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Zeitschriften.

Dem Gedächtnis Rudolf Schicks ist der einfüh« rende Aufsatz von Fritz Hellwag im April-Heft der MonatsschriftDieKun st" (Verlag F. Bruckmann, München) gewidmet. Arbeiten des Münchner Bild­hauers Karl Romeis, die von sicherem Können und innerer Geschlossenheit sprechen, zeigt Karl Busch. Neue Wandmalereien von Paul Bürck beschäftigen K. Rupflin. Monumentalentwürfe großen Ausmaßes stellen die Arbeiten der bekannten Vereinigten Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei August Wagner in Berlin-Treptow dar. Heinrich von Richt- Hofens Streben nach Naturwahrheit und nach der handwerklich richtigen Grundlage des Malens im Sinne der alten Meister zeigt August Gotzes. Der zweite Teil des Heftes bringt Häuser der Archi­tekten Schwaderer (Stuttgart), Tschurtschenthaler (Bozen) und Freymuth (München), die mit vielen Abildungen und Grundrissen anschaulich gemacht werden. Die Planung eines Staudengartens in einem schönen alten Parkgrundstück in Hamburg- Blankenese durch Gartengestalter Lüttge ist eine be­sonders gelungene Lösung.

Im April-Heft derneuen linie" (Verlag Otto Beyer, Leipzig/Berlin) wird u. a. der Unab- hängiakeitstag Kroatiens durch einen Aufsatz des kroatischen Gesandten in Berlin gewürdigt, der zu­gleich einer der bekanntesten Dichter Kroatiens ist. Professor F. A. Kauffmann schildert Adel und An- mut italienischer Kunst an Hand von z.T. farbigen Reproduktionen des schönsten Freskos derKönigin von Saba". Dann nimmt dieneue linie" das Jubi­läum der Wiener und Berliner Philharmoniker wahr, um deren Bedeutung an Hand ihrer Dirigen­ten und deren Beziehung zueinander durch ihre Gastdirigenten sichtbar werden zu lassen. Das Heft zeigt ferner ein Haus am Gardasee, dessen architek­tonische Lösung besondere Rücksicht auf die Ur­sprünglichkeit der Landschaft erforderte. Der Theater­bericht, die zweite Preiserzählung, das .Letzte Ge­sicht des Feldherrn" und die Farbaufnahmen vom südlichsten Kriegsschauplatz zeigen die dieser Mo­natsschrift eigentümliche Haltung und künstlerischg Form.

so Schreckliches vorgestellt. Ich brachte Admiral Iel- licoe meine Bestürzung zum Ausdruck.Ja", sagte er ruhig, als spräche er vom Wetter und nicht von der Zukunft des britischen Weltreiches,es ist uns unmöglich, den Krieg fortzusetzen, wenn derartige Verluste anhalten. Die Deutschen werden diesen Krieg gewinnen, wenn wir diesen Verlusten nicht Halt gebieten können, und ,zwar bald'. Ich fragte: »Gibt es keine Lösung für das Problem?' ,Heber» Haupt keine, die wir augenblicklich sehen könnten', erklärte Jellicoe."

DHe es damals um England aussah, schilderte uns der englische Militärschriftsteller Sir Herbert Rus­se l in der ZeitschriftNaval and Military im Jahre 1932 wie folgt: ,Lm Sommer 1917 stand England dicht vor dem Verhungern. Hätten die Deutschen gewußt, wie nahe die Hungersnot bevor­stand, dann hätten sie wahrscheinlich eine letzte An­strengung gemacht, um die Sache zu Ende zu brin­gen. Hätten sie es vorausgesehen, dann hätten sie sich von Kriegsbeginn an unter Verzicht auf alle Kriegsschiffsbauten ausschließlich auf den Bau von U-Booten verlegt. Jetzt wissen sie es, und die ganze Welt weiß es: Die Möglichkeit, Großbritannien durch eine Belagerung zur See zu überwinden, ist bewiesen, und sie bleibt bestehen."

Das mar im ersten Weltkrieg kurz nach Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg, und heute? Vor kurzem erst hat fast unter gleichen Umständen der Erste Lord der britischen Admiralität, Alexan­der, eine Erklärung über die Tätigkeit der deut­schen Unterseeboote abgegeben, bemerkenswerter» weise aber nicht hinter verschlossenen Türen, son­dern im Rundfunk. In ihr heißt es:Es ist unnütz,' die vor, uns liegenden, ernsten Gefahren zu unter­schätzen' Die Deutschen haben eine U-Boot-Offensive gegen die Straßen unserer Schiffahrt angelegt, die größer ist als irgendein ähnliches in der Geschichte bekanntes Unternehmen. Diese U-Boot--Offensive führen die Deutschen unter Einsatz ihres ganzen Reichtums an Einzelfällen und unter Anwendung der verschiedenartigsten Taktik durch. Die Schlacht, die in den Gewässern zwischen England und den Vereinigten Staaten geführt wird, ist in der Tat eine Schlacht, in der es niemals eine Pause gibt. Wenn wir bisher den Angriffen standhalten, so ist es nur auf die Tüchtigkeit unserer Seeleute zurück­zuführen. Jetzt aber hat sich die Gefahr für unsere Schiffe nach dem Angriff Japans noch erhöht. Es mar unvermeidlich, daß diese Angriffe uns und den USA. eineii schweren Schlag zu Beginn eines Kampfes zufügen mußten, der sich als langer Kampf erweisen wird."

So manche Parallele läßt sich ziehen zwischen dem Geschehen jener Tage im Frühjahr 1917 und der heutigen Zeit, da England wieder einmal die ganze Wucht der deutschen U-Boot-Offensive zu spüren be­kommt. Auch heute hat sich ein USA.-Admiral auf die Reise nach London begeben. Es ist der Admiral Stark, der alsOberbefehlshaber der Seestreit­kräfte der Vereinigten Staaten in den europäischen Gewässern" Nach England entsandt wurde. Zwar wird dieser Admiral nicht so erschreckt und verblüfft fein wie damals der Admiral Sims. Denn dieses Mal kennt Washington die wirklichen Schiffsverluste, es hat sich darüber keine Illusionen gemacht wie da­mals im Weltkrieg. Es kennt sie heute gewisser­maßen auchaus eigener Anschauun g", denn die deutsche Unterseebootswaffe ist bereits bis unmittelbar an die Küsten der Ver­einigten Staaten herangestoßen, und zwar nicht in kühnen Einzelaktionen, sondern in plan­vollem und systematischem Einsatz. Hunderttausende von BRT. sind in der Nähe Amerikas versenkt worden, ja, Häfen derwestlichen He'mi- sphäre" haben den unmittelbaren Angriff deut­scher Unterseeboote erlebt.

Wenn schon Admiral Jellicoe damals allen Grund hatte, mit besorgter Miene in die Zukunft zu schauen, so sind die Voraussetzungen für die Weiterführung dieses Krieges für die verbündeten angloamerika­nischen Mächte noch schlechter. Dieses Mal stehen sie nicht nur gegen die deutsche Flotte, sondern auch gsgen die italienische und japanische, also zwei der größten Seemächte, deren Gewicht im ersten Weltkrieg in die andere Waagschale gefallen war. Sodann ist die A u s ga n g s o a s i s für die deutschen Handelsstörer über und unter Wasser diesmal nicht der begrenzte Raum der Deutschen Bucht, sondern die freie, weite Küste des Atlantik, von der aus Fernkampfflugzeuge er» gänzend weit in den Ozean hineinoperieren. Damals war die nordamerikanische Front nur nach Osten gerichtet, heute droht von Westen her die japa­nische Flotte und Luftwaffe, deren Schlagkraft im ersten Vierteljahr des Kampfes erwiesen worden ist. Damals konnten die Vereinigten Staaten Groß- Britannien noch mit Kriegs- und Handelsschiffen unterstützen, dieses Mal kommt Admiral Stark

ohne Schiffe nach England, es ist in Washington ausdrücklich gesagt worden.

So muß man heute in London die unheilvolle Feststellung machen, daß England im Jahre 1917 beim damaligen stärksten Einsatz deutscher U-Boote nicht so stark gefährdet gewesen ist wie jetzt; und wenn auch das Gespräch zwischen Admiral Stark und Sir Dudly P o u n d , dem Admiralstabschef der britischen Flotte, vielleicht eine nicht so dramatische Ueberraschung gebracht haben mag, wie die Unter­haltung zwischen den Admiralen Sims und Jel­licoe vor 25 Jahren, weniger sorgenvoll kann sie gewiß nicht gewesen sein. DSW.

Oer Lustangriff auf Augsburg.

Acht viermotorige Flugzeuge abgeschossen.

Berlin, 20. April. (DNB.) Bei dem britischen Luftangriff auf Augsburg waren, viermotorige

Bomber des Typs der Beaufighter-Lancaster ein­gesetzt. Die in mehreren Ketten anfliegenden Bom­ber wurden kurz nach dem Einflug in den nord fran­zösisch en Küstenraum von deutschen Jägern gestellt, wobei von den 12 Lancaster vier abgeschossen wurden; der Rest geriet bei Augsburg in heftiges Flakfeuer, durch das abermals drei Bomben­flugzeuge zum Absturz gebracht wurden. Alle anderen erhielten, wie selbst der britische Rund» funk zugeben mußte, Beschädigungen. Don den zu- rückkehrenden Bombern wurde dann das achte Flugzeug beim Heimflug über Frankreich abge - schossen, so daß nur ein Drittel der eingesetzten Britenbomber zurückkehrte. Der durch den Eingriff angerichtete wehrwirtschafttiche Schaden, der Pro» duktionsstörungen für wenige Tage in einem Be­trieb verursachte, wurde mit acht neuen viermotori­gen Flugzeugen bezahlt. Ueber fünfzig Mann flie­genden Personals mußten das Unternehmen mit dem Leben bezahlen.

geworden sind, braucht eine starke Flamme. Sie ist ihm in der Gestalt Pötains gegeben. Es braucht aber ebenso sehr eine st arte Regierung, die im allgemeinen Fluh der Dinge und der Ereignisse der Nation einen neuen Rahmen schafft, in dem sich wieder ein gesundes Volk zum Staatsleben entwickeln kann, wenn einmal das Gestrige, das Ueberaltete, abgestorben sein wird.

Laval steUtpStaiu seine Mitarbeiter vor.

-Vichy, 20. April. (DNB.) Der neue französisch- Ministerpräsident Laval stellte am Montagnach- mittag im ersten Ministerrat dem Staatschef Mar­schall P e t a i n seine Mitarbeiter vor. Laval ver­sicherte Marschall Petain im Namen der gesamten Regierung die loyalste Zusammenarbeit im Inter­esse des Landes. Der Sitzung wohnte auch Admiral 2) arlan als Oberbefehlshaber der französischen Wehrmacht bei.

Handgranatenanschlag auf Ooriot.

Serrano Suner

:Wir sind nicht neutral

Eine Unterredung mit dem spanischen Außenminister.

Madrid, 20. April. (Europapreß.) Ein Ver­treter des skandinavischen Telegrammbüros hat in Madrid ein Interview mit dem spanischen Außen­minister Serano Suner gehabt. Dieser sagte:Wir sind nicht neutral, sondern nichtkriegführend. Es wäre für Spanien unmöglich gewesen, eine Neutralität in einem Kriege aufrecht zu erhalten, in dem auf der einen Seite die Länder kämpfen, die unsere Freunde sind und auf der anderen Seite diejenigen Staaten, die sich als unsere Feinde ge­zeigt haben. Die Achsenmächte standen mit uns Schulter an Schulter, als mir gegen den Bolsche­wismus um unser Leben kämpften. Diese Mächte und Spanien haben die gleiche Ideologie und sind durch viele andere Bande miteinander verbunden. Wir haben vier Jahre lang gegen den Kommunis­mus gekämpft und Demokratien halfen, uns nicht, sondern dem Gegner. Heute kämpfen die Demokra­tien praktisch für den Sieg des Bolschewismus. Ich verstehe nicht, daß England nicht an dem Tage, an dem Deutschland den Krieg mit der Sowjetunion

begann, mit dem Reich einen Ausgleich über alle europäischen und afrikanischen Fragen gesucht hat und an der Seite Deutschlands in den Kampf gegen die größte Gefahr der Welt getreten ist. Die Kriegs­politik der Alliierten ist heute einer sowjetischen Dik­tatur unterworfen. Es kann uns Spaniern nicht gleichgültig fein, wer gewinnt. Wir haben allen Grund, zu hoffen, daß unsere Freunde siegen wer­den. Deshalb haben wir mit Bedauern beobachtet, daß südamerikanische Staaten, Länder von gleichem Blut und gleichem Geist wie Spa­nien, sich in eine Lage gebracht haben, die nur als Verneinung aller lebenswichtigen spanischen Ideale bezeichnet werden kann, deshalb sehen wir mit Freude, daß Argentinien und Chile mit Sicherheit und Energie ihr Verständnis der eigent­lichen Bedeutung dieser gegenwärtigen Auseinander­setzung demonstriert und sich außerhalb des von den Bolschewisten. kontrollierten Kreises von Staaten gestellt haben."

Oer neue Kurs in Vichy.

Von unserem Dr. K.-Korrespondenten.

Vichy, April 1942.

Als Pierre Laval nach seiner letzten Unterre­dung mit Marschall Petain als Chef der Regie­rung mit größerer Machtfülle denn je das Hotel du Parc verließ, sprachen nicht wenige seiner An­hänger von einer unerwarteten Aenderung der Dinge. Nun, unerwartet ist dieser Kurswechsel nicht gekommen. Seit Wochen und Monaten lebte Vichy in einer Atmosphäre der Resignation, eines dumpfen Vorgefühls der Unlust und des Nicht­behagens, kurzum in einer Stimmung: f o geht es nicht weiter, so kann man einen Staat und ein Volk durch den Sturm dieser Zeit nicht auf ein sicheres Ufer führen.

Im Sommer 1940 mar inmitten eines Zusammen­bruches ohne Beispiel, der nur mit der völligen Auf­zehrung der nationalen Substanz zu erklären war, der einzige Aktivposten die Autorität des großen Soldaten Philippe P ö t a i n. Er hat damals Frank­reich durch die Beendigung des sinnlosen Krieges gerettet und das einzige stabile Element für den Neuaufbau geliefert, das damals im Lande vor­handen war. Seither sind jedoch bald zwei Jahre vergangen. Die Katastrophe jener sechs Sommer- wochen ist von vielen fast vergessen. Aber mit dem Alltag, der zurückgekehrt ist, haben sich auch Pro­bleme aufgeworfen, zu deren Lösung eine starke und zielbewußte Regierung gehört. /

Die seine Zeitgenossen weit überragende Persön­lichkeit des Marschalls konnte vorerst n u r d i e At­mosphäre schaffen, in der dieses skeptische, inner­lich zerspaltene und ratlose Volk langsam wieder zu einer neuen staatlichen Form zurückfinden konnte. Die öffentliche Meinung ist, nachdem der Schock des Sommers 1940 überwunden mar, weithin wieder in ihre alte Indolenz zurückaefallen. Vielfachen Ein­flüssen ausgesetzt, ist sie schwerer zu behandeln als je zuvor und, durch die vielfachen Schwierigkeiten des Alltags verärgert, nur MühÜr zu einem Verständnis für die Regierungsarbeit zu gewinnen. Das erklärt zu einem gewissen Teil auch die bis­herige schlummernde,a t t e n t i st i s ch e" (abwar­tende) Haltung der Regierung.gegenüber den brennenden Problemen Europas.________________

Wenn heute Pierre Laval von der französischen Bevölkerung mit nicht geringen Hoffnungen * emp­fangen wird, so weiß man in Frankreich, daß nun wieder ein Staatsmann zur Macht gelangt ist, der als Realpolitiker von großer Erfahrung in der Der- gangenheit wiederholt gegen den Strom der öffent­lichen Meinung geschwommen ist und von den Tat­sachen Recht bekommen hat. So neigt sich ihm eine allgemeine Erwartung zu. Man fühlt, daß die Rück- kehr dieses Mannes em außergewöhnliches Ereignis darftellt, daß nun Dinge geschehen können, auf die man lange gewartet hat; nicht zuletzt erwartet man eine tatkräftige Inangriffnahme der inneren Probleme, an denen hier fein Mangel ist. Seit Monaten hat beispielsweise die allgemeine Unzu­friedenheit mit der Versorgung der Bevölkerung wiederholte Veränderungen in den zuständigen Mi- nifterien angekündigt. Es ist indessen alles beim Alten geblieben, und so hofft man hier natürlicher­weise, daß nun auch auf diesem Gebiet ein durch­greifender Wandel eintreten wird.

Eine Reihe von tatkräftigen Mitarbeitern, die sich Laval ausgewählt hat, verstärkt die allge­meine Hoffnung, daß die zögernde, hinhaltende Re­gierungsweise nun ein schärferes, zeitgemäßeres Tempo annehmen werde.

Die Form, unter der sich der Regierungswechsel vollzogen hat, bestätigt, daß Laval Die Größe und die Schwierigkeiten seiner Aufgabe in keiner Weise unterschätzt. Frankreich, das praktisch' ohne Ver­fassung lebt, hat in diesen Tagen einen völligen Umbau seiner Struktur durchgeführt. Mar- schall Petain, der auf die Ausübung seiner ihm im Juli 1940 übertragenen Rechte als Regierungs­chef verzichtet hat, tritt damit nicht in den Hinter­grund. Er macht seine Stellung, indem er sich von ber Alltagsarbeit löst, einsamer, ferner, aber auch unangreifbarer. Wenn man sich heute in Frankreich daran gewöhnt hat, seinen designierten Nachfolger dönDauphin" zu nennen, so ist er, Philippe Pötain, der ungekrönte König, sein Wille der alleinige Ur» spruna jeder Autorität. Dor ihm verantwortet der Chef der Regierung seine Politik. Dieses Land, in dem alle Einrichtungen als Grundlagen hinfällig

Vichy, 20. April. (Europapreß.) In Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, wurde am Sonntag in einer großen Versammlung der französisä-en Volkspartei im Staatstheater, in der Jaques Do« riot sprach, von der Galerie eine Handgra­nate in den Saal geworfen. Sie fiel zwischen di- erste und zweite Sitzreihe und wurde von einer Frau geistesgegenwärtig in den Orchesterraum zwi­schen Rednertribüne und Zuschauerraum geworfen, bevor sie explodieren konnte. So wurde nur Sach­schaden angerichtet. Offenbar galt der Anschlag dem Führer der Dolkspartei, Jaques Doriot, der in sei­ner Rede eine scharfe Abrechnung mit dem Bolsche­wismus gehalten hatte. Die französischen Freiwilli­gen im Kampf gegen den Bolschewismus, die an der Front für die europäische Zivilisation und gegen den Bolschewismus kämpften, würden nicht zu­lassen, daß man einen Dolchstoß gegen sie führe.

Aus dem Reich.

Oie Hochschule im Dienste de« völkischen Lebenskämpfe«.

NSG. Eine Zeit, in der die Umrisse einer neuen Ordnung Europas immer deutlichere Gestalt an­nehmen, erfordert es, diejenigen Geschichtsepochen einer gründlichen Prüfung 'zu unterziehen, die nfit dem Chaos im europäischen und eurasischen Raum endeten. Zu diesem Zweck unterbreitete die Gau« studentenfuhrung Hessen-Nassau den Vorschlag, im Altherrenbund und Studentenbund erfaßte Wissen­schaftler, die nicht im Felde stehen, zu einem Wissenschaftlich-Politischen Arbeits­kreis zusammenzuschließen. Der Vorschlag fand Zustimmung bei Gauleiter Sprenger wie auch bei Reichsstudentenführer Dr. Scheel. Mit dem Aufbau des Arbeitskreises wurde der stellvertretende Leiter der internationalen Korrespondenz zur Aufklärung über die Judenfxage,Weltdienst", Neiffer, be­auftragt. In der ersten Tagung des Arbeitskreises konnte. Gaustudentenführer Balon den Rektor der Universität Frankfurt und Professoren der Hoch­schulen des Gaues als Alte Herren begrüßen. Sie alle haben sich bereit erklärt, mit den Studierenden die Aufgaben zu erarbeiten. Der Stellvertretende' Gauschulungsleiter, Ruß, stellte in seiner Er­öffnungsrede die Bedeutung des politischen Auf­trages heraus, den damit Männer der Hochschulen übernehmen. Der Gauschulungsleiter wird dem Gau- studentenführer Themen bekannt geben, deren wissenschaftliche Bearbeitung für die Schulungsarbeit vordringlich ist. Der Gaustudentenführer wendet sich damit an Professoren als Mitglieder des NS.-Alt­herrenbundes und bildet mit ihnen denWissen­schaftlich-Politischen Arbeitskreis". Zur Bearbeitung wird ein möglichst weiter Kreis von Studenten mit herangezogen. Sämtliche Ausarbeitungen des Ar­beitskreises werden von dem Arbeitskreisleiter der Gaustudentenführung für die Auswertung in der politischen Schulung zusammengefaßt.

Verstärkter Schutz gegen Amtsanmaßung.

Immer wieder haben Verbrecher bei Begehung schwerer Straftaten sich als Polizeibeamte oder als ^-Angehörige getarnt. Auch die Zugehörigkeit zur Wehrmacht ist von Verbrechern vorgetäuscht wor­den. Der Ministerrat für die Reichsverteidigung hat deshalb eine Verordnung erlassen, nach welcher mit dem Tode, in minder schweren Fällen mit Zuchthaus bestraft wird, wer sich bei Begebung eines Verbrechens wissentlich unbefugt als Ange­höriger der Polizei oder eines ihrer Hilfsorgan­oder als Angehöriger der Wehrmacht ausgibt. Gleichzeitig sind die Strafen gegen Anmaßung eines öffentlichen Amtes erhöht, um ein-

Goldaien-Tiere.

Von Paul Eipper.

Nach einem meiner Filmvorträge kam ein Unter­offizier zu mir, ein Frontsoldat:... ich kann zu Ihrem Thema Lamerad Tier' etwas aus feldgrauer Umgebung erzählen. Auch uns da draußen helfen die Tiere nicht bloß durch ihre Muskelkraft ..."

So wurde mir wieder einmal die seelische Kame­radschaft zwischen Mensch und Tier bewiesen und auch die sehr verbreitete Tierliebe unserer Soldaten. Zweimal suchte ein Tier ohne auffordernde Hilfen Anschluß bei einer Fronttruppe; jedesmal schuf es sich selber seine Stellung in der ursprünglich von den Soldaten gar nicht beabsichtigten Gemeinschaft, und die Artoerschiedenheit von Katze und Hund erwirkte, daß die Einordnung im ersten Fall mehr nach der Behausung hinstrebte, im zweiten Fall den leben­digen Umgang suchte.

Hören wir nun diese tierfreundlichen Frontbe­richte: Das Bataillon stellt seit geraume Zeit die Wache für ein großes Munitionslager; Wachlokal ift ein altes Blockhaus. Hier erschien plötzlich eine Katze, wurde in schöner Selbstverständlichkeit hei­misch, bald der gute und treue Freund der täglich wechselnden Mannschaft: Peter, der Pulverkater; Tag um Tag begleitet er die Streife durch das weit gedehnte Lagergelände und kennt sich längst genau aus zwischen den verstreuten Magazinbunkem. Mit Behagen trinkt er den schwarzen Mannschaftskaffee; das Kommißbrot schmeckt ihm, auch wenn die Schmierage" fehlt. Weil die Soldaten ihr warmes Mittagessen vor dem» Ausziehen zur Wache ein­nehmen, ist der Puloerkater zum Rohköstler gewor­den. Es kann geschehen, daß er nach zwei Stun­den mit der einen Streife ins Blockhaus zurückge- fefjrt, augenblicklich mit der neuen Streife wie­der hinauszieht, in der Hoffnung, schnell doch noch eine Feldmaus als blutwarme Zusatzkost zu erjagen. Denn die lästigen kleinen Nager ,im Haus hat er schon restlos vertilgt.

Peter ist gar nicht verspielt; würdevoll schreitet er durch Pflicht und Alltag, wählt feinen Schlafplatz

inmitten der Soldaten und schaut aus großen ernsten Augen suchend in die Runde, ob wirklich alles in Ordnung ist. Spricht man mit ihm, hält er den Kopf schräge und hört aufmerksam zu. Mittags verfolgt er genau die Vorbereitung zur Wach­ablösung; manchmal läuft er sogar dem herankom­menden Trupp bis zum Drahtverhau entgegen; springt schnell zurück Und meldet durch lautes Miau die rechtzeitige Ankunft. Die alte Wache rückt ab; der Pulverkater bleibt bei der neuen Mannschaft; er ift hier zu Hause, tut seinen Dienst und verlangt selbstverständlich zur vorgeschriebenen StundeBrot und Kaffee."

*

Mäuschen", der kleine braune Hund dagegen lebt in der großen Bataillons-Unterkunft. Die Freundschaft mit ihm flammt aus der Zeit der ersten Ostkämpfe. Damals bezog die Einheit nach stürmischen Kampfwochen Standquartier in einer Ortschaft, die unter der Landplage zahlloser wild umherstrolchender Hunde litt. Befehl kam, mit dem Gewehr Ordnung zu schaffen. Als die Salven knall­ten, ergriff ein einziger Hund nicht die Flucht, son­dern schaute interessiert zu. Das soll einem Soldaten nickst imponieren! Keiner brachte es fertig, auf Kopf oder Brust des mutigen Kerlchens zu zielen, das dann den Männern bei den notwendigen Siche­rungsstreifen zu Rad immer wieder begegnete.

So blieb Mäuschen allein am Leben, nahm bald beim Mannschaftsessen teil und wurde Kompanie- Hund. Von Natur possierlich verspielt, lernte er in Kürze, sich militärisch zu benehmen. Jetzt ist er prompt da, wenn die Kompanie zum Dienst antritt, steht artig am linken Flügel. Er setzt sich sogleich beim Kommandorührt euch!", während auch ihm dasStillgestanden!" derart in die Beine fährt, daß er wie angegossen auf dem Fleck steht. Wenn die Kompanie ausrückt, umtollt er laut bellend die Fahrräder, stundenlang.

Zwei Jahre lebt nun Mäuschen bei feiner Front­einheit, hat manchen harten Strauß wie viele hun­dert Kilometer Bahnfahrt mitgemacht. Einige Mo- nate war die Kompanie in einer großen Stadt, wo die Mannschaften wegen der weiten Entfernungen

manchmal mit der Straßenbahn fuhren, Mäuschen stets dabei. Wenn auf dem Exerzierplatz eine Hundedame lockte, ging leider der Zusammenhang mit der Kompanie verloren. Sobald sich aber Mäus- chen seiner Kameradschaftspflicht bewußt wurde, merkte, daß die Kompanie abgerückt war, bestieg der kluge Hund selbständig die Straßenbahn, fuhr solange stadteinwärts bis er die Marschkolonne über­holt hatte, stieg an der nächsten Haltestelle aus und umkreiste mit geradezu irrsinnigem Freudengebell die singenden, stolz schmunzelnden Männer.

Mäuschen schafft sich überall Freunde", sagt der Unteroffizier. Wenn wir die Hauptstraße entlang marschieren, läuft unser Hund plötzlich voraus und setzt sich still neben die Tür eines Metzgers. Der Tritt der Soldatenstiefel lockt den Meister aus dem Laden, und Mäuschen weiß längst, daß jedesmal zufällig" aus der Metzgershand etwas für ihn herunterfällt. Auch ein ältliches Fräulein hat er sich als Zusatz-Nährmutter aufgetan; wir Männer werden gegrüßt, der Hund beschenkt. Aber sonst schätzt Mäuschen bie Zivilisten nicht; er lehnt sie bestenfalls ab; Briefträger und andere Bemützte bellt er wütend an, läßt sie nur unter Protest ins Quartier. Kompaniefremden Soldaten schaut dieser Hund zunächst ins Gesicht, schnuppert dann an ihren Stiefeln und macht' wortlos kehrt; weder durch Schmeicheleien noch Leckerbissen ist er zu bestechen.

Einmal wurde Mäuschen auf der Landstraße von einem Motorrad gefaßt und hart zur Seite ge­schleudert. Die ersten drei Tage verweigerte der am Hinterbein schwer verletzte und fiebernde Hund jede Nahrung; die Kompanie bereitete sich schon darauf vor, dem kleinen Kameraden den letzten Liebesdienst der Erlösung geben 3U müssen. Aber seine Augen strahlten noch immer so hoffnungsvoll, daß niemand oie Tat ausführen wollte, und nach acht Wochen war alles wieder gut.

Glauben Sie, dieser vierbeinige Kamerad ist uns allen mächtig ans Herz gewachsen; wenn einer von uns fort war auf Kommando ober im Urlaub, gilt feine erste Begrüßung dem Hund. Mäuschen bleibt bei uns, und wenn er vorzeitig abrücken muß aus dem Leben, bekommt er von feiner Kompanie ein anständiges, ehrliches Soldatenbegräbnis/