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Aus der Stadt Gießen.

Liebe zum Garten.

Zwischen dem Häuseroiereck ist der Boden in zahl­reiche kleine Gärten aufgeteilt. Blickt man aus den Fenstern der Mietwohnungen hinab, dann kann man im Sommer die Pracht der Blumen und die Ueppigkeit der Küchenkräuter bewundern, während in den Wintermonaten das Geäst der Bäume und Sträucher an den ständigen Szenenwechsel im großen Schauspiel der Natur erinnert. Zu jeder Zeit gewähren die Gärten einen trostoollen Anblick im steinernen Häusermeer, und jetzt im Frühling ist es ganz und gar erfreulich, auf das geheimnisvolle Werden dort unten zu schauen.

Es ist eine stille Liebe, die die Gärten wachrufen. Nicht nur bei denen, die sie bewirtschaften, auch bei den Alitieren Bewohnern des Blocks senkt sich das Samenkorn der Zuneigung in die Herzen. Die alte Beziehung zur Mutter Erde, die uns im Blute steckt, kann sich nicht verleugnen. Sie ist plötzlich wieder spürbar, wenn nach den eintönigen Wochen des Winters der Boden nach der ordnenden menschlichen Hand ruft, sie feiert Triumphe, wenn in den kom­menden Wochen der Blütenflor auf Blatt und Strauch liegt. Deshalb wird auch fast andächtig Anteil genommen, wenn jetzt der Nachbar in den Abendstunden mit Spaten und Harke sein Werk vollbringt, wenn er sät und auspflanzt und immer wieder bedachtsam die Beete ebnet und die Wege säubert.

Der Nachbar weiß um die Anerkennung, und er trachtet mit Fleiß danach, seinen kleinen Garten wieder zu einem Schmuckstück werden zu lassen.Es ist ja nicht viel, die paar Quadratmeter", pflegt er gewöhnlich zu sagen,aber man hat doch seine Freude daran." Und weil alle, die dort unten die paar Quadratmeter" bestellen dürfen, ihre Freude daran haben, hebt insgeheim ein Wetteifern an, damit die Leistung auch sichtbar werde. So wird ein Gartenstreifen um den anderen mit größter Hingabe gepflegt, was wiederum bei denen, die nur aus der Fenstersicht daran teilnehmen, wärmere Sympathien zu dem bestellten Boden weckt. Beginnt aber erst das volle Sprießen und lockt die Sonne die Blumen her­vor, dann erobert sich die Liebe zum Garten aus­nahmslos die Herzen aller Anwohner. In den Gär­ten aber hört den ganzen Sommer über die Reg­samkeit nicht auf, und der Boden dankt immer wieder mit neuer Fruchtbarkeit dafür, daß ihm auch innerhalb der Stadtmczuem soviel Liebe entgegen­gebracht wird. Sch.

Sprechstunde des Kreisleiters.

Die Sprechstunde des Kreisleiters findet am Don­nerstag, 23.4. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonyftraße 18, statt

Amt für Agrarpolitik.

Die Sprechstunde des Amtes für Agrarpolitik findet am Donnerstag, 23. 4. 42, nachmittags von 15 bis 17 Uhr, in Gießen, Lonyftraße 18, statt.

Neue Jagdzeiten.

Der Reichsjägermeister hat durch Verordnung für das gesamte Reichsgebiet eine gewisse Ausdehnung der Schußzeiten bestimmt. Danach darf die Jagd nunmehr ausgeübt werden auf: Gamswilti vom 1. August bis 15. Dezember, Auerhähne vom 1. April

bis 31. Mal, Virk- und Rackeihahne vom 16. April bis 15. Juni. Im Jagdjahr 1942/43 darf die Jagd ausgeübt werden auf Rebhühner vom 1. Septemver 'bis 15. Oktober, Fasanenhennen vom 1. November bis 15. Januar, soweit nicht für einzelne Gebiete die Jagd darauf gänzlich verboten ist. Dorverlegt wird der Beginn der Jagdzeit für nichtführendes weibliches Rot- und Damwild, mit Ausnahme der Kälber, sowie für Rot- und Damspießer au'f den 16. Juli, ebenso für Ringeltauben; verlängert wird die Jagdzeit 1942/43 für Drosseln bis 31. Januar, ebenso für Erpel.

Lichtspielhaus:Verlassen".

Dem verschollenen Kostüm der Gestalten dieses Films- er spielt in der Zeit, als der Uebergang vom Segelschiff zum Dampfschiff eine technische Revolution in Seefahrt und Ueberseehandel ein­leitete entspricht die verschollene Fabel, welche den Roman einer jungen, unschuldig verdächtigten und edelmütig sich opfernden Frau erzählt: anfangs auf eine umständlich ausholende Art, zuletzt mit kräftigen Spannungsreizen. Dadurch, daß der An­schlag auf ein zur Ausreise bereitliegendes Schiff und eine drohende Keffelexplofion in letzter Minute vereitelt werden, und daß ferner durch ein Geständ­nis auf dem Totenbett die Unschuld der bis zuletzt schweigenden Heldin offenbar wird, sind die Voraus­setzungen für einen befriedigenden Ausgang ge­schaffen. Unter der Spielleitung von Mario Mat- toli wirken in den Hauptrollen Corinna Lu­ch a i r. e, Maria Denis, Giorgio Rigato, Ca­millo P i l o t to , Enrico G l o r i und Osvaldo V a - lenkt. Deutsche Fassung: Lüdtke und Dr. R o h n- stei n; die Synchronisierung ist befriedigend. Ein Gewinn des Films sind die überwiegend sehr schö­nen, klaren und malerischen Aufnahmen, die wie große, bewegte Bilder aus der Frühzeit der Photo­graphie wirken. (Deutsch-italienische Produktion im Verleih der Difu.) Hans Thyriot.

75 Jahre Zigarrenfabrik Nattmann.

Am Samstag versammeUe der Betriebsführer, Julius Nattmann seine Gefolgfchaft und Gäste, um mit ihnen das 75jährige Bestehen der Firma zu be­gehen. Er zeichnete in einer Ansprache den Weg der Firma seit der Gründung am 1. April 1867 auf. Der Großvater Julius Nattmann als Gründer entwickelte das Unternehmen aus den kleinsten An­fängen zu einer beachtlichen Größe. Als er 1916 starb, sah er die Firma in guten Händen seines Sohnes Julius Nattmann, der seit dem 1. April 1901 Inhaber war. Als er 1918 starb, übernahm der langjährige Mitarbeiter Heinrich Rau die Weiterführung des Betriebs für die unmündigen Kinder. 1922 wurde die Firma in eine G. m. b. H. umgewandelt und Herr Rau zum Geschäftsführer bestellt. Dieser hat in unverbrüchlicher Treue 48 Jahre lang sein Bestes dem Unternehmen gegeben und in der Zeit des allgemeinen Niedergangs vor 1933 mit zäher (Energie um den Bestand der Firma gekämpft. 1936 übernahm der heutige Betriebsführer Julius Wilh.elm Nattmann das Unter­nehmen als Alleininhaber. Der Sieg des Nativnal- sozialismus brachte auch der Firma eine starke Auf­wärtsentwicklung. Nach dem Kriege soll mit ver­stärkter Kraft an den weiteren Ausbau der Firma gegangen werden.

Kreisleiter Backhaus überbrachte der Firma die Glückwünsche der Partei und betonte, daß ihm das eine besondere Freude sei, da der Betrtebsführer

-alter Parteigenosse und in der Firma die erste NSBO.-Zelle entstanden ist. Er wies dann auf unsere hohen Pflichten, insbesondere im Kriege, hin und wünschte einen weiteren Aufstieg der Firma. Beigeordneter Nicolaus gab den besten Wün­schen des Oberbürgermeisters Ausdruck und hob her- vor, daß die Stadtverwaltung mit besonderer Freude solche alten Firmen in ihren Mauern sehe. Herr Krause als Vertreter der Jntiustrie- und Handels­kammer wünschte dem Unternehmen für alle Zu­kunft Glück. Betriebsobmann Huber überreichte ein Geschenk der Gefolgschaft mit Worten über die Vergangenheit und besten Wünschen für die Zukunft. Dann sah man bald fröhliche Gesichter bei allen An­wesenden, und es wurde noch manche Stunde in kameradschaftlicher Verbundenheit zusammenge- blieben.

Vorsicht beim Genuß der Lorchel.

Der Genuß der Lorchel, Frühlingslorchel (Helvella oder Gryomitra Esculenta), die fälschlich meist als Morchel bezeichnet wird, verursacht fast alljährlich im Frühjahr zahlreiche, in einzelnen Fällen sogar tödliche Erkrankungen. Um die schädliche Wirkung dieses Pilzes zu vermeiden, ist es erforderlich, die zerkleinerten Pilze mit einer reichlichen Menge Wasser zum Kochen zu bringen, mindestens fünf Minuten kochend zu halten, das Kochwasser weg- zuschütten und die Pilze auf einem Sieb abtropfen zu lassen. Einfaches Abwaschen ist nutzlos, and) Ab- brühen schützt nicht vor Erkrankungen. Größere Mengen als ein Pfund zubereiteter frischer Lor­cheln sollen von einer Person bei einer Mahlzeit nicht genossen werden. Auch ist zu vermeiden, eine zweite Lorchel-Mahlzeit kurz nach der ersten einzu­nehmen. Daher kaufe und bereite man nur so viele Lorcheln zu wie zu einer Mahlzeit erforderlich sind, damit kein Rest bleibt, der zum nochmaligen Genuß von Lorcheln am gleichen oder folgenden Tage ver­leitet. Einen etwa gesammelten Ueberschuß trockne man scharf, um ihn gelegentlich zum Würzen von Speisen zu verwenden. Getrocknete Lorcheln, wie sie auch im Handel erhältlich sind, haben ihre Giftigkeit verloren und bedürfen keiner besonderen Behand­lung.

Gießener Gchlachtviehmarkt.

Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteige­rungshalle Rhein-Main kosteten: Bullen 33 bis 43,5 Rpf., Kühe 20 bis 43,5, Färsen 35,5 bis 49,5, Kälber 35 bis 57, Schafe 12 bis 49 je % kg Lebend­gewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg unti mehr) 1,25 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,25, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,25, c (100 bis 119,5 kg) 1,23, d (80 bis 99,5 kg) 1,15, ef (unter 80 kg) 1,11, gl (fette Specksauen) 1,25, i (Altschneider) 1,25, g2 (andere Sauen) 1,15, h (Eber) 1,15 RM. Marktverlauf: alles zugeteilt.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 22. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Vz kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 45, Zwiebeln, % kg 20, Meerrettich 50, Apfel­sinen 51, Zitronen, das Stück 8, Lauch 5 bis 10, Feldsalat, Vio 15 Rpf.

** 82 Jahre alt. Am morgigen Donnerstag, 23.April, vollendet Frau Anna Biedenkopf,

geb. Fritz, Tcmnenwea 3 wohnhaft, in bester körper­licher und geistiger Frische ihr 82. Lebensjahr. Die Jubilarin nimmt an den Ereignissen unserer großen Zeit noch regen Anteil. Auch wir bringen der alten Dame unsere herzlichen Wünsche zu ihrem morgigen Geburtstage und für einen schönen Lebensabend dar.

** Reichssportabzeichen. Der Landrat des Landkreises Gießen als Behörde der staatlichen Sportaufsicht weist heute in einer Bekanntmachung darauf hin, daß am Samstag, 25. April, nachmittags 15.30 Uhr, in Lollar ein 25-km-Gepäckmarsch statt­findet. Näheres siehe Anzeige.

Amtsgericht Gießen.

Ein Mann aus Lang-Göns hatte im Jahre 1941 unbefugt Uniform getragen und mar damit in Lang- Göns und in anderen Orten herumspaziert. Dafür erhielt er durch Strafbefehl drei Monate Gefängnis zuoiktiert. Gegen diesen Strafbefehl legte er Ein­spruch bei dem Amtsgericht Gießen ein, wo er jedoch fein Glück hatte. Der Angeklagte wurde zu drei Monaten Gefängnis verurtellt.

Strafkammer Gießen.

Bei der Bahn waren im August vorigen Jahres aus einer zur Beförderung aufgegebenen 10-Liter- Flasche Schnaps drei Liter verschwunden. Ein Mann aus Gießen, der die fehlenden drei Liter teils ge­trunken und teils verschüttet haben sollte, war vom Amtsgericht Gießen Ende Januar wegen Mund­raubs zu vier Wochen Haft verurteilt worden. Gegen dieses Urteil legte er Berufung bei der Strafkammer Gießen ein mit dem Ergebnis, daß das Urteil des Amtsgerichts Gießen aufgehoben und der Angeklagte mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde.

Fußball.

Cuffroaffenfporfoerein Universität.

Am heutigen Mittwochabend treffen sich diese Mannschaften zu einem Freundschaftsspiel auf dem 1900-Platz. Damit wird die Reihe der Abendspiele fortgesetzt, die im vergangenen Jahr bereits regen Zuspruch fanden. Die Universität trägt nach langer Zeit ihr erstes Spiel aus, so daß an einem sicheren Sieg des neuen Meisters nicht zu zweifeln ist. Spiel­leiter ist Kreisfachwart Neuweiler.

Keine Mathematik! Sondern einfach die Feststellung, daß der bekannte Schnellverband HANSAPLAST I dreierlei in sich vereint: Verband­mull, Antiseptikum und Pflaster. Und dies ist der Erfolg: schnell, sauber, billig und materialsparend.

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Heute Mittwoch Erstaufführung!

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Ein menschliches Drama, das mit den Mitteln des Films zu einem spannenden und eindrucks­vollen Werk gestaltet wurde.

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Vereine

Alkers- kmerMask 1890-1940 1891-1941

SemeiiiWe 3UsW«kllllsl Samstag, 25. 4. 20% Ubr im ,Kühlen Grund"

Vortrag Dr. Hans Rollos Zahlr. Erschein, erbeten. 1342D Die Kam.-Ftthrer.

f ist notwendig, wird aber oft nicfyt gut vertra sollte man das Gemüse zusammen mit

gen. In solchen Fallen Kufeke" geben. Der

Stuhl bleibt dann geregelt.

Donnerstag, den 23. April 1942,19VaUhr in der Universitäts-Aula

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Ihre Verlobung geben bekannt

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Gießen z. Z. Innsbruck

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April 1942

_____________01863/

6Ut. Idoct üßw

Sie sind mit Recht enttäuscht, wenn es Henkel-Erzeugnisse vorübergehend nicht so reichlich gibt. Wir haben dafür Verständnis, bitten aber um Nachsicht und Geduld. Im Kriege sind die Verhältnisse mitunter stärker als unser Wunsch, alle Hausfrauen ausreichend mit Wasch- und Reinigungsmitteln zu versorgen. Oie Gewißheit aberkönnen Sie haben: Unsere Erzeugnisse werden nach wie vor in bewährter Güte geliefert. Halten Sie deshalb den Henkel- Sachen die Treue! Einmal kommt auch Persil wieder und dann gibt es keine Wäschesorgen mehr.

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ZIGARETTEN

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DRITTE SORTE NIL

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