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Explosion in Raum5

Roman von H.C. Hansen

tepyHffit by Prom«<fun»*V*rla$ Dr.lldiodrer, Gröbenzell b.M6n*eR

43. Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Man muß seinen Blick freihalten, lieber Cru- sius." Ball lächelte.Jedenfalls ist es notwendig, daß die Barkow heute abend besonders gut be­obachtet wird. Ich werde noch einen zweiten Be­amten bereitstellen. Sie bleiben aber nicht mit ihm zusammen, sondern beziehen getrennte Posten."

Er verabschiedete seine Besucher und brummte, sobald er allein war.Der Teufel müßte es jetzt wollen, daß die Barkow auf die Idee kommt, nach- zuforschen, wer ihr Verehrer eigentlich ist. Eifersucht treibt die Frauen leicht zu Erkundungen. Sie kriegt im Handumdrehen heraus, daß Herr Eberhard einen falschen Namen angab. Dann weiß sie viel­leicht schon Bescheid."

Abends warteten drei Menschen auf das Mäd­chen. Der neuzugezogene Kriminalbeamte hielt sich direkt gegenüber dem Portal der Fabrik auf und hatte die Miene eines Menschen aufgesetzt, der feinen Schatz erwartet. Michel steckte einige hundert Meter weiter in einer Türe. Meist ging Aenne Barkow in dieser Richtung.

Am anderen Ende der Straße wartete Kurt in einem guten Detsteck. Mitten im Schwarm vieler anderer weiblicher und männlicher Arbeitskame­raden kam sie. Eine Ueberstunde hatte sie heute nicht gemacht. Sie schritt langsam die Straße ent­lang und bemerkte nicht, daß ihr im Gewühl ein Mann folgte. Minuten darauf ging sie an Michel vorbei, der sich der Verfolgung anfchloh.

Der Weg führte durch mehrere Straßen. Das Mädchen blieb wiederholt an Schaufenstern stehen und betrachtete die Auslagen. Dann verschwand sie ziemlich unvermittelt im größten Warenhaus der Stadt.

Die zwei Beamten folgten sofort, der eine im Abstand von wenigen Metern. Michel vorsichtiger in gebührender Entfernung^ Sie betrat flink eine öffentliche Fernsprechzelle und wählte eine Num­mer, die der Kriminalbeamte leicht feststellen konnte, weil er durch die Scheibe sah. Das Ge­

spräch mar nur kurz. Schon nach einer Minute hängte sie wieder ein und ging aus dem Hause.

Erst auf der Straße hatte der Beamte Gelegen­heit, Michel die Rufnummer zu nennen.Stellen Sie gleicht fest, wer das ist und was sie wollte." Michel machte kehrt und lief spornstreichs zum Tele­graphenamt, das in der Nähe lag. Zu seiner großen Ueberraschung teilte man ihm mit, daß die Ruf- nummer einer seriösen Auskunftei gehöre. Zwanzig Minuten darauf stand er vor dem Inhaber der Firma und zeigte seinen Ausweis vor.

Um fünf Uhr fünfzig Minuten rief eine Dame bei Ihnen an. Es handelt sich um die Sekretärin Aenne Barkow. Ich möchte wissen, was sie von Ihnen wollte."

Aenne Barkow ist mir völlig unbekannt." Der Mann ging mit Michel in die Büroräume und öff­nete die Türen, so daß die Angestellten in den vier Zimmern ihn verstehen konnten.Um 17.50 Uhr soll hier eine Dame, die Sekretärin Aenne Barkow, angerufen haben. Wer weiß davon?"

Niemand meldete sich. Michel kam ein Gedanke. Vielleicht hat sie einen falschen Namen angegeben. Können Sie feststellen, mit wem von hier aus kurz vor sechs Uhr telephonisch gesprochen worden ist?"

Es handelt sich um drei Gespräche. Eines war mit einer Versicherungsgesellschaft, ein zweites mit einem Möbelgeschäft, das dritte mit einer Kundin, die sich Kaiser nannte."

Das wird sie sein", sagte Michel.Hat jemand persönlich mit der Dame gesprochen?"

Ja", meldete sich/ einer der Angestellten. J)eute Mittag kurz vor zwei Uhr kam eine Dame, etwa Ende der Zwanzig, schlank, vielleicht 1,70 groß, mit schmalem Gesicht und braunem Haar. Sie trug ein hellgraues Kostüm, eine hochgeschlossene Hemdbluse und einen hellen Herrenhut. Sie nannte sich Kaiser und beauftragte uns, festzustellen, wo ein Herr Kurt Niehaus wohne und was er von Beruf sei, dazu die üblichen Feststellungen nach Alter und Geburtsort. Die Dame bezahlte die Gebühr sofort und machte mit mir aus, sie werde den Bescheid gegen Abend telephonisch erbitten. Darauf rief sie gegen sechs Uhr an. Ich teilte ihr mit, daß ein Herr Kurt Niehaus, einundfünfzig Jahre alt, Kürschner­meister, geboren in Hannover, hier in der Nachti- gällenstraße siebzehn wohnt und dort ein Geschäft betreibt. Die Dame fragte noch, ob Herr Niehaus

einen Sohn gleichen Namens habe. Das mußte ich verneinen."

Danke, das genügt", erklärte Michel und strahlte vor Freude, obwohl es ihm gleich siedend- heiß bewußt ^vurde, daß die Barkow dem Schwin­del auf die Spur gekommen war. Er dankte dem Inhaber der Auskunftei und rief im Präsidium an. Zu seiner Ueberraschung erfuhr er, daß- Kam- min zurückgekommen war und wichtige Neuigkeiten mitgebracht habe. Man beauftragte Michel, seinen Schwager mitzubringen oder doch dafür zu sorgen, daß er so schnell wie Möglich komme. Michel fuhr deshalb zuerst in die Wohnung seiner Schwieger­eltern, unterrichtete hastig Bärbel und bat darum, man möge Kurt schicken, sobald er nach Hause komme.

Beinahe atemlos erreichte er ba4 Präsidium, lief die Treppen mit großen Sätzen empor und mußte erst einmal tief atmen, als er vor der Türe Doktor Balls stand. Kammin begrüßte seinen jungen Mit­arbeiter fröhlich.Ich habe einen Sack voll Neuig­keiten. Aber berichten Sie zuerst!"

Das tat Michel schnell und gründlich. Er sah, wie die Gesichter seiner Vorgesetzten ernster wurden, und wartete neugierig darauf, welche Schlüsse sie ziehen würden.

Sie chat Lunte gerochen", stellte Kammin fest. Immerhin ist es noch möglich, daß es sich lediglich um eine Eifersuchtstragödie handelt. Leider passiert es nur zu oft, daß in einer großen Stadt ein Mann falsche Narpen nennt, wenn er eine neue weibliche Bekanntschaft macht. Die Annahme liegt zu nahe, als daß die Barkow nicht sofort darauf .kommen würde. Aber das erledigen wir, sobald Ihr Schwa­ger hier ist."

Kammin zog seine Zigarrentasche und hielt sie Michel hin. Er wartete, bis die Zigarren richtig brannten, deutete dann, nach einem Blick zu dem Kriminaldirektor auf einen Stuhl und forderte Michel -auf, Platz zu nehmen.

*

Ich habe Herrn Kriminaldirektor Doktor Ball bereits informiert. Ein bißchen Glück habe ich ge­habt, sonst hätte ich nicht so schnell die Auskünfte beisammen. Aber das ist jetzt nebensächlich. Die Barkow war, wie wir ja schon wußten, bei einer Leipziger Firma in Stellung. Es handelt sich um ein Maklergeschäft, das sich mit Geldvermittlungen,

üaltruppen aller Art, die im Sommer ihr Gerat auf Kraftwagen oder schweren pferdebespannten Fahr­zeugen mitführen. Der Einsatz der Pioniere im Sommer, Wegbereiter aller anderen Truvpen zu sein, gewinnt im Winter vermehrt an Bedeutung. Zu ihren vielfältigen Aufgaben kommt die Vorbe­reitung des Uebergangs über Eisflächen, der Eis- fperr- und -fprengdienst, der Ausbau von Stust- punkten und ähnliches hinzu. Das eigentliche Bah­nen der Wege, d. h. das Befahrbarmachen der Stra­ßen für Fahrzeuge aller Art, wird im allgemeinen durch Spezialtruppen oder durch die marschierende und kämpfende Truppe selbst oorgenommen.

Bei der Vorbereitung einer Truppe für den Win- terkrieg ist ein Haupterfordernis die Gewöh­nung des Soldaten, der Tiere und der Kraftfahr­zeuge'an das Leben und den Kampf im winterlichen Klima des Östrauistes. Dabei gilt es, das wieder zu erlernen, was der durch die westliche Kultur ver­weichlichte Mensch verloren hat, die N a t u r v e r - dundenheit, die der Bewohner des OstraUmes besitzt, das Dertrautsein mit Kälte, Schnee, Schnee­sturm, kalter Behausung, primitiven Verkehrsmit­teln und allen kleinen täglichen Selbsthilfen des Naturmenschen. All diese Kenntnisse, dieses Vertraut- werden mit Wind und Wetter sollte unsere Jugend schon im frühen Alter bei Geländespiel, Sport und Wanderung erwerben.

Um die Ueberlegenheit über einen von Haus aus an strenges Winterklima gewöhnten Gegner zu er­reichen, ist es ferner notwendig, sowohl ausrü- ftungs- als auch ausbildungsmäßig die Truppe zu Bewegungen in jedem Wintergelänhe und zur Un­abhängigkeit von festen Unterkünften zu befähigen. Hierbei werden die Erfahrungen des winterlichen Bergsteigens in den Alp.en, Erfahrungen der Polar­expeditionen und die Kenntnisse der Kampsführung unserer Gebirgsdivisionen in Norwegen sowie des finnischen Heeres für das deutsche Ostheer nutzbar gemacht. Heer und Heimat versuchen der kämpfen­den Front an Winterbekleidung und Ausrüstung zu liefern, was nur irgend möglich ist.

Darüber hinaus aber muß jeder militärische Füh­rer und jeder Soldat eine Unmenge von Aushilfen wissen oder sich ihre Kenntnis erwerben, mit denen er sich auch unter primitiven Verhältnissen gegen Wind und Kälte schützen kann. Das Behandeln der Schuhe, die Wahl der Bekleidung, Dechinderung von Erfrierungen und zweckmäßige Verpflegung verlangen Kenntnisse, die jeder einzelne Winter- tämpfer besitzen muß. Die Tarnung auf den meist eintönig weißen Schneeflächen will besonders ge­lernt sein. Durch weiße Tarnhemden, Drillichan.züge oder andere Behelfe können Menschen, durch Tarn- behange Pferde, durch weißen Tarnanstrich Waffen, Geräte und Fahrzeuge dem Auge des Erd- und Luftbeobachters weitgehend entzogen werden.

Bei den Verwendungsmöglichkeiten der einzelnen Waffengattungen wurde bereits auf die Erhal­tung ihrer Beweglichkeit im Winterge­lände hingewiesen. Der Skilauf im Flachland ist bei geeigneter Anleitung in wenigen Tagen so zu er­lernen, daß eine Truppe ohne Schwierigkeit auf Skiern marschieren kann. Mr Spähtruppaufgaben und Jagdkommandos, die auch auf Skiern kämpfen müssen, ist eine längere Ausbildung und Erfahrung im Skilauf notwendig. Sie wird aber im Lcntte des Winters erworben werden. Stehen Skier nicht zur Verfügung oder gestattet der Ausbildungsstand der Truppe oder stark durchschnittenes Gelände die Der- Wendung von Stitruppen nicht, so tritt an Stelle des Schneeschuhes der Schneereifen, auf dem sich auch jeder Ungeübte gut, auch in sehr hohem Schnee, begegnen kann.

Aehnlich dem Transport auf Lastkraftwagen kön­nen im Winter Truyven rasch auf Schlitten ver­laden und an ihre Einsatzorte gefahren werden. Die meisten der bei uns bekannten Schlitten sind jedoch für die Verwendung vorn bei der fechtenden Truppe zu schwer, da sie bei hohem Schnee nicht überallhin in das Gelände folgen können. Ski truppen bedienen sich daher besonders leichter Schlitten mit Schnee­schuhkufen oder Schlitten in Bootsform nach finni­schem Muster, die weder bei hohem Schnee noch bei Matsch und Tauwetter einsinken.

Das Unabhängiqmachen von festen Unter­künften ist in den siedlungsarmen Räumen des Ostens von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da besonders Siedlunaen oft das. Ziel feindlicher Luftangriffe und Artilleriefeuerüberfälle sind. Die Truppe muß daher für den Winterkrieg große Fer­tigkeit im Bau von Winte^biwaks aller Art haben, um überall, wo es die Kampflage er­fordert, sich Schutz gegen die Witterung und Ruhe- möglichkeiten verschaffen zu können. Die im Nor­

den und Finnland erprobten Zette, Zweig- unb Schneehütten haben auch für unser Ostheer ihre volle Brauchbarkeit erwiesen. Sie zu bauen erfor­dert Findigkeit und Fertigkeit. Die Ausbildung der Truppe in diesen Biwakarten ist daher uner­läßlich.

Auch Pferdestalle lassen sich aus Schnee, Reisig und Zeltbahnen verhältnismäßig rasch Herstellen. Für die Kraftfahrzeuge können mit einfachen Mit­teln, die dem Gelände entnommen werden können, W ä r m e h ü t "t e n gebaut werden, die die lebens­wichtigen Teile der Kraftfahrzeuge, wie Motors unb Kühler, meist vor dem Einfrieren schützen. Hat die Truppe die Möglichkeit, sich an einem Ort für

lange Zeit einrichten zu tonnen, so wird sie als Vorbild für ihre Unterkünfte die landesüblichen Häuser nehmen. 1

Die Erfahrungen des Weltkrieges, der Kampf in Norwegen, das siegreiche Aushalten deutscher Sol­daten in Narvik beweisen, daß unser Heer auch unter ungewohnten Winter- und Schneeverhältnissen kämpfen kann. Wenn auch der Winterkrieg von der Truppe das Aeußerste an Zähigkeit unb Härte, an Leistungswillen und Durchhalten fordert, so sind wir doch gewiß, daß unser Osiheer'auch den Kampf mit dem russi­schen Winter erfolgreich bestehen wird.

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Die Vernichtungsschlacht in Johur.

An zwei Stellen Södmalayas britische Heeresterle errigekreist und gefangen.

Tokio, 22. Jan. (DNB. Funkspruch.) Nach einem Sonderbericht vonTokio Asahi Schimbun" aus Malaya hat die Vernichtungsschlacht gegen die Briten, die im Südteil der Provinz Johur ein­gekreist sind, am Dienstag früh begonnen. Die im Zentrum vorrückenden japanischen Truppen hät­ten bereits starke Kräfte des Gegners südlich Segamati (an der Bahnlinie nach Singapur) eingeschlossen und gefangen genommen, während ä n der Westküste eine zweite Einkreisung bei Batu Pa hat südlich Malakka erzwungen wor­den sei, die ebenfalls mit der Gefangennahme des Gegners geendet habe. Die Gefangenenziffern seien jedoch bisher noch nicht angegeben worden. Im weiteren Verlauf der Kämpfe seien die Japaner a n vielen Stellen der Westküste von Malakka ge­landet und hätten dem Gegner den Rückzug verlegt. Man schätze, daß noch etwa 20 000 Mann Briten, Australier und Inder in Johur verzweifelt Widerstand leisteten, um der Vernichtung zu entgehen. Nach deren Usberwipdung könne der Angriff auf Singapur selbst beginnen.

Wachsende paust in Singapur

Lissabon, 21. Jan. (Europapreß.) In Singa­pur ist die Panikstimmung im Wachsen be­griffen, da Tausende von Flüchtlingen aus Malaya die Stadt bevölkern und die wohlhabenden Ein­wohner Singapurs in Verkehrsflugzeugen und, so­weit als möglich, in Schiffen, das Weite suchen. Teilweise werden die Flüchtlinge in Zeiten und Baracken untergebracht, da durch die Luftangriffe die Häuser nicht mehr bewohnbar sind. Auch macht die Wasserversorgung den Behörden große Sorge. Aus englischen Meldungen geht hervor, daß man beabsichtigt, die Festung unter allen Umständen und um jeden Preis zu verteidigen. Alle nur ver­fügbaren Streitkräfte sollen zur Abwehr des japa­nischen Angriffes eingesetzt werden, nicht nur, weil

Singapur eine strategisch wichtige Bedeutung hat, sondern auch eine wichtige Rolle für das Ansehen Englands in Ostasien spielt. In den Vereinigten Staaten zeigt man sich enttäuscht über den Rückzug auf Malaya. Man verlangt Aufklärung über die Ursachen der mangelhaften Vorbereitung und weist die Argumente Londons zurück, baß England seine Kräfte nicht auf alle Fronten verteilen könne.

Der Bormarsch in Burma.

Tokio, 22. Jan. (Europapreß.) Domei meldet, daß die japanischen Truppen auch im Norden Burmas die Grenze überschritten hätten und sich bereits der 70 000 Einwohner zählenden.Hafenstadt Moulein näherten. Moulmein liegt 180 km süd­östlich von Rangun. Die auf Moulmein vormarschie- rende japanische Armeegruppe hat die Engländer, die in Stärke von 40 000 Mann zwischen der Grenze und Moulmein Widerstand leisteten, nach schweren Kämpfen geworfen. Die aus Thailand heraus geführten Angriffe gegen Burma werden aus zwei Richtungen geführt: Nach der Besetzung T a v o y s in der Höhe von Bangkok an die West­küste Burmas aus südlicher Richtung und in direkt westlicher Richtung aus dem Grenzabschnitt Thai- land-Burma auf Moulmein. Man ist in Tokio überzeugt, daß diese § Operationen zur Abriege­lung der Burma st raße führen werden. Die japanischen Truppen haben gegnerische Stellungen im Gebiet des Tavoy-Flusses in der Provinz Te- n a s s e r i m gestürmt und 600 Mann bei Counsader, 26 Kilometer nordostwärts von Tavoy, aufgerie­ben. Die burmesische Provinz Tenafserim ist wirt- schafttich besonders wertvoll. Im nördlichen Teil wird der beste Reis ganz Asiens angebaut. In Ober- und Unter-Burma liegen ergiebige Erdölge- biete, die bisher durch die Bntisch-Burma Oil Com­pany ausgebeutet wurden.

Llm die Befreiung Ostasien-.

Tokio, 21. Jan. (Europapreß.) Der japanische Reichstag eröffnete seine neue Sitzungsperiode m Anwesenheit des Diplomatischen Korps, darunter vor allem der Chefs der Missionen der Achsen­mächte. Eingangs sprach Ministerpräsident Tojo als Kriegsminister zu der Entwicklung in den letzten Wochen und der Marinemimster Admiral Shimada7 Die Aussprache des Oberhauses eröffnete als Spre­cher der einflußreichsten Gruppe des Parlaments Kenkiukau GrafKodama. Er gab seiner Genug- tuung über die enge Zusammenarbeit zwischen Japan, Deutschland und Italien Ausdruck, die zur Niederringung Englands und der Vereinigten Staaten beitragen werde, und sprach auch von der Notwendigkeit für alle Völker des ostasiatischen Raumes, bei der Aufrechterhaltung einer neuen Ordnung in diesem Gebiet mitzuarbeiten. Minister­präsident Tojo erklärte, die Regierung hätte diese Notwendigkeit in ihren Plänen bereits weitgehend berücksichtigt. Durch geeignete Maßnahmen würde die von den USA. und England in diesen Ländern befolgte Politik der Ausbeutung und Unterdrückung ausgehoben werden.

Am Nachmittag sprachen die beiden Minister vor dem japanischen Abgeordnetenhaus, in dem auch noch Finanzminister Kaya Ausführungen über den Haushaltsplan machte, da die Reichstagssession den Zweck hat, die Ausgaben für die Kriegführung zu bewilligen und eine Reihe von Gesetzesanträgen zu verabschieden, die dem Ausbau des neuen Ost- asiens dienen.

Ministerpräsident Tojo erklärte in feiner* Rede, das wichtigste Ziel dieses Krieges sei die Siche­rung strategischer Stützpunkte in Großostasien und die Einbringung bet über wichtige Hilfsquellen verfügenden Gebiete unter japanische Kontrolle, um damit unsere Kampfkraft zu erhöhen und in engem Zusam­menwirken mit Deutschland unb Italien das Ausmaß derOperationen immer mehr auszudehnen und zu verschärfen, bis die Vereinigten Staaten unb bas britische Empire auf die Knie gezwungen seien.' Die Vereinigten Staaten unb bas britische Empire seien jedoch Länber, die seit vieley Jahren ihre Weltherrschaft fest begründet hätten und die erbitterten Widerstand leisten würden. Daher müsse die ganze Nation alle Schwierigkeiten und Wechselfälle durchstehen, mit dem festen Glauben an den Endsieg. Tojo bezeich­nete es als bedauerlich, baß bas Tschungking- Regime seinen sinnlosen Widerstand immer noch fortsetze. Japan werde dieses Regime vernichten. Er sei aber fest überzeugt, daß es hoch an der Zeit wäre, wenn die 400 Millionen Chinesen die große Veränderung in der Weltlage in ihrem wahren Licht erkennen würden und sich der Aufgabe des Aufbaues der Sphäre gemeinfaihen Wohlstandes in Ostasien anschließen würden, indem sie ein- für allemal die alte Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten und Großbritannien hinwegräumten.Für uns ist es eine große Befriedigung, daß unsere Verbündeten / besonders Deutschland und Jta-

Mui zur Wahrheit.

Für die Protektoratsländer Böhmen unb Mähren ist eine neue Regierung gebildet wor­den. Der Wunsch hierzu kam aus Den Kreisen der bisherigen Regierungsmitglieder unb fußt auf der Tatsache, daß in den Kreisen der Bevölkerung des Protektorats eine wesentliche Beruhigung emgetre- ten ist. Der tschechische Staatspräfident H a ch a hat diesen Wunsch nach Neugestaltung der Regierung gemäß den tatsächlichen Verhältnissen in den beiden Ländern unterstützt. Gelegentlich der Verpflichtung der neuen Protektoratsregierung erklärte Dr. Hacha: Dieser entscheidende Schritt ist in der Erkenntnis begründet, daß die gesamte Bevölkerung Böhmens unb Mährens die geschichtliche Fehlentwicklung der Vergangenheit richtig ansehen, die Größe des Welt­geschehens in seiner ganzen revolutionären Kraft erfassen und die Tat des ^Staatspräsidenten vom 15. März 1939 in ihrer ganzen Schicksalhastigkeit verstehen und verwirklichen muß." In diesen Wor­ten umreißt er die politischen Ausgaben für die neue Regierung, und stellt dabei fest:Wir haben endgül­tig den Mut zur Wahrheit." z

Darin liegt eine offene Kritik an den Gescheh­nissen, wie wir sie im September vorigen Jahres erlebten. Wenn wir heute die Dinge in den beiden Protektoratsländern überblicken, dann kommt man zu der Feststellung, daß diese Septem- ber-Vorgänge der letzte Versuch jener politischen Elemente war, die im Geiste des fahnenflüchtigen B e n e s ch Land unb Volk noch einmal an jene jüdisch-plutokratische Machtclique verkaufen' woll­ten, wie sie es schon in Versailles zum Unheil des tschechischen Volkes getan hatten. Benesch ist das Unglück für die Bevölkerung Böhmens unb Mäh­rens geworden. Er verkaufte sie nicht nur gewissen­los an die Diktatoren von Versailles, sondern stellte die ihm anvertrauten Länder den Bolschewisten als Aufmarschgebiet gegen Deutschland bereitwillig zur Verfügung.

Diese Uebergangsepoche ist nun vorüber. Eine . kluge, verstehende Politik des Reiches hat der Be­völkerung wie der Wirtschaft in Böhmen und Mäh- ren selbst die Wege zur inneren Beruhigung und zum neuen Aufbau geebnet. Tausende von tschechi­schen Arbeitskräften haben im Reich lohnende Ar-

lien, neben Japan fortgesetzt Siege erringen, die zur Schaffung de< neuen Weltordnung führen wer­den. Japan beabsichtigt, die Solidarität mit diesen verbündeten Mächten auf militärischem, diplomati­schem und wirtschaftlichem und anderem Gebiet weiter zu stärken und in der Verfolgung des ge­meinsamen Sieges weiterzuschreiten."

Außenminister Togo sagte: Dieser Krieg um bas größere Ostasien hat den Sturz der nord» amerikanisch-britischen Weltherr­schaft zum Ziel, die durch Selbstsucht, Ausbeu­tung unb Großmannssucht errichtet wurde. Es ist ein Krieg um die Befreiung Ostasiens und um den Aufbau einer Neuordnung in der Welt. Infolge­dessen haben die mandschurische Regierung und die Nationalregierung in China von Anfang an aktiv mit Japan zusammengearbeitet, da sie unteren Stand- punkt voll verstanden, während Französisch-Jndo- china auf verschiedenen Gebieten auch mit uns zusammengegangen ist. Nach Ausbruch des jetzigen Krieges entschloß sich Thailand mutig, seine Kraft Japan zur Verfügung zu stellen, um den Einfluß der USA. und Englands, die Wurzel allen Uebels, in Ostasien auszuschalten. Die Front Japan DeutschlandItalien wird immer weiter gefestigt. Wie verzweifelt Amerika und England sich auch bemühen mögen, Japan, Deutschland unb Italien, einander zu entfremden, so ist doch für solche Machenschaften kein Raum. Es ist Japans Absicht, soweit wie möglich freundschaftliche Beziehungen mit allen neutralen Mächten Südamerikas und Europas zu unterhalten. Wir sind bereit, den 1 Standpunkt der südamerikankschen Länder vollkom- . men zu respektieren, solange diese durch die nord- amerikanischen Quertreibereien sich nicht irreführen lassen und Japan gegenüber keine unfreundliche Haltung eirfhebmen. Es ist nur der englisch-nord- amerikönische Plan der Weltherrschaft, den Japan feindselig betrachtet. Es gibt gewisse Kreise in Tschungking, die sich auf Nordamerika und . England verlassen möchten: aber ich glaube, der Tag ist nicht fern, wo sie über die gemeinsame Mis­sion ganz Ostasiens nachdenken und in Erkenntnis ihres wahren Charakters beim Aufbau der Neu­ordnung in Ostasien Mitarbeiten werden.

Hypotheken, Grundstücksverkäufen und dergleichen befaßte. In dem zweiten Jahre der Tätigkeit von Aenne Barkow in der Firma wurden plötzlich große Unterschleife festgestellt. Es waren ein gefälschter Barpostscheck, gefälschte Schecks auf die drei Banken, mit denen die Firma arbeitete unb ein gefälschter Wechsel präsentiert worden, die sämtlich eingelöst rouroen. Die Gesamtsumme der erschwindelten Be­träge belief sich auf über zwanzigtausend Mark. Die polizeiliche Untersuchung hatte fern Ergebnis. Hand­schriftensachverständige fanden nicht die Aehnlichkeit bei dem Vergleich der Schriften auf den gefälschten Papieren und denen sämtlicher Angestellter der Firma. Man hatte nacheinander drei verschiedene Personen im Verdacht, die aber sämtlich als schuld­los erkannt wurden. Auf die Barkow ist kein Ver­dacht gefallen, das möchte ich besonders hervorheben.

gab ihpe Stellung vier Monate nach dem Bekanntwerden der Betrügereien auf, kündigte ord­nungsgemäß und trat die uns bekannte Stellung an, die sie innehatte, bevor sie hier in die Kasparsche Fabrik kam. Diese Tatsachen besagen also gegen sie gar nichts. Es ist an sich durchaus möglich, daß sie mit den Fälschungen nicht das Geringste zu tun hatte.

Nun habe ich noch etwas rausgetriegt, was in den Polizeiakten über diese Affäre nicht steht. Keiner der mit der Untersuchung betrauten Beamten interessierte sich für bas Privatleben der ganz- neben­sächlichen Stenotypistin, die auch mit den Sckecks nie in Berührung kam. Zudem waren die Scyecks den Banken von einem" Manne vorgelegt worden, auf den ich noch zu sprechen komme. Im übrigen stand auch fest, daß die Handschrift der Barkow keine Aehnlichkeit mit der Handschrift der gefälschten Papiere hatte.

Aenne Barkow verkehrte damals mit einem Manne unb galt mit ihm für verlobt. Und dieser Mann war", Kammin machte eine kleine Pause, Schauspieler. Nur weiß ich leider nicht, wie der Kerl hieß. Ich habe drei Menschen gefunden, einen Mann unb zwei Frauen, die sich wohl der Tatsache dieser Verlobung, erinnerten, aber beim besten Wil­len nicht mehr auf den Namen kommen konnten. Um ein übriges zu tun, habe ich noch die Breslauer Polizei telephonisch beauftragt, bei den dort woh­nenden Verwandten der Barkow nachzusraqen. Das Ergebnis war ebenfalls negativ.

(Fortsetzung folgt.)