auf der Dia Balbia brachte uns an den beherrschenden Höhenrand und gestattete auf den flüchtenden Feind ein Wirkungsfeuer ohne Beispiel.

In einem stürmischen Drängen nach vorn war bald der Zielabschnitt an der Küste erreicht, und zum ersten Male 'in der Geschichte des afrikanischen Feldzuges sahen die Männer des Afrikakorps hin­unter auf den Hafen und die Stadt Tobruk. Am Abend hatten unsere Truppen die beherrschen­den Höben südlich der Stadt restlos in Händen. Sie hatten die W a s s e r st e l l e n besetzt, die für die Versorgung der Festungswerke im Westen und Osten von ausschlaggebender Bedeutung sind, und unsere Artillerie schoß in den Hafen hin-

(Sommer.

Bon Karl Heinrich Waggerl.

Der Bauer ist zufrieden, er hat jetzt seine ge­mächliche Zeit. Den ganzen Tag ist er mit dem Hammer und der Nagelkiste unterwegs, um ehre Türschwelle auszuwechseln, eine verrostete Angel, ein lockeres Brett am Schuppen. Er schmiert den Göpel und alle Wagenräder, und ein anderes Mal treffe ich ihn bei den Farbtöpfen auf der Tenne, da steht er in tiefen Gedanken. Er hat drei neue Bienenstöcke zusammengenagelt, die sollen nun be­malt werden. Blau könnte man sie machen, aber es müßte noch etwas Flottes dazukommen, ein springender Hirsch vielleicht oder das göttliche Herz. Ja, das will gut überlegt sein, nicht so, wie ich es mir denke, hier einen Strich und da einen Fleck in meiner leichtfertigen Art. Die Flugbretter müssen aus Jahre hinaus jeder Meinung standhatten als ein rechffchaffenes Stück Arbeit. Der Bauer schüt­telt den Kopf, er streift seinen Pinsel wieder aus und legt ihn weg,, laß es für dieses Mal.

Nimm dir Zeit, dich draußen ein wenig umzu- fehen. Die Frau steht im Garten und setzt Pflanzen in die fischen Beete. Sie hat ihre Rücke aufge­steckt und ein Helles Tuch um das Haar gebunden, das kleidet sie gut Jung und stattlich sieht die Mut­ter aus in ihrem roten Unterzeug, das muß man schon sagen. Der Bauer betrachtet sie eine Weile, dann geht er zum Brunnen und trägt ihr eine Kanne Wasser in den Garten.

Es ist ein prächtiger Tag, eine sorglose Zeit über­haupt, kein Hagel, fein Frost, der die Blüte ver­dirbt. Sonne vom frühen Morgen an, manchmal ein kleiner Regen dazwischen, ein laues Geriesel aus dickbäuchigen Wolken, die es erbärmlich eilig haben und nicht mehr aus und ein wissen am lusti­gen Himmel. Wachswetter ist das, die Obstbäume stehen prall und steif im Uebermaß der Blüten wie verschämte Bräute, weißgestärkt und rosig über­haucht. Wenn der Wind ihre Kronen schüttelt, schwirrt eine Wolke von Bienen heraus. Viele da­von sind so benommen, daß sie einfach ins Gras fallen oder sonst irgendwo landen, in meinen Haaren, auf dem Rock. Da sitzen sie dann und sind cm bißchen wirr im Kopf, sie verbuchen die Flügel und ftreifen das Nötigste zurecht, und plötzlich

stäuben sie wieder davo/i, es ist keine Zeit zu ver­lieren.

Und die Wiese blüht von Tag zu Tag reicher auf, sie trägt schon alle Farben des Sommers auf rojtrotem Grund. An den Zäunen wuchert die Nessel in dichten Büschen, kein anderes Kraut ist so saftig grün, so fest und wohlgeordnet in seinem ganzen Bau. Wenn die Nessel blüht, gleicht sie einem prunkvollen Brunnen mit dem zarten Ge­riesel der grünen Fäden von Blatt zu Blatt. Ueber- haupt hat dieser Streifen Land am Zaun entlang seine besondere Art. Jahr für Jahr drängt der Pflug Steine und Wurzelwerk aus dem Acker, das Unkraut nistet sich ein und was sonst den trockenen Boden liebt, Salbei und Minze und die krausen Disteln. Ich löse mit dem Finger das fadendünne Geflecht der Sternmiere aus dem Gras, Hirten­täschchen finden sich, Augentrost und Drittmadam und die haarigen Blattbecher vom Frauenmantel, jeder sauber gefaltet, mit einem klaren Tropfen Tau auf dem Grunde. Das alles blüht nicht Hof- färtig und für den ersten Blick, man muß stillfitzen und die Augen ruhen lassen. Verliebte Leute haben da in hundert Jahren gesessen und haben ihre Seufzer in das Moos gesät, und daraus ist allerlei geworden, Geschlitztes und Gefranstes, Tausendschön und Gundermann, Wiegenkraut und Wehblume.

Traumbericht.

Bon Walter Foitzick.

Alle Leute erzählen gern ihre Träume, aber, niemand hört besonders eifrig zu, denn jedem fällt ein eigener Traum ein, den er gleich erzählen möchte. Nun, mir kann jetzt niemand ins Wort fallen, und deshalb berichte ich meinen Traum aus der vergangenen Nacht.

Also: Ich befinde mich auf einem Balkon mit Eisengitter im dritten Stock eines hochherrschast- Uchen Hauses. Ich habe mich hier zum Schlafe hin­gelegt, nachdem ich ttaumhaft sicher an der Fassade heraufgeklettert bin. Es ist in aller Herrgottsfrühe. Meine Jacke und meine Hose baumeln an einem dünnen Lindenzweig, der von der Straße zu mir herüberreicht.

Unten auf der Straße ist eine Bauabteilung der Straßenbahn an getreten und grüßt in strammer Haltung die Hochspannungsleitung mit dem Ab­

Küstenfort von Sewastopol genommen.

Oer Wehrmachtbericht.

DRV. Aus dem Führerhauptquartier, 22. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im R o rd tei l der Festung Sewastopol wurde in harten Kämpfen das Küsteufort ge­nommen und das Gelände nördlich der $ e- wernaja-Bucht vom Feinde gesäubert. Die Vernichtung der auf der äußersten Landzunge noch haltenden Reste des Feindes ist im Gange. An der

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übrigen Linschließungsfronk erstürmten deutsche und rumänische Truppen, durch starke Verbände der Luftwaffe unterstützt» mehrere befestigte und zäh verteidigte Höhenstellungen. Wiederholte Gegen­angriffe der Sowjets blieben erfolglos. Reber S e - wasiopol und ostwärts des Donez schossen deutsche Jäger am gestrigen Tage 2 8 feindliche F l u g z e u g e ab.

Im Südteil der O st front bekämpften 3er- störergeschwader mit guter Wirkung Eisenbahn­anlagen und Nachschubkolonnen des Feindes.

Im mittleren Frontabschnitt wurden mehrere feindliche Angriffe abgeschlagen, im rück­wärtigen Gebiet mehrere bolschewistische Banden und Lager vernichtet.

An der W o t ch o w - F r o n t griff der Feind er­neut mit stärkeren von Panzern unterstützten Kräf­ten an. Die erbitterten Kämpfe dauern noch an.

In Rordafrika griff eine deutsche Schnell­bootflottille in den Morgenstunden des 21. Juni vor dem Hafen von Tobruk einen flüchtenden Ver­band kleiner britischer Einheiten an und vernichtete ihn vollständig. Ein Vorpoftenboot, sechs Küstenfahrzeuge und ein Transporter von 4500 BRT., der bereits durch Luftangriffe be­schädigt war, wurden versenkt. Drei weitere Küstenfahrzeuge wurden aufgebracht, 175 Mann ge­sangengenommen. Eine deutsche Raumflottille er­zwang sich durch Minensperren den Weg in Herr Jrr- nenhafen von Tobruk. Die Fahl der bei den Kämpfen um Tobruk eingebrachten Gefangenen hat sich auf 28 000 erhöht. Reber 100 Panzer wur­den erbeutet oder vernichtet. Die Feststellung der Beute an Geschützen und schweren Waffen ist noch nicht abgeschlossen.

Auf Malta wurde der Flugplatz Luca durch deutsche Kampffliegerkräfte angegriffen.

Vor der niederländischen Küste ver­senkten Minensuchboote in nächtlichem Seegefecht drei britische K an o n e n - S chu ellb o o te und beschädigten mehrere feindliche Einheiten schwer. Oer Feind brach darauf das Gefecht ab. Sperr­brecher und Marineartillerie schossen zwei britische Bomber ab.

Das Hafen- und Stadtgebiet von Southampton war in der letzten Rächt An­griffsziel der Luftwaffe. Durch Spreng- und Brand­bomben wurden erhebliche Schäden in kriegswich­tigen Anlagen hervorgerufen.

Die unter Führung des Vizeadmirals Deichold im Mittelmeer operierenden deutschen Seestreitträfte haben sich im Rachschub buch Rordafrika, bei der Störung der feindlichen Verbindungswege und in der Bekämpfung feindlicher Seestreitkräfte beson­ders bewährt.

Das Minensuchboot unter Führung des Ober- steuermauns Oefer hat sich in dem Seegefecht vor der niederländischen Küste ausgezeichnet.

In den Kämpfen vor Sewastopol haben sich der Führer einer aus Infanterie und Pionieren zu­sammengesetzten Kampfgruppe Hauptmann Val- t e r und der Kommandeur eines Pionier-Bataillons, Hauptmann Graumann, durch besondere Tap­ferkeit ausgezeichnet.

unter, wo kleinere Segelschoner verzweifelte Ver­suche machten, die See zu gewinnen.

Noch in der Frühe des Morgens hatte die Be­satzung des Forts Pilaskinoan den italieni­schen Abschnittskommandeur die- Bitte um Ueb er gaben erb anblun gen gerichtet. Auch die übrigen in der Nähe der Stadt gelegenen Be- feftigungswerte kapitulierten dtzr Reche nach, die Flakstellungen, die sich bis in die Nacht hinein zäh verteidigt hatten, waren verstummt, wenn auch noch kleinere Werke am Außenrand des Befestigungs­ringes unter der Führung sich zäh verteidigender Offiziere weiterkämpften, so war das Schicksal Tobruks besiegelt.

Oie Japaner auf -en Aleuten.

Bern, 22. Juni. In Washington wurde bestä­tigt, daß die Japaner jetzt die Insel Kiska (auf dem westlichen Bogen der Aleuten), die einen guten Hafen hat, völlig besetzt hätten. Schlech­tes Wetter und die großen Entfernungen hätten amerikanische Gegenakttonen bisher behindert. Neuerdings aber habe eine Besserung des Wetters es ermöglicht, eine beschränkte Lustakttvität gegen Kiska aufzunehmen. Es wird von einem Luftangriff gegen den Hafen berichtet, bei dem angeblich auch zwei japanische Kriegsschiffe getroffen worden sein sollen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsschatzmeister Schwarz traf zu einem Be­such in der Steiermark in Graz ein. Er begab sich in das Unterland, um die Einrichtungen des steie­rischen Heimatbundes zu besichttgen.

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Reichsminister Dr. Frick traf in Sabyanke (Kreis Leipe) zu einem Besuch im Reichsgau Danzig-West-' preußen ein, wo er von Gauleiter und Reichsstadt-

Halter Albert Forster begrüßt wurde. Im Thorner Artushof nahm er an einer Führertagung b?r Par­tei teil.

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König Christian von Dänemark, der an einem leichten Gallenleiden erkrankt war, rft in ein Kran­kenhaus gebracht worben. Es heißt, daß der Zu­stand König Christians den Umständen entsprechend zufriedenstellend sei.

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Der seit längerer Zeit augenleidende argentinische Staatspräsident Ortiz hat sich nach einer Meldung der ZeitungCritica" entschlossen, zurückzutreten. Als Vizepräsident führt Caftillo. feif- langem die Geschäfte des Staatsoberhauptes.

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Der Führer hat dem ordenllichen Professor em. i Dr. med. Friedrich Völker in Halle aus Anlaß der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Würdi- gung feiner besonderen Verdienste um die Entwick­lung der modernen Chirurgie die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Ans dem Reich.

Freizeit wird zur Erntehilfe.

Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, erläßt einen Aufruf zur Erntehilfe, in dem es heißt: Wieder steht die tianbfrau vor schwerer Ernte­arbeit. Daher rufe ich alle Frauen auf, die auch in diesem Sommer ihren Urlaub verbringen dürfen, einen Teil dieser Zeit denen zu geben, die seit Jahren schon nicht mehr an Erholung denken kön­nen. Wir erwarten die Hilfe der Frauen, die natr ihren eigenen Haushalt zu versorgen haben und einen oder einen halben Tag in der Woche für unsere Landfrauen erübrigen können, und wir be­grüßen die berufstätigen Frauen und Mädel, die

fingen eines elektrischen Liebes. Ein Hund bellt. Ich denke, wenn der verfluchte Köter noch lange bellt, werben die Leute auf mich aufmerksam werben, und man wird mich hier oben entdecken. Tatsächlich, ich habe richttg geträumt. Die Balkontür öffnet sich von innen, und es erscheint.ein kleiner Junge. Ich mache pscht pscht, um ihm anzudeuten, daß er kein Aufhebens von mir machen soll. Es ist ein sehr vernünftiges Kind, das sofort begreift, es sei ganz selbstverständlich, wenn ich mich hier bei ihnen auf= halte. Er will aber den Eltern bas freudige Er­eignis mitteilen und zieht Mich in die Wohnung. Einen Augenblick komme ich in Versuchung, durch die Wohnungstür über die Treppe zu entwischen, bann aber fällt mir ein, daß es nicht nobel ge­handelt sei, wenn ich nicht wenigstens bei ihnen frühstückte.

Die Mama ist in dec Küche mit der Bereitung von Malzkaffee beschäftigt. Ich erkenne- sofort, daß es die Wirtschafterin von Alexander von Humboldt ist, und erst im Traum erfahre ich, daß Humboldt eine Wirtschafterin gehabt hat.

Auch diese- Mama ist keineswegs erstaunt, daß ich zum Frühstück bleibe. Wir frühstücken. Der Papa ist auch da. Er sieht aus wie ein Zahnarzt. Das Frühstück ist ausgezeichnet, es wird auf chinesische Art in ganz kleinen Schüsseln serviert. Als Gebäck essen wir Seesterne, deren Strahlen wir abbrechen. Sie sind vorzüglich rösch. Der Papa knappert an einem falten Hühnerbein. Die Mama sagt:Mein Mann ißt nur linke Hühnerbeine!" Ich erkläre ihr, daß manche Männer im Essen sehr heikel sind: ich äße aber auch rechte Hühnerbeine.Siehst du!" sagt die Mama vorwurfsvoll zu dem Zahnarzt.

Die Mama wird immer hübscher und begehrens­werter. Ich fühle das Bedürfnis, etwas Geistreiches zu sagen. Ich sage deshalb:Gnädige Frau, Ihr Hund sieht wie ein Endiviensalat aus!" Ich kann Ihnen sagen, der Hund sah tatsächlich wie ein Endiviensalat aus, obwohl niemand bas verstehen wird, der es nicht geträumt hat. Die Leute achten ober gar nicht auf meine geistreiche Bemerkung. Ich erzähle ihnen, daß ich diese Straße sehr gut kenne, denn ich habe früher hier lange Zeit ge­wohnt. Der Papa fragt, ob es etwa dort war, wo jetzt die neue Post gebaut wird. Ich lüge:Ja!"

Die Mama erzählt, ihr Kleiner habe mich gleich bemerkt, weil er morgens immer Manege mache (weiß der Teufel, was das ist). Dann fordert sie

-mich auf, von dem vorzüglichen Dorsch zu nehmen. ! Zuerst ist derDorsch" eine der Länge nach in , Scheiben geschnittene Gurke, nimmt dann aber dis Gestalt von zerknittertem Butterbrotpapier an, durchsetzt mit goldenen Fäden, wie mdn sie zum Verpacken von Weihnachtspaketen benützt.

Ich bin etwas verlegen, da ich nicht weiß, wie man diese Art von Dorsch ißt. Da sagt die Mama: Ein so welterfahrener Mann muß doch wissen, wie man Dorsch ißt!"

Und ob ich es weiß. Man legt diese Art Dorsch I einfach auf bas Tischtuch, nimmt das Papier zwi­schen die Zinken einer Gabel und wickelt ihn auf diese Weife zusammen. Als ich es versuche, kommen die verfluchten goldenen Fäden immer dazwischen. Wirklich peinlich!

Humboldts bildschön gewordene Wirtschafterin sagt nun zu ihrem Mann:Siehst du, Josef, man soll Leute, die man zufällig auf seinem Balkon vor­findet, nicht gleich zum Frühstück einlaben."

So, nun können Sie Ihren letzten Traum er» zählen.

DÜchertifch.

Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Aufttag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung herausgegeben von Alfred Götze. 34. bis 36. Lieferung: Läget Luv. (Band [V, Lieferung 7/9.) Preis 3, RM. Verlag Walter be Gruyter & Co., Berlin, 1942. Die Arbeiten am Trübnerschen Wörterbuch schreiten ttotz dem Kriege und den mancherlei durch ihn verursachten Schwie­rigkeiten erfreulich fort: mit der vorliegenden Liefe- rung vom dreifachen Umfange wird der Buchstabe L zu Ende gebracht; M und N sind so weit gefördert, daß mit ihnen noch in diesem Jahre der vierte Band abgeschlossen werden kann; die Weiterführung der Arbeit am P ist ebenfalls für das laufende Jahr vorgesehen. Die Namen der Mitarbeiter sind, soweit wir zu sehen vermögen, unverändert ge­blieben. Unter den Wortgeschichten der neuen Liefe­rung seien als besonders ergiebig die folgenden her­vorgehoben: Lager- Laib; Land; lang; Lappen: lassen; Leben; ßeib; leisten; letzt; Licht (mit 160 Belegen); Liebe; liegen (130); Lohn; lösen; Luft: Lust. Man wird beim Durchblättern und ßefen auch dieser neuen Lieferung eine Fülle sprach- und kul­turgeschichtlicher Anregung und Belehrung finden.