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«r. M Zweiter Statt
Sitten« Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Oberteilen)
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Der Hausspah - eine Merkwürdigkeit in unserer Vogekwelt
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man geht!
Die Werbeveranstaltung unserer Flieger.
Hebungen, im
allster beim emamiDierten
beroorgebt, dast
(Nachdruck verboten.)
22. Fortsetzung.
A.
Schnurre hat dem Ansiedlungsvorgang seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und kommt in seinem Buch „Vögel der deutschen Kulturlandschaft" zu dem Schluß, daß in isoliert gelegenen Wohnplätzen der Menschen es wohl zunächst ein einziges Pärchen gewesen ist, von dem die Besiedlung ausging. „Der Zeitpunkt derselben ist abhängig vom Grade der Schwierigkeit des Auffindens einer menschlichen Siedlung durch den Vogel. Dieses Auffinden geschieht in der^ Regel wohl nicht zum Frühjahr, sondern in der Strichzeit im Herbst oder Winter. In der Steppe gelegene Siedlungen werden, selbst bei größeren Entfernungen, erheblich früher vom Sperling aufgefunden, als solche, die durch Wald und Gebirge isoliert sind."
Wir sagten schon, daß der Spatz schon vor dem Menschen in Deutschland heimisch war. Er ist von Hause aus ein echtes Steppentier'und frißt ja nicht nur Getreide. Sein Schmarotzertum beim Menschen und die damit verbundene Massenvermehrung ist, wie gesagt, erst in historischer Zeit entstanden. Nach Naumann frißt der Spatz am liebsten Weizen, dann folgen Hafer und Gerste: Korn, unser heutiges Hauptgetreide, nimmt er nur zur Not. Bringen wir nun den Speisezettel als Anhaltspunkt in den naturhistorijchen Zusammenhang mit der Geschichte des Getreideanbaus in Deutschland, dann ergibt sich folgende Beziehung: Ist der Sperling der Weizen- und Gerstenkultur gefolgt, dünn müssen wir sein Auftreten in den Anfangs der neolithischen Periode legen. Denn diese Feldfrüchte sind aus dem 4. Jahrtausend alter Zeitrechnung nachgewiesen. Kam er aber erst mit dem Hafer zu uns, dann ist er wesentlich später aufgetreten, und wir müßten fein Erscheinen in die Bronzezeit zurückverlegen, da nach Montelius der Hafer sich ins zweite Jahrtausend alter Zeitrechnung zu- . rückverfolgen läßt. Mit dem Roggen, den wir erst im 7. Jahrhundert alter Zeitrechnung bei uns antreffen, ist er jede ns all s keineswegs erst ins Land gekommen. Diel für sich hat die Gefolgschaft des Spatzen mit im Zuge des Haferanbaus. Hafer war das Hauptgetreide der Germanen, und Haferbrei nach Plinius'ihr wichtigstes Gericht. „Die Vorliebe der Spatzen für Haferkörner ist ja bekannt. Seine innige Gemeinschaft mit dem Pferde, die jedoch nur solange dauert, wie dieses mit Hafer gefüttert wird, beweist das zur Genüge." Aber, wie gesagt, viel näher liegt es anzunehmen, daß der Spatz schon vor diesen Kulturperioden bei uns heimisch war, sein Anschluß an die Feldwirtschaft etwas Sekundäres ist und lediglich nach Eingehen
leichtathletischen Fünfkampf sowie im Schwimmen die Horstmeister 1 942 bereits festgestellt. Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt: Meister im Fußball wurde die 1. Kompanie, Meister in Handball die 2. Kompanie, Meister im Faustball die
des Schmarotzertums die Maffenvermehrung gefördert hat.
Dennoch aber weist uns diese Agrikulturbetrach» tung auf etwas für diesen Zusammenhang wich« tiges hin: die spatzenlosen Dörfer haben meistens keine Pferde: in fuhrverkehrsarmen Stadtteilen ist die Zahl der Spatzen geringer, alL da, wo ein reger Gefpannverkehr herrscht. Eitz Brauereihof ist ein Eldorado für Spatzen. In Gießen z. B. ist von jeher die H a m m ft r a ß e diL spatzenreichste Straße gewesen, da aller Verkehr mit dem Güterbahnhof über ihr Pflaster geht. Der S e l t e r s w e g, obwohl Hauptverkehrsstraße und vielbefahrenes Gefchäftsviertel, ist dagegen fpatzen- arm. Im Vogelsberg gerät der Hafer schlecht. Hier steht er noch gegen Ende Oktober ringe* erntet auf den Gebirgsfeldern (Ulrichstein, Selgen* Hof). In vielen Jahren, die durch Nässe heimgesucht waren, ging die Getreideernte vollkommen zugrunde. Infolge dieser oft aufeinanderfolgenden Mißernten verarmte die Bevölkerung und war in früherer Zeit stark verschuldet. Der Generalkultur, plan für den Vogelsberg sollte hier Abhilfe schaffen; man versuchte die Landwirtschaft vom 2kferbau zur Viehzucht umzustellen und propagierte das, bodenständige, klimaharte Vogelsberger Rotvieh. Die Siedlungsdichte der Spatzen reagierte sehr stark auf diese Verhältnisse. Geht es dem Spatz gut, heckt er das ganze Jahr, hat er nichts zu fressen, unterbleibt das Brutgeschäft. Vor dem ersten Weltkriege hatten in den Oberwalddörfern die Bauern keine Pferde: dazu waren sie zu arm, und der Hafer gedieh nicht jedes Jahr. Als der Krieg zu Ende ging und bei der Demobilmachung Pferde zu Spottpreisen zu haben waren, wurde auch dep Vogelsberg pferdereicher. Unmittelbar danach stellte sich der Spatz in diesen Dörfern ein, denn wo Pferde sind, muß Hafer gebaut werden. Und damit ist die ökologische Verbundenheit zwischen Hafer, Pferd und Spatz erwiesen. Denn die unverdauten Haferkörner der Pferdeerkremente sind ein wesentlicher Bestandteil der Spatzen-Winter- nahrung, und die Spatzenabnahme in der hafer- armen Kriegszeit beweist das genau so gut wie umgekehrt das plötzliche 'Auftreten großer Spatzenschwärme in vorher spatzenfreiem Gelände, wo während derselben Zeit größere Pferdetransports abgestellt wurden.
Damit haben wir kennengelernt, daß noch recht merkwürdige wichtige und unlösbare Beziehungen bestehen zwischen Menschen, Spatzen und — Pferdeäpfeln!
daß ganz Trettau einbezogen schien, „aber sonst war es ein ganz wunderbares Fest! Und Mädle gibts hier! Blond, braun, -schwarz — und alle so hübsch, direkt zmn Anbeißen! So jung wie ihr Grashüpfer müßte man noch mal fein. Da war eine drunter, so eine Dunkle aus dem Walsertal, mit der Boy eine Zeitlang tanzte — übrigens, wo ist denn der junge Mann?"
„Keine Ahnung." Anna hob die Schultern und hielt dem unbequemen Fraget ein tropfendes, honigbestrichenes Hörnchen so dicht vor den Mund, daß er schweigen mußte. Sie fand es ein wenig komisch, welchen Elan der alte Herr auf einmal entwickelte. ~ v
„Dein Manck hat heute ja früh aus den Federn müssen, Anna. Was war denn los?" wollte Hudal wissen.
„Entbindung", sagte Anna kurz.
Der Professor lachte kauend. „Patienten haben ein merkwürdiges Talent, immer die dümmsten Augenblicke zu erwischen. Don einem Grand mit Vieren weg ober meinetwegen aus dem Theater, das lasse ich mir ja noch gefallen, aber" — hier machte er eine Kunstpause und sah Anna abge- feimt an — „aber so direkt unterm Elxristbaum weg, das ist Schikane! Im übrigen ist das gleich der richtige Vorgeschmack für eine neugebackene Doktorsfrau." ,
Anna wußte vor Verlegenheit nicht wohin. Gottlob, da hörte sie Martin kommen. Rasch band sie ihrem Zierschürzchen eine neue flotte Schleife und verließ das Zimmer. ,
Brügger bremste seinen Wagen, packte den geburtshilflichen Koffer und stieg aus. Dann eilte er über die breite Haustreppe empor durch die Diele ins Sprechzimmer. Er war in kurzem Wichs. Die schwarze Lederhose ließ feste, braune Jtnie frei. Die graue Lodenjoppe hing ihm über die Schulter. Während er feine Hände mit warmem Wasser bürstete, überlegte er, daß der telephonische Anruf vorhin wegen der Entbindung im Grunde genommen sehr günstig mar. Denn er begründet- ihr getrenntes
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„Ist das wahr, Anna?"
„Natürlich, Martin." Sie stellte sich auf bis Zehen und bot ihm ihren Mund. „Was hast du denn da? Darf ich sehen?"
Er reichte ihr den Brief und erläuterte ärgerlich! „Der Bengel ist auf und davon. Bei Nacht und Nebel. Und ich habe es gut gemeint mit ihm. Ich schlug ihm vor, er sollte hierbleiben. Er hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, nach Italien zu fahren. Und frech wird der auch noch' Will „unser junges Glück" nicht stören. Mit anderen Worten, er will sein nichtsnutziges Bummelleben weiter- führen. Auch recht. Soll machen, was er will. Von mir hat er jedenfalls nichts mehr zu erwarten. Wir sind geschiedene Leute. Vielleicht ist es sogar besser so."
Anna las, knüllte das Papier zusammen und stopfte es in ihres Mannes Tasche. In ihrem Herzen war wilde Freude. Sie griff in Martins Haar, zog feinen Kopf herab und bedeckte feinen Mund mit ungestümen Küssen. Ein Schauspiel, bas sich dem korrekten Sprechzimmer noch nie geboten hatte. „Du mußt dich nicht ärgern, Martin. Das ist der Junge gar nicht wert. Es ist viel besser so, glaube mir. Nun sind wir zwei allein. Ich habe dich und du hast mich, und kein Mensch auf der Welt hat uns dreinzureden. Und wegen gestern — gestern war ich ein bissel verdreht und durcheinandergebracht. Kopfweh und so. Aber heute ist das wieder im Lot. Du darfst mich für keine Heul- suse halten, Martin, ich vertrage schon eine ganze Menge. Heute bin ich sogar schrecklich auf dem Damm, sieht man mir das nicht an? Ich habe solche Sehnsucht nach dir gehabt!" Zärtlich küßte sie seine Augen.
Als Brügger, ein wenig fassungslos, ihr Antlitz nach oben bog, glitzerten in den Augenwinkeln zwei Tränen, die viel gutmachten. Er war gerührt und drückte feine Frau fest an sich. Er wurde mitge- riffen und gab ihre Liebkosungen zurück.
tFortjetzung folgt.
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Erscheinen und rückte eine schiefe Situation leidlich zurecht. Ein abgelehnter Ehemann war und blieb eine komische Figur.
Es klopfte.
„Herein!"
„Diesen Brief habe ich vor ein paar Minuten im Zimmer des jungen Herrn gesunden", sagte Zenzi und blickte den Doktor treuherzig an.
„Na, dann gib mal her. Ausgeschlafen? Viel getanzt gestern?"
„Es tut's", erwiderte das Mädchen und spielte mit seiner Schürze.
Brügger riß hastig den Umschlag auf und las:
Will Euer junges Glück nicht stören. Außerdem ziehe ich es vor, mein künftiges Leben nach meinem Geschmack zu gestalten. Ich mache dotx Deinem Anerbieten deshalb keinen Gebrauch und gehe. Daß ich mich ohne Abschied empfehle, wirst Du ja wohl begreifen. Lebt wohl! Boy."
„Wann haft du das gefunden?"
„Grad vorhin. Lag auf dem Tisch. Sein Bett war gar nicht benützt. Ist etwas geschehen?" fragte das junge Ding neugierig.
„Nichts. Boy muhte nur plötzlich abreifen und setzt mich davon in Kenntnis. Es ist alles in Ordnung. Du kannst gehen", beschied Brügger das Mädchen mit gekaufter Stirn und lieh den Brief sinken.
Zenzi ging knicksend hinaus und prallte an der Tür mit Anna zusammen. Die junge Frau vergewisserte sich, dah das Mädchen außer Hörweite war, dann erst trat sie auf ihren Mann zu.
„Guten Morgen, MarUn. Du hast fortgemußt?"
„Ja. Es handelte sich um eine Entbindung. War schnell erledigt."
Anna streichelte seinen Arm und sah zu ihm auf. „Ich habe dich kommen hören. Deine Hupe kann man mit gar keiner verwechseln. Wir sind drüben. — Ich bin so froh, daß du wieder da bist", fügte sie rasch und herzlich hinzu und schmiegte sich an ihn.
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Der bekannte oberhefsische Ornithologe Dr. 1 Karl Rudolf Fischer in Gießen, der wohl einer der besten und erfahrensten Kenner unserer heimischen Dogelwelt ist, behandelt hier ein Thema, das sowohl in der Stadt, als auch auf dem Lande besonderem Interesse begegnen wird. Seine Ausführungen geben auf manche Frage, die man sich angesichts des Ueberhandnehmens bzw. völligen Fehlens der Spatzen in manchen Gegenden oder Stadtteilen selbst schon gestellt hat, eine interessante Antwort.
Daß der Hausspatz, um den es sich hier handeln soll, in seiner Lebensweise voller Kuriositäten steckt, traut diesem gemeinen Proletarier aus der Vogel- weit so leicht keiner zu. Was kann schon besonders an diesem Plagegeist von Stadt und Land zu finden fein, der sich allerwärts in Hellen Scharen herumtreibt und sich nur unangenehm bemerkbar macht, die Singvögel vertreibt und in den Gärten lästig wird, mit feinem häßlichen Gesang das Dogeikonzert nicht gerade verschönern Hilst, sondern im Gegenteil bei seiner Zanksucht und seinen ewigen Streitereien den Straßenlärm nur ver-. größern hilft? Und doch hat dieser städtisch frisierte AUerweltsvogel Eigenheiten, die der Zweite nicht kennt und noch nie gehört hat. Wer kann sich z. B. Dorftellen,_ daß es heute noch Dörfer gibt, in denen keine Spatzen Vorkommen, in denen es noch nie Spatzen gegeben hat, und wer ist darüber unterrichtet, daß mir in unserem engsten Heimatgebiet eine Reihe ausgesprochen spatzenloser Dörfer haben oder wenigstens bis in jüngstvergangene Zeiten hatten?
Und doch ist es an dem, und es verlohnt sich, aus naturhiftorifchen Gründen einmal den Ursachen nachzugehen, welche zu diesem merkwürdigen Ver- halten des sonst durchaus nicht wählerischen Vogels geführt haben. Man sollte doch aus der Aufdringlichkeit seiner sattsam bekannten Lebensweise, seinen Vielehen und seinem Kinderreichtum, aus der Härte und Stärke seines bilogischen Vogelcharak- ters annehmen, daß irgendwelche Ausbreitungsschranken für ihn niemals bestehen könnten, sondern im Gegenteil, wie es auch meistenteils zu fein pflegt, eine regelrechte Spatzeninflation zur Folge haben müßte. Und doch ist aus alter wie aus neuer Zeit in Hessen und Hessen-Nassau eine ganze Reihe von Dörfern bekannt, in denen es noch niemals Sperlinge gegeben hat. Schon Landau waren die Siedlungen Schloß Wildeck, Kehrenbach (bei Melsungen), Ober- und Unterschönau (Schmalkalden) bekannt, und Sunkel gibt in seiner hessischen Vogelfauna dazu noch das Dorf Wallenfels im Dill frei 5 und Treisberg (Kreis Ufingen) an: „Als Grund wird meist der Umstand angegeben, daß diese Dörfer nur eine beschränkte Feldmark haben und dicht von Wald umgeben sind. Merkwürdigerweise grenzen im Obertaunus die spatzenlosen Dörfchen Schmitten, Glashütten, Ruppe r-tshain und Eppenhain nicht aneinander, sondern die dazwischen liegenden Dörfer sind gerade auffallend stark mit diesen Vögeln, versehen." Der Autor folgert daraus fetyr richtig, daß „diese Befunde ökologisch unb ornitbo- geographisch besagen, daß der Spatz eine außerordentlich stark betonte Seßhaftigkeit besitzt", die auch außer der Brutzeit bestehen bleibt und daher durch zusammenhängende Wälder leicht „isoliert" werden kann.
Auch der hohe Vogelsberg besitzt spatzenarme Gegenden, und das Dorf Rebgeshgin mar bis vor etroa zehn Jahren noch spatzenfrei. Ebenso ist der Sperling erst in den letzten Jahren in den Selgenhof eingezogen, mo er früher absolut gefehlt hat. Und in früheren Zeiten sind fast alle Oberwalddörfer spatzenfrei oeroefen.
Wenn nun auch oben schon eine Teilbegründurch für dieses eigenartige Verhalten des Sperlings gegeben werden konnte, nämlich, durch feine Abneigung, große Flüge zu unternehmen, in Verbindung mit dem durch zusammenhängende Wälder ihm unmöglich gemachten schrittweisen Vorrücken in spatzenfreies Neuland, so ist damit der Hauptanteil des Umwelteinflusses auf den Spatz noch nicht geklärt. Wenn auch aus feiner Lebensweise
3. Kompanie.
In den Einzelwett bewerben wurden Sieger im:
Hochsprung: 1. Gest. Strathrnann 1,60, 2. Flg. Zeidler 1,60, 3. Dbgefr. Engert 1,50 Meter.
Diskus: 1. Wz. Tröger 30,49, 2. Wz. Marx 30, 3. Feldw. Osthold 26,93 Meter. '
K u g e l st o ß e n : 1. Flg. Zeidler 11,04, 2. Hptrn. Magier 10,75, 3. Wz. Bracher 10,15 Meter.
Schwimmen. 100 Meter Rücken: 1. Uffz. Fochenbrock 1:31,4, 2. Dbg fr. Stein 1:50,1, 3. Flg. Rink 1:53,2 Min. — 200 Meter Kraul: 1. Gefr. Böhmer 2:51,7, 2. Uffz. Fochenbrock 3:05,6 Min. — 100 Meter Kraul: 1. Gefr. Böhmer 1:08,5, 2. Uffz. Fochenbrock 1:15,2; 3. Flg. Ruth 1:24,4 Min. — 200 Meter Brust : 1. Dbg fr. Hebestreit 3:25,9, 2. Gefr. Dltersborf 3:37,9, 3. Flg. Dtt 3:54 Min. — lOOMeterBrust:!. Dbg fr. Hebestreit 1:35,8, 2. Flg. Dberhvser 4:38,9, 3. Ober» amt Dr. Kromann 1:39,1 Min. — 1 0 X 5 0 - Me» ter-Staffel: 1. 2. Komp. 7:47,1, 2. Stabskomp. 7:48,8 Min.
Die schwierigste Hebung in der Leichtathletik, den Fünfkampf, der aus 100 Meter, Hoch-, Weitsprung, Kugel und 400 Meter bestand, gewann nach hartem Kampf Hptm. Magier mit der guten Lei-
Dr. Brüggers Patientin
Roman von Walter Kiopffer
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Großstadtspatzen — eine direkte Abhängigkeit vom menschlichen Ackerbau besteht, so muß doch nach dem neuesten Stand der Vogelforschung angenommen werden, daß der Spatz schon vor der menschlichen Ansiedlung bei uns heimisch war und sein „Anschluß" an Getreidebau und besonders Pferde- haltung eine sekundäre Angelegenheit sind.
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Aus der Stadl Gießen.
6s geht besser, wenn man geht.
In diesen schönen Spätsommerwochen, da für manchen die Versuchung gewiß nicht gering ist, bei einiger Zeit eine durchaus überflüssige Reise zu machen, erfreut den Chronisten doppelt die Kunde von einem 73jährigen Herrn, der in kühner Ver- achtung aller Fahrzeuge, die ja ohnehin immer überfüllt sind, einen Fußmarsch unternahm, der an den wanderfrohen Poeten Johann Gottfried Seume erinnert, dessen „Spaziergang nach Syrakus" vor anderthalb Jahrhunderten eine Berühmtheit geworden ist.
Jener rüstige Greis, der den Wanderruhm auch für unsere Tage in Anspruch nimmt, statt es für zeitgemäß und vornehm zu halten, in der überfüllten zweiten Klasse einen Stehplatz au szu füllen, hat sich zwar nicht gen Syrakus aufgemacht, sondern ist in seiner Heimat geblieben. An einem Sonntag, da ihn die alte Wanderlust überkam, hat er sich ausgemacht und in zwei Tagen nicht weniger als 95 Kilometer längs der Sudeten zurückgelegt, also mehr als 45 Kilometer an einem Tage.
Das ist für einen Menschen in solch vorgerücktem Alter etwas ganz Außergewöhnliches und ist von allen, die davon hörten, auch gebührend angeftaunt worden. Aber vorbildlich sollte uns vor allem doch die Erinnerung fein, die der alte Herr mit feiner / Leistung in uns wachgerufen hot, die Erinnerung nämlich an das alte Seumewort: „Es ginge mayches besser, wenn man mehr ginge!" Meint ihr nicht auch?
Diesen Sonntag jedenfalls kvill ich es neu beginnen. Es werden bestimmt keine fünfundvierzig Kilometer fern, aber etwa die Hälfte läßt sich schon ganz gemütlich schaffen.
Ja, wir sollen uns nur mehr Zeit nehmen in unserer Freizeit! Wer vorgibt, keine Zeit zu haben, der bemäntelt damit nur zu ort seine eigene Bequemlichkeit. Lieber schlecht gefahren als gut gelaufen — das ist eine Redensart, die eigenlich ein überzähliger Eifenbahnreifender unserer Tage in Umlauf gesetzt haben könnte.
Drum nehmt als kleine Weisheit in diese Spätsommerwochen, deren wir uns alle freuen wollen, das Lob des Fußgängers mit auf den Weg und glaubt dem alten Dichterrat: Es geht besser, wenn
Keine Fettmarken für Feinbackwaren.
In einzelnen Fällen werden bei Abgabe - von Feinbackwaren außer Brotmarken auch noch Fett- morten verlangt, obgleich eine solche Forderung auf Grund der bestehenden Bestimmungen nicht gestellt werden kann. Es wird daher ausdrücklich darauf hingewiefen, daß bei der Abgabe von Feinbackwaren neben den Brotmarken Fett- oder Zuckermarken nicht verlangt werden dürfen. Nur in besonderen Fällen, d. h. nur dann, wenn die Herstellung der Feinbackwaren im Backlohn erfolgt, find die Betriebe berechtigt, Zucker bzw. Fett entgegenzunehmen. Doraussetzung ist aber, daß alle wichtigen Rohstoffe, insbesondere auch Mehl, von den Bestellern geliefert werden.
Verlustlose Körnerernte.
NSG. In jedem Krieg ist die Frage der Brot- perforgung von besonderer Bedeutung. Dies gilt ganz besonders für den gegenwärtigen Krieg, weil es ja die Feindmächte darauf abgesehen haben, das deutsche Volk durch Aushungerung niederzuzwmgen. Wir konnten bisher diese Absicht vereiteln und werden auch in der Zukunft beweisen, dah der Feind vergeblich hofft. ,
Trotzdem muß man sich klar darüber sein, daß Verluste an Brotgetreide unbedingt vermieden werden müssen. Jedes Getreidekorn ist kostbar und hilft den Sieg gewinnen. Unter dieser Parole sind die gegenwärtigen Erntearbeiten durchzusühren. Alles muß gesammelt werden, was zum Zwecke des Drusches und der späteren Vermahlung zu Brot- mehl eingebracht werden kann. Millionen kleinster Mengen machen zusammengenommen einen großen und entscheidenden Betrag aus. Auch alle Erntehelfer sollen immer an die politische Bedeutung des Brotes in dieser Zeit denken und in größter Sorgfalt bei den (Erntearbeiten ihre nationale Pflicht erfüllen.
Mer auch die nichtsammelbaren aus gefallenen Körner dürfen nicht eingepflügt werden. Es find Schweine auf die Stoppelfelder zu bringen, von denen diese Körner als wertvolles Futter aufge- nomrnrn werden. Dadurch sparen wir anderes Futter und bringen die (Ernteuberrefte zu höchst- m (6emiffent)afteftVu 5 f ü f) r u x g der (Erntearbeiten hilft siegen! _________________
11.
Bevor Anna am nächsten Morgen an dem reich’ gedeckten Frühstückstisch erschien, erfuhr sie von d^ Mädchen, daß ihr Mann vor einer guten Stunde zu einer Entbindung gerufen worden sei. Die Zenzi ermähnte das nur so nebenher, weil sie von den Vorgängen dieser Nacht keine Ahnung hatte und das (Ereignis bei der Men Frau als bekannt voraussetzte. Anna hütete sich, diesen Glauben zu zerstören.
Anna reichte Professor Helmreich und Detter ftran* die Hand Sie trug ein kleidsames Schotten- Söckchen und eine teerosenfarbene Bluse. Gelassen widmete sie sich ihren Hausfrauenpflichtenl, goß Kaffee in die Tassen und bot den Herren Gebäck an. Franz beobachtete seine Bast verstohlen unb mit jungenhafter Neugier, ob die erste Nacht im eigenen Heim einen neuen Zug in ihr Gesicht geprag habe Aber er fand nichts besonderes an ihr. Anna Jeiat’e ein ausgeschlafenes, heiteres Gesicht dem die frauliche Würde einen Zug von Beftimmth^t verlieb Franz Hudal war eben ein junger Dachs und fein Psychologe. Sonst würde er bemerkt haben daß durch Annas ganzes Wesen ein» feiner ’JjFSJS lief, daß ihre Munterkeit nicht echt war und daß sich hinter aller Forschheit em labiles Gemüt ver barg dessen gespielte Sicherheit beim geringsten An- la^'in Tränen Umschlagen konnte. Franz rührte e^was"enttäuscht in s7ner° Tasse, indes der Pra,e sor leine Stimme, die wie ein verstopftes ivawyorn klayg, mit den Exzessen des gestrigen Abends e ^iber sonst", fuhr er begeistert fort, und voll- siihrle eine Bewegung von si> großer Weitlaufigkei,
Kobln-I ngeil I n Salti I riiW] icwiciu. I c&örtal jäher einer MN. 'Lkt lausO
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Seit vielen Tagen herrscht in den Abendstunden auf dem Sportplatz reges Leben. In harten Vorkämpfen wurden die Teilnehmer für die Entscheidungskämpfe am morgigen Sonntag ermittelt. Aus zeitlichen Gründen wurden in den technischen Fußball, Handball, Faustball, im Fünfkampf sowie im Schwimmen
ftung von 2702 Punkten vor Dbgefr. Neumann mit 2677 Punkten und Flg. Zeidler mit 2649 Punkten. Dabei erzielte Hptm. Magier folgende Einzelergebnisse! lt)0 Meter 12,1 Sek., Hochsprung 1,50 Meter, Weitsprung 6,35 Meter, Kugel 10,75 Meter, 400 Meter 57,9 Sek.
Das wohl beste Ergebnis brachte der Weitfprung. Hier siegte Hptm. Magier mit 6,35 Meter vor Dbgefr. Neumann mit 6,16 Meter unb Uffz. Dörfchei mit 6,10 Meter.
Aus diesen Ergebnissen läßt sich ersehen, daß am Sonntag auf dem Universitäts-Sportplatz spannende Kämpfe zu erwarten find, für die sich im einzelnen nachstehende Teilnehmer qualifiziert hoben.
Im 100-Meter-Endkauf stehen: Hptm. Magier, Uffz. Gram, Bracker, Tröger, Wolff und Dbgefr. Neumann. Es wird vom Sieger eine Zeit von 11,3 Sek. erwartet.
Den 100-Meter-Lauf, den Hptm. Magier, Uffz. Gram, Dbgefr. Neumann und Flg. Daichow bestreiten werden, ist völlig offen. Zum Sie.g werden 23,7 Sek. gelaufen werden müssen, die außer Dal- chow sämtliche anderen Endlaufteilnehmer zu lausen in der Lage sind.
Einfacher ist es im 400-Meter-Lauf, den wohl Dbgefr. Neumann in einer Zeit, die um 53 Sek. herum liegt, gewinnen dürfte.
Falls Becker, in dem wir den sicheren Sieger über 1500 Meter und 3000 Meter sehen, über 800 Meter nicht starten sollte, erwarten wir von Ockstadt eine Siegerzeit nahe der 2-Minuten-Grenze.
Ganz offen sind dagegen die Staffeln. Es läßt sich schwer sagen, wer sich hier in die Siegerlistö einträgt.
Glänzender Sport wird erwartet, und es ist sicher, daß die Besucher der Werbeveranstaltung wieder einmal ausgezeichnete Kämpfe sehen werden.


