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100000 Quadratkilometer fruchtbarster Böden. Die oft genannte Transsaharabahn soll endlich gebaut werden und reiche Kohlenlager erschließen helfen, weil Kohle in der Heimat besonders für die Ver­arbeitung der riesigen Eisenerzvorkommen fehlt. Weiter könnten leicht Frankreichs große Torfvor­kommen nutzbar gemacht werden, dazu seine sehr erheblichen Wasserkraftvorräte. Gerade für den Aus­bau von Wasserkraftanlagen hat schon jetzt das Reich seine Hilfe eingesetzt^ wir hatten und haben beson­ders hieran ein starkes Interesse, weil die Verlage­rung deutscher Aufträge nach Frankreich (wie nach Belgien und Holland) ausreichende Energiemengen voraussetzt. Und eine sinnvolle Lenkung des Ar­beitseinsatzes könnte leicht noch Zehntausende guter Facharbeiter, z. B. für Flugzeug- und Schiffsbau, für Fahrzeug- und Maschinenindustrie, freistellen, um nur einige vordringliche Gruppen zu nennen.

Eigentlich ist es erstaunlich, daß noch immer eine ziemlich beträchtliche Arbeitslosigkeit vor- handen ist. Chemische und Kunstfaserproduktivn sind nur zwei Sektoren der Wirtschaft, die für eine Er­weiterung und Umstellung in Frage kommen, einen sehr gewichtigen weiteren stellt die Energiewirt­schaft dar, die eine umfangreiche Verbundwirtschaft mit deutschen Gebieten plant. Auch aus anderen Gebieten sollen vorerst bedeutende öffentliche Auf­träge ALHikfe schaffen. Wir nennen hier Aufträge zum Ausbau der französischen Handelsflotte. Manche Departements haben schon gute Leistungen auszuwe'isen. Sie stellen Fabriken auf andere Pro­duktionszweige um, regulieren Flußläuse und bauen Äektrizitätswerke; während dies am Pyrenäenrande geschieht, sind an der Rhonemündung Trockenle- gungs- und.Kanalisierungsaibeiten im Gange, und der Hafen von Marseille soll aus einen Umschlag von jährlich 20 bis 25 Millionen Tonnen Gütern erweitert werden. Die Wiederherstellung von Stra­ßen, Brücken und Kanälen ist fast überall im Gange. In Paris kommen Erweiterung der Fern- gasanlage, Ausbau der Untergrundbahn, Errichtung zahlreicher Hochbauten und Mietwohnungen neben zahlreichen Hausreparaturen dazu, weiter die Nie- derlegung alter Festungsanlagen, wie in Lyon, wo man große Ausfallstraßen zu bauen gedenkt.

Mangel an Rohstoffen, Betriebsstoff und Trans­portmitteln geben manche harte Ruß zu knacken. Das wird auch für die geplanten Autobahnen gelten, deren 9000 Kilometer etwa 20 Milliarden Franken erfordern dürften. Drei Transversalen sol­len von Le Havre nach der deutschen Grenze, von Cherbourg über Troyes zum Montblanc und von Nantes über Paris nach dem Osten führen, eine große Diagonale von Brest über Bourges und Lyon nach Marseille; deneben sind sechs weitere Linien projektiert, z. B. zwischen Aermelkanal, Atlantik­küste und Mittelmeer (CherbourgBordeaux- Nizza), zwischen La Rochelle und Genf, zwischen Calais und Perpignan usw.

Neben dem Boden soll endlich auch wieder der Mensch in Frankreich die gebührende Wertung er­fahren, das will Marschall Petain. Um der Land- fluchtzu steuern, fördert man jetzt die Rückwande­rung von in die Industrie abgewanderten Bauern, Landarbeitern und Handwerkern. Man will das Landvolk mit besseren Wohnungen und Wegen auch materiell besser stellen, Genossenschaften sollen die Versorgung mit Maschinen und Düngemitteln über­nehmen und für Bodenverbesserung und Flurbereini­gung sorgen, daneben für Siedlung und Elektrifizie­rung eingesetzt werden.

Die Bevölkerungspolitik bereitet in Vichy ernste Sorge. Zwischen 1875 und 1938 sank die jähr­liche Geburtenziffer von 1000 000 auf 600 000, und wenn sich die Bevölkerungsziffer auf etwa 40 Mil­lionen hielt, so nur durch die Aufnahme von Aus­ländern, deren es 1906 eine Million gab, 1936 ober schon Millionen. 1938 brachte 35 000 mehr Sterbefälle als Geburten, und die Folgen des Krie­ges werden nicht weniger einschneidend sein.

Dabei kommt es hier wie überall auf den Men­schen entscheidend an, nicht nur auf seine Zahl. Ddm Menschen hängt die Schaffung und Belebung der neuen Verfassung ebenso ab, wie die neue regio­nale Verwaltungsreform nach Provinzen anstatt Nach Departements, die Durchsetzung neuer sozialer Erkenntnisse und die Dauerhaftigkeit des Ausschlusses von Juden und Freimaurern aus dem öffentlichen Leben.ow.

Umlenkung des südafrikanischen Handels nach USA.

San S e b a st i a n, 23. März. (DNB.) Der süd­afrikanische Finanzminister H o f m e y e r erklärte, daß die Vereinigten Staaten jetzt endgültig den Platz

In Nacht und Sturm.

Von Gustav Frenssen.

Ich war so zehn oder elf Jahre, und es wurde schon Dämmerung, da kam ein Telegramm von unse­rer Schwester, daß sie gegen Abend m Meldorf wäre.

Ein Telegramm! Welch ein Aufsehen im Hause; wir hatten noch niemals eins bekommen! Und wel­ches Aufsehen würde das nun wieder im Dorf machen! O, es war schon genug Aufsehen um un­sere Schwester, daß sie Lehrerin werden sollte! Hatte man ie davon gehört, daß ein Mädchen Leh- rer würde, und noch dazu die Tochter eines kleinen Tischlers, der immer ein wenig verschuldet war?

Was war zu tun? Unser Vater hatte noch die Bettstelle des Nachbarn zu machen. Also mußten wir Jungens los. Der Kleinste ... kam nicht in Frage. Also der Aelteste, so um vierzehn, und ich. Eilig in die Schaftstiefel und ein wollenes Hals­tuch ... daß der Hals dicker war als der Kopf ... und die Jacke zugeknöpft; denn Mäntel hatten wir nicht. Und nun hinaus! Es war schon dämmerig, und es wehte ein Sturm von der See her.

Welche Wichtigkeit! Was find das für Leute, die da xu beiden Seiten der Dorfstraße hinter den er­leuchteten Fenstern sitzen? Stubenhocker, Warm­halter! Wir aber: in die Nacht! In den Sturm! Weiter Weg. Wagnis! Tapferkeit! Notsache! Helfer­tat! Der Schwester, die vielleicht schon unterwegs war, entgegen in die Nacht. Es war wunderbar.

Wir erreichten ein Dorf. Aber es geht weiter und immer weiter. Ein langer, mühsamer Weg. Lang­weilig? O nein! Sieh, ein Bild jagt das andere. Zur Linken in weiter Ferne das Leuchtfeuer von Helgoland. In klaren Sommernächten erhellt es bis zu uns den Himmel. Große Wogen rauschen auf: Schiffe erscheinen groß und dunkel. Ich höre das Klmgen der Glocken und Sirenen übers Feld. Dann fühle ich unsere Schwester nahen; sie kommt, uns noch unsichtbar, uns entgegen.

Wir sind wohl zweieinhalb Stunden gewandert, da erreichen wir Meldorf und ziehen die lange Straße entlang. Da ... ein großes, frohes Haus mit einem Licht über der Tür und großem goldenem Namen:Die Holländerei". Wir öffnen leise und schmal die Tür und stehen auf der Diele ... Ein großer, älterer, bartloser Mann fragt verwundert: Na, was wollt denn ihr? ..."

Eine amerikanische Gegenoffensive im Pazifik undurchführbar."

T o k i o, 22. März. (DNB.) Admiral a.D.N a- kamura führt in der ZeitschriftTaiheiyo" den Nachweis, daß England und die USA. zu einer er­folgreichen Gegenoffensive gegen Japan nicht fähig seien. Die erhöhte Tätigkeit der deutschen U-Boot- Waffe mache dem Gegner den Schutz der atlan­tischen Seewege schwieriger denn je. Der Feind baue Luftschlösser, wenn er glaube, die Einkreisungs­front gegen Japan etwa auf der Linie Hawai AustralienIndien wiederherstellen zu können. Amerikas Pläne, die von Japan besetzten Inseln im Südpazifik sowie Guam nacheinander zurückzu­erobern, um dann das japanische Mutter­land anzugreifen, seien schon deshalb undurch­führbar, weil der USA.-Flotte in Hawai das Rückgrat gebrochen worden fei. Wenn einige Leute meinten, Amerika werde mit Beginn des Tau­wetters überraschende U-Boot- und Luftangriffe überdie nördliche Route, von Alaska aus, unternehmen, so sei darauf hinzuweisen, daß es westlich von Dutch Harbour, dem USA.-Stützpuntt auf den Aleuten, angemessene Stützpunkte weder für U-Boote noch für Flugzeuge gebe. Außerdem sei die Entfernung nach Japan erheblich. Hinzu komme, daß Japans Bereitschaft im Nordenlust­und wasserdicht" sei.

Oie Kämpfe aus Neu-Guinea.

Eingeborene plündern die Plantagen.

B e r l i n, 22. März. (DNB.) Auf Neu-Guinea er. reichten schnelle japanische Abteilungen einen Punkt- etwa 100 Kilometer von Port Moresby, der Haupt­stadt von Papua. Die japanische Luftwaffe belegte wiederum Port Moresby, Somerset in Norüaustra- lien und Port Darwin mit Bomben, In Port Dar­win wurde ein Handelsschiff mittlerer Größe in Brand geworfen. Unter den Eingeborenen Neu-

Guineas sind Unruhen ausgebrochen. Sie haben im östlichen Neu-Guinea australische Polizei über­fallen und niedergemacht. In den dichten Urwäldern am Sepiksluß bekämpfen sich die Eingeborenen­stamme mit Blasrohren, Bumerangs und ähnlichen Waffen. Die Eingeborenen sollen auch auf den Plan­tagen plündern und die Gebäude zerstören. Die we­nigen Engländer und Australier, die noch in den er­wähnten Gegenden zurückblieben, sind ernsten Ge­fahren ausgesetzt. Die wilden Bergstämme sollen sich mit den Kannibalen des Flachlandes vereinigt haben und nun gemeinsam eine systematische Plün­derung iber Plantagen begonnen haben. Die Behör­den bezeichneten diese Eingeborenenunruhen als völ­lig unerwartet und sehr ernst.

Attentat auf Ex-präsident Quezon.

Tokio, 22.März. (Europapreß.) Der frühere Präsident der Philippinen, Manuel Quezon, ist in der Nacht zum 17. März im Alter von 64 Jah­ren an den Folgen einer Verletzung in der Haupt­stadt der Philippinen-Insel Panay gestorben. Die Verletzung sei Quezon, wie es in der Domei-Mel­dung heißt, durch ein Attentat bergebracht wor­den. Die japanische Nachrichtenagentur Domei will auf Grund zuverlässiger Berichte erfahren haben, daß der ehemalige Präsident der Philippinen, Ma­nuel Quezon, ausBefehl vonGeneral Mac Arthur ermordet worden sei. Nach der Wei- B Quezons, mit General Mac Arthur nach lien zu fliehen, habe der nordamerikanische Qb'erkommandierende den Befehl erteilt, Quezon zu beseitigen. Am Abend des 17. März hatte der Sender der Insel Cebu unter Be­rufung auf eine Mitteilung des Oberkommandos der nordamerikanischen Streitkräfte auf den Philip­pinen bekanntgegeben, traft Quezon am Nachmittag einemBluthusten" erlegen fei.

in der südafrikanischen Versorgungsschiffahrt erobert hätten, der jo lange von England gehalten worden sei. Die Tonnageschwierigkeiten und die Umstellung der brittschen Industrie auf Rüstungszwecke habe zur praktischen Ausschaltung der englischen Schiffahrt nach Südafrika gefichrt. Fast alle Schiffe, die augenblicklich mit Südafrika Handel trei­ben, fuhren unter USA.° Flagge. Die Nord­amerikaner bemühten sich, durch systematische Ent­wicklung und.Vermehrung der Schiffahrtslinien nach Kapstadt den gesamten südafrikanischen Handel nach den Vereinigten Staaten umzulenken. Mehrere nord­amerikanische Reedereien planen den Einsatz neuer schneller Schiffe, durch die die Reisedauer zwischen Neuyork und Kapstadt wef entlieft herabgesetzt wer­den soll.

Oer Wehrmachtbericht vom Gamstag.

DNB. AusdemFÜhrerhauptquartler, 21. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch setzte der Feind seine erfolglosen Angriffe fort Weitere 16 sowje­tische Panzer wurden vernichtet. 3m Hafen der Festung Sewastopol versenkten Sturzkampfflugzeuge ein Handelsschiff von 4C00 BRT. und beschädigten einen großen Tanker so schwer, daß mit seiner Ver­nichtung zu rechnen Ist. Dombenvolltresser in einer Schiffswerft, einem Kraftwerk und in Brennftoff- lagern richteten große Zerstörungen an. 3m Do- nezge6iet sowie im mittleren und nörd­lichen Frontabschnitt wurden weitere An­griffe der Sowjets abgewiesen.

Bei erfolgreichen eigenen Angriffen hatte der Feind hohe blutige Verluste. Schwere Artillerie beschoß mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen in L e n i n g r a d. 3n der Zeit vom 13. bis 20. März verlor die sowjetische Luftwaffe 336 Flug­zeuge; davon wurden 298 in Luftkämpfen und 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 22 eigene Flugzeuge verloren.

Auf Malta wurde der Flugplatz La Venezia

Unsere Schwester abholen"

Zu Fuß?

»Ha, zu Fuß ..."

Ach, du liebe Zeit!"

Er öffnete die Tür, und da sitzt unsere Schwester, und wir geben ihr die Hand, und wir müssen eine Tasse Tee trinken, ein Getränk, das wir nicht ken­nen. Der große würdig aussehende Mann sagt, daß es unmöglich wäre, daß wir den Weg wieder zu Fuß machen, zumal der Wind nach Südwesten drehe. Nein, das ginge nicht. Wir müßten einen Wagen nehmen.

Emen Wagen? Für uns? Es wird immer mehr ein Märchen. Es wird ungeheuerlich! Aber wer soll die Kosten bezahlen? Wer? Ich weiß gewiß, daß wir alle drei sogleich an die Kosten denken, an nichts anderes als an die Kosten. Der Wirt denkt sicher nicht an die Kosten, nein, man sieht ihm deutlich an, daß er die nicht erwägt, überhaupt nicht an sie denkt. Aber wir ...

Der große Mann geht hinaus und bestellt den Wagen. Na ja! Hoffentlich nicht einen mit vier Pferden in Silbergeschirr. Denn dann werden wir unser Haus verkaufen müssen! Und dann geraten wir ins Armenhaus und kommen nie aus der Leute Mund.

Der Wagen kommt: ein kleines Halbdeck, mit einem schmalen Pferd davor, auf dem Bock ein zu­sammengesunkener Kutscher, der kein Wort sagt, weil er zu tief in seinem Rock und Halstuch sitzt. Wir drei hinter ihm unters offene Lederdach.

Wir schwanken los. Wir sagen alle drei kein Wort. Der Sturm fährt ja gerade gegen uns an und nimmt uns den Atem. Wir beiden Jungens sind ja auch zu erstaunt und erschrocken. O, wir haben in der Familie wahrhaft keinen Mangel an Einbildungen: aber dies geht darüber! Wir ... in einem Extrawagen? Keiner aus der ganzen Dorf- schule hat je in einem Extrawagen gesessen. Es kommt wohl vor, daß keine fünf Groschen im Hause sind. Wie peinlich, wenn dies Geld, gerade dies Geld von einem Nachbarn geborgt meroen müßte.

Und wenn das mit dem Geld gut geht, welches Gerede wieder im Dorf! Ach, wir find oft im Ge­rede, weil unser Later so viel ist: Tischler, Zimmer­mann, Glaser, Maler; und außerdem noch allerlei unternimmt, z. B. ein wenig Landmann ist oder eine Dreschmaschine tauft und führt; am meisten aber, weil er mit feinen Kindern so hoch hinaus

und der Hafen La Valetta am Tage von deuffchen Kampfflugzeugen in rollenden Angriffen mit Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers belegt. 3n Luftkämpfen über der 3nsel und in Rord- afrika verlor der Feind fünf 3agdftugzeuge.

Deutsche Unterseeboote versenkten vor der amerikanischen Küste und vor W est - afrika sechs feindliche Handelsschiffe mit zusam­men 35 000 VRT. sowie ein Küstenwachschiff der US2l.-Kriegsmarine. Beim Angriff auf einen Ge­leitzug im Atlantik erzielte ein Unterseeboot vier Torpedolreffer. Der Erfolg konnte jedoch wegen starker Abwehr nicht beobachtet werden. 3m Seegebiet um England versenkte die Luft­waffe aus einem Geleitzug heraus einen Frachter von 4000 VRT., ein weiteres großes Handelsschiff wurde durch Bombenwurf beschädigt.

Die Bedienung eines Panzerabwehrgeschühes mit Unteroffizier Schott als Geschützführer und dem Gefreiten IN ü l l e r als Richtschütze hat am 15. und 16. März an der Ostfront 10 feindliche Panzer ab­geschossen. Bei den Operationen deutscher Unter­seeboote im amerikanischen Raum hat sich das Un­terseeboot unter Führung von Korvettenkapitän Poske besonders ausgezeichnet.

Oer Wehrmachtbericht vom Sonntag.

DRV. Aus dem FührerftFUptquartier, 22. März. Das Oberkommando bet Wehrmacht gtbl bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch wurden erneute An­griffe des Feindes abgewiesen. Auch an mehreren Abschnitten der übrigen Ostfront lebhafte beiderseitige Gefechtskätigkeit. Angriffsunternehmun­gen deutscher Truppen waren erfolgreich. Die Be­schießung kriegswichtiger Anlagen in Lenin­grad wurde mit beobachteter Wirkung fortgesetzt. Die Luftwaffe bombardierte die Hafenanlagen von Kertsch und griff vor allem im Donezgebiek, im mittleren Abschnitt der Ostfront sowie südlich des 3lmensees mit starken Kampf- und 3agdflieger- kräflen wirksam in die Erdkämpfe ein. Bei Luft-

wikl. Ach, immer ein Gerede! Aber es ist doch jetzt ein unsagbares Wunder!

Das Wunder wird noch größer. Wie wir die Ecke erreichen, wo der Weg ostwärts nach unserem Dors zu liegt, tut das Pferd wohl einen Fehltritt. Ein Sturmstoß faßt es ... da liegt es! Mein Bruder, als Dorfkind, hinunter vom Wagen. Er greift mit an. Ich stehe verwundert und etwas dumm dabei. Das Pferd kommt wieder hoch! Die Deichsel hat nur einen Knick. Es geht weiter. Wir erreichen das Dorf.

Wir fahren vor die Wirtschaft, die damals links vor der Kirche stand, da wo jetzt im Gras der große Stein steht. Und nun kommt es: der Kutscher will sechs Mark! Ich frage meine Schwester leise, ob sie Geld hat; sie schüttelt mit dem Kopf:Vater wird es haben." Ich mit Angst im Herzen und in den Augen nach unferm nahen Haus und be­richte Gott fei Dank, der Vater hat das Geld und geht gleich mit. Auch ich gehe wieder mit. Denn ich muß den Wagen sehen, so lange er noch sichtbar ist. Dann gehen wir alle nach Hause.

Und nun sitzen wir alle um den Disch, und die Schwester erzählt, und wir.hören zu.

Und dann liege ich in meinem Bett, und der Weststurm kommt ungehindert vom Deich her über die Felder und stoßt gegen das Fenster. Und alles, was ich erlebt und gesehen habe, Wirkliches und Unwirkliches, geht in langem Zug an mir vorüber. Und ich bin, indem ich noch alles einmal sehe und erlebe, in Sorgen tapfer. So wie immer die Stim­mung in unserm ganzen Hause ist. Und wie sie noch heute ist.

Der Film in ?apan.

Die Japaner lieben es bei allen Arten von Auf­führungen, daß sie sehr lange dauern. So hat auch her Film bei ihnen eine durchschnittliche Länge von wenigstens 5000 Metern, so daß die Vorfüh­rung gegen vier Stunden in Anspruch nimmt. Die längste Dauer wurde von dem FilmNeushew" er­reicht, der etwa 8000 Meter hatte und sieben Stun­den hintereinander beanspruchte. Nach dem Erfolg, den er hatte, muß man annehmen, daß auch dieser Riesenfilm die Zuschauer aufs höchste befriedigte. Die japanischen Filme erzielen auch eine sehr große Zahl von Aufführungen. So blieb der FilmDie Patrouille" in den Hauptlichtspieltheatern von Tokio drei Monate ununterbrochen auf dem Programm,

an griffen auf Lifenbahnanlagen wurden 24 Rach­schubzüge der Sowjets schwer getroffen und große Zerstörungen in Ausladebahnhöfen verursacht. Am gestrigen Tage verlor der Feind an der Ostfront 51 Flugzeuge. An der Swir-Front zerstörten fin­nische Luststreitkräfte am 20. März motorisiert« feindliche Kolonnen.

3n Rordafrika wurden britische Kräfte bei dem Versuch, in die deutsch-italienischen Stellungen einzubrechen, zurückgeworfen. Durch Vombenvolt- tresser und Beschuß mit Bordwaffen wurden eine größere Anzahl britischer Panzerspähwagen und Kraftfahrzeuge vernichtet, zwei Batterien außer Ge­fecht gesetzt und mehrere Flugzeuge am Boden be­schädigt. Auf Malta griffen starke Verbände deut- scher Sturzkampfflugzeuge während des ganzen Tages militärische Anlagen der 3nsel an. Hierbei wurden die Flugplahanlagen von La Venezia schwer getroffen und sechs britische Flugzeuge am Boden zerstört. Vier weitere feindliche Flugzeuge wurden in Luftkämpfen abgeschossen. 3m Mittel- meer griff ein deutsches Unterseeboot einen stark gesicherten britischen Geleitzug an und versenkte vor Sollum einen Zerstörer der 3ervis-Klasse. Bei den Unternebmungen gegen feindliche Kriegs- und Transportschiffe vor der Lyrenaika hat sich das Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant kraus besonders ausgezeichnet .

Tagung der Propagandisten der Partei.

NSG. Die Gaupropagandaleitung hatte die Kreis­propagandaleiter, die Mitglieder des Gauringes und die Gauredner der NSDAP, zu einer Arbeitstagung ins Adolf-Hitler-Haus der Gauhauptstadt einbe­rufen. Der Vertreter des Gaupropagandaleiters, Kreisamtsleiter Pfeil, vermittelte den Teilneh­mern die Richtlinien für die Propagandaarbeit der kommenden Wochen. Landesobmann W e i n tz nahm zur ernährungspolitischen Lage des deutschen Volkes Stellung. Gaupropagandaleiter Stöhr, der sich auf der Fahrt an die Ostfront befindet, nahm an der Tagung teil. Der G a ul e i ter" sprach dann über den Einsatz der Redner und Aktiv-Propagandisten im Freiheitskampf des deutschen Volkes und über Sinn und Zweck der Propaganda als Instrument der Volksführung in dieser entscheidungsreifen Zeit.

Kleine politische Nachrichten.

Auf der Ordensburg Sonthofen fand der Schluft- appell für die erstmals zur Entlassung kommenden älteften Jahrgänge der zehn Adolf-Hiller-Schulen statt. Reichsleiter v. S ch i r a ch überreichte 230 yungen das Diplom, das zum Studium an allen Hochschulen berechtigt. Nach der Verpflichtung auf die Partei und dem Trpueschwur auf den Führer übernahm Reichsorganisationsleiter Dr. Ley dis Adolf-Hitler-Schüler in die Obhut der Partei.

Der Führer ließ durch seinen Chefadjutanten der Wehrmacht, Generalmajor Schmundt, deM Generalfeldmarschall von R u n d st e d t, der sich nach seiner Genesung wieder auf verantwortungs­vollem Posten befindet, ein in herzlichen Worten gehaltenes Handschreiben überreichen, in dem er der hohen Verdienste des Feldmarschalls in Krieg und Frieden gedachte.

*

Italienische U-Bootjager versenkten im Mittelmeer weitere vier englische U-Boote.

Roosevelt empfing am Samstag in Gegenwart von Harry Hopkins und Richard Casey den Sonder­vertreter des australischen Kabinetts in Amerika, Evair, zu längeren Besprechungen.

Molotow hat am Samstag den neuen britischen Botschafter Kerb zu einem Antrittsbesuch emp- fangen.

Auf den ägyptischen Premierminister Nahas Pascha wurde aus einer Menschenmenge ein Re­volverschuß abgegeben, der den in der Begleitung des Premierministers befindlichen Verbindungs­mann der brittschen Botschaft und der ägyptischen Regierung, Amin (Susman, verletzte. Der Atten­täter wurde verhaftet.

Der von Churchill nach Washington entsandte ehemalige britische Produktionsminister Lord B e a v e r b r o o k ist im Flugzeug in Lissabon ein» getroffen. Er wird mit dem nächsten Clipper-Flug­zeug nach Washington weiterfliegen.

und man hat berechnet, daß er im ganzen von nicht weniger als 20 Millionen Japanern gesehen wor­den ist. In den Städten beginnen die Kinoauffüh» rungen, natürlich in normalen Zeiten,, nicht vor 17 Uhr, um gegen Mitternacht zu enden.

Die Eintrittspreise springen von 12 Pfennigen nach unserem Geld ohne liebergang auf 3 bis 6 Mark. Bei den letzteren sind die üppigen Polster reich geschmückt. Es gab auch eine Zeit, in dek es für die beiden Geschlechter verschiedene Plätze gab, aber dieser Unterschied ist feit dem Jahre 1935 aufgehoben.

Für das Starwesen, wie es der amerikanische Film in so übertriebenem Maße kultiviert, gibt es im Film der Japaner keinen Raum, da man mehr Gewicht auf das Zusammenspiel Vieler legt; in der letzten Zeit haben jedoch zwei der besten Schars spielerinnen, Mieko Takamine und Tokiko Heda eine große Beliebtheit erlangt, nicht so sehr durch ihre Leistungen im Film als dadurch, das sie Rote- Kreuz-Schwestern geworden sind und ihren Dienst in den besetzten Gebieten angetreten haben. Nach dem Schauspieler Mirki Kareta wird ein Stipen­dium für das Studium des Filmwesens benannt, weil er der erste japanische Schauspieler gewesen ist, der in dem Krieg gegen die Amerikaner und Engländer gefallen ist.

Der japanische Film kümmert sich mit der größten Sorgfalt darum, daß alle Gestalten des Films den gestellten Anforderungen völlig entsprechen. So werden alljäyrlich Wettbewerbe veranstaltet, in denendicke Schauspieler",Schauspielerzwerge" oder auchNiesen" und ähnliche Ausnahmeerschei- nung-.n gesucht werden. Im Jahre 1941 hat der dicke Schauspieler alle früheren Rekorde geschlagen, da er oei dem Wettbewerb 155 Kilogramm auf­weisen konnte, die den Anforderungen des Licht­bildners völlig genügten.

Die Gehälter der Schauspieler sind sehr niedrig oder vielmehr, sie stehen in direkter Beziehung zu dem Erfolge, den der Film hat. Wenn ein Schau­spieler von einer Filmgesellschaft verpflichtet wird, so erhalt er ein fehr bescheidenes Monatsgehalt wie ein gewöhnlicher Angestellter, dazu kommt dann eine Beteiligung von 2 bis 10 v. H. an den Nettoein­nahmen von dem Augenblick an, in dem der Film Erträge abzuwerfen beginnt, nachdem alle zu feinet Herstellung gemachten Ausgaben erstattet worden sind, " ........ j