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Montag. 23. März 1942

Gießener Anzeiger

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vrühlsche Universitätrdrllckerrl R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Siehen^Schulstrahe 7-9

192. Jahrgang Nr. 69

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Iran das türkische Problem.

Von unserem Dr. W.-Korrespondenten.

Aktivität verhindern, weil sie mit der Verteidigung ihrer beiden Länder vollauf beschäftigt seien. Wäh­rend England 1917 den sowjetrussischen Einfluß aus Iran verdrängen konnte, hätten die Sowjets jetzt den Spieß umgedreht. Sei der sowjetische Plan erfolgreich, werde er erheblich zur V e r t e i d i ° gung der Naturschätze im Kaukasus bei­tragen, deren jährliche Oelproduktion 15 Millionen Tonnen betrage. Immerhin bestünden noch Zweifel, ob der Plan durchführbar sei. Sicherlich werde Eng­land alle möglichen Ränke schmieden, um seine Interessen in diesen Gebieten zu verteidigen und die Verbindung mit Indien sicherzpstellen. Die sowjeti- che Südpolitik richte sich auch ge.gen Arme­nien, worin die Türkei zweifellos eine starke Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit erblicken werde. Offensichtlich zielten Moskaus Bemühungen darauf ab, Iran der Sowjetunion als eine weitere Sowjet­republik einzuverleiben. Dieser Entwicklung könne Japan nicht uninteressiert zusehen, sie erfordere viel­mehr seine größte Aufmerksamkeit.

Indien und die Mission Cripps

Bangkok, 21. März. (DNB.) Der Vizekönig von Indien hat nur an drei indische Parteien, die Kongreßpartei, die Moslem-Liga und die Hindu- mahasabba Einladungen zur Besprechung mit

Berlin, 22. März. (DNB.) Nach den beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Mel­dungen haben die Kämpfe an der Ostfront in der vergangenen Woche wiederum hohe Anforderungen an die deutschen Truppen gestellt. Wenn auch im Süden der Ostfront die Kälte vorübergehend nach­ließ, so war doch insbesondere im mittleren und nördlichen Frontschnitt die Kampftätigkeit durch strengsten Frost, eisige Schnee­türme und meterhohe Schneeverwe­hungen behindert. Auf der Halbinsel Kertsch setzten die Bolschewisten ihre Angriffe die ganze Woche über fort. In fester Waffenkamerad- cha'it mit rumänischen Verbänden wurden alle An­griffe unter schwersten Verlusten für den Gegner und unter Abschuß von über 200 Panzern abge= wiesen. Ostwärts TaganrogStalino herrschte nur geringe Kampftätigkeit. Im Tsonez- gebiet kam es dagegen verschiedentlich zu leb­haften Kämpfen. Ostwärts Charkow wurde der Feind in heftigen Kämpfen nach Abwehr seiner für ihn verlustreichen Angriffe zurückgeworfen. Ru­mänische und ungarische Verbände waren daran erfolgreich beteiligt.

Im mittleren Abschnitt erforderten die Kampfhandlungen infolge der großen Kälte und. des tiefen Schnees höchste Anstrengungen von den Trup­pen. Tag und Nacht mußten die Nachschubwege frei­geschaufelt werden, um bei dem ständigen Wechsel von Angriff und Abwehr die eigenen örtlichen An­griffsunternehmungen erfolgreich durchführen zu können. Alle feindlichen Angriffe wurden unter hohen feindlichen Verlusten abgewiesen.

Cripps in Delhi gesandt. Die beiden ersteren wur­den aufgefordert, je sechs Vertreter zu senden, die letztgenannte Partei nur drei. Die Kongreßpartei hat die Meldungen dementiert, wonach Mahatma Gandhi, Pandit Nehru nebst anderen leitenden Männern in Delhi Cripps treffen würden. Einzig der Kongreßpräsident Maulana Azad wird die Kongreßpartei in Delhi vertreten. Der Präsi­dent der Moslem-Liga, Iinnah, erklärte auf die Einladung des Vizekönigs, daß er bereit sei, Cripps zu treffen, daß jedoch die Moslem-Liga ihre Ein­stellung zu Cripps Mission erst mitteilen könne, wenn die Vorschläge der britischen Regierung be­kanntgegeben worden seien.

Der indische Nationalrat in Thai­land erklärte, im Hinblick auf die Vorbereitungen des Vizekönigs Lord Linlithgow, die indischen Füh­rer und mit ihnen das indische Volk werde in einen Waffen st ill st and milden Briten ein gelullt werden durch die Schauspielkünste der Agenten des Vizekönigs und vor allem durch den bolschewistischen Star aus London, Stafford Cripps.Wir sind überzeugt, daß die indischen Na­tionalisten, die in Delhi dabei sein werden, nicht die Jahrzehnte des ungeheueren Kampfes von Mil­lionen von Indern für die Freiheit vergessen wer­den. Auch werden ''e nicht die Verbrechen und Schandtaten der britischen Herrschaft in Indien vergessen. Als Vertreter der 400 Millionen, die durch die Briten versklavt und politisch, geistig un* wirtschaftlich ruiniert wurden, können die indischen Führer auf keinen Fall in dieser historischen Stunde verführt werden durch die leeren Gesten und nebel­haften Versprechungen der Briten."

Harte Kämpfe bei strenger Kälte.

Die Verpflichtung der Jugend.

Einfachheit, Bescheidenheit und härteste Pflichterfüllung sind die Voraussetzungen für die Bewährung im Leben.

Im N o r d a b s ch n i t t fanden südostwärts und nordostwärts des Ilmensees erfolgreiche Abwehr­kämpfe statt. An der Einschließungsfront von L e - ningrad wurden fast täglich Rüstungswerke, Werften und Flugplatzanlagen wirkungsvoll beschos­sen. An der finnisch-karelischen Front und in Lappland waren deutsche Truppen in engster Waffenkameradschaft mit finnischen Verbänden bei örtlichen Kämpfen erfolgreich. Die Luftwaffe unterstützte durch Bomben- und Tiefangriffe die Heeresverbände besonders auf der Halbinsel Kertsch, vor Sewastopol und am Ilmensee.

*

Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden am 20.3. die Stellungen eines deutschen Korps von den Bolschewisten mit Panzern angegriffen. Es kam zu heftigen Kämpfen, in deren Verlauf die deutsche In­fanterie den Feind in seine Ausgangsstellungen zu­rückwarf. Dabei wurden sieben z. T. schwere Panzer vernichtet. Fünf allein durch Infanteriewaffen. An einer anderen Stelle führten die deutschen Truppen ein Angriffsunternehmen durch, das auf harten Widerstand und auf gut ausgebaute, zäh verteidigte bolschewistische'Stellungen traf. Trotz des schwieri­gen Geländes, der großen Kälte und der ungünsti­gen Schneooerhältnisse konnte sich die Infanterie gegen den zahlenmäßig überlegenen Gegner vot- wärtskämpfen und das Angriffsziel erreichen. Gegenangriffe hes Feindes unter Einsatz von Pan­zern wurden in erbitterten Kämpfen abgewehrt und mehrere Panzer neuester Bauart vernichtet. Hun­derte von gefallenen Bolschewisten blieben auf dem Kampffeld.

Istanbul, März 1942.

Wo überall im Iran heute Sowjettruppen stehen, vermag niemand zu sagen, der nicht an entscheidender Stelle in der Nayostaoteilung des sowjetischen Ge­neralstabes tätig ist. Für die Beurteilung der poli­tischen Situation ist aber diese Kenntnis auch gar nicht entscheidend. Wesentlicher ist, daß die Sowjet­truppen die Demarkationslinie, die in dem sowjetisch-iranischen Pakt festgelegt wurde, überschritten haben und sich geaen Süden vorwärts bewegen. Für den Moskauer Generalstab ist diese Bewegung vorläufig ohne sonderliche Problematik. Ein Widerstand Englands ist nicht zu erwarten, weil dieser, obgleich für England lebenswichtige Punkte besetzt werden, nicht geleistet werden kann. Und für den sowjetischen Generalstab selbst sind diese Bewegungen nichts als eine Um­gruppierung der an sich tiefgestaffelten Reserven der -um Schutz der Kaukasusfront bestimmten russischen Armee. Daß diese Reserven nicht in den Reserve­quartieren verludern, wohl aber trotzdem ihren ursprünglichen Operationsbestimmungen an der deutsch-russischen Front noch nicht entzogen werden, denn die Reservestaffelung ist im modernen Krieg eine außerordentliche Stärke, das ist für die mili­tärischen Dispositionen der Sowjetunion vorläufig vielleicht sogar ein Vorteil. Nebenbei steckt man noch einiges ein, was man eigentlich vor kurzem als dem englischen Bundesgenossen gehörend betrachtet hatte. Ist es nicht seine Schuld, wenn er nach dem Zusammenbruch in Ostasien seiner Forderung nur mehr mit juristischen Begründungen, die in Moskau billig sind wie Stroh, Nachdruck geben kann?

Das Entscheidende in der Gegenwart ist das Ueberschreiten der Demarkationslinie und der Marsch der russischen Kolonnen gegen Süden. Das Entscheidende während der nächsten Tage, vielleicht während der nächsten Stunden, wird sein, ob ein Teil dieser sowjetischen Kolonnen eine Schwenkung nach Westen und direkt auf Mossul nehmen wird, wobei Mossul das Ziel, aber auch der Aus­gangspunkt neuer Aktionen sein kann. Die Entschei­dung hierüber wird wiederum, wenn sie nicht be­reits gefallen ist, ausschließlich in Moskau getroffen werden, denn London ist außerstande, den Versuch zu unternehmen, die Richtung der sowjetischen Ak­tionen im Nahen Osten zu beeinflussen oder gar zu bestimmen. Wenn aber die Sowjetarmee diese mögliche Schwenkung nach Westen vornimmt, dann ergibt sich in der Kräfteverteilung des Nahen Ostens ein neues Bild, und weil, dem so ist, ist Ankara voll Spannung auf den Gang der sich an ben- Ostgrenzen der Türkei abrollenden Ereignisse. Es betrachtet sie als Zuschauer, aber doch voll inner­licher Erregung.

Die Politik der Türkei ist seit Ausbruch dieses Krieges durch eine unterstrichene Erwägung be­stimmt. Diese Erwägung ist: der Staat soll, der Staat muß außerhalb des Krieges bleiben. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Handlung türkischer (Staatsmänner, mögen ihre Sympathien wo immer stehen, waren und sind ausschließlich von diesem Gedanken beherrscht. Immer wird betont, daß das Vertragssystem, das während der letzten Jahre auf­gebaut wurde, ausschließlich nach diesen Erwägun­gen orientiert war. Weil aber bas Heraushalten des Staates aus den kriegerischen Verwicklungen zum obersten politischen Prinzip erhoben wurde, wissen die türkischen Staatsmänner, daß vertragliche Bin­dungen zwar viel, aber nicht alles sind. Was ge­schieht, wenn an Stelle der englischen Nahostarmee ganz oder teilweise die Rote Armee tritt mit dem ihr eigenen strategischen und politischen Ziel, das anders geartet ist als die, die die englische Nahost­armee kraft ihrer politischen und strategischen Funk­tion haben mußte?

Mit der ruhigen Maske eines Orientalen begut­achten die Staatsmänner der Türkei den Vormarsch russischer Kolonnen längs ihrer Ostgrenze. Ihren inneren Erregungen wird kein Ausdruck gegeben. Wir werden immer verteidigungsbereit sein. Wenn es uns unmöglich sein sollte, den Krieg zu ver­meiden, werden wir unsere patriotische Pflicht mit Ehre und Würde erfüllen." Das war es, worau' der türkische Staatspräsident in Smyrna in seiner letzten Rede den Akzent setzte.

Oer Sowjet-Vorstoß im Mittleren Osten.

Adana», 21. März. (DNB.) Nach Meldungen aus Iran hat die Sowjetunion die Absicht, ihre Be­satzungstruppen in Iran bis zum Persischen Golf vorrücken zu lassen. Die Bolschewisten be­gründen ihre Forderung nach einer Aenderung der sowjetisch-britischen Demarkationslinie damit, daß die Verbindungslinien nach den Einfuhrhäfen im Persischen Golf verbessert und gegen jede Bedrohung geschützt werden müßten. Die Sowjettruppen sollen bereits in der Gegend von Suleimanya (Mos- sulgebiet) und Chanikin (an der iranisch-iraki­schen Grenze) stehen und Vorbereitungen zur Be­setzung des gesamten westlichen Teiles von Iran bis zum Persischen Golf getroffen haben.

Das Echo in Japan.

Tokio, 22. März. (DNB.) Unter der Heber- schriftDie Sowjets bereiten einen südlichen Vor­marsch vor" schreibt Tokio Nitschi Nitschi, die Nach­richten über die Ausdehnung des bolschewistischen Einflusses im Irak und in Iran sowie über die Zusammenziehung sowjetrussischer Truppen entlang der afghanischen Grenze mach­ten es klar, daß Sowjetrußland aus dem Verschwin­den des britischen Einflusses aus Westasien im In­teresse einer Bolschewisierunq Irans und' des Irak Kapital zu schlagen beabsichtige und gleichzeitig Vorbereitungen gegen eine deutsche Frühjahrsoffensive treffen wolle. Weder England noch Amerika könnten diese sowjetische

Berlin, 22.März. (DNB.) Im ganzen Reich begingen am Sonntag die 14jährigen Junges und Mädel denTag der Verpflichtung der Jugend". Die R e i ch s f e i e r fand in Berlin im Deutschen Opernhaus statt. Zur Rechten und zur Linken der Bühne grüßten Fahnen der HI. und der Partei. Auf der Bühne hatten Jungen und Mädel des 23 er-- pflichtungsjahrganges Aufstellung genommen. Eine Jntrada für Orgel führte in die feierliche Stimmung dieser Stunde ein. Das gemeinsame LiedDeutsch­land, heiliges Wort" leitete über zu einem Führer- wort. Der Chorßanb, mein Land", vom Mozart- chor und der Rundfunkspielschar der Berliner HI. vorgetragen, bereitete die Ansprache des stellver- tretenden Gauleiters Staatsrat G ö r l i tz e r vor. Angesichts der großen Vergangenheit unseres Volkes und der gewaltigen Anforderungen der Gegenwart richtete er an die nun ins Leben tretende Jugend einen eindringlichen Appell, ihrem Volk gegenüber allezeit freudig ihre Pflicht zu turt: Nach seiner Rede stimmte das Orchester des Gebietes Sachsen der HI. unter Stabführung des Hauptgefolgschafts­führers Dr. Walter Meyer-Giesow van Beethovens 3. Leonoren-Ouoertüre an.

Heichsiugendführer Axmann

sprach bann. Er sagte, daß biefe Jugend heute in Dankbarkeit ihrer Lehrer gedenke, die ihnen viel gegeben haben. Die meisten würden nun in einen Beruf eintreten. Es gelte, die Tradition fortzufüh- ren und dem Ruf neues Leben zu schenken, der den deutschen Arbeiter 3um besten der Welt erhoben hat. Im Deutschland Adolf Hitlers sei für jeden Tüchtigen der Weg nach oben frei. Jedem werde Ehre und Lohn zuteil, der sich einer harten Pflicht- erfüllung unterziehe. Der Reichsjugendführer ge­dachte besonders der Tausende von Jungen und Mädel, die sich zum Landdienst der Hitler- Jugend gemeldet haben. Durch eine harte Lehrzeit bereiten sie sich auf die schweren Aufgaben des Bauern und der Bäuerin vor. Sie führten im Osten das Werk der großen Männer unserer Ge- schichte weiter, dem auch heute noch die Nation ihr Leben verdankt. Neben dem vielfältigen Kriegssin-

satz würde die Jugend an die Kraftquellen unseres Volkes, zu seiner Kultur und Kunst, hingeführt. Wer Goethe und Schiller, wer Bach ober Mozart empfinden und verstehen könne, der liebe Deutsch­land inbrünstiger als jene, die in ihm nur den be­quemen Schauplatz ihres kleinen täglichen Lebens sehen. Schließlich forderte der Reichsjugendführer die Jungen und Mädel auf, einer kämpferischen Ge­sinnung zu leben nach dem Vorbild der alten Kämp­fer der nationalsozialistischen Revolution und der tapferen Soldaten dieses Krieges. Nur wer sich i n Gehorsam und Disziplin Übe, werde einst führen und befehlen können. Natürlichkeit, Einfach­heit, Bescheidenheit und härteste Pflichterfüllung seien die Voraussetzungen für die Bewahrung im Leben, das noch vor ihnen liege.Verehrt die gro­ßen Heroen des Geistes und des Kampfes! Verehrt die Helden dieses Krieges, unter denen ihr mit Stolz euere Väter und Brüder wißt, und entzündet eure Herzen an ihren unvergleichlichen Taten! Seid vor allem dankbar euren Eltern, denn dieser Tag ist ihr Feiertag. Sie haben euch in eurem Leben alles gegeben! Gebt es ihnen zurück durch Liebe und Anständigkeit! Verpflichtet euch zum treuen Dienst in unserer herrlichen Bewegung, ohne die wir nicht mehr leben können! Erkennt und emp- finbet das eine: Es ist ber Wille der göttlichen Vor- fchung, daß ihr im beutfchen Volk geboren seid. Gedenkt in Ehrfurcht der Opfer, die für Deutschland gebracht worden sind! Drum sei euch heilig das Reich! Wenn unsere Frontsoldaten aus diesem Kriege mit siegreichen Fahnen in die Heimat ziehen, dann mögen sie in eurer Haltung und eurem An­blick die Erfüllung ihres Kampfes finden."

Nach dem LiedHeiliges Vaterland" trat ein Hitler-Jugend-Führer vor seine Kameraden und for­derte sie auf, den Schwur abzulegen:Ich gelobe und verspreche, in der Hitler-Jugend allezeit meine Pflicht zu tun, in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne." Die festliche Musik für Orchester von Othmar Gerster erfüllte den Raum. Sodann er­hoben sich alle zu Ehren des Führers. Die National­hymnen erklangen. Mächtige Klänge der Orgel, ge-

Frankreichs nationale Ausrüstung".

Man kann sich wohl nur sehr schwer ein zutref­fendes Bild davon machen, wie schwer und wie tief ber französische Nationalstolz durch die Nieder­lage des Jahres 1940 getroffen worden ist; ber deutsche Soldat, ber bie besetzte Zone kennengelernt hat, könnte manches anschauliche Beispiel dafür nennen. Für den Durchfchnittsfranzosen ist mit Com­piegne alles zusammengebrochen, was für ihn Frankreich hieß, und es ist bestimmt keine leichte Aufgabe für bie Männer um Marschall Petain, eigentlich überall neue Wege zu suchen und zu be­schreiten. Auch und gerade im wirtschaftlichen Bereich! Denn es ist erst drei Jahre her, daß Reynaud ein auf drei Jahre berechnetes Wirt­schaftsprogramm mit liberalerem Preis, Kredit- Und Wirtschaftsregime als bislang forderte ...

Der neueFranzösische Staat" (der an die Stelle der Rspublique Franxaise treten soll) hat von P6- tain die LeitmotiveArbeit, Familie, Vaterland" erhalten und will einenPlan der natio­nalen Ausrüstun g" verwirklichen, dessen erster Abschnitt auf zehn Jahre Dauer bemessen ist. Da Frankreichs Wirtschaft über keine auch nur einiger­maßen brauchbare Selbstverwaltung verfügt, experi­mentiert man auf diesem Gebiete vorerst ohne durch­schlagenden Erfolg. Um die erforderliche Neuord­nung und Rationalisierung, Planung und Lenkung wird viel geredet und geschrieben; man will alle bisherigen Berufsorganisationen beseitigen und mit ihnen übertriebenen Individualismus und Klassen­kampf, aber praktisch ist zur Erzielung ber notwen­digen Zusammenarbeit noch kaum etwas getan. Da­bei sollte auch und gerade in diesem Sektor das deutsche Beispiel zeigen, wie man derlei vernünftig anpackt ...

Landwirtschaft, Bodenschätze und Ar- b e i t 5 t r a f t sind die großen Aktivposten der fran­zösischen Wirtschaft, bte gegenwärtig aber mit fol­genden Faktoren rechnen muß: Nordfrankreich ist besetzt, die Kanal, und Atlantikküste ist Kriegszone, ber Heberseeverkehr ist selbst im Mittelmeer sehr weitgehenb blockiert, Rohstoffversorgung und Trans­portausgaben bereiten gewaltige Schwierigkeiten. Trotzdem haben staatliche wie private Initiative schon jetzt eine beträchtliche Verlagerung des Außen­handels fertiggebracht. Das Reich steht naturgemäß an der Spitze; Abmachungen mit Norwegen und Bulgarien sind neuerdings geschlossen worden, solche mit Schweden und Kroatien werden in Kürze folgen.

Noch birgt Frankreichs Landwirtschaft ge­waltige Entwicklungsmöglichkeiten. Man hat 1941 über eine Million Hektar neu ober roieber unter den Pflug genommen, etwa ein Gebiet von ber Größe der Niederlande mehr als 1940. Die Not zwingt dazu, mit der Vergeudung heimatlichen Bodens Schluß zu machen, weil Heberfeezufuhren ganz und Zuschüsse aus den eigenen Kolonien großenteils fehlen. Die Erzeugung an Weizen, Obst, Gemüse, Wein, Oelfrüchten kann und muß noch er­heblich gesteigert werden, nicht anders die aus Rindvieh- und Schweinezucht, Seidenbau, Fisch­fang usw. Neben die Steigerung der Anbauflächen muß die Bodenverbesserung treten, in man­chen Gebieten die Aufforstung. Auch für die Kolonien bleiben gewaltige landwirtschaftliche Projekte offen. Man denkt an große Bewässerungs­anlagen im Nigergebiet zur Nutzbarmachung von

spielt von Profesior Dr. G. Frotscher, gaben der Feierstunde einen würdigen Abschluß.

Oie Feier in Frankfurt.

NSG. In der Gauhauptstadt Frankfurt verpflich­teten sich über 2000 Jungen und Mädel in einer würdigen Feierstunde, zu der auch Gauleiter Sprenger erschienen war, dem deutschen Volke und ber Idee Adolf Hitlers. Der große Saal des Saalbaues leuchtete im Schmuck ber HJ.-Fahnen. Auf ber Bühne hatten Orchester und Chor der Standortspieleinheit der HI. Platz genommen. Im Saal saßen bve Vierzehnjährigen. Unter ben Ehren­gästen aus Partei, Staat und Wehrmacht sah man auch ben Frankfurter Jungbannführer Hellar R i e per, der seinen Genesungsurlaub von einer im Osten erlittenen Verwundung dazu benutzte, um seine Pimpfe wiederzusehen. In ben Logen und Rängen hatten sich die Eltern und Lehrer der Jungen und Mädel eingefunben. Der Festliche Marsch von Händel leitete bie Feierstunde ein. Nach einem Spruch des Führers sprach Rektor W a s s u m als Sprecher der Lehrer. Er betonte, daß diese Ju­gend, die'sich nun verpflichte, alles mit auf ben Weg ins Leben bekommen habe, was ein junger Mensch nur eben brauchte, er könne versichern, daß ber Bei­trag der Schule an ber wissensmäßigen Festigung dieser Generation allen Erfordernissen entspräche. Die politische Erziehung in den Reihen des Deut« scben Jungvolkes sei die Ergänzung zu der rein scyulmäßigen Erziehung gewesen. Der Iungvolk- fonberbeauftragte, Oberfahnleinführer Regler, verabschiedete anschließend ebenfalls die Jungem Der f. Leiter ber Hauptstelle III des Bannes 81, Obergefolgschaftsführer Schauß, übernahm bie Vierzehnjährigen. Kreisleiter Schwebe! betonte, der junge Mensch werde heute frühzeitig vor ernst­hafte Aufgaben gestellt, zu deren Lösung Verant­wortung und Pflichtbewußtsein gehörten. Dafür aber habe gerade unsere Jugend das große Glück, in ber Zeit zu leben, in der der Führer Aufgaben meistere, an ber jahrzehntelang andere zerbrachen. Und dieses Glück gebe der Jugend die Kraft, Pro­duktives zu leisten.'Mit den Liedern der Nation und dem Heil auf den Führer klang die FeierstuiÄe augb