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|92. Jahrgang Nr. 45 Krschemi tnohd). au Ker Sonntaav unb feiertags

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wehre sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Gleichzeitig hat diese Armee ununterbrochene schwerste Entlastungsangriffe des Feindes abae- wiefen und auch hierbei dem Gegner große Verluste zugefügt.

In den übrigen Abschnitten der Ostfront fügten Verbände des Heeres, unterstützt durch starke Kräfte der Luftwaffe, den Sowjets bei ihren erfolglosen

zeuge Teilstrecken der INurmanbahu mit schweren Kalibers.

In Nordafrika wurden In der Lyrenaika britische Aufklärungskräfte

Vertin. 22.Februar. (DNV.) Vom Oberkom­mando der Wehrmacht wird mitgeteilt:

Seit Einbruch des Winterwetters und der damit zusammenhängenden Einstellung der deutschen An- griffsoperalionen haben dje Bolschewisten ohne Rücksicht auf INenschen- und Waterialverluste ver­sucht, unsere Front im Osten durch fortgesetzte Massenangriffe zum Einsturz zu bringen. Trotz ungeheurer Blutopfer ist die Absicht miß­lungen. An der unbeugsamen Härte der deut­schen Truppen und der hervorragenden Zusammen­arbeit der Verbände des Heeres und der Luftwaffe scheiterten zahlreiche Angriffe des Feindes vor unseren planmäßig bezogenen Win­terstellungen. Wo aber der Gegner infolge der lang­gestreckten Frontabschnitte örtliche Einbrüche erzielen konnte, hat es die deutsche Führung immer wieder verstanden, durch entschlossenen Gegenangriff das Gesetz des handelns an sich zu reißen und dem Feinde vernichtende Schläge zuzufügen.

Vom 1. Januar bis 20. Februar 1942 wurden an der Ostfront 56 806 Gefangene eingebracht. Die blütigen Verluste des Feindes betragen ein Vielfaches dieser Gefangenenzahl. Während der gleichen Zeit wurden 960 Panzer und 17 89 Geschütze erbeutet oder vernichtet. Zahl­

reiche weitere Panzer und Geschütze wurden durch Luftangriffe hinter der feindlichen Front zerstört.

Die Luftwaffe vernichtete in der Zeit vom 1. Januar bis 20. Februar 1942 8170 Fahr­zeuge aller Art, 59 Lokomotiven und 43 Eisenbahn­züge.

Zahlreiche Eisenbahnstrecken der Sowjets wurden durch planmäßige Bombenangriffe unterbrochen.

Die S o w j e t l u f t w a s f e v e r l o r in der glei­chen Zeit 689 Flugzeuge in Luftkämpfen, 159 Flug­zeuge durch Flakartillerie und 331 Flugzeuge durch Zerstörung am Boden.

Diesem Verlust von 11 89 feindlichen Flug­zeugen steht ein Verlust von 127 deutschen Flug­zeugen gegenüber.

Oer Wehrmachibericht vom SamStag

DND. Aus dem 5 ü h r e rh a u p I q u a r«I e r. 21. Februar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im mittleren Abschnitt der Ostfront hat die Armee des Generals der Panzertruppe Model in vierwöchigen harten Kämpfen unter schwierigsten Witterungsverhälnissen die Masse einerfeindlichenArmee eingeschlosscn und vernichtet sowie starke Teile einer weiteren Armee zerschlagen. Dabei verlor der Feind rund 5000 Gefangene, 27 000 Tote, 187 Panzer, 615 Geschütze, 1150 Granatwerfer und Mafchinenge-

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das intime Verhältnis zwischen Lon­don und Moskau Hinwegtäuschen wollten.

Nicht nur Stalin hat mit der Ernennung von Cripps zum Lordsiegelbewahrer Fuß im e n g st e n Kreise des britischen Kriegskabi­ne t t s gefaßt, auch Roosevelt kann die Ent­wicklung, die mit Cripps' Ernennung zum Kabi­nettsminister sich anbahnt, nur mit Hoffnung beob­achten. Er hat bei früheren Gelegenheiten zu er­kennen gegeben, daß einrotes England" ihm ein besserer Partner zu sein scheine als das England, welches die Eierschalen der Feudalver­fassung noch nicht abgestreift hat. In den Ver­einigten Staaten wird heute an ein Wort des frühe­ren M nisterpräsidenten Baldwin erinnert, das dieser aussprach, als Sir Stafford Cripps vor über 10 Jahren ins Unterhaus einzog. Baldwin sagte da­mals:hier kommt ein künftiger Premierminister Englands."

Auch Südafrika liebedienert vorStalin

künften und Flugplahanlagen.

Wie bereits durch Sonderrnridung bekcmntge- geben, versenkten im Atlantik deutsche Unter­seeboote weitere 17 Schiffe mit 102 000 VRT. Dadurch erhöht sich der bisherige Erfolg unserer Unterseeboote vor der atnerif ani- schen Küste auf 80 Schiffe mit insge­samt 532 900 VRT.

In Fortsetzung der Operationen im Karibi­schen Meer drang eines unlerer Unterseeboote in den G o l f v o n P a r i a, westlich Trinidad, ein und versenkte auf der Reede des britischen Hafens Port of Spaiu zwei Schiffe, darunter einen Tanker.

In der Zeit vom 11. bis 20. Februar verlor

Stockholm, 23. Februar. (DRV. Funkspruch.) Nachdem Churchill erst am Donnerstag das Kriegskabinett umgebildet hatte, in dem er es auf fieben Mitglieder reduzierte, den Bolsche­wisten Eripps als Lordsiegelbewahrer hineinnahm und Lord Beaverbrook nach USA. schickte, hat er nun auch das übrige Kabinett einer gründ­lichen Umgestaltung unterzogen. Fünf Mi­nister wurden fallen gelassen, vier neue Männer neu ausgenommen und zwei Minister mit anderen Auf­gaben betraut.

Entlassen wurden: Kriegsminister Mar­ge s s o n, der Minister ohne Geschäftsbereich Greenwood, der Minister für öffentliche Ar­beiten Lord Reith, Kolonialminister Lord M o y n e und der Minister für Flugzeugproduktion Moore-Vrabanzon.

Ernannt wurden zum Kolonialminister Vis­count (Scanborne, zum Kriegsminister Sir James Grigg, zum handelsminister Hugh Dal- Ion, zum Minister für öffentliche Arbeiten und ersten Kommissar für öffentliche Werke Lord Por­tal, zum Minister für Flugzeugproduktion I. I. Llewellin und zum Minister für den Wirt­schaftskrieg Viscount W o l m e r.

Margesson war am 23. Dezember 1940 zu­sammen mit Eden ins Kabinett eingetreten. Bevor er Kriegsminister wurde, war er parlamentarischer Sekretär des Schatzamtes und Haupteinpeitscher der Konservativen Partei. Gegen ihn richteten sich schon seit einiger Zeit scharfe Stimmen der Kritik, die ihm mangelnde Energie vorwarfen. Um der schleichen­den Krise, d. h. der überhandnehmenden Verärge­rung des englischen Volkes über die dauernden M ß- erfolge, entgegenzutreten, hat Churchill ihn ausge­bootet.

Greenwood, der bereits am vergangenen Donnerstag aus dem Kriegskabinett, in das er am 11. Mai 1940 als Minister ohne Geschäftsbereich eingetreten war, herausgesetzt wurde,' ist nun gänz­lich fallengelassen worden.

Lord Reith hatte sich als Jnformationsmimster, wozu er am, 6. Januar 19*0 ernannt wu^de, keinen rühmlichen Namen gemacht und wurde bald durch den noch unrühmlicheren Duff Cooper ersetzt. Chur-

igt and le» Oe- it. Bo- ;eutische heute Sohnee

I) ver- inst vom en. Zu gehören iint und Jenerati- ler ihre haben

Riesige Verluste der Sowjets.

Ein Zwischenbericht des Oberkommandos der Wehrmacht

schlagen.

Auf der Insel Malta erzielten Kampfflugzeuge Bombentreffer in Truppenunter-

Der Mann des Widerspruchs

Sir Stafford Cripps.

Von unserem St.-Korrespondenten.

Beispielen angedeutet werden. Das erstemal, daß Sir Stafford' Cripps die Regierung nicht angriff, war nach der erwähnten Reise nach China. Er ver­öffentlichte damals einen Bericht für die Regierung und hielt Reden, in denen er seine sonstige Oppo- ition aufgab. Der andere geheimnisvolle Vorfall war Cripps' Flug von Moskau nach London An­fang Juni 1941, kurz bevor Europa zum Krieg gegen den Bolschewismus antrat. Es gibt Stimmen, die behaupten, dieser Flug sei ein Bluff gewesen, mit dem Churchill und Cripps, die in dieser Zeit endgültig Frieden miteinander schlossen, über I

Angriffen schwere Verluste zu.

3m hohen Norden belegten Sturzkarnvfslug- Bornben

ein alter Gewerkschaftler über Cripps. Der Zynis­mus, mit dem er Freunde und Gegner, die eigene Partei, die Konservativen und, was in England un­erhört ist, sogar den König angriff, hatte ihm früher überall Feinde geschaffen. Die gleichen inner- politischen Gegner haben jetzt fast einstimmig da-

Ministerfchub in London.

Nach dem Kriegskabinett auch das übrige Kabinett umgebildet

Stockholm, 23. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der sowjetische Nachrichtendienst meldet die Auf­nahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Bolschewisten und der Süd- asrikanifchen Union.

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chill behielt ihn aber als Verkehrsminister bei. Als er auch auf diesem Posten in fünfmonatiger Tätig­keit kein Glück hatte, erhielt er am 3. Oktober 1940 das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Bau­ten, bis er jetzt endgültig fallengelassen wurde.

Lord M o y n e war seit dem 8. Februar 1941 Kolonialminister. Seine Verabschiedung wurde be­reits bei der Kabinettsumbildung am Donnerstag vorausgesehen.

Moore-Brabanzon trat am 3. Oktober 1940 in Churchills Kabinett ein und löste Lord Reith als Derkehrsminister ab. Am 2. Mai 1941 wurde er an Stelle von Lord Beaverbrook Minister für die Flugzeugproduktion. Seine Entlassung soll die be­unruhigte öffentliche Meinung, befriedigen.

Viscount Cranborne, der seit dem 3. Oktober 1940 als Dominienminister die Belange der Domi- nien so glänzend vertrat, daß Churchill ihn, um die Beschwerden der Dominien abzustellen, am Don­nerstag durch Attlee ersetzte, soll es nun als Ko- lonialmjnister mit den Kolonien versuchen. Er bleibt fernerhin Sprecher des Oberhauses, wozu er am 23. Dezember 1940 ernannt wurde.

Sir James Grigg, der neue Kriegsminister, war seit dem 3. April 1940 Finanzsekretär im Kriegsministerium, nachdem er vorher parlamenta­rischer Sekretär beim Jnformatlonsministerium und viele Jahre hindurch der erste Prioatsekretär ver­schiedener aufeinanderfolgender Staatskanzler war.

Hugh Dalton gehörte schon vor seinem neuen Amt als Handelsminister dem Kabinett art, und zwar war er seit dem 15. Mai 1940 Minister für den Wirtschaftskrieg.

Lord Portal war, bevor er jetzt Lord Reith als Minister für öffentliche Arbeiten ablöste, parla-« mentarischer Sekretär im Versorgungsministerium

Oberst I. I. Llewellin, der neue Minister für Flugzeugproduktion, war vor kaum drei Wochen, am 4. Februar 1942, zum Handelsminister ernannt worden, nachdem er seit dem 2. Mai 1941 den Posten eines parlamentarischen Sekretärs im Verkehrsmini­sterium bekleidet hatte.

Discount Wolmer tritt mit der Uebernahme des Ministeriums für den Wirtschaftskrieg neu in das Kabinett ein. Seitdem er 1929 von dem Posten eines stellvertretenden Generalpostmeisters unter Baldwin zurückgetreten war, hatte er kein Regie­rungsamt mehr inne.

Tage einer deutschen Niederlage würde jeder Eng­länder um so reicher sein, folglich müsse Deutschland vernichtet werden. Diese Vernichtunastheorie führte England 1914 in den Weltkrieg, sie führte auch jetzt diesen Kampf herbei, in dem die Plutokraten­mächte Niederlage auf Niederlage erleiden und sich einer Koalition gegenübersehen, an der sie sich ihre jüdischen Giftzähne ausbeiß'en.

War nicht der Geheime Herr von Whitehall, Sir Robert Vansittart, einer derjenigen, die Da« lädier und seine Helfer in das sinnlose Kriegsaben­teuer gehetzt haben? Dieser Vansittart bestätigt Bis­marcks Wort:Hütet euch vor den vielsprachigen Engländern." Er schrieb französische Theaterstücke und galt als sehr dunkles Register, das immerhin die Außenminister Englands im diplomatischen Dienst überlebte und durch seinen Posten als Chef des Secret Service und desErsten diplomatischen Beraters der Negierung" einen Einfluß ausübte, der vielleicht dem derGrauen Eminenz", des Herrn von Holstein, gleichkam, vor dem zur Zeit des letzten deutschen Kaisers selbst Bülow bangte, und der alle Fäden der deutschen Diplomatie in Händen hielt. .Dieser Vansittart isö von einem geradezu pathologi­schen Deutschenhaß erfüllt. Bezeichnend war seine Radiorede im Vorjahre, in der er die Deutschen eine zyniscbe Horde" nannte, Bismarck war nach ihmder listigste preußische Tyrann", Friedrich der Große ein wildgewordener und maßlos überschätzter Preuße, dessen Nachfolger Hitler fei. Hitler fei der Apostel der Wildheit, die Neudeutschen seien ebenso verbrecberisch, wie die Germanen gewesen seien usw.

Vansittarts neueste Leistung steht auf demselben Niveau. Die Briten würden siegen, sagt er, und dann müßten alle Deutschen längere Zeit überwacht und niedergebalten werden, ihre Produktionsguellen feien zu zerstören, und sicherlich meint Vansittart, wenn er es auch nicht aussvricht, das gleiche wie jener jüdische Posaunist von Roosevelts Absichten, Kauf­mann, der verkündete, Deutschland müsse dadurch untergehen, daß seine sämtlichen Männer unfrucht­bar gemacht würden. Uebrigens trifft sich Vansittart mit dem WochenorganJohn Bull", das sich per­vers ausmalt, wie Deutschland nach den Plänen Churchills, Roosevelts und Stalins buchstäblich wea- gewischt würde. Diese Wochenzeitschrift folgt damit nur der Tradition aus 1914 bis 1918, als sie unter Sir Horace Bottomley stand, der tagtäglich in den gemeinsten Ausrottungsphantasien schwelgte, dafür öffentlicht gelobt wurde und als Schwindler in englischen Zuchthäusern endete! Nur, daß der John Bull dem Britenvolke sagt, was der Diplomat Van­sittart zu verwirklichen bestrebt war. Diese Sumpf­blüte der britischen Dekadenz war nämlich, wie ge­sagt, einflußreicher Berater nicht nur des britischen Königs, sondern auch Daladiers. Der Krieg ver­schlang Frankreich. Er wird auch England ver­schlingen. E- S.

Lissabon, 20. Februar 1942.

Anfang Juni 1940 befand sich der soeben von 1 Churchill zum Geheimen Lordsieaelbewahrer er­nannte Boljchewistenfreund Sir Stafford Cripps in Athen auf der Reise nach Moskau. Er sollte dort als Leiter einer Handelsdelegation verhandeln. Be­vor er feinen Flug nach Moskau antreten konnte, hatte S t a li n die britische Regierung wissen lassen, er werde mit Cripps nur verhandeln, wenn dieser als bevollmächtigter Botschafter in Moskau erschei­nen würde. So kam es, daß Cripps auf Stalins Wunsch auf der Reise zum Botschafter ernannt vurde.

Als Cripps am 12. Juni 1940 auf dem Flugplatz in Moskau eintraf, war der Beamte des sowjetischen Außenkommissariats, der im schwarzen Rock und Zy­linder erschienen war, überrascht, einen Botschafter Seiner Britischen Majestät in einem Flanellanzug dem Flugzeug entsteigen zu sehen. Der Botschafter hatte auch kein Beglaubigungsschreiben bei sich. Es mußte ihm, da bei seiner Abreise aus London nicht vorauszusehen war, daß Stalin seine Ernennung wünschte, nachgeschickt werden. Die Bolschewisten, die sich auf ein zaristisches Protokoll aus dem Jahre 1756 beriefen, weigerten sich, einen Empfang Cripps' beim Sowjetpräfidenten zu veranstalten, bevor das diesem Protokoll entsprechende Beglaubigungsschrei­ben eingetroffen war.

Stalin soll bereits 1937, als Cripps leinen ersten großen Zusammenstoß mit der Labour-Partei und den britischen Gewerkschaften hatte, sich für Cripps persönlich interessiert haben. Er sah geflissentlich über eine Aeußerung von Cripps hinweg, daß der englische König immer noch besser sei als Stalin. Er nahm diese Redewendung wohl um so weniger ernst, als sie das Bild dieses Mannes nicht störte, der sich selbst und anderen dauernd widerspricht.

Vielleicht wußte Stalin besser Bescheid über die geheimen Fäden, die Cripps schon lange ge- ponnen hatte. Zu Anfang des Krieges hatte Cripps eine Reise nach Indien und China unternommen. Er war der erste nichtrussische Weiße seit 20 Jahren, dem es gestattet mar, die Hauptstadt Sinkiangs, Urumchi, zu besuchen. Später stellte sich heraus, daß er dort ein geheimes Zusammentref­fen mit Sowjetagenten gehabt hatte. Seine Reisespur ging einige Wochen verloren, und als er nach vier Wochen wieder in China auftauchte, ge­stand er, in der Zwischenzeit in Moskau gewesen tu sein. Den Rückweg nahm er über Tokio und die Vereinigten Staaten. Wenige Wochen später war er Botschafter in Moskau. Damit erreichte er den äußeren Abschluß einer Laufbahn, die ihm offenbar lange vor geschwebt hatte. Schon 1933, als Sir Stafford Crippsvon dem unvermeidl'chen Krieg" gesprochen hatte, forderte er eine völlige Revision' der englischen Politik gegenüber den Sow­jet. ... ,.e

Diese Stellungnahme in der auswärtigen Politik entspricht Cripps' innerpolitischer Linie. Obwohl.er der Sohn von Lord Parmoor und selbst adlig ist, und obwohl er seinem Einkommen nach unter die Millionäre gehört, hat er sich innenpolitisch durch einen Radikalismus bekannt gemacht, der ihm den Ausschluß aus der Labour-Partei wegenbol­schewistischer Neigungen" eintrug. Vielleicht batte ein Arbeiter recht, der Cripps auf dessen Wort, Churchill und der Erzbischof von Can. terbury seien die größten Feinde der Arbeiter­klasse, erwiderte, Cripps fei der größte Feind der Labour-Partei. Vielleicht wollte Cripps durch sei­nen Radikalismus die Labour-Partei und die Ge- Verkschaften zum Platzen bringen, weil sie ihm zu

nach gerufen, daß dieser Einzelgänger der eng­lischen Politik ins Kabinett ausgenommen werde.

Die Fäden, die zwischen ihm und Stalin lau­en, werden erst in einer späteren Zeit aufgedeckt Derben. Dann wird sich auch zeigen, welche Ein- lüsse bei feiner Berufung zum Lordsiegelbewahrer mitgespielt haben. Daß manches in ein geheim­nisvolles Dunkel gehüllt ist, mag an zwei

Lanfittarts Derm'chtungsparole.

In Riom hat der Prozeß gegen Daladier und Ge­nossen begonnen. Die Anklage wirft ihnen vor, nicht alles getan zu haben, damit Frankreich am Tage der Kriegserklärung bereit gewesen wäre. Uns inter­essiert dieser Prozeß nur insofern, als wir die Ant­wort auf die Frage erwarten, wer das unvorberei­tete Frankreich in den Krater dieses Krieges stieß, von welchen Faktoren Daladier und andere Männer der Judäo-Plutokratie gelenkt worden sind. Der infernale englische Haß einer kleinen, alles Eng­lische beherrschenden Clique, hatte seit jeher im Deutschtum etwas Vernichtendes gesehen und vor allem Frankreich benutzt, um seinen Söldling auf dem Festland gegen die Erstarkuna Deutschlands zu haben. Wenn Churchill 1936 sagte, Deutschland müsse mit Krieg überzogen werden, denn es würde zu stark, dann verfocht er dieselbe allgemeine britische Plutokratenansicht, die schon 1898 dieEdinburgh Review" mit den Worten niedergelegt hatte, am

spießbürgerlich" waren.

Die Engländer, denen Logik und scharfer Ver­stand in der Politik verdächtig sind, haben fid) oft Gebauten bar üb er gemacht, von w e l ch e n Kräf - ten Cripps bewegt wird. Der jetzt 53jährige hatte zunächst auf der Universität Chemie studiert und versprach ein großer Wissenschaftler zu werden. Er sattelte plötzlich um und wurde Rechtsanwalt. Der Weltkrieg unterbrach seine berufliche Bahn zunäch t. Obwohl Sohn eines adligen Konservativen, bekannte ich Cripps als Kriegsdienstverweigerer. Er wurde als Lastkraftwagenfahrer zwi­schen Boulogne und der britischen Front eingesetzt. Sein Pazifismus hinderte ihn aber nicht, ein Jahr päter das Amt eines Regierungsdirektors einer großen Munitionsfabrik anzuneh­men. Nach dem Kriege war er einer der erfolgreich­sten und bestbezahltesten Rechtsanwälte Englands. 'Rach seinen eigenen Worten läßt er sich phan­tastische Summen von der herrschenden Klasse be­zahlen, damit er sie aus ihren Schwierigkeiten be­freit. Sein Einkommen als Rechtsanwalt wurde auf 50 000 Pfund Sterling jährlich, also nach altem Kurs aus etwa eine Million Mark, geschätzt. Gleich­zeitig spricht er davon, daß er die Oberklasse nicht für fähig haste, zu regieren. Berühmt sind seine Angriffe gegen bas Oberhaus geworden. Es klingt fast unenglisch, wenn er sagt, es sei lächerlich, Ober­haus und Demokratie in einem Atemzug zu nennen. Das politische System, das Cripps mit einer Leiden­schaft sondergleichen ver'icht, entspricht dem Sow­ie t s y st e m. Seine Landsleute wissen selbst nicht, ob Ueberzeugung oder ein unverbesserlicher Hang szur logischen Ueberspitzung ausschlaggebend dafür sind, daß er politische Doktrinen vertritt, die seinem Milieu so stark widersprechen. Der jetzige Arbeits­minister B e v i n hat von Cripps gesagt, er lebe in ; einer intellektuellen Stratosphäre.Mit Cripps stehst du schaudernd auf einer vereisten Ebene, über die der Eiswind seiner kalten Loük webt", äußerte