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Mlttwoch, 22. April 1942

192. Jahrgang Nr. 93 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Frankreichs Weg nach Europa.

Von unserem EF.-Korrespondenten.

Paris, im April.

Der Weg von der Pariser Mutualite zur Seine ist nicht weit. Man kann ihn ausdehnen durch einen Abstecher nach dem Quartier Latin. Man kommt auf alle Fälle bald zur Seine-Insel, die von der Kirche Notre-Dame beherrscht wird. Die Mutualite ist ein moderner Bau, der vorwiegend gewerkschaft­lichen Veranstaltungen und Vergnügungen der kleinen Leute gewidmet ist. Zur Zeit finden dort Boxkämpfe statt. Wir haben aus einem anderen Grund dort geweilt, denn wir wollten Marcel D e a t sprechen hören, der in dem Versamm­lungssaal der Mutualite den Standpunkt des Rassemblement National Populaire (der Volks­nationalen Sammelbeweguna) zur gegenwärtigen politischen Lage auseinandersetzte.

Es will schon etwas heißen, wenn 1500 Menschen an diesem herrlichen Frühlingssonntag, den auch in dem Häusermeer der Großstadt die Ahnung eines scholligen Geruchs und eines fernen BlüteUhauchs durchweht, den Weg zu einer politischen Ver­sammlung gefunden haben. Jetzt auf dem Rückweg zur Seine wird uns das noch mehr bewußt. Notre- Dame mit seiner grauen Steinmasse hebt sich scharf ab von der strahlenden, makellosen Bläue des Him­mels: wir nähern uns der Kathedrale von hinten: sie gibt jenseits des Seine-Arms den Blick frei auf die Tiefenwirkungen ihrer Architektur und vermit­telt ein anderes Bild, als man es von der Betrach­tung ihrer Turmfront her meist in der Erinnerung hat. Sie ist wie eingesponnen in einen Zauber zarten, knospenden Grüns, blühender Bäume, und das Grün setzt sich zur Seine herab fort in dem Efeu, das die helleuchtende, vertikale Ufermauer umrankt.

Wir werden uns einmal mehr bewußt, daß wir uns im Herzen Frankreichs befinden. Die Eindrücke, die wir aus der Versammlung mit nacb Hause bringen, haben uns bestärkt in dem Gefühl, daß Frankreichs Rolle in Europa, Funktion von so viel kriegerischem Geschehen in der ganzen Welt, in Paris bestimmt wird. In der Versammlung in der Mutualite ist die Forderung wieder einmal ge­stellt worden, daß Frankreich seinenW e g n a ch Europa" finden müsse. Eine geistige Aus­einandersetzung, die nicht erst seit diesem Krieg datiert, treibt ihrem Höhepunkt entgegen.- Hinter allem, was jetzt gedacht und gesprochen wird, steht der Schatten des großen Krieges. ZuminKest in dem- Kreis, vor dem Deat gesprochen hat, ist ledes Wort, das er über die schicksalschwere Bedeutung des jetzt bevorstehenden Waffengangs Deutschlands und seiner Verbündeten im Osten gesprochen hat, mit ehrlichem Beifall ausgenommen worden, und dasselbe gilt auch für die Massenversammlungen, die der gegenwärtig in .Frankreich weilende Führer der Volkspartei, Jacques D o r i o t, Leutnant in der Französischen ^Legion gegen den Bolschewismus, abhält.

Der Name von Pierre Laval ist mit derselben Leidenschaft begrüßt worden, mit der die Erwäh­nung von Charles M a u r r a s auf Ablehnung stieß. Die Zeiten derAction Fran^aise", die vierzig Jahre lang die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich vergiften konnte, dürften nunmehr ihrem Ende entgegengehen. ,

Und bei diesem Gang vom linken Seine-Ufer über die Insel der Eite, das Herz von Frankreich, ro;rb uns bewußt, in wie konzentrierter Form Paris die Zeugen der geschichtlichen Entwicklung Frank­reichs beherbergt. DasCafe de Flore" am Boule­vard St. Germain, wo einst dieAction Franvaise", Trägerin des stursten Nationalismus, begründet wurde, mag eine knappe Viertelstunde entfernt sein. Die Bewegung fristet heute im unbesetzten Gebiet noch ein kärgliches Dasein. Fern von Paris, ist sie damit schon zum Untergang verurteilt.

An den Justizpalast schließt sich an der Seine der Flügel der Conciergerie mit den spitzen Türmen an, wo einst Marie Antoinette gefangen gehallen wurde, bevor sie hingerichtet wurde. Das Volk von Paris hat viele Opfer gefordert, wenn es Rechen­schaft verlangte für die Folgen der verfehlten Poli- tik, die seine Regierungen getrieben hatten. An d^r rückwärtigen Front des Rathauses, wieder an der Seine, auf dem jenseitigen Ufer, erhebt sich das stolze Reiterstandbild von Etienne Marcelprevost des marchands de Paris", der im 14. Jahrhundert jahrzehntelang den Königen von Frankreich Trotz geboten hatte. *

Heute fragt sich das Volk von Paris, wie es die Niederlage überwinden wird, die es den roman­tischen Spielereien und den von seinen früheren Regierungen falsch verstandenen Tradittonen ver­dankt. Auch wenn der Entschluß dazu in letzter Stunde noch rechtzeitig gefaßt werden sollte, wird noch viel Arbeit auf dem Weg nach Europa not­wendig sein. Auf der Seine, deren Wasser im Re­flex des Himmels blau aufleuchtet, keucht ein ge­drungener Schlepper stromaufwärts. Die Last der fünf Lastkäbne, die er an den Stahltrossen ziehen muß, ist fast zu groß, und seine Flanken erzittern unter der gewaltigen Anstrengung.

Eine Rundfunkansprache Lavals

Berlin, 21. April. (DNB.) Laval hielt am Montagabend über den französischen Rundfunk eine Ansprache. Er führte darin aus, daß nach seinem Scheiden von dem Posten als Ministerpräsident im Jahre 1936 drei Jahre genügt hätten, um Unver­ständnis, Parteileidenschaft und den Verrat gewisser Elemente über Frankreich triumphieren zu lassen. Ein letztes Verbrechen sei dann die Kriegserklärung gewesen. Dann sei die Niederlage gekommen mit dem Elend und ihren Ruinen. Jetzt sei er erneut vom Marschall beauftragt, die Geschicke Frankreichs zp lenken, während Flottenadmiral Darlan im Na­men des Marschalls die militärischen Streitkräfte befehligen werde.

Laval sprach dann von den Schwierigkeiten des Ausbaues und den notwendigen Einschränkungen, die sich das französische Volk auferlegen müsse. Im

neuen Europa werde sich überall der Sozialismus einrichten unter Berücksichtigung des Charakters der nationalen Wünsche eines jeden Volkes. In der neuen Ordnung werde der Arbeiter geschützt, geehrt und ausgezeichnet werden. Ebenso würden sich die geistigen und moralischen Werte darin entwickeln können. Das verletzte Frankreich leide in seiner Katastrophe an einer Krise des Elends und insbe­sondere an einer moralischen Krise. Nur in Diszivlin und Ordnung könne es die Freiheit wiederfinden.

Laval ging dann auf die deutsch-französi­schen Beziehungen ein, seit seinem Eintritt in das öffenlliche Leben sei er immer für die An­näherung Frankreichs an Deutschland eingetreten. Eine Verständigung der beiden Völker wäre eine ausschließlich französische Politik gewesen, um Frank­reich von jenen ausländischen Einflüssen zu befreien, die in der Geschichte oft zur Geltung gelangt seien und heute noch gelangten, um erneut den Frieden in Frage zu stellen. Dieses Gefühl habe chn beseelt, als er 1940 Gespräche angebahnt habe, die den Marschall und ihn nach Montoire»führten, wo sie einen Sieger gefunden hätten, der Frankreich in einem neuen Europa einen seiner Vergangenheit würdigen Platz angeboten habe. Die gigantischen Kämpfe, die Deutschland gegen den Bolsche­wismus führe, hätten nicht nur den Krieg aus-

Berlin, 21.April. (DNB.) DerFührer erläßt zum Dritten kriegshilfswerk für das Deutsche Rote kreuz den nachfolgenden Aufruf:

Deutsches Volk!

Ein Winter schwerster Kämpfe und Härte st er Bela st ungen liegt hinter uns. Der deutsche Soldat hat in ihm eine PrüfuKgszeit be­standen, die olle von ihm bisher in diesem Kriege gebrachten Opfer weit übertrifft, llebermenschliche Anforderungen körperlicher und seelischer Art muß­ten an ihn gestellt werden. Er hat sie in einer Opfer- bereitschaft erfüllt, der gegenüber die von der Heimat ertragenen Lasten und Entbehrungen, so schwer sie im einzelnen auch gewesen sein mögen, vollkommen verblassen.

In der Zeit der schwersten Belastungsproben dieses Winters haben Millionen deutsche Soldaten an ihre Heimat gedacht, um für sie, ihre Frauen und Kinder, für das Dasein und die Zukunft unseres Volkes einen barbarischen Feind zu bekämpfen, dessen Sieg das Ende von allem gewesen wäre. Die Heimat weiß dies

geweitet, sie hätten auch seinen ganzen Sinn ent­hüllt.Glaubt chr", so sagte Laval, ,/daß die Sow­jets, wenn sie Sieger wären, an unseren Grenzen Haltmachen würden? Würdet ihr es dulden, daß sie uns mit der Zustimmung Englands ein Regime auf­erlegten, daß die Mechanisierung des Arbeiters und die Ausrottung der Elite mit sich bringen würde?" Frankreich müsse sich entweder in einem neuen und befriedet en Europa eingliedern, das morgen aus der großen Völkerschlacht hervor­gehen werde, die sich vor unseren Augen abrollt, oder die Franzosen müßten sich bereitfinden, die Zivili­sation verschwinden zu sehen.

Wegen dieser Auffassung, so sagteLaval, sei er von England bekämpft worden. Heule werde keine Drohung ihn daran hindern, die Verständigung und Versöhnung mit Deutschland fortzusetzen. Die eng­lisch-nordamerikanischen Lügenmeldungen seien ge­macht, um die Wahrheit zu verschleiern. Sie hätten viel Unglück gebracht, denn sie hätten zu viele Fran­zosen von der Erkenntnis der Wirklichkeit abge­halten. Seine Gedanken richteten sich insbesondere auf diejenigen, die Angriffe des ehemaligen Alliierten erlitten hätten, der sich um so mehr in das französische Gebiet verbiß, als er sich un­fähig zeigte, seine eigenen Gebiete zu verteidigen. Nachdem er Frankreich in den Krieg gestürzt habe, nachdem er ihn im Kampf aufgegeben habe, habe er versucht, die französische Flotte zu zerstören, habe er die französischen Matrosen hingemordet und die Bevölkerung ausgehungert. Heute kehrten seine Flugzeuge an den Himmel Frankreichs zurück, den sie im Augenblick der Gefahr verlassen hatten.

auch. Sie hat begriffen, wie sehr ihr Schicksal aus­schließlich in den Händen der deutschen Soldaten liegt. Was die Front für unser Volk opfert, kann von der Heimat wohl nie vergolten werden. Sie soll aber wenigstens einen kleinen Teil ihrer Dankesschuld abtragen, indem sie nach besten Kräften mithilft, die Wunden zu heilen, die der Krieg unseren Soldaten zufügt.

Zum dritten Wale rufe ich daher das deutsche Volk zum Sriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz auf. Die Erfüllung dieser Pflicht der Front gegenüber soll einen be­scheidenen Ausdruck des Dankes der nationalsozia­listischen Volksgemeinschaft an unsere Soldaten dar- stellen.

Als ihr Führer und Oberster Befehlshaber er­warte ich daher, daß sich jeder Deutsche m e h r n o ch als bisher des Heldentums der Front bewußt wird und versucht, durch seine Opfer unseren tapfersten Wännern zu danken.

Führerhauptquartier, 22. April 1942.

Adolf Hitler.

Krieg und Klima in Hinterindien.

Von Kriedrich Otte, vormals Professor an der Reichsuniversität Peking.

Wenn die Japaner gegen Malaya Mitte De­zember losschlugen, so hat das seine guten Gründe. Die trockene und gesunde und im Norden Hinterindiens überdies kühle Jahreszeit er­reicht ihren Höhepunkt in den Monaten Januar und Februar. Zwar gilt das für ganz Südasien, ist aber iir Thailand, Birma und Annam von besonderer Wichtigkeit. Im April wird es dort in den Tälern bereits warm, bleibt aber noch trocken bis meist Mitte, gelegentlich auch Ende Mai. Die trockene Hitze läßt sich ertragen, die feuchte zermürbt. Mit der feuchten Hitze beginnt die gefährliche Iah- reszeit, gefährlich besonders für Europäer und für die Hochlandchinesen aus Pünnan und Szechwan. Die Jnfektenwelt regt sich, und bösartige Sumpf- ieber zersetzen das Blut. Die Japaner werden vor. zeugen, ihre Aerzte sind geschult. Niederländisch- Indien liefert ihnen heute fein Chinin. Die Tschung, kingtruppen werden sich kaum schützen können in den Schluchten und Tälern. In der Nähe der Meeres­küste, in Rangun und Shonan (Singapur) ist das Klinra weiterhin erträglich, besonders für die an feuchtes und heißes Seeklima gewohnten Japaner.

Man kennt die tätliche Wirkung des hinterindi- fchen Talklimas aus der Geschichte. Unter der Man- golendynastie scheiterten 1283 und 1287 die Versuche Kunblai Khans, sich Annams zu bemächtigen oder Birmas im Jahre 1282. Die sonst in ganz Asien siegreichen Mongolen erlagen vor dem Klima. Auch die Versuche des Mingkaisers jungte (14031424) mißglückten. In der Mandschu^eit (16441911) er­kannten Birma und Annam die chinesische Ober­hoheit zwar an, entsandten auch Tributgesandte, aber das Verhältnis war ein sehr lockeres. Thailand (Siam) blieb als eine Art Halbkolonie bestehen, auch nachdem im Jahre 1885 Frankreich von Tang, fing und 1886 England von Birma Besitz ergriffen hatten. Damit begann die eigenüiche Kolonial, zeit für Hinterindien.

Die Ironie des Schicksals will es, daß die Tfchung- kingtruppen heute für die Engländer gegen Japaner und Birmesen in Birma selbst kämpfen. Diese Hoch- laNdchinesen werden aber unter dem Klima im Sommer furchtbar zu leiden haben, wenn sie in den birmesisch-chinefischen Randgebieten im Innern bleiben. Als die Franzosen in Friedenszeiten beim Bau der HaiphongMnnan-Bahn ab 1904 Nord­chinesen als Arbeiter in dem schwierigen Namtitale in Mnnan einsetzten, starben diese wie die Fliegen dahin. Daran wäre der Bahnbau fast mit gescheitert. Man weiß aus jüngster Zeit, daß der Bau der Autosttaße von Lashio in Birma nach dem Hochland in Dünnem ungezählte Menschenopfer gekostet hat, Kulis können aber eher ersetzt werden als geschulte Truppen.

Von der Seeseite her, wo die Japaner sitzen, sind die zerrissenen Talgebiete leichter zu beherrschen und abzuriegeln als von der Landseite her. Die Pläne der Japaner sind besser geglückt, als man hätte an­nehmen können; der Feldzug in Hinterindien hat bei geringsten Opfern zu gewaltigen Erfolgen ge* führt. .Handeln ist leicht, denken ist schwer", lautete der bekannteste Ausspruch des 1925 verstorbenen Vaters der chinesischen Revolution", Sunyatsen. Die Japaner haben richtig gedacht und deshalb auch richtig gehandelt. Sie scheinen wahrhaftig alles in Rechnung gestellt zu haben: Kriegsbedarf, Ort und Zeit der ersten Kriegshandlungen und selbst da, Klima und die Jahreszeit.

Am Geburtstag des Bührers.

Reichsmarschall G ö r i n g als Gratulant beim Füh­rer, hinter ihnen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und ^-Gruppenführer Schaub. (Presse-Hoffmann. sSch.j)

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Weitere Glückwünsche des Auslandes.

Berlin, 21. April. (DNB.) Außer Glückwunsch- telegrammen des Königs von Italien und des Duce sind weitere telegraphische Geburtstagsglückwünsche eingegangen vom Staatspräsidenten Dr. Hacha, dem König von Rumänien und Marschall Antonescu, dem König der Bulgaren, dem König von Däne­mark, dem Reichsoerweser des Königreiches Ungarn und dem ungarischen Ministerpräsidenten, dem Staatschef Kroatiens und dem Marschall Kvatemik, dem Präsidenten von Finnland, dem Präsidenten der slowakischen Republik, dem spanischen Staats- chef, dem Präsidenten von Portugal, dem französi­schen Staatschef Pätain, dem Fürsten von Liechten- stein, dem Kaiser von Mandschukuo, dem Präsiden­ten der chinesischen Nationalregierung, dem früheren König Ferdinand von Bulgarien, dem Kronprinzen von Italien, dem italienischen Minister des Aus­wärtigen, Graf Ciano, dem japanischen Kriegs-

Das Rote Kreuz und unsere Soldaten sind eins.

In Deutschland gibt es wohl niemanden, der nicht dankerfüllten Herzens der Taten und Opfer unserer Soldaten besonders in dem Kampf gegen die Sow­jets gedenkt. Wir stehen im dritten Kriegsjahr, aber unser Leben läuft, trotz mancher Beschränkungen, im Grunde doch ohne größere Erschütterungen weiter. Wir haben einen langen und harten Winter hinter uns, gewiß: aber unter welchen fast nicht ausdenk­baren Beschwerden und Leiden haben unsere Sol­daten im Osten in sibirischer Kälte und zum großen Teil in mehr als primitiven Unterkünften diese harten Wintermonate durchhalten, ja durchkämpfen müssen. Sie haben das alles als eine Selbstver­ständlichkeit hingenommen, weil sie es für ihre Pflicht hielten.

Wir wissen aber auch, wie jeder einzelne Soldat dankbaren Herzens der Heimat gedachte, wenn sie durch die Tat die Zusammengehörigkeit mit der kämpfenden Front bewies. Wir brauchen nur an die Wintersachensammlung zu denken, die bei unseren Soldaten Freude und Stolz ausgelöst hat. Wir sollen uns aber immer der Front innerlich ver­bunden fühlen, nicht nur dann, wenn gelegentlich zu einer Sammlung aufgerufen wird. Unsere be­sondere Fürsorge, nein, unsere ganze Liebe soll un­seren Verwundeten, unseren Kranken in Feldgrau gehören. Sie und das Rote Kreuz, das ihnen hilft, wenn sie verwundet oder krank aus der Frontlinie ausscheiden, sind eins. Es ist daher nur der selbst­verständliche Ausfluß unseres Dankes, wenn wir dem Rufe des Führers folgen und auch im dritten Kriegshilfswerk dem Roten Kreuz geben, was wir können. Unsere Soldaten geben ihr Größ­tes und schützen mit ihrem Blut uns alle, und wir sollten zurückstehen und ihnen die Hilfe verweigern wollen, auf die sie einen unverrückbaren Anspruch haben? Wir sollten ihren Helfern, dem Roten Kreuz, nicht das geben, was es braucht, um die Lazarette mit Betten, mit Aerzten und Hilfspersonal und allem Notwendigen zu versorgen? Es ist nicht ge­nug, im Geiste barmherzig und wohlwollend zu fein, man muß auch durch die Tat beweisen, daß man wohltut. Aus diesem Gefühl heraus ist das Kriegs­hilfswerk für das Rote Kreuz geboren worden. Wer für das Rote Kreuz opfert, erfüllt nur eine selbst­verständliche Pflicht den Frontkämpfern gegenüber.

Gibt es wohl etwas Schöneres für ein Volk, als wenn es feinen Soldaten, feinen Verwundeten das Schönste und Beste bietet, was ihnen zur Verfügung steht. Nach diesem bitteren Winter mit den schweren Kämpfen sollen sie in der Heimat toonne finden, Sonne, die ihre Wunden heilt und ihre Herzen wie­der erwärmt. Das ist der Sinn des Aufrufs unseres

Führers zum 3. Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz. Wenn wir dann in Stadt und Land, in unseren Hellbädern und Kurorten den von ihren Wunden genesenden deutschen Soldaten begegnen, dann muß uns selbst das Herz aufgehen, wenn mir aus den Augen lesen können, daß sie das Opfer der Heimat verstanden haben.

Zum dritten Male ruft der Führer zum Kriegs- hilfswerk für das Rote Kreuz auf. Das Rote Kreuz ist ein Begriff geworfen, der über die Schrecken des Kampfes und der Verwundungen und Zerstörungen des Krieges den Mantel selbslloser Liebe und Hin­gabe legt. Die Männer und Frauen des 'Roten Kreuzes pflegen in Opfermut und ohne äußeren Lohn. Getrieben nur von dem Milleid für die Lei­denden, die Verwundeten und die Opfer des Krieges, gießen sie unablässig den milden Balsam der Barm­herzigkeit in das Weh des Lebens und wollen da- durä) allen Kämpfern der Front die Gewißheit geben, daß ihrer eine liebevolle Aufnahme und Pflege roartet, wenn ihnen der Kampf Wunden geschlagen hat. Was die Armee der Barmherzigkeit, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes gegen die Schäden des Krieges marschiert und sie über­winden hilft, für jeden einzelnen tut, ist ein un­bezahlbarer Dienst am gesamten deutschen Volk..

Wo deutsche Soldaten kämpfen, vom Polarkreis bis in Afrikas Wüstensand, von den wellen Flächen des Ostens bis zum Atlantik, da sind auch unmittel­bar hinter der Front die Leute mit dem Roten Kreuz. Sie sind für unsere Frontsoldaten da und bringen ihnen die Liebe und das Mitempfinden der Heimat sinnfällig zum Ausdruck. Als die ersten Mitglieder des Roten Kreuzes in der Schlacht bei Solferino 1859 erschienen, um die Verwundeten zu pflegen, stellte das ein Neues dar. Bis dahin waren die Opfer der Kriege, abgesehen von sehr vereinzel­ter privater Fürsorge, dem Räderwerk der Kriegs­maschinerie überlassen. Die Zustände in den Laza­retten und Siechenhäusern aller Nationen spotteten jeder Beschreibung. Die Männer, die im Kamp fielen, waren zumeist nur ein Bruchteil der Sol­daten, die als Verwundete oder Kranke in den Der* pefteten Lazaretten sterben mußten. Als das Rote Kreuz das Banner der Menschenliebe aufpflanzte und sich des Freundes und Feindes unterschiedslos annahm, war der Sieg der Barmherzigkeit ent­schieden, und so sehr setzte sich dieses Liebeswerk durch, daß Krieasverbrechen gegen das Rote Kreuz in der ganzen Welt Zorn und Abscheu erweckten. Das Rote Kreuz ist heilig, und nicht nur jeder Frontsoldat, sondern jeder Angehörige der Natio­nen, die auf Ritterlichkeit sehen, hält es in Ehren.

Des deutschen Volkes Dank an seine Soldaten.

Oer Führer rüst zum dritten Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz auf.