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Mehr, da der Führer die Macht übernahm, noch eine wesentlich engere und festere Form annahmen.

Dem Zusammentreffen des Führers mit dem Duce im Juni 1934 find noch verschiedene Begeg­nungen gefolgt, sowohl in den Jahren des Friedens, der freilich kein wahrer Friede war, als auch feit dem Augenblick, da Deutschland zu den Waffen grei­fen mußte, um sein Recht und seine Ehre zu ver­teidigen. Die Bande zwischen den beiden Mächten waren vor Ausbruch des Krieges nicht zuletzt des­halb schon so fest und stark, weil Deutschland als die einzige Großmacht dem Kampf des faschistischen Italiens um sein Kolonialreich sympathisch gegen­überstand und es auch an Unterstützung nicht fehlen ließ. Der Duce hat dies in seiner großen Rede in Berlin, die er, wie erinnerlich, in deutscher Sprache hielt, ausdrücklich anerkannt, wobei er den Satz prägte:Wir werden das nie vergessen." Und als, eineinhalb Jahre vor Kriegsbeginn, der Führer zwölf Tage, in Italien weilte, als ihm in Rom, Florenz und Neapel der Jubel und die Begeisterung eines über diesen Staatsbesuch von tiefer Freude er­füllten Volkes entgegenschlug, da war es bereits offensichtlich, daß der Weg der beiden großen Völ­ker, deren Revolutionen auf so ähnlichen Gedanken-

Jnfolge des schnellen Vorstoßes der deutschen und rumänischen Truppen auf die Stadt Kertsch war es den Bolschewisten unmöglich, den Hafen von Kertsch zu einer Einschiffung ihrer zerschlagenen Kampfeinheiten za benutzen. Die Reste der geschla­genen Sowjetarmeen flüchteten deshalb auf den süd­ostwärts der Siadt Kertsch vorspringenden Zipfel bei Ak Burnu und auf die nordostwärts von Kertsch vorspringende Landzunge bei Jenikale.

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Der rumänische Staatsführer Marschall A n t o - nescu und Generaloberst v. Man stein, unter dessen Oberbefehl deutsche und rumänische Truppen in Verfolgung des geschlagenen Feindes die Meer­enge von Kertsch erreichten, bei einer Lagebespre­chung. (PK.-Kriegsberichter Hackl sAtls sSchj.)

Von diesen beiden Punkten aus^ versuchte der Feind mit Schiffen und Barken über die Meerenge von Kertsch zu entkommen. Um die Einschiffung zu er­möglichen, wurden die noch kampffähigen Bolsche­wisten durch ihre Kommissare zu einem letzten ver­zweifelten Widerstand angetrieben.

Im Zusammenwirken mit der deutschen Luftwaffe wurde nach heftigem Kampf und einem kühnen Sturmbootunternehmen über See das südostwärts von Kertsch gelegene Fort Ak Burnu genommen. Gleichzeitig wurde südwestlich dieses Forts der letzte Widerstand einer feidlichen Kampfgruppe bei dein Festungswerk Staryi Karantin gebrochen. Un­ter Einsatz von Flammenwerfern mußten zahlreiche in die Felswände eingesprengte Bunker, deren Be­satzungen sich bis zum äußersten verteidigten und demgemäß sehr hohe Verluste hatten, genommen werden. Am Dienstagabend war auch dieses Fort fest in der Hand der deutschen Truppen. Damit war in erbitterten Kämpfen der südostwärts der Stadt Kertsch gelegene Brückenkopf dem Feinde entrissen.

Nordostwärts von Kertsch leistete der Feind im Raum um Jenikale und in dem Hütten­werk Woskow besonders zähen Widerstand. In im­mer wieder vergeblichen, oft mehrere Glieder tief gestaffelten Gegenangriffen versuchten die eingekes- sclten Bolschewisten das ständige Vordringen der deutschen Truppen aufzuhalten. Das Gelände mit seinen zahlreichen Höhlen und unterirdischen Ver­bindungsgängen begünstigte den Widerstand des Gegners. Am späten Nachmittag des Dienstag er­reichten deutsche Truppen, nachdem der starke feind­liche Widerstand rücksichtslos gebrochen war, das Meer bei Opasnaja und nahmen den vorspringen­den Teil des Forts Jenikale. Truppen einer anderen deutschen Division stürmten den weiter nord­ostwärts gelegenen Leuchtturm bei Gleiki mit seinen Befestigungen.

So wurde in härtesten Kämpfen unter Zusam­menwirken mit der Luftwaffe die Masse des in die­sen beiden Brückenköpfen noch Widerstand leistenden Gegners vernichtet, so daß es nur versprengten Trümmern gelang, die Küste jenseits der Meerenge von Kertsch zu erreichen. Die gesamte Halbinsel Kertsch ist in deutscher Hand. Die Halbinsel ist 2500 Quadratkilometer groß, entspricht also etwa der Größe von Luxemburg. Bis zu 50 Kilometer breit, hat sie eine Länge von 90 Kilometer (Luftlinie). Die Straße von Kertsch und Jenikale ist an der eng­sten Stelle 3 Kilometer breit. Das Land ist von den Ausläufern des Jailagebirges durchzogen. Reiche Eisenerzvorkommen wurden in Kertsch verhüttet. Die Tabaterzeugung des Landes ist bedeutend. Durch die Beherrschung der Meer­enge von Kertsch ist den Bolschewisten der Zu­gang vöm Asowschen zum Schwarzen Meer versperrt. Welche Bedeutung die Bol­schewisten dieser kleinen Halbinsel beigemessen haben, ergibt sich aus der Stärke der angelegten Befestigungen, und der dort auf engem Raum mas­sierten Armeen, sowie weiter aus'den verzweifelten Entlastungsangriffen im Raum bei Charkow.

Bei den im Bericht des OKW. gemeldeten Zahlen ist die außerordentliche Höhe der Gefangenenzahl und Waffenbeute auffällig. Es dürfte außer Frage stehen, daß die Bolschewisten diese Truppenmassen nicht nur fiir Abwehrzwecke, sondern vielmehr für einen Angriff zur Rückeroberung der K r i m bereitgestellt hatten. Drei bolschewistische Armeen, und zwar die 44., 47. und 51. Armee, sind in ihrer Masse vernichtet worden. Diese Armeen setzten sich zusammen aus: 17 Divisionen, nämlich

gängen fußten, von nun ab für immer untrennbar sein würde. Der Freundschafts- und Bündnispakt, der ein Jahr darauf in feierlicher Form zum Ab­schluß gelangte, bestätigt diese Entwicklung deutlich.

Seit zwei Jahren steht die Wehrmacht Italiens Seite an Seite mit ihren deutschen Kameraden. Sie hotte schon in der Zeit, da sie noch nicht am Kampfe aktiv beteiligt war, uns unschätzbare und vom Führer stets gewürdigte Diertste erwiesen, da sie im Mittelmeer und in Afrika starke feindliche Kräfte gebunden hat, die an den Fronten nicht zum Einsatz gelangen konnten. Und dann hat Ita­liens Wehrmacht unter Beweib gestellt, daß sie im Geiste des Faschismus zu kämpfen, zu siegen und zu sterben versteht. Sie hat schwere Opfer bringen müssen, sie sind aber nicht vergeblich gewesen. Die Zusammenarbeit der beiden verbündeten Armeen hat sich immer enger und enger gestaltet. Ob wir an die Operationen in Nordafrika denken, an die Kämpfe an der Ostfront, an den Einsatz der ita­lienischen U-Boote vor der Küste Nordamerikas, überall hat es sich gezeigt, daß der Italiener von Stolz erfüllt ist, weil er mit den Waffen seinen Teil zu der Schaffung des neuen Europas bei­steuern kann.

11 Schützendivisionen, 2 Volkswehr-Divisionen und 4 Gebirgsdivisionen, ferner aus drei Schützenbriga­den sowie aus weiteren Kavallerie-Divisionen und 4 Panzerbrigaden. Nach dem augenblicklichen Stand hat eine bolschewistische Schützendivision ungefähr 12 000 Mann, während eine Brigade etwa ein Drit­tel so stark ist. Unter Zugrundelegung dieser Stärke- ve-rhältnisse hätte also der Gegner rund 2 2 0 0 0 0 Mann auf der Halbinsel Kertsch versaimnelt ge­habt, wovon rund 150 000 Mann gefangengenom­men worden sind. Dex Rest von etwa 70 000 Mann ist größtenteils als gefallen anzusehen. Nur ganz schwachen Kräften kann die Flucht über die Meerenge von Kertsch geglückt sein, denn der Fähr­betrieb für die flüchtenden Bolschewisten erfolgte vorwiegend mit ganz kleinen Fahrzeugen, soweit er infolge der ständigen Tiefangriffe der deutschen Kampfflugzeuge überhaupt noch möglich war.

Vorposten der Zivilisation."

Der Bolschewismus soll in den UTA. popularisiert werden.

Lissabon, 20. Mai. (Europapreß.) Der gefähr­deten Sowjetunion sucht man in den USA. jetzt mit einer riesigen Propagandaaktion auf die Beine zu helfen. In Hunderten von Versammlungen ver­sucht man- die Sympathie für den Bolschewismus in der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu wecken. Man hat sich zu diesem Zweck bekannte Größen" verschrieben, die in diesem Sinne tätig sein sollen. In einer solchen Versammlungsrede vor der Neuyorker medizinischen Akademie beispielsweise forderte der nordamerikanische Staatsanwalt M i l - bank eine Unterstützung der UdSSR, durch die

Oie Hochschulen im Kriege.

In einer Feier der Universität Freiburg i. Br. nahm der Rektor Professor Dr. Süß die Immatri­kulation von 1261 Studenten und Studentinnen vor. Er erklärte, von 800,im ersten Kriegssemester sei die Gesamtzahl der Studierenden auf 4244 ge­stiegen, von denen 3218 ortsanwesend seien. Reichs­erziehungsminister Dr. Rust sagte, die unsterb­lichen Kolonnen von Langemarck seien wieder ge­wachsen. Wir könnten denen gegenüber, die drau­ßen stehen, nur zweierlei tun: den Sinn des Opfers immer wieder zu begreifen suchen, und wenn wir ihn begriffen hätten, Ernst machen damit, daß die Haltung und der Einsatz-unseres Lebens ihren Tod rechtfertigen. Die Studenten könnten nicht alle an der Front stehen. Aber jeder müsse mit den Kame­raden an der Front die Gemeinschaft fühlen. Wenn der Krieg vorüber sei, müsse der Geist der Kämpfer vom Winter 1941/42 vorn kommenden Geschlecht ausgenommen und verstanden werden. Die akade­mische Jugend müsse begreifen, daß es nicht gestattet werde, nochmals gesellschaftlich auseinanderzulau­fen, sondern daß das Volk eine verschworene Ge­meinschaft sei. Forschung und Lehre seien untrenn­bar verbunden. Die überlieferte wissenschaftliche Mechode sei die beste Waffe, mit der man das Ziel, den menschlichen Geist heranzubilden, erreichen könne. Solange der Drang nach Wahrheit die eigentliche Triebkraft der wissenschaftlichen Arbeit sei, solange könne die Wissenschaft nicht sterben. Ohne die deutsche Wissenschaft und die deutsche Forschung würde heute das Heer nicht die Waffen tragen, die es habe. Und ohne die Geisteswissen­schaften würden wir die Zukunft nicht führen können.

Senkung gemeindlicher Gebühren.

Auf Grund der Kriegsverhältnisse sind die Ge­meinden verschiedentlich genötigt, bei einzelnen ihrer Leistungen, für deren Benutzung Gebühren erhoben werden, Einschränkungen vorzu­nehmen. Das gilt z. B. für die Straßenreinigung. Soweit die Gemeinden durch solche nicht nur vor­übergehenden Leistungseinschränkungen Erspar­nisse erzielen, müssen sie zu einer entsprechenden Senkung der Gebühren schreiten, sofern das Ausmaß der Senkung die dadurch entstehende Verwaltungsarbeit rechtfertigt. Der Reichsinnen­minister hat die Aufsichtsbehörden ersucht, darüber zu wachen, daß die Gebührensenkung beim Vor- liegen der Voraussetzungen unverzüglich vorgenom­men wird. Die Preisüberwachungsstellen werden Anregungen auf Senkung gemeindlicher Gebühren an die Gemeindeaufsichtsbehörden weitergeben.

Öer Beamtennachwuchs.

Die Aufgaben der Verwaltung sind von Jahr zu Jahr gestiegen, und die Gewinnung des Beamten­nachwuchses bereitet ernste Sorgen. Der Reichs­innenminister hat daher das für ben unmittelbaren Eintritt ^in den gehobenen Dienst vorgeschriebene Höchstlebensalter der Zioilanwärter von 30 auf 40 Jahre und das der Bewerber für den höheren Dienst ebenfalls um zehn Jahre auf 42 bzw. 45 Jahre heraufgesetzt. Ferner können die aus der regelmäßi­gen Dienstlaufbahn hervorgegangenen besonders gut beurteilten Anwärter des höheren und des ge­hobenen Dienstes schon vor der festgesetzten außer­planmäßigen Mindestdienstzeit angestellt werden. Damit ist befähigten Beamten die Möglichkeit einer früheren Eheschließung gegeben. Eine Benachteili-

Vereinigten Staaten ohne alle Vorbehalte. Die Sowjetunion müsse nach dem Kriege der Vorkämpfer der vereinigten Nationen zur Niederhaltung Deutschlands werden. Ein starkes Sowjetruß­land würde das wirksame Instrument zur Aufrecht­erhaltung des Friedens in Europa sein. Der einstige USA.-Botschafter in Moskau, Davies, erklärte, die Rote Armee sei heute ein Vorposten der Zivilisation. Die Nordamerikaner müßten zu dem großen sowjetrussischen Verbündeten in Ehr­furcht aufblicken. Seine Unterstützung sei eine Ehren­schuld für die Amerikaner und die übrige Welt.

Todesstrafe im Attentatsprozeß von Ankara beantragte

Ankara, 20. Mai. (DNB.) In dem Prozeß wegen des Anschlags gegen den deutschen Bot­schafter von Popen beantragte der Staatsanwalt gegen die beiden türkischen Angeklagten S u l l e y - man und Abdurrahman die Todesstrafe, gegen die sowjetischen Angeklagten Pawlow und Kornilow eine Kerker st rafe von 15 bis 2 0 Jahren wegen Beteiligung an der vorbe­dachten Durchführung eines Anschlages auf das Leben einer dritten Person.

Kleine politische Nachrichten.

Die Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz-Klink, beendete eine Arbeitstagung sämtlicher Gau- srauenschaftsleiterinnen in Berlin. Im Mittelpunkt standen Ausführungen des Gauleiters Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz.

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In Lindau fand eine Arbeitstagung des Amtes Gesundheit"^ der NS.-Volkswohlfahrt statt, die sich mit den kriegswichtigen Fragen der Durchführung gesundheitlicher Aufgaben vorwiegend auf dem Ge­biete der Hilfe für Mutter und Kind beschäftigt. Neben den in der NSV. tätigen Aerzten sind zahl­reiche Gauamtsleiter der Aemter Volksgesundheit und Volkswohlfahrt anwesend. Am ersten Tage sprachen Reichsgesundheitsführer Dr. Conti und Oberbefehlsleiter Hilgenfeld.

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An den Wettkämpfen der italienischen Studentin­nen in Como nahm <in der Spitze von neun wei- Iren Nationen auch eine Abordnung der Reichs­studentenführung teil. Reichsamtsleiter Dr. Gmelin überbrachte dem italienischen Parteisekretär Vi- dussoni die Grüße des deutschen Stüdententums.

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Der Präfekt von Rom hat ausführliche Bestim­mungen zur Erfassung der Juden beiderlei Ge­schlechts von 18 bis 55 Jahren zum Arbeitseinsatz erlassen. Zuwiderhandelnde werden dem Kriegsge­richt unterstellt.

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Die japanische Regierung beabsichtigt die Errich­tung eines.Rasseforschungsinstitutes zum Studium der rassemäßigen Struktur und des nationalen Cha­rakters der Völker Ostasiens als Vorbereitung für die gegenüber Viesen Völkern einzuschlagende Politik.

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Roosevelt beabsichtigt, den Schiffahrtsverkehr mit den iberoamerikanischen Ländern für sechs Monate e i n z u st e l l e n. Die dadurch freiwerdende Ton­nage soll ausschließlich für die Entsendung des Kriegs­materials verwendet werden.

gung der zum Arbeits- und Wehrdienst einberufe­nen Anwärter tritt nicht ein. Bei der Heraufsetzung der Höchstaltersgrenze der Zioilanwärter kann es sich nur um ganz besonders qualifizierte Kräfte han­deln. Von den Vorblldungs- und Prüfungsoorschrif­ten wird in keinem Falle abgewichen.

Erwerb von Grundbesitz aus eingezogenen Vermögen.

Dem Deutschen Reich durch Einziehung und Verfall von Vermögen zugefallener Grundbesitz soll den heimkehrenden Frontsoldaten in erster Linie zum Erwerb angeboten werden. Die Oberfinanz­präsidenten, die diesen Grundbesitz verwalten; wer­den daher den Verkauf solchen Grundbesitzes sofort einstellen. Ein Verkauf bleibt nur noch zulässig, wenn die Kaufbewerber Versehrte des gegen­wärtigen Krieges, versorgungsberechtigte Kriegs- d ien stbe schädi gte des Weltkrieges, versor­gungsberechtigte Kämpfer'für die nationale Er­hebung und versehrte und rentenberechtigte Spa­nienkämpfer und Freikorpskämpfer sind, oder ver­sorgungsberechtigte Hinterbliebene der Teil­nehmer des jetzigen Krieges, des Weltkrieges, der Spanienkämpfe, der Freikorpskämpfe, der Kämpfe für die nationale Erhebung und der ermordeten Volksdeutschen oder U m s i e d l i e r und ver­triebene Ausländsdeutsche sind. Anträge von Kauf­bewerbern werden noch erledigt, wenn sie bereits in längeren Verhandlungen mit den Finanzbehör­den standen.

»Stabsgefreiter neuer Art."

Für die Dauer des Krieges wird der neue Dienst­gradStabsgefreiter neuer Art" eingeführt. Die Beförderung kann ausgesprochen werden beim Feldheer nach einer Bewährung bei einer Ein­heit des Feldheeres von zwei Monaten als Ober­gefreiter, beim Ersatzheer nach einer Gesamt- dlenstzelt von sechs Jahren. Die Abzeichen des neuen Dienstgrades bestehen, in einem gestickten Stern in den zwei Obergefreitenwinkeln. Die Be­soldung beträgt 118,70 RM. monatlich.

Einsatz der Lehrer während der Ferien.

Die Leiter und Lehrer der öffentlichen Schulen können im Kriege Erholungsurlaub nur in dem Umfang erhalten, den die Kriegsverhältnisse erlau­ben. Der Reichserziehungsminrster hat bestimmt, daß der Urlaub, soweit er hiernach möglich ist, wäh­rend der Schulferien genommen 'werden muß. In -der Übrigen Ferienzeit stehen sie für dienstliche Zwecke zur Verfügung, z. B. für den Luftschutzdienst, den Vertretungsdienst, die Lehrerfortbildung und für Sonderaufgaben der Schule. Soweit sie für diese Zwecke nicht in Anspruch genommen werden, ist es besonders während der Sommerferien er­wünscht, daß sie sich für andere Aufgaben zur Ver­fügung stellen, vor allem für Kriegshilfsdienste, für Erntehilfe, Urlaubsvertretungen in Karten­stellen usw. Auch ein geschlossener Einsatz von Leh­rern für solche Aufgaben kann erfolgen.

Abschied vom Bilderscheck.

Im Interesse des sparsamen Umganges mit Roh­stoffen während der Kriegszeit hat die Reichsstelle für Papier- und Verpackungswesen ein Verbot für Zigarettenbilder, Zigarettenbilderschecks und Sam- melalben erlassen. Durch eine Ausnahmegenehmi­gung ist es jedoch ermöglicht worden, dieim Ver­kehr befindlichen Bilderschecks einzulösen, soweit sie

innerhalb einer angemessenen Frist emgesandt wer­den. lieber noch vorhandene Bestände an Sammel­alben können die Unternehmen frei verfügen. Der Zigaretten-Bilderdienst kann bis zum 1. Oktober ein» gesandte Bilderschecks nach Maßgabe der vorhande­nen Bestände an Bilderserien einlösen. Wegen des beschränkten Vorrats kann aber ein Anspruch auf bestimmte Bilderserien nicht geltend gemacht wer­den.

Kunst und Wissenschaft.

Deiftsch-Vulgarische Kulturwoche in Frankfurt.

Vom 3. bis 6. Juni findet in Frankfurt a. M. eine deutsch-bulgarische Kulturwoche statt. Im Mittel­punkt steht ein Gastspiel der Tanzgruppe der König­lichen Oper aus Sofia mit mehreren Aufführungen des TanzdramasNestinarka" (Die Feuertänzerin) von Marin Goleminoff. Im Schauspielhaus kommt das LustspielDie Schwiegermutter" von Straschi- miroff zur Erstaufführung. Ein deutsch-bulgarisches Symphoniekonzert des Städtischen Orchesters wird von Franz Konwitschny und Dr. Romansky (Sofia) dirigiert. In einer Morgenfeier erklingt Kammer­musik bulgarischer Komponisten und bulgarische Dichtung. In zwei Ausstellungen werden Musik, Theater und Volkskunst behandelt. Auf der Er­öffnungsfeier im Kaisersaal des Römers wird Prof. Dr. Stadtmüller-Leipzig den Festvortrag halten.

Italienische INusikwoche in Frankfurt.

Unter Schirmherrschaft von Gauleiter und Reichs­statthalter Sprengex veranstaltet die Societa Naz. Dante Alighieri in Verbindung mit der Deutsch- Italienischen Gesellschaft und der Stadt Frankfurt vom 29. Mai bis 2. Juni eine italienische Musik­woche. Gleichzeitig wird eine AusstellungSchöpfe­risches Musikleben der Gegenwart in Italien" in der Wandelhalle des Frankfurter Opernhauses eröffnet. Ein italienisches Orchefterkonzert unter Leitung von Maestro Alfano Questa, ein Vortrag über dieEnt­wicklung des italienischen Musiklebens", die Auffüh­rung von VerdisOthello", italienische Tonfilme, zeitgenössische Kammermusik und ein KonzertJta- Heemsche Abendmusik" im Karmeliterkloster stehen auf dem Programm der Festwoche.

Internationale Filmkunstfchau in Venedig.

Auch in diesem Jahre findet eine Internatio­nale Filmkunstschau in Venedig statt. Sie wird am 30. August eröffnet. Der Zweck der Filmkunstschau ist die Vorführung solcher Filme, die einen Fortschritt der Filmkunst in künstlerischer, geistiger, wissenschaftlicher oder erzieherischer Hinsicht bedeuten. Auch diesmal werden wieder wertvolle Preise für den Spiel- und Kulturfilm, darunter der Mussolini-Pökal für den besten ausländischen und den besten italienischen Film, verteilt.

Neue Sonaten in Berlin.

Im letzten Konzert der Berliner Gemeinschaft junger Musiker, das die Leiterin dieses Arbeits­kreises, Agathe von Tiedemann, mit Worten aus dem Nachlaß des in Rußland gefallenem Komponisten Helmuth Bräutigam einleitete, fetzte sich Georg Kul e n k a m p f f zusammen mit Siegfr>S ch ultz e ür neue Werke des Ostpreußen Konrad Noetel und des Wieners Armin Kaufmann ein. Dieser, Musikpreisträger der Stadt Wien 1941, war mit einer Klaviersonate vertreten, die von starken moto­rischen Kräften beherrscht wird. Eine weitschrittige Thematik tritt dazu in wirksamen Gegensatz. Auch Noetels Violinsonate zeigt solche innere Erregung in den Ecksätzen und bietet der Violine dafür im Mittelsatz ein gesangvolles, dankbares Thema. Beide Werke stellen sehr hohe Ansprüche an das technische Können der Ausübenden. Lothar Band.

Eine italienische Uraufführung in Augsburg.

Die dreiaktige Komödie des italienischen Schrift­stellers Gherardo GherarüiO diese Kinder" erlebte in der ausgezeichneten deutschen Bearbei­tung von Rudolf Schneider-Schelde ihre Ur- aufführung im Augsburger Stadttheater. Das an öic beste Tradition der alten italienischen Stegreif­komödie anknüpfende Werk ist in feiner unproble­matischen Grundhaltung ganz auf die Wirkung einer mit Witz und Grazie behandelten Dialogführung abgestellt. Das Thema Liebe wird ebenso originell wie geistvoll an einem jungen Ehepaar, das noch nicht das richtige Verhältnis zueinander gefunden hat, und an einem nach dem Glück der Vereinigung strebenden, in veralteten Vorurteilen befangenen Paar älteren Jahrganges mit den einfachsten Mit- teln, aber mit untrüglichem Bühneninstinkt abqe- wandelt. Walter Oehmichen gab mit der be­schwingten Durchführung des munteren Spiels einen Beweis feiner Vertrautheit mit dem Wesen der italienischen Komödie. Karl Hessel.

Feldgraue Komponisten".

Mit einem KonzertFeldgraue Komponisten" wurde der Musiksommer in Dresden eröffnet. Es war ein soldatischer Auftakt, getragen von der frischen Kunst des gefallenen Helmut Bräuti- g a m, dessenJagdmusik" erklang, und von kenn­zeichnenden neueren Werken anderer sächsischer Komponisten. Als Uraufführung hörte man eine ge- öiegene, durchsichtia gearbeitete Chor-Motette von ^ranz Herzog (Und weiter wachsen Gott und Welt j und Lieder dieses ehemaligen Präfekten des Dresdener Kreuzchors, die sich etwa auf Pfitzner- lchen Limen bewegen. Von Joh. Tilman wurde die geistvolle rhythmisch zündende Sonate in d-moll für Violine und Klavier ausgeführt, endlich die Sol­datenlieder für Bariton und Streichquartett von Hermann Unger. Ausführende waren Kräfte der Dresdener Philharmonie, der Kreuzchor unter Mauersberger, der Bariton Richard Ca- pellmann und der Pianist Karl Weiß.

Hans Schnoor.

Swnb Borbergs Don-Ivan-Schauspiel.

Nach der vorjährigen deutschen Erstaufführung in Hamburg führte Heinrich George, feit langem um die Förderung des deutsch-nordischen Kultur­austausches erfolgreich bemüht, des Dänen Svend Norberg Don-Juan-TragödieSünder und Heiliger" im.Schiller-Theater der Reichshaupt­stadt auf. Das Werk, in dem Don Juan als der große Maßlose gezeigt wird, der aus der Unstill- barkelt seines Gefühls zum Zerstörer des Gefühls wird, fand in der sorgfältig vorbereiteten.Darstel- ung ungewöhnlich herzliche Ausnahme. Die hem» chen Leiter (Ernst Legal, Josef Fennecker) und die Darsteller (vor allem Will Qu ad flieg früher in Gießen, und Walther Süßenguth' Berta D r e w s , Maria Pierenkämper und Hans Hermann S ch a u f u ß) errangen dem Dichter einen rauschenden Erfolg. Erwin K. Wiechmann

Tosca" als Film.

_ Dieser Tage findet in Wien die Uraufführung des ncalera-Films im Bavaria-VerleihS o 5 c q"ftatf. Die Musik von Puccini wurde von Umberti Man- cine für den Film bearbeitet. Die Spielleitung hat Karl Koch. Friedrich Koppe schuf die deutsche Fas- ung unter Mitarbeit von Otz Tollen, der die Dia­loge schrieb.

9er Sturm aus die letzten Vrückenköpse von Kertsch

Oie Joris Ak Burnu und Jenikale in deutscher Hand.

Aus dem Reich