chrt bat: ihrt euch,
Ser Vorabend im Theater.
Zur stimmungsmäßigen Vorbereitung auf
den
Jur Kartoffelversorgung
eine die-
Verdunkelungszeit:
23. Mürz von 20.39 bis 6.47 Uhr.
Verpflichtung der Lugend in Gießen
Auftakt im Theater. - Eindrucksvolle Feier in der Aula.
werdet jetzt von der Schule entlassen, doch nicht aus der «schule, denn ihr tretet ein in eine neue Schule, die Schule des Lebens und damit in den Dienst der Volksgemeinschaft, in die große deutsche Schule, deren Lehrer und Erzieher des ganzen deutschen Volkes unser großer Führer-ist, der uns gelehrt hat: alles für Deutschland! Dieser Führer lehrt euch, sozial zu sein, er lehrt euch auch, national zu sein. Ich entlasse euch hiermit von der Schule, ihr Segen möge euch begleiten. Tretet nun ein in die Schule des Lebens und Berufes, tretet ein mit frohem Mut und Willen in die deutsche Schule. Euer leuchtendes Vorbild sei der große Führer des deut, schen Volkes Adolf Hitler!
Anschließend folgte die- Verabschiedung der 14jährigen aus dem Jungvolk und ihre Uebernahme und Verpflichtung in die Hitler-Jugend, gefolgt von einem dritten Spruch, dem sich das Lied der, Hitler«
düng aller Ralurhemmnlsse günstig gelegene Mieten zu öffnen, um die karloffellransporle in die Städte von Tag zu Tag zu verstärken und dann, wenn die Jlafur allgemein die Oeff- nung der Kartoffelmieten erlaubt, die von den Vewlrtschastungsskellen ungeordneten Kartoffelmengen aus den Markt zu bringen.
Sollte die Oeftmmg der Mieten, die Aufbereitung der Mieten-Kartosfeln und die Verladung mit etwa schon möglichen Feldarbeiten zeitlich zusammenstoßen, so wird die Wehrmacht Soldaten unfi> Fahrzeuge für die Kartoffeloersorgung der 'Städte zur Versügun-g stellen. Ebenso ist die Par« tei mit ihren Gliederungen zum freiwilligen Einsatz bereit.
Für unsere Verwundeten.
Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete durch die NS.'Gemeinschaft „Kraft durch Freude eine Filmvorführung in einem Lazarett. Es liefen die Wochenschau und der Film „Ein gefährliches Abenteuer". — In einem Lazarett zeigte Lehrer Appelmann im Auftrage der Kreisbildstelle die Filme „Bärenjagd in den Karpaten", eine „Fahrt zum Wetterwart aus der Zugspitze" und „Das Gruseln zu lernen". — Untft dem Motto „Meister der Romantik" waren zwei Veranstaltungen in Laza« retten. Professor Joses Pe ischer brachte mit Mu«
deutsche Volk heute, am Vorabend der Verpflichtung, im ganzen Grotzüeutschen Reich zusammengekommen ist, um in feierlicher Gemeinsamkeit einen Abend zu verbringen, so geschieht dies, um die Geschlossenheit des deutschen Volkes und ganz besonders das Vertrauensverhältnis zwischen den Erziehungsfak- toren einerseits und der Jugend anderseits zum Ausdruck zu bringen. Man kann diese Verbindung zwischen Alter und Jugend nicht schöner gestalten, als wenn beide Teile sich zur gemeinschaftlichen Feier versammeln, in der sich die Gedanken zu d e m Manne hinlenken, der die Grundlage dafür geschaffen hat, überhaupt in dieser großen Zeit eine derartige Veranstaltung durchführen zu können. Weil das deutsche Volk weiß, was es seinem Führer olles verdankt, ist nun die 14jährige Jugend dieses Volkes aufgerufen, ein Treuegelöbnis auf den Führer abzulegen. Wir wissen alle noch nicht, was die Zukunft diesen jungen Menschen im einzelnen brin- gen wird, aber eines wissen wir und das ist unser Glaube: das gesamte deutsche Volk wird siegreich auf dem Felde der Ehre bestehen und nach diesem Siege wird es die deutsche Jugend sein, die die Früchte dieses grotzen Ringens ernten wird. Hieraus ergibt sich die heilige P flickt der deutschen Jugend, alles daranzusetzen, um sich der großen Taten unserer Soldaten an der Front würdig zu erweisen und alles zu tun, um den ihr gestellten Ausgaben gerecht zu werden. Wenn du, deutscher Junge, und du, deutsches Mädel, dich getreu der Verpflichtung, die du morgen ableistest, einsetzt für deinen Führer und dein deutsches Volk, dann wird es um die Zukunft dieses Volkes nicht schlecht bestellt sein.
Kreisleiter Haus, Wetzlar, als Vertreter des beurlaubten Kreisleiters Backhaus richtete dann noch einen eindringlichen Appell an die Jugend und an alle Volksgenossen, stets und überall ihre Pflicht für Führer und Vaterland zu erfMen, dem großen Beispiel des Führers nachzuleben und nachzustreben, im Geiste des Nationalsozialismus sich allezeit einzusetzen für das Werk des Führers, für das deutsche Volk und Vaterland.
Hierauf folgte die Ausführung des fünfaktigen Schauspiels ,4)er Reiter", die starken Beifall fand.
Sie Verpflichtungsfeier.
In der vollbesetzten Aula der UniverWät fand am gestrigen Sonnttvgmittag die Verpflichtungsfeisr statt, die einen sehr eindrucksvollen Verlauf nahm. Mit den Jungen und Mädeln hatten sich auch hier wieder die Eltern, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden, der Schule, Betrlebsfuhrer, Lehrherren und zahlreiche weitere Ehrengäste eingefunden. Sie alle erlebten eine Feierstunde, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Rach dem feierlichen Einbringen der Fahnen lei- tete der Fanfarenruf Über zu dem festlichen Lied mit Elnleitungsmusik „Unsre Herzen sollen leuchten". Einem Dorspmch folgte der gemeinsame Gesang der Jugend Deutschland, HMges Wort", dem sich ein weiterer Dorspruch anschloß.
Als Vertreter des Hoheitsträgers, Kreisleiters Backhaus, hielt dann der Gausachbearbeiter R ü f f e r eine Ansprache, in der er zunächst betonte, eine solche Feierstunde habe nur dann bleibende Kraft, wenn in ihr Besinnung und Tat lebendig würden, die hier ausgesprochenen Gedanken im Leben durch die Tat zur Ausführung kämen. So sollten auch die Kraft und Erlebnisstärke dieser Feierstunde ausstrahlen auf die kommende Zeit. Für die jetzt zu verpflichtenden Jungen und Mädel sei dieser Tag besonders bedeutungsvoll. Der Redner ermahnte sie, ihre Gedanken heute zuerst denen zuzuwenden, durch die sie sind, ihren Eltern, ihnen zu danken, nicht mit großen Worten, sondern mit dem Herzen. Diese Stunde sei vergleichbar mit den ' letzten Stunden des Soldaten vor der Schlacht.
Dann sagte er zu den Jungen und Mädel u. a. weiter: Ihr steht vor einem neuen Lebensabschnitt,
nicht verzeihen! Rein, das konnte er unmöglich, dazu wurzelte er viel zu stark in den ehrenfesten Traditionen seines Hauses! ... Ach, alles das, was sie ihm mit vielen Listen verborgen, mußte wie ein Schlag ins Gesicht dieser Tradition wirken ... Hatte sie den Vater damals, in dem mit fliegender Feder hingeschriebenen Brief auf der Peterbaude, nicht förmlich angefleht, ihr nie, nie wieder zu schreiben? Nun hatte er es doch getan! Diel schlimmer: nun wollte er selbst kommen — und ihr Glück zerschlagen! Die Warnungen der klugen kleinen Fips fielen ihr ein: „Es nützt nichts, dein Mann merkt es doch eines Tages!"
Sie legte mit kalten Fingern die Serviette zusammen.
„Laß mich jetzt nach oben gehen, Jan , bat sie: „Ich möchte allein sein ... Du hast recht, es ist im Grunde etwas Gutes und Erfreuliches. Aber es rührt so vieles in mir auf ... vieles, was ich längst tot geglaubt und wovon ich jetzt doch fühle, daß es nicht tot ist. Ich weih wirklich nicht, wie ich morgen meinem Vater gegenübertreten soll — du ahnst nicht, wie heftig und unbeherrscht er ist, ich bin sicher, es gibt eine schreckliche Szene ..."
„Oho!" machte Fehr lachend: „Ich hoffe doch sehr, er wird sich als Gentleman benehmen. In jedem Falle erfreust du dich meines männlichen Schutzes! — Mach dir keine unnützen Gedanken, Kino. Ich bin sicher, es läuft alles harmonisch ab. Und das Ende ist Versöhnung und Freundschaft. Was ich dazu tun kann, wird geschehen."
Marion legte ihm die Arme um seinen Hals und fühlte sich für eine Sekunde an seiner Brust geborgen. Dann stteg sie rasch in ihr Zimmer hinaus.
Als Ehristian Fehr spät in der Nacht schlafen ging, zögerte er einen Augenblick vor Marions Tür. Er sah durch den Spalt über der Schwelle, daß das Licht noch brannte. Aber sie hatte gebeten, sie allein zu lassen, und er respektierte ihren Wunsch.
Marion lag auf der Couch ausgestreckt, sie hatte sich eine kühle Kompresse auf die «Stirn gelegt,
Berlin, 22. März. Amtlich wird mitgeteüt: Das auhergewöh-Mch langanhattende Frostwetter hat dazu geführt, daß die in den Städten ein gelagerten Kartvffelmengen sich stark verringert haben, well in der Zwischenzeit eine befriedigende Auffüllung durch neue Zufuhren nicht möglich war. Aus denselben Witterungs gründen ist aber auch die allgemeine Deffnung der Mieten auf dem Lande zur Zett noch nicht durchführbar. Es konnten bisher hauptsächlich nur diejenigen Kartoffeln vom Lande in die Stadt gebracht werden, die in den landwirtschaftlichen Betrieben Nicht elngemietet sondern eingekellert waren. Daraus erklärt sich die jetzige unbefriedigende Kartoffelversorgungslage in einer Reihe von Großstädten. Diese Lage ist allen Dienststellen, deren Aufgabe es ist, die Städte mit Speisekartoffeln zu versorgen, bekannt, und es sind allerorts alle Möglichkeiten gesucht worden, um trotz des starken Dauerftostes Kartoffeln in die Städte zu bringen. Es läßt sich mit Sicherheit auch für die allernächste Zeit Nicht voraussagen, ob die Wttterungsverhält- niiffe eine durchgreifende Aenderung der Lage ermöglichen werden. Es muß aber alles darangesetzt werden, der Schwierigkeiten zugunsten der Stadt« bevölkerung Herr zu werden. Was auf «Schiene und Landstraße geschehen kann, um die Kartoffeln vom Lande in die Bedarfsgebiete zu transportieren, geschieht. Die Bauern und Landwirte haben schon in der zurückliegenden Zeit feine Mühe und Arbeit gescheut, um für ihren Teil das zu leisten, was sie zu leisten in der Lage sind, nämlich Kartoffeln zur Verfügung zu stellen, ohne daß bei der Bereitstellung der Kartoffeln zusätzliche Frostoerluste entstehen. .' ,
Es ergeht an alle flarf off eiet) enger der dringliche Appell, wo immer nur die örtlichen Umstände es erlauben, unter Ueberwin-
Der feurige Ofen
Roman von Hans von Hülstn
46. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Mach keine Scherze, Jan! Ich wüßte nicht, über wen ich einen Steg erringen könnte, außer über Mich sellstt ... Lies schon!"
Fehr klemmte das Glas ins Auge, hielt das Zettelchen hoch und zitierte mit feierlicher Stimme: JBaronin Marion Fehr Lappersdorf Schlesien. Ankomme morgen Dienstag halb vier Uhr auf Durchreise nach Oberschlesien. Erbitte Abholung. Gruß Papa." v .
Er erschrak, denn Marion wurde mit einem Schlage weiß wie eine gekalkte. Wand.
„Papa ...!" flüsterte sie mit blutleeren Lipven und lehnte sich, wie von einem Schwindel befallen, im Armsessel zurück und schloß die Augen.
Fehr war schon bei ihr: " ,
„Aber Kind, Kind, um Gottes willen?" Er flößte ihr einen Schluck Rotwein ein, setzte sich neben sie, hielt ihre Hände: „Was gab's den da so zu erschrecken. Das ist doch keine traurige Nachricht ... im Gegenteil ... Ich freue mich riesig für dich und für uns, daß dieser Zustand endet.. .Großartig von deinem Papa, daß er sich den ersten Schritt ab- rlngt — ich weiß, wie schwer das für einen Mann ist ... für einen Vater! — Komm, trink noch einen Schluck, warte, Ich hol' dir Kognak." Während er sich zur Kredenz wandte, ging ihm der Gedanke durch den Kopf: Ob wohl dieser Zustand ... diese Anwandlung mit etwas anderem zusammenhing .. mit einem ersehnten Glück? — Und sein Herz schlug schneller dabei.
Marion leerte gierig die flache Schale. Sie hatte sich nun so weit gefaßt, daß ihr ein kleines Lächeln um die Lippen saß. Lächelnd sah sie in Fehrs ruhige Augen.
„Verzeih, Jan", sagte sie: „Es hat mich wirklich
festlichen Tag vereinigten sich am Samstagabend die Jungen und Mädel mit ihren Ettern, Vertretern der Partei, Führern der Hitler-Jugend und weiteren Gästen im Theater der Universitätsstadt Gießen zu einer Festaufführung des Schauspiels „Der Reiter" von Heinrich Zerkauten.
Den Abend leitete K.-Bannführer Wolf mit einer Ansprache ein, in der er u. a. sagte: Wenn das
tieren Agathe und Beate, die Schwestern mit den blauen Rocken. Hinter ihnen pustet die dicke, pummelige kleine Pechmarie, die ihre Butterbröter in Zeitungspapier einwickelt, und die mich ansieht, als' habe sie eine Wut auf mich.
Danach beschaue ich jedesmal das Flüßchen und das Grün am Ufer. Diese Stelle nenne ich meine „private Ergötzung".
Kurz danach finde ich Krapolowski, einen Bärenkerl im braunen Manchesteranzug, der (wer weih, wozu?) dort immer wartet. Wenn er soeben erst kommt, um zu warten, so habe ich Zeit und gucke in die Schaufenster, sehe ich ihn aber von weitem schon warten, so wird es nichts mit der privaten Ergötzung und den Schaufenstern. Dann muß ich Mich beeilen.
Ich erwische dann gerade noch am Markt das „Idol", eine schlanke, steile, graziöse Sache, sehr schick und immer im Stil der Dame. Sie hat Augen von der Sanftheit einer Lotosbüte und trifft sich mit einem üblen Burschen, der jedesmal ölig arin- jend und siegessicher aus der Straßenbahn springt.
In diesem Augenblick schlägt es vom Kirchturm, und ich rutsche in mein Portal hinein, ohne gerade der Erste noch der Letzte im Rennen gewesen zu sein.
Es erheitert mich der Gedanke, daß vielleicht auch Ich für meine Minutenzeiger ein ebensolcher Minutenzeiger bin. Für die Pechmarie bin ich es bestimmt, denn warum sollte sie immer so wütend auf mich hinschielen? .
Aber ich möchte gern wissen, ob auch das Idol Mich schon im Spiegel ihrer Rehaugen getragen hat. Sie kann ja nicht wissen, daß ich verheiratet bin, denn ich stecke immer die Hand in die Tasche. R.
Wer zum Vergnügen reist, wird bestrast.
Jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reife ist zu unterlassen.
Der Reichsminister für Volksaufklarung und Propaganda und der Reichsvertehrsminister geben bekannt:
Die Deuffche Reichsbahn hat im Kriege für den milltärifchen und zivilen Bedarf Transporte In bisher noch nicht dagewefenen Ausmaßen durchzuführen.
3m Hinblick auf die Vordringlichkeit dieser Aufgabe muß der zivile Reiseverkehr auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden. Das gilt vor allem für die nun anbrechende Arühlingszeit und die bevorstehenden O st e r t a g e.
An die Bevölkerung ergeht hiermit die kategorische Aufforderung, jede nicht notwendige oder ausreichend begründete Reife unter allen Umständen zu unterlassen.
Reifende, die entgegen dieser Aufforderung die mit kriegswichtigen Transporten überlastete Reichsbahn zum Vergnügen benutzen, haben Strafe, bei schweren Verstößen Ueberführung in ein fion: zentrationslager zu gewärtigen.
Verufsreismde sowie Personen, welche nach der Anordnung des Staatssekretärs für Aremdenver- kehr vom 26. November 1941. berechtigt sind, ein Heilbad oder einen anerkannten Lrholungsplah aufzusuchen, werden aufgefordert, ihre Reise nur anzutreten, wenn sie mit einwandfreien Ausweis- papieren versehen find.
Aus der Siadi Gießen.
Oie Minutenzeiger.
Jeden Morgen, wenn ich ins Büro gehe, begegne ich meinen Minutenzeigern, die mir zu wissen tun, daß ich noch rechtzeitig ankommen werde. Gleich in der Nähe der Haustür schleppt um diese Zeit immer ein junger Mensch Waren aus dem Wagen in den Kaufmannsladen. Es beruhigt mich ungemein, ihn zu sehen, denn so merke ich, daß ich ziemlich zur Zeit fortgegangen bin. Ich eile aber doch ein wenig, denn ich kann nicht wissen, wie lange der Jüngling schon abladet. Dann aber sehe ich meine stumme Freundin, die ich Lisaweta nenne. Wenn Lisa- meta erst um die Ecke herumkomntt, mäßige ich meine Eile. Ich sehe nur noch vorsorglich drei Häuser weit voraus nach links, ob die alte Frau , schon da ist, die jetzt die Betten hinaushängt. Nun, es stimmt alles.
Dankbar schaue ich Lisaweta an, indem ich langsam gehe. Nach ihr kommt eine Weile lang nichts, dann aber erscheinen gleich zween einträchtigen Zug-
über dem der Befehl steht, dem Führer treu zu sein, dem Führer und unserer Weltanschauung zu leben. Dies müßt ihr ganz besonders erkennen und begreifen. Ihr müht aber auch ganz bestimmte Er- i enntniffe und bestimmtes Wissen aus dieser Feier gewinnen: Glauben und Wissen müssen eine Einheit werden. Das soll kein Lippenbekenntnis sein. Ihr müßt dabei an das Vorbild unserer Soldaten, unserer Gefallenen denken, aus deren Opfer wir immer wieder Kraft gewinnen und den Glauben, daß von uns nichts verlangt wird, was vor uns nicht schon andere auch geleistet haben. Als wunderbaren Schatz nehmt ihr unsere nationalsozialistische Weltanschauung mit hinaus in euer Leben, mit dem wir überall bestehen können. Diesen Schatz müssen wir auch aus dieser Feier ersehen, der jedoch nur aus der Kraft des Herzens erkannt wird. Kraft und Berufung für dieses Leben erhalten wir von der Wiege an, beide hat Gott uns gegeben. Nun liegt es an uns, mit dieser Kraft und Berufung etwas anzufangen, damit lebendiges Glied unseres Volkes zu werden. Der Redner wies die Jungen und Mädel )ann auf das Vorbild Ulrich von Huttens hin, der in seiner Zeit ein Einsamer war, von der Idee des Reiches erfüllt, der alles für das Reich einsetzte. Wir aber sind nicht einsam, wir haben den Führer als den großen Bannerträger, wir brauchen nur Gefolgschaft zu sein. Von Ulrich von Hutten schlug der Redner sodann die Brücke zu dem „Reiter" Zerkaulens, der am Abend zuvor so starken Eindruck auf die Hörer gemacht hatte, der ein Symbol jener Kraft und der Macht ist, die allezeit berufen war, sich für das Reich und seine Einheit einzusetzen. Wir alle, wenn auch namenlos, sind berufen, solche Reiter für das Reich zu sein. Daher lenken wir auch In dieser Stunde unsere Gedanken hin zum Führer, und wir empfinden das Glück, daß der Führer da ist und uns jeden Tag vorlebt. Und in diesem Gedanken an den Führer lenken mir unseren Blick hin auf das Vaterland, auf Deutschland. — Chor und Orchester der Hitler-Jugend brachten anschließend das Lied „Heilig Vaterland" zu Ge- hör. , •
Namens der Schule nahm hierauf Rektor Stroh die Verabschiedung der Jungen uni) Mädel aus der Schule vor. Er wies in feiner Ansprache u. a. auf den völlig neuen Lebensabschnitt hin, der sich nun vor den 14jährigen auftut, und verglich die Arbeit der Schule mit dem Walten eines sorgsamen Gärtners. Die Schule hat euch, so sagte er zu den Jungen und Mädel, das Rüstzeug für das Leben mitgegeben, hütet dieses Rüstzeug gut für den Kampf, den ihr im Leben zu führen habt. Ihr
Im Rahmen der feierlichen Verpflichtung der 14jährigen Jungen und Mädel im ganzen Reich fand am gestrigen Sonntag auch in Gießen Feierstunde zu der bedeutsamen Lebenswende fer Jungen und Mädel statt.
umgeworfen — es kam so plötzlich. Nie habe ich das für möglich gehalten ..."
„Aber es ift doch etwas Gutes, ßtebhng. Nichts, das dich erschrecken kann." Er setzte sich wieder neben sie. „Mich freut es wirklich riesig, denn das Mißverhältnis zwischen dir und den Deinen, das ja schließlich auch auf mich abfärbte, erschien mir so lächerlich, fo durch nichts begründet. Mein Gott, weil man vor Jahren einmal in einem Punkte verschiedener Meinung war ich meine, was die Theaterlaufbahn anging — braucht man nicht fürs ganze Leben verfeindet zu bleiben. Ich kenne ia die näheren Umstände nicht, weil du nie darüber hast sprechen wollen, aber Ich zweifle keinen Augenblick, sie rechtfertigen es, daß du von dir aus feinen Schritt zur Versöhnung tun wolltest, auch nickst, als wir heirateten und sich damit — Ich hab dir das wohl schon auf der Peterbaude gesagt — die günstige Gelegenheit ergab. Cs ist doch gewissermaßen ein Triumph für dich, daß dein Papa nun einlenkt, nicht wahr? Wahrhaftig, wenn wir so ein altes verrostetes Geschütz hier hätten, ich wollte Viktoria schießen! Gott weiß, wie dein Vater von unserer Heimat gehört hat — aber er hat eben davon erfahren, wie ja aus der Adresse klar hervorgeht. Und nun stellt sich das eben in seinem Kopfe so dar, als ob du schließlich dock klein beigegeben hast und vernünftig geworden bist, und nun kommt er angereist! Ich finde, das ehrt ihn, wirklich, mir gefallt das an ihm! Ich bin überzeugt, wir werden bte besten Freunde werden. Schade, daß deine Mama nicht gleich mitkommt. Aber, wenn nun die Einleitung gemacht ist, so fahren wir einmal zusammen an den Rhein, nach Düsseldorf, und machen unseren Gegenbesuch. Einverstanden?"
Marion hatte ihn reden lasten, ohne viel von seinen Worten zu hören. Aber seine Stimme hatte Ihr wohlgetan —sie war so aufgeregt, so verwirrt vor Angst vor der Katastrophe, die nun unabwendbar schien. Mit des Vaters Erscheinen mußte \a alles ans Tageslicht kommen, was sie Fehr immer verschwiegen hatte — und diese Lüge konnte er ihr
denn ihr brannte der Kopf wie im Fieber. Vielleicht hatte sie auch Fieber? Sie dachte unablässig das eine: Wie kann ich diese Begegnung verhm- dern? In allerletzter Minute noch verhindern? . Sicher kam der Vater wieder um Geld ... Sie sah ihn vor sich, wie in jener Nacht in München: in feinem altmodisch-abgetragenen Anzug, aufge« schwemmt und ungepflegt ... unmöglich, daß ec Jan so unter die Augen kam! Unmöglich überhaupt, da er ihm unter die Augen kam! Es war klar, fie mußte ihm gleich auf dem Bahnhof das Geld aeben. das er ja bestimmt fordern mürbe, und ihn damit zur sofortigen Weiterreise verpflichten! Er würds es nicht billig machen, diesmal, nachdem er wußte, wen sie geheiratet hatte. Aber das war alles gleichgültig, jedes und jedes Opfer mußte sie bringen* wenn nur die Begegnung der beiden Männer per« hindert würbe, bie ja nicht anders als mit einer -allgemeinen Katastrophe enden könnte!
Und — grübelte sie weiter — wenn es ihr nun nicht gelang, diese Begegnung zu Hintertreiben? Wenn die unvermeidliche Katastrophe eintrat? Was wurde dann aus ihr? Wenn ihr Schiff lecklief?
Sie prüfte sich und stellte fest, daß sie sich auf diesem Schiss niemals so ganz sicher gefühlt hatte — weil sie von allem Anfang an wußte, daß seine Planken morsch und angefressen waren — durch ihre Schuld, durch ihre Unaufrichtigkeit dem Manns gegenüber, der sie liebte, der sie zu seiner Fran machte, ohne viel zu fragen.
Aber war nicht darin — gerade darin eine Hoffnung beschlossen? War es nicht möglich, daß Jans große Liebe sie fest halten und aus dem Schiffbruch retten würde, auch wenn er nun alles erfuhr?
Das war ein schöner — ein allzu schöner Traum! Die Wirklichkeit mußte notwendig anders aussehen.
Und bann? Zu Abbeg? Zurück zum Fcheater? Ober zum Film, auf dem Wege über Grellma? Er hatte Fips so freundlich ausgenommen, er mürbe gewiß alles tun, wenn sie, Marion, nun käme ... Ach, aber wie leben — ohne Jan?
(Fortsetzung folgt.)
Jugend anschloß. ,
Sie Schlußansprache hielt sodann der K.-Bann- führer Wolf, der u. a. sagte: In Deutschlands größter Zeit sind wir zusammengekommen, um in einer großen Gemeinschaft eine Feier au begehen, bie wohl die wichtigste in dem Lebensabschnitt eines Menschen darstellt. Wie heute das gesamte deutsche Volk auf gerufen ist, sich einzusetzen mit Leib und Leben für das Bestehen des Großdeutschen Reiches, so sind in btefem Volk die Jungens und Mädels angetreten zum Treuegelöbnis auf den Führer. So witz hier in unserer Stabt nun jeder Junge und jedes Mädel mit Eltern, Lehrherrn, Lehrern uni) HJ.-Führern sich zur Gemeinschaftsfeier zusammengefunden haben, so ist im Großdeutschen Reick die gesamte 14jährige Jugend aufmarschiert, um spontan das Gelöbnis auf Führer, Volk und Vaterland abzulegen. Du, deutscher Junge, und du, deutsches Madel, die ihr gestern noch auf der Schulbank gesessen habt, ihr marschiert nun morgen hinaus in eine große Zukunft. Harte Kämpfe rnerdet ihr zu bestehen haben, neue Ausgaben werben euch gestellt rnerden, und größer werben die Anforderungen sein, die man an euch heranträgt. Aber, so rnie ihr seither euch eingesetzt und so wie ihr seither in treuer Pflichterfüllung zur Fahne gestanden habt, so werbet ihr auch in eurem neuen Lebensabschnitt eure Pflicht tun zur Zufriedenheit aller Erzieher und damit zur Zufriedenheit des Führers. Ich glaube, daß mir diesem keine größere Freude bereiten können, und ich glaube auch, daß die Zukunft Deutschlands nicht sicherer gelagert werben kann, als menn ihr Jungens und Mädels eure ganze Kraft und, menn es sein muh, euer Leben einsetzt für die Ehre und die Freiheit der deutschen Nation.
Nach der Ausgabe der Gedenkblätter und dem Gruß an den Führer und unsere ruhmreiche Wehrmacht schloß die denkwürdige Feierstunde mit dem gemeinsamen Gesang der Nationalhymnen und dem feierlichen Ausmarsch der Fahnengruppe.


