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Ja Libyen und Tunesien beider,eiiioe SpShirupplüligkeil. rin der Tyr-naikaküfl- befchü- digien deuifche Kampfflieger zwei gröbere feind- f° *”>*• d"b «l5 nerlorn. «wiufehen find. Der Hafen Bengasi wurde In der Nach» erneu, bombardier,. 3n Tunesien fehlen ver- bänd- der cuslwaffe di- Bekämpfung feindlicher iibleilungen, Arlillcrieflellungen und Tlach'chublaaer fort «Ein deulfches Unterseeboot versenkte am 18.Dezember westlich Oran einen brillfdien 3 e r ff ö r e r.
Bei einem Borffofj über den Kanal erzielten schnelle deutsche Kampfflugzeuge Bombentreffer in wichtigen Fabrikanlagen an der Küste. 3m Cuff- fampf wurde ein britisches Flugzeug abgeschossen, ein eigenes wird vermißt.
Bei den Kämpfen im großen Bonbogen zeichnete sich die 11. Panzerdivision unter Führung des Generalmajors Bald besonders aus.
Kleine politische Nachrichten.
NSG. Am Sonntagnachmittag besichtigte der Gauleiter den W e i h n a ch t s m a r kt der Hitler-Jugend im Rheingold-Saal der Stadthalle in Mainz und brachte so feine An- erkennung für die großartige Leistung der Hitler- Jugend und des Bundes Deutscher Mädel im Rahmen des Wettrüstens der Hitler-Jugend zum Ausdruck.
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Auf Veranlassung des Reichsleiters Rosenberg traten die Reichsarbeitsgemeinschast zur Schulung der gesamten Bewegung und sämtliche Gauvertreter des Reichsleiters Rosenberg zu einer Kriegsarbeitstagung in Berlin zusammen. Den Höhepunkt der Tagung bildete eine Rede Rosenbergs über Bedeutung und Ausgaben der Schulung im Krieg.
Reichsletter Rosenberg hat als Beauftragter des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Er- ziehung der NSDAP, eine Reichslehrgemein- Ichaft ins Leben gerufen. In ihr werden hervorragende Parteigenossen zusammengefaßt, die in der Schulungsarbeit der Bewegung führend wirken sollen.
m vielen Nächten nicht. .. ,
Dunkel starrt der Park zu der Einsamen hinaus,
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Der große Irrtum
Roman von IHtta Er».
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Am Tage hat Helene keine Zett, ?hren Gedanken und Sorgen nachzugehen. Sie steht iede Stunde vor vielen Blicken, sie hat zu bestimmen, zu prüfen, zu rechnen und selbst mitanzupacken, wo das notig wird. Sie darf wohl einmal seufzen und die Lippen zusammenpressen, muß dann aber wieder alle Gedanken auf die gerade notwendigen Dmge rlchtem
Abend« iedock aebt sie oft über den Brrkenweg zu den Wiesen und richtet den Blick nach^Westen, wo die Sonne in einem wilden Rot versinkt und manchmal, an trüben Tagen, steht der Rebel eine Wand zwischen dem Erlengebusch und den Diesen. Gleichnis jener Wand, die zwischen Helene . und Hergenroth aufgerichtet »st.
Und in solchen Stunden, da Helene sich unbe- -backtet weiß, zeig» ihr Gchcht -rschr-ck«id die Iröße des Leides, in dem sie ,-tzt lebt. Sie hat lun fo vieles kennengelernt - Liebe und T°d - Einsamkeit und Schmerz —
Reichsorganifationsleiter Br. Ley sprach vor den Amtsleitern und Facharntsle-ttern des Zentralbüros der Deutschen ArirÄtsfroitt über die Aufgaben, die im kommenden Jahre von der DAF. zur Unter» stützung unserer wirtschafllichen Kriegführung erfüllt werden müssen^ Br. Ley würdigte die unter den erschwerten Kriegsumständen von sämWchen Mrtarbeitem der DAF. bis herab zum letzten Blvck- walter geleistete Arbeit und erkannte die außerordentlich erfolgreiche Einsatzbereitschaft unserer schassenden Volksgenossen in den w-ehrwirtschaftlichen Betrieben an.
Ein britisches Flugzeug, das sich auf dem Wege von Südafrika nach dem Nahen Osten befand, ist abgestürzt« Zwölf Militärpersonen kamen dabei ums Leben, unter ihnen der Kommandeur der südafrikanischen Division in Libyen, Generalmajor Dan Pienaar.
Verhandlungen des deutschen und des schwedischen Regierun«gsausschusses Haben zu einer Einigung über den deutsch-schwedischen Warenverkehr im Jahre 1943 geführt.
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Der Präsident der chinesischen Nationalregierung, W a n g t s ch i n g w e i, ist in Begleitung des Außenministers Schuminyis in Tokio eingetroffen, um feine Glückwünsche für die hervorragenden Erfolge der japanischen Streitkräfte auszusprechen und die chinesisch-japanischen Beziehungen zu verstärken.
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Bemhardine sagt zu Säte, daß es frnne Kfet m $rau Bergenroth unmöglich Etergehen kann, ..Wie meinen Sie das. B°r,h,rd.ne? trag- State Und sie erfährt von der alten ütQu, v Helene setzt fast gar nicht schläft. „Den ganzen T g •bie viele Arbeit, und des Wachts höre »ch ^n^ch Schritte - unruhig und schnell,- von Wand, zu Wand — immer hin und her verstehen.
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81. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Helene fühlt eine grenzenlose Einsamkeit. Sie zieht sich einen Stuhl an das Fenster und blickt m die Nacht hinaus. Verwundet — vermlßt — wo bist du, den ich liebe — ? Wo bist du in dieser Stunde —?
Sie schließt die Augen und sieht Bergenroths Gesicht dicht vor sich, das ernste Gesicht, die ruhigen, arauen Augen ... Lange verharrt sie in solchem schmerzlichen Gedenken. ..
Kühler wird die Luft. Sie schließt das Fenster unb lehnt sich wieder in den Stuhl zuruck. Sie ist so müde — todmüde — und weiß doch, sie. wird m dieser Nacht keinen Schlaf finden. Vielleicht nun
Das nationalsozialistische Dichtertum.
3m Anschluß an unsere kurze Mitteilung im „Gieß. Anz." Nr. 297 vorn 17. Dezember wird uns von der Justizpressestelle Darmstadt berichtet:
Der Staatssekretär im Reichsjustizministerium, Br. Rothenberger, weilte zu einem amtlichen Besuch der Justizbehörde des Oberlandesgerichtsbe- zirks in Darmstadt. Die Verbundenheit der Reichs- Justizverwaltung mit der Partei und anderen Zweigen der öffentlichen Verwaltung fand in Besuchen Dr. Rothenbergers bei dem stellvertretenden Führer der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Reiner, dem Kreisleiter der NSDAP. Dr. Schilling und bei dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, W a m b o l d t, Ausdruck.
Der Oberlandesgerichtspräsident und der Generalstaatsanwalt hatten in Gemeinschaft mit dem NSRB. die Richter und Staatsanwälte mit allen Beamten und Angestellten der Justizverwaltung, die Rechtsanwaltschaft und die Rechtswahrer anderer Berufsgruppen zu einem feierlichen Appell im städtischen Saalbau in Darmstadt zusammengerufen. Oberlandesgerichtspräsident Br. Scriba begrüßte den Staatssekretär als den ersten Mitarbeiter des Reichsjustizministers und die zahlreich anwesenden Ehrengäste der Partei, des Staates und der Wehrmacht. Mit Nachdruck betonte er den glücklichen Umstand, daß durch den Führer selbst die Ziele einer starken nationalsozialistischen Rechtspflege klargestellt wurden und daß nunmehr die starke Richter- Persönlichkeit, mit dem Herzen im Volk stehend, dem Volk dienend zur Entfaltung kommen könne.
Nachdem unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden der gefallenen Berufskameraden in ehrendem Schweigen gedacht worden war, ergriff Staatssekretär Dr. Rothenberger das Wort, um Sinn und Bedeutung des Führerauf- trags an den Reichsjusttzminister und damit die künftige Entwicklung des nattonalsozialisttschen Richteriums in der staatlichen Rechtspflege darzulegen. Geschichtlich bedingte Umstände seien es gewesen, die die Justiz in den ersten zehn Jahren nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in eine Lage gebracht hätten, in der dem Richterspruch zuweilen die notwendige Autorität gefehlt habe. Man könne und müsse aber unter großzügigen Gesichtspunkten diese Epoche abschließen und das Ziel des Aufbaues entschlossen ins Auge fassen. Leitender Gedanke der ersten Maßnahmen sei die Erkenntnis gewesen, daß der deutsche Mensch, der deutsche Rich
ter und die starke erfahrene Richterpersönlichkeit hfl Mittelpunkt stehe und daß hierauf auch das innere Vertrauensverhältnis zum Führer beruhe. Das engste Einvernehmen mit der Partei werde organisatorisch auch dadurch gefördert, daß nunmehr alle deutschen Rechtswahrer unter eine einheitliche Führung gestellt worden seien. Die bisherige, noch zu theoretische und auch zu einseitig wissenschaftliche Ausbildung der Richter müsse von Anfang an auch von den Lehren und Erfahrungen des praktischen Lebens durchpulst sein. Der lebensnahe Richter könne nur gefunden werden, wenn seiner Berufung ins Amt eine langjährige Lebensbewährung auf anderen Gebieten oorausgehe. Der Führer fei von der Notwendigkeit einer starken Rechtsidee erfüllt und wolle demgemäß auch die unantastbare Autorität des Richtersvruchs. Ein Richterkorps von völlig einheitlichem Geist, ähnlich dem Offizierskorps der Wehrmacht und dem Führerkorps der Partei, sichere künftig den rechten Weg zum Ziel. Der Richter der Zukunft, dessen materielle Lage der hohen Bedeutung seiner Funktion zu entsprechen habe, werde einen anderen Aufgabenkreis als der bisherige haben. Das einfache Leben des Alltags mit dem Bedürfnis eines schlichtenden Ausgleichs gehöre in die Hand eines örtlich verwurzelten Friedensrichters. Weite Gebiete der freiwilligen Gerichtsbarkeit seien das Arbeitsgebiet des Rechtspflegers mit Eigenverantwortlichkeit. Die Gerichtsverfassung müsse einfach, klar und übersichtlich werden. Der Richter selbst müffe in volksnahester Verbundenheit zum Urteilsspruch kommen. Der beste Richter werde deshalb in der untersten Instanz benötigt, und aus dem prakttschen Ergebnis dieser Umstellung ergebe sich eine Vereinfachung der Jnstanzenzüge.
Das Aufbauwerk werde vom Reichsjustizministe- rium als Zentrale mit der Akademie für deutsches Recht als wissenschaftlichem Gremium und auf Grund der wichtigen Erfahrungen und Anregungen der praktischen Front der Richter und Rechtswahrer auf lange Sicht durchgeführt. Hier sei auch der organisatorische Einsatz des NSRB. vorgesehen.
Staatssekretär Br. Rothenberger schloß mit dem Hinweis, daß die Reformarbeit im Kriege schon der Sicherung dessen diene, was an der Front erkämpft werde. Die stärkste Auswirkung der nationalsozialistischen Rechtsidee müsse bei Kriegsende schon für die Zukunft gewährleistet sein.
Die Veranstaltung war von musikalischen Darbietungen des Drumm-Quartetts umrahmt.
Aus bet Stadl Gießen.
Sonnenwende.
Die Sehnsucht nach dem Lichten, nach dem Guten, erfühle die Herzen unserer Vorfahren. Wie Tag und Nacht miteinander ringen, so kämpften einst Riesen gegen die Sonne. Sie wollten das Men- schenland vernichten und verbanyten die Sonne, Der Lichtgott Baldur mußte sterben. Aber die Götter, Wotan an der Spitze, kämpften gegen die Riesen. Wilde Stürme brausten über die Erde. 3m Kampfe siegten die Götter. Das Böse mußte unterliegen.
Die Sonne wurde zum Symbol. Winter- und Sommersonnwendfeiern waren die höchsten Feste, und nur im Schein der nördlichen Sonne konnte das eigentlich nordische Wesen gedeihen. Sonnenrad und Hakenkreuz waren die äußeren Zeichen ...
Wenn nach kalten, trüben Tagen der Glutball der Sonne wieder höher steigt und hell auf die Erde herniederstrahtt, wenn die Tage länger und die Nächte kürzer werden, kehrt Baldur, der Sonnengott, zurück. Wohl schläft noch alles in Wald und Flur. Aber im Innern der Erde unb der Pflanzen schwillt und quillt es, und es geht dem Frühling entgegen. Leise blüht in den Menschenherzen die Hoffnung auf, und ahnungsvoll lauschen sie der inneren Stimme, die über Tod und Gräber, über Ruhe und Stille hinweg allen zuruft: Glaube an den Sinn des Lebens, an den Aufstieg zum Licht!
Wenn wir heute, im vierten Kriegswinter, den Tag der Sonnwende — ohne äußere Zeichen, aber im Herzen — begehen, dann fühlen wir die enge Verbundenheit mit unfern Vorfahren. Für sie waren es Stunden der Andacht, für uns sollen es Stunden der Einkehr, der stillen und ernsten Versenkung in Vergangenheit und Gegenwart fein.
Unsere Gedanken wandern hinaus zu unseren Kameraden, die die Heimat schützen. Ueberall zeigen sie den Feinden, was deutsche Soldaten zu leisten vermögen. Ihr Mut, chre Ausdauer und ihre Heldentaten schaffen die Grundlage zum Sieg über unsere Feinde.
Im Frieden können wir dann wieder Sonnwendfeiern begehen. Das werden Siegesfeste sein, und im Schein der flammenden Holzstöße werden wir noch einmal all derer gedenken, die auszogen, um für die Heimat zu kämpfen. Doll Wehmut aber werden unsere Gedanken bei den Kameraden weilen, die nicht wiederkehren können, weil sie ihr Leben dem Vaterland opferten.
Sie gaben ihr junges Leben und wollten nicht rückwärts sehn; ihr letzter Herzschlag glühte: Deutschland, Deutschland muß bestehn.
(M. Kahle.) —h.
Für unsere Verwundeten.
Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppen- betreuung" im Reichsmin'isterium für Dolksaufklä- rung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Eine „Dorweihnacht- liche Feier" gestalteten Margot Ebersbach (Sopran), Elfte Bruck (Violine) in einem Lazarett mit Fräulein Goebel (Klävier) und in einem anderen mit Gisela Sott (Klavier). Die bekannten Frankfurter Künstlerinnen sangen und spielten Lieder und Musikstücke von Joh. Seb. Bach, Fr.lSchubert, W. A. Mozart, Liszt und E. Humperdinck. Die Verwundeten spendeten wohlverdienten Beifall. — 3n zwei Lazaretten liefen die „Wochenschau" und der Film „Wunschkonzert" als sehr beliebte Unterhaltung. — Im Auftrage der KreisbÄdstelle zeigte Lehrer Appelmann in zwei Lazaretten Filme über die .Kohle", ihre Förderung und Verschickung durch schöne deutsche Landschaft. Zu den lehrreichen Filmen gab Lehrer Appelmann Erläuterungen. — Zu einer Vorstellung „Frau Luna" hatte die Kreisamts- leitung der „NSV. Wetterau" eine größere Zahl Verwundeter eingeladen. — In den verschiedenen Vorstellungen dieser Woche waren Verwundete Gäste der Intendanz des Theaters, der Universitätsstadt Gießen.
Für die Teilnchmer am landwirtschaMchen Schulungskursus am Unteren Hardthof fand am Dom
noch von einer der amtlichen Stellen. Es ist sehr schlimm, Bemhardine, aber wir dürfen nicht viel davon reden. Wir wollen Helene nur, soweit wir das können, alles Unerfreuliche und Schwere aus dem Wege räumen.*
Bemhardine nickt still und wendet sich ab. Die alte Frau ist auch aus einem anderen Grunde bedrückt. Sie hat an eine so enge Verbundenheit Helenes mit Bergenroth niemals glauben wollen. Sie hat doch noch das leidenschaflliche Glück jener Liebe Helenes zu Rautenberg in der Erinnerung. Alles war damals so anders, das ganze Leben.
Aber Bemhardine ist eine alte Frau und vermag am Ende die Geschehnisse doch nicht ganz richtig zu beurteilen. Das sagt sie sich jetzt immer wieder. Sie hat auch wohl dem Herrn Bergenroth gegenüber nicht immer die rechte Haltung gehabt. Sie muß nur sehen, daß seit der schlimmen Nachricht aus dem Westen nur selten noch ein Lächeln über Helenes Gesicht geht; es ist um vieles älter und ernster geworden, dieses liebe Gesicht.
Es tut Bemhardine sehr leid, daß sie sich so lehr gegen Bergenroth verschloßen hat, und jetzt möchte sie alles gutmachen und umgibt Helene mit einer stillen, zärtlichen Güte. $
Von Bergenroth trifft noch lange keine Nachricht ein, aber vom Roten Kreuz kommt endlich eine Antwort- daß der Vermißte sich leichtverwundet im unbesetzten ftanzösischen Gebiet befindet. Der nach dem Waffenstillstand begonnene Abtransport der in frankofifdje Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten wird auch die in Südfrankreich Besindlichen erfassen. Briefe an diese Soldaten können jedoch zur Zeit nicht befördert werden.
Als Helene diesen Brief erhalt, schießen ihr iah die Tränen in die Augen. Richard lebt — er ist leicht verwundet. Er wird zurückkehren. Diese Nachricht ist eine so große Beruhigung.
Helene steht schnell auf und geht zu Käte, sie erzählt die Nachricht den Leuten, und bald wissen alle davon. Sie freuen sich von Herzen ... daß man nun endlich Bescheid weiß um Bergenroth, und daß die Frau jetzt erlöst ist aus der schlimmsten Ungewißheit. Sie freuen sich auch über die Stimme der Frau, die nun wieder so hell und klar klingt wie früher. Die Stimme ist anders geworden und das Gesicht ... wie nach einer überstandenen Krankheit.
Jeder auf dem Uhlenhof geht nun fröhlich an feine Arbeit.
Es ist nun schon zu übersehen, daß man bei dem Brot- und Futtergetreide mit einer guten Ernte rechnen kann. Im Juli setzt nach einem verhältnismäßig trockenen Juni reichlicher Regen em und tommt zur rechten Zeit für dis Hackfrüchten^
nerstag eine Weihnachtsfeier statt, die von der BDM.«Führerin Groß mit einer BDM.-Gruppe gestaltet wurde. Die Kreisamtslettung der NSV. hatte für eine reiche Bescherung mit Zigaretten, Bier, Bonbons, Gebäck, Schnaps, ein Buch und eine Mappe Briefpapier gesorgt. Die NS.-Kreisstauen- schäft spendete selbstgebackenes Peihnachtsgebäck.
Ganz nutzlos ist das Gas verbrannt, das vorbringt unter Zopfes Rand!
Der Leiter der Schulungsstätte Dr. Melsheirner konnte außer dem Redner des Abends, Kreispropagandaleiter Zinser, noch Abteilungsleiter Riemann von der Landesbauernschaft Kurhessen-Kassel, HJ.-ObergefolAschaftsführer Griesel, 2lbt. Leiter für Bauerntum und Landwirtschaft Kmchessen-Kassel, unb den Lazarettbetreuer der NSKOV. Gravelius begrüßen. Nach der Bescherung war ein kameradschaftliches Zusammensein in vorweihnachtlicher Feststimmung.
Der HJ.-Bann 116 hatte eine größere Zahl Verwundeter zu einem ^Jtalienisch^Deutschen Lustspielabend" im Stadttheater eingelaben. — Zu einer „Vorweihnachtlichen Feier" hatte die BDM.-Gmppe Großen-Linden unter Leitung der BBM.-Mhrerin Hilde Menges eine Anzahl Verwundeter eingeladen. Die Veranstaltung und Gastfreundschaft wird den Beteiligten in angenehmer Erinnerung bleiben. — Durch Vermittlung der NS.-Kreissrauenschaftsleite- rin Wrede spendeten die Ortsstauenschasten in Burkhardsfelden, Geilshausen, Kesselbach, Lang-Göns
Mit einiger Sorge betrachtet Helene die Del- pflanzen und hat schon Bedenken wegen der großen Feuchtigkeit. Die Felder stehen ausgezeichnet und beleben das Landschaftsbild mit ihrem gefunden, satten Grün.
Richard würde zufrieden sein, denkt Helene. Immer sieht sie alles mit seinen Augen.
Es kommen aber auch Tage, an denen es scheint, als sollte man auf dem Uhlenhof von den vielen Anfordemngen erschlagen werden. Das ist auch so an dem Morgen, an dem Helene ein Schreiben von einer Wehrmachtstelle tn Berlin empfängt.
Natürlich glaubt sie zuerst, eine Nachricht über ihren Mann zu erhallen. Das ist nicht der Fall. Es kommt vielmehr eine Anfrage an Frau Bergenroth, die Besitzerin des Landhauses in Dahlem, ob dieses zur Zeit ganz unbewohnte Haus der Wehrmacht zur Verfügung gestellt werden kann.
Auch das noch! dentt Helene im ersten Augenblick. Da kann sie also jetzt m-tten aus der Arbeit heraus nach Berlin fahren. Aber es muß natürlich möglich gemacht werden, denn Bemhardine wird die nun in Dahlem notwendig werdenden Veränderungen nicht allein durchführen können.
Bemhardine hat, als sie von der Aufforderung erfährt, natürlich viele Einwände zu machen. Und Fragen über Fragen. Wen bekommt man denn in das Haus? Offiziere ... Mannschaften ...? Und wie dentt sich denn Frau Bergenroth überhaupt die ganze Anordnung?
„Das weiß ich selbst noch nicht, Bemhardine", erwidert Helene und ist etwas unwillig über die ablehnende und griesgrämige Art der alten Frau. Sie bestimmt: „Jedenfalls steht fest, daß wir beide morgen nach Berlin fahren. Ich kann höchstens zwei Tage von hier fort. Sie aber, Bemhardine, werden vorläufig wieder in Dahlem bleiben müssen."
„Das habe ich mir gleich gedacht. Aber ob ich mit der (ringuartierung — mit dem Mannsvolk — gut auskommen werde, das bezweifle ich sehr."
„Aber Bemhardine", mahnt Helene. Sie legt der alten Frau den Arm um die Schulter und beruhigt: „Auch ihr Neffe ist Soldat. Da sollten Sie doch bei ieber kleinen Freude, die Sie emem Soldaten machen können, daran denken, daß Sie auch Ihrem jungen Verwandten immer eine gute Unterkunft und freundliche Quartiergeber wünschen."
Bemhardine will noch nicht nachgeben. Sie meint, die Soldaten werden vor einer alten Frau wenig Respekt haben, und es wird dann wohl laut hergehen in dem Haus.
Helene lacht, „sicher, Bemhardine. Sie werden selbst noch Soldatenlieder lernen. Aber wenn Sie dann so Ihr ganz strenaes Gesicht auftetzen, bekommt selbst tet Teufel Respekt."
und Üuntda eine große Zahl seiner Weihnachtskuchen, die nach den Feiern «in den Lazaretten in Gießen am Sonntag und Montag bei gemeinschaftlichem Kaftee verzehrt werden sollen.
Gin Vorkämpfer deutscher Sprachreinigung.
Um die Jahrhundertwende war der Name Otto Sarrazin, dessen Geburtstag am 22. Dezember sich zum 100. Male jährt, all denen geläufig, die sich um die deutsche Sprache bemühten. Otto Sarrazin war damals der Vorsitzende des Deutschen Sprachvereins, der sich zum Ziel die Reinerhaltung und Pflege der deutschen Sprache gesetzt hatte. Er war weder Literat noch Literarhistoriker, nicht einmal Germanist, sondern Architekt und zuletzt Geheimer Oberbaurat im Preußischen Ministerium der Oeffent- lichen Arbeiten. Nur die Liebe zur Muttersprache, zu ihrer Schönheit und ihrer Ausdruckskraft hat Sarrazin zu feiner Arbeit beim Deutschen Sprachverein getrieben, und so wurde er im Laufe feines langen Lebens — er starb am 8. Juni 1921 — zum „rastlosen Verfechter deutscher Art in der Sprache", wie es in dem Diplom heißt, mit dem die Universität Gießen feine Arbeit durch Verleihung des Ehrendoktors der Philosophie würdigte. Worte wie: Abteil, Bahnsteig, Kleinbahn, fünfen sind von Sarrazin für fremde Bezeichnungen in die deutsche Sprache eingeführt worden und heute Allgemeingut.
Berdunkelungszeil:
21. Dezember von 17.10 bis 8.01 Uhr.
Bemhardine behagt der Spaß durchaus nicht. Sie schüttelt den Kopf und sieht zu Helene auf und sagt: „Ich muß mich immer wieder wundem, Frau Bergenroth ... Sie sind so ganz anders geworden!"
Helene reckt sich auf. Es ist eine kraftvolle, selbstbewußte Bewegung. Sie fährt mit den Händen zu- rückstreichend durch ihr dunkles Haar, das heute wieder einmal recht widerspenstig ihren Kopf umgibt. „3a, Bemhardine", gibt sie überzeugt zu, „ich habe mich verändert." 3n ihrem Gesicht steht sehr deutllch die starke Entschlußkraft, mit der sie sich in dieser Zeit viel, sehr viel zutraut.
Und dann tut sie etwas, was sie feit der Kinderzeit nicht mehr getan hat. Sie neigt sich zu ihrer alten (Betreuen und küßt leicht die nun schon von den Furchen des Alters durchzogene Wange Bern» hardines. Dabei wiederholt sie: „3a, ich bin eine andere geworden ... Gott fei Dank!"
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3n Dahlem ergibt es sich, daß man die erforderliche Umräumung doch nicht ganz ohne männlichen Beistand bewältigen kann. Da hilft Johannes Rautenberg. Er schickt ein paar Leute aus der Fabrik nach Dahlem, die nun schnell und kräftig zupacken.
3ohannes kommt auch selbst. Er hat mit Helene telephoniert und gefragt, ob man den Abend zusammen verleben wollte.
„Wir können in der Stadt essen, Helene — oder darf ich dich zu mir bitten? Meine Haushälterin wird sich freuen, einen Gast zu bewirten."
Helene, mitten in der Arbeit des Umräumens, hört auf Johannes' Stimme, und sie hat das Gefühl, als wäre hinter feinen Worten eine leichte Verlegenheit und zugleich eine dringliche Bitte um ein Gespräch. Sie ahnt auch, was den Mann bewegt. Mit einem für Johannes unhörbaren Seufzer denkt sie an die Arbeit, die sie an diesem Abend noch erledigen wollte, doch erwidert sie fteundlich: „Komm du zu mir, Johannes. Ich möchte nicht in die Stadt kommen."
Der Abend ist warm und still, unb sie sitzen draußen auf der Terrasse.
Johannes findet schwer den Uebergang zu dem, was er mit Helene besprechen will. Da gibt sie ihm das Stichwort. Sie erzählt von Käte und von dem Jungen, wie beide sich auf dem Uhlenhof einaekbt haben. Ja, es ist so, daß Helene wirklich ohne Kätes Hilfe nicht auskommen könnte.
Johannes hat sich in feinen Sessel zurückgelehnt. Still hört er zu. Dann sagt er: „Einmal, es ist nun schon lange her, machte ich mir schwere Vorwürfe mecren meiner oft fo unentschlossenen Art."
Eine Pause entsteht.
Dann, um Johannes weiterzuhelfen, fragt Helens; *Und wozu warst bu unentschlossen?," (Forts, folgt)


