17. Lebens-
Kriegsfrei- die sich für wollen, ein.
Höchstalter 28 Jahre.
2. Längerdienende Freiwillige: vom vollendeten 17. bis 25. Lebensjahr für Heer und Luftwaffe für alle Waffengattungen, für Kriegsmarine bis zum 23. Lebensjahr für den Flottendienst, der sich aus. schließlich aus längerdienenden FreiwiPgen ergänzt.
Meldung hat in jedem Falle bei dem für den Aufenthaltsort des Freiwilligen zuständigen Wehr, bezirkskommando zu erfolgen. Weitere Auskünfte über den Eintritt als Freiwilliger erteilt auf Anfrage jedes Wehrbezirkskommando und Wehrmelde, amt. Einstellung in die Wehrmacht erfolgt jeweils nach Durchführung der Annahme als Freiwilliger.
in die Wehrmacht.
In die Wehrmacht werden laufend willige und längerdienende Freiwillige, eine zwölfjährige Dienstzeit verpflichten gestellt. Es können sich melden:
Gev
ANIM
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Wertvoi
Zu beziehet Landwlrtsct
zur Familienwohnung ist als ein Weg von der Arbeitsstätte anzusehen und als solcher versichert»
Seid sparsam mit Kartoffeln!
as früher in der Zeitung stand
Ein Blick in den Gießener Anzeiger aus dem Jahre 1766.
1. Kriegsfreiwillige vom vollendeten jahr ab: beim Heer: für Infanterie (Jnf.-Rgt., Jnf.-Rgt. Imot] und Gebirgsjäger-Rgt.), Panzer, truppe (Panzer-Rgt., Schiitzen.Rgt., Kradschützen- Btl.), Nachrichtentruppe (nur für Funkdienst): bei der Kriegsmarine: für die Tee- und Land- streitkräfte der Küstenverteidigung (Küstendienst See und Land), Höchstalter 25 Jahre: bei der L u f t. waffe: für Fliegertruppe (als Flugzeugführer, Bombenschüße, Bordschüße, Fallschirmjäger), Luft, nachrichtentruppe (als Bordfunker, Fliegerschütze),
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einmal aus.
1766 ist ein willkürlich herausgegriffenes Datum, eine bloße Jahreszahl. Wir wollen, bevor wir zu lesen fortfahren, den Versuch machen, die kahle, nichtssagende Zahl mit einigen Erinnerungen ein wenig lebendiger zu machen und die Zeit, um die es sich hier handelt, uns etwas farbiger und plafti- cher vorzuftellen. 1766: drei Jahre zuvor ist der Hubertusburger Frieden geschloffen und der Sieben- ährige Krieg beendet worden. Friedrich Schiller ist ein namenloser kleiner Bub in Ludwigsburg, Goethe ein junger Student in Leipzig. Die erste Ausgabe vom „Laokoon" des Herrn Lessing erscheint in diesem Jahre, und die „Minna von Barnhelm", „verfertiget 1763", ist noch immer die aufregendste Neuerscheinung der deutschen Literatur. Friedrich der Große hat noch zwanzig Jahre zu leben und in unerhörter Friedensarbeit dem Staate zu dienen. Aber schon drei Jahre später wird in Ajaccio auf Korsika das Kind geboren werden, dessen Taten an der Wende dieses Jahrhunderts Europa erschüttern werden.
Das mag genügen; kehren wir zurück zu dem unscheinbaren Quartblättchen aus „Giesen" vom Dienstag, dem 14. Januar. Gleich unter dem Kopf, den wir oben beschrieben haben, da wo heute der Leitartikel beginnt, erscheint eine umfangreiche „Betrachtung über die Lectüre der Frauenzimmer": es ist nicht ersichtlich und auch nicht mehr zu er- Mitteln, von wem sie stammt; jedenfalls ist es ein merkwürdiger und lehrreicher Beitrag, und die Zeitung erweist sich auch hier schon durchaus als ein Spiegel der Zeit. „Wir sehen mit grosern Ver- gnügen", so beginnt die anonyme Betrachtung, „daß die Begierde, Bücherzulefen, besonders unter dem schönen Geschlechte in unserer Stadt von Tag zu Tag wächst. Wir müssen aber zugleich aufrichtig bekennen, daß wir uns sehr oft ins gehein betrübt haben, wenn wir über den Endzweck, warum unser Frauenzimmer meistenteils ließt, über die Wahl der Bücher, die es ließt, und über die Art und Weise, wie es ließt, nachgedacht haben. Und wir glauben fast daß diese Begierde bisher bei) vielen mehr Schaden als Nutzen gestiftet hat. Aus dieser und verschiedenen anderen Ursachen haben mir uns für verbunden gehalten, unsere Gedanken über die Lectüre der hiesigen Frauenzimmer in unsere Blätter einzurücken. Es sey ferne von uns, daß wir dadurch ihre Begierde zum Lesen unterdrücken sollten. Nein, unsre Absicht ist, sie noch mehr zu vergrösern, aber auch zugleich (vergeben sie den Ausdruck, holde Schönen, wir reden itzt mit ihnen, wir wir mit unfern Freunden zu reden gewohnt sind) vernünftiger zu machen ..."
So geht es an, und man sieht: der Verfasser ist ein gründlicher und übrigens nicht ungalanter Mann; wir befinden uns, auch das wird beim Lesen deutlich, nicht nur im Zeitalter Lessings und Friedrichs, sondern auch Gottscheds, im Jahrhundert der Aufklärung,' der Kritik und der „moralischen Wochenschriften". Dem Verfasser, soviel wird in der Folge klar, liegt das charakterliche und geistige Wohlergehen, die sittliche und geschmackliche Bildung der weiblichen Leserschaft ernstlich am Herzen. Seme
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NSG. Die vor kurzer Zeit vorgenommenen Er« Hebungen über die in den einzelnen Haushaltungen vorhandenen Kartoffelvorräte bezweckten, einen Ueberblirf zu erhalten, inwieweit die Volksgenossen mit Kartoffeln versorgt sind. Hierbei hat sich her» ausgestellt, daß manche Volksgenossen, die sich rechtzeitig mit der normalen Menge an Kartoffeln eindecken konnten, diese in stärkerem Maße verbraucht haben, als bei sparsamer Wirtschaftsführung notwendig gewesen wäre.
Es ist schon seinerzeit zu Beginn des Kartoffel- len
Eine Zeitung ist heute aktuell, morgen Einwickelpapier, in zwanzig Jahren ein Kulturdokument. Dies ist zwar keine vollgültig befriedigende Begriffsbestimmung, aber sie sagt etwas aus vom eigentümlichen, mit wenigen Worten kaum zu erschöpfenden Wesen der Tagespresse, wie sie uns aus täglich erneuerter Bekanntschaft vertraut und geläufig ist. Wenn also nach dem aphoristischen Wort, das wir an den Anfang gestellt haben, schon eine Zeitung von 1922 ein Kulturdokument für uns Menschen von 1942 wäre — sie ist eins, davon kann man sich leicht überzeugen, wenn einem so ein vergilbtes Inflationsblättchen zufällig wieder in die Finger kommt —, um wieviel mehr eine Zeitung aus dem Jahre ... sagen wir mal 17 6 6. Eine respektable und ehrwürdige Jahreszahl: nicht viele Zeitungen in Deutschland können sich rühmen, damals schon erschienen zu fein; der Gießener Anzeiger, 1750 gegründet, bestand, wie wir mit berechtigtem Lokalstolz fcftfteUen können, immerhin bereits 16 Jahre. Schlagen mir den schmalen Quart* band einmal auf. Da steht auf etwas stockfleckigem Papier in schöndn altertümlichen Lettern: „Giesische wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen und Nachrichten. Zweytes Stuck. Dienstags den Ilten Januar. 1766. Mit Hochfürftl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten (Erlaubnis." So sah also der Kopf unseres Blattes
lich nicht so ironisch, wie es von meinen Spötter- lippen vielleicht klingt! Das Theater war ja nie recht eigentlich Ihre Heimat, wie? Sie haben sich's bloß eingeredet, weil Sie partout wegwollten, von zu Hause — und von jemand, der Ihnen, mit ein bißchen Geduld Ihrerseits, den ganzen Umweg erwart hätte ..."
„Nicht meine Heimat? Nein, Abbeg. Da haben Sie recht. Und doch möchte ich diese sechs Jahre nicht missen ..."
„I, woher denn?! Natürlich nicht. Bißchen Romantik, bißchen Abenteuer, das macht das Leben hübsch und bunt. Verstehe ich vollkommen. Man muß nur nicht im Gestrüpp hängenbleiben, wenn man Marion Brakel ist, sondern sich rechtzeitig herausretten, und das werden, wofür man von Natur Doibeftimmt und gemacht ist: Frau Baronin. Oder, mehr im neuzeitlichen Stil, Frau Generaldirektor — ganz nach Belieben. — Mein Kompliment! Sie sind eine kluge kleine Frau, Marion! Wenn Sie den Baron Fehr einfangen wollten, so .konnten Sie gar nichts Klügeres inszenieren, als diesen Kontra'ktbruch mit den respektiven Folgen. Auf so was fällt er und seinesgleichen immer mit Sicherheit 'rein ..."
„Pfui, Abbeg. Das ist abscheulich von Ihnen, ganz abscheulich! Nicht mit einem Gedanken hab' ich derartiges gedacht. Es war gar keine Rede von .Berechnung' und .Einfangen' und .Inszenieren'."
„Nicht? Wie der Mensch sich täuschen kann! Ich glaubte bestimmt. Sie lieben ihn also, gut. Pardon, ich will nicht indiskret sein .." .
Marion spielte mit dem Fuß ihres Glases, n das der Kellner inzwischen goldgelben Rheinwein geschenkt hatte.
„Fehr ist ein guter Mensch. Nicht, was man gc- ringschätzig so nennt, sondern ein wirklich guter Mensch, Von innen heraus gut. Diel, ■ viel besser als Sie, Abbeg. Denn Sie, Sie sind im Innersten eher böse. Das .böse Prinzip', denk' ich mir oft Aber bei ihm werde ich geborgen sein. Und danach habe ich wirklich- Sehnsucht, nach allen Stürmen, die für mich wirklich ein bißchen früh angesangen haben. — Vorausgesetzt, daß der ,böse Mensch mir diesen Hafen nicht zerstört ..ugte sie mit einem nicht ganz geglückten Lächeln hinzu.
Abbeg lachte laut:
„Das ist ja ein hochinteressantes Bild, das Sie
Es ist schon seinerzeit zu Beainn des Kartoff, Wirtschaftsjahres in der Presse Darauf hingewies! worden, daß eine Menge von drei Zentnern je Kopf als Einkellerungsmenge für den gesamten Winterbedarf ausreichend ist. Diese Menge gründet sich auf die Erfahrungen, die in früheren Jahren gemacht wurden. Hierbei ist durchaus berücksichtigt, daß zum Ausgleich für andere weniger reichlich vor. handene Nahrungsmittel der Kartoffeloerzehr all- gemtin stärker geworden ist. Vor dem Kriege lag der Durchschnittsverbrauch von Kartoffeln unter drei Zentnern je Kopf. Es mutz also erwartet werden, daß alle Verbraucher bis zur neuen Kartoffelernte
Im Fernfprechbuch fand sie seine Nummer; mit unsicherem Finger setzte sie die Wählerscheibe in Be- ^""meldete sich sofort. Lachend versprach er, sofort „zum Bahnhof zu brausen", und ging über ihre Bemerkung, es eile nicht, da sie erst ein Hotel suchen wolle, hinweg. . . ..
Zehn Minuten später mar er wirklich da und hielt ihre Hände:
„Na, Marion, überglückliche Braut? Das ist aber nett, daß Sie mir gewissermaßen einen Polterabend gönnen! Hab's freilich um Sie verdient, wie? Denn, Hand aufs Herz!, ohne mich und das berühmte Oktoberfest wäre der Baron Fehr für Sie zeitlebens ein Unbekannter aus den schlesischen Wäldern geblieben! Statt dessen werden Sie nun Schloßherrin von Lappersdorf und für-Ihren getreuen Seladon bleibt der schale Rest, sich vor Ihrem altehrwürdi- gen Schloßportal mit dem schönen Wappen eine bescheidene Direktorvilla zu bauen! ... Steigen Sie ein, Marion! Den Koffer tun wir hier nach hinten. Ein Hotel zu finden bleibt immer noch Zeit. Vorerst wollen wir yial den alten Adam futtern und nachholen, was wir vor vierzehn Tagen in Berlin versäumten, als Sie mich so schnöde versetzten verlobungshalber, wie ich vermute!"
Und er schob Marion ins Polster neben sich, drückte den Starterknopf und trat den Gashebel.
Minuten nur, und sie fuhren am strahlend erleuchteten Hotel Bellevue vor, unter dem der nächtliche Elbstrom seine Eisschollen donnernd gegen die Riesenpfeiler der Brücke wälzte.
Abbeg suchte einen Tisch^aus, während Marion in der Garderobe sich ein wenig zurechtmachte. Sie stand vor dem Spiegel, handhabte umständlich Pu- derquästchen und Lippenstift und lächelte ihrem eigenen Bilde zu. Sie wollte sich Mut machen mit diesem Lächeln. Dann trat sie, angestaunt, wie gewöhnlich, in den großen Speisesaal, darin die Luster ihr mildes, vielfach gebrochenes Licht versandten und bunte Lampen auf allen Tischen leuchteten.
„Und nun erzählen Sie mir, Marion —", sagte Abbeg, als sie sich gegenübersaßen, und der Kellner mit der umfangreichen Bestellung enteilt war. „Erzählen Sie, wie das große Glück über Sie kam! Denn natürlich ist es ein großes Glück für Sie, ich ßertenne das keinen Augenblick und meine es wirk-
da von mir auf Ihrer seelischen Netzhaut haben! Könnte mich direkt eitel machen, wenn ich mir solche Schwachheiten gestattete! ... .Das böse Prinzip — also jedenfalls 'was Höheres! Gott, ein harmloser Konzerndirektor wie ich ... Marion", fuhr er ernster fort: „Lassen Sie sich mal in aller Freundschaft etwas erklären. Sie sind, was mich betrifft, eine kleine Schwarzseherin! Sie nehmen gewisse vergangene Dinge noch immer wichtig, noch immer tragisch, schleppen sie mit sich herum wie eine Schnecke ihr Haus. Total falsch, lassen Sie sich das sagen. Alles auf der Welt stirbt — teils eines natürlichen, teils eines unnatürlichen Todes, aber jedenfalls stirbt es. Die Dinge von anno Düsseldorf sind jetzt mausetot. Die Marion von vor sechs Jahren ist mausetot. Und ich bin es auch — keinen Widerspruch, das kann der Verstorbene am besten beurteilen, ob er tot ist! . Wie wir uns hier gegenübersitzen /— Sie bildschön und zum Anbeißen, pardon!, ich ein langsam vom Leben ramponierter Junggeselle — sind wir beide ganz neue Wesen, fremde Wesen, möcht' ich beinahe sagen, gewissermaßen nur Durch vage und sehr wenig ob- jektive Erinnerungen an ihre prähistorische Existenz verbunden, die wir beide am besten nicht unterschätzen. Quasi neu gegeneinander angetreten zur Lebensmensur! Nichts von »bösem Prinzips wenn ich bitten darf ... Aber Sie wollten ja erzählen, wie das große Glück über die kleine Marion kam? Ich gebe Ihnen das Stichwort: »Als der böse Abbeg mich in der Pension an der Rankestraße verlassen hatte, trat der leuchtende Baron Fehr ins Zim- mer .. A4“
Marion brach in ein Lachen aus, das sie gleich wieder dämpfte.
„So ungefähr, Abbeg, so ungefähr! Doch das ist alles nicht so wichtig. — Was Sie da eben sagten, von den Dingen, die »maufetof sind, das ist viel wichtiger. Ja, es wäre wirklich am besten, wik beide 'erklärten das alles für mausetot, auf immer und ewig! Mir traue ich's zu, weil ich ja ohnehin ein neues Leben anfange, wenn ich Christian Fehrs Frau werde. Aber Sie — können Sie s? Ich fürchte beinahe, nein — nach Ihrem Brief. Er hat mir wahrhaftig ein bißchen Sorge gemacht. Ich weih, Sie hassen Fehr —"
(Fortsetzung folgt.).
Erfahrungen scheinen nicht die erfreulichsten zu sein, denn von den Leserinnen, auf die er es abgesehen hat, haben einige „uns blos zu lesen geschienen, um sagen zu können, daß sie gelesen hätten. Unter diese rechnen wir die unerträglichen Gesellschafterinnen, welche so gern von den vielen Büchern reden, die sie schon gelesen haben, und welche über Bücher, die sie nicht verstehen, mit einem entscheidenden Tone urtheilen".
Das geht gegen die Blaustrümpfe und klingt ziemlich hart. Aber es kommt noch besser: „Andere lesen, um einige Mode-Complimenten, einige verliebte Ausdrücke zu erlernen, womit sie ihre Liebhaber tobt kützeln wollen. Die Romanen-Heldinnen inb in unfern Gegenden so gar selten eben nicht." Hier kann sich der verspätete Leser von 1942 eines anften Schmunzelns nicht erwehren. „Noch andre" so heißt es weiter, „nehmen aus verdrütz- licher Langeweile ihre Zuflucht zum Lesen, weil sie entweder' ihre Zeit mit keinen angenehmen und nützlichen Frauenzimmer-Arbeiten hinzubringen wissen, ober weil es ihnen zu niebrig vorkommt, ich mit häuslichen Geschäften viel abzugeben. Diese Absichten ben ber Lectüre müssen freylich sehr chlimme Folgen haben und wir verbenken es bie Mütter nicht, bah sie ihren Töchtern bie Bücher aus der Hand reisen, wenn sie' merken, baß sie burch bas Bücherlesen hochmütig und eitel, verliebt unb zur geschickten unb klugen Führung einer Haushaltung untüchtig werden ..."
Wir können hier nicht den ganzen Traktat zum Besten geben, nur ein paar Auszüge unb Kostproben. Der Kollege von 1766 müßte nicht ein echtes Kinb seiner Zeit gewesen sein, wenn er darauf verzichtet hätte, aus seinen kritischen Betrachtungen die gehörige und belehrende Nutzanwendung zu ziehen. „Doch wir wollen nicht außschweifen. Wir vermuthen, daß unsere Leserinnen nunmehro auch zu wissen verlangen, wie sie eigentlich lesen müssen, wenn sie Nutzen und Vergnügen von ihrer Lectüre
Der feurige Ofen
Roman von Hans von Hülsen
21. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Ja, es war ein garu plötzlicher Impuls gewesen, unb er hatte ihr Freube gemacht! Nachbem sie sich in Hirschberg von Fehr, der in Richtung Breslau weüerfuhr, getrennt hatte, war ihr ber Einfall gekommen, eine Unterredung mit Ulla herbeizuführen. Sie hatte sich ifi der Zuversicht gewiegt, Fehr eine große Freude zu machen, wenn sie persönlich Ullas Widerstände besiegte und die beiden versöhnte ... Warum eigentlich?, fragte sie sich jetzt, ernüchtert.
Im Grunde roar’s doch für sie viel bequemer, in Lappersdorf Alleinherrscherin zu sein und keine Ulla neben sich zu haben, bie für ben Vater immer das Einst verkörpern, ihn immer erinnern, ihr vielleicht in manchen Dingen ben Rang streitig machen konnte und mußte? . . Aber sie hatte durch Fehrs nervöse Schroffheiten auf der Peterbaude hindurch deutlich gespürt, wie nahe ihm ber Konflikt ging unb hatte in ihrem guten Herzen gedacht, Frieden stiften zu können, wenn sie Ulla einmal persönlich spräche)
Dummes gutes Herz! Das war nun vorbei. Ulla hatte sie ja'geradezu brüskiert! ... Konnte hier überhaupt etwas geschehen, so konnte nur die Seit es stiften. Für sie selber war jeder Weg zu Ulla Fehr versperrt — wahrhaftig nicht durch eigene Schuld.
Blieb Punkt zwei des improvisierten Dresdener Programms: Abbeg!
Seit sie auf der Peterbaude seinen Brief — einen echten Abbegbries! — erhalten, war es ihr klar und klarer geworden, daß sie Abbeg noch einmal sprechen mußte, ehe sie ihm, als Christian Fehrs Srau, ln Lappersdorf begegnete. Ihm schreiben? Den Gedanken hatte sie alsbald wieder verworfen: das alles war viel, viel zu heikel für briefliche Mitteilung! Nein, notwendig war, ihn persönlich zu sprechen ... Sein Brief war nun schon fünf Tage alt. Ueberbies war heute Samstag. Sie konnte also hosfen, daß er übers Wochenende nach Dresden zuruckgekehrt fein würde-
Seite gestellt wurden. Man unterschied jetzt ®o!b- und Silbergulden. - .
Im Kinderreim hat sich ber „Dreier" ober .^Dreiling" erhalten, ben schon Fischart unb Hans Sachs erwähnen und ber später in Hessen ein Vierheller- stück war, währenb in Württemberg brei Dreier einen Schilling ausmachtev.
Im Sprachschatz erhalten hat sich auch ber -.Deut , sagen wir boch: „Das ist keinen Deut wert. Zu- erst erwähnt wird diese kleinste Münze, deren Namen aus dem niederländischen „Duit jtammi, im Jahre 1716. Sie galt3preußische Pfennige ober i/s Stüber. Der „Stüber" selbst galt ehedem am Niederrhein Voo Taler. Die Bezeichnung wurde aus dem Niederländischen „stuyver" abgeleitet, das wohl mit dem mittelniederdeutschen „ftuoe , bas ist „IReft", zusammenhängt.
Sie alle sind den Orkus hinab, unsere Herrscher sind bie Mark und ber vom 1. März 1942 ab nicht mehr gültige kupferne Pfennig, besten Herkunft sich nicht mit Sicherheit bestimmen läßt. Aber, möge er flammen, woher gr wolle, ber biebere Pfennig, laßt ihn uns auch in seinem neuen Gewand ehren, auf daß wir des Talers wert werden. L. B.
Kür Tapferkeit vor öem Heinde.
Dem SA.-Scharführer Heinrich Weigel, der als Gefreiter in einem Nachrichten-Regiment im Osten steht, wurde das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen.
Sornofigen.
Ehrung Heinrich Zerkaulens im Theater der Universilälsstadt.
Aus dem Dramaturgischen Büro wird uns geschrieben: Aus Anlaß des 50. Geburtstages des oilkch eine Reihe von Romanen und Bühnenwerken bekannten rheinischen Dichters Heinrich Zerkauten bringt das Theater der UniDerfitätdftabtjam heutigen Samstag bie Festaufführung feines Schauspiels „Der Reiter". Der Dichter wird der Aufführung beiwohnen. Die Inszenierung hat Oberspielleiter Wilhelm Michael Mund, der auch den Kaiser Rudolf II. spielt. Die Rolle des Reiters verkörpert Carl Bruno Schmidt. Den Examinator gibt August Wilhelm Funke, die Gestalt Tycho de Brahes wird Leopold Fischer spielen. Luise Prasser ist bie Barbara Lempin, angeklagt, als Here des Feuertodes zu sterben. In weiteren Rollen: Hilde Kneip, Hans Bergmann, Kurt Bosny, Herbert Kochling, Karl Dolck und Carl Maria Zeppenfeld. Die Bühnenbilder schuf Karl Löffler. Die Aufführung wird er- läuternd unterstützt durch Ausstellungen des Kunst- Vereins unter Leitung von Stadtbaudirektor G r a • vert; sie zeigt Wiedergaben des Bamberger Rei- ters unb andere Plastiken aus der Zeit. — Am folgenden Sonntagmorgen lieft der Dichter in der 6. Morgenveranstaltung aus eigenen Werken. Die Lesung wird umrahmt von Streichquartetten Beethovens, die das Kammerquartett, des Städtischen Orchesters zum Dortrag dringt.
Einstellung von Freiwilligen
erwarten sollen ..." Nutzen unb Vergnügen —: zwei für die Geisteshaltung des 18. Jahrhundert, typische Begriffe; und ebenso bezeichnend erscheinen die sechs Regeln, mit denen der Verfasser seine Betrachtung lehrhaft zum Positiven wendet, zusam- menfaßt und abschlieht.
Die erste dieser Regeln empfiehlt unabgelenkte Aufmerksamkeit bei der Lektüre, die zwecke, damit zusammenhängend, langsames Lesen. Die dritte zielt auf moralischen Gewinn: „Beschreibt man Ihnen z. E. das kleine unb unvernünftige in der Eitelkeit, im Kleiberpracht, im Hochmuth unb begleichen, so müssen Sie sich sogleich fest entschließen, nicht eitel, nicht üppig unb bochmüthig zu seyn . Die vierte: „Denken Sie über alles nach, was Sie lesen unb ziehen Sie zur Verbesserung Ihres Herzens Folgen baraus .." Dabei ist es, fünftens, zweckdienlich, die schönsten und wichtigsten Stellen auswendig zu lernen. Und sechstens endlich: „Sie müssen nur alsbenn lesen, wenn Sie Ihre wichtigere unb nöthigere Geschäfte schon verrichtet haben. Sie dürfen z. E. die Geschäfte der Haushaltung nicht durch das Lesen versäumen, Sie sind sonst in Gefahr, schädliche Haushälterinnen und schlechte Mütter zu werden ..."
Die wenigen Beispiele mögen gezeigt haben, wie sehr auch in dieser kleinen und nicht eben wichtigen Betrachtung eine untergegangene Zeit sich spiegelt. Vieles darin klingt uns beute wunderlich, altmodisch, trocken und schulmeisterlich; aber der Mann hat es gut und ernst gemeint, und etliches von dem, was er ben Frauenzimmern von 1766 unterbreitet scheint uns heute noch annehmbar und beherzigenswert — nicht nur für „Frauenzimmer".
Uebrtgens nimmt bie literarisch-moralische Betrachtung weitaus ben größten Teil bes Blattes ein; ben Rest füllen eine Nachricht über die Sperren „am Wallthor" und „am Selzerthor", die Bekanntgabe von „Veränderungen eines löblichen Magistrats allhier", ein Avertissement über bie „Ver- lehnung" bes „frey adelich Rodenhausischen Ritter- Guthes zu D<iubringen", eine Liste ber an der Jahreswende 1765/66 „Gebohrenen",' Getauften unb Verstorbenen, endlich „Frucht- und andere Preißs am Markttag dem 11. Jan. 1766. Dieser Maas."
Oie Kindergruppen der TIG.'Frauenschast im Kreise Wetterau. gfs. Immer zahlreicher werben die Kindergrup- pen in unserem Kreise. So langsam sehen bie Mütter ben Wert biefer Einrichtung ein unb schicken ihre Kinber. Wie schon ist bie Arbeit für bie Frauen gerade bei ben Allerkleinsten. Nur wer selbst einmal mitgeholfen hat, biefe Mber zu betreuen, ber kann wirklich ermessen, was für eine bankbare Aufgabe hier auf uns wartet. Mit ben Kinbern wird man selbst wieder jung unb fröhlich. Sie finb einer guten Leiterin halb sehr zugetan, unb bann kann sie beginnen, diese Kinder zu einer Gemeinschaft zusam- menzusühren. Wie gern arbeiten auch unsere Aller- kleinsten schon für bie Verwunbeten ober bie Soldaten. Ein Rätselheftchen aus einer Kinderhand macht einem Familienvater draußen sicher viel Freude. Die Mädels aber können schon stricken und haben mit manchem Pulswärmer ober Ohren- fchützer schon mitgeholfen an der großen Gemeinschaftsarbeit ber Wollsammlung.
Richtige bentsetze Möbels und Buben soll bas geben, bereit, füreinander unb ihre Volksgenossen einzustehen. Selbstverständlich wird gegenseitige Hilfsbereitschaft von ben Kinberen verlangt, und flunkert mal solch kleiner Wicht, so wird ihm bas nicht durchgelassen, denn ein deutsches Kind lügt nicht. Auch Feigheit unb Hinterhältigkeit sind Dinge, die man selbst bei einer luftigen Balgerei ben Kindern wehren kann. Man greift von vorne an, nicht von hinten. Groß und vielfältig sind die Aufgaben, unb" je mehr Hilfen bie Kinbergruppenleiterinnen dabei haben, desto besser können sie ihnen nachkommen. Wer Lust dazu hat, melde sich selbst bei seiner Ortsfrauenschaftsleiterin. Ganz bestimmt ist sie bald ganz erfüllt von dieser schonen Tätigkeit.
Wie weil reicht der Unfallschutz?
Wiederholt schon wurden der Rat ber Rechtsberatungsstellen ber Deutschen Arbeitsfront im Gau Hessen-Nassau in Anspruch genommen, wenn es sich darum handelte, ob der Weg von der Arbeitsunterkunft zur Familienwöhnung unfallversichert ist. Zu dieser Frage hat das Reichsversicherungsamt (la 1818/40) entschieden: Der Weg von ber Arbeits. statte zur Unterkunft am Arbeitsort und von biefer


