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Kriegersiedlung, Gießen.

Die Kriegersiedlung, Gemeinnützige Baugenossen­schaft m. b. H. in Gießen hielt in der Restauration Zur Stadt Lieh" unter Leitung des Vorsitzers des Aussichtsrats, Verwaltungsdirektor Martin, ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung ob. Wie in dem vom geschäftsführenden Vorstandsmitglied, Stadtinspektor S ch i r m b e ck , erstatteten Geschäfts­bericht heroorgehoben wird, war die Genossenschaft auch im abgelaufenen Jahre auf die Verwaltung ihres derzeitigen Besitzes beschränkt. Dieser besteht aus 90 Wohnungen in 30 Häusern an der Friedens­straße und im Aulweg. Die Mitgliederzahl belief sich zu Ende des Geschäftsjahres 1941 auf 98 gegen­über vorher 71.

Wie sich aus dem vom Vorsitzer des Aufsichtsrats erstatteten Bericht ergab, haben auch im obgelau­fenen Jahr regelmäßig Prüfungen der Geschäfts­und Kassenführung stattgefunden, die zu Beanstan­dungen keinen Anlaß gaben.

Aus den Erläuterungen zum Jahresabschluß, der in der Bilanz auf der Aktiv- und der Passiv-Seite mit je 873134,83 RM. und in der Gewinn- und Verlustrechnung aus beiden Seiten mit 64 467,88 RM. abschließt, war zu entnehmen, daß die Ge­nossenschaft sich auch weiterhin in finanzieller Hin­sicht aufwärts entwickelt hat. Die Erwerbshäuser stehen nach einer Abschreibung von 13 500 RM. noch mit 807 000 RM. zu Buch, dazu kommen die hypo­thekarisch gesicherte Forderung an die Hegemag mit 30 305 RM., sowie verschiedene kleinere Posten. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder haben sich um 6314,61 RM. aus 13 621,11 RM. erhöht. Die Rücklagen belaufen sich auf 14 493,11 RM., wozu die Bauerneuerungsrückstellung mit 27 200 RM. bei einer Erhöhung um 5610,20 RM. kommt. Die Hypo­

thekenschulden haben sich unter Berücksichtigung einer Tilgung in Höhe von 14 237,49 RM. auf 702 730,60 RM. im laufenden Jahr vermindert. Hierzu kommen die Einlagen der Hausanwärter mit 59 059,17 RM. Ferner stehen noch zu Buch ein vorerst unverzins­liches Darlehen der Stadt Gießen mit 43 000 RM., sowie Straßenbaukosten mit 10 603,45 RM.

Aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich, daß die Stadt Gießen auch weiterhin einen Zinszu­schuß in Höhe von 12 045 RM. leistet. Der Jahres­abschluß ist vom Aufsichtsrat geprüft, Beanstandun­gen haben sich nicht ergeben.

Antragsgemäß wurde beschlossen, den erzielten Reingewinn in Höhe von 1683,80 RM. wie folgt zu verwenden: Zuführung zur gesetzlichen Rücklage 265 RM, zur verstärkten Abschreibung 1199,60 RM., 3 v. H. Dividende auf die Geschäftsguthaben 219,20 Reichsmark.

In dem vom Verwaltungsleiter vorgetragenen Be­richt über die im vorigen Jahre stattgefundene Prüfung durch den Prüfungsverband wird betont, daß die Liquidität gut ist und sich in Zukunft infolge der Steigerung der Mitgliederzahl noch bessern wird. Die Rentabilität ist nur gegeben, wenn die seitherigen Zinszuschüsse weiter gewährt werden und der Steuererlaß fortgesetzt wird: die Vermögenslage des Wohnungsunternehmens ist geordnet, das Eigen­kapital hat sich gegenüber dem Vorjahr um 'rund 10 000 RM. erhöht.

Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Ent­lastung erteilt. Die turnusmäßig ousscheidenden Mit­glieder des Aufsichtsrats Martin und Z a m m e r t wurden durch Zuruf wiedergewählt. Rach Vornahme geringfügiger Satzungsänderungen wurde die Ver­sammlung mit dem Gruß an den Führer geschlossen.

Versicherungsschutz für die Kriegswehrmannschasten der GA. Lpd. Wie die Oberste. SA.-Fuhrung mitteilt, ge­nießt jeder Volksgenosse, der sich in den Kriegs­wehrmannschaften der SA. der vormilitärischen Wehrerziehung unterzieht, für alle im Dienste ent­stehenden Unfälle kostenlos ausreichenden Versiche­rungsschutz für sich und seine Angehörigen. Die Versicherungsleistungen bestehen einmal in der Krankenhilfe, soweit die Verletzten nicht einer Kran- kenkasie angehören, zum anderen in der Gewährung von Entschädigungen für Verdienstausfall, der durch Dienstunfälle entstanden ist. Bei dauernden Schädi­gungen, teilweiser oder voller Invalidität, wird je nach Maßgabe des Jnvaliditätsgrades Rente oder Kapitalzahlung gewährt. Bei tödlichen Dienstunfäl­len werden Witwen- und Waisenrenten gegeben.

Zusammenschluß

der beiden Wiesecker Kaffen.

Am Sonntag tagten die beiden Wiesecker Kassen bei Gastwirt Heinrich Braun. Zuerst hielt der 6p ar» und Vorschußverein seine ordentliche Gene­ralversammlung ab, bei der der Vorsitzende Lotz der im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Mit­glieder gedachte. Aus dem Geschäftsbericht war zu ersehen, daß die Kasse auch im ab gelaufenen Ge­schäftsjahr eine weitere erfreuliche Aufwärtsentwick­lung zu verzeichnen hatte. Sodann gab Herr Lotz Aufklärung über die beabsichtigte Zusammenlegung der beiden Wiesecker Kassen, und Kreisstellenleiter Hartmann machte weitere Mitteilungen über die Notwendigkeit der Zusammenlegung. Nachdem Vorsitzender Lotz den Derschmelzungsvertrag verle­sen hattd, stimmte die Versammlung mit über Drei­viertelmehrheit dem Vertrag zu und genehmigte da­mit die Zusammenlegung.

Im Anschluß an die Versammlung des Spar- und Vorschußvereins tagte die Spar- und Dar­lehn s k a s s e. Schreinermeister Seibert eröff­nete die Versammlung und gedachte der im ab ge­laufen en Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder. Vor­sitzer Weller erstattete dann den Geschäftsbericht, der auch für das vergangene Jahr eine weitere Auftvärtsentwicklung aufwies. Besonders sind die Spareinlagen stark gestiegen. Die Jahresrechnung wurde genehmigt, ebenso wurde der Verteilung des Reingewinnes zugestimmt und dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Der Rückerstattung der s. Z. abgeschriebenen Geschäftsguthaben stimmte die Versammlung ebenfalls zu. Vorsitzer Weller gab dann Aufschluß über die beabsichtigte Verschmel­zung der beiden Wiesecker Kassen. Kreisstellenleiter Hartmann gab noch einen umfassenden Bericht über die Entstehung und Entwicklung der beiden Institute und die seit längerer Zeit geführten Ver­handlungen zwecks Zusammenlegung. Hierauf ver­las Vorsitzer Weller den Verschmelzungsvertrag, dem die Versammlung einsttmmig zufttmmte. Eben­so wurde der Zusammensetzung der Verwaltung einstimmig zugestimmt.

Die nunmehr vereinigten Wiesecker Kassen führen den NamenVereinigte Spar- und Dar­lehn s k a s s e e. G. m. b. H. G i e ß e n - W i e s e ck". Die Verwaltung setzt sich wie folgt zusammen: Vor­stand: Vorsitzer Adolf Weller, Stellvertreter Ernst Ludwig Haas, Rechner Karl Völzel V.,

Kontrolleure August S chm^ t t, Heinrich Roden- hausen V I. Äufsichtsrat: Vorsitzer August Lotz, Stellvertreter Gustav Seibert, 'Ernst Bierau, Heinrich Dech I., Heinrich Euler, Heinrich Frank, Karl Kreiling I., Karl Leib, Karl Post, Karl Schä­fer XIII., Otto Schmelz, Gustav Schneider. Die Mit­gliederzahl der nun vereinigten Wiesecker Kassen erreicht fast die- Zahl 600. Die Bilanzsumme über­schreitet die Million.

Damit ist erfreulicherweise ein weiterer Weg Aufwärtsentwicklung für unsere heimische Wirtschaft beschritten, der auch in unserer Gemeinde Widerhall findet. Als Tag der Zusammenlegung wurde der 1. Juni 1942 bestimmt.

Zum Sckstuß der beiden Tagungen gab Kreis­stellenleiter Hartmann seiner Zufriedenheit über das Gelingen der Verschmelzung Ausdruck, indem er die ganze Angelegenheit in launigen Worten mit einer Hochzeit verglich.

Frauensportgruppe der Bezirkssparkaffe Gießen.

In dem Enspiel um die Gaumeisterschaft bm Me­dizi nball über öiit Schnur im Sportbereich Hessen- Nassau blieb die Frauensportgruppe der Betriebs- Sportgemeinschaft der Bezirkssparkasse Gießen mit 7:3 Toren gegen die Frauensportgruppe der Draht­werke Schmidt, Niederlahnstein, Sieger und errang damit die Gaumeisterschaft.

Oer Bierdeckel ist eine Urkunde.

LPD. In einem für das Gastwirtsgewerbe be­merkenswerten Betrugsprozeß hat die _ Essener Strafkammer als oberste Instanz rechtskräftig ent­schieden, daß der Bierdeckel, der in den Gastwirt­schaften bei der Bedienung der Gäste gebräuchlich ist, den Charakter einer Urkunde besitzt. Ein Gast war in einer Essener Gastwirtschaft dabei erwischt worden, als er versuchte, einen. Bierstrich auf dem Bierdeckel auszukratzen. Das Gericht hat ihn wegen versuchter schwerer Urkundenfälschung, begangen aus gewinnsüchtiger Absicht, um sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, zu einer Gefäng­nisstrafe von drei Wochen verurteilt. Die Straf­kammer vertrat die Auffassung, daß . der Bierdeckel nicht allein als Untersatz für das verabreichte Bier verwendet wird, sondern auch dazu dient, als Unter­lage für das Quantum der verabreichten Getränke zu gelten. Dieses Urteil hat Rechtskraft erlangt.

** Deutsches Frauenwerk, Orts­gruppe Gießen - Mitte. Am Montag, 27. April, 20 Uhr, findet im UC. (Seiteneingang) der Gemeinschaftsabend statt. Es spricht Fräulein E m m e l i u s über die Bedeutung der deutschen Volksgruppe in der Slowakei.

** Fritz-Reuter-Abend. Die im Gießener Vortragsring zusammenyeschlossenen Kulturver-

bande Volksbildungsstätie Gießen der N6G.Straft durch Freude", Goethe-Bund und Kulturelle Ver­einigung, veranstalten am Freitag, 24. April, einen Fritz-Reuter-Abend, zu dem der Vortragsmeister Ernst H a m e i st e r verpflichtet wurde. Der Künst­ler trägt frei aus Meuters Werken in seiner mecklen­burgischen Mundart vor. Die Darbietungen Ha- meisters sind ,auch den nicht norddeutschen Hörern vollauf verständlich.

Landkreis Gießen.

* Annerod, 21. April. Durch Blitzschlag wur­den die vor einen Arbeitswagen gespannten bei­den Kühe des Weißbinders Jakob Becker von hier auf der Heimfahrt vom Felde so schwer ver­letzt, daß sie an Ort und Stelle getötet werden mußten. Becker und seine Frau, die bei dem Ge­spann weilten, kamen mit dem Schrecken davon.

# Mainzlar, 20. April. Am Samstagabend hielt die hiesige Bezugs - und Absatzgenos­senschaft im GasthausZum Schwanen" ihre Jahresschlußversammlung unter Leitung von Bür­germeister Ludwig Kreiling ab. Der Schrift­führer Heinrich Kreiling erstattete den Jahres- bericht. Den Kassenbericht gab Rechner Wilhelm Müller. Die Kassenlage ist gut. Für das durch Tod ausaeschiedene Vorstandsmitglied Heinrich schlapp IV. wurde Ortsbauernführer Heinrich ©paar IV. in den Vorstand berufen.

Zuchthaus für Gelegenheitsschieber.

Lpd. Darmstadt, 20. April Der 43jährige Wilhelm Bernhard Werth aus Friedberg iOberhessen) wurde im Februar 1942 festgenommen, weil er den Versuch machte, ein schwarzgeschlachtetes Schwein im Gewicht von etwa 15 kg nach Frank­furt a. M. zu bringen, wo es zum Wucherpreis von 3 bis 4 RM. für das Pfund an nicht bezugsberech­tigte Privatpersonen abgefetzt werden sollte. Da es 'ihm bereits im Dezember 1941 in gleicher Weise gelungen war, ein Schieber- und Wuchergeschäft mit einem schwarzgeschlachteten Schwein von 58 kg erfolgreich durchzuführen, hatte er sich nunmehr wegen Verbrechens gegen die Kriegswirtschaftsver­ordnung und wegen Zuwiderhandlung gegen die Preisvorschriften und gegen die Verbrauchsrege­lungsstrafverordnung vor dem Sondergericht Darm­stadt zu verantworten. Vom Gericht wurde auf eine Zuchthaus st rafe von 1 Jahr und 6 Mo­naten, 100 RM. Geldstrafe, 96 RM. Wertersatz und auf Einziehung der bei der Festnahme sicher­gestellten Schwarzschlachtungsprodukte- sowie von 154 RM. Mehrerlös erkannt. Wegen Beihilfe zu diesen Straftaten und wegen einer geringfügigeren Schwarzschlachtung zum eigenen Hausverbrauch er­hielt der Mitangeklagte, bisher unbestrafte 53jäh- rige Otto M ü n ck aus Friedberg (Oberhessen) zehn Monate Gefängnis neben 100 RM. Geld­strafe und einem Wertersatz von 96 RM. Er war dem Hauptangeklagten bei dem Einkauf der beiden Schlachttiere behilflich und stellte einen Stall seines Anwesens für eine der verbotenen Schwarzschlach­tungen zur Verfügung.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauptschriftleiters: Ernst Blumjchein. Berontworüich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange: für bas Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Univerfitätsbruckerel R. Lange St. G. Bsrlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Hans Beck.

Anzeigenpretsliste Nr. 6.

Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute nacht plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, unser treusorgen der Vater, mein lieber Sohn, Schwiegersohn, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Karl Schmidt

im 45. Lebensjahre.

In tiefer Trauer: Margarete Schmidt, geb. Spaar Erwin Schmidt, z. Z. im Felde Fridolin Schmidt, z. Z. im RAD.

Elisabethe Schmidt, geb. 6rölz (Mutter) Familie Ludwig Schmidt

Wilhelm Schmidt, z. Z. im Felde, und Familie Familie August Schmidt

Otto MIHI er, z. Z. Im Felde, undTamille

Minna u. Anna Schmidt u. alle Angehörigen.

Ruttershausen, Gießen -Wieseck, den 19. April 1942.

Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. April, nachmittags 15.15 Uhr statt.

1327 D

Statt Karten: Danksagung.

Allen denefi, die uns bei dem schmerz- Jäsk liehen Verlust unseres lieben, guten und einzigen Sohnes, Bruders, Schwagers, Paten und Neffen Heinrich Nickel, Gefreiter in einem Inf.-Regt., mündlich und schriftlich ihre herzliche Anteilnahme erwiesen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Familie Heinrich Adam Nickel, Gastwirt

Familie Willi Wagner und alle Angehörigen.

Treis a. d. Lumda, den 19. April 1942.

01838

Für die zahlreich erwiesene Teilnahme und Blumenspen de zum Heimgange unsres inniggeliebten Söhnchens

Walter

bitten wir auf diesem Wege unseren herz­lichsten Dank entgegen zunehmen.

Friedrich Müller.

Gießen, den 21. April 1942.

__01853

,Gemeinsame Bekanntmachung der Landrate der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen.

Betr.: Eierverteilung.

Mit Zustimmung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft werden auf den vom 9. März bis 5. April 1942 gültigen Bestellschein Nr. 34 der Reichseierkarte 1326D

3 Eier

für jeden Versorgungsberechtigten ausgegeben, und zwar

auf den Abschnitt a 1 Ei b 2 Eier.

Gießen, den 20. April 1942.

Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Ober­bürgermeister der Stadt Gießen.

Der Landrat des Landkreises Gießen.

Dr. Lotz.

+ Schwerhörige! +

1323V

1324 D

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Gießen, den 20. 4.1942.

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Ernährungsamt Abt. B.