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klart und bereinigt wird. Der Spielleiter Arthur Maria Rabenalt, der früher in Darmstadt wirkte, hat beherzt ins volle Menschenleben naher Gegenwart gegriffen und den ernsten Kern der Fabel mit allerlei freundlichen Episoden und ge­sundem Humor umgeben. Auch für die Musik (Wer- ner B o ch m a n n) und. vor allem für die Kamera (Oskar Schnirch) gab es allerhand lohnende Auf­gaben. Die Hauptperson im Fronttheater-Ensemble ist Hell Finkenzeller, reizend anzusehen in ihrer Zärtlichkeit und Traurigkeit, dabei mit einer seriöseren Rolle betraut, als man ihr gemeinhin zu spielen gibt. Eine Reche charakteristischer, lebendig voneinander abgesetzter Komödiantenfiguren zeigen Lothar F i r m a n s, Willi Rose, Ernst K a r- ch o w , Elsa Wagner und die junge Bruni L ö - bet Reben so populären Leuten wie Wilhelm Strienz und den Geschwistern Höpfner ist endlich Rens Deltgen zu nennen, dem die zeit- nahe Figur eines Flaksoldaten mindestens so gut steht wie die Schurken und Abenteurer, die er häu­figer zu spielen hat.

Im Beiprogramm laufen die Wochenschau, die wir schon besprochen haben, und ein interessanter ÄuIturfUm vom Aufstieg und Freiheitskampfe des finnischen Volkes. Hans Thyriot

Diamantene Hochzeit.

Am kommenden Sonntag, 22. November, können der Schneidermeister Johs. Diehl und Frau Elisa­beth, geb. Hofmann, Seltersweg 62 wohnhaft, in bester Frische das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der Jubilar stammt aus Ober-Ohmen, wo er am 10. Dezember 1858 geboren wurde, die Jubi­larin wurde am 9. Juni 1859 in Großen-Buseck ge­boren. Das Jubelpaar besitzt 3 Töchter, 6 Enkel und 3 Urenkel. Beide Jubilars erfreuen sich noch großer Rüstigkeit, der alte Herr übt sogar noch seinen Beruf als Schneidermeister aus und macht täglich seinen gewohnten Rundgang durch die Stadt. Den diaman­tenen Hochzeitern gelten auch unsere herzlichen Glück­wünsche.

Platzkonzerte. - Reiten der Jugend.

Aus Anlaß der Reichsstraßensammlung der SA., ff, RSKK. und des NSFK. am Samstag und Sonntag spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116 am Sonntag, 22. November, von 11 bis 11.45 Uhr auf dem Kreuzplatz und von 12 bis 12.45 Uhr am Selterstor.

Die Reiter-SA. wird ihre Reitpferde am Samstag und Sonnfag, jeweils ab 14 Uhr, an der Plockstraße wiederum der Jugend zur Verfügung stellen. Bei schlechtem Wetter besteht für unsere Jugend Reit­möglichkeit in der Reitbahn bzw. dem Reitstall der Reiter-SA. am Brandplatz.

Mietbeihilfen an die Mieter.

Durch Verordnung vom 31. Juli 1942 wurde die Gebäudeentschuldungsfteuer (Hauszinssteuer) mit Wirkung vom 1. Januar 1943 aufgehoben. Die Mieten bleiben in der bisherigen Höhe bestehen. Deshalb werden auch nach Aufhebung der Gebäude- entschuldungsfteuer die Mietbeihilfen auf Grund der Mietbeihilfen-DerorÄnung (Kriegsmietbeihilfen) wei­ter gewährt. Sie werden jedoch nicht mehr, wie bisher, an die Steuerbehörden, sondern ab 1.-1.1943 unmittelbar an die Mieter ausgezahlt.

, Verdunkelungszeit:

19. November von 17.24 bis 7.21 Uhr.

Gießener Konzertring.

Orchester-Konzert: Händel, Mozart, Weber, Schumann.

Die Dortragsfolge des Orchesterkonzertes war in Auswahl und Aufbau dazu angetan, den Hörer im ständigen Fortschreiten von den Geschehnissen der Umwelt zu lösen und ihn so immer empfänglicher werden zu lassen für die Aufnahme der zu Gehör gebrachten Werke.

Händels Concerto grosso in F-dur wurde, mit Professor Stefan Temesväry am Generalbaßpart,. in idealer Musiziergemeinschaft dargeboten im gegenseitigen Geben und Nehmen, Entgegnen und Beantworten, als ein echtes Kon- vertieren im Sinne des Darockzeitalters. Die Gegen­überstellung desconcertino" (zwei Soloviolinen und Cello) mit dem tutti des gesamten Orchesters ließ überaus reizvolle dynamische Abstufungen her- aüstreten und in der Verflechtung beider Gruppen vielfältige Klangkombinationen sich entwickeln. In Frische entfaltete sich so das Andante larghetto. Das sich anschließende Allegro war betont durch die Zierlichkeit und Geschliffenheit der melodischen Arti­kulation. Ein weiterer prachtvoller Largosatz, in dem Solo und tutti sich klangschön voneinander absetzten, führte hin zum Finale, das mit seinen zwei gegensätzlichen Themen schon auf die kommende Sonaten- bzw. Symphonieform im klassischen Sinne vorausweist. Sehr plastisch zeichnete sich das Fugato in seiner stimmigen Linearität ab und erreichte den Höhepunkt in der klanglichen Ueberbauung beider Gedanken.

Mozarts Konzert-Rondo in D-dur (Köchel-Verz. 382) aus dem Jahre 1782, war als Finale für Mozarts erstes Klavierkonzert D-dur (Köchel 175), komponiert 1773 in Salzburg, be­stimmt. Wir lernen hier Mozart in der mannig­fachen Abwandlung und Beantwortung des Rondo­themas in seiner unerschöpflichen Fähigkeit des Im­provisierens kennen. Heinz Schröter (Frankfurt) gab seinem Part eine feinsinnige Ausdeutung mit Leichtigkeit des Anschlages und elegantem Fließen der Passagen. Die Moll-Episode gestaltete er mit warmer Empfindsamkeit, und das Adagio durchzog Versonnenheit und geschwellte innerliche Weite. Zu einem Höhepunkt klavieristischer Kunst im Mo- zartschen Sinne wurde die Original-Kadenz. Die heitere galante Sphäre dieses Werkes wurde durch das begleitende Orchester unter Prof. Temes - väry 'in diskretester Anpassung an den Solisten unterstrichen.

War es hier mehr das musikalische Geschehen an sich, das den Hörer fesselte, so führte Webers Konzertstück in f-moll in musikalische Aus­druckswerte hinein, die durch ein zugrundeliegen­des Programm in ihrem Verlauf bestimmt sind, wie wir durch vorliegende Aeußerungen Webers wissen. Die bildhaft geschauten einzelnen Szenen (das Werk wurde am Tage der Uraufführung des Freischütz" 1821 vollendet) ließ Heinz Schröter am Soloinstrument mit starker innerer Beteiligung sich entwickeln: die bedrückende Resignation des Trennungsschmerzes im Eingangsteile, die Erregt­heit in der Kampfesvision, die Heimkehr der Sieg­reichen im Spiegel des heroischen Marschrhythmus und der Jubel der Wiedervereinigten im Schlußteil. Weber, der dieses Werk ost selber mit größtem Er­

folge gespielt hat, fordert von dem Solisten ein hohes Maß an technischer Entwicklung. Heinz Schröter war in den Passagen von perlender Geläufigkeit, gestochener Klarheit und äußerster Sauberkeit, dabei innerlich erfüllt von jener Tiefe, die über den virtuosen Selbstzweck hinführt zum letzten musikalischen Erleben. Das Orchester in seiner Farbigkeit und thematischen Derknüpftheit war Hel­fer zu diesem starken Erfolge. In der Zugabe von WebersPerpetuum mobile" ließ der Solist noch einmal die gerühmten Vorzüge feiner Weber-Inter­pretation hervortreten.

Die romantische Well Webers schuf die geistige Brücke zu Schumanns d-moll-Sympho° n i e. Als zweite Symphonie 1841 entstanden, unter­zog sie der Komponist in feiner Düsseldorfer Zell einer gründlichen Umarbeitung, besonders hinsicht­lich der Instrumentation, und brachte sie 1852 als vierte Symphonie zur Aufführung. Unter der Füh­rung von Professor Temesvary erhob sich die Wiedergabe durch das Städtische Orchester zu stärk­sten Eindrücken. Bannende Kraft lag in der Einlei­tung mit der thematischen Betonthell der Mittel­stimmen. Der Uebergang zum Hauptsatz ließ diesen in seiner inneren Bewegtheit und schwärmerischen Erfülltheit herauswachsen. Don besonderer Wucht waren die tragischen Akzente der Durchführung und von nachgiebiger Schmiegsamkett die melodische Linie als zweiten Themas. In der Romanze traten Cello und Oboe mit ausdrucksvoller Melodik klangschön hervor; die Stimmungsgebundenheit des Satzes ver­stärkte sich in der Gegenüberstellung mit dem Thema aus der Einleitung der Symphonie und dem lichten, von der Solovioline umspielten Dur-Teil. Das Scherzo mit seinen stampfenden Anfangsrhythmen ließ den stimmigen Anteil im gegenseitigen Ablösen deutlich heraustreten, und das zweimal wieder­kehrende Trio zeichnete sich durch Klangnachgiebig' feit und Abwandlungsmöglichkeit des Dirigenten aus. Der Uebergang zum eigentlichen Finale war ein allmähliches Wachsen bis zu stärkster Gefühls­expansion und fand feine Erfüllung in innerlichem Schwung und Sinn für die thematische Ausdeutung im Klanglichte der einzelnen Instrumente und schwang in der temperamentvoll erfaßten Coda aus.

Starker, herzlicher Beifall war der Ausdruck des Dankes solchem musikalischem Erleben gegenüber.

Dr. Hermann Hering.

Keine Gratifikationen für Bummelanten und Disziplinlose. NSG. Der Reichstreuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen gibt bekannt: Der General- bevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat am 31. Ok­tober 1942 eine Anordnung über die Weihnachts­und Abschlußgratifikationen 1942 erlassen. In der Einleitung zu dieser Anordnung kommt bereits zum Ausdruck, daß die Gratifikation eine Anerkennung für treue Dienste, einwandfreie Führung und ge­naue Erfüllung aller dem Gesolgschaftsrnllglied ob­liegenden Pflichten fein soll. Die Weihnachtsgrati­fikation ebenso wie im allgemeinen auch die Jah­resabschlußvergütungen sind ihrem inneren Wesen nach ein Ausfluß der Treue- und Fürsorgepflicht

des Unternehmens. Bei groben Verstoßen des Ge- folqschaftsmitgliedes gegen feine Treuepfllcht tft der Unternehmer daher berechtigt, diese Dergütunaen zu verweigern. Ich erwarte daher, daß die Betriebs- sichrer im Sinne der ihnen übertragenen Verantwor­tung bei der Ausschüttung der Weihnachts- und Abschlußgratifikationen diejenigen Gefolgschaftsnut- glieder, die wiederholt gebummelt oder in sonstiger Weise gröblich gegen die Arbeitsdisziplin verstoßen haben, nicht berücksichtigen.

» Ein Siebziger. Am morgigen Samstag, 21. November, kann der Bürodirektor Wilhelm Herrmann, Stephanstraße 15 wohnhaft, in bester Frische feinen 70. Geburtstag begehen. Der Jubilar kam vor 13 Jahren als Justizoberinspektor von Michelstadt nach Gießen und übernahm hier die Stelle des Dürodirektors beim Amtsgericht. Im Jahre 1933 trat er, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen, freiwillig unter Anerkennung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes in den Ruhestand. Bei Ausbruch des Krieges stellte er sich sofort zur Verfügung, seitdem versieht er sein Amt als Bürodirektor des Amtsgerichts wieder in gewohnter Arbeitsfreudigkeit und Umsicht. Im Kreise seiner Berufskameraden wird dem Jubilar große Wertschätzung entgegengebracht. Zu seinem 70. Geburtstage gelten dem verdienten Beamten auch unsere herzlichen Glückwünsche.

* Rückzahlung Eiserner Spargut­haben bei Todesfall. Das Oberkommando des Heeres hat angeordnet, daß über Anträge von Angehörigen gefallener ober verstorbener Wehr­machtangehöriger des Heeres auf Rückzahlung der Eisernen Sparguthaben die Leiter der Heeresstand- ortgebührnisftellen entscheiden. Der Todesfall gilt stets als Begründung für die dringende Notwendig­keit der vorzeitigen Rückzahlung.

** D i e Hausfrau spart Strom. Nur ebene Topfbäden gewährleisten guten Wärmeüber­gang von der Platte zum Topf. Wenn eine Speise nur bis zum Kochen kommen soll, kann schon kurz vorher ausgeschaltet werden, weil die Wärme der Kochplatte ausreicht, den Topfinhalt noch zum Sie­den zu bringen.

Ein Lind tödlich verbrüht.

Münster bei Lich, 19. Nov. Während die Frau des Arbeiters Alfred Pitz, der zur Zeit Sol­dat tft, zur Arbeit im Dorfe weilte, befand sich das IVrjährige Töchterchen der Eheleute zu Hause unter der Aufsicht des sechs Jahre alten Schwesterchens. Als das sechsjährige Kind das an­derthalbjährige wenige Augenblicke unbeaufsichtigt liefe, zog dieses mit dem Schürhaken eine Kanne mit heißem Kaffee vom Herd herunter, wo­bei das bedauernswerte Kindchen von der heißen Flüssigkeit so schwer verbrüht wurde, dafe leider am Tage daraus der Tod eintrat. Der bedauerliche Vorfall sollte eine erneute Mahnung sein, Gefäße mit heißem Wasser stets außer Reichweite der Kin­der zu halten.

Schweinemarkt in Homberg.

* Homberg (Ohm), 19. November. Auf dem Schweinemarkt waren 39 Ferkel aufgetrieben. Die Preise bewegten sich zwischen 20 und 30 RM. pro Stück. Der Markt wurde geräumt.

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Anz^igenpreiSliste 9fr. fi

Für die überaus zahlreichen Beweise herz­licher Teilnahme beim Heimgang unseres unvergeßlichen Entschlafenen, sagen wir unseren tiefempfundenen Dank.

Im Namen

der trauernden Hinterbliebenen:

Käthe Hansult. geb. Oberfohren und Kinder.

Ober-Ohmen, den 18. November 1942.

______________________________________________3502 D

Bekanntmachung.

In den Geflügelbeständen des Dr. Adolf Noll, Greven, Moltkestr. 14, ist die Hühnerpest amtstier- ärztllch festgestellt worden. Die Schutzmaßnahmen gern. §§ 289 ff. der AuSführunasvorschriften zum Reichsviehseuchengesetz sowie Geyöftfperre sind an- geordnet. fssibC

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen Beterinärvolizei.

I. 23.: Nicolaus.

Danksagung.

Ueberaus groß war die innige Anteilnahme derjenigen, die den Verlust unserer heiß­geliebten

Käthe

in unserem großen Herzeleid mit uns fühlten. Allen, die ihrer in Liebe gedachten, und für die herrlichen Blumen sagen wir unseren herz- liehen Dank FrItz Bruder

Käthe Henning und alle Angehörigen Gießen, Marburger Str. 11, den 19. Nov. 1942.

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